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Orientierungsbereich (Sprungmarken)

UV 8.2: Kolonialismus und Imperialismus - Ursache für die Ungleichverteilung von Wohlstand?

Übergeordnete Kompetenzen

Sachkompetenz:
Die Schülerinnen und Schüler

  • ordnen geographische Sachverhalte in die Orientierungsraster der europäischen Industrieregionen, der Schwäche- und Landschaftszonen sowie der sozio-ökonomischen Gliederung der Erde ein (SK 3),
  • analysieren in Ansätzen gesellschaftliche, ökonomische und politische Prozesse (SK 11).

Methodenkompetenz:
Die Schülerinnen und Schüler

  • analysieren und interpretieren mit Hilfestellungen komplexere diskontinuierliche Texte wie Karten, Grafiken, Statistiken, Schaubilder, (Klima-) Diagramme, WebGIS, Bilder, Karikaturen, Filme sowie historische Sachquellen (u.a. Denkmäler) (MK 8),
  • identifizieren unterschiedliche Perspektiven sowie kontroverse Standpunkte und geben diese zutreffend wieder (MK 11),
  • analysieren komplexere Fallbeispiele auch außerhalb des unmittelbaren eigenen Erfahrungsbereichs (MK 12).

Urteilskompetenz:
Die Schülerinnen und Schüler

  • formulieren in Ansätzen einen begründeten eigenen Standpunkt und prüfen, ob der erreichte Wissensstand als Basis für ein eigenes Urteil hinreichend ist (UK 3),
  • beurteilen in Ansätzen unterschiedliche Handlungsweisen und dahinter liegende Interessen hinsichtlich der zugrundeliegenden Wertmaßstäbe sowie deren Verallgemeinerbarkeit (UK 4),
  • beurteilen im Kontext eines Falles oder Beispiels mit Entscheidungscharakter Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen Handelns (UK 6).

Handlungskompetenz:
Die Schülerinnen und Schüler

  • nehmen andere Positionen ein und vertreten diese probeweise (Perspektivwechsel) (HK 2),
  • entscheiden sich begründet für oder gegen eine Mitwirkung an konkreten politischen Aktionen und Maßnahmen (HK 7).

Inhaltsfelder:

  •   IF 7 (Disparitäten), IF 3 (Internationalisierung und Globalisierung)

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Europäer und Nicht-Europäer – Entdeckungen und Eroberungen,
  • Motive und Formen imperialistischer Politik vor dem 1. Weltkrieg,
  • Indikatoren in ihrer Bedeutung für die Erfassung des Entwicklungsstandes von Wirtschaftsregionen und Staaten,
  • Ungleichgewichte beim Austausch von Rohstoffen und Industriewaren als eine Ursache für die weltweite Verteilung von Reichtum und Armut,
  • Raumentwicklung auf der Grundlage von Ressourcenverfügbarkeit, Arbeitsmarktsituation und wirtschaftspolitischen Zielsetzungen,
  • Deutsche Entwicklungspolitik an einem ausgewählten Beispiel
  • Wer und was hilft Kamerun? Der Kölner Verein ident.africa.

Zeitbedarf: 21 Stunden

Vorhabenbezogene Konkretisierungen

Unterrichtssequenz 1: Kolonien in Afrika – Ganz weit weg und doch ganz nah?

  • Ökonomische Entdeckung und koloniale Aufteilung Afrikas durch europäische Kolonialmächte und deren Interessen
  • Wie entwickelt ist Afrika?

Zu entwickelnde Kompetenzen:

Konkretisierte SK:

  • beschreiben die Ausbreitung der Herrschaft europäischer Staaten in überseeischen Ländern in den Jahren 1880-1914,
  • erläutern die zentralen Motive und Formen des Imperialismus,
  • benennen Gründe für die Entdeckungsreisen der Europäer,
  • beschreiben anhand geeigneter Indikatoren Unterschiede des Entwicklungsstandes unterschiedlicher Volkswirtschaften bzw. Regionen.

Konkretisierte UK:

  • begründen den Zusammenhang von Nationalismus, imperialistischer Expansion und Erstem Weltkrieg.

