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Kompetenzbereiche, Inhaltsfelder und Kompetenzerwartungen

Die in den allgemeinen Aufgaben und Zielen des Lernbereichs und der Fächer beschriebene übergreifende fachliche Kompetenz wird ausdifferenziert, indem fachspezifische Kompetenzbereiche und Inhaltsfelder identifiziert und ausgewiesen werden. Dieses analytische Vorgehen erfolgt, um die Strukturierung der fachrelevanten Prozesse einerseits sowie der Gegenstände andererseits transparent zu machen. In den Kompetenzerwartungen werden beide Seiten miteinander verknüpft. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass der gleichzeitige Einsatz von Können und Wissen bei der Bewältigung von Anforderungssituationen eine zentrale Rolle spielt.

Schaubild KLP Arbeitslehre Kompetenzen

Kompetenzbereiche repräsentieren die Grunddimensionen des fachlichen Handelns. Sie dienen dazu, die einzelnen Teiloperationen entlang der fachlichen Kerne zu strukturieren und den Zugriff für die am Lehr-Lernprozess Beteiligten zu verdeutlichen.
Inhaltsfelder systematisieren mit ihren jeweiligen inhaltlichen Schwerpunkten die im Unterricht der Gesamtschule verbindlichen und unverzichtbaren Gegenstände und liefern Hinweise für die inhaltliche Ausrichtung des Lehrens und Lernens.
Kompetenzerwartungen führen Prozesse und Gegenstände zusammen und beschreiben die fachlichen Anforderungen und intendierten Lernergebnisse, die auf drei Stufen bis zum Ende der Sekundarstufe I erreicht werden sollen.
Kompetenzerwartungen

  • beziehen sich auf beobachtbare Handlungen und sind auf die Bewältigung von Anforderungssituationen ausgerichtet,
  • stellen im Sinne von Regelstandards die erwarteten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten auf einem mittleren Abstraktionsgrad dar,
  • ermöglichen die Darstellung einer Progression vom Anfang bis zum Ende der Sekundarstufe I und zielen auf kumulatives, systematisch vernetztes Lernen,
  • können in Aufgabenstellungen umgesetzt und überprüft werden.

Insgesamt ist der Unterricht in der Sekundarstufe I nicht allein auf das Erreichen der aufgeführten Kompetenzerwartungen beschränkt, sondern soll es Schülerinnen und Schülern ermöglichen, diese weiter auszubauen und darüber hinausgehende Kompetenzen zu erwerben.

2.1  Kompetenzbereiche für alle Fächer des Lernbereichs

Die Schülerinnen und Schüler erwerben im Lernbereich Arbeitslehre haushalts-, technik- und wirtschaftsbezogene Kompetenzen für die Lebensbereiche Familien-,  Erwerbs- und Bürgerarbeit. Diese übergreifende fachliche Kompetenz umfasst dabei eine Reihe spezieller und untereinander vernetzter Kompetenzen, die den Kompetenzbereichen Sach-, Methoden-/Verfahrens-, Urteils-/Entscheidungs- sowie Handlungskompetenz zugeordnet werden können.

  • Sachkompetenz

    Die Sachkompetenz ist stets gegenstandsbezogen. Sie bezeichnet die Bereitschaft und Fähigkeit, Sachverhalte fachlich richtig benennen, beschreiben und darstellen zu können. Sie beinhaltet darüber hinaus, dass fachspezifische Sachverhalte und Begriffe unterschieden, geordnet und systematisiert werden können. Je nach Abstraktionsvermögen und Kenntnisstand gilt es, dieses Fachwissen im jeweiligen Kontext anzuwenden, abzugleichen und fortdauernd weiterzuentwickeln. Sachkompetenz im Bereich der Arbeitslehre bedeutet somit die Fähigkeit zur Aneignung von und zum Umgang mit grundlegenden haushaltswissenschaftlichen, ernährungswissenschaftlichen, technischen und sozioökonomischen Kenntnissen.
  • Methoden- und Verfahrenskompetenz

    Zur Methoden- und Verfahrenskompetenz gehören Wege der Erkenntnisgewinnung – wie die Recherche, die Ermittlung arbeitsorientierter Sachverhalte und ihre Strukturierung, Analyse und Interpretation – sowie die Darstellung und Präsentation von Informationen und Arbeitsergebnissen. Die Anwendung dieser Verfahren geschieht unter kommunikativen Aspekten vor allem unter Verwendung der entsprechenden Fachsprache sowie mittels eines reflektierten Einsatzes von Medien. Dies erfolgt entweder mittelbar durch unterschiedliche Materialien, Arbeits- und Darstellungsmittel oder unmittelbar durch originale Begegnung wie Befragung oder Erkundung.
  • Urteils- und Entscheidungskompetenz

    Urteils- und Entscheidungskompetenz basiert auf den erworbenen Sach-, Methoden- und Verfahrenskompetenzen. In diesem Zusammenhang geht es um ein selbständiges, begründetes, auf Kriterien gestütztes, reflektiertes Bewerten, Entscheiden und Beurteilen. Urteils- und Entscheidungskompetenz ermöglicht es, einen eigenen begründeten Standpunkt zu finden und diesen im Rahmen einer verantwortungsvollen Mitgestaltung gegenwärtiger und zukünftiger Lebenssituationen einzubringen.
  • Handlungskompetenz

    Handlungskompetenz ist eine integrative Kompetenz, die motorische Fähigkeiten umfasst sowie die Beeinflussung und Gestaltung der Umwelt ermöglicht. Handlungskompetenz entwickelt sich auf unterschiedlichen Ebenen, zu denen produktives Gestalten und Konstruieren sowie simulatives und reales Handeln in allen Lebensbereichen gehören. Handlungskompetenz erlaubt es in Verbindung mit Kompetenzen aus den anderen Kompetenzbereichen, unterschiedliche Anforderungen sachgerecht und effizient zu bewältigen.

Abschnitt A: Arbeitslehre (fächerintegriert)

2.2  Inhaltsfelder im Fach Arbeitslehre (fächerintegriert)

Kompetenzen sind nicht nur an die übergreifend für den gesamten Lernbereich geltenden Kompetenzbereiche (siehe Kapitel 2.1), sondern immer auch an fachliche Inhalte gebunden. Kompetenzen im integriert angebotenen Fach Arbeitslehre sollen deshalb mit Blick auf die nachfolgenden Inhaltsfelder entwickelt werden, deren Zuschnitt und Reihenfolge curriculare Setzungen darstellen. Bei der Überführung der Inhaltsfelder und inhaltlichen Schwerpunkte in konkrete Unterrichtsvorhaben können nach Entscheidung der Fachkonferenz hiervon abweichende Zuordnungen entstehen, sofern diese innerhalb der vorgegebenen Stufen erfolgen.

 

Inhaltsfeld 1: Sicherheit und Gesundheit

Im Zentrum dieses Inhaltsfeldes stehen die Arbeitssicherheit und der Arbeitsschutz. Hierzu gehören Kenntnisse zu den Sicherheitsbestimmungen in Fachräumen sowie zum sicheren und sachgerechten Umgang mit Maschinen und Geräten. Besondere Bedeutung besitzen Sicherheits- und Gesundheitsaspekte beim Anwenden von Trenn- und Fügetechniken sowie bei der Verarbeitung von Lebensmitteln, um gesundheitliche Beeinträchtigungen für Schülerinnen und Schüler zu vermeiden. In diesem Zusammenhang sind auch Grundkenntnisse über die Lebensmittel- und Personenhygiene sowie das Lebensmittelrecht von besonderer Bedeutung.

 

Inhaltsfeld 2: Arbeitsprozesse, Arbeitsorganisation und Arbeitsplatzgestaltung

In diesem Inhaltsfeld stehen die Arbeitsprozesse, Arbeitsorganisation und Arbeitsplatzgestaltung im Vordergrund. Schülerinnen und Schüler lernen, dass ein zweckmäßig eingerichteter Arbeitsplatz und eine adäquate Ablauforganisation für die sachgemäße und effiziente Herstellung eines Werkstücks oder einer Speise bedeutsam sind. Diese Prozesse können durch Vorgaben in Textform (Rezept oder Bauanleitung) bzw. Grafik (Bauplan oder Skizze) initiiert, unterstützt und evaluiert werden.

Inhaltsfeld 3: Grundbedürfnisse, Ernährung und Konsum

In diesem Inhaltsfeld geht es um den Zusammenhang von Bedürfnissen, Bedarf und Konsum. Schülerinnen und Schüler werden sich eigener primärer (z.B. Ernährung), aber auch sekundärer Bedürfnisse (z.B. Anerkennung) bewusst. Sie lernen, den daraus resultierenden Bedarf unter Berücksichtigung gesellschaftlicher, politischer und finanzieller Restriktionen zu ermitteln und erwerben dadurch grundlegende finanzbezogene Kompetenzen. Für das Treffen reflektierter Konsumentscheidungen zur Deckung eines Bedarfs sind darüber hinaus auch Kenntnisse über Produkte und ihre Eigenschaften sowie über Regelungen zum Verbraucherschutz erforderlich.

Inhaltsfeld 4: Beschaffung und Entsorgung von Produkten im privaten Haushalt

Die Beschaffung und Entsorgung von Produkten im privaten Haushalt hat weitreichende Konsequenzen. Die Schülerinnen und Schüler erfahren an ausgewählten Konsumgütern (z.B. Elektronikartikeln, Textilien, Lebensmitteln), dass der Kauf und die Entsorgung ökologische und ökonomische Folgen für den Einzelnen und die Gesellschaft haben. Die Entsorgung von Produkten wird beeinflusst von öffentlichen Regelungen, die auch das eigene Verhalten im privaten Haushalt berühren.

Inhaltsfeld 5: Ressourcennutzung und Ressourcenschonung

In diesem Inhaltsfeld geht es um eine nachhaltige Nutzung vorhandener Ressourcen im Alltag. Hierbei steht die Beschäftigung mit den verschiedenen Formen der Energie, der Energieumwandlung sowie Geräten mit überhöhtem oder verstecktem Verbrauch im Fokus. Durch eine veränderte Produktion – ggf. angestoßen durch politische Rahmensetzungen – kann eine Verbesserung des Wirkungsgrades erreicht werden. Haushalte können durch eine verbrauchsangepasste Nutzung Energie einsparen und Ressourcen schonen. Die Schülerinnen und Schüler lernen, dass nachhaltiger Konsum im Haushalt einen spürbaren Beitrag zum Umweltschutz leisten kann.

Inhaltsfeld 6: Energieversorgung

Die Beschäftigung mit diesem Inhaltsfeld ermöglicht die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Formen der Energieversorgung auch unter globaler Perspektive. Behandelt werden der Einsatz fossiler, nuklearer und regenerativer Energieträger, der weltweit steigende Energieverbrauch sowie die daraus resultierenden Handlungserfordernisse. In diesem Zusammenhang ist auch die Betrachtung technischer Innovationen im Rahmen einer ökologisch orientierten Stromerzeugung bedeutsam.

Inhaltsfeld 7: Ernährung und Esskultur

In diesem Inhaltsfeld geht es um Ernährungsstile und Essgewohnheiten aufgrund unterschiedlicher Lebensumstände und Haushaltsstrukturen. Darüber hinaus wird der Einblick in unterschiedliche Lebensstile durch das Wissen über Lebens- und Ernährungsgewohnheiten in anderen Ländern gegeben. Hierzu gehören die Auseinandersetzung mit Lebensmitteln und Gewürzen sowie die Herstellung von Speisen. Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Qualitätsmerkmalen ausgewählter Lebensmittel und mit Ernährungsempfehlungen auseinander und stellen Überlegungen hinsichtlich der Realisierung eines gesundheitsförderlichen Lebensstils an.

Inhaltsfeld 8: Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Betrieb

Die Beschäftigung mit diesem Inhaltsfeld ermöglicht die Auseinandersetzung mit den sozialen, ökonomischen sowie technischen Grundlagen der Arbeitswelt und verdeutlicht den jeweils wechselseitigen Einfluss von Erwerbsarbeit und Lebensgestaltung aufeinander. Die Untersuchung der strukturellen Beziehung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern gibt Einblicke in unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit in Betrieben. Dabei werden auch gesetzliche Rahmenbedingungen betrachtet.

Inhaltsfeld 9: Arbeit im Ernährungssektor

Im Zentrum dieses Inhaltsfeldes steht die Auseinandersetzung mit dem Arbeitsmarkt, die beispielhaft am Teilarbeitsmarkt Getränke und Ernährung vertieft wird. Des Weiteren werden die Produktion und Zubereitung von Lebensmitteln sowie die darauf bezogenen staatlichen Maßnahmen genauer betrachtet. Schülerinnen und Schüler lernen, dass beispielsweise bei der Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln gesundheitliche, ökologische und ökonomische Aspekte sowie rechtliche Regelungen zu berücksichtigen sind. Diese Zusammenhänge können ansatzweise auch im Rahmen der Vorbereitung und Herstellung von Themenmenüs verdeutlicht werden.

Inhaltsfeld 10: Technische Innovationen und ihre Auswirkungen auf Beruf und Alltag

In diesem Inhaltsfeld geht es um die fortschreitende Automatisierung von Arbeitsprozessen durch die Entwicklung neuer technischer Geräte und Systeme sowie deren Auswirkungen auf die Erwerbstätigen in Beruf und Alltag. Die Schülerinnen und Schülern lernen, dass technische Innovationen und dadurch bedingte neue Organisationsformen Chancen und Herausforderungen für die Arbeit in Beruf und Alltag mit sich bringen. Zur Fundierung ihrer Berufswahlentscheidungen können Sie diese Erkenntnisse nutzen.

Inhaltsfeld 11: Berufsorientierung

In diesem Inhaltsfeld lernen Schülerinnen und Schüler, den Beruf vor dem Hintergrund pluralisierter Lebens- und Wertorientierungen als maßgebliches Element im individuellen Lebensentwurf zu berücksichtigen. Darüber hinaus unterstützt die Beschäftigung mit diesem Inhaltsfeld, die Wahl eines Erstberufs in Kenntnis der voraussichtlichen zukünftigen Ausbildungs- und Arbeitsmarktbedingungen zu treffen. Dabei ist bedeutsam, dass sich die Arbeitswelt – vor allem hinsichtlich der Arbeitsformen, Arbeitsbeziehungen und Qualifikationsanforderungen – kontinuierlich wandelt. In diesem Zusammenhang werden individuelle Bedürfnisse und Ansprüche bewusst gemacht, um Möglichkeiten und besondere Herausforderungen in Bezug auf ihre Realisierung zu erkennen.

2.3  Kompetenzerwartungen und inhaltliche Schwerpunkte im Fach Arbeitslehre (fächerintegriert)

2.3.1  Jahrgangsstufe 5/6

Kompetenzen

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie am Ende der Jahrgangsstufe 6 über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu allen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Methoden-/Verfahrens- sowie die Handlungskompetenz ausschließlich inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, werden die Sach- sowie die Urteils-/ Entscheidungskompetenz im Anschluss zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert. Die in Klammern beigefügten Kürzel dienen dabei zur Verdeutlichung der Progression der übergeordneten Kompetenzerwartungen über die einzelnen Stufen hinweg (vgl. Anhang).

  • Sachkompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler
    • ordnen einfache fachbezogene Sachverhalte ein (SK 1),
    • formulieren ein erstes Grundverständnis zentraler Dimensionen von Arbeit und wenden elementare Fachbegriffe sachgerecht an (SK 2),
    • beschreiben ausgewählte Personen und Gruppen, ihre Funktionen, Rollen und Handlungsmöglichkeiten (SK 3),
    • stellen in elementarer Form hauswirtschaftliche, technische und ökonomische Strukturen dar (SK 4),
    • beschreiben grundlegende hauswirtschaftliche, technische und ökonomische Prozesse (SK 5)
  • Methoden- und Verfahrenskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    Verfahren der Informationsbeschaffung und -entnahme
    • recherchieren unter Anleitung in eingegrenzten Mediensammlungen und beschaffen – auch unter Nutzung von Inhaltsverzeichnis, Register und Glossar – zielgerichtet Informationen aus Büchern und digitalen Medien (MK 1),
    • entnehmen Einzelmaterialien niedriger Strukturiertheit fragenrelevante Informationen (MK 2),
    • entnehmen einfachen modellhaften Darstellungen fragengeleitet Informationen (MK 3),
    • erheben angeleitet Daten durch Beobachtung, Erkundung und den Einsatz vorgegebener Messverfahren (MK 4),
    • identifizieren ausgewählte Lebensmitteleigenschaften durch die Nutzung unterschiedlicher Sinne (MK 5),
    • identifizieren ausgewählte Materialeigenschaften durch deren Bearbeitung (MK 6).

    Verfahren der Aufbereitung, Strukturierung, Analyse und Interpretation
    • analysieren in elementarer Form einfache kontinuierliche Texte (MK 7),
    • analysieren und interpretieren in elementarer Form diskontinuierliche Texte wie Diagramme, Statistiken, Schaubilder, Rezepte, Bauanleitungen und Grafiken einfacher Strukturiertheit (MK 8),
    • überprüfen vorgegebene Fragestellungen und eigene Vermutungen mittels Erkundungen und Befragungen in der Schule sowie im schulischen Umfeld (MK 9),
    • identifizieren unterschiedliche Standpunkte im eigenen Erfahrungsbereich und geben diese zutreffend wieder (MK 10),
    • analysieren einfache Fallbeispiele aus dem Alltag (MK 11),
    • entwickeln angeleitet Kriterien für die Qualität von angefertigten Werkstücken und von zubereiteten Speisen (MK 12).

    Verfahren der Darstellung und Präsentation
    • beschreiben einfache Sachverhalte sprachlich angemessen unter Verwendung relevanter Fachbegriffe (MK 13),
    • erstellen mit Hilfestellung einfache Skizzen, Diagramme und Schaubilder zur Darstellung von Informationen (MK 14),
    • präsentieren einfache Speisen und Gerichte unter ästhetischen und funktionalen Gesichtspunkten (MK 15).
  • Urteils- und Entscheidungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • beurteilen grundlegende fachbezogene Sachverhalte und Verfahren vor dem Hintergrund vorgegebener Kriterien (UK 1),
    • formulieren in Ansätzen einen begründeten eigenen Standpunkt (UK 2),
    • beurteilen deutlich voneinander unterscheidbare Motive, Bedürfnisse und Interessen von Personen und Gruppen (UK 3),
    • beurteilen überschaubare Situationen oder Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven (UK 4),
    • beurteilen im Kontext eines einfachen Falles oder Beispiels mit Entscheidungscharakter Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen Handelns (UK 5),
    • entscheiden sich in vorstrukturierten, fachlich geprägten Situationen begründet für eine Handlungsoption (UK 6).
  • Handlungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • be- und verarbeiten einfach handhabbare Lebensmittel und Werkstoffe (HK 1),
    • bedienen und pflegen einfache Werkzeuge, Geräte und Maschinen (HK 2),
    • entwickeln unter Anleitung – auch simulativ – einzelne Lösungen und Lösungswege für überschaubare fachbezogene Probleme (HK 3),
    • erstellen in Inhalt und Struktur klar vorgegebene (Medien-) Produkte zu fachbezogenen Sachverhalten und präsentieren diese im unterrichtlichen Zusammenhang (HK 4),
    • vertreten die eigenen Positionen auch in der Auseinandersetzung mit kontroversen Sichtweisen in angemessener Form im unterrichtlichen Zusammenhang (HK 5),
    • nehmen vorgegebene andere Positionen ein und bilden diese probeweise ab (HK 6),
    • organisieren ein überschaubares Projekt im schulischen Umfeld (HK 7).

Obligatorische Inhaltsfelder

Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen der Behandlung der nachfolgenden, für die Jahrgangsstufen 5 und 6 obligatorischen Inhaltsfelder entwickelt werden:

  • Sicherheit und Gesundheit
  • Arbeitsprozesse, Arbeitsorganisation und Arbeitsplatzgestaltung
  • Grundbedürfnisse, Ernährung und Konsum
  • Beschaffung und Entsorgung von Produkten im privaten Haushalt

Bezieht man die übergeordneten Kompetenzerwartungen im Bereich der Sach- und der Urteils-/Entscheidungskompetenz sowie die unten aufgeführten inhaltlichen Schwerpunkte aufeinander, so ergeben sich die nachfolgenden konkretisierten Kompetenzerwartungen:

Inhaltsfeld 1: Sicherheit und Gesundheit

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Fachräume und ihre Einrichtungen
  • Arbeitsmittel, Werkzeuge, Werkstücke, Werkstoffe und Werkzeugmaschinen
  • Personen-, Arbeitsplatz- und Lebensmittelhygiene

 Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • benennen Einrichtungen, Funktionsbereiche, Arbeitsmittel und Maschinen in Fachräumen,
  • erklären sicherheitsrelevante Aspekte in Fachräumen,
  • unterscheiden unterschiedliche Werkzeuge, Werkstücke, Werkstoffe, und Werkzeugmaschinen,
  • erklären den sicheren Umgang mit Arbeitsmitteln bei der Nahrungszubereitung,
  • erläutern Maßnahmen zur persönlichen Hygiene sowie zur Arbeitsplatz- und Lebensmittelhygiene.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten das eigene Arbeitsverhalten sowie körpernahe Gegenstände (u.a. Kleidung, Schmuck) im Hinblick auf potenzielle Gefährdungen,
  • entscheiden sich begründet für den Einsatz von Arbeitsmitteln, Werkzeugen, Werkstoffen und Werkzeugmaschinen unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten,
  • entscheiden sich für die Beachtung der Hygienevorschriften bei der Nahrungszubereitung.

Inhaltsfeld 2: Arbeitsprozesse, Arbeitsorganisation und Arbeitsplatzgestaltung

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Arbeitsplanung und -organisation in Fachräumen
  • Technische Zeichnungen und Darstellungen
  • Bau eines Alltagsgegenstandes
  • Nahrungszubereitung
  • Mess- und Prüfverfahren

Sachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • erläutern technische Zeichnungen und Rezepte,
  • erläutern die Handhabung und Funktion eingesetzter Arbeitsmittel, Werkzeuge, Geräte, Werkstoffe und Nahrungsmittel,
  • ordnen Materialien und Lebensmitteln verschiedene Be- und Verarbeitungsverfahren sowie die hierzu benötigten Werkzeuge und Arbeitsmittel zu,
  • beschreiben einfache Prozesse der Materialbearbeitung und Verfahren der Nahrungszubereitung,
  • benennen Verfahren und Kriterien zur Überprüfung der Qualität angefertigter Werkstücke sowie zubereiteter Speisen.

 Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten Rezepte im Hinblick auf ihre Verständlichkeit und Umsetzbarkeit,
  • beurteilen Verarbeitungsprozesse und die Qualität der Arbeitsergebnisse im Hinblick auf das Schonen von Lebensmitteln, das Einsparen von Material sowie die Sicherheit,
  • bewerten eingesetzte Verfahren hinsichtlich ihrer Eignung zur Erreichung der gesetzten Ziele,
  • entscheiden über die Reihenfolge von Arbeitsschritten und begründen ihre Entscheidung,
  • bewerten das Arbeitsergebnis hinsichtlich seines Aussehens und seiner Funktionalität,
  • bewerten die zubereiteten Speisen und Gerichte im Hinblick auf Situations- und Alltagsangemessenheit,
  • erörtern Möglichkeiten der Optimierung der Arbeitsschritte.

Inhaltsfeld 3: Grundbedürfnisse, Ernährung und Konsum

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Grundbedürfnisse des Menschen
  • Konsumverhalten und Verkaufsstrategien
  • Verbraucherpolitik
  • Nahrungsmittelgruppen und ihr Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung
  • Essbiographie
  • Esskultur

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • unterscheiden zwischen Bedürfnis, Bedarf und Konsum,
  • beschreiben exemplarisch Verkaufsstrategien von Unternehmen und deren Auswirkungen auf die Konsumentin bzw. den Konsumenten,
  • beschreiben exemplarisch an ausgewählten Fallbeispielen den Weg in die Überschuldung,
  • erläutern exemplarisch für Kinder und Jugendliche relevante Maßnahmen zum Verbraucherschutz und nennen Quellen für Verbraucherinformationen,
  • beschreiben die eigenen Ernährungsgewohnheiten,
  • beschreiben die Zusammensetzung einer gesundheitsförderlichen Ernährung.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten die eigenen Konsumwünsche und -entscheidungen im Hinblick auf Nutzen, Qualität sowie ökologische und soziale Folgen,
  • beurteilen anhand eines Haushaltsplans die finanzielle Umsetzbarkeit eigener Konsumwünsche,
  • beurteilen Verkaufsstrategien im Hinblick auf ihre beabsichtigten Wirkungen und ihren Einfluss auf das Konsumverhalten,
  • bewerten exemplarisch Strategien zur Prävention von und zum Umgang mit Überschuldung,
  • beurteilen Nahrungsmittelgruppen im Hinblick auf ihre jeweilige Bedeutung für eine ausgewogene Ernährung,
  • bewerten die Angemessenheit des eigenen Essverhaltens auch im Hinblick auf gesellschaftliche Konventionen.

Inhaltsfeld 4: Beschaffung und Entsorgung von Produkten im privaten Haushalt

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Kauf und Entsorgung von Produkten im privaten Haushalt sowie öffentliche Regelungen

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beschreiben ökonomische, soziale und ökologische Auswirkungen des Kaufs und der Entsorgung ausgewählter Konsumgüter (u.a. Lebensmittel, Elektronikartikel, Textilien) im privaten Haushalt,
  • erläutern Formen der Wertstofftrennung im Hinblick auf Kosten und Nutzen für private Haushalte.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beurteilen unterschiedliche individuelle Möglichkeiten der Müllvermeidung und -entsorgung im privaten Haushalt unter Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Aspekte,
  • beurteilen ausgewählte öffentliche Regelungen für die Entsorgung und deren Auswirkungen auf das eigene Verhalten.

2.3.2   Jahrgangsstufe 7-10, erste Stufe

Kompetenzen

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie – aufbauend auf der Kompetenzentwicklung in den Jahrgangsstufen 5 und 6 – im Laufe der Jahrgangsstufen 7-10 eine erste Stufe erreichen, auf der sie über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu allen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Methoden-/Verfahrens- sowie die Handlungskompetenz ausschließlich inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, werden die Sach- sowie die Urteils-/Entscheidungskompetenz im Anschluss zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert. Die in Klammern beigefügten Kürzel dienen dabei zur Verdeutlichung der Progression der übergeordneten Kompetenzerwartungen über die einzelnen Stufen hinweg (vgl. Anhang).

  • Sachkompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • systematisieren fachbezogene Sachverhalte (SK 1),
    • formulieren ein Grundverständnis zentraler Dimensionen von Arbeit und wenden zentrale Fachbegriffe im thematischen Kontext an (SK 2),
    • analysieren in einfacher Form Funktionen, Rollen und Handlungsmöglichkeiten ausgewählter Personen und Gruppen (SK 3),
    • erläutern hauswirtschaftliche, technische und ökonomische Strukturen (SK 4),
    • analysieren in Ansätzen hauswirtschaftliche, technische und ökonomische Prozesse (SK 5).
  • Methoden- und Verfahrenskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    Verfahren der Informationsbeschaffung und -entnahme
    • recherchieren selbständig in eingegrenzten Mediensammlungen und beschaffen zielgerichtet Informationen (MK1),
    • entnehmen mehreren Einzelmaterialien niedriger Strukturiertheit fragenrelevante Informationen und setzen diese zueinander in Beziehung (MK 2),
    • entnehmen modellhaften Darstellungen für Fragestellungen relevante Informationen (MK 3),
    • erheben selbstständig Daten durch Beobachtung, Erkundung und den Einsatz von Messverfahren (MK 4),
    • identifizieren ausgewählte Lebensmitteleigenschaften durch die Nutzung unterschiedlicher Sinne (MK 5),
    • identifizieren Eigenschaften von Materialien und technischen Systemen durch Messungen (MK 6).

    Verfahren der Aufbereitung, Strukturierung, Analyse und Interpretation
    • analysieren durch konkrete Arbeitsaufträge angeleitet komplexere kontinuierliche Texte (MK 7),
    • analysieren und interpretieren mit Hilfestellungen komplexere diskontinuierliche Texte wie Grafiken, Statistiken, Rezepte, Schaubilder, Diagramme sowie Bilder, Karikaturen und Filme (MK 8),
    • überprüfen vorgegebene Fragestellungen und eigene Vermutungen mittels Experimenten, Erkundungen und Befragungen (MK 9),
    • identifizieren unterschiedliche Perspektiven sowie kontroverse Standpunkte und geben diese zutreffend wieder (MK 10),
    • analysieren komplexere Fallbeispiele auch außerhalb des unmittelbaren eigenen Erfahrungsbereichs (MK 11),
    • entwickeln selbstständig Kriterien für die Qualität von technischen Systemen sowie zubereiteten Speisen und Gerichten (MK 12).

    Verfahren der Darstellung und Präsentation
    • beschreiben komplexere fachspezifische Sachverhalte sprachlich angemessen unter Verwendung relevanter Fachbegriffe (MK 13),
    • erstellen selbständig einfache Skizzen, Diagramme und Schaubilder zur Darstellung von Informationen und Messdaten (MK 14),
    • präsentieren Speisen und Gerichte unter ästhetischen und funktionalen Gesichtspunkten (MK 15).
  • Urteils- und Entscheidungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • beurteilen in Ansätzen fachbezogene Sachverhalte, Systeme und Verfahren vor dem Hintergrund relevanter, auch selbst entwickelter Kriterien (UK 1),
    • formulieren in Ansätzen einen begründeten eigenen Standpunkt und prüfen, ob der erreichte Wissensstand als Basis für ein eigenes Urteil hinreichend ist (UK 2),
    • beurteilen in Ansätzen unterschiedliche Handlungsweisen und dahinter liegende Interessen hinsichtlich der zugrundeliegenden Wertmaßstäbe sowie deren Verallgemeinerbarkeit (UK 3),
    • beurteilen in Ansätzen auch komplexere Situationen oder Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven (UK 4),
    • beurteilen im Kontext eines Falles oder Beispiels mit Entscheidungscharakter Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen Handelns (UK 5),
    • entscheiden sich in fachlich geprägten Situationen begründet für Handlungsoptionen und wägen Alternativen ab (UK 6).
  • Handlungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • be- und verarbeiten Lebensmittel und Werkstoffe (HK 1),
    • bedienen und pflegen Arbeitsmittel, Werkzeuge, Geräte und Maschinen (HK 2),
    • entwickeln auch in kommunikativen Zusammenhängen Lösungen und Lösungswege für fachbezogene Probleme und setzen diese ggf. um (HK 3),
    • erstellen aus einer vorgegebenen inhaltlichen Auswahl (Medien-) Produkte zu fachbezogenen Sachverhalten und präsentieren diese intentional im (schul-) öffentlichen Raum (HK 4),
    • vertreten die eigenen Positionen auch in der Auseinandersetzung mit kontroversen Sichtweisen in angemessener Form im (schul-) öffentlichen Raum (HK 5),
    • nehmen andere Positionen ein und vertreten diese probeweise (Perspektivwechsel) (HK 6),
    • planen und realisieren ein fachbezogenes Projekt und werten dieses anhand von vorgegebenen Kriterien aus (HK 7).

