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Unterrichtsvideos

Auf den folgenden Seiten werden in Filmsequenzen vielfältige Aspekte des Englischunterrichts in der Grundschule und der Weiterarbeit in der Sekundarstufe I veranschaulicht.

VideoDie Unterrichtsvideos sind im regulären Unterricht entstanden und zeigen ausgewählte Lehr- und Lernsituationen jedoch ohne normativen Anspruch von best practice Beispielen. (vgl. Krammer S. 166). Die Unterrichtsstunden sind in Sequenzen geschnitten und gekürzt dargestellt, so dass der Verlauf der Stunde und der Aufbau der Phasen deutlich wird. Die Länge der Sequenzen variiert dabei und liegt zwischen einer und zehn Minuten.

Die Filmsequenzen werden ergänzt durch didaktische Anmerkungen

  • zu allgemeineren Unterrichtsaspekten, die sich auf die kompletten Sequenzen beziehen (z.B. Schrifteinsatz ab Klasse 1/2, Scaffolding)
  • zu bestimmten methodischen oder didaktischen Aspekten, die in einzelnen Sequenzen besonders deutlich werden. (z.B. Unterrichtsorganisation, Bedeutung von Ritualen, Anregungen zum Sprechen, Umgang mit Fehlern, Öffnung von Unterricht etc.).

Wiederholung von Titeln bei Sequenzen verschiedener Filme bedeutet hier nicht Wiederholung des Inhalts, sondern lediglich, dass es sich bei dem gleichen Aspekt (z.B. “warming up“ oder „Reflektion“) um unterschiedliche Blickwinkel oder Gestaltungsmöglichkeiten handelt.

Der Einsatz der Unterrichtsvideos soll zur Reflexion und Diskussion anregen. Damit ermöglicht der Einsatz der Unterrichtsvideos eine Verbindung von Theorie und Praxis, indem Praxissituationen im Hinblick auf ihr Gelingen beurteilt und relevante Merkmale erkannt, theoretisch begründet und in Bezug auf ihre Wirkung interpretiert werden, um daraus Optimierungsvorschläge zu entwickeln und schließlich Schlussfolgerungen für das eigene Handeln zu ziehen. (vgl. Shulmann 1992)

Die Unterrichtsvideos sind für die Aus- und Fortbildung von Lehramtsanwärtern und Lehramtsanwärterinnen, Studierenden im Praxissemester sowie Lehrerinnen und Lehrern für Englisch in der Grundschule, Förderschule und Sekundarstufe I konzipiert. Darüber hinaus können sie von allen zum Selbststudium genutzt werden.

Da die Videos sowohl Englischunterricht in der Grundschule als auch Unterricht in Klasse 5 zeigen, können sich die Lehrkräfte mit Hilfe der Videos einen ersten Einblick in den Englischunterricht der jeweils anderen Schulstufe verschaffen. Zwei Videos zeigen bilingualen Unterricht in der Grundschule und ermöglichen Einblicke in ein besonderes Unterrichtskonzept.

Diese Videos stehen z. Zt. zur Verfügung (Stand 2016):


  • Film 1 (2009) 2. Klasse: "Food and drinks: Ketchup on your cornflakes?"
  • Film 2 (2010) 4. Klasse: "Going to Canada - At the camping ground" (Stationenlernen)
  • Film 3 (2010) 4. Klasse: "It’s wintertime" (Stationenlernen)
  • Film 4 (2010) 4. Klasse: "My favourite pet"
  • Film 5 (2011) 5. Klasse Realschule: "Going on holiday"
  • Film 8 (2015) 3. Klasse: "At the zoo" (Storyline-Methode)
  • Film 9 (2016) 5. Klasse Gymnasium: At a campsite in Scotland (im Rahmen "Englisch als  Kontinuum")

Die Videos bieten dabei die Möglichkeit,

  • Merkmale guten Unterrichts in einem unterrichtlichen Zusammenhang zu sehen und zu reflektieren
  • ohne Handlungsdruck komplexe unterrichtliche Situationen wiederholt unter verschiedenen Aspekten zu beobachten.

Dabei wird das Ziel verfolgt,

  • sich der eigenen Vorstellungen über guten Unterricht bewusst zu werden, Videos als Ausgangspunkt für die Rekonstruktion eigener und fremder Handlungsmuster (vgl. Krammer, 2014, S. 165) zu nutzen,
  • bedeutsame Unterrichtsmomente und deren Wirkung zu erkennen,
  • ausgehend von dem gezeigten Unterricht, Handlungsalternativen zu entwickeln.

 Je nach Zielgruppe und Art der Fortbildung bieten sich verschiedene Zugangsweisen an:

  • Chronologisches Vorgehen,
  • Auswahl einzelner Sequenzen
  • Wiederholte Betrachtung der Sequenz

Für die Reflexion in der Gruppe ist es möglich, diese mit offenen oder gezielten Impulsen zu steuern.

Offene Impulse können das Bewusstsein über die eigenen Vorstellungen von Unterricht fördern. Diese sind z.B.:

Describe: What did you see?

Explain: What happens and why?

Anticipate:What do you think might happen next?

Are there any other teaching alternatives the teacher could employ?

