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Kernlehrpläne – Element schulischer Qualitätsarbeit

Kernlehrpläne sind ein wesentliches Element eines zeitgemäßen umfassenden Gesamtkonzepts für die Entwicklung und Sicherung der Qualität schulischer Arbeit.

  • Im Einzelnen zeigen Kernlehrpläne auf, welche allgemeinen Bildungsziele mit dem jeweiligen Fach verfolgt werden und welchen Stellenwert das jeweilige Fach im Gesamtzusammenhang schulischer Grundbildung hat. Diese allgemeinen Bildungsziele stecken den Rahmen ab für die folgende Konkretisierung von fachbezogenen Kompetenzen.
  • Kernlehrpläne definieren verbindlich Anforderungen am Ende der Sekundarstufe I. Diese sind nicht nur fachlich relevant, sondern zugleich auch in besonderem Maße bedeutsam für den weiteren Bildungsweg der Schülerinnen und Schüler sowie für die Bewältigung ihres persönlichen und späteren beruflichen Alltags.
  • Kernlehrpläne legen fachliche Anforderungen in Form von Kompetenzerwartungen und verbindlichen Inhalten für das Ende der Klassen 6, 8 und 9 (G8) bzw. 10 (HS, RS und GE) fest und markieren somit Stationen auf dem Weg zu den abschlussbezogenen Standards.
  • Kernlehrpläne formulieren Kriterien als Grundlage für die Leistungsbewertung.

Kernlehrpläne geben somit in knapper und übersichtlicher Form die wesentlichen Ergebnisse der unterrichtlichen Arbeit verbindlich vor. Diese neue Form kompetenzorientierter Unterrichtsvorgaben wurden zunächst im Jahr 2004 für die Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik und erste Fremdsprache eingeführt. Für diese Fächer wurden von der Kultusministerkonferenz länderübergreifende Bildungsstandards für den Mittleren Schulabschluss und den Hauptschulabschluss verabschiedet. Die Kernlehrpläne greifen die in den nationalen Bildungsstandards enthaltenen schulformübergreifenden Ansprüche auf und berücksichtigen gleichzeitig die Besonderheiten der einzelnen Schulformen und Bildungsgänge. Die Formate der Kernlehrpläne werden im Rahmen der kontinuierlichen Überarbeitung der curricularen Vorgaben auf die spezifischen Anforderungen auch auf die Lernbereiche und Fächer übertragen, für die keine länderübergreifenden Bildungsstandards vorliegen.

Durch die Fokussierung auf wesentliche fachliche Inhalte und Kompetenzen geben Kernlehrpläne der einzelnen Schule ein Mehr an pädagogisch-fachlicher Gestaltungsfreiheit, denn sie decken nicht die gesamte Breite der schulischen Bildungsarbeit und der zur Verfügung stehenden Lehr- und Lernzeiten ab. Im Rahmen der Schulprogrammarbeit ist es Aufgabe der einzelnen Schule, diese Freiräume konkret zu gestalten und unter Berücksichtigung der schulspezifischen Gegebenheiten Schwerpunkte zu setzen.

Gleich in mehrfacher Hinsicht schaffen Kernlehrpläne Transparenz und Kohärenz. Den Lehrerinnen und Lehrern geben sie ein Referenzsystem für ihr professionelles Handeln vor. Ihre Aufgabe ist es, durch gemeinsam abgestimmtes pädagogisch-fachliches Handeln die Kompetenzerwartungen einzulösen und gezielt Fördermaßnahmen einzuleiten, damit möglichst viele Schülerinnen und Schüler am Ende der Sekundarstufe I die erwarteten Standards erreichen.

Der an Schule interessierten Öffentlichkeit bieten die Kernlehrpläne Orientierung darüber, welche Kompetenzen in den Bildungsgängen der Sekundarstufe I erreicht werden sollen. Die Kernlehrpläne stellen gleichzeitig eine wichtige Grundlage für die Konzeption der Lernstandserhebungen in Klasse 8 sowie der zentralen Prüfungen in Klasse 10 dar. Damit ist es möglich, zu überprüfen, inwieweit in den Klassen und Lerngruppen die Standards erreicht werden und welcher Förderbedarf besteht.

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© 2017 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 14.05.2008