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Chemie - Lernleiter zum Atombau

Das Konzept der Lernleiter zum Atombau - Ein Ansatz zur Strukturierung und Differenzierung des Chemieunterrichts in der Jahrgangsstufe 8/9

Dieses Konzept wurde im Projekt Ganz In von Lehrkräften der beteiligten Projektschulen in Kooperation mit der universitären Fachdidaktik der Universität Duisburg-Essen entwickelt.

Es richtet sich an Fachmoderatorinnen und -moderatoren der Lehrerfortbildung und enthält ein AngebotModell

  • zur Planung von Fachfortbildungen,
  • zum innerfachlichen Diskurs über das Lernleiter-Modell,
  • zum Ausprobieren binnendifferenziert aufbereiteter Arbeitsmaterialien und
  • zum Ausbau fachdidaktischer Kompetenzen.

Es antwortet auf die unterrichtlichen Herausforderungen,

  • den individuellen Kompetenzerwerb der Lernenden zu unterstützen,
  • sie zum selbstregulierten Lernen anzuleiten und
  • ihre Motivation durch handlungsorientierte Aufgaben und Materialien zu erhalten.

Diese Anliegen werden im Besonderen durch ein digitales Format zu den Unterrichtsmaterialien für mobile Geräte unterstützt, das als Powerpoint-Version für die Hand der Lehrkraft und als PDF-Version für die Nutzung durch die Lernenden angeboten wird. Es ermöglicht, selbstreguliertes Lernen im Präsenz- und im Distanzunterricht anzuleiten (Aus der Praxis: Unterrichtsmaterialien).

Im Bereich Anregungen für Moderatorinnen und Moderatoren in der Lehrerfortbildung finden Sie neben einer exemplarischen Ausschreibung und einem exemplarischen Ablauf einer Fortbildung oder Beratung

  • eine Präsentation zum Unterricht mit der Lernleiter,
  • Hintergrundwissen zum Konzept,
  • ausgewählte Fachtexte sowie
  • Evaluationsergebnisse aus dem Projekt Ganz In.

Im Bereich Aus der Praxis erwarten Sie grundlegende Informationen zum Konzept, eine Fülle an erprobten Unterrichtsmaterialien sowie Eckdaten der an der Konzeptentwicklung beteiligten Projektschulen.

Projektbeteiligte

Chemiedidaktische Begleitung:

Universität Duisburg-Essen

Fakultät für Chemie

Institut für Didaktik der Chemie

Schützenbahn 70

45127 Essen

Dr. Helena van Vorst

Tel.: 0201/183-7286

E-Mail: helena.vanvorst@uni-due.de

Chemiedidaktische Begleitung:

Prof. Dr. Elke Sumfleth

Tel. (Sekreteriat, Frau Kubon): 0201/183-3761

E-Mail (Sekreteriat): Janina.Kubon@uni-due.de

Teilnehmende Schulen:

Bielefeld: Max-Planck-Gymnasium

Dortmund: Heinrich-Heine-Gymnasium

Düsseldorf: Friedrich-Rückert-Gymnasium

Lemgo: Marianne-Weber-Gymnasium

Steinhagen: Steinhagener Gymnasium

Anregungen für Moderatorinnen und Moderatoren in der Lehrerfortbildung

Exemplarische Ausschreibung für ein Fortbildungsangebot

Die „Exemplarische Ausschreibung für ein Fortbildungsangebot“ kann als Anhaltspunkt genutzt werden, um eine Fachfortbildung zum „Lernen mit der Lernleiter zum Atombau im Chemieunterricht“ in einem Fortbildungskatalog zu bewerben. Sie enthält Informationen

  • zu fachdidaktischen Intentionen,
  • zur Anbindung im Kernlehrplan Sekundarstufe I Chemie (2019) sowie
  • zur Kontextualisierung im Referenzrahmen Schulqualität NRW.