(In Anlehnung an das Konzept der Entwicklung von professional vision, Goodwin 1994; van Es & Sherin, 2012)

Geschlossene Impulse beinhalten gezielte Beobachtungsaufträge und können so zu einer systematischen Analyse führen. Diese Beobachtungsaufträge betreffen z.B. die Ziele des Unterrichts, Aspekte des Unterrichtsgeschehens, die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler und die Rolle der Lehrperson. Die geschlossenen Impulse können die Schwerpunkte, die im didaktischen Kommentar zu jedem Film beschrieben sind, aufgreifen, z.B.:

Wie werden die Schülerinnen und Schüler aktiviert?
Welche Formen der Unterstützung nutzt die Lehrkraft?

Ergänzend zur eigenen Weiterbildung durch Unterrichtsvideos bietet es sich an, den eigenen Unterricht zu videografieren und anschließend zu reflektieren.

Hinweis: Laut Schulgesetz des Landes NRW vom 15. Februar 2005, §120 dürfen für Zwecke der Lehrerbildung sowie der Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung vom Ministerium genehmigte Bild- und Tonaufzeichnungen des Unterrichts erfolgen, wenn die Betroffenen rechtzeitig über die beabsichtigte Aufzeichnung und den Aufzeichnungszweck informiert worden sind und nicht widersprochen haben. Die Schülerinnen und Schüler sowie die Eltern sind über die wesentlichen Ergebnisse zu informieren.

Exemplarisches Vorgehen:

  • Den Studentinnen und Studenten oder Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern werden einzelne Sequenzen aus dem Film 2 „Going to Canada“ gezeigt, um sich der eigenen Vorstellungen über Englischunterricht bewusst zu werden, bedeutsame Merkmale und Prinzipien des Englischunterrichts zu erkennen, ggf. für die eigene Unterrichtspraxis zu nutzen und um mögliche Handlungsalternativen zu diskutieren. Hierzu werden die Sequenz 2 „Talking about a picture“ und die Sequenz 3 „Introducing a dialogue“ ausgewählt. Die Szenen stellen den Einstieg in die Stunde dar und bieten eine Kontextualisierung und Orientierung für die Arbeitsphase. Wesentliche Merkmale des EU können bereits beobachtet werden, wie z.B. Schüleraktivierung, Primat des Mündlichen, Rolle der Lehrperson bei der sprachlichen Unterstützung, Kontextualisierung, Visualisierung, exemplarisches Vorgehen etc. Gleichzeitig bieten diese Sequenzen die Möglichkeit, Merkmale wie z.B. den Umgang mit Fehlern, die Ermutigung zu kreativem Umgang mit Sprache und die Bedeutsamkeit der Sprachhandlungssituation mit den eigenen Vorstellungen und Erfahrungen abzugleichen.
    Der Hör- und Sehauftrag für die Teilnehmer ist bewusst offen gestaltet:
    Was sehen? Welche Funktion hat das? Wie könnte es weitergehen?
    Diese drei Fragen sind in einer Tabelle als Überschriften eingetragen, so dass die Teilnehmer jeweils ein Merkmal mit Funktion und Konsequenz verbinden können.
    In dem anschließenden Gespräch wird auch thematisiert inwiefern das Gesehen für die eigene Unterrichtspraxis genutzt werden kann. Welche Methoden, Prinzipien kann der einzelne übernehmen? Wo ist man noch unsicher? Was würde einem schwerfallen? Was sieht man kritisch?
    Der offene Zugang ermöglicht es jedem Teilnehmer Prioritäten für die weitere Lernentwicklung zu setzen. Was ist mir wichtig und woran möchte ich als nächstes arbeiten, um die Schülerinnen und Schüler langfristig in einfachen Gesprächssituationen sprachlich handlungsfähig zu machen?
    Nach der Diskussion wird Sequenz 4 gemeinsam betrachtet und es können weitere Sequenzen angesehen und diskutiert werden.

Literatur:
Krammer, K. (2014). Fallbasiertes Lernen mit Unterrichtsvideos in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung. Beiträge zur Lehrerinnen- und Lehrerbildung, 32(2), 164-175.

Shulman, L. S. (1992). “Toward a pedagogy of cases.” In: J. H. Shulman (Ed.), Case methods in teacher education. New York: Teachers College Press. S. 1-30.

van Es, E. A. & Sherin, M. G. (2008). Mathematics teachers’ “learning to notice” in the context of a video club. Teaching and Teacher Education: 244-276.

Zum Weiterlesen:

Zeitschrift SEMINAR 2/2013 (Hrsg.: Bundesarbeitskreis der Seminar- und Fachleiter/innen e.V. BAK), Themenschwerpunkt: Videografie in der Lehrerbildung (inkl. DVD).

Hannoveraner Unterrichtsbilder: http://hanub.de/

Plattform Guter Unterricht mit Unterrichtsvideos: http://www.guterunterricht.de/GU/Videos.html

Plattform Videofallarbeit Universität Tübingen: http://www.videofallarbeit.de/index.php

Videogestützte Lehrerbildung: http://www.videogestuetzte-lehrerbildung.de/ (mit Info-Heft, u.a. zu rechtlichen Aspekten, zum Download: http://www.videogestuetzte-lehrerbildung.de/konkretes/info-heft/index.html)

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© 2018 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 23.01.2017