MK :

  • entnehmen Kernaussagen (auch historischer) analoger und digitaler Karten (u.a. WebGIS) unter Beachtung von Legende und Maßstabszahl (MK 2),
  • analysieren und interpretieren mit Hilfestellungen komplexere diskontinuierliche Texte wie Karten, Grafiken, Statistiken, Schaubilder, (Klima-) Diagramme, WebGIS, Bilder, Karikaturen, Filme sowie historische Sachquellen (u.a. Denkmäler) (MK 8).

Vorhabenbezogene Absprachen/Vereinbarungen:

Materialien:

  • politische Weltkarte um 1870 und 1914
  • thematische Weltkarten oder WebGIS zu Entwicklungsindikatoren

Unterrichtssequenz 2: Das Leben der Bevölkerung in den afrikanischen Kolonien am Beispiel Kameruns – alles nur Ausbeutung durch die Kolonialmächte und durch die eigene Regierung?

  • So unterschiedlich ist Kamerun: Klima-, Vegetationszonen und Zonen landwirtschaftlicher Nutzung in Kamerun
  • Imperialistische Sichtweisen und die Folgen der deutschen Kolonialpolitik für die Lebensbedingungen der Menschen in Kamerun
  • Entwicklungsindikatoren konkret: Ist Kamerun ein Entwicklungsland?
  • Die politische Situation in Kamerun - „Good governance“?

Zu entwickelnde Kompetenzen:

Konkretisierte SK:

  • unterscheiden Landschaftszonen  vor dem Hintergrund unterschiedlicher räumlicher Ausprägungen des Zusammenwirkens von Klima und Vegetation,
  • erläutern die Folgen imperialistischer Politik in Vergangenheit und Gegenwart für die betroffenen Völker am Beispiel einer deutschen Kolonie,
  • beschreiben Entdeckungsreisen und Eroberungen der Europäer sowie Konflikte zwischen Eroberern und Ureinwohnern und deren Folgen.

Konkretisierte UK:

  • beurteilen die Ergebnisse und Folgen der Entdeckungsreisen und des Kolonialismus.

MK:

  • recherchieren selbständig in eingegrenzten Mediensammlungen und beschaffen zielgerichtet Informationen (MK1),
  • identifizieren unterschiedliche Perspektiven sowie kontroverse Standpunkte und geben diese zutreffend wieder (MK 11),
  • analysieren komplexere Fallbeispiele auch außerhalb des unmittelbaren eigenen Erfahrungsbereichs (MK 12).

HK:

  • nehmen andere Positionen ein und vertreten diese probeweise (Perspektivwechsel) (HK 2).

Vorhabenbezogene Absprachen/Vereinbarungen:

Materialien:

  • Klimatabellen und Klimadiagramme
  • Karte: Landwirtschaft in Kamerun
  • Historische Quellen zum Imperialismus
  • Online Datenbanken, z.B WDI-online

Kooperation mit anderen Fächern:

  • NW (Ökosystem Tropischer Regenwald, Kakaopflanze)

Unterrichtssequenz 3: Nahrungsmittelein- und -ausfuhr in den ehemaligen Kolonien – Ausbeutung oder Integration in den Weltmarkt?

  • Entwicklung der Nahrungsmittelproduktion am Beispiel Kameruns – von der Subsistenzwirtschaft zur Weltmarktproduktion
  • Kakaoexport – Chancen und Risiken für Kamerun
  • Fleischimport: gesundheitliche und ökonomische Gefahren der Einfuhr von Hähnchenteilen aus Europa

Zu entwickelnde Kompetenzen:

Konkretisierte SK:

  • beschreiben  als eine Ursache der weltweit ungleichen Verteilung von Armut und Reichtum das Ungleichgewicht beim Austausch von Rohstoffen und Industriewaren,
  • analysieren erfolgreiche und gescheiterte Beispiele für die Raumentwicklung durch Rohstoffe.

Konkretisierte UK:

  • beurteilen die Handelsbedingungen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern in Hinblick auf eine strukturelle Benachteiligung der Entwicklungsländer,
  • beurteilen regionale Beispiele für unterschiedliche Entwicklungsstrategien im Hinblick auf ihre ökonomischen, sozialen und ökologischen Auswirkungen.

