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Lernzeiten

Lernzeiten GruppenarbeitLernzeiten bieten vielfältige Chancen für die Schul- und Unterrichtsentwicklung. Schulen machen sich beispielsweise auf den Weg, den Umfang häuslicher Aufgaben zu reduzieren und diese Aufgaben in Lernzeiten zu integrieren. Oder sie entwickeln ein Konzept zur Organisation und Gestaltung von klassen- bzw. jahrgangsübergreifenden Lernzeiten. Auch die Verknüpfung der Lernzeiten mit dem Fachunterricht oder die Individualisierung des Lernens sind Anliegen vieler Schulen, das erfolgreiche Lernen ihrer Schülerinnen und Schüler zu unterstützen.

Für eine vertiefende Auseinandersetzung mit dem Thema Lernzeiten sei insbesondere auf das Internetangebot der QUA-LiS NRW zu „Ganztag in der Schule“ mit dem Bereich „Lernzeiten in der Sekundarstufe I“ verwiesen: QUA-LiS NRW (2019). Ganztag in der Schule - Lernzeiten in der Sekundarstufe I. Hier finden sich auch in Form einer Handreichung Lernzeiten - Lernchancen in der Sekundarstufe I weitere Anregungen sowie viele praxisnahe Materialien zur Organisation, Planung und inhaltlichen Gestaltung von Lernzeiten.

Die Anregungen für Moderatorinnen und Moderatoren in der Lehrerfortbildung beinhalten neben einer exemplarischen Ausschreibung und einem exemplarischen Ablauf einer Beratung oder Fortbildung

  • Basismaterial zu Lernzeiten,
  • eine Verortung der Lernzeitenkonzepte im Kontext systemischer Schulentwicklung,
  • eine Übersicht über die Gemeinsamkeiten und Besonderheiten der Schulbeispiele hinsichtlich ihrer Lernzeitenkonzepte sowie
  • eine Zusammenstellung von Projekten, Praxisbeispielen und Literatur zum Thema.

Den schulischen Konzepten im Bereich Aus der Praxis liegt ein weites Verständnis von Lernzeiten zugrunde. Verschiedene Konzeptansätze zur Gestaltung von Lernzeitenbändern, Förderangeboten, Binnendifferenzierung, Ergänzungsstunden oder zum Einsatz von Lernhelferinnen und Lernhelfern kommen hier zum Ausdruck und ergänzen das Beratungs- und Fortbildungsangebot.

Anregungen für Moderatorinnen und Moderatoren in der Lehrerfortbildung

Exemplarische Ausschreibung für ein Beratungs- und Fortbildungsangebot

Die exemplarische Ausschreibung für ein Beratungs- oder Fortbildungsangebot zu Lernzeiten stellt ein Angebot dar. Einzelne Textbausteine können beispielsweise genutzt werden, um ein Angebot zur Schulentwicklungsberatung zu verfassen.

Sie fokussiert die Beratung und Unterstützung beim schuleigenen Implementationsprozess, thematisiert aber auch Grundlagen und konzeptionelle Aspekte von Lernzeiten in Verbindung mit den im Bereich Aus der Praxis dargestellten Praxisbeispielen.

Exemplarischer Ablauf einer Beratung oder Fortbildung

Mit dem Dokument Lernzeiten: Ein möglicher Implementationsprozess wird ein Beispiel eines Beratungsprozesses angeboten, mit dem wichtige Meilensteine der Entwicklungsarbeit zu Lernzeiten Schritt für Schritt geplant werden können. Aufgrund der Komplexität des Schulentwicklungsprozesses empfiehlt sich hier insbesondere die Unterstützung und Beratung durch Schulentwicklungsberaterinnen und -berater.
Das Vorgehen ist dabei am Handbuch Schulentwicklung und Schulentwicklungsberatung von Buhren und Rolff (2018) ausgerichtet. Für alle Phasen werden zudem methodische Hinweise für die Entwicklungsarbeit in der Schule gegeben.

Die Gegebenheiten an der Einzelschule sind unterschiedlich und bedingen, welcher Schritt als nächstes sinnvoll erscheint oder an welcher Stelle der Beratungsprozess ansetzt. Demzufolge ist ein lineares Durchlaufen der Implementationsschritte nicht für jede Schule der richtige Weg.
Der modulare Aufbau des Dokuments bietet auch Schulen, die sich bereits auf den Weg gemacht haben, Werkzeuge beispielsweise zur Fortschreibung oder Evaluation ihres Lernzeitenkonzepts. Die einzelnen Phasen, Schritte und Methoden des vorgeschlagenen Implementationsprozesses lassen sich auch auf andere schulische Entwicklungsvorhaben übertragen.

Literatur:
Buhren, C. & Rolff, H.-G. (Hrsg.). (2018). Handbuch Schulentwicklung und Schulentwicklungsberatung. 2. Auflage. Weinheim: Beltz.

Moderationsmaterial

Basismaterial zu Lernzeiten

    Das Basismaterial zu Lernzeiten ist in einer Powerpoint-Präsentation zusammengefasst, die gleichermaßen für die Moderation beispielsweise eines Pädagogischen Tages zur (Weiter-) Entwicklung des schuleigenen Lernzeitenkonzepts genutzt und angepasst werden kann. Die Präsentation thematisiert
  • Grundlagen von Lernzeiten,
  • Gestaltungselemente,
  • Konzeptbausteine,
  • Entwicklungsbereiche und
  • Implementationsschritte.

Eingebettet in die Präsentation sind Arbeitsphasen zur Auseinandersetzung mit ausgewählten Schulbeispielen zu Lernzeiten, die auch im Bereich Aus der Praxis zu finden sind.
Hieraus lassen sich Perspektiven für die (Weiter-)Entwicklung des schuleigenen Lernzeitenkonzepts ableiten, Handlungsziele entwickeln und mögliche Maßnahmen zur partizipativen Ausgestaltung des Veränderungsprozesses festlegen.

In den Notizenfeldern innerhalb der Powerpoint-Präsentation sind weitere Hinweise integriert.

Verortung der Lernzeitenkonzepte im Kontext systemischer Schulentwicklung

Eine Verortung der Lernzeitenkonzepte im Kontext systemischer Schulentwicklung kann Schulen bei der Gestaltung eines komplexen Schulentwicklungsprozesses unterstützen. Anhand der Praxisbeispiele wird deutlich, dass Maßnahmen zur Entwicklung der Lernzeitenkonzepte gleichermaßen in den Bereichen Organisations-, Unterrichts- und Personalentwicklung auf den Weg gebracht wurden. Daraus abgeleitete Fragestellungen am Ende des Dokuments können in Form einer Checkliste im Beratungsprozess herangezogen werden.

Gemeinsamkeiten und Besonderheiten der Schulbeispiele hinsichtlich ihrer Lernzeitenkonzepte

Die tabellarische Übersicht zu Gemeinsamkeiten und Besonderheiten ausgewählter Schulbeispiele im Bereich Aus der Praxis ermöglicht eine schnelle Orientierung und Erfassung zentraler Aspekte der jeweiligen Lernzeitenkonzepte, die beispielsweise in Gruppenarbeitsphasen im Rahmen eines Pädagogischen Tages bearbeitet werden können.

Projekte, Praxis und Literatur

Die kommentierte Projekt-, Praxis- und Literaturliste zu Lernzeiten verweist auf Fundstellen für weitere Informationen zum Thema. Zudem kann sie aber auch Anregungen geben für eine vertiefende Auseinandersetzung mit Studien, Konzepten, Arbeitshilfen oder Erfahrungsberichten. Lernzeitenkonzepte anderer Schulen können schließlich Impulse für die eigene Weiterentwicklung der Lernzeiten liefern.

Aus der Praxis für die Beratung und Fortbildung

Lernzeiten und Lernzeitenband - Haranni-Gymnasium Herne

Haranni-Gymnasium

Hermann-Löns-Str. 58
44623 Herne
0 23 23/16-22 11
info@haranni-gymnasium.de

Schulleiterin: Frau Nowak
Bezirksregierung Arnsberg

Netzwerke / Projekte

  • Projekt "Lernpotenziale. Individuell fördern im Gymnasium.“

Druckversion des gesamten Praxisbeispiels (PDF, 1,07 MB)

Ein Konzept für die Gestaltung der Lernzeiten im Jahrgang 5 und 6

Ein Konzept für ein offenes Lernzeitenband ab Jahrgang 7


Warum gibt es am Haranni-Gymnasium Lernzeiten?

Lernzeiten sind ein wichtiger Baustein im Ganztagsschulkonzept des Haranni-Gymnasiums, denn einerseits bieten sie Gelegenheit zum selbstständigen Lernen, andererseits ermöglichen sie aber auch eine gezielte individuelle Förderung. Sie geben vor allem im Jahrgang 5 die Möglichkeit zur ganzheitlichen Förderung der Persönlichkeitsentwicklung, ab dem 7. Jahrgang tragen sie aufgrund ihres offenen Konzepts dem Bedürfnis nach Autonomie und Eigenverantwortlichkeit Rechnung.

Die Schülerinnen und Schüler arbeiten selbstgesteuert und selbständig, individuell und in verschiedenen Sozialformen in der Lernzeit. Sie können in einer ruhigen Arbeitsatmosphäre tätig sein.

Wie werden die Lernzeiten angeboten?
Lernzeiten im Jahrgang 5 und 6:

  • Vier Lernzeiten werden weitestgehend im Klassenverband in den Klassen 5 und 6 in den Fächern mit schriftlichen Arbeiten durchgeführt.
  • Eine Lernzeitstunde ist in Klasse 5 für Kunst oder Musik als klassenübergreifendes Projekt angelegt.

Lernzeiten ab Jahrgang 7:

  • Für die gesamte Jahrgangsstufe gibt es ein gemeinsames offenes Lernzeitenband.
  • Die Schülerinnen und Schüler können wählen, in welchem Raum sie welche Aufgaben bearbeiten. Ein Wechsel des Raums und damit auch des Faches ist nur nach einer Stunde möglich.
  • Die Räume werden von Fachlehrkräften betreut, zusätzlich gibt es ein Silentium.
  • Drei Stunden Lernzeit sowie eine Stunde aus dem Förderband der Klasse 7 werden sowohl am Vor- als auch am Nachmittag angeboten.
  • Die vierte Lernzeit kann genutzt werden
    • als weitere Lernzeitstunde,
    • als Stunde zur gezielten individuellen Förderung (vor allem in Mathematik und Latein) oder
    • als Projektstunde mit vertiefenden Maßnahmen (sog. Enrichment) zu verschiedenen fachlichen Inhalten.
  • Die Teilnahme an der vierten Lernzeit ist grundsätzlich verbindlich, in den Projekten ist die Teilnahme freiwillig, umfasst aber ein Halbjahr.

Wer führt die Lernzeiten durch?

Die Lernzeiten werden von Fachlehrkräften sowie qualifiziertem pädagogischen Personal betreut.

Sofern die Lehrkraft, die den Fachunterricht durchführt, die Lernzeit nicht selbst begleitet, hält sie regelmäßig Rücksprache mit der eingesetzten Lehrkraft oder Fachkraft. Auch ein Dokumentationsordner wird als Möglichkeit des Austauschs genutzt.
Ab Klasse 7 (bis einschließlich Klasse 9) werden die Lernzeiten in jahrgangsstufenübergreifenden Lernzeitenbändern mit dem Prinzip der freien Raumwahl durchgeführt.

