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Orientierungsbereich (Sprungmarken)

Beschreibung des Lernarrangements - Kindernachrichten

Missverständnisse, die oft durch Druck-/Schreibfehler oder leichte Achtlosigkeit zustande kommen, sind ein häufiges Phänomen in der menschlichen Alltagskommunikation. Sie treten im Mündlichen wie im Schriftlichen auf und lassen sich vielfältig in Zeitungen finden. Mit Kindern dieses sprachliche Phänomen zu entdecken und Hintergründe für das „Misslingen“ der Kommunikation zu suchen sind Grundlagen für dieses Lernarrangement im Themenbereich „Kindernachrichten“. Das Lernarrangement kann an jeder beliebigen Stelle in der von der Lehrerin geplanten Unterrichtsreihe „Zeitung als Medium“ o.ä. oder als eigenständiges Thema eingesetzt werden.

Einstieg, Motivation, Hinführung

Sprachforscher bei der Suche nach Fehlern in einer AnzeigeDer thematische Einstieg „Zeitungsdetektive“ stimmt die Schülerinnen und Schüler inhaltlich auf das Lernarrangement ein.
Dazu wird den Kindern im Unterrichtskreis eine fehlerhafte Anzeige präsentiert. Mit Hilfe einer Lupe und Detektivmützen werden Kinder zu „Sprachforschern“ und machen sich auf die detektivische Suche nach den vorhandenen Fehlern in der Zeitung. Die Detektiv-Utensilien dienen dabei als zusätzlicher motivationaler Anreiz. Sie kennzeichnen die Detektive, die zunächst den Auftrag haben, die Anzeige unter die „Lupe“ zu nehmen. Die anderen Kinder raten mit und helfen, ohne sofort die Lösung preiszugeben. Der Unterrichtseinstieg lebt von der interessanten, spielerischen Auseinandersetzung mit einem sprachlichen Problem. Wesentlich ist, dass die Detektivkinder, durch die Klasse und die Lehrkraft unterstützt, zu ihrer Lösung finden oder andere Kinder um Hilfe bitten können.

Dieser Unterrichtseinstieg macht die Kinder konkret und beispielhaft mit dem sprachlichen Phänomen vertraut. Durch die motivationale Eingebundenheit können sie Neugier und ein forschendes Interesse am Thema entwickeln und zielgerichtet in der Gruppe auf eine Lösung hinarbeiten. Wichtig sind auch eine Transparenz der Unterrichtsthematik im Hinblick auf Begriffe wie „Druckfehler, Missverständnis“ und die damit verbundene sprachliche Analyse der Anzeigen.

Nach der thematischen Einführung im Unterrichtskreis, zu der alle Kinder beitragen können, klären die Kinder mit der Lehrkraft ihre Arbeitsaufträge und gehen mit einem eigenen Detektivauftrag und einem Teampartner in die selbständige Arbeitsphase. Die Detektivutensilien können weitergegeben werden und, soweit sinnvoll, auch in der Arbeitsphase genutzt werden.

Material: Präparierte Anzeige in einer Zeitung, Lupe, Detektivmützen, vergrößerte Anzeige zur Klärung der Thematik (Druckfehler, Missverständnisse), Arbeitsauftrag (vergrößert für die Visualisierung), Lernaufgaben

Drei Lernaufgaben zur Auswahl in der selbstständigen Arbeitsphase

Lernaufgaben 1und 2, FN 4-5
„Das stand in der Zeitung, Missverständnisse und Stilblüten“,

Lernaufgabe 3, FN 3-4
„Lustige Anzeigen in der Zeitung“

Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in diesem Lernarrangement an drei unterschiedlichen Detektivaufgaben. Die Lernaufgaben enthalten unterschiedliche sprachliche Missverständnisse und/oder Doppeldeutigkeiten und unterscheiden sich in der Deutungsschwierigkeit, wobei die Doppeldeutigkeiten einen deutlich höheren Anspruch an die Kinder stellen (Metaphern). Je nach Aufgabenniveau (FNs) erhalten die Kinder von der Lehrkraft unterschiedliche Arbeitsaufträge. Die Kinder arbeiten mit einem Teampartner an den sprachlichen Problemen und suchen selbstständig nach den Lösungen. Dabei muss das fehlerhafte Wort erkannt und markiert sowie die Lösung richtig auf dem entsprechenden Arbeitsblatt notiert werden.

