Logo Qualitäts- und UnterstützungsAgentur

Startseite Bildungsportal NRW

Orientierungsbereich (Sprungmarken)

Bereiche komplett auf- oder zuklappen:

Beispiel eines schulinternen Lehrplans für das Gymnasium im Fach Latein

Hinweis:

Hinweis: Als Beispiel für einen schulinternen Lehrplan auf der Grundlage des Kernlehrplans Latein steht hier der schulinterne Lehrplan einer fiktiven Schule zur Verfügung. Dieser ist im Nachgang zu den Empfehlungen des „Runden Tisches zu G8 / G9“ entstanden, in denen u.a. gefordert wird, bestehende schulinterne Lehrpläne erneut zu überprüfen und Kürzungsmöglichkeiten sowie Synergieeffekte in der Sekundarstufe I zu nutzen.

Anliegen dieses Angebots ist es, Fachkonferenzen in ihrem Entwicklungsprozess zu unterstützen. In diesem Zusammenhang kann es gemäß den jeweiligen Bedürfnissen vor Ort frei genutzt, verändert und angepasst werden. Dabei bieten sich insbesondere die beiden folgenden Möglichkeiten des Vorgehens an:

  • Schulen können ihre bisherigen schulinternen Lehrpläne mithilfe der im Angebot ausgewiesenen Hinweise bzw. dargelegten Grundprinzipien im Hinblick auf Möglichkeiten und Alternativen kernlehrplankonformer Reduzierungen gezielt überprüfen und ggf. überarbeiten.
  • Schulen können das vorliegende Beispiel mit den notwendigen schulspezifischen Modifikationen und ggf. erforderlichen Ausschärfungen vollständig oder in Teilen übernehmen.
Das vorliegende Beispiel enthält eine Übersicht über alle Unterrichtsvorhaben des Fachs sowie - ggf. auch in exemplarischer Form - Konkretisierungen dieser Unterrichtsvorhaben. Besonderer Wert wird darauf gelegt, mit Blick auf die angestrebten Kompetenzen den Fokus auf das jeweils Wesentliche zu richten. Hinweise zur Schwerpunktbildung, zu inner- und ggf. überfachlichen Vernetzungsmöglichkeiten sowie zur Realisierung von Synergieeffekten sind vor diesem Hintergrund einzuordnen.

1 Rahmenbedingungen der fachlichen Arbeit

Hinweis:

Schulinterne Lehrpläne dokumentieren Vereinbarungen, wie die Vorgaben der Kernlehrpläne unter den besonderen Bedingungen einer konkreten Schule umgesetzt werden. Diese Ausgangsbedingungen für den fachlichen Unterricht werden in Kapitel 1 beschrieben. Es können beispielsweise folgende Aspekte berücksichtigt werden:

Beschreibung der Schule

Lage, Anzahl der Lernenden, Anzahl der Lehrenden, ggf. Profile, besondere Zielsetzungen des Schulprogramms

Beschreibung der Fachgruppe

Mitglieder, besondere fachliche Zielsetzungen, Beitrag zu den Erziehungszielen der Schule, Einbindung in das Schulprogramm, Fachgruppenarbeit

Bedingungen des Unterrichts

Jahrgangsstufen, Stundenumfang und Stundentaktung, Größe der Lerngruppen, Fachräume, Lehrmittel, Medienausstattung

Verantwortliche der Fachgruppe

 

Das Karl-Popper-Gymnasium (KPG)

Das KPG ist ein vierzügiges Gymnasium ohne gebundenen Ganztag mit erweiterten Bildungsangeboten, an dem zurzeit 865 Schülerinnen und Schüler von 60 Lehrpersonen unterrichtet werden. Es liegt am Rande des inneren Bereichs einer Kreisstadt mit etwa 75000 Einwohnern. Im wirtschaftlichen Leben der Stadt spielen kleinere verarbeitende Industriebetriebe, mit denen die Schule an geeigneten Stellen immer wieder kooperiert, eine bedeutende Rolle. Das Umland wird zu großen Teilen durch landwirtschaftliche Nutzung geprägt. In unmittelbarer Nähe des Gymnasiums befindet sich die Stadtbibliothek, so dass eine enge Zusammenarbeit bei bestimmten Unterrichtsvorhaben möglich ist.