 Exemplarische Ausschreibung

Exemplarischer Ablauf einer Beratung oder Fortbildung

Ein exemplarischer Ablauf einer Fortbildung ist in der Powerpoint-Präsentation (PPT) dargestellt. Sie dient dazu,

  • eine Fortbildungsberatung durchzuführen,
  • eine mögliche Modularisierung der Fortbildung mit Phasen der Auseinandersetzung mit dem Konzept und den Materialien, der Erprobung im Unterricht sowie der Reflexion und Weiterentwicklung zu demonstrieren oder
  • sie als Einstieg in eine Fortbildungsreihe einzusetzen, um die Struktur der Fortbildung hervorzuheben.

Exemplarischer Ablauf

Moderationsmaterial

Folgende Unterstützungsmaterialien zur Vorbereitung und Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen werden angeboten:

Präsentation zum Unterricht mit der Lernleiter

Die Powerpoint-Präsentation zum Unterricht mit der Lernleiter enthält Folien zur Durchführung einer Fortbildungsmaßnahme. Sie kann je nach Bedarf individuell angepasst werden.

Eine Besonderheit ist die Gestaltung des Notizenfeldes innerhalb der Powerpoint-Präsentation: Hier finden sich unter anderem Verweise auf aktuelle Fachliteratur, die zur Vertiefung des Fachwissens geeignet sind. Die letzten Folien der Präsentation beinhalten ein ausführliches Literaturverzeichnis der verwendeten Quellen.

Lernleiter Präsentation (Powerpoint Datei)

Hintergrundwissen zum Lernleiter-Konzept

Die Powerpoint-Präsentation zum Thema „Lernleitern als Differenzierungs- und Strukturierungselement im Unterricht“ ist als Anregung zur Gestaltung von Präsentationen zu nutzen.

Die Publikation Qualitätsvoller Chemie - und Physikunterricht - normative und empirische Dimensionen bietet unter anderem zwei Aufsätze, die für das Lernleiter-Modell als Hintergrundwissen genutzt werden können:

  • van Vorst, H. (2018). Unterrichtsstrukturierung und Binnendifferenzierung durch Lernleitern (S. 126-129).
  • Hauerstein, M.-T. & van Vorst, H. (2018). Evaluation von Unterrichtsstrukturierung durch Lernleitern (S. 130-133).
  • Qualitätsvoller Chemie- und Physikunterricht - normative und empirische Dimensionen

    Maurer, C. (Hrsg.). (2018). Qualitätsvoller Chemie- und Physikunterricht - normative und empirische Dimensionen. Regensburg: Universität Regensburg.

Das mit dem Lernleiter-Konzept verbundene selbstregulierte Lernen wurde im Projekt Ganz In ebenfalls thematisiert. Hierzu ist ein Traning für die Jahrgangsstufen 5 und 6 entstanden, welches aus wissenschaftlicher und schulischer Perspektive unter Lern- und Bildungsangebote - Selbstreguliertes Lernen dargestellt ist.

Die Broschüre „Chemieunterricht im Zeichen von Diagnostik und Förderung“ enthält eine Sammlung von Aufsätzen, die Potenziale aufzeigen, wie Diagnose und Förderung kontinuierlich im Unterricht berücksichtigt werden können.

Fachtexte zum innerfachlichen Austausch

Für den fachlichen Austausch in Fortbildungsveranstaltungen können folgende Aufsätze herangezogen werden:

  • van Vorst, H. (2018a). Zum Bohr’schen Atomkonzept mit der Lernleiter. Ein Ansatz zur Unterrichtsstrukturierung und Differenzierung, nicht nur für den Chemieunterricht. MNU, 5, S. 317-324.
  • van Vorst, H. (2018b). Structuring learning processes by Ladders of Learning: Results from an implementation study. Chemistry Education Research and Practice, 19, S. 1081-1095.
  • van Vorst, H., Hauerstein, M.T. & Sumfleth, E. (2019). Abschlussbericht Ganz In II - Chemiedidaktik. Münster: Waxmann.