Wo werden die Lernzeiten durchgeführt?

In den Klassen 5 und 6 finden die Lernzeiten in den Klassen- bzw. Fachräumen (Französisch und Latein) statt.

Die Lernzeiten im Lernzeitenband ab Klasse 7 werden in unterschiedlichen Räumen von Fachlehrkräften betreut. Eine Liste mit möglichen Räumen wird den Schülerinnen und Schülern zu Beginn des Schuljahres ausgeteilt und hängt auch am Aushang für die Sekundarstufe I. Neben Räumen für die Bearbeitung von Aufgaben in Gruppen gibt es auch einen Raum für die Stillarbeit („Silentium“) in absoluter Ruhe. Schülerinnen und Schüler, welche sich dazu entscheiden, dort zu arbeiten, verschieben eventuell aufkommende Fragen auf die nächste Lernzeit. Insgesamt ermöglicht diese offene Organisation der Lernzeiten ein ruhiges und zielgerichtetes Arbeiten.

Ausgangslage

  • Die Umwandlung in eine Ganztagsschule bewegte das gesamte Kollegium des Haranni-Gymnasiums. Es wurden intensiv Gestaltungsmöglichkeiten für einen guten Ganztag erörtert.
  • Das Haranni-Gymnasium ist dem Standorttyp der Stufe 5 zugeordnet. Die Schule hat einen hohen Anteil an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund.
  • Der Schule ist es ein besonderes Anliegen, die Schülerinnen und Schüler individuell den ganzen Tag zu begleiten. Über das Lernzeitenband als eine Möglichkeit der individuellen Begleitung informierte sich das Haranni-Gymnasium bei der Karl-Ziegler-Schule in Mülheim an der Ruhr (http://www.karlzieglerschule.de/).
  • Es wird angestrebt, Lernzeiten und Unterricht miteinander zu verzahnen.

Ziele und Qualitätsmerkmale

  • In den Lernzeiten sollen die Schülerinnen und Schüler in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu
    • Selbständigkeit,
    • Eigenverantwortlichkeit,
    • Autonomie und
    • sozialer Kompetenz
    in ruhiger Arbeitsatmosphäre unterstützt werden.
  • In Klasse 5 wird eine vierte Lernzeit mit Musik (1. Halbjahr) und Kunst (2. Halbjahr, auf Wunsch der Fachschaften alternierend) durch zumeist klassenübergreifende Projekte gestaltet. Damit soll neben dem fachlichen Lernen auch das musisch-kreative Lernen zur Unterstützung eines ganzheitlichen Lernens gefördert werden. Daneben besteht im Lernzeitenband ab Klasse 7 die Möglichkeit, zusätzliche Projekte und – bei Förderbedarf in den Fächern Latein oder Mathematik – Lernunterstützung in Kleingruppen anzubieten.
  • Die Lernzeiten- bzw. Förderbänder werden im Verlauf der Schulzeit den Fähigkeiten und Bedarfen der jeweiligen Altersgruppe entsprechend gestaltet.
  • In den Lernzeiten werden die Schülerinnen und Schüler hinsichtlich ihrer Arbeitsweise und der Weiterentwicklung ihrer Selbständigkeit beraten.

Prozessschritte

Lernzeiten in Klasse 5 und 6

  • Die meisten Fachschaften haben Ordner für die Klassen 5 und 6 erstellt, jedoch bereiten einzelne Lehrkräfte die Aufgaben für die Lernzeit auch individuell vor.
  • Die Dokumentationsordner werden zu Beginn des Schuljahres von der Ganztagskoordination bereitgestellt.
  • Die folgenden Schritte werden sukzessiv umgesetzt:
    • Der Einsatz von Kopfhörern unterstützt die Lernenden bei ungestörtem und konzentriertem Arbeiten.
    • Der Schulplaner ist ein wichtiger Lernbegleiter, der für alle Beteiligten Transparenz schafft und die Eigenkontrolle organisieren hilft.
    • Das Arbeiten nach einem Wochenplan lässt individuell organisiertes Lernen zu.

Lernzeitenband ab Klasse 7

  • Die Räume werden neu aufgeteilt.
  • Die Schülerinnen und Schüler haben die Wahl, sowohl Lehrkräfte als auch Räume individuell anzuwählen.
  • Ein geeigneter Raum für ungestörtes Arbeiten in Ruhe ist das Silentium.
  • Regelmäßig erfolgt eine Bestandsaufnahme, deren Ergebnisse in die weitere Planung und Arbeit einfließen. Dabei reflektieren Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den Lehrkräften die Umsetzung der Lernzeiten und werden in die weitere Planung einbezogen.
  • Die Eltern werden regelmäßig zum Beispiel mit Elternbriefen über die Lernzeiten informiert.

Gelingensbedingungen und Herausforderungen

  • Die Konzeptionierung binnendifferenzierter Aufgaben und weitergehender Ansätze individueller Förderung sind wichtige Elemente der Schul- und Unterrichtsentwicklung.
  • Bei der Gestaltung von Lernzeiten werden weitere Möglichkeiten der Beratung der Schülerinnen und Schüler hinsichtlich ihrer Arbeitsweise und Selbstständigkeit eingeplant.
  • Eine enge Verzahnung von Unterricht und Lernzeit ist Voraussetzung für gute Lernzeiten.
  • Die Umstellung auf G9 erfordert eine weitere Planungsänderung der Lernzeiten.
  • Willkommen und hilfreich ist ein Feedback anderer Schulen, die sich mit Lernzeiten als Schulentwicklungsthema beschäftigen.

Materialpool

Binnendifferenzierung in Lernzeiten - Graf-Engelbert-Schule Bochum

Graf-Engelbert-Schule

Königsallee 77-79
44789 Bochum
0234/930201-0
sekretariat@graf-engelbert-schule.de

Schulleiter: Herr Dr. Bunse (komm.)
Bezirksregierung Arnsberg

Netzwerke / Projekte

  • Projekt "Lernpotenziale. Individuell fördern im Gymnasium.“
  • MINT-EC-Schule
  • Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit
  • Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Druckversion des gesamten Praxisbeispiels (PDF, 885 KB)

Eingangsdiagnostik und anschließende Binnendifferenzierung in Lernzeiten

Die Graf-Engelbert-Schule Bochum verfolgt das Thema Eingangsdiagnostik und anschließende Binnendifferenzierung in Lernzeiten. Mit Hilfe von Online-Diagnosetools wird zu Beginn des Schuljahres bei den Schülerinnen und Schülern die Ausgangslage festgestellt. Im Anschluss arbeiten sie in Lernzeiten an differenziertem Material, das auf ihren Lernstand abgestimmt ist.

Die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch stellen dafür jeweils eine Stunde zur Verfügung, die Fachlehrkräfte entscheiden eigenständig, welche ihrer Unterrichtsstunden sie umwandeln wollen. Die Lehrkräfte begleiten die Lernzeit und unterstützen die Schülerinnen und Schüler beim Bearbeiten der Aufgaben. Dabei achten sie darauf, dass unterschiedliche Fähigkeiten und Fertigkeiten gefördert werden (z.B. Hörverstehen und Sprechen im Fach Englisch). Die jeweiligen Ergebnisse fließen in den Fachunterricht ein und ergeben sich inhaltlich daraus.

Die Schülerinnen und Schüler führen einen Lernzeitenordner, in dem sie die Aufgaben verwalten, und schätzen ihre Entwicklung selbstständig ein.

Ausgangslage

Differenzierung wurde an der Graf-Engelbert-Schule durch eine sich verändernde Schülerschaft immer wichtiger. Die Ausgangslagen der Schülerinnen und Schüler sind so unterschiedlich, dass ein bereits bestehendes Lerncoaching sinnvoll um Differenzierungsmaßnahmen ergänzt werden kann. Die Lernzeiten werden aus dem Stundenkontingent der Fächer generiert. Hier arbeiten die Schülerinnen und Schüler eigenverantwortlich an differenziertem Material auf verschiedenen Niveaustufen.

Ziele und Qualitätsmerkmale

Ziel der Individualisierung des Lernens an der Graf-Engelbert-Schule ist, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Lernprozesse besser reflektieren. Durch die Diagnose erkennen sie, auf welche Bereiche und Kompetenzen sie sich beim Lernen besonders konzentrieren müssen. Sie wissen, auf welchem Niveau sie sich befinden und wählen entsprechendes Material aus.

Die Lehrerinnen und Lehrer streben eine durchgehende Akzeptanz und Berücksichtigung des individualisierten Lernens im Unterricht und in den Lernzeiten an.

Ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist, dass die Schülerinnen und Schüler langsam an das eigenverantwortliche Arbeiten herangeführt werden. Dazu werden weitere, umfassende Diagnoseinstrumente genutzt und differenziertes Material durch die Fachschaften erstellt. Es ist wünschenswert, dass die Lernzeiten stärker mit dem Fachunterricht verzahnt und Präsentationsformen aus den Lernzeiten auch in anderen Fächern angewendet werden.

Prozessschritte

Die Graf-Engelbert-Schule ist bei der Einführung des Konzepts folgende Schritte gegangen:

  • Durch die Qualitätsanalyse (QA) wird ein erhöhter Bedarf an Binnendifferenzierung und Individualisierung des Lernens festgestellt:
    Es beteiligen sich zunächst einzelne Lehrerinnen und Lehrer an der Online-Diagnostik und der Nutzung individualisierten Materials.
  • Eine Arbeitsgemeinschaft „Binnendifferenzierung“ bildet sich, erarbeitet ein entsprechendes Konzept und sichtet und bewertet Möglichkeiten der Online-Diagnose.
  • Es folgt eine verbindliche Festlegung (Schulkonferenz-Beschluss): Durchführung der Diagnose in allen Fächern mit schriftlichen Arbeiten im Jahrgang 5, eine Stunde pro Fach wird zur Lernzeit umgewandelt.
  • Die Online-Diagnose wird für die Fächer Mathematik, Deutsch und Englisch ausgeweitet auf die Jahrgangsstufen 5, 7 und 9. Die Durchführung der Diagnose findet in der Schule statt – für den Jahrgang 5 direkt nach den Sommerferien, für die zukünftigen Jahrgänge 7 und 9 vor den Sommerferien. Die Eltern erhalten eine Rückmeldung zu den individuellen Ergebnissen.
  • Es werden Übungsmaterialien in Form von Fördermappen in den Fachschaften unter Berücksichtigung verschiedener Kompetenzbereiche und Niveaustufen erstellt.

Gelingensbedingungen und Herausforderungen

Damit die Umsetzung des Konzepts gelingen kann, werden Unterrichtsstunden zur Verfügung gestellt, um die Schülerinnen und Schüler an differenziertem Material eigenverantwortlich arbeiten zu lassen. Außerdem ist es wichtig, dass alle Lehrkräfte die Online-Diagnoseinstrumente nutzen und das vereinbarte Vorgehen in den Lernzeiten verbindlich und für die Schülerinnen und Schüler transparent einhalten. Der Lernzeitenordner bleibt stets in der Schule.

