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Orientierungsbereich (Sprungmarken)

Filmsequenzen - Film 3

Information:
Frau B. unterrichtet ein 4. Schuljahr, das sich zur Zeit des Unterrichtsmitschnitts (Februar 2010) im 4. Lernhalbjahr befindet, d.h. also 1 ½ Jahre Englischunterricht à 2 Wochenstunden erlebt hat. Grundlage des Unterrichts ist der für diesen Jahrgang noch gültige Lehrplan von 2003.

Der Unterrichtsmitschnitt zeigt ein Beispiel zum Stationenlernen zum Thema It’s wintertime.

An der Schule wird ohne Lehrwerk gearbeitet. Die Inhalte und Materialien wurden von der Lehrkraft aus unterschiedlichen Quellen (Fachzeitschriften, authentisches Kinderbuch etc.) zusammengestellt bzw. selbst entwickelt. Das Arbeiten an Stationen erstreckte sich über mehrere Unterrichtsstunden.

Die Szenen zeigen

  • den gemeinsamen Beginn einer Stunde dieser Unterrichtsreihe im Plenum (Verlaufstransparenz und warming up durch einen chant),
  • die Einführung in eine neue Station (Winnie’s board game) im Stuhlkreis
  • Ausschnitte aus der Arbeit der Kinder (Gruppen- bzw. Partnerarbeit) an verschiedenen Stationen
  • die Reflexionsphase im Stuhlkreis.

Das vorliegende Angebot kann unterschiedlich genutzt werden: man kann den Unterrichtsverlauf in chronologischer Reihenfolge anschauen oder aber nur einzelne Sequenzen unter bestimmten didaktisch-methodischen Aspekten herausgreifen und isoliert betrachten.

Wenn Sie alle Filmausschnitte in chronologischer Reihenfolge anschauen, können Sie Ihr Augenmerk z.B. auf die folgenden drei verschiedenen Unterrichtsaspekte richten, zu denen es jeweils didaktische Anmerkungen gibt:

Unterrichtsorganisation

In den Filmausschnitten werden verschiedene Aspekte der Unterrichtsorganisation deutlich:

Vorbereitete Lernumgebung
  • Visualisierung der Ziel- und Verlaufstransparenz durch Symbolkarten an der Tafel
  • Bereitstellung des Materials an den Stationen im Klassenzimmer und auf dem Flur (z.B. board game mit Würfel, Aktionskarten, Buch etc.)
  • Bereitstellung der benötigten sprachlichen Mittel auf einem Tischreiter in Form einer Sprechblase sowie des Arbeitsauftrags auf einer Stationskarte (Schneeflocke) an jedem Stationstisch,
  • Aushang des Wortschatzes zum Thema (winter clothes, winter activities, winter weather) für alle einsichtig an der Seitentafel
  • Aushändigung von rally cards an die Kinder zur Dokumentation der Arbeit an den Stationen. (Diese Laufzettel wurden schon in einer früheren Stunde ausgegeben und erläutert. Die Kinder bewahren sie in ihrem English folder auf und nehmen nach Beendigung der Arbeit an einer Station die Eintragungen vor.)
Strukturierung des Unterrichts

Der Unterricht ist klar strukturiert durch:

  • die Ziel- und Verlaufstransparenz, die die Kinder zu Beginn jeder Stunde durch Symbolkarten, die ihnen vertraut sind, über den Ablauf, die Inhalte und die Sozialformen erhalten und die sie selbst versprachlichen können,
  • Rituale (z.B. Begrüßungs- und Abschiedsritual),
  • den Rahmen, innerhalb dessen die eigenaktive Stationsarbeit in der Kleingruppe bzw. mit einem Partner stattfindet: lehrergeleitete Phasen im Klassenverband zu Beginn (warming up-Phase, introducing a new station) und am Schluss der Stunde (Reflexionsphase, Abschiedsritual)
  • die Vereinbarung, sich nach Beendigung einer Station zügig eine neue, freie Station zu suchen und mit der Arbeit zu beginnen.
Sozialformen

Den Kindern sind die Sozialformen Plenum und Kleingruppe vertraut. Die Wahl der Partner ist hier nicht gesteuert, die Kinder ordnen sich nach Neigung zu. Die gegenseitige Unterstützung bei der Arbeit in der Kleingruppe ist für die Kinder selbstverständlich und das „Vorsagen“ (prompting), wenn ein Kind nicht weiter weiß, erwünscht.