Evaluationsergebnisse

Das Poster zur Evaluation der Lernleiter zum Atombau expliziert die Strukturelemente des Lernleiterkonzepts als Milestones und Bausteine und benennt die inhaltlichen Komponenten der drei Milestones in Anlehnung an den Kernlehrplan Chemie. Zentral beschreibt es das Untersuchungsdesign und legt die empirisch erforschte Bedeutung des Lernleiter-Konzepts für die Lernwirksamkeit offen.

Poster zur Evaluation der Lernleiter zum Atombau

Aus der Praxis für die Beratung und Fortbildung

Konzept der Lernleiter zum Atombau

Druckversion des gesamten Konzepts (PDF, 1,06 KB)

Das Konzept der Lernleiter zum Atombau für den Chemieunterricht der Sekundarstufe I

Im Kontext der chemiedidaktischen Begleitung innerhalb des Ganz In-Projekts diente das Lernleiter-Konzept „als Grundlage für die Entwicklung einer binnendifferenzierenden Unterrichtseinheit zur Einführung des Atommodells nach Bohr im Chemieunterricht der Sekundarstufe I […]. Dazu wurden die Fachinhalte zum Atombau in drei [sogenannten] Milestones gegliedert“.

  • Milestone 1 : Rutherfords Streuversuch, Kern-Hülle-Modell, Atomkern, Atomhülle, Protonen, Neutronen, Isotope
  • Milestone 2 : Eletronen, Schalenmodell, Ionisierungsenergie
  • Milestone 3 : Periodensystem, Hautgruppen, Oktett-Regel

(van Vorst & Hauerstein, 2020, S. 9).

Unter Nutzung von Methoden selbstregulierten Lernens legt das Konzept den Schwerpunkt auf Handlungsorientierung und individuelle Förderung.

Die Lernleiter zum Atombau ist dem Inhaltsfeld 5 „Elemente und ihre Ordnung“ des Kernlehrplans für die Sekundarstufe I (MSB, 2019, S. 28f) zuzuordnen.

Thematisch ist das Inhaltsfeld durch das Lernleiter-Konzept in einzelne Bausteine zerlegt, die in drei sogenannten Milestones gebündelt werden. Innerhalb der Lernleiter stellt dabei ein Milestone eine Leitersprosse dar.

Piktogramme verweisen innerhalb eines Bausteins auf die genutzte Sozialform beziehungsweise Methode und verdeutlichen damit die Prozessstruktur der Unterrichtseinheit. Im jeweils ersten Baustein eines Milestones werden außerdem die wesentlichen fachinhaltlichen Begriffe und Konzepte aufgeführt, sodass auf diese Weise auch die Inhaltsstruktur nachvollzogen werden kann. Zahlen innerhalb der Bausteine heben die Zugehörigkeit zu den einzelnen Milestones hervor, während Buchstaben die Schwierigkeitsniveaus der Aufgaben innerhalb der Phase zur individuellen Übung repräsentieren (van Vorst & Hauerstein, 2020, S. 11).

Die Lernleiter kann an die Lerngruppe oder schulspezifische Gegebenheiten individuell adaptiert werden. So besteht zum Beispiel die Möglichkeit, eigenes Material von Chemiefachschaften in die Lernleiter zu integrieren.

Lernleiter zum Atombau

Abbildung 1: Lernleiter zum Atombau, entwickelt im Rahmen der chemiedidaktischen Begleitung im Projekt Ganz In (van Vorst & Sumfleth, 2020, S.10)

Abbildung 2: Piktogramme zur Lernleiter Atombau (van Vorst, 2018, S. 319)

Die Schülerinnen und Schüler arbeiten während des Fachunterrichts an drei Milestones mit den Themen Kern-Hülle-Modell, Elementarteilchen /Atomsymbole und Schalenmodell.

In jedem Milestone erfolgt der Unterricht in folgender Struktur:

  1. Aneignung:

    In der angeleiteten Aneignungsphase erarbeiten die Lernenden zunächst gemeinsam neue fachliche Inhalte.

  2. Basisübung:

    Anschließend wenden sie das Erlernte durch Basisübungen an. Sie kontrollieren selbstständig ihre Ergebnisse an Hand von Lösungsbögen.

