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Der Umgang mit dem Übergang

Gedanken von Prof. H.-E.Piepho aus dem Jahr 2003

Der Übergang in die weiterführenden Schulen war auch für Prof. H.-E.Piepho schon dringliches Thema. Er hat schon früh deutlich gemacht, dass eine Nachhaltigkeit des frühen Fremdsprachenlernens nur dann erzielt werden kann, wenn die weiterführenden Schulen an den Kompetenzen anknüpfen, die die Kinder mitbringen.

1. Wie geht es weiter nach Klasse 4?

"Auf jeden Fall nicht so wie gehabt und sicher nicht so, dass die Lehrerinnen und Lehrer mit vorgegebenem Lehrbuchstoff linear ihr Programm abspulen", äußerte sich Prof. Hans-Eberhard Piepho 2003 zu dieser Frage.

Was Grundschulkinder in 2 Jahren, d.h. ca. 140 Stunden (demnächst sind es 3,5 Jahre, d.h. ca. 240 Stunden) gelernt haben, hat zunächst einmal im idealen Fall das Ergebnis, dass sie nicht ängstlich zu sein brauchen, wenn sie im einsprachigen Unterricht nicht alles sofort verstehen und nicht alles gleich behalten. Sie haben sich ferner daran gewöhnt, dass sich der Lehrer oder die Lehrerin auf vielfältige Weise verständlich macht: Gesten, Mimik, situative Szenen, Zeichnungen, Gespräche mit Handpuppen und dass manche Schülerinnen und Schüler Gehörtes sogleich aufgreifen und wiedergeben können, während andere erst die Gewissheit durch ständige Wiederholung oder zu gegebener Zeit das Schriftbild abwarten. Language learning across the ability range bedeutet auf der Grundschule ein gemeinsames, aber individuell unterschiedliches Sprachwachstum, dessen Erträge immer genutzt und gewürdigt werden. Wer etwas besonders gut kann, dem wird nicht nur Gelegenheit gegeben, das zu zeigen, sondern im Sinne des "caring and sharing in the foreign language classroom" (G. Moskowitz) wird das Beherrschte für Andere in Partnerarbeit verfügbar oder zumindest verständlich gemacht.

Dieses differenzierte Fördern und Fordern geschieht bei aller Konzentration auf das jeweilige Themenfeld nicht im Gleichschritt, sondern was heute (annähernd) verstanden ist, taucht so lange im Sinne des thematic webbing wieder auf, bis es zumindest im Wiedererkennensgedächtnis verankert ist. Was dem einzelnen Kind dann abrufbar zur Verfügung steht, ist höchst unterschiedlich. Das Hörverstehen ist stärker ausgeprägt als das Sprechen, das Leseverstehen ist nicht zugleich Vorlage für schriftliche "Leistungen“.

So muss es in Klassen 5/6 weitergehen, auch wenn dann die Schülerinnen und Schüler durch Zuweisung zu verschiedenen Schularten "sortiert" sind. Sprachkenntnisse sind immer unterschiedlich, die Wege bis zur sicheren Beherrschung auch, selbst wenn gründlich geübt wird, was jeweils in einer Lektion vorgesehen ist. Der zyklische Aufbau des Unterrichts nötigt dazu, nicht nur Kapitel "durchzunehmen", sondern das jeweils Aufgenommene nachhaltig immer wieder anzuwenden und zu festigen. Das geschieht in Klassen 5/6 nicht im Input=Output-Verfahren. Vielmehr benötigen die Schülerinnen und Schüler ständig Hörerlebnisse (stories, dramatic scenes), ohne dass dies sofort in Lesen und schriftliche Übungen umgesetzt wird. Die Geschichten, Reime und Lieder des Grundschulunterrichts sollten den Lehrerinnen und Lehrern der Klassen 5/6 vertraut sein, sie sollten aufgegriffen und weitergeführt werden. Das ist Sache einer gründlichen Absprache und Vorbereitung.

Schülerinnen und Schüler erhalten auf der Grundschule – im Idealfall – sehr viel Gelegenheit, Gezeichnetes oder Gesammeltes mündlich vorzustellen und in Szenen zu sprechen, ohne dass sie dabei korrigiert werden. Die Verwendung der Interimssprache (inter-language) ist für das Sprachwachstum ebenso wichtig wie das unbekümmerte Schreiben von "captions", von Erlebnisschilderungen und Sachtexten zu den behandelten Themen. Geschriebenes muss nicht immer korrigiert werden, es wird aber gründlich "redaktionell“ bearbeitet, wenn es ausgehängt oder im Portfolio abgeheftet werden soll. Auch das muss im fortführenden Unterricht berücksichtigt und behutsam weiterentwickelt werden. Wortschatz wird auf der Grundschule prinzipiell in thematic clusters gefestigt.

