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Orientierungsbereich (Sprungmarken)

Netzwerk fachliche Unterrichtsentwicklung

Netzwerk Chemie

Einführung

In der Fachdidaktik Chemie ist man sich darüber einig, dass jenseits von Wissen, Verstehen und Anwenden auch die Erkenntnisgewinnung, Kommunikation und Bewertung grundlegende Kompetenzbereiche für den Chemieunterricht sind. Entsprechend erfordert effizienter und attraktiver Chemieunterricht eine sinnvolle und zweckmäßige Strukturierung. Wenn Chemie kompetenzbezogen unterrichtet wird, kommt es in erster Linie nicht auf die „Inputs“, sondern vor allem auf die „Outputs“ an. In diesem Sinne ist „nicht nur die Veränderung von Richtlinien und Lehrplänen, sondern vielmehr die Etablierung von Strukturen notwendig, die neben der Formulierung inhaltlicher Standards auch deren Umsetzung an einer Schule gewährleistet.“ (I. PARCHMANN, PdN-ChiS, Heft 1, 2002).

Kompetenzorientierter Chemieunterricht bedeutet, dass bei der Planung, Durchführung und Überprüfung von Unterricht stets chemiespezifische Komponenten (Fachinhalte und zugeordnete Kontexte) mit dem Erwerb von Kompetenzen verzahnt werden. Dieses Prinzip lässt sich plakativ in einer Standard-Matrix darstellen, in der grundlegende Kompetenzen mit chemiespezifischen Inhalten verknüpft sind (L. HAAS, M. TAUSCH, PdN-ChiS, Heft 1, 2002). Eine solche Matrix dient als Paradigma (Leitidee) bei der Konzeption von Schulcurricula und von einzelnen Unterrichtsreihen bzw. Unterrichtsbausteinen.

Ganz in Übereinstimmung mit diesen Erkenntnissen und Forderungen der Fachdidaktik räumt der Kernlehrplan NRW, Chemie S I (Verlag Ritterbach, Heft 3415), den Kompetenzen einen herausgehobenen Stellenwert ein. Im Wortlaut heißt es zu den Kompetenzen auf S.15: „Sie beschreiben die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sich im Unterricht bis zum Ende der Sekundarstufe I kumulativ entwickeln sollen. Sie dienen den Lehrerinnen und Lehrern als Zielorientierung. Gleichzeitig definieren sie, welche Voraussetzungen im nachfolgenden Fachunterricht der Oberstufe erwartet werden können. Die formulierten Kompetenzen beschreiben erwartete Ergebnisse des Lernens und nicht Themen für den Unterricht. Der Unterricht ist thematisch und methodisch so anzulegen, dass alle Schülerinnen und Schüler im Laufe der Jahrgangsstufen 5 bis 9 geeignete Lerngelegenheiten erhalten, die genannten Kompetenzen nachhaltig zu erwerben.“ Diese Kompetenzorientierung ist neu. Der Kernlehrplan greift die durch die Kultusministerkonferenz festgelegten Bildungsstandards auf und berücksichtigt die Besonderheiten des Gymnasiums (Beschluss der KMK vom 16.12.2004).

Während im bisher gültigen Lehrplan die im Unterricht zu behandelnden obligatorischen Inhalte relativ detailliert angegeben waren, werden im jetzigen Kernlehrplan die Kompetenzerwartungen formuliert. Hinweise zur Gestaltung von Unterricht wie sie im alten Lehrplan zu finden sind, werden nicht gegeben. Die Kompetenzen werden in den Bildungsstandards unterschieden nach der Inhalts- und der Handlungsdimension. Dies greift der Kernlehrplan SI auf und unterscheidet

  • konzeptbezogenen Kompetenzen, die die Inhaltsdimension beschreiben, somit das Fachwissen festlegen und sich auf naturwissenschaftliche Basis-konzepte und mit ihnen verbundene Vorstellungen und Begriffe beziehen
  • prozessbezogene Kompetenzen, die die Handlungsdimension beschreiben und sich auf naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen beziehen.(Kernlehrplan, S. 13)

Dieser Perspektivwechsel von einer „Input“- zu einer „Output“-Orientierung hat auch in anderen Bundesländern stattgefunden.

Mit dem kompetenzorientierten Lehrplan wird ein Rahmen geschaffen, der den Schulen mit ihren Fachkonferenzen und der Lehrerin/dem Lehrer einen großen Gestaltungsspielraum für den Unterricht eröffnet. Dieser Gestaltungsspielraum bedeutet aber nicht Beliebigkeit. Denn ein nachhaltiger Kompetenzaufbau gelingt nur, wenn strukturiertes Basiswissen gesichert wird. Daher wird der Unterricht durch obligatorische Inhaltsfelder und fachliche Kontexte, die von besonderer Bedeutung sind und in einem thematischen Zusammenhang stehen, gegliedert. Die dabei erworbenen Fachkenntnisse werden durch die Basiskonzepte Struktur der Materie, Chemische Reaktion und Energie strukturiert, die im Sinne eines kumulativen Wissensaufbaus immer wieder aufgegriffen, erweitert und ausgeschärft werden.