  3. Selbsteinschätzung:

    Mit Hilfe eines Selbsteinschätzungsbogens beurteilen sie eigenständig ihre neu erworbenen Kompetenzen und ermitteln ihren eigenen Übungsbedarf.

  4. Individuelle Übung:

    Entsprechend dem Ergebnis der Selbsteinschätzung werden in den individuellen Übungen Aufgaben nach drei Schwierigkeitsniveaus differenziert bearbeitet.

  5. Evaluation:

    Zur Lernzielkontrolle sind die Fachwissenstests für das mittlere Kompetenzniveau konzipiert.

Ausgangslage

Im Unterrichtsalltag ist zu beobachten, dass die Schülerinnen und Schüler mit großem Interesse und großer Motivation in den Chemieunterricht starten. Das Geschehen im Anfangsunterricht ist dabei durch ein hohes Maß an Handlungsorientierung geprägt.

Bei steigendem Abstraktionsniveau wird das Deuten von chemischen Prozessen auf Teilchenebene wird sukzessive eingeführt. Dabei ist das Denken in Modellen und das Anwenden von Modellvorstellungen eine zentrale Kompetenz, die elementar für das Deuten von chemischen Prozessen auf Teilchenebene ist. Ein grundlegendes Verständnis der Entwicklung des Atombaus und des Anwendens verschiedener Modellvorstellungen vom Aufbau der kleinsten Teilchen ist für eine erfolgreiche Teilnahme am Chemieunterricht notwendig.

Problemaufriss:

Die Lehrkräfte nehmen wahr, dass in der Jahrgangsstufe 8 die Erhöhung des Abstraktionsniveaus zu einer Steigerung der Fachschwierigkeit und gleichzeitig zu einem Sinken des Schülerinteresses und der Lernmotivation führt.

Deshalb wurde eine Unterrichtskonzeption gesucht, die handlungsorientiert das Modelldenken und den Umgang mit Fachwissen individuell und nachhaltig fördert.

Eine Verknüpfung der Unterrichtskonzeption mit Bausteinen des selbstregulierten Lernens soll das Selbstkonzept der Schülerinnen und Schüler stärken. Durch ein hohes Maß an handlungsorientierten Aufgaben soll die Lernmotivation erhöht werden.

Wiederholungs- und Übungsphasen im Chemieunterricht werden binnendifferenziert und individuell an den Übungsbedarf der Schülerinnen und Schüler angepasst, um die Nachhaltigkeit des Fachwissens zu gewährleisten und das Denken in Modellen zu üben.

Ziele und Qualitätsmerkmale

Mit der Lernleiter wird sowohl das Fachwissen als auch das Modelldenken individuell gefördert.

  • Die Schülerinnen und Schüler bewerten nach der Aneignungs- und Basisübungsphase den Stand ihrer erworbenen Kompetenzen eigenverantwortlich mit einem Selbstevaluationsbogen und wählen daraufhin gezielt Übungsmaterial. Für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler stehen an dieser Stelle Transferaufgaben zur Verfügung, für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler gibt es sprachlich vereinfachte Wiederholungsaufgaben mit hohem Reproduktionsfaktor.

Die individualisierten Aufgaben sind auf eine Erhöhung des Komplexitätsniveaus hin ausgerichtet.

  • Die leistungsschwächeren Schülerinnen und Schüler bekommen im Verlauf der Bearbeitung die Chance, Aufgaben aus der darauffolgenden Niveaustufe zu bearbeiten und damit systematisch ihr Wissen aufzubauen.

Die individualisierte Übungsphase nimmt für alle Schwierigkeitsniveaus den gleichen Zeitrahmen ein.

  • Das Erreichen der konkretisierten Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans Chemie wird ermöglicht, da alle Aufgaben auf Mindestlernziele ausgerichtet sind. Die erreichten Kompetenzen können durch eine Evaluation am Ende jeder Stufe der Lernleiter überprüft werden.

Die Lernleiter ist flexibel einsetzbar.