Die mediale Ausstattung der Graf-Engelbert-Schule ist eine Herausforderung, denn sowohl Zeit als auch Geld müssen investiert werden, um Material und Lizenzen zu erstellen und anzuschaffen. An der Graf-Engelbert-Schule hat zunächst der Förderverein die finanzielle Unterstützung übernommen.

Materialpool

Freie Übungszeit (FÜZ) - Städtisches Gymnasium Straelen

Städtisches Gymnasium Straelen

Fontanestraße 7
47638 Straelen
02834/9153 - 0
info@gym-straelen.de

Schulleiterin: Frau Schneider (stellv.)
Bezirksregierung Düsseldorf

Netzwerke / Projekte

  • Projekt "Lernpotenziale. Individuell fördern im Gymnasium.“

Druckversion des gesamten Praxisbeispiels (PDF, 796 KB)

Freie Übungszeit (FÜZ): Individuelles, selbstgesteuertes Lernen in Klasse 5 und 6

Die Schülerinnen und Schüler des Städtischen Gymnasiums Straelen arbeiten selbstgesteuert, individuell und in verschiedenen Sozialformen in einer Lernzeit (FreieÜbungsZeit), die als parallel liegende Doppelstunde für jeweils einen Jahrgang in der Erprobungsstufe in den Stundenplan integriert ist.
Sie sollen im Rahmen dieser Lernzeit Lernschwierigkeiten bearbeiten, Lernpotenziale entdecken und ausbilden, eigene Lernziele setzen und Lernstrategien entwickeln.

Damit die Schülerinnen und Schüler die dazu nötigen Kompetenzen entwickeln und trainieren, sind in der Klasse 5 Einheiten des ehemaligen Konzepts Lernen lernen in die FÜZ-Stunden mit folgenden Themen integriert:

1. Quartal: Hausaufgabenplanung, Gestaltung des Arbeitsplatzes, Zeitmanagement, Heftführung, Vorbereitung von Klassenarbeiten, Lerntypen und Lerntechniken, Einführung FÜZ
2. Quartal: Arbeiten in verschiedenen Sozialformen
3. Quartal: Vorbereitung und Präsentation von Referaten
4. Quartal: Gestaltung von Plakaten

In der Klasse 6 wird FÜZ im 14-tägigen Wechsel mit der InformationsTechnologischen Grundbildung (ITG - Grundlegende Bildung im informations- und kommunikationstechnischen Handlungsfeld) unterrichtet. Im Rahmen von Vertretungsunterricht kann Freie Übungszeit stattfinden.

Die Fachschaften stellen für den FÜZ-Unterricht einen Pool an schülerorientierten Übungsmaterialien mit Lösungen zur Selbstkontrolle in einheitlichem Layout mit unterschiedlichen Lernniveaustufen bereit: Für Klasse 5 in Deutsch, Englisch, Mathematik, Kunst/Musik, Naturwissenschaften, Erdkunde, Religion/Philosophie und für Klasse 6 bzw. 7 zusätzlich in Geschichte und Latein/Französisch. Die Materialien ermöglichen das Arbeiten in unterschiedlichen Sozialformen.

Die Lernzeitstunden werden durch die jeweiligen Klassenlehrkräfte, die in der Regel auch das Spektrum aller nötigen Fachlehrkräfte abdecken, begleitet. Die Fachlehrkräfte geben für die Schülerinnen und Schüler ihrer Lerngruppe jeweils Förderempfehlungen mit Pflicht- und Wahlaufgaben und geben zum Arbeitsstand regelmäßig individuelle Rückmeldung.

Für die Lernzeit führen alle Schülerinnen und Schüler einen selbstgestalteten FÜZ-Ordner mit einem Laufzettel, einem Reflexionsbogen, einer Erklärung der FÜZ-Symbole, einer Erklärung zum LÜK-Kasten, Regeln für FÜZ und Registerblättern für jedes Fach, hinter denen jeweils die angefertigten Arbeiten abgeheftet werden.

Die Lernzeiten finden im Erprobungsstufenflur mit offenen Klassentüren unter Einbeziehung anderer Lernorte (Leseecke, Differenzierungsraum, Bibliothek, Raum der Stille, Nischen, Flur) statt. Dazu sind die Klassenräume zur Aufbewahrung des Materials für die Schülerinnen und Schüler mit FÜZ-Kästen in FÜZ-Schränken ausgestattet. Zur Bestandspflege des Materials werden Schülerinnen und Schüler jeder Klasse als Paten mit einem Patenschaftsvertrag benannt.

Lehrkräfte, die die Organisation der FÜZ-Stunden noch nicht kennen, hospitieren nach Möglichkeit am Ende des Schuljahres mehrmals in einer FÜZ-Stunde, bevor sie im neuen Schuljahr diese Stunden begleiten.

Am Ende der 5. Klasse findet eine Evaluation mit einem Fragebogen für die Schülerinnen und Schüler statt. Die Freie Übungszeit ist jährlich Tagesordnungspunkt der Fachkonferenzen und regelmäßig auch Thema aller schulischen Gremien und wird so weiterentwickelt.

Ausgangslage

Im Kollegium fand zunächst informell, aber dann insbesondere auch in den verschiedenen Gremien und an einem Pädagogischen Tag ein Austausch über die im Leitbild und Schulprogramm gemachten Aussagen zur individuellen Förderung im Abgleich zur Schulrealität statt.

Konsens war nach dieser Phase des Austausches das Ziel: Förderung des selbstständigen und selbstverantwortlichen Lernens der Schülerinnen und Schüler.

Zur Erreichung dieses Ziels wurden folgende Maßnahmen beschlossen:

  • Weiterentwicklung der Lernen lernen-Stunde durch Integration von Lernzeiten in den Stundenplan der Erprobungsstufe für individuelles, selbstgesteuertes Lernen, da Schülerinnen und Schüler
    • motivierter und damit erfolgreicher lernen, wenn sie sich eigene Lernziele setzen und ihre Übungsaufgaben selbst auswählen können,
    • ihre eigenen Lernstärken und -schwächen einschätzen, an ihnen arbeiten und dadurch ihren Lernprozess optimieren können,
    • ihren Lernprozess und ihren Lernfortschritt selbstständig und eigenverantwortlich organisieren können.
  • Förderung der Sozialkompetenzen durch Miteinander-Lernen (Lernen in unterschiedlichen Sozialformen)
  • Impulse durch die Teilnahme am Projekt Lernpotenziale:
    • Lehrerinnen und Lehrer, Schulleiterinnen und Schulleiter tauschen sich in Netzwerken mit anderen Gymnasien aus.
    • Schülerinnen und Schüler sowie Eltern werden beteiligt.
    • Lehrerinnen und Lehrer erhalten Fortbildungsangebote aus den Handlungsfeldern Individueller Förderung.

Ziele und Qualitätsmerkmale

Entsprechend dem Leitbild und dem Schulprogramm soll das individuelle, selbstständige, selbstverantwortliche und soziale Lernen der Schülerinnen und Schüler gefördert werden. Schulentwicklung soll partizipativ unter Einbeziehung der Eltern und Schülerinnen und Schüler gestaltet werden.

Prozessschritte

Das Gymnasium Straelen ist bei der Einführung des Konzepts folgende Schritte gegangen:

  • Bestandsaufnahme:
    • Analyse der Ergebnisse der Qualitätsanalyse
    • Vorstellen von Einzelinitiativen von Lehrerinnen und Lehrern
    • Austausch über das 2001 eingeführte Konzept Lernen lernen
  • Erste Projektphase:
    • Klärung und Erarbeitung einer einheitlichen Zielperspektive mit Beteiligung der Eltern
    • Beteiligung am Projekt Lernpotenziale
    • Gründung einer Arbeitsgruppe (8 Lehrkräfte, stellv. Schulleitung als Leitung)
    • Erstellung eines Arbeitsplans für die Klassen 5 und 6
    • Ergänzung durch ein Raumkonzept für alle Klassenräume der Klassen 5
    • Erstellung und Erprobung eines Materialpools
    • Vereinheitlichung des Layouts
    • Schaffung von Systemzeit – Fachtage zur Erstellung von Materialien
    • Benennung einer/eines FÜZ-Beauftragten in jeder Fachschaft
    • Optimierung der Kommunikationsstrukturen unter Einbeziehung aller Gremien
    • Öffentlichkeitsarbeit (Tag der offenen Tür, Informationsveranstaltungen für Eltern)
  • Zweite Projektphase:
    • Beteiligung am Projekt Lernpotenziale II
    • Einführung von FÜZ in Klasse 6 (abwechselnd mit InfomationsTechnologischer Grundbildung)
    • Entwicklung eines Schüler-Feedbackbogens zur Förderung der Selbstverantwortung
    • Ergänzung von Materialien zum Hörverstehen für das Fach Englisch
    • Einrichtung von digitalen Ordnern für den Materialaustausch
  • Ausblick: Integration von computergestütztem Lernen

Gelingensbedingungen und Herausforderungen

  • Erstellung, Pflege und Weiterentwicklung von passendem FÜZ-Materialien
  • Integration von digitalem Lernen
  • Information und Einbeziehung aller Mitglieder der Schulgemeinde

Materialpool

Lernzeitenband - Märkisches Gymnasium Hamm

Märkisches Gymnasium

Wilhelm-Liebknecht-Straße 11
59067 Hamm
02381/914970
maerkisches-gymnasium@gyma.schulen-hamm.de

Schulleiter: Herr Rösner
Bezirksregierung Arnsberg

Netzwerke / Projekte

  • Projekt „Lernpotenziale. Individuell fördern im Gymnasium.“
  • Netzwerk „Zukunftsschulen NRW“
  • MINT freundliche Schule

Druckversion des gesamten Praxisbeispiels (PDF, 927 KB)

Lernzeitenband in der Sekundarstufe I

Am Märkischen Gymnasium Hamm ist das Inselstundenkonzept (individualisiertes, selbstständiges Lernen) ein Konzept für ein zweistündiges Lernzeitenband für die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch und die zweite Fremdsprache in der Sekundarstufe I mit Lernen-lernen-Sequenzen und Anleitungen zu kooperativen Arbeitsformen. Die INSEL-Stunden bieten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, neben dem regulären Üben auch niveaudifferenziert und interessengeleitet zu arbeiten.

Sie liegen für die vier Klassen einer Jahrgangsstufe parallel, idealerweise werden die Klassenlehrerinnen und -lehrer bzw. die Fachlehrerinnen und -lehrer der Fächer mit schriftlichen Arbeiten und zwei weitere Lehrpersonen in diesen Stunden eingesetzt.
Zusätzlich zu den Klassenräumen stehen ein Silentium-Raum und ein Computer-Arbeitsraum zur Verfügung. Die Fachlehrkräfte stellen geeignete und herausfordernde Materialien zur Verfügung und geben den Schülerinnen und Schülern Hinweise zu möglichen und sinnvollen Aufgabenstellungen.
Die Schülerinnen und Schüler entscheiden jeweils selbstständig über das Fach und die Arbeitsform, durchschnittlich sollen sie jedoch gleichermaßen für alle Fächer arbeiten.

