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Ausspracheschulung

Ein wichtiges Ziel des Englischunterrichts in der Grundschule ist es, dass die Kinder eine gute Aussprache erwerben. Die verständliche Aussprache ist ein wesentlicher Faktor für erfolgreiche Kommunikation.

Wichtige Aspekte der Ausspracheschulung:

Ausspracheschulung erfolgt eingebettet in sprachlich relevante Situationen. Grundschulkinder sind in der Regel unbefangen und haben Freude am Imitieren und Nachsprechen.  Rhythmisierte Sprache (Reime, songs, chants etc.) trägt zur Entwicklung einer guten Aussprache bei.

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Methoden der Ausspracheschulung

Das Üben der Aussprache und Intonation bietet sich in Phasen des reproduktiven und monologischen Sprechens an. Reime, Lieder, chants, raps, tongue twisters, Sprüche, Klatschspiele, skandierendes Sprechen etc., eignen sich besonders. Die meisten Kinder haben Freude am Imitieren und Nachsprechen und üben dabei die richtige Aussprache und Intonation.
Wenn bei der Einführung z.B. eines Reims zu den wichtigen Wörtern (Substantiven, Verben und Adjektiven) häufig Bildkarten gezeigt oder Bewegungen gemacht werden, wird auf diese Weise nicht nur der Sinn verdeutlicht, sondern es ergibt sich dadurch auch eine optische Darstellung des Sprachrhythmus: Sinnträger (> Bild, Bewegung) werden beim Sprechen stark betont, die Wörter dazwischen sind nicht so wichtig (> kein Bild, keine Bewegung) und werden deshalb abgeschwächt gesprochen.
In Phasen der Imitation achtet die Lehrkraft sehr genau auf ein Nacheinander von Zuhören und Sprechen („time lag"). Nur so kann sie genau hinhören, mögliche Fehlerquellen entdecken und herausfiltern. Sie spricht das Wort oder die Struktur noch einmal deutlich vor und ermuntert das Kind oder die Gruppe zum korrekten Nachsprechen (Böttger 2006: 174).
Um das Nachsprechen und häufige Wiederholen abwechslungsreich zu gestalten, sollten die Übungsformen variieren:

  • Chorsprechen
  • Gruppensprechen (z.B. alle Jungen bzw. Mädchen, einzelne Gruppentische/Tischreihen, Partnertrios und -duos, ...)
  • Nachsprechen eines einzelnen Kindes
  • Variation hinsichtlich Tempo und Lautstärke
  • Einbezug von Bewegungen mit dem Körper, z. B. Mitklopfen betonter Silben, Klatschen oder Stampfen des Wort-, Satzteil- oder Satzrhythmus
  • Echomethode (Schmidt-Schönbein 2008: 73ff)
  • Lip-reading
  • Reimwörter finden, z. B. hat, cat und rat
  • Gelegentlich auch spielerische Übungen zur Lautdiskriminierung, z.B.
    • Heraushören von Anlauten wie /s-/ in Sally und /z-/ in zoo
    • Heraushören von Lautunterschieden im Wort, z. B. /i/ in pin bzw. /e/ in pen
    • Heraushören von Lautunterschieden im Auslaut, z. B. white und wide oder mouth  und mouse

Ausspracheprobleme, die sich spontan im Unterricht ergeben, werden von der Lehrkraft entweder unmittelbar im Sinn des corrective feedback aufgegriffen oder veranlassen sie zur Planung einer entsprechenden Übungsphase. Je nach festgestelltem Bedarf richtet sich das Angebot an das einzelne Kind oder die gesamte Lerngruppe.

Grundschulgemäße Artikulationshilfen sind das Look at my lips." der Lehrkraft und ihr deutliches Vorsprechen, vor allem der vom Deutschen abweichenden Laute (z.B. /w/, /ð/, /θ/, /r/ ). Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, auf die Besonderheit einzelner Laute bezüglich ihrer Lautierung oder Bildung hinzuweisen. Zur Bewusstmachung der Bildung des th können den Finger hinter die oberen Schneidezähne legen, um den Anschlag der Zunge beim Sprechen bewusst zu machen.