MK:

  • benennen das Thema und beschreiben den Aufbau bzw. die Strukturelemente von komplexeren Grafiken, Statistiken, Schaubildern, (Klima-) Diagrammen, Bildern sowie historischen Sachquellen und ordnen diese ein (MK 6),
  • analysieren und interpretieren mit Hilfestellungen komplexere diskontinuierliche Texte wie Karten, Grafiken, Statistiken, Schaubilder, (Klima-) Diagramme, WebGIS, Bilder, Karikaturen, Filme sowie historische Sachquellen (u.a. Denkmäler) (MK 8),
  • beschreiben komplexere fachspezifische Sachverhalte sprachlich angemessen unter Verwendung relevanter Fachbegriffe (MK 13).

Vorhabenbezogene Absprachen/Vereinbarungen:

Materialien:

  • Materialien von „Südwind“
  • Evangelischer Entwicklungsdienst
  • Online Datenbanken, z.B WDI-online

Außerschulischer Lernort:

  • Schokoladenmuseum Köln

Kooperation mit anderen Fächern:

  • NW (Ökosystem Tropischer Regenwald, Kakaopflanze)

Unterrichtssequenz 4: Wer  und was hilft Kamerun?  

  • Welche Hilfe kommt an? (Entwicklungsstrategien, Entwicklungshilfeprojekte Pro und Contra)
  • Staatliche Entwicklungshilfe: BMZ; GTZ
  • Hilfen überregionaler nichtstaatlicher Organisationen:
    • Fair Trade in unserer Nähe – Erkundungen zu Angebot und Nachfrage
    • Einflussnahme auf Produktion durch Konsumentenverhalten?
  • Hilfen regionaler nichtstaatlicher Organisationen:
    • Regionale Entwicklungshilfe in Köln - Beispiel einer Institution zur Unterstützung Kameruns
    • „Der Kölner Verein ident.africa will die Grundschulbildung für alle Kinder Boboyos bis 2015 erreichen.“

Zu entwickelnde Kompetenzen:

Konkretisierte SK:

  • stellen ein Instrument deutscher Entwicklungspolitik dar.

Konkretisierte UK:

  • beurteilen in Ansätzen die Möglichkeiten Deutschlands zur Durchführung einer wirksamen Entwicklungspolitik.

MK:

  • überprüfen vorgegebenen Fragestellungen und eigene Vermutungen mittels Erkundungen und Befragungen in Stadt und Region (MK 10),
  • identifizieren unterschiedliche Perspektiven sowie kontroverse Standpunkte und geben diese zutreffend wieder (MK 11),
  • analysieren komplexere Fallbeispiele auch außerhalb des unmittelbaren eigenen Erfahrungsbereichs (MK 12).

HK:

  • entscheiden sich begründet für oder gegen eine Mitwirkung an konkreten politischen Aktionen und Maßnahmen (HK 7),
  • planen und realisieren ein fachbezogenes Projekt und werten dieses anhand von vorgegebenen Kriterien aus (HK 8).

Vorhabenbezogene Absprachen/Vereinbarungen:

Links:

Außerschulische Partner:

  • Gespräch mit einer Entwicklungshelferin/einem Entwicklungshelfer

Außerschulischer Lernort:

  • verschiedene Supermärkte

Diagnose von Schülerkonzepten:

  • „Zum Thema Afrika fällt uns ein ….. (Lernvoraussetzungen aktivieren, z.B. mittels Cluster oder Faltblätter)
  • Lernstand  (selbst)diagnostizieren (z.B. mittels Selbst-Diagnosebogen oder Prüfe deine Kompetenzen)
  • „Afrika ist so weit weg – Was habe ich damit zu tun?“ (Rechter Winkel - Das Thema und ich)

Leistungsbewertung, u.a.:

  • Verschiedene Klimadiagramme mit Hilfe einer Klimatabelle erstellen und auswerten
  • Präsentation des Interviews mit der Entwicklungshelferin
  • Präsentation der Recherche zu ‚Fair Trade’ Angeboten oder der Befragung zu Fair Trade-Produkten (Konsumentenbefragung)
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© 2020 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 29.05.2019