Obligatorische Inhaltsfelder

Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen der Behandlung der nachfolgenden, für die Stufe I obligatorischen Inhaltsfelder entwickelt werden:

  1. Ressourcennutzung und Ressourcenschonung
  2. Energieversorgung
  3. Ernährung und Esskultur
  4. Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Betrieb

Bezieht man die übergeordneten Kompetenzerwartungen im Bereich der Sach- und der Urteils-/Entscheidungskompetenz sowie die unten aufgeführten inhaltlichen Schwerpunkte aufeinander, so ergeben sich die nachfolgenden konkretisierten Kompetenzerwartungen:

Inhaltsfeld 5: Ressourcennutzung und Ressourcenschonung

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Energieformen, Energieumwandlung und Energieverbrauch im Haushalt
  • Wirkungsgrade und technische Optimierungsmöglichkeiten
  • Konsum unter Wirtschaftlichkeits- und Nachhaltigkeitsaspekten
  • Arbeitsplanung und ‑organisation im Küchenbereich des privaten Haushalts

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • benennen verschiedene Systeme zur Energieumwandlung sowie die zu- und abgeführten Energieformen,
  • vergleichen den Energie- und Rohstoffverbrauch von Geräten im Haushalt,
  • benennen den Wirkungsgrad bestimmende Faktoren von Energieverbrauchern und Maßnahmen der Ressourceneinsparung und ‑schonung,
  • beschreiben anhand eines Beispiels die Auswirkungen eines nachhaltigen Konsums auf die private Haushaltsführung,
  • erläutern exemplarische Konflikte zwischen wirtschaftlichem Handeln und nachhaltigem Konsum,
  • beschreiben Aspekte einer effizienten Arbeitsplanung und ‑organisation.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten verschiedene Systeme zur Energieumwandlung im Hinblick auf ihren Wirkungsgrad sowie ihren Verbrauch,
  • bewerten technische (Haushalts-) Geräte hinsichtlich ihrer Qualität sowie ihres Verbrauchs und erörtern unterschiedliche Maßnahmen zu deren Optimierung,
  • entscheiden sich für ergonomisch optimierte und Ressourcen schonende Arbeitsweisen,
  • bewerten exemplarisch individuelles wirtschaftliches Handeln im Hinblick auf ökonomische, ökologische und ethische Zielvorstellungen.

Inhaltsfeld 6: Energieversorgung

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Energieverbrauch weltweit
  • Energiewirtschaft
  • Fossile, nukleare und regenerative Energieträger
  • Kraftwerkstypen
  • Stromerzeugung unter Wirtschaftlichkeits- und Nachhaltigkeitsaspekten

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • erläutern Disparitäten im weltweiten Primärenergieverbrauch,
  • benennen unterschiedliche Energiebezugsquellen und erläutern die Zusammensetzung von Energiekosten,
  • erläutern den Unterschied zwischen Energiereserven und -ressourcen vor dem Hintergrund der Reichweite fossiler Energieträger,
  • beschreiben den Unterschied zwischen fossilen, nuklearen und regenerativen Energieträgern sowie deren Potenziale bei der Stromerzeugung,
  • erläutern die Funktionsweise, die Verwendung sowie die Chancen und Risiken verschiedener Kraftwerkstypen zur Stromerzeugung,
  • erläutern Möglichkeiten zur Förderung des betrieblichen Umweltschutzes über das Verbraucherverhalten und politische Entscheidungen.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • erörtern Deckungsmöglichkeiten für den weltweit steigenden Primärenergieverbrauch,
  • beurteilen kriteriengeleitet den Einsatz fossiler, nuklearer und regenerativer Energieträger aus der Perspektive unterschiedlicher Akteure,
  • erörtern die Chancen, Grenzen und Entwicklungspotenziale ökologisch orientierter Stromerzeugung im Hinblick auf Klimaschutz, Ressourcenschonung, Kosten und die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Inhaltsfeld 7: Ernährung und Esskultur

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Lebensmittelkennzeichnung
  • Richtlinien und Empfehlungen für eine ausgewogene Ernährung
  • Einflussfaktoren auf das Ernährungsverhalten
  • Ernährungsgewohnheiten verschiedener regionaler, kultureller und religiöser Gruppen sowie ihre Auswirkungen

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • erläutern die Bedeutung der Lebensmittelkennzeichnung und unterscheiden zwischen fakultativen und obligatorischen Angaben,
  • erläutern ausgewählte Ernährungsempfehlungen und Richtlinien für eine ausgewogene Ernährung,
  • charakterisieren die Bedeutung und Funktion von Speisen und Gerichten bei unterschiedlichen Anlässen,
  • benennen geographische sowie historische Einflussfaktoren und erläutern deren Bedeutung für kulturell unterschiedliche Essgewohnheiten,
  • erläutern mögliche Auswirkungen von Ernährungsgewohnheiten auf unternehmerische Entscheidungen.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • entscheiden sich für die Auswahl von Lebensmitteln aufgrund ihrer Kennzeichnung sowie weiterer Informationen,
  • beurteilen das eigene Ernährungsverhalten aufgrund von Informationen über eine gesundheitsförderliche Ernährung,
  • beurteilen unterschiedliche Ess- und Tischsitten sowie deren Veränderbarkeit unter Berücksichtigung soziokultureller Bedingungen und religiöser Gepflogenheiten.

Inhaltsfeld 8: Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Betrieb

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Erwerbsarbeit und Identitätsbildung
  • Organisation von Betrieben und Unternehmen
  • Bedeutung von Unternehmen und Unternehmern
  • Interessenvertretung und Partizipation in Unternehmen

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beschreiben den Einfluss der Erwerbsarbeit als Voll- und Teilzeitarbeitsverhältnis sowie in den Ausprägungen der Zeit-, Leih- und Telearbeit auf die Lebensgestaltung und benennen Folgen für die Identitätsbildung,
  • erläutern die Bedeutung und die Rolle von Unternehmen sowie Unternehmern im Wirtschaftsprozess,
  • erläutern in elementarer Form die Unterschiede zwischen Aufbau- und Ablauforganisation eines Unternehmens und benennen grundlegende Betriebsfunktionen,
  • stellen grundlegende Strukturen sowie ausgewählte Prozesse der Mitbestimmung in Klein-, Mittel- und Großbetrieben dar,
  • benennen zentrale Regelungen zum Jugend-, Arbeits- und Kündigungsschutz sowie zur Mitbestimmung.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beurteilen mögliche Auswirkungen eines Arbeitsplatz-, Arbeitgeber- und Berufswechsels sowie eines Arbeitsplatzverlustes für die Lebensgestaltung und das Selbstverständnis des Einzelnen,
  • erörtern erforderliche Grundvoraussetzungen für die Gründung eines Unternehmens,
  • bewerten in Ansätzen Vor- und Nachteile verschiedener Organisationsformen im Hinblick auf die Erreichung von Unternehmenszielen,
  • bewerten Möglichkeiten und Grenzen des Einflusses von Arbeitnehmern, Arbeitgebern, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden auf unternehmensrelevante Entscheidungen,
  • erörtern Möglichkeiten und Grenzen der Durchsetzbarkeit vorhandener und vermeintlicher Ansprüche unter arbeitsrechtlichen Gesichtspunkten.

2.3.3   Jahrgangsstufe 7-10, zweite Stufe

Kompetenzen

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie – aufbauend auf der Kompetenzentwicklung bis zur ersten Stufe der Jahrgangsstufen 7-10 – am Ende der Sekundarstufe I über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu allen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Methoden-/Verfahrens- sowie die Handlungskompetenz ausschließlich inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, werden die Sach- sowie die Urteils-/Entscheidungskompetenz im Anschluss zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert. Die in Klammern beigefügten Kürzel dienen dabei zur Verdeutlichung der Progression der übergeordneten Kompetenzerwartungen über die einzelnen Stufen hinweg (vgl. Anhang).

  • Sachkompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • systematisieren komplexere fachbezogene Sachverhalte (SK 1),
    • formulieren ein vertieftes Grundverständnis zentraler Dimensionen von Arbeit und wenden zentrale Fachbegriffe im erweiterten thematischen Kontext an (SK 2),
    • analysieren die Funktionen und Rollen sowie die Handlungsmöglichkeiten ausgewählter Personen und Gruppen (SK 3),
    • analysieren hauswirtschaftliche, technische und ökonomische Strukturen (SK 4),
    • analysieren hauswirtschaftliche, technische und ökonomische Prozesse (SK 5)
  • Methoden- und Verfahrenskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    Verfahren der Informationsbeschaffung und -entnahme
    • recherchieren selbständig innerhalb und außerhalb der Schule in unterschiedlichen Medien und beschaffen zielgerichtet Informationen (MK 1),
    • identifizieren die unter einer Fragestellung relevanten Informationen innerhalb einer Zusammenstellung verschiedener Materialien, gliedern diese und ordnen sie in thematische Zusammenhänge ein (MK 2),
    • entnehmen Modellen Kern- und Detailaussagen und entwickeln einfache modellhafte Vorstellungen zu fachbezogenen Sachverhalten (MK 3),
    • erheben selbstständig komplexere Daten durch Beobachtung, Erkundung, Simulation und den Einsatz von Messverfahren (MK 4),
    • identifizieren selbstständig Lebensmitteleigenschaften (MK 5),
    • identifizieren die Funktionsweise komplexerer technischer und ökonomischer Systeme durch Messungen und Simulation (MK 6)

    Verfahren der Aufbereitung, Strukturierung, Analyse und Interpretation
    • analysieren komplexere kontinuierliche Texte (MK 7),
    • analysieren und interpretieren komplexere diskontinuierliche Texte wie Grafiken, Statistiken, Rezepte, Schaltpläne, Schaubilder, Diagramme sowie Bilder, Karikaturen und Filme (MK 8),
    • formulieren Fragestellungen, entwickeln Hypothesen und überprüfen diese mithilfe selbst ausgewählter, geeigneter quantitativer (Umfrage, Zählung, Messung) und qualitativer (Beobachtung, Erkundung und Expertenbefragung) Verfahren sowie Experimenten und Simulationen (MK 9),
    • identifizieren unterschiedliche Perspektiven sowie kontroverse Standpunkte, geben diese zutreffend wieder und vergleichen sie miteinander (MK 10),
    • analysieren Fallbeispiele und nehmen Verallgemeinerungen vor (MK 11),
    • entwickeln Kriterien und Indikatoren zur Beschreibung, Erklärung und Überprüfung fachbezogener Sachverhalte (MK 12),

    Verfahren der Darstellung und Präsentation
    • stellen fachspezifische Sachverhalte unter Verwendung geeigneter sprachlicher Mittel und Fachbegriffe adressatenbezogen sowie problemorientiert dar und präsentieren diese anschaulich (MK 13),
    • erstellen auch unter Nutzung elektronischer Datenverarbeitungssysteme Skizzen, Diagramme und Strukturbilder, um Zusammenhänge und Probleme graphisch darzustellen (MK 14),
    • präsentieren ein Themenmenü unter ästhetischen und funktionalen Gesichtspunkten (MK 15)
  • Urteils- und Entscheidungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • beurteilen differenziert fachbezogene Sachverhalte, Systeme und Verfahren vor dem Hintergrund relevanter, auch selbst entwickelter Kriterien (UK 1),
    • formulieren einen begründeten eigenen Standpunkt und prüfen, ob der erreichte Wissensstand als Basis für ein eigenes Urteil hinreichend ist (UK 2),
    • beurteilen kriteriengeleitet unterschiedliche Handlungsweisen und dahinter liegende Interessen hinsichtlich der zugrundeliegenden Wertmaßstäbe sowie deren Verallgemeinerbarkeit (UK 3),
    • beurteilen komplexere Situationen oder Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven (UK 4),
    • beurteilen im Kontext eines komplexeren Falles oder Beispiels mit Entscheidungscharakter Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen Handelns (UK 5),
    • entscheiden sich in komplexeren, fachlich geprägten Situationen begründet für Handlungsoptionen, wägen Alternativen ab und beurteilen mögliche Konsequenzen (UK 6).
  • Handlungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • be- und verarbeiten auch schwer handhabbare Lebensmittel und Werkstoffe (HK 1),
    • bedienen und pflegen auch komplexere Arbeitsmittel, Werkzeuge, Geräte und Maschinen (HK 2),
    • entwickeln auch in kommunikativen Zusammenhängen Lösungen und Lösungswege für komplexere fachbezogene Probleme und setzen diese ggf. um (HK 3),
    • erstellen (Medien-) Produkte zu fachbezogenen Sachverhalten und präsentieren diese intentional im (schul-) öffentlichen Raum (HK 4),
    • vertreten die eigenen Positionen auch in der Auseinandersetzung mit kontroversen Sichtweisen in angemessener Form im (schul-) öffentlichen Raum und bereiten ihre Ausführungen mit dem Ziel der Überzeugung oder Mehrheitsfindung auch strategisch auf (HK 5),
    • nehmen andere Positionen ein und vertreten diese (Perspektivwechsel) (HK 6),
    • planen und realisieren ein fachbezogenes Projekt und werten dieses aus (HK 7),
    • dokumentieren Ergebnisse ihrer Berufsorientierung im Berufswahlpass oder einer anderen Dokumentationsform zum Einsatz im Berufswahlprozess (HK 8).

Obligatorische Inhaltsfelder

Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen der Behandlung der nachfolgenden, für die Stufe II obligatorischen Inhaltsfelder entwickelt werden:
  1. Arbeit im Ernährungssektor
  2. Technische Innovationen und ihre Auswirkungen auf Beruf und Alltag
  3. Berufsorientierung

Bezieht man die übergeordneten Kompetenzerwartungen im Bereich der Sach- und der Urteils-/Entscheidungskompetenz sowie die unten aufgeführten inhaltlichen Schwerpunkte aufeinander, so ergeben sich die nachfolgenden konkretisierten Kompetenzerwartungen:

Inhaltsfeld 9: Arbeit im Ernährungssektor

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • ErzeugungVerarbeitung und globale Verteilung von Lebensmitteln
  • Lebensmittelhygiene im Betrieb
  • Planung und Umsetzung eines Themenmenüs
  • Arbeitsmarkt und Beschäftigung
  • Staatliche Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik am Beispiel des Teilarbeitsmarktes Getränke und Ernährung

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • vergleichen Verfahren der ökologischen und konventionellen Erzeugung sowie der Verarbeitung ausgewählter Lebensmittel,
  • erläutern die ungleiche Verteilung ausgewählter Lebensmittel im globalen Vergleich sowie deren Folgen für die Menschen,
  • erklären Maßnahmen zum hygienischen Umgang mit Lebensmitteln im Betrieb,
  • erläutern Planungsschritte zur Umsetzung eines Themenmenüs,
  • beschreiben das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage auf dem Faktormarkt Arbeit sowie die daraus resultierenden Konsequenzen für den Preis der Arbeit,
  • erläutern exemplarisch eine politische Maßnahme in ihren Auswirkungen auf den Teilarbeitsmarkt Getränke und Ernährung.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beurteilen unterschiedliche Wege der Lebensmittelproduktion im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Arbeitsökonomie,
  • beurteilen kriterienorientiert die Zubereitung ökologisch ausgewogener Speisen und Gerichte,
  • bewerten die Umsetzung eines Menus im Hinblick auf die thematische Passung,
  • bewerten Ursachen für und Maßnahmen gegen unterschiedliche Formen von Arbeitslosigkeit.