  • Die Lernleiter ist sowohl in Ganztagsgymnasien als auch in Gymnasien ohne Ganztagsangebote in der Sekundarstufe I einsetzbar. Auch innerhalb der Jahrgangsstufe 8 ist die Lernleiter zum Atombau flexibel einsetzbar. Sie kann sowohl vor der Thematisierung der Elementfamilien als auch danach eingesetzt werden.

Das Konzept der Lernleiter sollte immer von Fachlehrkräften im Unterricht umgesetzt werden.

  • So wird ein qualitativ hochwertiger Unterricht gewährleistet. Darüber hinaus sollten die unterrichtenden Lehrkräfte Grundlagen des selbstregulierten Lernens kennen und flexibel je nach Unterrichtsphase in die Rolle der Lernberaterin beziehungsweise des Lernberaters wechseln können.

Prozessschritte

Im Rahmen der 1. Phase des Projektes Ganz In haben sich die an der Entwicklung der Lernleiter beteiligten Lehrkräfte über 5 Jahre mit folgenden chemiedidaktischen Schwerpunkten beschäftigt und bei der Erstellung von eigenem Unterrichtsmaterial berücksichtigt:

  • Kompetenzorientiertes Experimentieren
  • Schülergerechte Auswahl und Gestaltung von Lernmaterialien
  • Individualisiertes Lernen mit Lösungsbeispielen
  • Lernzeiten im Ganztag
  • Diagnostik und individuelle Förderung
  • Sprachsensibler Fachunterricht
  • Modelle im Chemieunterricht

Durch die chemiedidaktische Begleitung der AG Chemiedidaktik der Universität Duisburg-Essen war stets eine hohe Qualität des wissenschaftlichen Inputs gewährleistet. Der Rahmen sicherte zudem eine kontinuierliche und stabile Arbeitsgrundlage und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Letzteres ist die Grundlage für die Konstruktion der Lernleiter Atombau in stetiger Zusammenarbeit von Wissenschaft und Schule – also im konstruktiven Austausch von Praxis und Theorie.

Die Lernleiter wurde in sechs Schritten im Zeitraum von über drei Jahren entwickelt:

  • 1. Halbjahr 2015/16

    Kick off

  • 2. Halbjahr 2015/16

    Erarbeitung

  • 1. Halbjahr 2016/17

    Implementation

  • 2. Halbjahr 2016/17

    Evaluation und Optimierung

  • 1. Halbjahr 2017/18

    Implemantation der Anpassungen

  • 2. Halbjahr 2017/18

    Evaluation und Rückmeldung zum Gesamtprojekt

  • Die Lernleiter Atombau wurde in Kooperation mit allen Chemielehrenden der Netzwerkwerkschulen, die im Projekt Ganz In am fachdidaktischen Schwerpunkt Chemie mitarbeiteten, konzipiert und erarbeitet.
  • Die Konzeption wurde an allen Netzwerkschulen erprobt und unter wissenschaftlicher Leitung evaluiert. Die Evaluation zeigt, dass die Schülerinnen und Schüler, die in der Interventionsgruppe mit der Lernleiter arbeiteten, einen höheren Lernerfolg hatten als diejenigen der Kontrollgruppe, die nicht die Lernleiter verwendeten, sondern klassisch das Thema Atombau im Chemieunterricht behandelten (van Vorst & Sumfleth, 2020, S. 13f).
  • Aufgrund der differenzierten Evaluationsergebnisse wurde die Lernleiter überarbeitet und im Schuljahr 2017/18 erneut evaluiert.