Ausgangslage

  • Die Schule recherchierte Möglichkeiten, die individuelle Förderung möglichst schülerorientiert umzusetzen und dabei neue Erkenntnisse der Lernforschung zu berücksichtigen.
  • Einige motivierte Kolleginnen und Kollegen mit den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch wollten eigene Vorstellungen zur individuellen Förderung entwickeln, erproben und auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen.
  • Zunächst richteten sich die Planungen auf die Jahrgangsstufe 5, bei Gelingen sollten nachfolgende Jahrgangsstufen sukzessive mit einbezogen werden. Dies ist mittlerweile bis zur Jahrgangsstufe 9 erfolgt.

Ziele und Qualitätsmerkmale

Organisation der INSEL-Stunden:

  • Die Stunden folgen einer geeigneten Ritualisierung und Phasierung.
  • Die Aufgabenstellungen sind sinnstiftend und verständlich formuliert.
  • Die Regeln werden vonseiten der Lehrkräfte und der Schülerinnen und Schüler eingehalten.

Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler:

  • Ansprechende Materialien, herausfordernde Aufgabenstellungen und gute Anleitungen zum Lernen lernen und zu Methoden und Arbeitsformen sind Voraussetzungen für selbstgesteuertes und individualisiertes Lernen.
  • Motivierende Rückmeldungen der Mitschülerinnen und Mitschüler sowie der jeweiligen Fachlehrkräfte beflügeln den Lernerfolg, somit ist die Verbindung der INSEL-Stunden mit dem jeweiligen Fachunterricht unbedingt anzustreben.
  • Die Arbeitspläne der Schülerinnen und Schüler können individuell und selbstbestimmt ausgestaltet werden.
  • Die Schülerinnen und Schüler können in ihrem Lernprozess beobachtet und beraten werden.
  • INSEL-Stunden-Ergebnisse und Lehrerbeobachtungen können eine Grundlage für eine förderliche Kommunikation mit den Eltern bieten.

Zusammenarbeit der Lehrkräfte:

  • Die Fachschaften erstellen und bewerten die Materialien und entwickeln sie weiter, Ziel ist die Erstellung dauerhafter und nachhaltiger Materialien und ihre ökonomische Nutzung.
  • Die Materialübergabe und Materialpflege sind verbindlich und verantwortungsvoll geregelt.
  • Es bestehen regelmäßige Gelegenheiten zur Reflexion und zur Optimierung der Zusammenarbeit.

Prozessschritte

  • Eine Arbeitsgruppe entwickelt eine konzeptionelle Idee zum individualisierten Lernen und stellt sie der Lehrerkonferenz vor; diese spricht sich für die Erprobung der INSEL-Stunden aus.
  • Einige Kolleginnen und Kollegen entwickeln das Konzept und die Materialien für die ersten Wochen der kommenden Jahrgangsstufe 5 - zunächst zur Einführung in das Lernen lernen und die arbeitsorganisatorischen Grundvoraussetzungen (INSEL-Ordner), dann zu ersten fachbezogenen Aufgabenstellungen. Aufgabenbeispiele Mathematik Jahrgang 6:
    • Prediger, S., Barzel, B., Hußmann, S., Leuders, T. (Hrsg.). (2013). Mathewerkstatt 6. Mittlerer Schulabschluss - Allgemeine Ausgabe – 6. Schuljahr. Schülerbuch mit Materialblock. Berlin: Cornelsen.
    • Landwehr, D. et al. (2009). Lambacher Schweizer - Mathematik für Gymnasien. Ausgabe für Nordrhein-Westfalen. Neubearbeitung 2009/ Serviceband 6. Schuljahr. Stuttgart: Klett.
  • Die Lehrkräfte des Entwicklungsteams werden als Fachlehrerinnen und Fachlehrer, teilweise auch als Klassenlehrerinnen und -lehrer in der neuen Jahrgangsstufe 5 eingesetzt, die INSEL-Stunden und die dafür erforderlichen Räume werden im neuen Stundenplan geblockt.
  • Das Konzept und die Materialien werden im Verlauf des Schuljahres weiterentwickelt und dokumentiert, auf Fach- und Lehrerkonferenzen erfolgen regelmäßige Berichte und ein regelmäßiger Austausch.
  • Am Ende des Schuljahres beschließt die Lehrerkonferenz die Fortführung des Projekts.
  • Eine Übergabe der Materialien und eine Einführung der neuen INSEL-Stunden-Lehrkräfte erfolgt am Ende des Schuljahres zur Wiederholung in der Jahrgangsstufe 5, das Entwicklungsteam geht weiter in die Jahrgangsstufe 6.
  • Im Verlauf der nächsten Schuljahre erfolgt ein sukzessiver Aufbau des INSEL-Stunden-Konzepts bis einschließlich Klasse 9, teilweise werden zur Optimierung und Evaluation Befragungen der Lehrkräfte, der Eltern und der Schülerinnen und Schüler durchgeführt und ausgewertet, immer verbunden mit der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten.
  • Im kommenden Schuljahr 2019/20 werden in der Mittelstufe ein Expertenprojekt sowie ein Mathematik-Forder- und ein Mathematik-Förder-Kurs in einem Pilotversuch erprobt.

Gelingensbedingungen und Herausforderungen

  • Die Schulleitung unterstützt das Vorhaben und sorgt für die Realisierbarkeit mit Blick auf die Unterrichtsverteilung, die Platzierung der Stunden im Stundenplan, die Verfügbarkeit und Ausstattung der Räume.
  • Das Kollegium steht dem Vorhaben positiv gegenüber und bringt sich engagiert ein.
  • Entwicklung, Übergabe und Pflege der Materialien erfolgen gewissenhaft gemäß den Absprachen.
  • Die Lehrerinnen und Lehrer benötigen mehr Möglichkeiten zur Beratung und Unterstützung der Schülerinnen und Schüler.
  • Fortbildungsmöglichkeiten zur Teamarbeit im Kollegium und zu individualisierendem Lernen in den Fächern (Fachkonferenzen) sollten regelmäßig zur Unterstützung angeboten werden.

Materialpool

Weiterentwicklung von Lernzeiten – Karl-Ziegler-Schule Mülheim an der Ruhr

Karl-Ziegler-Schule

Schulstr. 2-6
45468 Mülheim an der Ruhr
Tel.: 0208/4557800
karl-ziegler-schule@muelheim-ruhr.de

Schulleiterin: Frau Reuen (komm.)
Bezirksregierung Düsseldorf

Netzwerke / Projekte

  • Projekt „Ganz In. Mit Ganztag mehr Zukunft. Das neue Ganztagsgymnasium NRW.“
  • Projekt „RuhrFutur“
  • MINT freundliche Schule
  • Netzwerk „Zukunftsschulen NRW“

Druckversion des gesamten Praxisbeispiels (PDF, 919 KB)

Weiterentwicklung von Lernzeiten

Für die Karl-Ziegler-Schule, die seit 2010 Ganztagsgymnasium ist, sind die Lernzeiten ein zentrales Schulentwicklungsthema. Mit Blick auf die individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler werden die Lernzeiten kontinuierlich weiterentwickelt und optimiert.

Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in den Lernzeiten an Wochenplänen, die vor allem Aufgaben zu den Fächern mit schriftlichen Arbeiten beinhalten. Die Lernzeiten werden von Fachlehrerinnen und Fachlehrern begleitet und bei Fragen und Schwierigkeiten durch diese unterstützt. Die Wochenplanarbeit fördert das eigenverantwortliche Arbeiten der Schülerinnen und Schüler. In der ersten Lernzeit der Woche planen sie individuell ihre Woche und setzen sich ihre Lernziele. Zusätzlich liegen in den Lernzeiten Förder-, Forder- und Neigungsangebote, wie zum Beispiel die Profilkurse oder das Begabtenförderungsprogramm „Zmarties“ (Link zur Homepage der Schule mit weiteren Informationen unter der Rubrik „Schulprofil“ und „Individuelle Förderung“).

Ausgangslage

Mit der Einführung des Ganztags wurde deutlich, dass die Hausaufgaben in schulische Lernzeiten als wesentlicher Baustein im Ganztag aufgehen müssen. Die Schülerinnen und Schüler erhalten so die Möglichkeit, längere Übungs- und Vertiefungsphasen ergänzend zum Fachunterricht zu nutzen. Die Karl-Ziegler-Schule hat einige Schulen, die bereits im Ganztag arbeiten, besucht und Anregungen zur Gestaltung von Lernzeiten erhalten. Dem Kollegium wurde aber auch insbesondere klar, dass sich mit Lernzeiten Bildungschancen für alle Schülerinnen und Schüler verbinden – losgelöst von den Möglichkeiten der häuslichen Unterstützung.

Ziele und Qualitätsmerkmale

In den Lernzeiten haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, vertiefende, weiterentwickelnde oder wiederholende Aufgaben zu bearbeiten und bei Schwierigkeiten und Fragen die Hilfe von Lehrkräften oder ihrer Klassenkameraden in Anspruch nehmen zu können.

Zudem sollen die Schülerinnen und Schüler durch die Klassen-Lernzeit Planungskompetenzen erlangen und lernen, Lernziele zu formulieren und ihren Arbeitsprozess zu reflektieren.

    Als Qualitätsmerkmale sind folgende Aspekte besonders wichtig:
  1. Das Kollegium ist über den grundsätzlichen Ablauf der Lernzeiten informiert und hält sich an übergreifende Regeln, die auch den Schülerinnen und Schülern bewusst sind (M06).
  2. Die Schülerinnen und Schüler nutzen die Lernzeiten effektiv und arbeiten eigenständig. Sie halten sich an die Regeln (M06).
  3. Erfahrungen und Erwartungen der Schülerschaft und der betreuenden Lehrerinnen und Lehrer werden abgeglichen und gegebenenfalls wird nachgesteuert (M09 – Grundlage für die aktuelle Nachsteuerung).

Prozessschritte

Lernzeiten als Schulentwicklungsthema

Als ein wichtiger Bestandteil des Ganztagskonzepts hat sich die Ausgestaltung der Lernzeiten an der Karl-Ziegler-Schule sukzessive verändert. Dieser Schulentwicklungsprozess wird in regelmäßigen Abständen überprüft und auf konzeptioneller und organisatorischer Ebene nachgesteuert.

Lernzeiten im Klassenverband

In den ersten Jahren des Ausbaus des Ganztags fanden die Lernzeiten ausschließlich im Klassenverband statt. Nach einer Einführung zu Beginn der 5. Klasse wurden die Lernzeiten von Fachlehrerinnen und -lehrern begleitet. Die Wochenpläne wurden zentral in der Schule von den Lehrkräften entwickelt und von den Koordinatorinnen und Koordinatoren vervielfältigt und verteilt. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Lernzeiten keinen festen Platz im Stundenplan und konnten dementsprechend zwischen der 1. und 8. Stunde stattfinden. Abgesehen von einer grundsätzlichen Einführung in das Arbeiten mit dem Wochenplan ging es zu Beginn ausschließlich um das Bearbeiten der Aufgaben durch die Schülerinnen und Schüler.

