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Gender und Unterricht

Gendersensible Bildung und Erziehung ist in vielen Bereichen von Schule und somit auch im Unterricht relevant. Allerdings wird die Bedeutung von Gender in den einzelnen Unterrichtsfächern unterschiedlich deutlich. Beispielsweise ist die Relevanz von Geschlechtlichkeit im Schulsport und in der Sexualerziehung meistens sofort offensichtlich, in anderen Unterrichtsfächern wird die Bedeutung von Gender weniger wahrgenommen.

Aspekte von gendersensibler Bildung und Erziehung finden sich bei den rechtlichen Vorgaben für den Unterricht wie den Rahmenvorgaben und Kernlehrplänen. Gender spielt aber nicht nur auf dieser normativen Ebene eine Rolle. Vielmehr ist Gender insbesondere bei der Planung und Durchführung von Unterricht bedeutsam.

Folgende Reflexionsfragen regen zu einem Nachdenken über die unterrichtliche Praxis an:

Schulbücher und Unterrichtsmaterial

  • Welche Personen kommen ggf. im Unterrichtsmaterial vor?
  • Kommen Frauen und Männer zu gleichen Teilen vor?
  • Wie werden sie jeweils dargestellt?
  • Welche Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit stehen dahinter?
  • Bieten die Materialien vielfältige Identifikationsmöglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler?
  • ...

Konkrete Unterrichtsinhalte und –themen, auch in schulinternen Curricula

  • Sind die Inhalte für möglichst viele Schülerinnen und Schüler interessant und zugänglich?
  • Für wen sind bestimmte Inhalte nicht interessant und warum nicht?
  • Regen die Inhalte zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Stereotypen, Vorstellung von Männlichkeit und Weiblichkeit, Normen und gesellschaftlicher Arbeitsteilung an?
  • Werden verschiedene Lebensmodelle gleichwertig präsentiert?
  • Bieten die Inhalte Anknüpfungspunkte für die Lebenswelten der Schülerinnen und Schüler?
  • Wie sehen diese Lebenswelten überhaupt aus?
  • ...

Didaktisch-methodisches Vorgehen und individuelle Förderung

  • Wie sieht die Lernausgangslage bei den Schülerinnen und Schülern aus?
  • Werden vielfältige Zugänge zu einem Lerninhalt geboten?
  • Werden unterschiedliche Lernformen gleichwertig zugelassen?
  • Welche Erfahrungen haben die Schülerinnen und Schüler – auch als Jungen und Mädchen – in Schule und Unterricht bereits gemacht?
  • Welche Bedeutung haben Gender-Aspekte bei der Diagnose?
  • ...

Verhalten der Lehrkraft (Selbstreflexion)

  • Wie spreche ich wen in der Klasse an?
  • Wen nehme ich wann dran?
  • Wer wird wie zu Leistungen ermuntert?
  • Wie bewerte ich Leistungen?
  • Ist diese Leistungsbewertung frei von geschlechtsbezogenen Erwartungen und Zuschreibungen?
  • Wie gehe ich mit Störverhalten von Mädchen und Jungen um?
  • Achte ich auf inklusive Sprache?
  • In welchen Situationen spreche ich Schülerinnen und Schüler als Mädchen und Jungen an?
  • Welche Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit gebe ich weiter?
  • ...
Langfristig ist geplant, zu den Fragen der hier vorgestellten Reflexionsebenen Materialien zu entwickeln.

Unter Methoden und Übungen werden Möglichkeiten zur Reflexion von Geschlecht – unabhängig vom Unterrichtsfach – vorgestellt.

Literatur

  • Handbuch Geschlechterforschung und Fachdidaktik
    Kampshoff, Marita/Wiepcke, Claudia (Hrsg.) (2012): Handbuch Geschlechterforschung und Fachdidaktik. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
  • Mädchen und Jungen in Schule und Unterricht
    Herwartz-Emden, Leonie/Schurt, Verena/Waburg, Wiebke (Hrsg.) (2012): Mädchen und Jungen in Schule und Unterricht. Stuttgart: Verlag W. Kohlhammer.

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© 2017 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 06.02.2017