Das sogenannte foreignizing ist eine Möglichkeit, den Halbvokal /w/ wie in water durch ein kontrastierendes Verfahren deutlich zu machen. Die Lehrkraft lässt dabei die Kinder den Beispielsatz: „Wir Wiener Waschweiber wollen weiße Wäsche waschen, wenn wir wüssten, wo weiches Wasser wär’.“, so nachsprechen, wie er bei einem Engländer oder Amerikaner klingen würde (Böttger 2006: 177).

Gerade in der Schuleingangsphase sind die Ausspracheschulung und eine gute Aussprache der Lehrkraft entscheidend.

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Ausspracheschulung in der Schuleingangsphase

Der Schuleingangsphase kommt eine besondere Bedeutung bzgl. der Entwicklung einer guten Aussprache zu. Die Kinder brauchen gerade zu Anfang gute Aussprachemodelle durch die Lehrkraft und durch native speakers (Hörmedien).
„Da sich das Innenohr der Kinder noch entwickelt, ist es für den Klang fremder Laute deutlich offener als dies bei späterem Fremdsprachenlernen möglich ist. Somit haben junge Lerner bessere Chancen, bei gutem Input eine der Zielsprache sehr nahe kommende Aussprache zu entwickeln. Gleichzeitiges Reifen und Lernen sind Garanten für effektives Lernen, auch im fremdsprachlichen Bereich." (Keßler 2009: 158)

Grundschulkinder haben darüber hinaus oft noch wenige Hemmungen, auch ungewohnte Laute und Lautkombinationen zu produzieren und auszuprobieren, wie „richtiges Englisch“ klingen muss.

Allerdings zeigen Unterrichtsbeobachtungen bei manchen Kindern durchaus auch Defizite im Bereich der Hörwahrnehmung, aus denen Probleme beim Nachsprechen von Lauten und Lautverbindungen entstehen können. Eine intensive Hörschulung, die eine Diskriminierung der Laute und ein Erkennen der Andersartigkeit des Klangs ermöglicht, ist daher in allen Jahrgängen der Grundschule unverzichtbar.
Zu bedenken ist auch, dass sich Erstklässler im Zahnwechsel befinden, so dass z.B. das th nicht ohne weiteres leicht zu bilden ist und dass auch native speakers häufig bis zum achten Lebensjahr benötigen, um das th sicher sprechen zu können. Andererseits gibt es viele Kinder, die im Deutschen (noch) lispeln und von daher ein th sprechen, wo es nicht hingehört.

Ausspracheschulung erfolgt im Allgemeinen implizit, d.h. im Rahmen der ganzheitlichen Vermittlung von Sprache in Sinnzusammenhängen, die für die Schülerinnen und Schüler relevant sind, und nicht durch die Isolierung von bestimmten zu übenden Lauten oder Erklärungen und Beschreibungen der Stellung der Sprechwerkzeuge.

Das schließt aber nicht aus, dass den Schülerinnen und Schülern von Anfang an in Reflexionsphasen im Austausch mit den anderen Kindern die Andersartigkeit der englischen Sprache und die Notwendigkeit, auf eine gute Aussprache zu achten, um Missverständnisse zu vermeiden, bewusst wird.
Auf Ausspracheschwierigkeiten und -besonderheiten können die Kinder bei der Erarbeitung von Redemitteln durch besonders deutliches Vorsprechen und ein „Look at my lips“ der Lehrkraft oder durch ein Erinnern an Wörter, die beherrscht werden „water - remember the numbers: one, two three...“ aufmerksam gemacht werden.
Reime, Lieder, chants, tongue twisters, skandierendes Sprechen (z.B. als Ritual in der warming up-Phase) sind gut geeignet, die richtige Aussprache zu schulen, ohne dass dies den Kindern als lästiges Üben erscheint, denn im Allgemeinen macht ihnen wiederholtes Singen und Sprechen im Chor, in Gruppen oder mit einem Partner Freude. Die Lehrkraft beobachtet dabei die Aussprache der Kinder und spricht ggf. noch einmal sehr deutlich vor, damit sich Falschaussprachen nicht einschleifen.

