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Aufbau, Struktur und Auswertungsstrategie des Beteiligungsverfahrens zum Referenzrahmen Schulqualität NRW

Struktur der Daten

Im Folgenden wird exemplarisch an einem Kriterium gezeigt, wie die Daten für den Überarbeitungsprozess aufgearbeitet und nutzbar gemacht werden. Das Kriterium — im Weiteren Schülerfeedback genannt — lautet: „Die Wahrnehmungen und Einschätzungen der Schülerinnen und Schüler zur Gestaltung der Lehr- und Lernprozesse sowie zu Zielen und Inhalten werden ernst genommen und berücksichtigt.“
Bei den Rückmeldungen lassen sich zwei Datentypen unterscheiden, deren Auswertungen unterschiedliche Analyseprozesse erfordern:

  1. Durch die Bewertung der aufschließenden Aussagen liegen zum einen quantitative Daten vor, mit denen für jede Aussage beschrieben werden kann, für wie wichtig die jeweilige aufschließende Aussage eingeschätzt wird. Dies ermöglicht eine erste Einschätzung für die Überarbeitung der Kriterien und aufschließenden Aussagen. Ein Vergleich zwischen den rückmeldenden Gruppen gibt – auch wenn die Rückmeldungen nicht repräsentativ für eine Gruppe sind – schon erste Hinweise, wo spezifische Interessen und Wahrnehmungen liegen können, was für die späteren Planungen von Unterstützungsmöglichkeiten hilfreich sein kann.
  2. Zum anderen liegen qualitative Daten in Form von Anmerkungen zu den Kriterien und aufschließenden Aussagen vor, die hilfreiche Impulse für die Weiterentwicklung des Referenzrahmens geben.
    Mittels eines systematischen Analyseverfahrens werden in einem ersten Schritt diese Aussagen gesichtet und ihrem Inhalt entsprechend in Kategorien sortiert. Diese Kategorien reichen von Hinweisen zur Unterstützung von Schulen über Impulse für die Einführung des Referenzrahmens und konkrete Rückmeldungen zur Gestaltung des Online-Beteiligungsverfahrens bis hin zu Aussagen mit direktem Bezug zum Kriterium oder der jeweiligen aufschließenden Aussage selbst. Kommentare, die einen direkten inhaltlichen Bezug aufweisen, werden der Kategorie ‚konkrete Hinweise‘ zugeordnet und für den Überarbeitungsprozess des Referenzrahmens ausgewertet. Sie werden ebenfalls nach thematischen Schwerpunkten geordnet und kategorisiert. Jede so entstandene Unterkategorie wird in einem weiteren Prozess analysiert und zu Kernaussagen gebündelt. Diese bilden nun die Basis für den konkreten Überarbeitungsprozess.
    Der systematische Analyse- und Überarbeitungsprozess kann unter „Methodisches Vorgehen" an einem konkreten Beispiel nachvollzogen werden.

 

Abbildung 1 veranschaulicht exemplarisch die Gestaltung des Online-Beteiligungsverfahrens an einem Beispiel.

Grafik

Abbildung 1: Ausschnitt aus dem Online-Verfahren am Beispiel Schülerfeedback

Abschließende Kommentierungen

Neben der Möglichkeit der Kommentierung der einzelnen Kriterien konnten die Teilnehmenden abschließend noch eine allgemeine Stellungnahme abgeben. Im Auswertungsprozess wurde deutlich, dass sich die Äußerungen u. a. auf die Struktur des Beteiligungsverfahrens, die Komplexität des Referenzrahmens, die Rahmenbedingungen sowie im Bereich „Lehren und Lernen“ insbesondere auf die Heterogenität und damit die individuelle Förderung beziehen.




Offene Stellungnahmen der Verbände und kooperierenden Stiftungen

Die schulnahen und gesellschaftlichen Verbände sowie kooperierenden Organisationen waren eingeladen, in Form von offenen Stellungnahmen, wie sie in anderen Beteiligungs- und Mitwirkungsverfahren z. B. nach Schulgesetz üblich sind, kritische Hinweise und Impulse für die Überarbeitung und Weiterentwicklung des Referenzrahmens zu geben. Die Analyse dieser qualitativen Daten zeigt in den meisten Stellungnahmen im Grundsatz Zustimmung, indem der Referenzrahmen als wichtig und sinnvoll erachtet wird. Gleichwohl beinhalten sie auch Hinweise zu übergeordneten kritischen Punkten, die sich z. B. auf einen als unterschiedlich wahrgenommenen Konkretisierungsgrad der Aussagen in den einzelnen Inhaltsbereichen beziehen. Des Weiteren werden das Beteiligungsverfahren thematisiert und auch Hinweise zu alternativen Durchführungsformen gegeben.