Gelingensbedingungen und Herausforderungen

  • Eine umfangreiche Einweisung in die Arbeitsweise mit der Lernleiter im Rahmen einer Fortbildung ist sinnvoll. Sollten die Lehrkräfte mit den Grundlagen, den Bausteinen und dem Ablauf des selbstregulieren Lernens nicht vertraut sein, ist eine vertiefte Schulung besonders hilfreich.
  • Auch für die Schülerinnen und Schüler ist eine Schulung im selbstregulierten Lernen notwendig, da sonst die Symbole in der Lernleiter, die eine Lernhilfe und eine Steuerung des Lernprozesses bewirken, nicht verstanden und genutzt werden können. Bei der Integration der Lernleiter in ein Schulcurriculum zum selbstregulierten Lernen der Schule müssten die Symbole gegebenenfalls angepasst werden. Ein Anleitungsvideo erklärt den Schülerinnen und Schülern den Umgang mit dem Lernleiter Material.
  • Das handlungsorientierte Material, z.B. selbstgebaute Modelle und Spiele, ist integraler Bestandteil der Lernleiter und sehr umfangreich. Im Rahmen von Fortbildungen kann das Material von den Teilnehmenden selbst erstellt werden.
  • Die zur Evaluation genutzten Fachwissenstests können zur Lernerfolgskontrolle am Ende jedes Milestones verwendet werden. Auch hier besteht die Möglichkeit, z.B. mithilfe von Multiple-Choice-Aufgaben (Emden, Koenen & Sumfleth, 2015, S. 65ff.), die Tests an die eigene Lernumgebung anzupassen.

Literatur

  • Emden, M., Koenen, J. & Sumfleth, E. (Hrsg.). (2015). Chemieunterricht im Zeichen von Diagnostik und Förderung. Münster: Waxmann. Aufgerufen am 11.03.2019. Verfügbar unter http://www.ganzin.de/wp-content/uploads/2015/10/Chemieunterricht-im-Zeichen-von-Diagnostik-und-Förderung.pdf.
  • Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.). (2019). Kernlehrplan für die Sekundarstufe I Gymnasium in Nordrhein-Westfalen. Chemie. Aufgerufen am 06.07.2020. Verfügbar unter https://www.schulentwicklung.nrw.de/lehrplaene/lehrplan/198/g9_ch_klp_%203415_2019_06_23.pdf.
  • van Vorst, H. (2018). Zum Bohr’schen Atomkonzept mit der Lernleiter. Ein Ansatz zur Unterrichtsstrukturierung und Differenzierung, nicht nur für den Chemieunterricht. MNU, 5, S. 317-324.
  • van Vorst, H. & Hauerstein, Th. (2020). Strukturierung von Unterricht mit dem Lernleiter-Konzept. In H. van Vorst & E. Sumfleth (Hrsg.), Von Sprosse zu Sprosse. Innovative Erarbeitung des Bohr´schen Atomkonzepts mit der Lernleiter (S. 7-14). Münster: Waxmann.
  • van Vorst, H. & Sumfleth, E. (Hrsg.). (2020). Von Sprosse zu Sprosse. Innovative Erarbeitung des Bohr´schen Atomkonzepts mit der Lernleiter. Münster: Waxmann.

Unterrichtsmaterialien zu den Milestones der Lernleiter-Vorhaben

Die Materialien können exemplarisch von Fachmoderierenden in die Fortbildungsveranstaltungen integriert werden. Außerdem dienen sie den Teilnehmenden zur Vorbereitung und Durchführung eigenen Unterrichts mit Hilfe des Lernleiter-Konzepts.

Im Einzelnen sind folgende Materialien enthalten:

Grundlegende Hinweise zum Lernleiter-Konzept

  • Hinweise zur Lernleiter für Fachlehrkräfte als Word und PDF

Unterrichtsmaterialien zu den drei Milestones

Diese Unterrichtsmaterialien sind entnommen aus: van Vorst, H. & Sumfleth, E. (Hrsg.). (2020). Von Sprosse zu Sprosse. Innovative Erarbeitung des Bohr'schen Atomkonzepts mit der Lernleiter. Münster: Waxmann.

Die Unterrichtsmaterialien sind - wenn nicht anders gekennzeichnet - lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Nicht kommerziell-Share Alike 4.0 International Lizenz (CC BY-NC-SA 4.0). Urheber im Sinne der Lizenz sind Frau van Vorst und Frau Sumfleth. Durch QUA-LiS NRW wurde das Material angepasst.