 

weiter ...

In unserem Schulprogramm ist als wesentliches Ziel der Schule beschrieben, die Lernenden als Individuen mit jeweils besonderen Fähigkeiten, Stärken und Interessen in den Blick zu nehmen. Es ist ein wichtiges Anliegen, durch gezielte Unterstützung des Lernens die Potenziale jeder Schülerin und jeder Schülerin und jedes Schülers in allen Bereichen optimal zu entwickeln. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine gemeinsame Vorgehensweise aller Fächer erforderlich. In einem längerfristigen Entwicklungsprozess arbeitet die Schule daran, die Bedingungen für erfolgreiches und individuelles Lernen zu verbessern. Durch eine verstärkte Zusammenarbeit und Koordinierung der Fachbereiche werden Bezüge zwischen Inhalten verschiedener Fächer hergestellt. Außerdem wird das fächerübergreifende Konzept für Hausaufgaben und Lernzeiten weiterentwickelt. Im Nachmittagsunterricht erhalten Schülerinnen und Schüler im Rahmen von Projekten und Arbeitsgemeinschaften erweiterte Bildungsangebote.

Die Fachgruppe Latein

Insgesamt umfasst die Fachgruppe Latein fünf Lehrkräfte, die alle die Fakultas für Latein in der Sekundarstufe I und II besitzen. Die Fachkonferenz tritt mindestens einmal pro Schulhalbjahr zusammen, um notwendige Absprachen zu treffen. In der Regel nimmt auch ein Mitglied der Elternpflegschaft an den Sitzungen teil. Außerdem finden innerhalb der Fachgruppe zu bestimmten Aufgaben weitere Besprechungen statt.

Darüber hinaus findet einmal jährlich eine gemeinsame Sitzung der Fachgruppen Englisch, Französisch und Latein statt, in der gemeinsame Absprachen – insbesondere vor dem Hintergrund des Nutzens von Synergien zur fachübergreifenden Vernetzung und Entlastung von Schülerinnen und Schülern – getroffen werden.

Um die Lehrkräfte bei der Unterrichtsplanung zu unterstützen, stehen ausgearbeitete Unterrichtsreihen und Materialien, die zu früheren Unterrichtsprojekten angefertigt und gesammelt worden sind, sowie Materialien von Schulbuchverlagen zur Verfügung.

Bedingungen des Unterrichts

Latein wird als zweite Fremdsprache neben Französisch in Klasse 6 und als neu einsetzende Fremdsprache in der Einführungsphase angeboten. In der Jahrgangsstufe 6 wählen die Schülerinnen und Schüler überwiegend Latein; in der Oberstufe lassen sich in der Regel Grundkurse einrichten, die bis zum Abitur führen; Leistungskurse lassen sich seltener realisieren.

Zur Unterstützung leistungsschwächerer Schülerinnen und Schüler werden in der Einführungsphase Vertiefungskurse mit gezielten Maßnahmen zum Umgang mit der Heterogenität der Lerngruppe angeboten. Ferner bestehen seit 2012 Projektkurse auch im Fach Latein, in der Regel in Kooperation mit einem weiteren Fach (z.B. Physik, Musik).

Die Schule verfügt über einen Fachraum Latein. Darüber hinaus können insgesamt drei vollständig ausgerüstete Computerräume für unterrichtliche Zwecke mit genutzt werden.

Verantwortliche der Fachgruppe

  • Fachgruppenvorsitz: N. N.
  • Stellvertretung: N. N.
  • Pflege der Lehr- und Lernmaterialien: N. N.

 

2 Entscheidungen zum Unterricht

Hinweis:

Die nachfolgend dargestellte Umsetzung der verbindlichen Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans findet auf zwei Ebenen statt.

Das Übersichtsraster gibt den Lehrkräften einen raschen Überblick über die laut Fachkonferenz verbindlichen Unterrichtsvorhaben pro Schuljahr.

Die Konkretisierung von Unterrichtsvorhaben verdeutlicht eine mögliche Sequenzierung der Unterrichtsvorhaben mit weiteren Hinweisen.

