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Aufgabenformate und Beispiele

Bei der Konzeption von Aufgaben gilt es generell zu unterscheiden zwischen Lernaufgaben und Testaufgaben.
Lernaufgaben sind im Sinne eines kompetenz- und prozessorientierten Unterrichts komplexe Aufgaben, die dem Lerner ausreichend Gelegenheit geben, Gelerntes anzuwenden und mit Neuem zu verknüpfen. Lernaufgaben müssen daher vielschichtig sein und unterschiedliche Herausforderungen bieten. Sie ermöglichen das trial and error-Verfahren, das dem Lerner die Chance gibt, eigene Erkenntnisse zu gewinnen und aus „Fehlern“ zu lernen.
Fehler werden als Indikator für die Lernentwicklung gesehen und als Lernchance begriffen. Lernaufgaben dienen der Entwicklung von Kompetenzen.

Testaufgaben hingegen dienen der reinen Überprüfung von Kompetenzen.
Als Hauptkriterien für die Güte von Testaufgaben nennt Legutke:

  • validity
  • reliability
  • practicability
  • fairness (Legutke 2009: 123f)

Testaufgaben müssen also genau das testen, was sie sich zum Ziel gesetzt haben, wobei die Lösungen nach Möglichkeit objektiv auswertbar sein sollten. Das bedeutet z.B., dass die Auswertungskriterien so deutlich formuliert sind, dass kein Interpretationsspielraum für die Auswertung bleibt und auch, dass z.B. beim Überprüfen des Hörverstehens eine Leseleistung keine Rolle spielen darf.

Formate für pen & paper tests

Die Fertigkeiten Hörverstehen/Hör-Sehverstehen, Leseverstehen und Schreiben können u.a. mit  pen & paper tests erfasst werden.

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Pen & paper tests

Testverfahren lassen sich mit einer Reihe unterschiedlicher Aufgabenformate durchführen.
Typische Formate für die punktuelle Leistungsfeststellung sind wie bereits angedeutet z.B. pen & paper tests
Schriftliche Übungen“ oder „Schriftliche Arbeiten“ erfordern nicht zwangsläufig das Schreiben.
Pen & paper tests ermöglichen die Überprüfung von Hör- oder Leseverstehen z.B. durch Nummerieren, Einkreisen, Ankreuzen und Zuordnen.
Bei den meisten Aufgabenformaten handelt es sich um geschlossene Formen, bei denen etwas identifiziert, ausgewählt oder zugeordnet wird. Dies kann auf Wort-, Satz- oder auch Textebene stattfinden.
Mit zunehmender Kompetenz können viele dieser Formen zu halboffenen Aufgaben umgewandelt werden, bei denen die Möglichkeit zu selbstständige(re)n Formulierungen besteht.

  • Testaufgaben sollten (wie Lernaufgaben) in einem sinnvollen, für Schüler bedeutsamen und interessanten Kontext angeboten werden.
  • Der inhaltliche und sprachliche Kontext sollte den Kindern entweder aus dem Unterricht oder aus ihrem unmittelbaren Erfahrungshorizont vertraut sein.
  • Alle Überprüfungsformate sollten bekannt sein. Sie müssen den  Kindern ermöglichen, ihr Wissen und Können zu zeigen. Die Aufgaben müssen zu bewältigen, aber auch herausfordernd sein.
  • Mit zunehmender Kompetenz und Vertrautheit mit dem Schriftbild können auch halboffene Aufgaben (z.B. cloze test) einbezogen werden. Die korrekte Orthographie ist jedoch kein Bewertungskriterium. (LP 2008: 84)
  • Zuordnungsaufgaben sollten immer mehr Antwortmöglichkeiten anbieten, als gebraucht werden. Das erhöht den Reiz der Aufgabenbewältigung und es wird vermieden, dass ein Fehler eine weitere falsche Antwort nach sich zieht.
  • Isolierte Leistungsmessungen wie Vokabeltests, Diktate und Grammatikaufgaben sind keine geeigneten Instrumente zur Leistungsfeststellung. Der Lehrplan schließt sie ausdrücklich aus.