Während die Kinder miteinander kommunizieren, wird in der Regel nicht korrigierend unterbrochen. Stattdessen wird zu einem späteren Zeitpunkt Schwieriges noch einmal aufgegriffen. 

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Toleranz gegenüber Aussprachefehlern

Kinder erfahren in einer guten Lernatmosphäre, dass Fehler und Ausspracheunzulänglichkeiten als normale Zwischenschritte akzeptiert werden. Die Lehrkraft gibt immer wieder das richtige Aussprachevorbild vor, wenn die Kinder Unterstützung brauchen.
Innerhalb kommunikativer Sprechhandlungen unterbricht die Lehrkraft die Kinder in der Regel nicht. Ist die Verständlichkeit nicht gegeben oder stockt das Kind beim Sprechen, bietet sich ein Zuflüstern an. In der Regel korrigiert die Lehrkraft die Aussprache der Kinder im Anschluss an den Sprechakt als corrective feedback mit viel Feingefühl, um die Motivation zum Sprechen zu erhalten und lässt sie ggf. auch nachsprechen. Grundlegende Ausspracheprobleme sollten aufgegriffen und bewusst gemacht werden. Toleranz gegenüber Aussprachefehlern, Geduld und Gelassenheit der Lehrkraft sind nötig.

Die Andersartigkeit der englischen Sprache wird in kurzen Reflexionsgesprächen im Vergleich mit der deutschen Sprache und ggf. den Herkunftssprachen der Kinder thematisiert.

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Bewusstmachen der Andersartigkeit, der Unterschiede und Ähnlichkeiten bzgl. der Aussprache

Gleich zu Beginn des Englischlernens wird bewusst gemacht, dass Englisch anders klingt als Deutsch.
Dazu können Wörter, die z.B. in einer Geschichte, einem Reim oder Lied vorkommen, in den Fokus genommen werden (z.B. There’s a monster in the tree and he’s counting up to three.“), um auf Laute hinzuweisen, die es im Deutschen nicht gibt.
Eine erste Sensibilisierung für die Andersartigkeit erfolgt auch anhand von englischen Wörtern, die im Deutschen benutzt werden wie Poster, Toaster: /o/ vs. /ou/; Airbag: /-g/ vs. /-k/. Es wird deutlich gemacht, dass eine falsche Aussprache zu Bedeutungsunterschieden und damit zu Missverständnissen führen kann  (z.B. bag vs. back; mouth vs. mouse etc.).  
Der Einbezug des Schriftbildes kann auch in diesem frühen Stadium für viele Kinder schon nützlich sein und helfen, das Richtige zu hören: dog, not duck.
Ansonsten gilt für die Eingangsstufe, dass die Aussprache weitgehend gesichert sein sollte, bevor die Aufmerksamkeit der SuS auf das Schriftbild gelenkt wird, um das Problem der spelling pronunciation zu vermeiden. Die richtige Aussprache wird durch mehrfaches Mitlesen und das ganzheitliche Erfassen des Wortbildes z.B. durch die Methode des Blitzlesens geübt.

Die Kinder lernen neben der Lehrkraft als Sprachmodell von Anfang an auch native speaker-Vorbilder (z.B. Hörmedien) kennen.