Das ist auch für Klassen 5/6 zweckmäßiger als ein Vokabelheft, das eher ein Wortfriedhof ist als ein geeignetes Hilfsmittel zum Behalten. Wortschatz muss in sinnvollen Äußerungen angewandt werden. Das gilt auch für Strukturen. Diese Prozesse werden nicht durch Grammatikdrill gefördert, sondern durch aktives Handeln in Situationen, im classroom discourse und bei der Bearbeitung von Aufgaben.

Schülerinnen und Schüler bringen aus dem Grundschulunterricht das past tense mit, das sie in Geschichten, Reimen und Liedern erfasst und dann auch bei eigenen Äußerungen verwendet haben. Die simple form als faktueller Aspekt ist vielfach vorgekommen und in funktionaler Anwendung geübt worden.

Auch die –s-Form des Präsens, ebenso das gerund in Sätzen wie I like swimming, Reading is fun und das present continuous. Allerdings sind die grammatischen Phänomene nicht im Sinne von Grammatikunterricht benannt und systematisch geübt worden. Die Themen des Grundschulunterrichts wiederholen sich in den Klassen 5/6. Man braucht neue Wörter nicht mehr einzupauken, sondern beginnt die Behandlung immer mit Rückgriff auf Bekanntes. Die jeweils neuen Vokabeln erschließen sich bei vernünftigen Inhalten meist im Kontext. Insgesamt ist wünschenswert, dass der Englischunterricht in den Klassen 1 – 6 eine Einheit bildet, deren Ziel vor allem fluency und Hör- und Leseverstehen ist.

Schülerinnen und Schüler haben zu allen in den Lehrplänen und Handreichungen vorgesehenen Themenbereichen einen Wortschatz von ca. 12 bis 15 lexikalischen Einheiten. Da die Themenbereiche sich in Klasse 5/6 wiederholen, ergibt sich eine gute Möglichkeit des Einstiegs und der Verknüpfung des Neuen mit Vertrautem. Die Sprechfertigkeit ist so vorhanden, dass gelenktes Sprechen, Benennen und Routinefragen und –antworten gelingen.

Lesen können fast alle Kinder im Rahmen bekannter Inhalte und Sprachmittel. Dazu gehört nicht das fehlerfreie Vorlesen. Das Hörverstehen ist auf jeden Fall so ausgeprägt, dass alles verstanden wird, was im regelnden classroom discourse vorkommt. Grammatische oder inhaltliche Erläuterungen zählen nicht dazu. Schreiben reicht vom Notieren häufig gehörter und dann vielfach gesehener Sprachmittel bis zum Entwickeln kleiner Eigentexte (über Bildinhalte, eigene Alltagsrealität, die Kernthemen des Unterrichts), wobei gewisse Kinder sogar orthographisch korrekt arbeiten, andere sich mit vielen Rechtschreib- und Formfehlern, aber verständlich ausdrücken.

Was die Schülerinnen und Schüler geleistet haben und können, sollte aus ihrem "treasure book“, dem Portfolio oder dem Heftordner hervorgehen, den sie aus der Grundschule mitbringen. Am besten einigt man sich in der schulstufenübergreifenden Fachkonferenz über das, was jeweils erreicht worden ist und vorausgesetzt werden kann.

Wie geht man auf Kinder mit unterschiedlichen Vorkenntnissen in Klasse 5 ein?

Leitlinie sind die jeweils gültigen Lehrpläne und Richtlinien, nicht allein das Lehrwerk!

Es gehört zum elementaren professionellen Arsenal einer Englischlehrerin und eines Englischlehrers, das zu aktivieren und zu nutzen, was die Lernenden an Vorkenntnissen abrufbar oder rekonstruktiv zur Verfügung haben, und um den gemeinsamen Kern neue sprachliche Mittel, Formen und Möglichkeiten herauszubilden und dann für alle gemeinsam zu sichern. Das gelingt nicht mit linearem Durchnehmen, zweisprachigen Vokabelheften und mit ausschließlicher Konzentration auf das Lehrwerk, sondern es erfordert systematisches, zyklisch erweiterndes, beharrliches Üben und Anwenden. Wenn man aber alles frontal und linear entwickelt, langweilen sich die einen, während andere überfordert werden. (…)
Mündliche Sprache entwickelt sich allein durch tägliches Hören, Sprechen und Handeln, wobei das Gehirn sich langsam mit den Mitteln und Formen selbst ausstattet, die zum Reden befähigen.

Beim Fremdsprachenlernen geht es um Sprachwachstum und natürlich auch um Regeln für Textentwicklung, sprachliche Korrektheit und ordnendes, systematisches Lernen und Reflektieren von Sprachformen und Bedeutungen. Die herkömmlichen grammatisch bestimmten Lektionen der Lehrwerke jedoch sind passé.