Inhaltsfeld 10: Technische Innovationen und ihre Auswirkungen auf Beruf und Alltag

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Elektrische Schaltungen
  • Digitale Schaltungstechnik
  • Geräte der Informationsverarbeitung und ihre Subsysteme
  • Sicherheit im privaten Haushalt
  • Arbeitsplanung und ‑organisation im privaten Haushalt
  • Auswirkungen des technologischen Wandels auf die Erwerbstätigen

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • formulieren Anforderungen an eine elektrische Schaltung,
  • analysieren die Funktionsweise elektrischer Schaltungen auch mithilfe von Schaltplänen,
  • benennen Subsysteme von Geräten der Informationsverarbeitung und erläutern in Grundzügen deren zentrale Aufgaben,
  • erklären in elementarer Form die Funktionsweise und Handhabung ausgewählter Informations- und Kommunikationssysteme, 
  • benennen Gefahrenquellen im privaten Haushalt und erläutern deren Vermeidungsmöglichkeiten,
  • vergleichen Veränderungen in ausgewählten Berufsbildern durch technische Innovationen.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • entscheiden über den Einsatz von Bauteilen zur Realisierung einer elektrischen Schaltung,
  • beurteilen die Einsatzmöglichkeiten elektrischer Schaltungen im Alltag,
  • bewerten Sicherheitsvorkehrungen im privaten Haushalt im Hinblick auf deren Effektivität,
  • beurteilen die Arbeitsplanung und -organisation im privaten Haushalt im Hinblick auf reibungslose Abläufe,
  • erörtern die Auswirkungen des Einsatzes aktiver Bauelemente, elektrischer Schaltungen sowie digitaler Schaltungstechnik auf Arbeitsabläufe und Erwerbstätige sowie im Hinblick auf eigene Berufswahlentscheidungen,
  • bewerten den eigenen Umgang mit Informations- und Kommunikationssystemen anhand unterschiedlicher Kriterien (u.a. Energieverbrauch, Gesundheit, Sozialverträglichkeit).

Inhaltsfeld 11: Berufsorientierung

Inhaltliche Schwerpunkte:
  • Vorsorge und Lebensplanung zwischen Familien-, Bürger- sowie Erwerbsarbeit
  • Berufswahlorientierung
  • Berufswegeplanung

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • benennen exemplarisch Formen der privaten Vorsorge zur Unterstützung der persönlichen Lebensplanung,
  • beschreiben kriterienorientiert eigene Vorstellungen für die persönliche Zukunft zwischen abhängiger Beschäftigung, beruflicher Selbständigkeit, Familien- und Bürgerarbeit sowie anderen Erscheinungsformen von Arbeit,
  • beschreiben unterschiedliche Norm- und Wertvorstellungen und leiten daraus Kriterien für eigene Lebens- und Berufsentscheidungen ab,
  • beschreiben die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die persönliche Lebensplanung,
  • beschreiben kriterienorientiert unterschiedliche Berufsfelder,
  • beschreiben mithilfe von Kompetenzchecks und Eignungstests eigene Kompetenzen sowie Interessen und benennen daraus abgeleitete persönliche Entwicklungsziele,
  • analysieren unterschiedliche Strategien zur Bewältigung von Test- und Bewerbungssituationen und systematisieren den eigenen Bewerbungsprozess im Hinblick auf formale und inhaltliche Anforderungen,
  • beschreiben unterschiedliche Beratungsmöglichkeiten durch schulische und außerschulische Partner.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beurteilen Konsequenzen von Berufswahlentscheidungen im Hinblick auf Sicherheit, Einkommen, Arbeitsinhalte, Partizipation, Zukunftsaussichten sowie private Lebensführung und -gestaltung,
  • bewerten Wunschberufe im Hinblick auf die persönliche Passung und eigene Zukunftsvorstellungen,
  • erörtern Alternativen zu ihren Wunschberufen und bewerten mögliche Konsequenzen,
  • beurteilen unterschiedliche Berufsbilder und berufliche Anforderungsprofile im Hinblick auf geschlechtergerechte Einkommens- und Aufstiegsmöglichkeiten sowie das eigene Fähigkeits- und Interessensprofil,
  • erörtern den Einfluss von Familie, Geschlecht sowie sozialer und regionaler Herkunft auf die eigene Berufswahl,
  • entscheiden sich kriterienorientiert für Ausbildung, Arbeit oder Studium.

Abschnitt B: Hauswirtschaft (fachspezifisch)

2.4  Inhaltsfelder im Fach Hauswirtschaft (fachspezifisch)

Kompetenzen sind nicht nur an die übergreifend für den gesamten Lernbereich geltenden Kompetenzbereiche (siehe Kapitel 2.1), sondern immer auch an fachliche Inhalte gebunden. Hauswirtschaftliche Grundbildung im Einzelfachunterricht soll deshalb mit Blick auf die nachfolgenden Inhaltsfelder entwickelt werden, deren Zuschnitt und Reihenfolge curriculare Setzungen darstellen. Bei der Überführung der Inhaltsfelder und inhaltlichen Schwerpunkte in konkrete Unterrichtsvorhaben können nach Entscheidung der Fachkonferenz hiervon abweichende Zuordnungen entstehen, sofern diese innerhalb der vorgegebenen Progressionsstufen erfolgen.

Inhaltsfeld 1: Ernährungsphysiologische und gesundheitliche Aspekte der Nahrungszubereitung

Dieses Inhaltsfeld verbindet Theorie und Praxis der Nahrungszubereitung miteinander und wird auf jeder Stufe dieses Kernlehrplans einmal aufgegriffen (1a, 1b und 1c). Schülerinnen und Schüler erwerben Grundkenntnisse im Hinblick auf die Verarbeitung von Lebensmitteln unter Berücksichtigung ernährungsphysiologischer und gesundheitlicher Aspekte. Sie lernen bei der Auseinandersetzung mit diesem Inhaltsfeld, Auswirkungen auf das eigene Wohlbefinden und die Gesundheit einzuschätzen.

Inhaltsfeld 2: Alltagsvorstellungen zu Essen und Ernährung

In diesem Inhaltsfeld setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Ernährungsstilen und Essgewohnheiten sowie dem sie dabei beeinflussenden Umfeld auseinander. Durch eine gegebenenfalls kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Essverhalten und der Funktion von Mahlzeiten werden die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt, Lebensmittel gesundheitsbewusst auszuwählen, in Bezug auf eine gesunde Ernährung zu hinterfragen sowie Krankheiten vorzubeugen.

Inhaltsfeld 3: Ernährung und Esskultur

In diesem Inhaltsfeld geht es um Ernährungsstile und Essgewohnheiten aufgrund unterschiedlicher Lebensumstände und Haushaltsstrukturen. Darüber hinaus wird der Einblick in unterschiedliche Lebensstile durch das Wissen über Lebens- und Ernährungsgewohnheiten in anderen Ländern gegeben. Hierzu gehören die Auseinandersetzung mit Lebensmitteln und Gewürzen sowie die Herstellung von Speisen.  

Inhaltsfeld 4: Ökonomie und Ökologie der Nahrungsmittelproduktion

Durch die Auseinandersetzung mit diesem Inhaltsfeld lernen die Schülerinnen und Schüler Prozesse der Erzeugung, Verarbeitung, Verteilung, Nutzung und Entsorgung von Nahrungsmitteln kennen. Sie erfahren, dass beispielsweise bei der Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln gesundheitliche, ökologische und ökonomische Aspekte von Bedeutung sind. Diese Zusammenhänge können ansatzweise auch im Rahmen der Vorbereitung und Herstellung von Themenmenüs verdeutlicht werden.

2.5     Kompetenzerwartungen und inhaltliche Schwerpunkte im Fach Hauswirtschaft

2.5.1   Jahrgangsstufe 5/6

Kompetenzen

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie am Ende der Jahrgangsstufe 6 über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu allen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Methoden-/Verfahrens- sowie die Handlungskompetenz ausschließlich inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, werden die Sachkompetenz sowie die Urteils-/Entscheidungskompetenz im Anschluss zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert. Die in Klammern beigefügten Kürzel dienen dabei zur Verdeutlichung der Progression der übergeordneten Kompetenzerwartungen über die einzelnen Stufen hinweg (vgl. Anhang).

  • Sachkompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • ordnen einfache fachbezogene Sachverhalte ein (SK 1),
    • formulieren ein erstes Grundverständnis zentraler Dimensionen von Arbeit im Haushalt und wenden elementare Fachbegriffe sachgerecht an (SK 2),
    • stellen in elementarer Form hauswirtschaftliche Strukturen dar (SK3),
    • beschreiben grundlegende hauswirtschaftliche Prozesse (SK 4)
  • Methoden- und Verfahrenskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    Verfahren der Informationsbeschaffung und -entnahme
    • recherchieren unter Anleitung in eingegrenzten Mediensammlungen und beschaffen – auch unter Nutzung von Inhaltsverzeichnis, Register und Glossar – zielgerichtet Informationen aus Büchern und digitalen Medien (MK 1),
    • entnehmen Einzelmaterialien niedriger Strukturiertheit fragenrelevante Informationen (MK 2),
    • entnehmen einfachen modellhaften Darstellungen fragengeleitet Informationen (MK 3),
    • erheben angeleitet Daten durch Beobachtung, Erkundung und den Einsatz vorgegebener Messverfahren (MK 4), 
    • identifizieren ausgewählte Lebensmitteleigenschaften durch die Nutzung unterschiedlicher Sinne (MK 5).

    Verfahren der Aufbereitung, Strukturierung, Analyse und Interpretation
    • analysieren in elementarer Form einfache kontinuierliche Texte  (MK 6),
    • analysieren und interpretieren in elementarer Form diskontinuierliche Texte wie Diagramme, Statistiken, Schaubilder, Rezepte und Grafiken einfacher Strukturiertheit (MK 7),
    • überprüfen vorgegebene Fragestellungen und eigene Vermutungen mittels Erkundungen und Befragungen in der Schule sowie im schulischen Umfeld (MK 8),
    • identifizieren unterschiedliche Standpunkte im eigenen Erfahrungsbereich und geben diese zutreffend wieder (MK 9),
    • analysieren einfache Fallbeispiele aus dem Alltag (MK 10),
    • entwickeln angeleitet Kriterien für die Qualität von zubereiteten Speisen (MK 11).

    Verfahren der Darstellung und Präsentation
    • beschreiben einfache Sachverhalte sprachlich angemessen unter Verwendung relevanter Fachbegriffe (MK 12),
    • erstellen mit Hilfestellung einfache Skizzen, Diagramme und Schaubilder zur Darstellung von Informationen (MK 13),
    • präsentieren einfache Speisen und Gerichte unter ästhetischen und funktionalen Gesichtspunkten (MK 14).
  • Urteils- und Entscheidungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • beurteilen grundlegende fachbezogene Sachverhalte und Verfahren vor dem Hintergrund vorgegebener Kriterien (UK 1),
    • formulieren in Ansätzen einen begründeten eigenen Standpunkt (UK 2),
    • beurteilen deutlich voneinander unterscheidbare Motive, Bedürfnisse und Interessen von Personen und Gruppen (UK 3),
    • beurteilen überschaubare Situationen oder Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven (UK 4),
    • beurteilen im Kontext eines einfachen Falles oder Beispiels mit Entscheidungscharakter Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen Handelns (UK 5),
    • entscheiden sich in vorstrukturierten, fachlich geprägten Situationen begründet für eine Handlungsoption (UK 6).
  • Handlungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler
    • be- und verarbeiten einfach handhabbare Lebensmittel (HK 1),
    • bedienen und pflegen einfache Geräte und Maschinen (HK 2),
    • entwickeln unter Anleitung – auch simulativ – einzelne Lösungen und Lösungswege für überschaubare fachbezogene Probleme (HK 3),
    • erstellen in Inhalt und Struktur klar vorgegebene (Medien-) Produkte zu fachbezogenen Sachverhalten und präsentieren diese im unterrichtlichen Zusammenhang (HK 4),
    • vertreten die eigenen Positionen auch in der Auseinandersetzung mit kontroversen Sichtweisen in angemessener Form im unterrichtlichen Zusammenhang (HK 5),
    • nehmen vorgegebene andere Positionen ein und bilden diese probeweise ab (HK 6),
    • organisieren ein überschaubares Projekt im schulischen Umfeld (HK 7).

Obligatorische Inhaltsfelder

Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen der Behandlung der nachfolgenden, für die Jahrgangsstufen 5 und 6 obligatorischen Inhaltsfelder entwickelt werden:

1a) Ernährungsphysiologische und gesundheitliche Aspekte der Nahrungszubereitung
2.)   Alltagsvorstellungen zu Essen und Ernährung

Bezieht man die übergeordneten Kompetenzerwartungen im Bereich der Sach- und der Urteils-/Entscheidungskompetenz sowie die unten aufgeführten inhaltlichen Schwerpunkte aufeinander, so ergeben sich die nachfolgenden konkretisierten Kompetenzerwartungen:

Inhaltsfeld 1a: Ernährungsphysiologische und gesundheitliche Aspekte der Nahrungszubereitung

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Schulküchen und ihre Einrichtung
  • Arbeitsmittel
  • Arbeitsplanung und ‑organisation im Küchenbereich der Schule
  • Personen-, Arbeitsplatz- und Lebensmittelhygiene
  • Entsorgung von Produkten im privaten Haushalt
  • Nahrungsmittelgruppen und ihr Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung
  • Nahrungszubereitung

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • benennen Einrichtungen, Funktionsbereiche und Arbeitsmittel in der Schulküche,
  • erklären sicherheitsrelevante Aspekte in der Schulküche sowie den sicheren Umgang mit Arbeitsmitteln bei der Nahrungszubereitung,
  • erläutern die Handhabung und Funktion eingesetzter Arbeitsmittel und Nahrungsmittel,
  • ordnen Lebensmitteln verschiedene Be- und Verarbeitungsverfahren sowie die hierzu benötigten Arbeitsmittel zu,
  • erläutern Rezepte und beschreiben einfache Verfahren der Nahrungsmittelzubereitung,
  • erläutern Maßnahmen zur persönlichen Hygiene sowie zur Arbeitsplatz- und Lebensmittelhygiene,
  • erläutern Formen der Wertstofftrennung im Hinblick auf Kosten und Nutzen für private Haushalte,
  • benennen Verfahren und Kriterien zur Überprüfung der Qualität zubereiteter Speisen.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten das eigene Arbeitsverhalten sowie körpernahe Gegenstände (u.a. Kleidung, Schmuck) im Hinblick auf potenzielle Gefährdungen,
  • entscheiden sich begründet für den Einsatz von Arbeitsmitteln unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten,
  • entscheiden über die Reihenfolge von Arbeitsschritten und begründen ihre Entscheidung,
  • beurteilen Verarbeitungsprozesse und die Qualität der Arbeitsergebnisse im Hinblick auf das Schonen von Lebensmitteln, die Beachtung der Hygieneregeln sowie die Sicherheit,
  • beurteilen unterschiedliche individuelle Möglichkeiten der Müllvermeidung und -entsorgung im privaten Haushalt unter Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Aspekte,
  • bewerten die zubereiteten Speisen und Gerichte im Hinblick auf Situations- und Alltagsangemessenheit,
  • bewerten Rezepte im Hinblick auf ihre Verständlichkeit und Umsetzbarkeit.

Inhaltsfeld 2: Alltagsvorstellungen zu Essen und Ernährung

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Essbiographie
  • Esskultur

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beschreiben die eigenen Ernährungsgewohnheiten,
  • beschreiben die Zusammensetzung einer gesundheitsförderlichen Ernährung.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beurteilen Nahrungsmittelgruppen im Hinblick auf ihre jeweilige Bedeutung für eine ausgewogene Ernährung,
  • bewerten die Angemessenheit des eigenen Essverhaltens auch im Hinblick auf gesellschaftliche Konventionen.

2.5.2   Jahrgangsstufe 7-10, erste Stufe

Kompetenzen

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie – aufbauend auf der Kompetenzentwicklung in den Jahrgangsstufen 5 und 6 – im Laufe der Jahrgangsstufen 7-10 eine erste Stufe erreichen, auf der sie über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu allen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Methoden-/Verfahrens- sowie die Handlungskompetenz ausschließlich inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, werden die Sachkompetenz sowie die Urteils-/Entscheidungskompetenz im Anschluss zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert. Die in Klammern beigefügten Kürzel dienen dabei zur Verdeutlichung der Progression der übergeordneten Kompetenzerwartungen über die einzelnen Stufen hinweg (vgl. Anhang).

  • Sachkompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • systematisieren fachbezogene Sachverhalte (SK 1),
    • formulieren ein Grundverständnis zentraler Dimensionen von Arbeit und wenden zentrale Fachbegriffe im thematischen Kontext an (SK 2),
    • erläutern hauswirtschaftliche Strukturen (SK 3),
    • analysieren in Ansätzen hauswirtschaftliche Prozesse (SK 4).
  • Methoden- und Verfahrenskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    Verfahren der Informationsbeschaffung und -entnahme
    • recherchieren selbständig in eingegrenzten Mediensammlungen und beschaffen zielgerichtet Informationen (MK1),
    • entnehmen mehreren Einzelmaterialien niedriger Strukturiertheit fragenrelevante Informationen und setzen diese zueinander in Beziehung (MK 2),
    • entnehmen modellhaften Darstellungen für Fragestellungen relevante Informationen (MK 3),
    • erheben selbstständig Daten durch Beobachtung, Erkundung und den Einsatz von Messverfahren (MK 4),
    • identifizieren ausgewählte Lebensmitteleigenschaften durch die Nutzung unterschiedlicher Sinne (MK 5)

    Verfahren der Aufbereitung, Strukturierung, Analyse und Interpretation
    • analysieren durch konkrete Arbeitsaufträge angeleitet komplexere kontinuierliche Texte (MK 6),
    • analysieren und interpretieren mit Hilfestellungen komplexere diskontinuierliche Texte wie Grafiken, Statistiken, Rezepte, Schaubilder, Diagramme sowie Bilder, Karikaturen und Filme (MK 7),
    • überprüfen vorgegebene Fragestellungen und eigene Vermutungen mittels Experimenten, Erkundungen und Befragungen (MK 8),
    • identifizieren unterschiedliche Perspektiven sowie kontroverse Standpunkte und geben diese zutreffend wieder (MK 9),
    • analysieren komplexere Fallbeispiele auch außerhalb des unmittelbaren eigenen Erfahrungsbereichs (MK 10),
    • entwickeln selbstständig Kriterien für die Qualität von zubereiteten Speisen und Gerichten (MK 11).

    Verfahren der Darstellung und Präsentation

    • beschreiben komplexere fachspezifische Sachverhalte sprachlich angemessen unter Verwendung relevanter Fachbegriffe (MK 12),
    • erstellen selbständig einfache Skizzen, Diagramme und Schaubilder zur Darstellung von Informationen und Messdaten (MK 13),
    • präsentieren Speisen und Gerichte unter ästhetischen und funktionalen Gesichtspunkten (MK 14).
  • Urteils- und Entscheidungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • beurteilen in Ansätzen fachbezogene Sachverhalte, Systeme und Verfahren vor dem Hintergrund relevanter, auch selbst entwickelter Kriterien (UK 1),
    • formulieren in Ansätzen einen begründeten eigenen Standpunkt und prüfen, ob der erreichte Wissensstand als Basis für ein eigenes Urteil hinreichend ist (UK 2),
    • beurteilen in Ansätzen unterschiedliche Handlungsweisen und dahinter liegende Interessen hinsichtlich der zugrunde liegenden Wertmaßstäbe sowie deren Verallgemeinerbarkeit (UK 3),
    • beurteilen in Ansätzen auch komplexere Situationen oder Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven (UK 4),
    • beurteilen im Kontext eines Falles oder Beispiels mit Entscheidungscharakter Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen Handelns (UK 5),
    • entscheiden sich in fachlich geprägten Situationen begründet für Handlungsoptionen und wägen Alternativen ab (UK 6)
  • Handlungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • be- und verarbeiten Lebensmittel (HK 1),
    • bedienen und pflegen Geräte und Maschinen (HK 2),
    • entwickeln auch in kommunikativen Zusammenhängen Lösungen und Lösungswege für fachbezogene Probleme und setzen diese ggf. um (HK 3),
    • erstellen aus einer vorgegebenen inhaltlichen Auswahl (Medien-) Produkte zu fachbezogenen Sachverhalten und präsentieren diese intentional im (schul-) öffentlichen Raum (HK 4),
    • vertreten die eigenen Positionen auch in der Auseinandersetzung mit kontroversen Sichtweisen in angemessener Form im (schul-) öffentlichen Raum (HK 5),
    • nehmen andere Positionen ein und vertreten diese probeweise (Perspektivwechsel) (HK 6),
    • planen und realisieren ein fachbezogenes Projekt und werten dieses anhand von vorgegebenen Kriterien aus (HK 7).

obligatorische Inhaltsfelder

Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen der Behandlung der nachfolgenden, für die Stufe I obligatorischen Inhaltsfelder entwickelt werden:

1b)   Ernährungsphysiologische und gesundheitliche Aspekte der Nahrungszubereitung

3)    Ernährung und Esskultur

Bezieht man die übergeordneten Kompetenzerwartungen im Bereich der Sach- und der Urteils-/Entscheidungskompetenz sowie die unten aufgeführten inhaltlichen Schwerpunkte aufeinander, so ergeben sich die nachfolgenden konkretisierten Kompetenzerwartungen:

 

Inhaltsfeld 1b: Ernährungsphysiologische und gesundheitliche Aspekte der Nahrungszubereitung

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Arbeitsplanung und -organisation im Küchenbereich des privaten Haushalts
  • Lebensmittelkennzeichnung
  • Richtlinien und Empfehlungen für eine ausgewogene Ernährung

 

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beschreiben Aspekte einer effizienten Arbeitsplanung und ‑organisation,
  • beschreiben anhand eines Beispiels die Auswirkungen eines nachhaltigen Konsums auf die private Haushaltsführung,
  • erläutern die Bedeutung der Lebensmittelkennzeichnung und unterscheiden zwischen fakultativen und obligatorischen Angaben,
  • erläutern ausgewählte Ernährungsempfehlungen und Richtlinien für eine ausgewogene Ernährung.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • entscheiden sich für ergonomisch optimierte und Ressourcen schonende Arbeitsweisen,
  • entscheiden sich für die Auswahl von Lebensmitteln aufgrund ihrer Kennzeichnung sowie weiterer Informationen.

Inhaltsfeld 3: Ernährung und Esskultur

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Einflussfaktoren auf das Ernährungsverhalten
  • Ernährungsgewohnheiten verschiedener regionaler, kultureller und religiöser Gruppen

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • charakterisieren die Bedeutung und Funktion von Speisen und Gerichten bei unterschiedlichen Anlässen,
  • benennen geographische sowie historische Einflussfaktoren und erläutern deren Bedeutung für kulturell unterschiedliche Essgewohnheiten.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beurteilen das eigene Ernährungsverhalten aufgrund von Informationen über eine gesundheitsförderliche Ernährung,
  • beurteilen unterschiedliche Ess- und Tischsitten sowie deren Veränderbarkeit unter Berücksichtigung soziokultureller Bedingungen und religiöser Gepflogenheiten.

2.5.3   Jahrgangsstufe 7-10, zweite Stufe

Kompetenzen

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie – aufbauend auf der Kompetenzentwicklung bis zur ersten Stufe der Jahrgangsstufen 7-10 – am Ende der Sekundarstufe I über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu allen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Methoden-/Verfahrens- sowie die Handlungskompetenz ausschließlich inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, werden die Sach- sowie die Urteils-/Entscheidungskompetenz im Anschluss zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert. Die in Klammern beigefügten Kürzel dienen dabei zur Verdeutlichung der Progression der übergeordneten Kompetenzerwartungen über die einzelnen Stufen hinweg (vgl. Anhang).

  • Sachkompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • systematisieren komplexere fachbezogene Sachverhalte (SK 1),
    • formulieren ein vertieftes Grundverständnis zentraler Dimensionen von Arbeit und wenden zentrale Fachbegriffe im erweiterten thematischen Kontext an (SK 2),
    • analysieren hauswirtschaftliche Strukturen (SK 3),
    • analysieren hauswirtschaftliche Prozesse (SK 4)
  • Methoden- und Verfahrenskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    Verfahren der Informationsbeschaffung und -entnahme
    • recherchieren selbständig innerhalb und außerhalb der Schule in unterschiedlichen Medien und beschaffen zielgerichtet Informationen (MK 1),
    • identifizieren die unter einer Fragestellung relevanten Informationen innerhalb einer Zusammenstellung verschiedener Materialien, gliedern diese und ordnen sie in thematische Zusammenhänge ein (MK 2),
    • entnehmen Modellen Kern- und Detailaussagen und entwickeln einfache modellhafte Vorstellungen zu fachbezogenen Sachverhalten (MK 3),
    • erheben selbstständig komplexere Daten durch Beobachtung, Erkundung, Simulation und den Einsatz von Messverfahren (MK 4),
    • identifizieren selbstständig Lebensmitteleigenschaften (MK 5).

    Verfahren der Aufbereitung, Strukturierung, Analyse und Interpretation
    • analysieren komplexere kontinuierliche Texte (MK 6),
    • analysieren und interpretieren komplexere diskontinuierliche Texte wie Grafiken, Statistiken, Rezepte, Schaubilder, Diagramme sowie Bilder, Karikaturen und Filme (MK 7),
    • formulieren Fragestellungen, entwickeln Hypothesen und überprüfen diese mithilfe selbst ausgewählter, geeigneter quantitativer (Umfrage, Zählung, Messung) und qualitativer (Beobachtung, Erkundung und Expertenbefragung) Verfahren sowie Experimenten und Simulationen (MK 8),
    • identifizieren unterschiedliche Perspektiven sowie kontroverse Standpunkte, geben diese zutreffend wieder und vergleichen sie miteinander (MK 9),
    • analysieren Fallbeispiele und nehmen Verallgemeinerungen vor (MK 10),
    • entwickeln Kriterien und Indikatoren zur Beschreibung, Erklärung und Überprüfung fachbezogener Sachverhalte (MK 11).

    Verfahren der Darstellung und Präsentation
    • stellen fachspezifische Sachverhalte unter Verwendung geeigneter sprachlicher Mittel und Fachbegriffe adressatenbezogen sowie problemorientiert dar und präsentieren diese anschaulich (MK 12),
    • erstellen auch unter Nutzung elektronischer Datenverarbeitungssysteme Skizzen, Diagramme und Strukturbilder, um Zusammenhänge und Probleme graphisch darzustellen (MK 13),
    • präsentieren ein Themenmenü unter ästhetischen und funktionalen Gesichtspunkten (MK 14).
  • Urteils- und Entscheidungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • beurteilen differenziert fachbezogene Sachverhalte, Systeme und Verfahren vor dem Hintergrund relevanter, auch selbst entwickelter Kriterien (UK 1),
    • formulieren einen begründeten eigenen Standpunkt und prüfen, ob der erreichte Wissensstand als Basis für ein eigenes Urteil hinreichend ist (UK 2),
    • beurteilen kriteriengeleitet unterschiedliche Handlungsweisen und dahinter liegende Interessen hinsichtlich der zugrundeliegenden Wertmaßstäbe sowie deren Verallgemeinerbarkeit (UK 3),
    • beurteilen komplexere Situationen oder Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven (UK 4),
    • beurteilen im Kontext eines komplexeren Falles oder Beispiels mit Entscheidungscharakter Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen Handelns (UK 5),
    • entscheiden sich in komplexeren, fachlich geprägten Situationen begründet für Handlungsoptionen, wägen Alternativen ab und beurteilen mögliche Konsequenzen (UK 6).
  • Handlungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • be- und verarbeiten auch schwer handhabbare Lebensmittel (HK 1),
    • bedienen und pflegen auch komplexere Geräte und Maschinen (HK 2),
    • entwickeln auch in kommunikativen Zusammenhängen Lösungen und Lösungswege für komplexere fachbezogene Probleme und setzen diese ggf. um (HK 3),
    • erstellen (Medien-) Produkte zu fachbezogenen Sachverhalten und präsentieren diese intentional im (schul-) öffentlichen Raum (HK 4),
    • vertreten die eigenen Positionen auch in der Auseinandersetzung mit kontroversen Sichtweisen in angemessener Form im (schul-) öffentlichen Raum und bereiten ihre Ausführungen mit dem Ziel der Überzeugung oder Mehrheitsfindung auch strategisch auf (HK 5),
    • nehmen andere Positionen ein und vertreten diese (Perspektivwechsel) (HK 6),
    • planen und realisieren ein fachbezogenes Projekt und werten dieses aus (HK 7).

Obligatorische Inhaltsfelder

Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen der Behandlung der nachfolgenden, für die Stufe II obligatorischen Inhaltsfelder entwickelt werden.

1c)       Ernährungsphysiologische und gesundheitliche Aspekte der Nahrungszubereitung

4)        Ökonomie und Ökologie der Nahrungsmittelproduktion

Bezieht man die übergeordneten Kompetenzerwartungen im Bereich der Sach- und der Urteils-/Entscheidungskompetenz sowie die unten aufgeführten inhaltlichen Schwerpunkte aufeinander, so ergeben sich die nachfolgenden konkretisierten Kompetenzerwartungen:

Inhaltsfeld 1c: Ernährungsphysiologische und gesundheitliche Aspekte der Nahrungszubereitung

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Lebensmittelhygiene im Betrieb
  • Sicherheit im privaten Haushalt
  • Arbeitsplanung und -organisation im privaten Haushalt
  • Planung und Umsetzung eines Themenmenüs

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • erklären Maßnahmen zum hygienischen Umgang mit Lebensmitteln im Betrieb,
  • benennen Gefahrenquellen im privaten Haushalt und erläutern deren Vermeidungsmöglichkeiten,
  • erläutern Planungsschritte zur Umsetzung eines Themenmenüs.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten Sicherheitsvorkehrungen im privaten Haushalt im Hinblick auf deren Effektivität,
  • beurteilen die Arbeitsplanung und -organisation im privaten Haushalt im Hinblick auf reibungslose Abläufe,
  • bewerten die Umsetzung eines Menus im Hinblick auf die thematische Passung.

Inhaltsfeld 4: Ökonomie und Ökologie der Nahrungsmittelproduktion

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • ErzeugungVerarbeitung und globale Verteilung von Lebensmitteln

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • vergleichen Verfahren der ökologischen und konventionellen Erzeugung sowie der Verarbeitung ausgewählter Lebensmittel,
  • erläutern die ungleiche Verteilung ausgewählter Lebensmittel im globalen Vergleich sowie deren Folgen für die Menschen.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beurteilen unterschiedliche Wege der Lebensmittelproduktion im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Arbeitsökonomie,
  • beurteilen kriterienorientiert die Zubereitung ökologisch ausgewogener Speisen und Gerichte.

Abschnitt C: Technik (fachspezifisch)

2.6 Inhaltsfelder im Fach Technik (fachspezifisch)

Kompetenzen sind nicht nur an die übergreifend für den gesamten Lernbereich geltenden Kompetenzbereiche (siehe Kapitel 2.1), sondern immer auch an fachliche Inhalte gebunden. Technische Grundbildung im Einzelfachunterricht soll deshalb mit Blick auf die nachfolgenden Inhaltsfelder entwickelt werden, deren Zuschnitt und Reihenfolge curriculare Setzungen darstellen. Bei der Überführung der Inhaltsfelder und inhaltlichen Schwerpunkte in konkrete Unterrichtsvorhaben können nach Entscheidung der Fachkonferenz hiervon abweichende Zuordnungen entstehen, sofern diese innerhalb der vorgegebenen Progressionsstufen erfolgen.