Erarbeitung der Lösungspräsentation

In der zweiten Arbeitsphase tauschen sich die Kinder in zusammengeführten Gruppen zum gemeinsamen Arbeitsauftrag aus. Sie vergleichen ihre Lösungen und prüfen das Ergebnis anhand von Lösungskarten. Dann wählen sie ein für sie interessantes oder lustiges Beispiel aus, das in der „lustigen Zeitungsschau“ präsentiert werden soll. Die bildliche Darstellung des Druckfehlers bzw. des Missverständnisse sollte möglichst eindeutig sein. Als Zusatzauftrag können einzelne Gruppen selbstständig entsprechende Anzeigen erfinden und bildhaft darstellen. Damit zeigen sie einen bewussten Umgang mit dem sprachlichen Phänomen und ein reflexives vertieftes Verständnis.

Material: Lösungsblätter, DIN A4-Papier blanko

Zu Formen des selbstregulierenden Lernens in diesem Lernarrangement

Selbständiges Lernen durch Partner- und Gruppenarbeit unter Berücksichtigung der Kompetenzen / Fähigkeitsniveaus der Kinder

Partnerarbeit

PartnerarbeitFür dieses Lernarrangement wurde für die Erarbeitung der Lernaufgaben als grundlegende Sozialform die Partnerarbeit gewählt. In der Partnerarbeit untersuchen zwei Schülerinnen und Schüler gemeinsam die fehlerhafte Anzeige und sprechen über die Ursachen des sprachlichen Missverständnisses. Im gemeinsamen Gespräch kann die kommunikative Schwierigkeit von Doppeldeutigkeiten und fehlerhaften Worten gefunden werden. In dieser intensiven Kooperation der Schülerinnen und Schüler werden soziales Lernen, Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit unterstützt.
Lernbegleitung
In dieser eigenständigen Arbeitsphase der Kinder ist die Lehrkraft interessierte Lernbegleiterin der Partnerarbeit. Sie achtet darauf, dass die Anzeigen intensiv (langsam, halblaut) gelesen werden, gibt unterschiedliches Feedback, bei der Suche nach dem jeweiligen Fehler und hilft mit Tippkarten, wenn die Schülerinnen und Schüler zu keiner Lösung finden (siehe Mt. Tippkarten 1-3). Diese Impulse werden von den Kindern aufgegriffen und lösen gezielt eine systematische Auseinandersetzung mit der Aufgabe aus, die zur Lösung führt. Eine zugewandte, beobachtende, aber auch durch kritische Selbstreflexion geprägte Haltung der Lehrkraft ist hier hilfreich. Die Tippkarten sollten der Problemstellung angepasst unterstützend an die Kinder weitergegeben werden, gegebenenfalls kann die Lehrkraft hier auch beratend gemeinsam mit den Kindern nach dem Fehlerwort fahnden.

Kleingruppenarbeit

In Kleingruppen zu gleichen Lernaufgaben vergleichen die Schülerinnen und Schüler ihre Lösungen und gestalten eine Lösungsdarstellung für die „lustige Zeitungsschau“. Dazu schreiben sie sowohl die fehlerhafte Anzeige als auch die korrigierte Anzeige gut sichtbar auf einen DIN A 4 Bogen und malen zum Missverständnis und ggf. zur Lösung ein Bild. Ideen, Gedanken und Meinungen anderer müssen in der Gruppe gehört und akzeptiert werden und sollen in das Ergebnis einfließen.
Lernbegleitung
In der zweiten Arbeitsphase verweist die Lehrkraft noch einmal auf die veränderte Sozialform und Möglichkeiten der Lösungsdarstellung. Auch in dieser Arbeitsphase ist sie in den Kleingruppen präsent und bei den Gruppengesprächen dabei. Dazu gehört, die Lösungen zu prüfen, auf Lesbarkeit der Produkte zu achten und Gestaltungsmöglichkeiten mit den Kindern zu beraten. Dabei sollte sie stets die Balance zwischen hilfreichen oder den Prozess störenden Beiträgen im Blick behalten. In dieser Arbeitsphase der Kinder, wo es auch um kreatives Gestalten geht, sollte die Lernbegleitung durch sensibles Einfühlen in die kindlichen Planungen geprägt sein.

Präsentation, Ausstellung, Ergebnissicherung: Die lustige Zeitungsschau

In der „lustigen Zeitungsschau“ am Ende der Unterrichtseinheit stellen die Kinder ihre ausgewählte fehlerhafte Anzeige sowie die entsprechende bildliche Darstellung der Klasse vor.
Ein Kind liest die Anzeige für die Schülerinnen und Schüler vor, ein anderes zeigt die gemalte Lösung. Da nicht alle Kinder alle Anzeigen bearbeitet haben, wird die Vorstellung der Lösungen durch diese Präsentationsform zu einem gemeinsamen Ratespiel, an dem alle beteiligt sind. Zum Schluss werden die lustigen Anzeigen mit der Lösung in der Klasse ausgehängt.

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