Lernen an Stationen

schafft den Organisationsrahmen, innerhalb dessen die Kinder Übungs- und Erweiterungsaufgaben zu einem Thema in einer Kleingruppe, mit einem Partner oder allein eigenständig bewältigen können,  

  • fördert selbstständiges und selbstreguliertes Lernen und Arbeiten,
  • unterstützt handlungsorientiertes Lernen in Gruppen, das gerade beim Sprachenlernen sehr wichtig ist,
  • lässt ein individuelles Arbeits- und Lerntempo zu,
  • trägt dazu bei, die Freude am Lernen zu erhalten.

Die Lehrkraft hat Gelegenheit,

  • mit einzelnen Kindern/Gruppen ins Gespräch zu kommen, Impulse zu geben, zu beraten und zu unterstützen, beim Formulieren zu helfen, Leistungen zu bestätigen und zu loben
  • einzelne Kinder/Gruppen gezielt zu beobachten und die Beobachtungsergebnisse z.B. in einem Beobachtungsbogen zu dokumentieren.
  • vgl. auch die Ausführungen zum Stationenlernen zu Filmbeispiel 2

Arrangement der Stationen

  • Auswahl der Inhalte und Aufgaben:
    Im Filmbeispiel berücksichtigt die Lehrerin alle Fertigkeiten, dem Sprechen kommt jedoch ein besonders großer Stellenwert zu: es werden Situationen geschaffen, in denen die Kinder auf Englisch kommunizieren. Die Aufgabenstellungen umfassen Spiele (board game, Happy families, Snowman game), relativ offene Lernaufgaben („Create your own rap“, „Write a poem“) und ein geschlossenes Format (die Hörverstehensaufgabe „Listen and colour“).

    Über ein Pflichtangebot hinaus kann die Lehrkraft ggf. auch Differenzierungsangebote zur Verfügung stellen.

    Weitere Ideen zur Entwicklung eines Stationszirkels finden sich z.B.
  • Scaffolding (Hilfen zur Unterstützung des Lernprozesses) beim Lernen an Stationen
    • Die Stationen werden zunächst im Klassenverband erläutert, die notwendigen sprachlichen Mittel eingeführt und die Aussprache neuer Redemittel geübt.
    • Die Redemittel werden darüber hinaus auf Tischreitern in Form von Sprechblasen als visuelle Unterstützung an den Stationen zur Verfügung gestellt.
    • Der Arbeitsauftrag steht auf der englischsprachigen Stationskarte (passend zum Thema in der Form einer Schneeflocke) ebenfalls auf dem Tisch. (vgl. z.B. Sequenz 7 Snowman game)
    • Darüber hinaus hängt im Klassenraum an der Seitentafel der aktuelle Wortschatz in Form von Bild- und Wortkarten aus.
    • Mit Hilfe der rally cards behalten die Kinder den Überblick über bereits geleistete und noch zu leistende Arbeit. Darüber hinaus sind die Kinder nach Beendigung einer jeden Station aufgefordert, über die Sprache (language awareness) und ihr Sprachenlernen (language learning awareness) nachzudenken, indem sie den Schwierigkeitsgrad der Aufgabe sowie fehlende sprachliche Mittel in ihrer rally card eintragen
    • Die Lehrkraft widmet sich intensiv einzelnen Gruppen (s. oben).
    • Zum Schluss werden die Lernergebnisse im Plenum präsentiert und gewürdigt.
peer activities (Arbeiten mit einem Partner oder in der Kleingruppe)