Inhaltsfeld 1: Sicherheit am Arbeitsplatz

Im Zentrum dieses Inhaltsfeldes stehen die Arbeitssicherheit und der Arbeitsschutz. Hierzu gehören Kenntnisse über die Sicherheitsbestimmungen und -einrichtungen in Fachräumen sowie zum sicheren und sachgerechten Umgang mit Maschinen und Geräten. Besondere Bedeutung für die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler besitzen Sicherheits- und Gesundheitsaspekte beim Vollzug von Trenn- und Fügetechniken.

Inhaltsfeld 2: Fertigungsprozesse

In diesem Inhaltsfeld stehen die Arbeitsplatzgestaltung und -organisation sowie die Herstellung eines Alltagsgegenstandes im Vordergrund. Dabei kann der Fertigungsprozess durch Vorgaben in Textform oder als Grafik unterstützt werden. Schülerinnen und Schüler lernen, dass ein zweckmäßig eingerichteter Arbeitsplatz und eine adäquate Ablauforganisation für die sachgemäße und effiziente Herstellung eines Werkstücks bedeutsam sind.

Inhaltsfeld 3: Energieversorgung und -einsparung

Die Beschäftigung mit diesem Inhaltsfeld ermöglicht die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Formen der Energie, der Energieumwandlung sowie der Energieversorgung. Behandelt werden der Einsatz fossiler, nuklearer und regenerativer Energieträger, der weltweit steigende Energieverbrauch sowie die daraus resultierenden Handlungserfordernisse. Diese Entwicklungen werden am Beispiel des Stromverbrauchs im Haushalt verdeutlicht. Bei dieser Betrachtung stehen Geräte mit überhöhtem oder verstecktem Verbrauch im Fokus. Durch die Verbesserung des Wirkungsgrades und eine verbrauchsangepasste Nutzung lassen sich Energie einsparen und Ressourcen schonen.

Inhaltsfeld 4: Informations- und Kommunikationstechnik

In diesem Inhaltsfeld geht es um die Entwicklung neuer Geräte und Systeme der Informations- und Kommunikationstechnik. Ein Funktionieren der hierbei eingesetzten technischen Systeme wäre ohne elektrische Schaltungen mit aktiven Bauelementen, wie Transistoren und integrierten Schaltungen, nicht möglich. Die Schülerinnen und Schüler lernen, dass technische Innovationen – insbesondere in diesem Bereich – weitreichende Auswirkungen für die Arbeitswelt mit sich bringen.

2.7  Kompetenzerwartungen und inhaltliche Schwerpunkte im Fach Technik

2.7.1  Jahrgangsstufe 5/6

Kompetenzen

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie am Ende der Jahrgangsstufe 6 über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu allen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Methoden-/Verfahrens- sowie die Handlungskompetenz ausschließlich inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, werden die Sachkompetenz sowie die Urteils-/Entscheidungskompetenz im Anschluss zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert. Die in Klammern beigefügten Kürzel dienen dabei zur Verdeutlichung der Progression der übergeordneten Kompetenzerwartungen über die einzelnen Stufen hinweg (vgl. Anhang).

  • Sachkompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • ordnen einfache fachbezogene Sachverhalte ein (SK 1),
    • formulieren ein erstes Grundverständnis zentraler Dimensionen von Arbeit und wenden elementare Fachbegriffe sachgerecht an (SK 2),
    • stellen in elementarer Form technische Strukturen dar (SK 3),
    • beschreiben grundlegende technische Prozesse (SK 4)
  • Methoden- und Verfahrenskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    Verfahren der Informationsbeschaffung und -entnahme
    • entnehmen Einzelmaterialien niedriger Strukturiertheit fragenrelevante Informationen (MK 1),
    • entnehmen einfachen modellhaften Darstellungen fragengeleitet Informationen (MK 2),
    • erheben angeleitet Daten durch Beobachtung, Erkundung und den Einsatz vorgegebener Messverfahren (MK 3),
    • identifizieren ausgewählte Materialeigenschaften durch deren Bearbeitung (MK 4).

    Verfahren der Aufbereitung, Strukturierung, Analyse und Interpretation
    • analysieren in elementarer Form einfache kontinuierliche Texte (MK 5),
    • analysieren und interpretieren in elementarer Form diskontinuierliche Texte wie Diagramme, Statistiken, Schaubilder, Bauanleitungen und Grafiken einfacher Strukturiertheit (MK 6),
    • überprüfen vorgegebene Fragestellungen und eigene Vermutungen mittels praktischer Handlungen (MK  7),
    • entwickeln angeleitet Kriterien für die Qualität von angefertigten Werkstücken (MK 8).

    Verfahren der Darstellung und Präsentation
    • beschreiben einfache Sachverhalte sprachlich angemessen unter Verwendung relevanter Fachbegriffe (MK 9),
    • erstellen mit Hilfestellung einfache Skizzen (MK 10).
  • Urteils- und Entscheidungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • beurteilen grundlegende fachbezogene Sachverhalte und Verfahren vor dem Hintergrund vorgegebener Kriterien (UK 1),
    • formulieren in Ansätzen einen begründeten eigenen Standpunkt (UK 2),
    • beurteilen im Kontext eines einfachen Falles oder Beispiels mit Entscheidungscharakter Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen Handelns (UK 3),
    • entscheiden eigenständig in vorstrukturierten fachlich geprägten Situationen und begründen sachlich ihre Position (UK 4).
  • Handlungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • be- und verarbeiten einfach handhabbare Werkstoffe (HK 1),
    • bedienen und pflegen einfache Werkzeuge, Geräte und Maschinen (HK 2),
    • entwickeln unter Anleitung einzelne Lösungen und Lösungswege für überschaubare fachbezogene Probleme (HK 3),
    • erstellen in ihrer Struktur klar vorgegebene Produkte zu fachbezogenen Sachverhalten und präsentieren diese im unterrichtlichen Zusammenhang (HK 4).

Obligatorische Inhaltsfelder

Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen der Behandlung der nachfolgenden, für die Jahrgänge 5 und 6 obligatorischen Inhaltsfelder entwickelt werden:

  1. Sicherheit am Arbeitsplatz
  2. Fertigungsprozesse

Bezieht man die übergeordneten Kompetenzerwartungen im Bereich der Sach- und der Urteils-/Entscheidungskompetenz sowie die unten aufgeführten inhaltlichen Schwerpunkte aufeinander, so ergeben sich die nachfolgenden konkretisierten Kompetenzerwartungen:

Inhaltsfeld 1: Sicherheit am Arbeitsplatz

 Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Technikräume und ihre Einrichtungen
  • Werkzeuge, Werkstücke, Werkstoffe und Werkzeugmaschinen

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • benennen Einrichtungen, Funktionsbereiche und Maschinen in Technikräumen,
  • erklären sicherheitsrelevante Aspekte in Technikräumen,
  • unterscheiden unterschiedliche Werkzeuge, Werkstücke, Werkstoffe, und Werkzeugmaschinen.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten das eigene Arbeitsverhalten sowie körpernahe Gegenstände (u.a. Kleidung, Schmuck) im Hinblick auf potenzielle Gefährdungen,
  • entscheiden sich begründet für den Einsatz von Werkzeugen, Werkstoffen und Werkzeugmaschinen unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten.

Inhaltsfeld 2: Fertigungsprozesse

 Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Arbeitsplanung und -organisation im Technikraum
  • Technische Zeichnungen und Darstellungen
  • Bau eines Alltagsgegenstandes
  • Mess- und Prüfverfahren

Sachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • erläutern technische Zeichnungen,
  • erläutern die Handhabung und Funktion eingesetzter Werkzeuge, Geräte und Werkstoffe,
  • ordnen Materialien verschiedene Be- und Verarbeitungsverfahren sowie die hierzu benötigten Werkzeuge und Geräte zu,
  • beschreiben einfache Prozesse der Materialbearbeitung,
  • benennen Verfahren und Kriterien zur Überprüfung der Qualität angefertigter Werkstücke.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beurteilen Verarbeitungsprozesse im Hinblick auf das Schonen und Einsparen von Material,
  • bewerten eingesetzte Verfahren hinsichtlich ihrer Grenzen und Effizienz sowie der Veränderung des Materials,
  • entscheiden über die Reihenfolge von Arbeitsschritten und begründen ihre Entscheidung,
  • bewerten das Arbeitsergebnis hinsichtlich seines Aussehens und seiner Funktionalität,
  • erörtern Möglichkeiten der Optimierung der Arbeitsschritte.

2.7.2  Jahrgangsstufe 7-10, erste Stufe

Kompetenzen

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie – aufbauend auf der Kompetenzentwicklung in den Jahrgangsstufen 5 und 6 – im Laufe der Jahrgangsstufe 7-10 eine erste Stufe erreichen, aus der sie über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu allen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Methoden-/Verfahrens- sowie die Handlungskompetenz ausschließlich inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, werden die Sachkompetenz sowie die Urteils-/Entscheidungskompetenz im Anschluss zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert. Die in Klammern beigefügten Kürzel dienen dabei zur Verdeutlichung der Progression der übergeordneten Kompetenzerwartungen über die einzelnen Stufen hinweg (vgl. Anhang).

  • Sachkompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • systematisieren fachbezogene Sachverhalte (SK 1),
    • formulieren ein Grundverständnis zentraler Dimensionen von Arbeit und wenden zentrale Fachbegriffe im thematischen Kontext an (SK 2),
    • erläutern technische Strukturen (SK 3),
    • analysieren in Ansätzen technische Prozesse (SK 4).
  • Methoden- und Verfahrenskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    Verfahren der Informationsbeschaffung und -entnahme
    • entnehmen mehreren Einzelmaterialien niedriger Strukturiertheit fragenrelevante Informationen und setzen diese zueinander in Beziehung (MK 1),
    • entnehmen modellhaften Darstellungen für Fragestellungen relevante Informationen (MK 2),
    • erheben selbstständig Daten durch Beobachtung, Erkundung und den Einsatz von Messverfahren (MK 3),
    • identifizieren Eigenschaften von Materialien und technischen Systemen durch Messungen (MK 4).

    Verfahren der Aufbereitung, Strukturierung, Analyse und Interpretation
    • analysieren durch konkrete Arbeitsaufträge angeleitet komplexere kontinuierliche Texte (MK 5),
    • analysieren und interpretieren mit Hilfestellungen komplexere diskontinuierliche Texte wie Grafiken, Statistiken, Schaubilder, Diagramme sowie Bilder, Karikaturen und Filme (MK 6),
    • überprüfen vorgegebene Fragestellungen und eigene Vermutungen mittels Experimenten, Erkundungen und Befragungen (MK 7),
    • entwickeln selbstständig Kriterien für die Qualität von technischen Systemen (MK 8).

    Verfahren der Darstellung und Präsentation
    • beschreiben komplexere fachspezifische Sachverhalte sprachlich angemessen unter Verwendung relevanter Fachbegriffe (MK 9),
    • erstellen selbständig einfache Skizzen, Diagramme und Schaubilder zur Darstellung von Informationen und Messdaten (MK 10).
  • Urteils- und Entscheidungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler
    • beurteilen in Ansätzen fachbezogene Sachverhalte, Systeme und Verfahren vor dem Hintergrund relevanter, auch selbst entwickelter Kriterien (UK 1),
    • formulieren in Ansätzen einen begründeten eigenen Standpunkt und prüfen, ob der erreichte Wissensstand als Basis für ein eigenes Urteil hinreichend ist (UK 2),
    • beurteilen im Kontext eines Falles oder Beispiels mit Entscheidungscharakter Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen Handelns (UK 3),
    • entscheiden eigenständig in fachlich geprägten Situationen und begründen sachlich ihre Position (UK 4).
  • Handlungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler
    • be- und verarbeiten Werkstoffe (HK 1),
    • bedienen (Mess-) Geräte und Maschinen (HK 2),
    • entwickeln auch in kommunikativen Zusammenhängen Lösungen und Lösungswege für fachbezogene Probleme und setzen diese ggf. um (HK 3),
    • erstellen aus einer vorgegebenen inhaltlichen Auswahl (Medien-) Produkte zu fachbezogenen Sachverhalten und präsentieren diese intentional im (schul-) öffentlichen Raum (HK 4).

Obligatorische Inhaltsfelder

Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen der Behandlung des nachfolgenden, für die Stufe I obligatorischen Inhaltsfeldes entwickelt werden:

  1. Energieversorgung und -einsparung

Bezieht man die übergeordneten Kompetenzerwartungen im Bereich der Sach- und der Urteils-/Entscheidungskompetenz sowie die unten aufgeführten inhaltlichen Schwerpunkte aufeinander, so ergeben sich die nachfolgenden konkretisierten Kompetenzerwartungen:

Inhaltsfeld 3: Energieversorgung und -einsparung

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Energieformen, Energieumwandlung und Energieverbrauch im Haushalt
  • Wirkungsgrade und technische Optimierungsmöglichkeiten
  • Energieverbrauch weltweit
  • Energiewirtschaft
  • Fossile, nukleare und regenerative Energieträger
  • Kraftwerkstypen

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • benennen verschiedene Systeme zur Energieumwandlung sowie die zu- und abgeführten Energieformen,
  • vergleichen den Energie- und Rohstoffverbrauch von Geräten im Haushalt,
  • benennen den Wirkungsgrad bestimmende Faktoren von Energieverbrauchern und Maßnahmen der Ressourceneinsparung und ‑schonung,
  • erläutern Disparitäten im weltweiten Primärenergieverbrauch,
  • benennen unterschiedliche Energiebezugsquellen und erläutern die Zusammensetzung von Energiekosten,
  • erläutern den Unterschied zwischen Energiereserven und -ressourcen vor dem Hintergrund der Reichweite fossiler Energieträger,
  • beschreiben den Unterschied zwischen fossilen, nuklearen und regenerativen Energieträgern sowie deren Potenziale bei der Stromerzeugung,
  • erläutern die Funktionsweise, die Verwendung sowie die Chancen und Risiken verschiedener Kraftwerkstypen zur Stromerzeugung,
  • beschreiben anhand eines Beispiels die Auswirkungen eines nachhaltigen Konsums auf den Energieverbrauch.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten verschiedene Systeme zur Energieumwandlung im Hinblick auf ihren Wirkungsgrad sowie ihren Verbrauch,
  • bewerten technische (Haushalts-) Geräte hinsichtlich ihrer Qualität sowie ihres Verbrauchs und erörtern unterschiedliche Maßnahmen zu deren Optimierung,
  • erörtern Deckungsmöglichkeiten für den weltweit steigenden Primärenergieverbrauch,
  • beurteilen kriteriengeleitet den Einsatz fossiler, nuklearer und regenerativer Energieträger aus der Perspektive unterschiedlicher Akteure,
  • erörtern die Chancen und Entwicklungspotenziale ökologisch orientierter Stromerzeugung im Hinblick auf Klimaschutz und Ressourcenschonung.

2.7.3   Jahrgangsstufe 7-10, zweite Stufe

Kompetenzen

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie – aufbauend auf der Kompetenzentwicklung bis zur ersten Stufe der Jahrgangsstufen 7-10 – am Ende der Sekundarstufe I über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu allen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Methoden-/Verfahrens- sowie die Handlungskompetenz ausschließlich inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, werden die Sachkompetenz sowie die Urteils-/Entscheidungskompetenz im Anschluss zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert. Die in Klammern beigefügten Kürzel dienen dabei zur Verdeutlichung der Progression der übergeordneten Kompetenzerwartungen über die einzelnen Stufen hinweg (vgl. Anhang).

  • Sachkompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • systematisieren komplexere fachbezogene Sachverhalte (SK 1),
    • formulieren ein vertieftes Grundverständnis zentraler Dimensionen von Arbeit und wenden zentrale Fachbegriffe im erweiterten thematischen Kontext an (SK 2),
    • analysieren technische Strukturen (SK 3),
    • analysieren technische Prozesse (SK 4)
  • Methoden- und Verfahrenskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    Verfahren der Informationsbeschaffung und -entnahme
    • entnehmen Modellen Kern- und Detailaussagen und entwickeln einfache modellhafte Vorstellungen zu fachbezogenen Sachverhalten (MK 1),
    • identifizieren die unter einer Fragestellung relevanten Informationen innerhalb einer Zusammenstellung verschiedener Materialien, gliedern diese und ordnen sie in thematische Zusammenhänge ein (MK 2),
    • erheben selbstständig komplexere Daten durch Beobachtung, Erkundung, Simulation und den Einsatz von Messverfahren (MK 3),
    • identifizieren die Funktionsweise komplexerer technischer Systeme durch Messungen und Simulation (MK 4).

    Verfahren der Aufbereitung, Strukturierung, Analyse und Interpretation
    • analysieren komplexere kontinuierliche Texte (MK 5),
    • analysieren und interpretieren komplexere diskontinuierliche Texte wie Grafiken, Statistiken, Schaltpläne, Schaubilder Diagramme sowie Bilder, Karikaturen und Filme (MK 6),
    • formulieren Fragestellungen, entwickeln Hypothesen und überprüfen diese mithilfe selbst ausgewählter, geeigneter quantitativer Messung und qualitativer Verfahren sowie Experimenten und Simulationen (MK 7),
    • entwickeln Kriterien und Indikatoren zur Beschreibung, Erklärung und Überprüfung fachbezogener Sachverhalte (MK 8).

    Verfahren der Darstellung und Präsentation
    • stellen fachspezifische Sachverhalte unter Verwendung geeigneter sprachlicher Mittel und Fachbegriffe adressatenbezogen sowie problemorientiert dar und präsentieren diese anschaulich (MK 9),
    • erstellen auch unter Nutzung elektronischer Datenverarbeitungssysteme Skizzen, Diagramme und Schaltpläne, um Zusammenhänge und Probleme graphisch darzustellen (MK 10).
  • Urteils- und Entscheidungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • beurteilen differenziert fachbezogene Sachverhalte, Systeme und Verfahren vor dem Hintergrund relevanter, auch selbst entwickelter Kriterien (UK 1),
    • formulieren einen begründeten eigenen Standpunkt und prüfen, ob der erreichte Wissensstand als Basis für ein eigenes Urteil hinreichend ist (UK 2),
    • beurteilen im Kontext eines komplexeren Falles oder Beispiels mit Entscheidungscharakter Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen Handelns (UK 3),
    • entscheiden sich in komplexeren, fachlich geprägten Situationen begründet für Handlungsoptionen, wägen Alternativen ab und beurteilen mögliche Konsequenzen (UK 4).
  • Handlungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • verschalten elektrische Bauteile (HK 1),
    • bedienen auch komplexere Mess- und Steuergeräte (HK 2),
    • entwickeln auch in kommunikativen Zusammenhängen Lösungen und Lösungswege für komplexere fachbezogene Probleme und setzen diese ggf. um (HK 3),
    • erstellen (Medien-) Produkte zu fachbezogenen Sachverhalten und präsentieren diese (HK 4).

Obligatorische Inhaltsfelder

Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen der Behandlung des nachfolgenden, für die Stufe II obligatorischen Inhaltsfeldes entwickelt werden:

  1. Informations- und Kommunikationstechnik

Bezieht man die übergeordneten Kompetenzerwartungen im Bereich der Sach- und der Urteils-/Entscheidungskompetenz sowie die unten aufgeführten inhaltlichen Schwerpunkte aufeinander, so ergeben sich die nachfolgenden konkretisierten Kompetenzerwartungen:

Inhaltsfeld 4: Informations- und Kommunikationstechnik

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Elektrische Schaltungen
  • Digitale Schaltungstechnik
  • Geräte der Informationsverarbeitung und ihre Subsysteme

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • formulieren Anforderungen an eine elektrische Schaltung,
  • analysieren die Funktionsweise elektrischer Schaltungen auch mithilfe von Schaltplänen,
  • benennen Subsysteme von Geräten der Informationsverarbeitung und erläutern in Grundzügen deren zentrale Aufgaben,
  • erklären in elementarer Form die Funktionsweise und Handhabung ausgewählter Informations- und Kommunikationssysteme.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • entscheiden über den Einsatz von Bauteilen zur Realisierung einer elektrischen Schaltung,
  • beurteilen die Einsatzmöglichkeiten elektrischer Schaltungen im Alltag,
  • erörtern die Auswirkungen des Einsatzes aktiver Bauelemente, elektrischer Schaltungen sowie digitaler Schaltungstechnik auf Arbeitsabläufe und Erwerbstätige sowie im Hinblick auf eigene Berufswahlentscheidungen,
  • bewerten den eigenen Umgang mit Informations- und Kommunikationssystemen anhand unterschiedlicher Kriterien (u.a. Energieverbrauch, Gesundheit, Sozialverträglichkeit).

Abschnitt D: Wirtschaft (fachspezifisch)

2.8 Inhaltsfelder im Fach Wirtschaft

Kompetenzen sind nicht nur an die übergreifend für den gesamten Lernbereich geltenden Kompetenzbereiche (siehe Kapitel 2.1), sondern immer auch an fachliche Inhalte gebunden. Ökonomische Grundbildung im Einzelfachunterricht soll deshalb mit Blick auf die nachfolgenden Inhaltsfelder entwickelt werden, deren Zuschnitt und Reihenfolge curriculare Setzungen darstellen. Bei der Überführung der Inhaltsfelder und inhaltlichen Schwerpunkte in konkrete Unterrichtsvorhaben können nach Entscheidung der Fachkonferenz hiervon abweichende Zuordnungen entstehen, sofern diese innerhalb der vorgegebenen Progressionsstufen erfolgen.

Inhaltsfeld 1: Wirtschaften in privaten Haushalten

Das Inhaltsfeld behandelt die Konsumentenrolle von Kindern und Jugendlichen innerhalb der Gesellschaft. Die Auseinandersetzung mit diesem Inhaltsfeld befähigt Kinder und Jugendliche für Lebenssituationen, in denen sie ihre Bedürfnisse befriedigen wollen und in denen grundlegende finanzbezogene Kompetenzen notwendig sind. Dabei werden Kinder und Jugendliche dafür sensibilisiert, dass sie auf die Verfügbarkeit und Verwendung von Einkommen sowie den Gebrauch und die Nutzung von Gütern für den Endverbrauch angewiesen sind. Hierbei sind auch die Auswirkungen auf die Umwelt sowie das staatliche Handeln in den Blick zu nehmen, das Kinder und Jugendliche in ihren Rechten und Pflichten als Konsumenten beeinflusst.

Inhaltsfeld 2: Wirtschaften in Unternehmen

In diesem Inhaltsfeld geht es darum, unterschiedliche Konzepte von Arbeit in Unternehmen für Schülerinnen und Schüler erfahrbar zu machen. Insbesondere werden Modelle des Arbeitsmarktes, darauf gerichtete Politiken sowie Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft, Gesellschaft, Ökologie und Politik behandelt. Im Fokus stehen dabei die Erklärung und Gestaltung von Arbeitsmärkten, die Gestaltung sozialer Beziehungen in Unternehmen sowie die Rahmenbedingungen unternehmerischen Handelns zwischen Regulierung und Deregulierung. Schülerinnen und Schüler erfahren, dass sie mittels unterschiedlicher Partizipationsformen Einfluss auf wirtschaftliche Entwicklungen und Unternehmensentscheidungen nehmen können. Kinder und Jugendliche werden insgesamt auf ihre Rolle als Arbeitnehmer und Arbeitgeber vorbereitet.

Inhaltsfeld 3: Zukunft von Arbeit und Beruf

In diesem Inhaltsfeld werden der Strukturwandel und die Zukunft der Arbeit in ihrer Bedeutung für die Berufsorientierung behandelt. Zentral ist dabei, dass sich die Arbeitswelt – vor allem hinsichtlich der Arbeitsformen, Arbeitsbeziehungen und Qualifikationsanforderungen – wandelt. Neben Vollzeit- und Teilzeitarbeitsverhältnisse treten zunehmend Formen der Zeit-, Leih-, Telearbeit und Selbstständigkeit, zudem werden die Familien- und Bürgerarbeit berücksichtigt. Hieraus ergeben sich Konsequenzen für die Entwicklung individueller beruflicher Entscheidungen. Berufswahl und ‑wechsel gehören dabei zu den bedeutsamen Lebenssituationen, die auch durch staatliches Handeln mit beeinflusst werden.

2.9  Kompetenzerwartungen und inhaltliche Schwerpunkte im Fach Wirtschaft

2.9.1   Jahrgangsstufe 5/6

Kompetenzen

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie am Ende der Jahrgangsstufe 6 über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu allen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Methoden-/Verfahrens- sowie die Handlungskompetenz ausschließlich inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, werden die Sachkompetenz sowie die Urteils-/Entscheidungskompetenz im Anschluss zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert. Die in Klammern beigefügten Kürzel dienen dabei zur Verdeutlichung der Progression der übergeordneten Kompetenzerwartungen über die einzelnen Stufen hinweg (vgl. Anhang).

  • Sachkompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • ordnen einfache fachbezogene Sachverhalte ein (SK1),
    • formulieren ein erstes Grundverständnis zentraler Dimensionen von Arbeit und wenden elementare Fachbegriffe sachgerecht an (SK 2),
    • beschreiben ausgewählte Personen und Gruppen, ihre Funktionen, Rollen und Handlungsmöglichkeiten (SK 3),
    • stellen in elementarer Form ökonomische Strukturen dar (SK 4),
    • beschreiben grundlegende ökonomische Prozesse (SK 5).
  • Methoden- und Verfahrenskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    Verfahren der Informationsbeschaffung und -entnahme
    • recherchieren unter Anleitung in eingegrenzten Mediensammlungen und beschaffen – auch unter Nutzung von Inhaltsverzeichnis, Register und Glossar – zielgerichtet Informationen aus Büchern und digitalen Medien (MK 1),
    • entnehmen Einzelmaterialien niedriger Strukturiertheit fragenrelevante Informationen (MK 2),
    • entnehmen einfachen modellhaften Darstellungen fragengeleitet Informationen (MK 3),
    • erheben angeleitet Daten durch Beobachtungen und Erkundungen (MK 4).

    Verfahren der Aufbereitung, Strukturierung und Analyse
    • analysieren in elementarer Form einfache kontinuierliche Texte (MK 5),
    • analysieren in elementarer Form diskontinuierliche Texte wie Statistiken, Schaubilder, Diagramme und Grafiken einfacher Strukturiertheit (MK 6),
    • überprüfen vorgegebene Fragestellungen und eigene Vermutungen u.a. mittels Erkundungen und Befragungen in der Schule sowie im schulischen Umfeld (MK 7),
    • identifizieren unterschiedliche Standpunkte im eigenen Erfahrungsbereich und geben diese zutreffend wieder (MK 8),
    • analysieren einfache Fallbeispiele aus dem Alltag (MK 9),
    • entwickeln angeleitet Kriterien zur Beschreibung ökonomischer Sachverhalte (MK 10).

    Verfahren der Darstellung und Präsentation
    • beschreiben einfache Sachverhalte sprachlich angemessen unter Verwendung relevanter Fachbegriffe (MK 11),
    • erstellen mit Hilfestellung einfache Skizzen, Diagramme und Schaubilder zur Darstellung von Informationen (MK 12).
  • Urteils- und Entscheidungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • beurteilen grundlegende fachbezogene Sachverhalte vor dem Hintergrund vorgegebener Kriterien (UK 1),
    • formulieren in Ansätzen einen begründeten eigenen Standpunkt (UK 2),
    • beurteilen deutlich voneinander unterscheidbare Motive, Bedürfnisse und Interessen von Personen und Gruppen (UK 3),
    • beurteilen überschaubare Situationen oder Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven (UK 4),
    • beurteilen im Kontext eines einfachen Falles oder Beispiels mit Entscheidungscharakter Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen Handelns (UK 5),
    • entscheiden sich in vorstrukturierten, fachlich geprägten Situationen begründet für eine Handlungsoption (UK 6).
  • Handlungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • entwickeln unter Anleitung – auch simulativ – einzelne Lösungen und Lösungswege für überschaubare fachbezogene Probleme (HK 1),
    • erstellen in Inhalt und Struktur klar vorgegebene (Medien-) Produkte zu fachbezogenen Sachverhalten und präsentieren diese im unterrichtlichen Zusammenhang (HK 2),
    • vertreten die eigenen Positionen auch in der Auseinandersetzung mit kontroversen Sichtweisen in angemessener Form im unterrichtlichen Zusammenhang (HK 3),
    • nehmen vorgegebene andere Positionen ein und bilden diese probeweise ab (HK 4),
    • organisieren ein überschaubares Projekt im schulischen Umfeld (HK 5).

Obligatorische Inhaltsfelder

Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen der Behandlung des nachfolgenden, für die Jahrgangsstufen 5 und 6 obligatorischen Inhaltsfeldes entwickelt werden:

  1. Wirtschaften in privaten Haushalten

Bezieht man die übergeordneten Kompetenzerwartungen im Bereich der Sach- und der Urteils-/Entscheidungskompetenz sowie die unten aufgeführten inhaltlichen Schwerpunkte aufeinander, so ergeben sich die nachfolgenden konkretisierten Kompetenzerwartungen:

Inhaltsfeld 1: Wirtschaften in privaten Haushalten

 Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Grundbedürfnisse des Menschen
  • Konsumverhalten und Verkaufsstrategien
  • Verbraucherpolitik

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • unterscheiden zwischen Bedürfnis, Bedarf und Konsum,
  • beschreiben exemplarisch Verkaufsstrategien von Unternehmen sowie deren Auswirkungen auf die Konsumentin bzw. den Konsumenten,
  • beschreiben ökonomische, soziale und ökologische Auswirkungen des Kaufs und der Entsorgung ausgewählter Konsumgüter (u.a. Lebensmittel, Elektronikartikel, Textilien) im privaten Haushalt,
  • beschreiben exemplarisch an ausgewählten Fallbeispielen den Weg in die Überschuldung,
  • erläutern exemplarisch für Kinder und Jugendliche relevante Maßnahmen zum Verbraucherschutz und nennen Quellen für Verbraucherinformationen.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten die eigenen Konsumwünsche und -entscheidungen im Hinblick auf Nutzen, Qualität sowie ökologische und soziale Folgen,
  • beurteilen anhand eines Haushaltsplans die finanzielle Umsetzbarkeit eigener Konsumwünsche,
  • beurteilen Verkaufsstrategien im Hinblick auf ihre beabsichtigten Wirkungen und ihren Einfluss auf das Konsumverhalten,
  • bewerten exemplarisch Strategien zur Prävention von und zum Umgang mit Überschuldung,
  • beurteilen ausgewählte individuelle Möglichkeiten und öffentliche Regelungen zur Ressourcenschonung und Emissionsvermeidung unter Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Aspekte.

2.9.2  Jahrgangsstufen 7-10, erste Stufe

Kompetenzen

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie – aufbauend auf der Kompetenzentwicklung in den Jahrgangsstufen 5 und 6 – im Laufe der Jahrgangsstufen 7-10 eine erste Stufe erreichen, auf der sie über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu allen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Methoden-/Verfahrens- sowie die Handlungskompetenz ausschließlich inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, werden die Sachkompetenz sowie die Urteils-/Entscheidungskompetenz im Anschluss zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert. Die in Klammern beigefügten Kürzel dienen dabei zur Verdeutlichung der Progression der übergeordneten Kompetenzerwartungen über die einzelnen Stufen hinweg (vgl. Anhang).

  • Sachkompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • systematisieren fachbezogene Sachverhalte (SK 1),
    • formulieren ein Grundverständnis zentraler Dimensionen von Arbeit und wenden zentrale Fachbegriffe im thematischen Kontext an (SK 2),
    • analysieren in einfacher Form Funktionen, Rollen und Handlungsmöglichkeiten ausgewählter Personen und Gruppen (SK 3),
    • erläutern ökonomische Strukturen (SK 4),
    • analysieren in Ansätzen ökonomische Prozesse (SK 5).
  • Methoden- und Verfahrenskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    Verfahren der Informationsbeschaffung und -entnahme
    • recherchieren selbstständig in eingegrenzten Mediensammlungen und beschaffen zielgerichtet Informationen (MK 1),
    • entnehmen mehreren Einzelmaterialien niedriger Strukturiertheit fragenrelevante Informationen und setzen diese zueinander in Beziehung (MK 2),
    • entnehmen modellhaften Darstellungen für Fragestellungen relevante Informationen  (MK 3),
    • erheben selbstständig Daten durch Beobachtungen und Erkundungen (MK 4).

    Verfahren der Aufbereitung, Strukturierung und Analyse
    • analysieren durch konkrete Arbeitsaufträge angeleitet komplexere kontinuierliche Texte (MK 5),
    • analysieren mit Hilfestellungen komplexere diskontinuierliche Texte wie Grafiken, Statistiken, Schaubilder, Diagramme sowie Bilder, Karikaturen und Filme (MK 6),
    • überprüfen vorgegebene Fragestellungen und eigene Vermutungen mittels Erkundungen und Befragungen (MK 7),
    • identifizieren unterschiedliche Perspektiven sowie kontroverse Standpunkte und geben diese zutreffend wieder (MK 8),
    • analysieren komplexere Fallbeispiele auch außerhalb des eigenen Erfahrungsbereichs (MK 9),
    • entwickeln selbstständig Kriterien zur Beschreibung und Erklärung von ökonomischen Sachverhalten (MK 10).

    Verfahren der Darstellung und Präsentation
    • beschreiben komplexere fachspezifische Sachverhalte sprachlich angemessen unter Verwendung relevanter Fachbegriffe (MK 11),
    • erstellen selbstständig einfache Skizzen, Diagramme und Strukturbilder zur Darstellung von Informationen (MK 12)
  • Urteils- und Entscheidungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • beurteilen in Ansätzen fachbezogene Sachverhalte und Systeme vor dem Hintergrund relevanter, auch selbst entwickelter Kriterien (UK 1),
    • formulieren in Ansätzen einen begründeten eigenen Standpunkt und prüfen, ob der erreichte Wissensstand als Basis für ein eigenes Urteil hinreichend ist (UK 2),
    • beurteilen in Ansätzen unterschiedliche Handlungsweisen und dahinter liegende Interessen hinsichtlich der zugrundeliegenden Wertmaßstäbe sowie deren Verallgemeinerbarkeit (UK 3),
    • beurteilen in Ansätzen auch komplexere Situationen oder Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven (UK 4),
    • beurteilen im Kontext eines Falles oder Beispiels mit Entscheidungscharakter Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen Handelns (UK 5),
    • entscheiden sich in fachlich geprägten Situationen begründet für Handlungsoptionen und wägen Alternativen ab (UK 6)
  • Handlungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • entwickeln auch in kommunikativen Zusammenhängen Lösungen und Lösungswege für fachbezogene Probleme und setzen diese ggf. um (HK 1),
    • erstellen aus einer vorgegebenen inhaltlichen Auswahl (Medien-) Produkte zu fachbezogenen Sachverhalten und präsentieren diese intentional im (schul-) öffentlichen Raum (HK 2),
    • vertreten die eigenen Positionen auch in der Auseinandersetzung mit kontroversen Sichtweisen in angemessener Form im (schul-) öffentlichen Raum (HK 3),
    • nehmen andere Positionen ein und vertreten diese probeweise (Perspektivwechsel) (HK 4),
    • planen und realisieren ein fachbezogenes Projekt und werten dieses anhand von vorgegebenen Kriterien aus (HK 5).

Obligatorische Inhaltsfelder

Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen der Behandlung des nachfolgenden, für die Stufe I obligatorischen Inhaltsfeldes entwickelt werden:

  1. Wirtschaften in Unternehmen

Bezieht man die übergeordneten Kompetenzerwartungen im Bereich der Sach- und der Urteils-/Entscheidungskompetenz sowie die unten aufgeführten inhaltlichen Schwerpunkte aufeinander, so ergeben sich die nachfolgenden konkretisierten Kompetenzerwartungen:

Inhaltsfeld 2: Wirtschaften in Unternehmen

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Erwerbsarbeit und Identitätsbildung
  • Organisation von Betrieben und Unternehmen
  • Bedeutung von Unternehmen und Unternehmern
  • Interessenvertretung und Partizipation in Unternehmen
  • Produktion und Konsum unter Wirtschaftlichkeits- und Nachhaltigkeitsaspekten

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beschreiben den Einfluss der Erwerbsarbeit als Voll- und Teilzeitarbeitsverhältnis sowie in den Ausprägungen Zeit-, Leih- und Telearbeit auf die Lebensgestaltung und benennen Folgen für die Identitätsbildung,
  • erläutern die Bedeutung und die Rolle von Unternehmen sowie Unternehmern im Wirtschaftsprozess,
  • erläutern in elementarer Form die Unterschiede zwischen Aufbau- und Ablauforganisation eines Unternehmens und benennen grundlegende Betriebsfunktionen,
  • stellen grundlegende Strukturen sowie ausgewählte Prozesse der Mitbestimmung in Klein-, Mittel- und Großbetrieben dar,
  • benennen zentrale Regelungen zum Jugend-, Arbeits- und Kündigungsschutz sowie zur Mitbestimmung.
  • erläutern exemplarische Konflikte zwischen wirtschaftlichem Handeln und nachhaltiger Produktion sowie nachhaltigem Konsum,
  • erläutern mögliche Auswirkungen von Verbraucherverhalten auf unternehmerische Entscheidungen,
  • erläutern Möglichkeiten zur Förderung des betrieblichen Umweltschutzes über das Verbraucherverhalten und politische Entscheidungen.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beurteilen mögliche Auswirkungen eines Arbeitsplatz-, Arbeitgeber- und Berufswechsels sowie eines Arbeitsplatzverlustes für die Lebensgestaltung und das Selbstverständnis des Einzelnen,
  • erörtern erforderliche Grundvoraussetzungen für die Gründung eines Unternehmens,
  • bewerten in Ansätzen Vor- und Nachteile verschiedener Organisationsformen im Hinblick auf die Erreichung von Unternehmenszielen,
  • bewerten Möglichkeiten und Grenzen des Einflusses von Arbeitnehmern, Arbeitgebern, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden auf unternehmensrelevante Entscheidungen,
  • erörtern Möglichkeiten und Grenzen der Durchsetzbarkeit vorhandener und vermeintlicher Ansprüche unter arbeitsrechtlichen Gesichtspunkten,
  • bewerten exemplarisch wirtschaftliches Handeln im Hinblick auf ökonomische, ökologische und ethische Zielvorstellungen,
  • erörtern die Chancen, Grenzen und Entwicklungspotenziale ökologisch orientierter Produktion im Hinblick auf Klimaschutz, Ressourcenschonung, Kosten und die Schaffung von Arbeitsplätzen.

2.9.3  Jahrgangsstufen 7-10, zweite Stufe

Kompetenzen

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie – aufbauend auf der Kompetenzentwicklung bis zur ersten Stufe der Jahrgangsstufen 7-10 – am Ende der Sekundarstufe I über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu allen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Methoden-/Verfahrens- sowie die Handlungskompetenz ausschließlich inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, werden die Sachkompetenz sowie die Urteils- und Entscheidungskompetenz im Anschluss zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert. Die in Klammern beigefügten Kürzel dienen dabei zur Verdeutlichung der Progression der übergeordneten Kompetenzerwartungen über die einzelnen Stufen hinweg (vgl. Anhang).

  • Sachkompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • systematisieren komplexere fachbezogene Sachverhalte (SK 1),
    • formulieren ein vertieftes Grundverständnis zentraler Dimensionen von Arbeit und wenden zentrale Fachbegriffe im erweiterten thematischen Kontext an (SK 2),
    • analysieren die Funktionen und Rollen sowie die Handlungsmöglichkeiten ausgewählter Personen und Gruppen (SK 3),
    • analysieren ökonomische Strukturen (SK 4),
    • analysieren ökonomische Prozesse (SK 5)
  • Methoden- und Verfahrenskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    Verfahren der Informationsbeschaffung und -entnahme
    • recherchieren selbstständig innerhalb und außerhalb der Schule in unterschiedlichen Medien und beschaffen zielgerichtet Informationen (MK 1),
    • identifizieren die unter einer Fragestellung relevanten Informationen innerhalb einer Zusammenstellung verschiedener Materialien, gliedern diese und ordnen sie in thematische Zusammenhänge ein (MK 2),
    • entnehmen einfachen Modellen Informationen und entwickeln modellhafte Vorstellungen zu fachbezogenen Sachverhalten (MK 3),
    • erheben selbstständig komplexere Daten durch Beobachtungen und Erkundungen (MK 4)

    Verfahren der Aufbereitung, Strukturierung und Analyse
    • analysieren komplexere kontinuierliche Texte (MK 5),
    • analysieren komplexere diskontinuierliche Texte wie Grafiken, Statistiken, Schaubilder, Diagramme sowie Bilder, Karikaturen und Filme (MK 6),
    • formulieren Fragestellungen, entwickeln Hypothesen und überprüfen diese mithilfe selbst ausgewählter, geeigneter quantitativer (Umfrage, Zählung) und qualitativer (Erkundung, Expertenbefragung) Verfahren (MK 7),
    • identifizieren unterschiedliche Perspektiven sowie kontroverse Standpunkte, geben diese zutreffend wieder und vergleichen diese miteinander (MK 8),
    • analysieren Fallbeispiele und nehmen Verallgemeinerungen vor (MK 9),
    • entwickeln Kriterien und Indikatoren zur Beschreibung, Erklärung und Überprüfung ökonomischer Sachverhalte (MK 10).

    Verfahren zur Darstellung und Präsentation
    • stellen fachspezifische Sachverhalte unter Verwendung geeigneter sprachlicher Mittel und Fachbegriffe adressatenbezogen sowie problemorientiert dar und präsentieren diese anschaulich (MK 11),
    • erstellen auch unter Nutzung elektronischer Datenverarbeitungssysteme Diagramme und Strukturbilder, um Zusammenhänge und Probleme graphisch darzustellen (MK 12)
  • Urteils- und Entscheidungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • beurteilen differenziert fachbezogene Sachverhalte und Systeme vor dem Hintergrund relevanter, auch selbst entwickelter Kriterien (UK 1),
    • formulieren einen begründeten eigenen Standpunkt und prüfen, ob der erreichte Wissensstand als Basis für ein eigenes Urteil hinreichend ist (UK 2),
    • beurteilen kriteriengeleitet unterschiedliche Handlungsweisen und dahinter liegende Interessen hinsichtlich der zugrundeliegenden Wertmaßstäbe sowie deren Verallgemeinerbarkeit (UK 3),
    • beurteilen komplexere Situationen oder Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven (UK 4),
    • beurteilen im Kontext eines komplexeren Falles oder Beispiels mit Entscheidungscharakter Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen Handelns (UK 5),
    • entscheiden sich in komplexeren, fachlich geprägten Situationen begründet für Handlungsoptionen, wägen Alternativen ab und beurteilen mögliche Konsequenzen (UK 6).
  • Handlungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • entwickeln auch in kommunikativen Zusammenhängen Lösungen und Lösungswege für komplexere fachbezogene Probleme und setzen diese ggf. um (HK 1),
    • erstellen (Medien-) Produkte zu fachbezogenen Sachverhalten und präsentieren diese intentional im (schul-) öffentlichen Raum (HK 2),
    • vertreten die eigenen Positionen auch in der Auseinandersetzung mit kontroversen Sichtweisen in angemessener Form im (schul-) öffentlichen Raum und bereiten ihre Ausführungen mit dem Ziel der Überzeugung oder Mehrheitsfindung auch strategisch auf (HK 3),
    • nehmen andere Positionen ein und vertreten diese (Perspektivwechsel) (HK 4),
    • planen und realisieren ein fachbezogenes Projekt und werten dieses aus (HK 5),
    • dokumentieren Ergebnisse ihrer Berufsorientierung im Berufswahlpass oder einer anderen Dokumentationsform zum Einsatz im Berufswahlprozess (HK 6).

Obligatorische Inhaltsfelder

Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen der Behandlung des nachfolgenden, für die Stufe II obligatorischen Inhaltsfeldes entwickelt werden:

  1. Zukunft von Arbeit und Beruf

Bezieht man die übergeordneten Kompetenzerwartungen im Bereich der Sach- und der Urteils-/Entscheidungskompetenz sowie die unten aufgeführten inhaltlichen Schwerpunkte aufeinander, so ergeben sich die nachfolgenden konkretisierten Kompetenzerwartungen:

Inhaltsfeld 3: Zukunft von Arbeit und Beruf

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Vorsorge und Lebensplanung zwischen Familien-, Bürger- sowie Erwerbsarbeit
  • Berufswahlorientierung
  • Berufswegeplanung
  • Auswirkungen des technologischen Wandels auf die Erwerbstätigen
  • Arbeitsmarkt und Beschäftigung
  • Staatliche Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • benennen exemplarisch Formen der privaten Vorsorge zur Unterstützung der persönlichen Lebensplanung,
  • beschreiben kriterienorientiert eigene Vorstellungen für die persönliche Zukunft zwischen abhängiger Beschäftigung, Selbständigkeit, Familien- und Bürgerarbeit sowie anderen Erscheinungsformen von Arbeit,
  • beschreiben unterschiedliche Norm- und Wertvorstellungen und leiten daraus Kriterien für eigene Lebens- und Berufsentscheidungen ab,
  • beschreiben die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die persönliche Lebensplanung,
  • beschreiben kriterienorientiert unterschiedliche Berufsfelder,
  • beschreiben mithilfe von Kompetenzchecks und Eignungstests eigene Kompetenzen sowie Interessen und benennen daraus abgeleitete persönliche Entwicklungsziele,
  • analysieren unterschiedliche Strategien zur Bewältigung von Test- und Bewerbungssituationen und systematisieren den eigenen Bewerbungsprozess im Hinblick auf formale und inhaltliche Anforderungen,
  • beschreiben unterschiedliche Beratungsmöglichkeiten durch schulische und außerschulische Partner,
  • vergleichen Veränderungen in ausgewählten Berufsbildern durch technische Innovationen,
  • beschreiben das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage auf dem Faktormarkt Arbeit sowie die daraus resultierenden Konsequenzen für den Preis der Arbeit,
  • erläutern exemplarisch eine politische Maßnahme in ihren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüle

  • beurteilen Konsequenzen von Berufswahlentscheidungen im Hinblick auf Sicherheit, Einkommen, Arbeitsinhalte, Partizipation, Zukunftsaussichten sowie private Lebensführung und -gestaltung,
  • bewerten Wunschberufe im Hinblick auf die persönliche Passung und eigene Zukunftsvorstellungen,
  • erörtern Alternativen zu ihren Wunschberufen und bewerten mögliche Konsequenzen,
  • beurteilen unterschiedliche Berufsbilder und berufliche Anforderungsprofile im Hinblick auf geschlechtergerechte Einkommens- und Aufstiegsmöglichkeiten sowie das eigene Fähigkeits- und Interessensprofil,
  • erörtern den Einfluss von Familie, Geschlecht sowie sozialer und regionaler Herkunft auf die eigene Berufswahl,
  • entscheiden sich kriterienorientiert für Ausbildung, Arbeit oder Studium,
  • bewerten die Auswirkungen des Einsatzes neuer technischer Systeme im Hinblick auf eigene Berufswahlentscheidungen,
  • bewerten Ursachen für und Maßnahmen gegen unterschiedliche Formen von Arbeitslosigkeit.
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© 2020 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 03.02.2013