Öffnung der Lernzeiten - Anlehnung an das Dalton-Konzept

Nach einigen Jahren der Erprobung und nach ersten Evaluationen durch die Lehrkräfte gab es den Wunsch, die Lernzeiten zu verändern - vor allem das Arbeiten im Klassenverband und die unverbindliche Lage der Lernzeiten waren Kritikpunkte. Zu diesem Zeitpunkt interessierte sich die Karl-Ziegler-Schule für das sogenannte Dalton-Konzept (Link zu Informationen zum Konzept auf der Homepage „Ideen für mehr! Ganztägig bilden.“ der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung) und übernahm einzelne Konzeptbausteine. So wurden die Lernzeiten zum einen organisatorisch verbindlicher gemacht (immer zur selben Zeit in der 5. oder 6. Stunde an den langen Tagen), zum anderen allerdings auch geöffnet: Außer den 5. Klassen, die weiterhin im Klassenverband die Lernzeiten besuchten, durften die Schülerinnen und Schüler der Klassen 6 bis 9 aus einer Übersicht mit Räumen und den dort anwesenden Lehrerinnen und Lehrern entscheiden, bei wem sie die Lernzeiten besuchen wollten. Man erhoffte sich davon eine Durchmischung der Jahrgangsstufen, die eine Form des Peer-Learnings möglich machen sollte (im Projekt Ganz In nahm die Schule zu diesem Zeitpunkt an einem entsprechenden Projekt der themenspezifischen Beratung „Individuelle Förderung“ teil). Das veränderte Lernzeitenangebot wurde jedoch nur sehr bedingt angenommen, gleichzeitig kam eine im Rahmen des Ganz In-Projektes durchgeführte Evaluation (M09) zu dem Ergebnis, dass sowohl auf Seiten der Schülerschaft als auch auf Seiten der Lehrkräfte eine stärkere Steuerung von außen gewünscht wurde. Deshalb modifizierte die „Steuergruppe Lernzeiten“ das Konzept erneut.

Aktuelle Entwicklung: Klassen-Lernzeit und Jahrgangs-Lernzeit

Das aktuelle Lernzeitenkonzept sieht vor, dass die Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen die Woche mit einer Klassen-Lernzeit beginnen, die von den Klassenlehrkräften begleitet wird. In dieser Lernzeit bekommen die Schülerinnen und Schüler ihre Wochenpläne und entscheiden sich möglichst verbindlich, welche Arbeitsaufträge sie in den weiteren Lernzeiten bei welcher Lehrkraft bearbeiten wollen. Die Lernzeiten am Mittwoch und Donnerstag finden weiterhin innerhalb eines festen Bandes statt, allerdings nicht mehr jahrgangsübergreifend von Jahrgang 6 bis 9, sondern jahrgangsbezogen.

In der Klassen-Lernzeit sollen die Schülerinnen und Schüler außerdem an das eigenverantwortliche Lernen herangeführt werden. Die „Steuergruppe Lernzeiten“ hat dafür den Lehrerinnen und Lehrern Material zur Verfügung gestellt, mit dem regelmäßig Ziele gesetzt und reflektiert werden sollen. Außerdem wird der individuelle Arbeitsprozess mithilfe von Reflexionsbögen (M07, M08) sowie durch entsprechende Einträge im Schulplaner (M04) reflektiert.

Mit diesem veränderten Konzept wurde den Wünschen der Schülerinnen und Schüler und der Lehrkräfte Rechnung getragen. In einer Dienstbesprechung mit den Lehrerinnen und Lehrern wurde das angepasste Konzept erstmals evaluiert und Anregungen gesammelt. Im Anschluss daran hat sich die Steuergruppe entschieden, im Schuljahr 2019/2020 an der aktuellen Form der Lernzeiten festzuhalten und im zweiten Halbjahr eine erneute Evaluation durchzuführen.

Gelingensbedingungen und Herausforderungen

Der Prozess der Entwicklung der Lernzeiten an der Karl-Ziegler-Schule macht deutlich, dass dieses große Schulentwicklungsthema als Teil des Ganztags regelmäßiger Nachsteuerung bedarf. Als früheres Halbtagsgymnasium, das sich zur Ganztagsschule entwickelt hat, hat die Schule die Erfahrung gemacht, dass eine regelmäßige Evaluation der Lernzeiten nötig ist, um eine größtmögliche Zufriedenheit auf Seiten der Schüler- und Lehrerschaft zu erreichen.

Eine Herausforderung ist von Beginn an die Verbindlichkeit von Absprachen gewesen, die nötig sind, damit die Schülerinnen und Schüler in allen Lernzeiten ähnliche Bedingungen vorfinden. Hierzu gibt es immer wieder Informationen auf Lehrerkonferenzen und in schriftlicher Form direkt an die Lehrerinnen und Lehrer, die die Lernzeiten begleiten (M04, M05).

Eine weitere Herausforderung ist mit der Klassen-Lernzeit am Montag verbunden, in der die Schülerinnen und Schüler Planungskompetenzen erwerben und ihre Arbeit reflektieren sollen, hierbei aber erst nach und nach den Mehrwert für sich erkennen.

Die Entwicklung von Wochenplanaufgaben, die eher herausfordernden Charakter haben, ist ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt - genauso wie die Etablierung eines Lerncoachings. An diesem Thema will die Schule vorrangig im Schuljahr 2019/2020 arbeiten.

Materialpool

Schlau(n)Studios – Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium Münster

Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium

Sonnenstraße 18
48143 Münster
0 251/62071-0
j-c-schlaun@stadt-muenster.de

Schulleiterin: Frau Langenberg
Bezirksregierung Münster

Netzwerke / Projekte

  • Projekt "Lernpotenziale. Individuell fördern im Gymnasium.“
  • Netzwerk "Zukunftsschulen NRW"
  • Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Druckversion des gesamten Praxisbeispiels (PDF, 855 KB)

Die Schlau(n)Studios

Am Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium wurde zum Schuljahr 2016/2017 ein neues Konzept der individuellen Förderung im Form eines Förderbandes zunächst für die Jahrgangsstufen 7 und 8 implementiert, das im darauffolgenden Schuljahr auf die Jahrgangsstufe 9 ausgeweitet worden ist: die Schlau(n)Studios.

Das Schulentwicklungs- und Netzwerkprojekt Lernpotenziale bot der Schule den Rahmen, um an der Entwicklung dieses Förderbandes innerhalb des Ergänzungsstundenkonzepts für die Mittelstufe zu arbeiten. Dabei war es das vorrangige Ziel, die Potenziale aller Schülerinnen und Schüler weiter zu fördern und ihre individuellen Interessen und Neigungen stärker zu berücksichtigen.

Die Schlau(n)Studios liegen als Förderband in der 8. und 9. Stunde gemäß dem Doppelstundenprinzip der Schule. Es gibt zweimal pro Woche zwei parallele Angebote an Förderkursen für die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch, Latein, Französisch und Spanisch. Die Kurse werden fachbezogen und jahrgangsstufenübergreifend (Klassen 7 bis 9) durchgeführt.

Ausgangslage

Der Entscheidung, das Projekt in der Mittelstufe zu implementieren, ging eine Befragung der Eltern voraus, aus der ersichtlich wurde, dass viele ihre Kinder in der Erprobungsstufe gut begleitet und gefördert bzw. gefordert sehen, eine systematische Fortsetzung in der Mittelstufe allerdings wünschenswert wäre.

Die Schlau(n)Studios wurden als ein zusätzliches individualisiertes Förderangebot konzipiert, das insbesondere Kinder und Jugendliche mit temporären fachlichen Unsicherheiten gezielt unterstützen soll. Für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler wird die Teilnahme an weiteren Projekten ermöglicht, die unter anderem auch in diesem Förderband als AG liegen.

Ziele und Qualitätsmerkmale

  • Die Schülerinnen und Schüler sollen in den Schlau(n)Studios der Jahrgangsstufen 7, 8 und 9 in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Latein, Französisch und Spanisch dazu befähigt werden, ihre Lern- und Arbeitsprozesse zunehmend selbstständig und eigenverantwortlich zu organisieren und somit temporäre Unsicherheiten und Lernschwierigkeiten in den genannten Fächern sukzessive aufzuarbeiten.
  • Dazu identifizieren sie in enger Abstimmung mit den Fachlehrkräften zunächst individuelle Förderschwerpunkte und verschriftlichen diese. Diese Förderschwerpunkte stellen für die Schülerinnen und Schüler die Grundlage für die Arbeit in den Schlau(n)Studios dar.
  • Die Schülerinnen und Schüler üben in weiten Teilen selbstständig und kontrollieren ihre Ergebnisse selbst.
  • In den Schlau(n)Studios werden grundsätzlich Fachlehrkräfte zur Begleitung und Unterstützung des Lernens der Schülerinnen und Schüler eingesetzt.
  • Zur Unterstützung einer ruhigen Lernatmosphäre befinden sich maximal 15 Schülerinnen und Schüler in einem Schlau(n)Studio.
  • Wenn sich ein Kind für ein Schlau(n)Studio entscheidet, dann ist der Besuch für ein Quartal verpflichtend (M02). Soll oder möchte ein Kind zwei Schlau(n)Studios besuchen, so ist ein Wechsel nach 45 Minuten (trotz Doppelstundenmodell) möglich.
  • Die Eltern erhalten Rückmeldungen zur Mitarbeit ihres Kindes im Schlau(n)Studio über den Lernplaner der Schule, den sogenannten Schlaunplaner, über Sprechstunden, Elternsprechtage und einen ganztägigen Beratungstag. Über einen Laufzettel (M04), der einen Selbsteinschätzungsbogen enthält, reflektieren die Kinder nach jedem Schlau(n)Studio den durchlaufenen Arbeitsprozess. Durch die geforderte Unterschrift der Eltern soll der Austausch zwischen dem Kind, den Eltern und der Schule über die Arbeit in den Schlau(n)Studios verbindlich werden.
  • Die Förderangebote und Beratungsgespräche werden systematisch dokumentiert.

Prozessschritte

Bestandsaufnahme im Schuljahr 2015/16 und Bedarfsermittlung

Im Rahmen der Bestandsaufnahme über bestehende Förderkonzepte erfolgte auch die Auswertung einer Elternbefragung zur Zufriedenheit mit den bisherigen schulischen Angeboten zur individuellen Förderung. Auch die Einschätzung der Schülerinnen und Schüler wurde in informellen Gesprächen erfragt. In die konzeptionelle Neugestaltung des Ergänzungsstundenkonzepts im Rahmen des Projekts Lernpotenziale flossen sämtliche Erkenntnisse ein, die sich aus der Bedarfsabfrage ergeben hatten, und führten zur

  • Ausweitung der individuell wählbaren Angebote,
  • Einrichtung von unterstützenden Angeboten für selbstgesteuerte Lernprozesse,
  • Erweiterung von herausfordernden Angeboten für leistungsstarke Kinder.

Die Neuausrichtung wurde in allen Gremien der Schule abgestimmt und von der Schulkonferenz verabschiedet.

Es erfolgte die Einführung eines ganztägigen Beratungstags im April 2016 (M08, M09 und M10). Dieser bereitete den Einstieg in das neue Konzept vor und war mit der Zielsetzung verbunden, die Eltern und Kinder ausgiebig zu beraten und Rückmeldungen zum Leistungsstand zu geben. Das erweiterte Zeitfenster wurde auch genutzt, um für die individuellen Förderschwerpunkte der Schülerinnen und Schüler zu sensibilisieren und diese festzulegen.

Start der Schlau(n)Studios im Schuljahr 2016/17

Im Schuljahr 2016/17 begann die Umsetzung des Konzepts, und zwar zunächst für die Jahrgänge 7 und 8 und nur für die Fächer Deutsch, Mathematik, Französisch und Englisch.