Die Unterrichtsvorhaben im schulinternen Lehrplan sind die vereinbarte Planungsgrundlage des Unterrichts. Sie weisen Wege zur systematischen Anlage und Weiterentwicklung sämtlicher im Kernlehrplan angeführter Kompetenzen aus. Dies entspricht der Verpflichtung jeder Lehrkraft, alle Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans bei den Lernenden auszubilden und zu fördern.

 

2.1 Unterrichtsvorhaben

Unterrichtsvorhaben werden auf zwei Ebenen, der Übersichts- und der Konkretisierungsebene beschrieben.

Im „Übersichtsraster Unterrichtsvorhaben“ (Kapitel 2.1.1) wird die für alle Lehrerinnen und Lehrer gemäß Fachkonferenzbeschluss verbindliche Verteilung der Unterrichtsvorhaben dargestellt. Das Übersichtsraster dient dazu, allen am Bildungsprozess Beteiligten einen schnellen Überblick über die Zuordnung der Unterrichtsvorhaben zu den einzelnen Jahrgangsstufen sowie den im Kernlehrplan genannten Themenfeldern zu verschaffen. Um Klarheit für die Lehrkräfte herzustellen und die Übersichtlichkeit zu gewährleisten, werden in der Kategorie „Kompetenzen“ an dieser Stelle nur die zentral mit diesem Unterrichtsvorhaben verknüpften Kompetenzerwartungen in gekürzter Form ausgewiesen, während weitere damit verbundene Kompetenzerwartungen auf der Ebene konkretisierter Unterrichtsvorhaben Berücksichtigung finden. Die Methodenkompetenzen wurden nicht explizit aufgeführt, da diese einerseits mit den Bereichen der Sprach- und Textkompetenz untrennbar verknüpft sind und andererseits über die Jahrgangsstufen 6 bis 9 vielfach und jeweils in Abhängigkeit von eingesetztem Material und zu lesenden Texten vermittelt, geübt und angewendet werden. Der ausgewiesene Zeitbedarf versteht sich als grobe Orientierungsgröße, die nach Bedarf über- oder unterschritten werden kann. Um Spielraum für Vertiefungen, besondere Schülerinteressen, aktuelle Themen bzw. die Erfordernisse anderer besonderer Ereignisse (z.B. Praktika, Klassenfahrten o.Ä.) zu erhalten, wurden im Rahmen dieses schulinternen Lehrplans ca. 75 Prozent der Bruttounterrichtszeit verplant (d.h. 30 Unterrichtswochen/Schuljahr).

 

weiter ...

Während der Fachkonferenzbeschluss zum „Übersichtsraster Unterrichtsvorhaben“ zur Gewährleistung vergleichbarer Standards sowie zur Absicherung von Lerngruppenübertritten und Lehrkraftwechseln für alle Mitglieder der Fachkonferenz verbindlich ist, besitzt die exemplarische Ausweisung „konkretisierter Unterrichtsvorhaben“ (Kapitel 2.1.2) empfehlenden Charakter. Lehrkräften, insbesonde Referendarinnen und Referendaren sowie neuen Kolleginnen und Kollegen dienen diese vor allem zur standardbezogenen Orientierung. Darüber hinaus weist dieses Kapitel weitere unterrichtsbezogene fachgruppeninterne Absprachen zu didaktisch-methodischen Zugängen aus, die im Einzelnen auch den Kapiteln 2.2 bis 2.4 zu entnehmen sind. Abweichungen von den vorgeschlagenen Vorgehensweisen bezüglich der konkretisierten Unterrichtsvorhaben sind im Rahmen der pädagogischen Freiheit der Lehrkräfte möglich. Sicherzustellen bleibt allerdings auch hier, dass im Rahmen der Umsetzung der Unterrichtsvorhaben insgesamt alle Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans Berücksichtigung finden.

 

2.1.1 Übersichtsraster Unterrichtsvorhaben

Hinweis:

Hinweis: Im folgenden Übersichtsraster der Unterrichtsvorhaben werden die durch das jeweilige Unterrichtsvorhaben schwerpunktmäßig zu vermittelnden Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans Latein zwecks vereinfachter Lesbarkeit in gekürzter, jedoch substanziell unveränderter Formulierung aufgeführt.
Diesem Beispiel für einen schulinternen Lehrplans liegt kein spezielles Lehrwerk zugrunde. In Anlehnung an typische Verläufe der Spracherwerbsphase wurden zwar sprachliche Schwerpunkte bezeichnet, während jedoch weitere Konkretisierungen u.a. in Form gezielter Hinweise auf Verschiebung oder Auslassung grammatischer Inhalte nicht spezifisch, sondern nur allgemein erfolgen konnten.