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Medien als Unterstützung zur Ausspracheschulung

„Neben der Lehrkraft, die als „Modell“ über eine gute Aussprache verfügen sollte, spielen Medien mit authentischen Aussprachemodellen aus dem englischsprachigen Raum eine wichtige Rolle". (Lehrplan 2008: 74).
Hier sind besonders auditive Medien (z. B. CDs und Tonkassetten mit Hörtexten, Höraufgaben, Liedern, Reimen etc.), audiovisuelle Medien (z. B. Videos und DVDs mit Geschichten) und interaktive Medien (lehrwerkbegleitende oder -unabhängige Lernsoftware, digitale Wörterbücher, Internetangebote für Kinder, Apps) zu nennen. Sie liefern Sprecher mit unterschiedlichen Stimmfärbungen und Sprechgeschwindigkeiten und tragen dazu bei, dass die Kinder verschiedene Varietäten des Englischen kennenlernen. Eine zu einseitige Orientierung am Sprachvorbild der Lehrkraft wird so verhindert.
Nützlich ist es, wenn die Kinder auch eigene Medien (in der Regel als lehrwerkbegleitende CD, DVD oder Lernsoftware) zur Verfügung haben, um auch zu Hause die Texte, Lieder etc. immer wieder hören und mitsprechen zu können. Dadurch wird die Nachhaltigkeit des Lernens erhöht.
Durch das Mitleseverfahren, bei dem die Kinder einen Text hörend und gleichzeitig mitlesend verfolgen, werden die Kinder an den Umgang mit der komplizierten Schreibweise gewöhnt, und spelling pronunciation  wird vermieden.

Die Lehrkräfte müssen sprachlich kompetent sein, d.h. selbst eine gute Aussprache haben und um die Besonderheiten der englischen Aussprache wissen, da sich die Sprachmodelle der Anfangsphase als besonders prägend herausgestellt haben.

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Aussprache und Intonation

Die Lehrperson nutzt die englische Sprache in authentischer Weise. Durch die frühe Verwendung von Tonträgern mit native speakers aus unterschiedlichen Teilen Großbritanniens, Irlands, Amerikas etc. werden Aussprachevarietäten vorgestellt mit dem Ziel, dass die Schülerinnen und Schüler auch diese verstehen – zumal ihnen in der Werbung häufig die amerikanische Aussprache begegnet.

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Besonderheiten der englischen Aussprache

Der Komplex Aussprache umfasst die Laute, die Lautfolgen und die Bindung der Laute sowie Intonation, Rhythmus und Betonung (Kenworthy 1987: 9ff).

-    Laute
Notierung
: Die Laute (mit Ausnahme des dark [?], das als „Allophon“ durch eckige Klammern gekennzeichnet wird)  werden im folgenden entsprechend dem International Phonetic Alphabet (IPA)  und in Schrägstrichen (z.B. /bed/) angegeben. (Gramley & Pätzold 1992: 106ff)
Viele Wörterbücher von deutschen Verlagen notieren die Lautumschrift in eckigen Klammern (z.B. [bed]).

Für die Erlernung der englischen Sprache sind die vom Deutschen abweichenden Laute besonders wichtig:

  • Konsonanten:
    /θ/, /ð/, /r/, / /, / /, dark [ ]
    stimmhafte Konsonanten im Auslaut /-b/, /-d/, /-g/, /-v/, /-z/;
    /t∫/ (chips) und stimmloses /s/ (sun) im Anlaut
  • Halbvokal:
    /w/ (water)
  • mögliche Verwechselung v/W
    Anmerkung:
    Das /v/ wird häufig als /w/ wie in what, world gesprochen, da Kinder das /w/ als für die englische Sprache typischen Laut erkennen. Eine Bewusstmachung und Kontrastierung bieten sich an: very  much, very well.
  • Vokale:
    Die Klangqualität der meisten Vokale (vor allem die der langen Vokale (z.B. / green, /u:/ in blue etc.), die einen leichten Anklang an Diphthonge haben) weicht von der des Deutschen etwas ab. Besonders zu beachten ist das /æ/, das sehr offen gesprochen wird und eher an das /a/ als an das /e/ anklingen darf. (Dieser Laut ist deshalb wichtig, weil sich bei einer Verwechslung mit /e/ ein anderer Sinn ergeben kann: bad – bed.)
    Diphthonge:
    /ei/ (baby) und /ou/ (poster) sind hier besonders zu erwähnen.