Es wurde regelmäßig auf Lehrerkonferenzen über erste Erfahrungen berichtet und Rückmeldungen der in den Schlau(n)Studios eingesetzten Lehrkräfte wurden eingeholt. Auch in den Schul- und Klassenpflegschaftssitzungen (M01 und M03) und in der Schülervertretung wurde nicht nur über das Konzept informiert, sondern es wurden auch Rückmeldungen erbeten, um zeitnahe Nachjustierungen vornehmen zu können.

Im ersten Jahr wurden die Schlau(n)Studios jahrgangsbezogen durchgeführt, d.h. es gab sowohl im Jahrgang 7 vier Schlau(n)Studios wie auch im Jahrgang 8.

Erweiterung des Konzepts der Schlau(n)Studios im Schuljahr 2017/18

Da im Schuljahr 2017/18 das Fach Spanisch neu in Klasse 6 eingeführt wurde, entstand früh der Wunsch, auch ein Schlau(n)Studio für dieses Fach für den Fall anzubieten, dass sich bereits beim Einstieg in die Fremdsprache Lernschwierigkeiten zeigten. In der Vorbereitungsphase wurden die ersten Erkenntnisse aus dem vorangehenden Schuljahr genutzt und die Spanischlehrkräfte individuell von den Verantwortlichen der Arbeitsgruppe und der Schulleitung über die Rahmenbedingungen informiert.

Darüber hinaus wurde das Förderband auf die Jahrgangsstufe 9 ausgedehnt, um einerseits eine Kontinuität zu garantieren, andererseits auch neu einsteigenden Schülerinnen und Schülern ein passgenaues Angebot zu unterbreiten.

Die Schlau(n)Studios wurden nun jahrgangsstufenübergreifend organisiert.

Evaluation des Konzepts

Neben einer ersten Evaluation der Schlau(n)Studios (M11 und M12) zum Ende des Schuljahres 2017/18 wurde zuvor bereits im Schuljahr 2015/16 der ganztägige Beratungstag (M13) evaluiert. Seine Einführung erfolgte mit dem Ziel, Eltern, Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern mehr Zeit für Beratung zur Verfügung zu stellen. Trotz eines relativ geringen Rücklaufs waren die ersten Ergebnisse zufriedenstellend.

Ausblick zur konzeptionellen Weiterarbeit

Zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Schlau(n)Studios soll Ende des Schuljahres 2019/20 eine zweite Evaluation stattfinden, bei der ein deutlich höherer Rücklauf mit repräsentativen Ergebnissen angestrebt wird.

Auch zukünftig sollen die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler, die die Schlau(n)Studios bereits besucht haben, weiterhin systematisch ausgewertet und bei der weiteren Ausgestaltung des Konzepts berücksichtigt werden.

Gelingensbedingungen und Herausforderungen

Anforderungen an die Materialien:

Die bereitgestellten Materialien (inklusive Lösungsblätter – M11) werden für einzelne Fächer von den Fachkolleginnen und -kollegen selbst erstellt oder es wird auf Verlagsmaterial zurückgegriffen. Das Material muss für die Lernenden neu, also nicht aus dem Unterricht bekannt, und zur Selbstkontrolle geeignet sein.

Personelle Ausstattung:

In den Schlau(n)Studios werden Kolleginnen und Kollegen eingesetzt, die das Konzept unterstützen und den engen Austausch mit den im Fachunterricht eingesetzten Lehrkräften und den Schülerinnen und Schülern suchen. Sie werden durch den Leitfaden der Schlau(n)-Studios (M06) informiert und sorgen dafür, dass die Schülerinnen und Schüler die Verhaltenshinweise (M07) beherzigen. Neue Akteurinnen und Akteure werden systematisch mit dem Konzept der Schlau(n)Studios vertraut gemacht.

Systemische Herausforderungen:

Systemisch besteht die Herausforderung darin, wie verschiedene Förderangebote aufeinander abgestimmt werden können. Am Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium sank die Nachfrage an der sogenannten Lerntreppe (Konzept „Schüler helfen Schülern“), so dass diese in eine Nachhilfebörse umgewandelt wurde.

Eine weitere Herausforderung ist die jährliche Planung der Schlau(n)Studios, z.B. hinsichtlich der Anzahl der Schlau(n)Studios, der Anzahl der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler pro Gruppe oder der zur Verfügung stehenden Fachlehrkräfte. Da der Besuch der Schlau(n)Studios für einzelne Schülerinnen und Schüler verbindlich ist, entsteht hierdurch eine gewisse Planungssicherheit (M05).

An der Weiterentwicklung der Schlau(n)Studios wird kontinuierlich in den verschiedenen Gremien der Schule gearbeitet, an denen sowohl Eltern, Schülerinnen und Schüler als auch Lehrkräfte beteiligt sind und regelmäßig Rückmeldungen geben können.

Materialpool

Lernpotenziale entfalten - Individuelle Förderung am Theodor-Heuss-Gymnasium Waltrop

Theodor-Heuss-Gymnasium

Theodor-Heuss-Straße 1
45731 Waltrop
02309 75453
thg-waltrop@t-online.de

Schulleiterin: Frau Leukefeld
Bezirksregierung Münster

Netzwerke / Projekte

  • Projekt "Lernpotenziale. Individuell fördern im Gymnasium.“
  • Netzwerk „Zukunftsschulen NRW“
  • MINT-EC
  • Medienscouts NRW
  • Jugend debattiert
  • Landesprogramm Bildung und Gesundheit NRW

Druckversion des gesamten Praxisbeispiels (PDF, 968 KB)

Lernpotenziale entfalten! –Individuelle Förderung am Theodor-Heuss-Gymnasium

    Im Schulentwicklungsprojekt Lernpotenziale hat das Theodor-Heuss-Gymnasium Waltrop (THG) im Rahmen der individuellen Förderung vornehmlich an der Entwicklung eines Ergänzungsstundenkonzepts gearbeitet: Die Ergänzungsstunden wurden dabei sowohl zur individuellen Förderung als auch zur Profilbildung genutzt und sukzessive mit weiteren Maßnahmen zur individuellen Förderung systematisch verknüpft. Aktuell sind die zentralen Elemente (M15)
  • die Lernen lernen-Stunde in der Erprobungsstufe,
  • die Lernwerkstatt in der Mittelstufe,
  • die individualisierten Lernzeiten im Rahmen des Vertretungsunterrichts,
  • die Förderkurse,
  • die Talentschmiede,
  • die Neigungskurse und
  • die Sozial Genial-Angebote.

(Theodor-Heuss-Gymnasium Waltrop (2017). Schulprogramm, S. 37ff. Aufgerufen am 23.06.2020. Verfügbar unter http://www.thg-waltrop.de/wp-content/uploads/2015/05/Schulprogramm.pdf)

Ausgangslage

Um die Lernpotenziale aller Schülerinnen und Schüler fördern zu können, hat das Kollegium des THG die schulischen Konzepte zur individuellen Förderung nach und nach weiterentwickelt. Dazu wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, in die sich Schulleitung, Lehrende, aber auch die Schüler- und Elternschaft einbrachten. Die Koordinatorinnen und Koordinatoren der pädagogischen Schwerpunktbereiche am THG (MINT, Sport, Kultur und Sprachen) ließen ihre Expertise bei Fragen der Profilbildung einfließen. Die Mitarbeit im Schulentwicklungsprojekt Lernpotenziale unterstützte diesen partizipativen Schulentwicklungsprozess (Kriegel, 2018, S. 41 - 43).

Ziele und Qualitätsmerkmale

Übergeordnetes Ziel des Rahmenkonzepts zur individuellen Förderung ist die Wertschätzung und ressourcen¬orientierte Stärkung der Potenziale der Lernenden. Durch kontinuierliche Lernberatung und -begleitung sollen sie die Gelegenheit bekommen, Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen zu erwerben und zunehmend eigenverantwortlich zu lernen. Folgende Förderaspekte kennzeichnen das Rahmenkonzept:

  • Kompetenzorientierte Förderung der Lernenden auf verschiedenen Niveaustufen in individuellen Lernzeiten, zum Beispiel mit Kompetenzchecks als periodische Lernstandsfeedbacks im Fach Mathematik.
  • Förderung von leistungsstarken Schülerinnen und Schülern, zum Beispiel im Rahmen des Drehtürmodells (Talentschmiede)
  • Bedarfsorientierte Förderung in Förderkursen bei temporären Unsicherheiten und Lernschwierigkeiten
  • Neigungsorientierte Förderung der Lernenden in der MINT-Profilklasse und den Neigungskursen (AGs), in denen die Schülerinnen und Schüler ihren besonderen Interessen und Begabungen nachgehen
  • Förderung der Persönlichkeitsentwicklung im Rahmen verschiedener Sozial Genial-Angebote (Ausbildung der Schülerinnen und Schüler zu Lernbegleitern wie Klasse!Paten, MINTarbeiter, Medienscouts)
  • Förderung von Argumentations- und Kommunikationstechniken sowie Konflikt- und Teamfähigkeit, zum Beispiel durch die sukzessive Einführung des Klassenrats in der Sekundarstufe I
  • Nachhaltige und systematische Steigerung der Qualität von Bildung durch gesundheitsförderliches Handeln aller an der Schule Beteiligten, zum Beispiel bei der Umgestaltung des Schulhofs zu einem Lern- und Lebensraum
  • Nutzung digitaler Möglichkeiten zur individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler

Prozessschritte

Bestandsaufnahme im Schuljahr 2014/15 und Teilnahme am Projekt Lernpotenziale

Im Rahmen der Leitbildentwicklung und der Schulprogrammarbeit erfolgte in allen schulischen Gremien und in informellen Gesprächen eine Bestandsaufnahme über bestehende Angebote zur individuellen Förderung und eine Abfrage der Bedarfe. Der Wunsch nach der Entwicklung eines Rahmenkonzeptes zur individuellen Förderung und nach einer neuen Konzeptionierung der Ergänzungsstunden führten zu einer Teilnahme am Projekt Lernpotenziale II. Die Neuausrichtung wurde in allen Gremien der Schule abgestimmt und von der Schulkonferenz verabschiedet.

Start mit der Lernen-lernen Stunde im Schuljahr 2014/15

Zunächst wurde am THG das Konzept einer Lernen lernen-Stunde für die Erprobungsstufe entwickelt. Es knüpft an die Arbeit der Grundschulen an, indem bereits erworbene Lernkompetenzen ausgebaut und an die Arbeitsweise des Gymnasiums herangeführt wird. Die Lernen lernen-Stunde ist so konzipiert, dass durch die Absprachen im Klassenteam über die Fächergrenzen hinaus selbstgesteuertes und kooperatives Lernen ermöglicht wird (M04, M05). Zur Förderung einer konstruktiven Lernatmosphäre sind Elemente des Lebenskompetenzprogramms Lions Quest in das Konzept integriert (weitere Informationen unter www.lions-quest.de).
Die Schülerinnen und Schüler erhalten jeweils einen Ordner „Training von Kompetenzen zum selbstständigen Lernen“ mit einer informierenden Einführung (M07), einem Register, in dem systematisch und sukzessive Materialien, erlernte Arbeitstechniken und Lernstrategien eingeheftet werden, und das Arbeitsheft „Lernen lernen“.

