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Aufgabenentwicklung und Testheftzusammenstellung

Die Aufgaben werden von Lehrerinnen und Lehrern aus allen 16 Ländern erarbeitet. Seit 2009 (Sekundarstufe I) und 2010 (Primarstufe) werden Testaufgaben verwendet, die länderübergreifend im Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) entwickelt werden. Grundlage sind die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz.

Alle in den Testheften vorliegenden Aufgaben werden vor ihrer Nutzung bundesweit mit jeweils mehreren hundert Schülerinnen und Schülern auf Eignung und Schwierigkeit erprobt. Die Rückläufe aus dieser Erprobung werden statistisch ausgewertet, so dass zu jeder Aufgabe anschließend eine Information über ihren Schwierigkeitsgrad vorliegt.

Diese Informationen werden bei der Zusammenstellung der Testhefte so verwendet, dass ein breites Spektrum an Aufgabenschwierigkeiten vertreten ist. So können im Rahmen des Diagnoseverfahrens die Leistungen der Kinder in unterschiedlichen Stufen erfasst werden. Das heißt, es muss leichte Aufgaben geben, die von fast allen gelöst werden und schwere, die nur von Kindern in der Leistungsspitze bearbeitet werden können. Für jede Schülerin und jeden Schüler stehen damit sowohl positive Rückmeldungen ("Das kann ich!") als auch Herausforderungen an.

Ab dem Schuljahr 2015/2016 werden vom IQB für die Lernstandserhebungen nur noch zwei statt wie bisher drei Testheftvarianten angeboten. Ein Grund hierfür ist, dass in vielen Ländern die Anteile von Schularten mit mehreren Bildungsgängen und von Schulen des längeren gemeinsamen Lernens wachsen und dadurch vermehrt Zuordnungsprobleme auftreten. Dies betrifft in erster Linie Unsicherheiten, ob Schülerinnen und Schüler im Jahrgang 8 bei den Voruntersuchungen (Pilotierungen) jeweils den Anforderungsniveaus des Hauptschulabschlusses (HSA) oder den Anforderungsniveaus des Mittleren Schulabschlusses (MSA) zuzuordnen sind.

Lernstandserhebungen sind diagnostische Testinstrumente – mit den Ergebnissen wird anhand von Kompetenzniveaus inhaltlich beschrieben, welche Anforderungen Schülerinnen und Schüler in der Klassenstufe 8 bereits bewältigen können. Die Wahl der Testheftvariante hat dabei keinen Einfluss auf die Testergebnisse in Form von Kompetenzniveaus. Bei der Bestimmung der Kompetenzniveaus werden die Schwierigkeiten aller im Testheft eingesetzten Aufgaben sowie die Anzahl der richtigen Lösungen berücksichtigt. Löst beispielweise eine Schülerin oder ein Schüler eine bestimmte Anzahl von Aufgaben in einem schwierigen Testheft, dann kann damit ein höheres Kompetenzniveau ermittelt werden als bei Lösung gleicher Anzahl in einem einfachen Testheft. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass in einem leichten Testheft auch mehr Aufgaben gelöst werden müssen, um ein höheres Kompetenzniveau nachzuweisen, als das bei einem schwierigeren Testheft der Fall ist.

Prinzipien der Testzusammenstellung:
  • Die mittlere Lösungsquote in allen eingesetzten Testheften beträgt etwa 50 Prozent.
  • Die Aufgaben werden nach inhaltlichen Kriterien ausgesucht, wobei die Breite des Inhaltsbereichs sowie die Anforderungsbereiche berücksichtigt werden.
  • Für jede Schülerin und jeden Schüler wird auf Basis der gelösten Aufgaben ein Kompetenzniveau geschätzt.

Für die Festlegung von Kompetenzniveaus werden die Aufgaben nach fachlich-inhaltlichen Gesichtspunkten zusammengefasst. Schülerinnen und Schüler, die eine bestimmte Stufe erreichen, können Aufgaben dieses Niveaus und leichtere Aufgaben hinreichend sicher vollständig lösen.

Es ist grundsätzlich sehr wichtig gegenüber den Schülerinnen und Schülern zu erläutern, dass (anders als in Klassenarbeiten oder Prüfungen) niemand von ihnen die Bewältigung aller Aufgaben erwartet. Das Ziel der Lernstandserhebungen ist es, herauszufinden, wie viel die Klasse schon kann und in welchen Bereichen gezielt weitergearbeitet werden sollte.

Weitere Informationen zu den Kompetenzniveaus

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© 2017 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 07.02.2017