Das Lernen durch peer activities stellt eine Bereicherung des Lernprozesses dar und ergänzt das, was die Lehrkraft vermittelt und was sich die Kinder selbständig erarbeiten. Die Arbeit mit einem Partner oder in der Kleingruppe ermöglicht jedem Kind einen hohen Sprachumsatz und fördert dadurch die Sprachhandlungsfähigkeit. Darüber hinaus trauen sich manche Kinder eher als im Plenum, in der Kleingruppe zu sprechen, mit der Sprache zu experimentieren und im Schutz der Gruppe zusammen mit anderen etwas einzuüben, das später vor anderen präsentiert wird.

Neben den sprachlichen Kompetenzen fördert die Arbeit in Kleingruppen auch das soziale Lernen und die Selbständigkeit, da sich die Kinder gegenseitig unterstützen, um Hilfe bitten und sich verbessern (vgl. z.B. Sequenz 9: Die Schülerin fragt: “Can you help me?“ / Gegenseitige Unterstützung bei der Aussprache von page).

Kommunikation in der Zielsprache

Dass die Kinder tatsächlich auf Englisch kommunizieren, wird in vielen Szenen sehr deutlich. Die Kinder agieren mit und in der Zielsprache, um die Aufgaben zu erfüllen (vgl. z.B.: Sequenz 3 “This is not purple, it’s pink!”; Sequenz 9: “Can you help me?“). In den Spielsituationen wenden sie spielrelevante Redemittel an (vgl. z.B. Sequenz 4: “I’m the winner!“ Sequenz 9: “It’s your turn.” “It’s my turn.“  

Ein English clip (eine kleine britische Flagge, die sich die Kinder mithilfe einer Wäscheklammer anheften) dient als Erinnerung und Verpflichtung, so viel Englisch wie möglich zu sprechen. Wenn sie auf Deutsch ausweichen müssen, nehmen sie die Klammer ab, bemühen sich aber darum, schnell wieder ins Englische zurückzukehren und die Klammer wieder anzustecken.

Der Umgang mit Fehlern

Beim Arbeiten in Kleingruppen wird bewusst in Kauf genommen, dass Fehler, die die Kinder beim Sprechen machen, nicht immer unmittelbar verbessert werden können und müssen. Häufig handelt es sich um Fehler, die für die jeweilige Phase im Spracherwerbsprozess völlig normal sind, auch von native speakers in frühen Phasen des Spracherwerbs gemacht werden und für die Verständigung  irrelevant sind, wie z.B. in Sequenz 9: Who starts? *I starts. Selbstverständlich wird die Lehrkraft, wenn sie gerade in einer Gruppe einen derartigen Fehler hört, den Inhalt bestätigen und dabei die richtige sprachliche Form verwenden.

Wenn Textpassagen in Kleingruppen eingeübt und sehr häufig gesprochen werden (wie z.B. beim weather chant in Sequenz 6), sollte sich die Lehrkraft nach Möglichkeit frühzeitig davon überzeugen, dass Strukturen und Aussprache weitgehend korrekt sind, und ggf. sensibel eingreifen, damit sich Fehlerhaftes möglichst nicht einschleift.  Häufig auftretende Fehler wird sie auch – ggf. zu einem späteren Zeitpunkt – zum Anlass nehmen, das jeweilige sprachliche Problem mit der gesamten Gruppe zu besprechen und so ihre sprachliche Bewusstheit schärfen.

Language (Learning) Awareness

Langfristiges Ziel des Englischunterrichts der Grundschule und der weiterführenden Schule ist es, bei den Schülerinnen und Schülern

  • durch den Vergleich mit ihrer eigenen Sprache Bewusstheit für die Fremdsprache (language awareness) sowie
  • Bewusstheit für das eigene Lernen und für geeignete Lernstrategien (language learning awareness) zu entwickeln und sie so zum eigenverantwortlichen, selbstständigen Lernen zu befähigen.