Fotos CC BY NC SA Lizenz

Milestone 1 bis 3 als digitales Format zur Verknüpfung von Präsenz- und Distanzunterricht

Anleitungsvideo, Handout und Poster zur Lernleiter für Schülerinnen und Schüler

Informationen zu den Materialboxen

Fotos Lernleiter Materialboxen

Eckdaten des Marianne-Weber-Gymnasiums Lemgo

Marianne-Weber-Gymnasium

Franz-Liszt-Straße 34

32657 Lemgo

05261/94750

mwg@schulen-lemgo.de

Schulleiter: Herr Herrmuth

Bezirksregierung: Detmold

Netzwerke / Projekte

  • Projekt "Ganz In. Mit Ganztag mehr Zukunft. Das neue Ganztagsgymnasium NRW. "
  • Netzwerk "Zukunftsschulen NRW"
  • Arbeitsgemeinschaft „Bilingual AG NRW“
  • Sportbetonte Schule / Partnerschule des Leistungssports
  • MINT-freundliche Schule
  • Projekt "Vielfalt fördern"

Eckdaten

  • Leitbild: „Es ist unser Ziel, den uns anvertrauten Schülerinnen und Schülern beratend und fördernd die Entwicklung zur selbstständigen, selbstbestimmten, engagierten und verantwortungsbewussten Persönlichkeit zu ermöglichen.“ (Link zur Homepage der Schule: https://www.mwg-lemgo.de/vorstellung/leitbild-und-schulprogramm.html; eingesehen am: 25.11.2019)
  • Ganztagsgymnasium seit 2009
  • Teilnahme am Schulentwicklungsprojekt „Ganz In I“ und „Ganz In II “ 2009 bis 2018:
    • Förderung des selbstständigen Lernens im fachlichen und sozialen Kontext durch das kompetenzorientierte Experimentieren in den Neigungsprojekten der Jahrgänge 5 und 6
    • Curriculare Einbettung des selbstregulierten Lernens in den Chemieunterricht durch das Lernen mit Lösungsbeispielen und die individuelle Förderung und Diagnostik
  • Implementation der Lernleiter zum Atombau im Jahrgang 8 und als Bestandteil des Konzepts zum selbstregulierten Lernen
  • Mitarbeit von drei Lehrkräften bei der Entwicklung der Lernleiter zum Atombau und der Lernleiter zu Ionen und Salze im Rahmen von Ganz In II und im Projekt SINUS
  • Durchführung des Unterrichts mit der Lernleiter zum Atombau durch drei Lehrkräfte

Eckdaten des Gymnasiums der Gemeinde Steinhagen

Steinhagener Gymnasium

Am Cronsbach 1

33803 Steinhagen

05204/997851

post@steingy.de

Schulleiter: Herr Binder

Bezirksregierung: Detmold

Netzwerke / Projekte

  • Projekt "Ganz In. Mit Ganztag mehr Zukunft. Das neue Ganztagsgymnasium NRW."
  • MINT-EC-Schule
  • MINT-freundliche Schule
  • Schule der Zukunft - Bildung für Nachhaltigkeit 2016-2020
  • Netzwerk „Zukunftsschulen NRW“
  • Bilinguales Gymnasium