Die Inhaltsfelder mit den verpflichtenden fachlichen Schwerpunkten und die fachlichen Kontexte bieten den Fachkonferenzen und den Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit zur Konzeption eines problem- und handlungsorientierten Unterrichts, in dem an die Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler angeknüpft werden kann. Gestaltungsspielraum bietet sich bei der Schwerpunktsetzung, der Akzentuierung des Unterrichts und bei der Methodenwahl.

Darstellung exemplarischer Produkte

Die Arbeitsgruppe Netzwerk Chemie hat Materialien zum Kernlehrplan erarbeitet. Diese enthalten Beispiele für die Umsetzung des Lehrplans im Unterricht. Die Gruppe, die diese Materialien erstellt hat, begann mit der Arbeit als der Kernlehrplan gerade eingeführt wurde. Daher konnten viele der erarbeiteten Beiträge noch nicht in gewünschtem Umfang evaluiert werden. Die vorgelegten Materialien werden fortlaufend erprobt, evaluiert und gegebenenfalls optimiert.

Schulinternes Curriculum und Gestaltungsprinzip

Zur Erstellung eines schuleigenen Curriculums kann man unterschiedliche Wege beschreiten. Dabei kann man von den Inhaltsfeldern oder von den fachlichen Kontexten als strukturierendem Merkmal ausgehen. Beide Wege werden am Beispiel des 1. Kapitels des Kernlehrplans aufgezeigt. Der zweite Beitrag zeigt ein komplettes schulinternes Curriculum für die gesamte Sekundarstufe I. Dieses Beispiel endet mit 2 Kompetenzmatrices, die eine Übersicht über die angesteuerten Kompetenzen wiedergeben. Diese Matrices für kompetenz- und für prozessbezogene Kompetenzen wurden von einer Arbeitsgruppe Chemie in der Bezirksregierung Düsseldorf (LRSD B. Wiese) entwickelt und vom Netzwerk für dieses Curriculum überarbeitet. Bei ihrer Anwendung wird deutlich, dass einige Kompetenzen nur bei wenigen Unterrichtssequenzen ansteuerbar sind, während der Erwerb anderer Kompetenzen an verschiedenen Stellen möglich ist. „Daher ist es notwendig, in den einzelnen Inhaltsfeldern und Anwendungsbereichen Schwerpunkte auf den Erwerb bestimmter Kompetenzen zu setzen. Hierzu legen die Fachkonferenzen Grundsätze fest. In der Summe müssen alle Kompetenzen am Ende der Jahrgangsstufe 9 erreicht sein.“ (Kernlehrplan S. 15)

Unterrichtsplanung

Die Fachlichen Kontexte bzw. die Inhaltsfelder im KLP haben wir zur Vereinfachung in dieser Darstellung durchnummeriert, so dass der KLP SI elf Kapitel erhält. Zu den Kapiteln 1, 3, 5 und 7 wurden Grobplanungen zu den Unterrichtsreihen erstellt, die einen möglichen Unterrichtsverlauf skizzieren. Zum 3. Kapitel wurde zusätzlich zur Grobplanung ein Modul mit Schwerpunkt auf ausgewählten prozessbezogenen Kompetenzen entwickelt. Diese Unterrichtsreihe wurde im Rahmen einer Staatsarbeit durchgeführt und evaluiert.

Autorinnen und Autoren

Gymnasium Wermelskirchen, Wermelskirchen
StD Dr. Uwe Sackmann
StRin Henrike Furken
StRin Angelika Kayser
Stud.Ref Rebecca Roggendorf

Lise-Meitner-Gymnasium, Leverkusen
OStRin Dr. Judith Wambach-Laicher
StDin Ulrike Schorn-Kussi
StDin Angelika Westhäuser
StRin Bettina Hüntemann
OStRin Ursula Bundschuh-Heß

Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, Bergisch-Gladbach
StRin Susanne Scheel

Seminar Engelskirchen
StD Dr. Uwe Sackmann (Fachleiter)
Stud.Ref Rebecca Roggendorf

Seminar Leverkusen
OStRin Dr. Judith Wambach-Laicher (Fachleiterin)

Seminar Krefeld
StDin Dr. Magdalene von Wachtendonk (Fachleiterin)

Wissenschaftliche Begleitung

Prof. Dr. Michael Tausch, FB C – Chemie und ihre Didaktik, Bergische Universität Wuppertal
StR Ralf-Peter Schmitz, Bergische Universität Wuppertal und Heinrich-Heine-Gesamtschule, Duisburg

Leitung:
LRSDin Dr. Ilona Schulze, Bezirksregierung Köln

Redaktion:
OStR Gregor von Borstel, Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Bornheim

 

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