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Englisch als Kontinuum - von der Primarstufe zur SI

Sowohl für die Primarstufe wie auch die Sekundarstufe I bedeutet die Vorverlegung des Englischunterrichts eine wesentliche Neuerung und eine große Herausforderung, die sich zum Wohl der Kinder und im Sinne der Nachhaltigkeit am ehesten gemeinsam meistern lässt.

Für beide Schulformen gelten die gleichen grundlegenden didaktisch-methodischen Prinzipien des modernen Fremdsprachenunterrichts, die auf den Erkenntnissen der neueren Spracherwerbsforschung beruhen: Handlungsorientierung, Schülerorientierung, Entwicklung von Lernerautonomie, Sprachbewusstheit und Sprachlernbewusstheit.

Die Gestaltung des Unterrichts verändert sich im Lauf der Zeit lediglich vor dem Hintergrund der kognitiven und sozialen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. Die jeweiligen Lehrpläne tragen dem Rechnung.

Über die eigenen Lehrpläne sowie die der anderen Schulform und über die grundlegenden didaktisch-methodischen Prinzipien des modernen Fremdsprachenunterrichts in einen Dialog zu treten, sich auszutauschen und sich über die Inhalte, Methoden, Kompetenzerwartungen und Leistungskriterien der anderen Schulformen zu informieren, gehört zu einer gelungenen Kooperation der Englischlehrkräfte. Die Zusammenarbeit zwischen Grundschulen und weiterführenden Schulen trägt dazu bei, dass der Unterricht in der Sekundarstufe I gut an die in der Grundschule erworbenen Kompetenzen anknüpfen kann und die in der Regel hohe Motivation der Schülerinnen und Schüler erhalten bleibt.
Zur Unterstützung der Englischlehrkräfte und des Dialogs zwischen den Schulformen wurde eine umfangreiche Handreichung entwickelt, in der zentrale Konzepte des Englischunterrichts erläutert und Anregungen für das Fremdsprachenlernen als Kontinuum von der Grundschule zur weiterführenden Schule gegeben werden.

Zu beziehen unter:

Zum Unterstützungsangebot „Englisch als Kontinuum – von der Grundschule zur weiterführenden Schule“ ist ein Informationsflyer erschienen:

Anregungen zur Gestaltung der ersten Englischstunden im 5. Schuljahr bietet die Unterrichtseinheit zum Übergang von der Primarstufe zur weiterführenden Schule:

Was zu diesem Thema schon in der Grundschule vorausgegangen sein könnte, zeigen die Aufgabenbeispiele „Über sich Auskunft geben“ (Klasse 1/2) und „Sich unbekannten Personen vorstellen (Klasse 3/4):

Unterrichtsmitschnitt aus einer 5. Klasse (Realschule), am Ende des 1. Lernjahres Englisch in der Sekundarstufe I:

 

Festschreibung der Kontinuität in den Lehrplänen

Der Lehrplan der Grundschule orientiert sich ebenso wie der Kernlehrplan der Sekundarstufe I an den Kriterien zur Kompetenzbeschreibung des Europäischen Referenzrahmens und weist für das Ende der Klasse 4 konkrete Kompetenzerwartungen aus.

Am Ende der 4. Klasse entsprechen die Leistungen der Schülerinnen und Schüler dem Niveau A1 des Europäischen Referenzrahmens, wobei in den  Bereichen  Hörverstehen /Sprechen diese Stufe sogar überschritten werden kann.

Die Grundschulen sorgen somit für die Entwicklung einer verlässlichen Basis sprachlicher Kompetenzen, die weiterführenden Schulen nutzen mit ihrem Englischunterricht ab Klasse 5 diese Voraussetzungen und erweitern und vertiefen sie.

Lehrkräfte der weiterführenden Schulen erhalten in ihren jeweiligen Lehrplänen konkrete Hinweise zu Anknüpfungsmöglichkeiten und Weiterführung des Englischunterrichts. In den Kernlehrplänen aller Schulformen der Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen 1 heißt es:

„Die Entwicklung der kommunikativen, interkulturellen und methodischen Kompetenzen in der Sekundarstufe I baut auf den gemeinsamen Grundlagen des fremdsprachlichen Lehrens und Lernens von Grundschule und weiterführenden Schulen auf:

  • Erwerb der Fremdsprache durch vielfältige kommunikative Aktivitäten in bedeutsamen Verwendungssituationen,
  • kognitive Dimension des Erkundens von Sprache
  • Nachdenken über und Bewusstmachen von Lernerfahrungen und methodischen Kompetenzen.