Lesehilfen: Zur besseren Lesbarkeit weisen Symbole in der Spalte "Hinweise" Möglichkeiten der Entlastung für die Schülerinnen und Schüler aus. Entlastend wirkt u.a. die Sichtbarwerdung und Bewusstmachung von Zusammenhängen über die Fachgrenzen hinweg. Transfer und fachübergreifende Unterrichtsgestaltung wird durch Ikon dargestellt; das Bezugsfach wird dabei als Kürzel in Klammern dahinter vermerkt. Lernschleifen im Sinne von systematischer Wiederholung, fachimmanenter Vernetzung und Reorganisation verdeutlicht das Zeichen Ikon. Auf weiterführende und vertiefende Anmerkungen zur entlastenden Unterrichtsgestaltung in der Spracherwerbs- und Lektürephase verweist Ikon, wobei sich der Abschnittsverweis auf Kapitel 2.2 bezieht.

 

Jahrgangsstufe 6

 

Zentrale Kompetenzerwartungen
Die Schülerinnen und Schüler können…

Hinweise

Unterrichtsvorhaben I

Thema
Treffpunkte im alten Rom

Themenfelder gem. KLP
Römische Alltagskultur/
Rezeption und Tradition

Sprachl. Schwerpunkt
Der einfache Satz und seine ersten Grundelemente
Kasuslehre (N,Akk,Abl,Dat)
Tempora (Präsens)

 

Zeitbedarf
40 Std.

Sprachkompetenz

  • Bedeutungen lateinischer Wörter nennen
  • Wortfamilien und Sachfelder bilden
  • Wörter in anderen Sprachen auf ihre lateinische Ausgangsform zurückführen
  • Indikativ und Imperativ beschreiben (und wiedergeben)
  • Kasusfunktionen beschreiben und wiedergeben
  • die Grundelemente des Formenbaus und deren Funktionen benennen
  • Formen bestimmen und auf ihre Grundform zurückführen

Textkompetenz

  • durch Hörverstehen zentrale Aussagen erfassen
  • Sprech- und Erzählsituationen in Texten unterscheiden
  • ein vorläufiges Sinnverständnis formulieren
  • für die Texterschließung Morpheme identifizieren
  • semantische und syntaktische Phänomene bestimmen
  • einzelne Sätze erschließen
  • Textsorten unterscheiden                  

Kulturkompetenz

  • Bereiche des römischen Lebens benennen und beschreiben
  • diese Bereiche mit der eigenen Lebenswelt vergleichen

Ikon Wortschatzarbeit (L ↔ E)
Fremdwörter sowie Wortmaterial
IkonKap. 2.2

Ikon Hörverstehen (E => L), Orientierung an vertrautem Spracherwerb
IkonKap. 2.2

Text-Bild-Vergleiche
IkonKap. 2.2

Unterrichtsvorhaben II

Thema
Römisches Alltagsleben

Themenfelder gem. KLP
Römische Alltagskultur/
Rezeption und Tradition

Sprachl. Schwerpunkt
Der erweiterte einfache Satz
Kasuslehre (Gen)
Kongruenzen

Zeitbedarf
40 Std.

Sprachkompetenz

  • die grammatischen Eigenschaften der Wörter benennen
  • Gesetzmäßigkeiten im Wortschatz anderer Sprachen erkennen
  • Satzglieder benennen und die Füllungsarten erläutern
  • Satzarten unterscheiden
  • Gliedsätze erkennen und unterscheiden
  • die Mehrdeutigkeit einer Wortform reduzieren
  • Kasusfunktionen beschreiben und wiedergeben
  • die lateinische Formenbildung mit anderen Sprachen vergleichen

Textkompetenz

  • Textsignale (Überschrift, handelnde Personen, Zeit) identifizieren
  • die Texte angemessen vortragen
  • Texte gliedern und inhaltlich wiedergeben
  • sinntragende Begriffe bestimmen
  • Hintergrundinformationen heranziehen
  • Textaussagen mit heutigen Vorstellungen vergleichen