Präventionskonzept - Klasse!Paten & Medienscouts

Das Übergangskonzept der Lernen lernen-Stunde (Konzeptbaustein: WILUK - Wir lernen uns kennen) beinhaltet das gegenseitige Kennenlernen sowie das Erkunden des Schulumfeldes.
Die Ausbildung von Klassenpaten und Medienscouts durch die Beratungslehrkräfte wird als Teil der Präventions- und Beratungsarbeit eingeführt (M08). Die Klassenpaten und Medienscouts unterstützen die Klassenlehrerteams vor allem in der Phase des Übergangs. Gemeinsam mit den Klassenpaten wurde dazu in dem Erprobungsstufenflur ein Patenpausenraum eingerichtet, in dem regelmäßig eine Patenpause angeboten wird, Pausenspielzeug ausgeliehen werden kann und die Klassenpaten Angebote für einzelne Lernen lernen-Stunden vorbereiten können (M09).

Kooperation im Klassenteam und systematische Dokumentation beim Lernen lernen im Schuljahr 2015/16

Die Klassenleitungsaufgabe wird – angeregt durch die Beratungslehrkräfte - gleichberechtigt von zwei Lehrkräften übernommen. Alle Aufgabenbereiche werden möglichst von einer weiblichen und männlichen Lehrkraft betreut.
In Klassenteamsitzungen zu Beginn des Schuljahres und zu den Erprobungsstufenkonferenzen werden gemeinsam Absprachen und Vereinbarungen getroffen, beispielsweise zum Classroommanagement, zur Einbindung der Klassenpaten und Medienscouts an Projekttagen oder zur Entwicklung von Regeln für die Lernen lernen-Stunden.
Zur Dokumentation beim Lernen lernen steht den Lehrerinnen und Lehrern eine Übersicht über die eingeführten Methoden in Form eines eingeklebten Rasters im Klassenbuch der Klassen zur Verfügung (M06).

Einführung des Schulplaners zur zielgerichteten Lernplanung und Kommunikation

Der im Schuljahr 2015/16 zunächst für die Erprobungsstufe eingeführte Schulplaner unterstützt die Hausaufgabenplanung und das Zeitmanagement. Er enthält wichtige Informationen über das Schulleben und dient als Kommunikationsmittel zwischen Schule und Elternhaus (M10).
Der Schulplaner wurde zunächst als Pilotprojekt eingeführt, da er für ein Halbtagsgymnasium für Teile der Schulgemeinde zunächst ungewohnt erschien. Nach der erfolgreichen Erprobung in der Erprobungsstufe wurde er sukzessive in der gesamten Sekundarstufe I eingeführt. Er wird kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt (M13).

Bildung einer Arbeitsgruppe zur Ausweitung des Konzeptes für die Mittelstufe

Im Schuljahr 2015/16 erarbeitete eine Arbeitsgruppe ein erweitertes Konzept zur individuellen Förderung mit zusätzlichen Stunden im Verlauf der Sekundarstufe I in Deutsch, Mathematik, den Fremdsprachen und den pädagogischen Schwerpunktbereichen des Theodor-Heuss-Gymnasiums (MINT, Kultur, Sport und Sprachen). Lernangebote wie MINT-Methoden, Fremdsprachenpraxis, Mathematik – Fit für die Oberstufe ermöglichen ein vertiefendes, individuelles und auch neigungsorientiertes Arbeiten. Regelmäßig werden die Entwicklungen evaluiert und an die Bedarfe der Beteiligten angepasst, so dass das Konzept mittlerweile in den Jahrgängen 5 bis 9 mit verschiedenen Schwerpunkten eingeführt ist.

Evaluation des Rahmenkonzepts durch die Qualitätsanalyse im Schuljahr 2016/17

Das Rahmenkonzept zur individuellen Förderung sowie die Schulprogrammarbeit wurden durch die Qualitätsanalyse sehr positiv evaluiert. Als Handlungsfelder ergeben sich unter anderem die weitere Stärkung der Möglichkeiten zur Binnendifferenzierung im Unterricht und die Optimierung des Vertretungsunterrichts.

Verknüpfung der Maßnahmen zur individuellen Förderung im Schuljahr 2018/19

Die bestehenden Strukturen wurden sukzessive mit zum Teil schon vorhandenen Bausteinen der individuellen Förderung erweitert und verknüpft: Die Talentschmiede mit dem Drehtürprojekt ebenso wie Neigungskurse im Rahmen des AG-Angebotes, Fördermaßnahmen (Förderkurse, Theos Rechtschreibwerkstatt etc.) und weitere Projekte zur Stärkung des Miteinanders (zum Beispiel Sprache verbindet, Schüler helfen Schülern) wurden nach und nach in das Schulleben integriert.

Eröffnung des Lernstudios als Differenzierungsraum Anfang 2019

Eine Evaluation der Lernen lernen-Stunde mit den Klassenlehrerteams der Erprobungsstufe im Schuljahr 2017/18 ergab die Notwendigkeit eines multimedial ausgestatteten Differenzierungsraums (M14). Im Rahmen eines Pädagogischen Tages im Herbst 2018 mit dem Thema „Binnendifferenzierung“ konnte eine Arbeitsgruppe ein Konzept für ein Lernstudio entwickeln. Materialien für kooperatives Lernen und weitere Materialien werden für alle zugänglich bereitgestellt und die Schülerinnen und Schüler des Drehtürprojektes können digital unterstützt recherchieren und präsentieren. Auch Förderkurse im Rahmen von Schüler helfen Schülern finden in dem Raum statt, so dass die Tutorinnen und Tutoren das von den Fachschaften bereitgestellte Material nutzen können. Des Weiteren wurden in den Fluren Lerninseln (Sitzgruppen) für die Partner- und Kleingruppenarbeit geschaffen.

Ausweitung des selbstorganisierten Lernens auf den Vertretungsunterricht

Selbstorganisierte Lernzeiten wurden in das Konzept des Vertretungsunterrichts integriert. Für den Fall, dass für die Schülerinnen und Schüler keine Arbeitshinweise der Lehrkraft vorliegen, sind frei wählbare Aufgabenmodule vorgesehen, die an bestimmte Schulfächer angebunden sind. Sie können auch die „Bewegte Stunde“ wählen, die sie in Eigenregie unter Aufsicht auf dem Schulhof oder Sportplatz mit entsprechendem Spielmaterial gestalten können.

Teilnahme am Landesprogramm Bildung und Gesundheit NRW

Durch die Schulhofneugestaltung im Rahmen des Schulentwicklungsschwerpunktes „Gesunde Schule“ wurden außerdem weitere Bewegungsangebote (zum Beispiel Bolzplatz, Beachvolleyballfeld, Feld der Träume 2.0, Kletterangebote) geschaffen, und Projekte wie ein Bienenstock mit digitaler Messwerterfassung (MINT-Campus) werden nach und nach integriert. Insgesamt wird Bildung durch gesundheitsförderliches Handeln aller an der Schule Beteiligten bei allen Handlungsfeldern der Schulentwicklung zunehmend mitgedacht und damit insbesondere auch die positiven Auswirkungen von Bewegung auf das Lernen berücksichtigt.

Lernwerkstatt - Weiterführung der Lernen lernen-Stunde in der Mittelstufe im Schuljahr 2020/21

Im Rahmen eines Pädagogischen Tages mit dem Thema „Führungsaufgabe Klassenleitung“ im Dezember 2019 entwickelte und formulierte eine Arbeitsgruppe aus Klassenleitungen, den Koordinatorinnen und Koordinatoren der Mittelstufe, der Oberstufe, der Förderkurse und der Individuellen Förderung sowie eine Verbindungslehrkraft der SV den Vorschlag, die Lernen Lernen-Stunden aufgrund der positiven Erfahrungen auf die Mittelstufe auszuweiten (M01). Eine erste Zwischenbilanz der inhaltlichen Ausgestaltung der Lernwerkstatt-Stunde in der Mittelstufe wurde zur Rückkopplung in der Lehrerkonferenz vorgestellt.

Gelingensbedingungen und Herausforderungen

Gestaltung eines partizipativen Entwicklungsprozesses fördert gleichgesinntes Handeln

Eine wichtige Gelingensbedingung des Konzepts ist die Akzeptanz und Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer, die vor allem im Bereich Lernen lernen und in den Fachschaften und Arbeitsbereichen Inhalte festlegen und gleichgesinnt verbindlich im Unterricht durchführen.

Kontinuierliche Kommunikation des Veränderungsprozesses erleichtert Mitwirkung

    Durch den partizipativ gestalteten Entwicklungsprozess mit
  • verschiedenen Akteuren des Schullebens in der Arbeitsgruppe,
  • regelmäßigen Informationen in der Lehrerkonferenz und allen weiteren Gremien über die Meilensteine der Entwicklungsarbeit und
  • vielen Gelegenheiten für Rückmeldungen, Evaluationen und entsprechenden Nachsteuerungen
  • wurde ein größtmöglicher Konsens in der Schulgemeinde sichergestellt (M02, M11).

Schrittweise Implementierung und Anpassung des Konzepts durch regelmäßige Evaluationen

Die schrittweise Implementierung und Anpassung des Konzepts und die regelmäßigen Evaluationen sorgen dafür, dass die Maßnahmen den rechtlichen Rahmenbedingungen und den Bedarfen der Schulgemeinde gerecht werden (M12).

Festlegung von festen Ansprechpartnern für einzelne Bausteine individueller Förderung

Die Festlegung von festen Ansprechpartnern für die einzelnen Bausteine individueller Förderung unterstützt eine gelingende Kommunikation sowie Weiterentwicklung und Verknüpfung der einzelnen Konzepte individueller Förderung.

Impulse durch Qualifizierung von Lehrkräften

Bei der Einführung der Klassenleitung im Tandem, des Präventionskonzeptes unter Einbindung der Klassenpaten und Medienscouts, des Klassenrates als ein Element der Lernen lernen-Stunde und der Beratungskultur am THG war die Qualifizierung von zwei Lehrkräften zu Beratungslehrkräften und Beratungslehrkräften für Medien ein Gelingensfaktor. Neue Akteurinnen und Akteure werden systematisch am Anfang des Schuljahres mit dem Konzept vertraut gemacht.

Bauliche Maßnahmen zur Unterstützung der veränderten Lernkultur individueller Förderung

Das Lernstudio, die Lerninseln, der Patenpausenraum und schließlich die Schulhofneugestaltung spiegeln auch baulich eine Veränderung der Lernkultur am THG wider.

Umstellung auf den neunjährigen Bildungsgang als Möglichkeit zur Weiterentwicklung

Im Zuge der Umstellung auf den neunjährigen Bildungsgang wird auch die Neuverteilung der Ergänzungsstunden ein wichtiger Aspekt bei der Fortführung und Weiterentwicklung des Konzepts. Die Ausgestaltung der Ergänzungsstunden ist dabei ein kontinuierlicher Prozess, den alle Fachschaften und Koordinatorinnen und Koordinatoren in konkrete fachliche Verabredungen umsetzen.