Weitere Besonderheiten:

  • Die Phonem-Graphem-Zuordnung ist im Englischen anders und sehr viel schwieriger als im Deutschen. Bleyhl (2000: 84ff) weist nachdrücklich darauf hin, dass in der englischen Sprache mit ihrer historischen Schreibung eines der komplexesten Korrespondenzverhältnisse zwischen Lautung und Schreibweise vorliegt. Während im Deutschen ein Phonem von durchschnittlich 3,7 Graphemen repräsentiert wird, liegt dieser Wert im Englischen bei 1 : 12,8. Daher muss auch ein fortgeschrittener Lerner (hier: die Lehrkraft) die Aussprache unbekannter Wörter im Wörterbuch nachschlagen, weil er nie hundertprozentig sicher sein kann.

    Der Laut /i/ kann beispielsweise auf 20 verschiedenen Buchstaben bzw. Buchstabenkombinationen geschrieben werden. (Bleyhl 2000: 85)

    e          be
    i           gasoline
    a          Israel
    y          happy
    ay        Sunday
    ae        sundae
    ea        each
    eh        vehicle
    ei         receive
    ie         chief


  • In der englischen Sprache gibt es eine Reihe von
    homophones (Wörter mit gleichem Klang, aber unterschiedlicher Schreibweise)
    z.B. two – too;  right – write; our – hour etc.)  und
    homographs (Wörter mit gleicher Schreibweise, aber unterschiedlichem Klang)
    (z.B. the wind /wind/ -  to wind /waind/;  I read /ri:d/ - I read /red/ etc.). 
  • Als problematisch stellen sich manchmal stumme Konsonanten (häufig in bestimmten Buchstabenverbindungen) dar (McCarthy & O’Dell 1994: 36):
    b: in Kombination mit m: climb, comb, lamb etc. 
    g: in Kombination mit n: gnome, gnat etc.
    h: heir, honour, hour etc. 
    k: in Kombination mit n: knee, knife, know etc.
    l:  could, should, half, palm etc.
    p: in Kombination mit s: psychology, psalm etc., aber auch: pneumonia
    r: iron
    t:  castle, listen, Christmas, whistle etc.
    w: in Kombination mit r: write, wrong etc.

Bindung
Im Englischen wird häufig der Endlaut eines Wortes zum folgenden herübergezogen: not at all  klingt wie /,n tæ't :l/. Zwischen den Wörtern werden im Gegensatz zum Deutschen keine Knacklaute (glottal stops) gebildet.

Das /r/ am Ende eines Wortes, das bei der Received Pronunciation ansonsten stumm ist, wird durch das Binden an den Anfangsvokal des folgenden Wortes hörbar, z.B. for example /,f rik'za:mpl/ Intonation.

  • Die Ausschläge bezüglich der Tonhöhen sind im Englischen stärker als im Deutschen; vor allem die insgesamt etwas höhere Tonlage (z.B. am Anfang eines Satzes) weicht von der deutschen Intonation ab.
  • Aussagen werden in der Regel mit fallender Satzmelodie gesprochen. (Gramley & Pätzold 1992: 111).(I’m eight.) arrow_intonation
    Wenn die Aussage weniger bestimmt oder dogmatisch klingen soll, hebt der Sprecher die Stimme am Ende wieder ein kleines Bisschen.  arrow_intonation
  • Fragen, auf die mit ja oder nein geantwortet wird, haben (wie im Deutschen) eine steigende Satzmelodie. (Do you like pizza?arrow_intonation
  • Aussagen werden (wie im Deutschen) durch die steigende Intonation zu einer Alternativfrage. (You want to sit next to Tom?) arrow_intonation
  • Wh-Fragen (What’s your name?) werden dagegen mit fallender Intonation gesprochen. arrow_intonation