Eckdaten

  • Leitbild: „Das Steinhagener Gymnasium versteht sich nicht nur als Ort reiner Wissensvermittlung, sondern sieht es im Sinne einer ganzheitlichen Bildung als seine Aufgabe, durch die Verbindung von fachlichem und sozialem Lernen Schülerinnen und Schüler zu befähigen, reflektiert zu urteilen, zu entscheiden und zu handeln und sich auf diese Weise zu selbstverantwortlichen Persönlichkeiten zu entwickeln. Sie werden so darauf vorbereitet, als mündige und aktive Mitglieder der Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen und gesellschaftliche Wirklichkeit verantwortungsvoll mitzugestalten.“ (Link zur Homepage der Schule:  www.steingy.de/index.php/programm/leitsaetze; eingesehen am 25.11.2019)
  • Ganztagsgymnasium seit 2009
  • Teilnahme am Schulentwicklungsprojekt „Ganz In I“ und „Ganz In II “ 2009 bis 2018: Förderung des selbstständigen Lernens im fachlichen und sozialen Kontext durch die curriculare Einbettung des selbstregulierten Lernens ab der Klasse 5 im Mathematik-, Deutsch-, Biologie- und Chemieunterricht, Angebote des Lerncoachings, Implementation des sprachsensiblen Fachunterrichts und Implementation der Laborhelferausbildung im Galileo-Profil der Jahrgänge 8 und 9.
  • Implementation der Lernleiter zum Atombau im Jahrgang 8 und als Bestandteil des Konzepts zum selbstregulierten Lernen
  • Durchführung des Unterrichts mit der Lernleiter zum Atombau durch drei Lehrkräfte
  • Mitarbeit von zwei Lehrkräften bei der Entwicklung der Lernleiter zum Atombau und der Lernleiter zu Ionen und Salze im Rahmen von Ganz In II und im Projekt SINUS

Eckdaten des Heinrich-Heine-Gymnasiums Dortmund

Heinrich-Heine-Gymnasium

Dörwerstr. 34

44379 Dortmund

0231/47642630

Heinrich-Heine-Gymnasium@stadtdo.de

Schulleiter: Herr Dr. von Elsenau

Bezirksregierung: Arnsberg

Netzwerke / Projekte

  • Projekt "Ganz In. Mit Ganztag mehr Zukunft. Das neue Ganztagsgymnasium NRW."
  • Netzwerk „Zukunftsschulen NRW“
  • Schulen im Team
  • MINT-freundliche Schule
  • Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Eckdaten

  • Grundlegende Säulen des Leitbildes:
    • "Individualität und Vielfalt
    • Verantwortung und Fürsorge
    • Qualität und Leistung"
    (Link zur Homepage der Schule:  https://heinrichheinedo.de/unsere-schule/leitbild; eingesehen am 25.11.2019)
  • Ganztagsgymnasium seit 2010
  • Teilnahme am Schulentwicklungsprojekt „Ganz In I“ und „Ganz In II “ 2009 bis 2018
  • Implementation der Lernleiter zum Atombau im Jahrgang 8 und als Bestandteil des Konzepts zum selbstregulierten Lernen
  • Durchführung des Unterrichts mit der Lernleiter zum Atombau durch drei Lehrkräfte

Eckdaten des Max-Planck-Gymnasiums Bielefeld

Max-Planck-Gymnasium Bielefeld

Stapenhorststraße 96

33615 Bielefeld

0521/512398

post@mpg-bielefeld.de

Schulleiterin: Frau Kleist

Bezirksregierung: Detmold

Netzwerke / Projekte

  • Projekt "Ganz In. Mit Ganztag mehr Zukunft. Das neue Ganztagsgymnasium NRW. "
  • MINT-freundliche Schule
  • Gründungsmitglied im Verein zdi Zentrum experiMINT Bielefeld
  • Berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schule
  • Kooperationspartner der Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG

Eckdaten

  • Aus der Präambel des Schulprogramms: „Unsere Schule fördert die individuelle Entwicklung der Schülerinnen und Schüler, ihre Leistungsbereitschaft und ihr soziales und demokratisches Engagement. Sie bietet ihnen vielfältige Möglichkeiten, ihre besonderen Fähigkeiten, Neigungen und Talente zu entdecken und zu entfalten.“ (Link zur Homepage der Schule:  https://www.mpg-bielefeld.de/ueber-das-mpg/schulprogramm; eingesehen am 25.11.2019)
  • Ganztagsgymnasium seit 2009
  • Teilnahme am Schulentwicklungsprojekt „Ganz In I und Ganz In II “ 2009 bis 2018
  • Implementation der Lernleiter zum Atombau im Jahrgang 8 und als Bestandteil des Konzepts zum selbstregulierten Lernen
  • Durchführung des Unterrichts mit der Lernleiter zum Atombau durch vier Lehrkräfte
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