Durch Organisationsformen wie das im Filmbeispiel gezeigte Stationenlernen wird selbstständiges und selbstreguliertes Lernen und Arbeiten gefördert. Die Kinder erledigen die Aufgaben in der Kleingruppe, mit einem Partner oder allein, teilen sich die Arbeit eigenständig ein und legen anschließend sich selbst bzw. dem/den Partner(n) und in der Reflexionsrunde im Plenum auch den anderen über die Lernergebnisse Rechenschaft ab.

Die Lehrkraft hält die Kinder dazu an, nach Beendigung jeder Station über die Sprache und ihr Sprachenlernen nachzudenken. Sie sollen sich jeweils bewusst machen, ob und welche sprachlichen Mittel ihnen fehlen, um eine Aufgabe vollständig auf Englisch zu lösen („Das möchte ich noch sagen können“), diese in ihrer rally card notieren und in der Reflexionsrunde thematisieren. Die Lehrerin übt dann in der folgenden Stunde diese für die Kinder bedeutungsvollen sprachlichen Mittel ein.

Außerdem schätzen die Kinder ein, wie schwierig die Aufgabe für sie war und notieren ihre Bewertung mithilfe von Symbolen (Smileys etc.) in der rally card. Dadurch erhält auch die Lehrkraft eine Rückmeldung darüber, ob ggf. eine als schwierig eingestufte Aufgabe noch einmal aufgegriffen werden sollte, weil die Kinder einer weiteren Unterstützung oder Übung bedürfen.

Transparenz bzgl. der inhaltlichen und sprachlichen Ziele (Zieltransparenz) sowie über den Verlauf der Stunde bzw. der Unterrichtsreihe und die Sozialformen (Verlaufstransparenz) werden zu Beginn der Stunde gegeben. Hier werden Symbolkarten verwendet, die den Kindern vertraut sind und mit Hilfe derer sie selbst Ziele und Ablauf in einfacher Form auf Englisch formulieren können.

Die sprachliche Bewusstheit der Kinder kann die Lehrkraft u.a. schärfen, indem sie Fehler, die beim Arbeiten in der Gruppe auftreten, zum Anlass nimmt, das jeweilige sprachliche Problem im Anschluss an die Arbeit in der gesamten Gruppe zu thematisieren. 

Weitere Anregungen zur Reflexion des Lernprozesses finden sich unter „Leistung – Umsetzung im Unterricht: Reflexion der eigenen Leistung“

Hinweise zu den einzelnen Filmsequenzen

 

Warming Up - Snow snow snow Sequenz 1: Warming Up - Snow snow snow (mp4-Video, 75,5 Mb)

 

Sequenz 2: Introducing a new station (Flash-Video 17,7 Mb Sequenz 2: Introducing a new station (mp4-Video, 130 Mb)

 

Talking about pictures Sequenz 3: Working at stations - Find out  (mp4-Video, 103 Mb)

 

thumbnail Sequenz 4: Working at stations - Happy families  (mp4-Video, 63 Mb)

 

Thumbnail Sequenz 5: Working at stations - Winter poem  (mp4-Video, 155 Mb)

 

Thumnail Sequenz 6: Working at stations - Weather chant  (mp4-Video, 65 Mb)

 

Thumbnail Sequenz 7: Working at stations - Snowman game  (mp4-Video, 67 Mb)

 

Thumbnail Sequenz 8: Working at stations - Listening task  (mp4-Video, 75 Mb)

 

Thumbnail Sequenz 9: Working at stations - Winnie´s board game (mp4-Video, 107 Mb)

 

Thumbnail Sequenz 10: What have you learned today?  (mp4-Video, 116 Mb)

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