Wie beim Aussagesatz bekommt die Frage durch leichtes Anheben der Stimme am Schluss eine etwas freundlichere und höflichere Nuance. arrow_intonation

Rhythmus
Typisch für das Englische ist der Wechsel zwischen betonten und unbetonten  Silben bzw. Wörtern – vergleichbar mit dem Rhythmus in der Musik. (Kenworthy 1987: 10) Die Sinnträger eines Satzes werden sehr stark betont, Wörter mit eher grammatischer Funktion (z.B. Artikel, Pronomen, Präpositionen) werden dagegen stark abgeschwächt und treten in einigen Fällen auch im Schriftbild als weak forms auf ( not > n’t;   I am > I’m etc.).

Betonung
Innerhalb eines Satzes wird selbstverständlich das am stärksten betont, was inhaltlich am wichtigsten ist; die häufig höhere Stimmlage bei den betonten Wörtern sei noch einmal erwähnt.

Für die Wörter gelten folgende Regeln:

  • Die Betonung liegt bei der Mehrzahl der Wörter wie im Deutschen auf der 1. Silbe (e.g. father /'fa: / , pretty /'priti/, teapot /'ti:p t/).
    Anmerkung: In der Lautumschrift wird der Hauptton mit einem ' vor der jeweiligen Silbe, der Nebenton mit einem , vor der Silbe gekennzeichnet.
  • Bei Wörtern mit Vorsilben bleibt die Vorsilbe in der Regel unbetont (e.g. to invite /in'vait/). (Sehr häufig handelt es sich hierbei um Verben.)
  • Einige englische Wörter können als Verb oder Substantiv gebraucht werden (e.g. export). 
    Das Verb trägt den Ton in der Regel auf der 2. Silbe:/iks'p :t/ , das Substantiv dagegen auf der 1. Silbe: /'eksp :t/, 
  • Suffixe sind immer unbetont. (e.g. friendly, writing )
  • Bei vielsilbigen Wörtern (sehr häufig Wörter lateinischen oder griechischen Ursprungs) wird meistens eine Silbe in der Mitte des Wortes betont.
    (e.g. hippopotamus /,hip 'p t m s/ )
    Häufig weicht die Betonung solcher Wörter von der deutschen Betonung ab, so dass sie – auch wenn es im Deutschen das gleiche Fremdwort gibt – beim Hörverstehen manchmal  erst im zweiten Anlauf erkannt werden (e.g. catastrophe /,k 'tæstr fi/).

 

(Weiterführende) Literatur

Bleyhl, W. (2000): Fremdsprachen in der Grundschule – Grundlagen und Praxisbeispiele. Hannover: Schroedel.
Böttger, H. (2006): Ausspracheschulung im Englischunterricht der Grundschule – Aspekte eines didaktisch-methodischen Designs, in: Schlüter, N. (Hrsg.): Fortschritte im Frühen Fremdsprachenlernen, Cornelsen 2006, S. 174
Gramley, S. / Pätzold, K.-M. (1992): A Survey of Modern English. London: Routledge.
Keßler, J.-U. (2009): Englisch ab Klasse 1. Zu früh? Zu wenig erforscht? – Zu wichtig! In: Schule NRW 04/09
Kenworthy, Joanne (1987): Teaching English Pronunciation. Longman Group UK Limited.
McCarthy, M. / O’Dell, F. (1994): English Vocabulary in Use. Cambridge University Press.
Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) (2008). Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule in NRW. Düsseldorf: Ritterbach.
Schmid-Schönbein, G. (2008). Didaktik und Methodik für den Englischunterricht. Berlin: Cornelsen.



 


 

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