Fragengeleitete Stellungnahmen der Öffentlichkeit

Die zur Stellungnahme eingeladene interessierte Öffentlichkeit (Bürgerinnen und Bürger, Schulträger, Verbände, Vereine, Organisationen, Initiativen und der Bereich Wirtschaft, Betriebe, Unternehmen) konnte zu drei komplexen Fragen Stellung nehmen. Die drei Fragenkomplexe lauteten:

  1. Der Referenzrahmen Schulqualität NRW zeigt in Form von Kriterien und aufschließenden Aussagen auf, was unter guter Schul- und Unterrichtsqualität verstanden wird. Er soll so Zielklarheit herstellen sowie den Schulen und allen an Schule Beteiligten Orientierung geben.
    Unterstützt der Referenzrahmen in der hier vorgelegten Form Ihrer Meinung nach dieses Anliegen? An welchen Stellen ist dies aus Ihrer Sicht nicht gegeben?
  2. Bilden die Qualitätsaussagen im Referenzrahmen Ihrer Meinung nach alle zentralen Aspekte ab, die eine gute Schule ausmachen? An welchen Stellen fehlen Ihnen Aspekte? Sind bestimmte Kriterien oder aufschließende Aussagen verzichtbar?
  3. Es wird zum Referenzrahmen ein Online-Unterstützungsportal aufgebaut, in dem zu den Qualitätsaussagen weitere Informationen und auch Materialien bereitgestellt werden. Gibt es aus Ihrer Perspektive besondere Anliegen und Wünsche zu Materialien und Informationen, die über dieses Portal zugänglich gemacht werden sollten?

Die so gewonnenen qualitativen Daten werden ebenfalls systematisch analysiert und in Anlehnung an den jeweiligen Fragekomplex in ein Kategoriensystem mit Unterkategorien eingeordnet. Die bis zu diesem Zeitpunkt ermittelten inhaltlichen Schwerpunkte reichen von vielfältigen Impulsen für die Gestaltung des Online-Unterstützungsportals über kritische Äußerungen und Anregungen zur Gestaltung des Beteiligungsverfahrens bis hin zu konkreten Wünschen, wie beispielsweise eine adressatenadäquate Formulierung des Referenzrahmens insbesondere für Schülerinnen und Schüler sowie Eltern.




Überarbeitung des Referenzrahmens am Beispiel eines Kriteriums

Am Beispiel des Kriteriums Schülerfeedback wird exemplarisch gezeigt, wie die vorliegenden Daten aus dem Online-Beteiligungsverfahren für die Überarbeitung aufgearbeitet und genutzt werden. 



Die folgende Abbildung 2 zeigt das Kriterium Schülerfeedback mit seinen konkretisierenden aufschließenden Aussagen in der ursprünglichen Version.

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Abbildung 2: Schülerfeedback in der Entwurfsfassung des Referenzrahmens



Ausgehend von der Entwurfsfassung des Kriteriums Schülerfeedback fließen die Anmerkungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach einem systematischen Analyseverfahren (im Detail unter „Methodisches Vorgehen" beschrieben) in die Überarbeitung des Kriteriums ein. Dieses Verfahren wird analog mit allen Kriterien und aufschließenden Aussagen des Referenzrahmens durchgeführt.



Nachstehend das Ergebnis der Überarbeitung des Kriteriums Schülerfeedback.
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Abbildung 3: Schülerfeedback in der überarbeiteten Fassung des Referenzrahmens



In diesem konkreten Beispiel führt die Berücksichtigung der Anmerkungen aus dem Beteiligungsverfahren zum Kriterium Schülerfeedback zu einer weiteren aufschließenden Aussage. Zudem geben die Anmerkungen Impulse für die Gestaltung des Unterstützungsportals, z. B. für die Zusammenstellung von konkreten Materialien für den Unterricht, die für die verschiedenen Schul- und Altersstufen geeignet sind und Lehrkräfte in der Umsetzung unterstützen. Darüber hinaus finden sich Hinweise, die auf andere Dimensionen im Referenzrahmen selbst verweisen.
Der Prozess der Analyse, Kategorisierung und Herausarbeitung von Kernaussagen ist unter Methodisches Vorgehen" detailliert am Beispiel des Kriteriums Schülerfeedback dargestellt. Die Darstellung der quantitativen wie auch qualitativen Ergebnisse und der auswertenden Arbeitsschritte folgt dabei, zum besseren Verständnis, der Chronologie des Vorgehens.

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© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 27.06.2018