Die Prinzipien der Unterrichtsgestaltung in der Grundschule bleiben für den Unterricht der Sekundarstufe I bedeutsam:

  • Themen- und Situationsbezug
  • Authentizität
  • Orientierung an der Lernentwicklung des einzelnen Kindes
  • spielerisches, darstellendes, gestaltendes Lernen
  • entdeckender und experimentierender Umgang mit Sprache.

Der Englischunterricht in der Sekundarstufe I muss systematisch die bereits vorhandenen fremdsprachlichen Kenntnisse, kommunikativen, interkulturellen sowie methodischen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler nutzen. (…)

Für eine erfolgreiche Gestaltung des Englischunterrichts in der Übergangsphase sind folgende Aspekte wesentlich:

  • Anknüpfen an bekannte Inhalte und Themenfelder,
  • Weiterentwicklung der mündlichen Kompetenzen,
  • Entwicklung der schriftlichen Kompetenzen,
  • systematisches Anknüpfen an bekannte Sozial- und Arbeitsformen sowie Methodenkompetenzen (z. B. Freiarbeit, Wochenplan, Projektarbeit und offene Arbeitsformen, Arbeiten an Stationen, spielerische Übungen),
  • flexibler Umgang mit dem Lehrwerk und Arbeit mit lehrwerkunabhängigen Materialien,
  • Förderung des Selbstvertrauens der Schülerinnen und Schüler durch Differenzierungsmaßnahmen auf der Grundlage verstärkter diagnostischer Arbeit zur Erschließung heterogener Kenntnisse und Kompetenzen
  • behutsamer Umgang mit Fehlern mit dem Ziel der allmählichen Entwicklung von Geläufigkeit und sprachlicher Korrektheit.“

Das europäische Portfolio der Sprachen...

...bietet sich als Instrument an, das den Übergang erleichtern kann.

Hinweis auf die Referentenbeiträge der Fachtagung:

Am 26. Mai 2009 wurde in Düsseldorf eine Fachtagung für Lehrkräfte aus der Primarstufe wie aus der Sekundarstufe zum Thema „Englischlernen als Kontinuum von der Grundschule zur Sekundarstufe I“ durchgeführt.
Es gab Vorträge, Workshops und Diskussionen zu entsprechenden Themen von Experten aus Hochschulen und Fachausbildung. Die Beiträge der Referenten finden Sie hier:

Gedanken zum Umgang mit dem Übergang

Prof. Hans-Eberhard Piepho hat bereits in den 70er Jahren mit seinem Buch "Kommunikative Kompetenz als übergeordnetes Lernziel im Englischunterricht" (1974) die Entwicklung des Fremdsprachenunterrichts maßgeblich beeinflusst. Die Idee, Fremdsprachen bereits in der Grundschule zu unterrichten, entsprach Piephos Vorstellungen vom Fremdsprachenlernen.

Die Einführung des Englischunterrichts in NRW in Klasse 3 im Jahr 2003 hat H.E. Piepho konkret mit zahlreichen fachdidaktischen Ideen und Vorschlägen begleitet. Seine aktuellen Gedanken und Kommentare wurden ab 2003 regelmäßig auf dem damaligen Bildungsserver learnline unter dem Stichwort Piepho’s CORNER veröffentlicht.

Hans-Eberhard Piepho verstarb 2004. Die Vorverlegung des Englischunterrichts in die erste Klasse hat er nicht mehr kommentieren können. Seine Prinzipien für das frühe Fremdsprachenlernen gelten jedoch universell und somit sind seine Äußerungen, die auf verschiednen Seiten dieses Internetangebots in Auszügen wiedergegeben werden, auch für den heutigen Englischunterricht ab der ersten Klasse relevant.

 


 

1 z.B. Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) (2004): Kernlehrplan für die Gesamtschule – Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen. Englisch. Frechen: Ritterbach Verlag, S. 18 f

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