Kulturkompetenz

  • die fremde und die eigene Situation reflektieren und erklären
  • Akzeptanz gegenüber anderen Kulturen entwickeln

Ikon (D => L), Wiederholung kürzlich thematisierter Lerninhalte (z. B. Satzglieder)

Ikon (↔ Sprachen), einheitliches Markierungssystem für Satzglieder

Ikon Wortschatzarbeit, Wort- und Sachfelder der Familienlektionen erleichtern das Vokabellernen
IkonKap. 2.2

Unterrichtsvorhaben III

Thema
Heldenerzählungen der römischen Frühzeit

Themenfelder gem. KLP
Römische Geschichte/
Staat und Gesellschaft

Sprachl. Schwerpunkt
AcI und Satzgefüge
Tempora (Perfekt)
genus verbi

Zeitbedarf
40 Std.

Sprachkompetenz

  • die Mehrdeutigkeit lateinischer Wörter erklären
  • für lateinische Wörter Entsprechungen im Deutschen finden
  • Fremd- und Lehnwörter erkennen
  • Wortarten unterscheiden
  • einfache Sätze, Satzreihen und Satzgefüge unterscheiden
  • die Bestandteile des AcI benennen
  • die Verwendung der Tempora und Diathesen beschreiben

Textkompetenz

  • für die Texterschließung Wortblöcke im Text markieren
  • Sinnerwartungen überprüfen
  • ansatzweise zielsprachengerecht übersetzen
  • sprachlich-stilistische Mittel benennen und ihre Wirkung beschreiben
  • partiell Sinninhalte stilistisch angemessen ausdrücken

Kulturkompetenz

  • sich ansatzweise in Denk- und Verhaltensweisen der Menschen der Antike hineinversetzen

Ikon (D => L), Schwerpunktsetzungen und Methoden beim Erkennen und Bestimmen von Gliedsätzen

Ikon Sprachbewusstheit: Rhetorische Mittel (Fokussierung auf textbegründbare Auswahl)

Textauswahl, Auswahl statarisch/kursorisch zu behandelnder Textpassagen
IkonKap. 2.2

 

Jahrgangsstufe 7

 

Zentrale Kompetenzerwartungen
Die Schülerinnen und Schüler können…

Hinweise

Unterrichtsvorhaben I

Thema
(Bürger-)Kriege – Wer ist der Feind?
Herausragende historische Persönlichkeiten: Hannibal, Cicero, Caesar

Themenfelder gem. KLP
Römische Geschichte/
Staat und Gesellschaft

Sprachl. Schwerpunkt
Gliedsätze/Satzgefüge
Subjunktionen
Tempora (Fut., Plqpf)

Zeitbedarf
40 Std.

Sprachkompetenz

  • die wesentlichen Bedeutungen der lateinischen Wörter nennen und erklären
  • für lateinische Wörter und Wendungen im Deutschen sinngerechte Entsprechungen wählen
  • Formen bestimmen, unterscheiden und ihre Funktion erklären
  • in Satzgefügen die Satzebenen bestimmen
  • verschiedene Ausdrucksformen für Aussagen, Fragen und Aufforderungen unterscheiden

Textkompetenz

  • Gliedsätze erkennen und unterscheiden
  • Texte durch Hörverstehen erfassen
  • semantische Merkmale benennen
  • syntaktische Strukturelemente eines Textes beschreiben

Kulturkompetenz

  • sich in Denk- und Verhaltensweisen der Menschen der Antike hineinversetzen und Bereitschaft zum Perspektivenwechsel zeigen

Ikon Wortschatzarbeit, Wort- und Sachfelder
IkonKap. 2.2

Ikon (Ge => L), Reaktivierung historischen Orientierungswissens

Textpräsentation (Wendungen des Lektionstextes als Hilfe übersetzt vorgeben; Text visuell vorstrukturieren, z.B. kolometrisch)
IkonKap. 2.2

Unterrichtsvorhaben II

Thema
Abenteuerliche Reisen

Themenfelder gem. KLP
Römisches Alltagsleben
Mythologien und Religion/

Sprachl. Schwerpunkt
Tempora/genus verbi/Infinitive (Wdh)
verba anomala

Zeitbedarf
30 Std.