In Klassen 5/6 schreiben viele Schülerinnen und Schüler gern, wenn sie nach dem Prinzip "nulla dies sine linea“ (kein Tag ohne etwas Geschriebenes) in allen Stunden und für die häusliche Nacharbeit angehalten und angeleitet werden, etwas zu den Themen des Unterrichts über sich selbst zu schreiben. Dazu brauchen die Schülerinnen und Schüler Anregungen und Hilfestellungen z.B. in Form von Textbausteinen und Wortsammlungen zu verschiedenen Themen.

Beim Schreiben stoßen die Schülerinnen und Schüler auf alle möglichen Absichten, etwas auszudrücken, was ihnen noch nicht auf Englisch glückt. Das ist der Ort, an dem Instruktionen mit grammatischen Erläuterungen oder der Beschäftigung mit Kollokationen, Satzstellung, "Tempus“, logischen Konfigurationen fruchtbar sind und für die gesamte Klasse Gewinn bringen können.

Immer geschieht das im Rückgriff auf Vertrautes und Bekanntes in "chunks“ aus Geschichten, Reimen, Liedern, Spielen, Szenen, Situationen usw., aber auch durch Bewusstmachung und formales Einüben von Satzmodellen, Textschemata und Textverknüpfungsmitteln, grammatische und lexikalische Bedeutungsweisen. Das kann sich nach der Progression des Lehrmaterials oder eines curricularen Fachplans zum Stufenprofil, aber meistens nach den "learning opportunities“ ergeben, die daraus entstehen, dass Ausdrucksbedürfnisse von Schülerinnen und Schülern aufgegriffen werden.

Schreiben und Orthographie

Ganz richtig wird bemerkt, dass die englische Rechtschreibung (auch für britische und amerikanische Schüler) schwierig ist. Wenn das Lautbild richtig eingeprägt ist, bleibt die Hürde der Orthographie.
Die kann man verringern, indem man zunächst nur aus dem Alltag vertraute Schriftbilder bewusst macht, so z. B. oa wie in toast als Weg zu boat; ite wie in Sprite als Weg zu bite oder kite; Cola light als Weg zu right, night; cool als Weg zu tool oder fool; g wie in Big Mac zu leg und fog.


Sehr fruchtbar ist das langsame Entwickeln von Schreibweisen:

big

grey

tail

trunk

ears

feet

Erst wird nur der Anfangsbuchstabe notiert, dann folgt das gesamte Schriftbild.

Es gibt in der englischen Sprache ca. 800 Wörter mit drei und vier Buchstaben, von denen ca. 200 im Anfangsunterricht häufig vorkommen. An denen haben schwächere Schülerinnen und Schüler die Chance, sich an englischen Schriftbildern wesentliche Rechtschreibhäufigkeiten zu merken, etwa das mute e bei come, hope, fine. Diese Begriffe sollten immer zuerst gesammelt und in entsprechenden Anwendungszusammenhängen oder auch sinnvollen spielerischen Übungen eintrainiert werden, ehe komplexere Wortbilder folgen, die nur von solchen Kindern notiert werden, die sich dabei sicher fühlen. Auch Wed, Sat, Mon kann man so verwenden lassen.


Diese Wörter eignen sich für den orthographischen Anfangsunterricht. Die Darstellungsform dient der Übersicht für die Lehrer; keinesfalls geht es darum, diese Wörter isoliert zu „pauken“ oder gar abzuarbeiten. Wortmaterial wird immer im semantischen Kontext angeboten, wenn es für den Lerner „brauchbar“ werden soll.

Es ist ein Angebot an Wörtern, die leicht zu erfassen sind und sich somit sowohl zu ersten Leseversuchen als auch Schreibversuchen anbieten.

 

act

blue

cool

food

her

king

name

put

swim

TV

add

boat

cup

foot

here

know

need

read

take

up

ago

book

dad

for

high

last

new

red

talk

us

air

born

dark

fool

him

late

nice

room

tea

very

all

boss

day

from

his

left

no

run

team

wait

am

box

desk

full

hit

let

not

seat

tell

want

an

boy

do

fun

home

like

of

see

text

was

and

bush

does

game

hot

line

o. k.

she

that

way

are

cake

dog

get

how

long

old

shop

the

well

arm

can

don't

girl

I

look

on

short

them

went

ask

can't

door

give

ice

love

once

show

then

what

at

cap

down

go

ill

made

our

silly

they

when

away

car

draw

good

I

make

out

sing

this

who

back

card

eat

grey

in

man

pad

size

time

why

bad

cat

egg

hair

into

meet

part

sky

to

with

bag

city

eye

hand

is

milk

pen

song

too

word

best

coat

fan

has

isn't

more

pet

spot

top

yes

big

coke

farm

hat

jump

much

pink

stay

town

you

bike

cold

find

he

keep

mum

play

stop

toy

your

bird

come

fish

hear

kick

my

pool

sun

tree

zoo



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© 2020 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 10.07.2009