Im Folgenden finden sich Beispiele für geeignete Testaufgaben und Anregungen zum Konzipieren von Aufgaben.

 

Formate für Sprechaufgaben

Ansprechende mündliche Aufgabenformate fordern die Kinder dazu heraus, miteinander sprachlich zu agieren und zu versuchen, durch Anwendung des Englischen zum Ziel zu kommen.

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Formate für Sprechaufgaben

Als Möglichkeit, die Sprechleistung festzustellen, bieten sich dialogische und monologische Verfahren an.
Fremdsprachenlerner brauchen wie bereits gesagt einen geschützten „sanktionsfreien Raum“ des Sprachhandelns, in dem sie experimentierend mit der Sprache umgehen können. Im Prozess des Fremdsprachenerwerbs ist es daher wichtig, zwischen Phasen des Lernens und der Überprüfung von Lernständen deutlich zu trennen und dies dem Lernenden transparent zu machen.
Die Lehrkraft kann z.B. in zeitlich festgelegten Abständen Gespräche mit einem Kind oder mit einer kleinen Gruppe führen. Sie kann aber auch Kinder miteinander in Dialogen oder Rollenspielen agieren lassen und sich entsprechende Notizen machen.
Die Aufforderung zum monologischen  Sprechen kann z.B. mit Hilfe von Bildimpulsen initiiert werden, wobei Lernende sich zu einzelnen Bildern äußern oder auch anhand einer Bilderfolge eine kleine Geschichte erzählen.
Vor Beginn des Gesprächs konkretisiert die Lehrperson für die Lernenden, was genau beobachtet werden soll und beschreibt die Erwartungen, die an eine gelungene Leistung gestellt werden. Diese beziehen sich auf die im Lehrplan festgelegten Kompetenzerwartungen für das Sprechen und für die Verfügbarkeit der konkreten sprachlichen Mittel (Wortschatz, Redemittel, Aussprache und Intonation).
Als Formen der Beobachtung der Sprechleistung und des Hörverstehens sind Aktivitäten geeignet, die den Kindern vertraut sind und bei denen sie mit einem Partner oder in Gruppen selbstständig miteinander verbal und nonverbal agieren. Das sind z.B. interviews, information gap activities, role-plays, games, (z.B. board games, Wortschatzspiele wie Memory oder Bingo) dialogue chains, rhymes, u.ä.
In der Fachliteratur gibt es inzwischen eine Reihe von Anregungen und Bespielen zur Förderung und Beurteilung von Sprechleistungen (vgl. Diehr & Frisch 2008).

Es folgen einige Beispiele für typische mündliche Aufgabenformate, in denen die Kinder miteinander agieren und versuchen, durch Anwendung des Englischen zum Ziel zu kommen. Es handelt sich dabei um Modellformate, die thematisch immer wieder neu gestaltet werden können und den Blick der Lehrkraft für weitere Möglichkeiten schärfen können.

Beispiele für mündliche Aufgabenformate

 

(Weiterführende) Literatur:

Legutke, M. et al. (2009): Teaching English in the Primary School. Stuttgart: Klett.

Diehr, B. / Frisch, S. (2008): Goodbye Hungry Caterpillar. In: Grau, M. / Legutke, M. (Hrsg.): Fremdsprachen in der Grundschule. Auf dem Weg zu einer neuen Lern- und Leistungskultur. Frankfurt/M.: Grundschulverband – Arbeitskreis Grundschule e.V.

Diehr, B. / Frisch, S. (2008): Mark their words. Sprechleistungen im Englischunterricht der Grundschule fördern und bewerten. Braunschweig: Westermann.

MSW- Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW (2008):
Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen. Frechen: Ritterbach.
Oder: https://www.schulentwicklung.nrw.de/lehrplaene/upload/klp_gs/LP_GS_2008.pdf

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© 2020 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 04.09.2017