Schulentwicklung im Netzwerk mit anderen Schulen gewinnbringend gestalten

Das THG arbeitet aufgrund der positiven Erfahrungen aus der Netzwerkarbeit im Projekt Lernpotenziale nun im Netzwerk „Zukunftsschulen NRW“ sehr gewinnbringend mit anderen Gymnasien mit ähnlichen Entwicklungsvorhaben zusammen und organisierte beispielsweise einen Pädagogischen Arbeitstag „Nachhaltiges Lernen: Möglichkeiten der individuellen Förderung mit digitalen Medien“ (M03).

Entwicklungsperspektive: Möglichkeiten der digitalen Medien zur individuellen Förderung nutzen

Für das Lernstudio wurde bereits ein Koffer mit iPads angeschafft, auf den nach den Bedarfen des Kollegiums Apps installiert wurden und den alle Lehrkräfte nutzen können, um erste Erfahrungen zu sammeln (M16). Herausforderungen, aber auch neue Impulse ergeben sich für Formen des Unterrichts auf Distanz.

Materialpool

Lernhelfer in Lernzeiten – Geschwister-Scholl-Gymnasium Aachen

Geschwister-Scholl-Gymnasium

Stolberger Str. 200
52068 Aachen
0241 / 50 39 62
verwaltung@gsg-aachen.de

Schulleiter: Herr Zimmermann
Bezirksregierung Köln

Netzwerke / Projekte

  • Projekt „Ganz In. Mit Ganztag mehr Zukunft. Das neue Ganztagsgymnasium NRW.“

Druckversion des gesamten Praxisbeispiels (PDF, 903 KB)

Lernhelfer in Lernzeiten

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium Aachen – ein Ganztagsgymnasium - hat im Rahmen des Projekts Ganz In ein Lernhelfer-Konzept entwickelt. Oberstufenschülerinnen und -schüler werden im Projektkurs „Lernen und Lehren - Ausbildung von Lernguides“ zum Referenzfach Erziehungswissenschaft darauf vorbereitet, die Schülerinnen und Schüler in den fünften Klassen gezielt in den Lernzeiten zu unterstützen, um Lernmotivation und strukturiertes Lernen zu fördern. Das Projekt wurde entwickelt, um den Herausforderungen einer sehr heterogenen Schülerschaft zu begegnen und gleichzeitig den Oberstufenschülerinnen und -schülern praktische Erfahrungen in der Beratung zu ermöglichen.

Ausgangslage

Mit Blick auf die sehr heterogene Schülerschaft, die sich aktuell aus 70 Nationen zusammensetzt, suchte das Geschwister-Scholl-Gymnasium nach weiteren Unterstützungsmöglichkeiten vor allem für die neuen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5. Dazu wurde ein Projektkurs für die Jahrgangsstufe Q2 entwickelt, um

  • den Kindern den Übergang zu erleichtern,
  • frühen Förderbedarfen gerecht zu werden und
  • die Lernmotivation zu fördern.

Der Kurs bietet Schülerinnen und Schülern des Leistungskurses Erziehungswissenschaft die Möglichkeit,

  • theoretische Grundlagen kennenzulernen, zum Beispiel zu Lern- und Motivationstheorien, zur Diagnostik oder Methodik,
  • sich in Rollenspielen auf diese Aufgabe vorzubereiten sowie
  • praktische Erfahrungen als Lernhelfer zu machen, indem sie nach dem ersten Quartal parallel zum Kurs die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 in konkreten Beratungssituationen in den Lernzeiten unterstützen. (M01 – Informationen zum Projektkurs)

Ziele und Qualitätsmerkmale

Die Ziele des Projekts sind auf zwei Ebenen angesiedelt:

  • Zum einen geht es um die Förderung der Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5: Ihre Motivation und ihr Selbstmanagement zu stärken, sie zu befähigen, sich besser zu reflektieren und ihr eigenes Lernen zu steuern sind die vorrangigen Ziele.
  • Zum anderen soll den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe Q2 durch die theoriegestützte Arbeit im Projektkurs eine praktische Herausforderung ermöglicht werden. Durch die intensive Beobachtung der Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 in den Lernzeiten und die damit verknüpfte Beratung erlangen die Projektkurs-Mitglieder Kompetenzen, die über theoretische Überlegungen dazu, wie man Schülerinnen und Schülern das Lernen erleichtern kann, deutlich hinausgehen.

Qualitätsmerkmale des Konzepts:

  • Eine starke Motivation der Oberstufenschülerinnen und -schüler, sich im Projektkurs zu engagieren und offen für auch möglicherweise schwierige Beratungssituationen zu sein – auch wenn zur Unterstützung immer die Lehrenden bereitstehen.
  • Die Offenheit der Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5, sich auf die Beratung einzulassen und Verabredungen umzusetzen - im Idealfall stellen die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe Q2 ein Vorbild und positives Rollenmodell dar.
  • Theoretische Lerngelegenheiten und durchgängige Unterstützung der betreuenden Lehrkräfte auch beim praktischen Arbeiten stärken die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe Q2 - sie können ihre Aufgaben als Lernhelfer angemessen wahrnehmen und sich ihrer Kompetenzen bewusst werden, wenn sie den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 5 helfen.
  • Die Einbindung aller Beteiligten (Schülerinnen und Schüler beider Jahrgänge, Eltern, Lehrerkollegium) trägt wesentlich zur Akzeptanz des Konzepts bei. Die positiven Entwicklungen im Bereich der Lernmotivation und der Strukturierung von Lernprozessen der Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 leisten dazu einen weiteren Beitrag.

Prozessschritte

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium erkannte aufgrund der bereits beschriebenen enormen Heterogenität der Schülerschaft, dass eine weitere Form der Unterstützung für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 nötig ist. Mit der Einbindung von Schülerinnen und Schülern der Oberstufe kann eine Unterstützung angeboten werden, Inhalte zielgruppengerechter zu vermitteln und damit den Kindern der fünften Klassen den Übergang von der Grundschule zum Gymnasium zu erleichtern.

Zunächst setzte sich eine Arbeitsgruppe aus Lehrerinnen und Lehrern zusammen und begann, den Projektkurs zu konzipieren. Unterstützt wurden sie im Projekt Ganz In durch den Lehrstuhl Lehr-/Lernforschung der Ruhr-Universität Bochum. Es wurde nicht nur Material und Literatur, mit dem der erste, theoretische Teil des Projektkurses gestaltet wurde, von Seiten der Universität zur Verfügung gestellt, sondern die Arbeitsgruppe wurde auch beratend bei der Konzeption des Kurses unterstützt (ein Beispiel für hilfreiche Literatur: Hartmann-Kurz, C. & Stege, T. (2014). Lernprozesse sichtbar machen. Pädagogische Diagnostik als lernbegleitendes Prinzip. Stuttgart: Landesinstitut für Schulentwicklung).

Die Arbeitsgruppe entwickelte vor dem Start des ersten Kursdurchgangs weiteres Material für die inhaltliche Gestaltung und Durchführung des Kurses, zum Beispiel

  • Fallbeispiele, zu denen die Schülerinnen und Schüler Aufgaben bearbeiten sollten wie die Erarbeitung eines Entwicklungsziels oder das Zusammenstellen von hilfreichen Materialien (M02),
  • Rollenspiele, um die Schülerinnen und Schüler der Q2 auf die pädagogischen Gespräche mit den Fünftklässlern vorzubereiten,
  • Material für den Schulplaner der Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5, mit dem sie beispielsweise ihre Ziele visualisieren können (M03). Die Formulierung dieser Ziele lernen sie mit den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe Q2, indem sie in den Lernzeiten nach einer Beobachtungsphase regelmäßig und nach Bedarf zu kurzen Beratungsgesprächen gebeten werden. Die Lerncoaches begleiten die ihnen zugeteilten Fünftklässler zunächst in ihren Lernzeiten und legen mit Hilfe von Beobachtungsbögen fest, in welchen Bereichen die Kinder Unterstützung benötigen.

Die Schulleitung des Geschwister-Scholl-Gymnasiums unterstützt diesen Prozess durch Bereitstellung zeitlicher (Einrichtung des dreistündigen Projektkurses in der Q2 nach Beratung in der Schulkonferenz) Ressourcen. Dies erleichterte die Konzeptionierung und Implementierung des neuen Kurses. So wurde ein Schulkonferenzbeschluss herbeigeführt, der die rasche Aufnahme des Projektkurses in das Portfolio der Oberstufenkurse und damit den Beginn der Umsetzung des Lernhelfer-Konzepts ermöglichte.

Das gesamte Kollegium der Schule wird in den Entwicklungsprozess eingebunden. Zunächst wurde im Rahmen von Lehrerkonferenzen fortlaufend über den Fortschritt der Planungen informiert. Bei der Umsetzung des Lernhelfer-Konzepts wurde sichtbar, dass notwendige Anpassungen nur gemeinsam auf den Weg gebracht werden können. Die Fachschaft Mathematik musste die Struktur der Lernzeiten zum Beispiel dahingehend leicht verändern, dass die Schülerinnen und Schüler ausschließlich selbstständig an Aufgaben arbeiten, um die Beobachtung durch die Lernhelfer zu ermöglichen.

Eine Evaluation des Kurses (M04) ergab, dass die beteiligten Schülerinnen und Schüler (sowohl die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 als auch die Schülerinnen und Schüler der Q2) mit dem Lernhelfer-Konzept sehr zufrieden waren. Aus diesem Grund wurde der Kurs als regelmäßige Option für die Q2 verstetigt.

Gelingensbedingungen und Herausforderungen

Die Mitwirkung aller Beteiligten am Projekt und die umfassende Akzeptanz sind die wichtigsten Gelingensbedingungen. Die Lehrkräfte unterstützen die Durchführung der Beratungsgespräche zwischen den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 5 und den Lernhelfern während der Lernzeiten. Allen ist bewusst, dass die Beratung keine fachliche, sondern eine strukturelle und motivationale Unterstützung darstellt.

Die Schülerinnen und Schüler, die sich im Projektkurs zu Lernhelfern ausbilden lassen, sollten soziale Kompetenzen mitbringen und offen und zuverlässig sein. Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 entwickeln die Bereitschaft, sich auf die Beratung der Lernhelfer einzulassen.

Die Einbeziehung der Eltern ist unter anderem auch dann wichtig, wenn in der Beratung vereinbarte Maßnahmen wie die Neuorganisation des häuslichen Arbeitsplatzes von den Eltern mit unterstützt werden können.

Die Lehrkräfte, die den Projektkurs leiten, stehen während der Beratungsgespräche immer als Ansprechpartner zur Verfügung und geben den Lerncoaches Sicherheit, auch in schwierigeren Situationen. Zusätzlich werden die erfolgten Beratungsgespräche direkt im Anschluss im Rahmen der Projektkurs-Stunden gemeinsam reflektiert.

Als Herausforderung stellt sich die Nachhaltigkeit der Maßnahme sowohl bezogen auf die fünften Klassen als auch auf die weiteren Jahrgänge dar. Zwar ist das Interesse an dem Projektkurs groß, allerdings reicht die Zahl der Schülerinnen und Schüler nicht aus, um alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 in den Blick zu nehmen. Aus diesem Grunde ist auch eine Erweiterung des Lernhelfer-Konzepts beispielsweise auf die Jahrgänge 6 oder 7 nicht möglich - auch wenn die Beobachtungen zeigen, dass die Lernhelfer von allen Beteiligten als große Hilfe wahrgenommen werden.

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