Sprachkompetenz

  • Fremdwörter auf die lateinische Ausgangsform zurückführen und erklären
  • die Zeitverhältnisse bei Infinitivkonstruktionen untersuchen
  • die Handlungsarten in komplexeren Sätzen bestimmen
  • die Verwendung der Tempora und Diathesen beschreiben  
  • Grundregeln der lateinischen Formenbildung mit anderen Sprachen vergleichen

Textkompetenz

  • Grundregeln des lateinischen Tempusgebrauchs mit anderen Sprachen vergleichen
  • anhand auffälliger Merkmale begründete Erwartungen an die Texte formulieren
  • Morpheme identifizieren und für die Texterschließung nutzen.
  • sprachlich und sachlich angemessen übersetzen

Kulturkompetenz

  • die fremde und die eigene Situation reflektieren und erklären

Ikon (D, E ↔ L), Vergleich Tempusgebrauch

Ikon Wortschatzarbeit, Ergänzung von Fremdwörtern/Lehnwörtern (D) und weiterer Vokabeln (E)

Ikon Tempora, Formenbildung

Unterrichtsvorhaben III

Thema
Mensch und Götter

Themenfelder gem. KLP
Mythologie und Religion/
Staat und Gesellschaft

Sprachl. Schwerpunkt
Partizipialkonstruktionen
Konjunktiv (Plqpf,Impf,Präs)
Gliedsätze als Obj, als Adverbiale

Zeitbedarf
50 Std.

Sprachkompetenz

  • die Wortarten sicher unterscheiden
  • Wortfamilien, Wortfelder und Sachfelder bilden
  • Elemente des lateinischen Formenbaus und deren Funktion benennen
  • die Bestandteile einer Partizipialkonstruktion untersuchen und eine Auswahl zwischen Übersetzungsvarianten treffen
  • die Handlungsarten in komplexeren Sätzen bestimmen

Textkompetenz

  • Sätze syntaktisch und semantisch erschließen
  • Sinnerwartungen zunehmend selbstständig überprüfen

Kulturkompetenz

  • Merkmale der römischen Kultur (Mythos, Religion) benennen und erläutern

Ikon Wortschatzarbeit, grammatische Strukturierung des Wortschatzes und dabei Wiederholung/Vertiefung der aus Jgst. 6 bekannten Wortarten

Ikon Wortschatzarbeit, Erstellen/Ergänzung von Wortfamilien, Sachfeldern, Wortfeldern
IkonKap. 2.2

Reduktion der Grammatikfülle auf praktische Grundregeln/ Beschränkung auf übersetzungsrelevante Anwendung
IkonKap. 2.2

 

Jahrgangsstufe 8

 

Zentrale Kompetenzerwartungen
Die Schülerinnen und Schüler können…

Hinweise

Unterrichtsvorhaben I

Thema
Die Griechen erklären die Welt

Themenfelder gem. KLP
Mythologie und Religion/
Rezeption und Tradition

Sprachl. Schwerpunkt
Konjunktiv (Perf)
Partizipialkonstruktionen

Zeitbedarf
30 Std.

Sprachkompetenz

  • den Wortschatz strukturieren
  • semantisch-syntaktische Umfelder von Wörtern nennen
  • flektierte Formen auf die Grundform zurückführen
  • Füllungsarten unterscheiden
  • Mehrdeutigkeit von Gliedsätzen und Konstruktionen reduzieren
  • die Bestandteile einer Partizipialkonstruktion untersuchen und eine Auswahl zwischen Übersetzungsvarianten treffen
  • lateinischen Satzbau mit anderen Sprachen vergleichen

Textkompetenz

  • signifikante semantische und syntaktische Merkmale benennen
  • lateinische Texte mit richtiger Aussprache und Betonung vortragen
  • Thematik und Inhalt der Texte wiedergeben und Aufbau beschreiben
  • zentrale Begriffe oder Wendungen herausarbeiten

Kulturkompetenz

  • Unterschiede zwischen der antiken und der heutigen Welt erklären

Verlagerung grammatikalischer Besonderheiten und besonderer Formen auf UV I-III, Jgst 9, Lektürephase
IkonKap. 2.2

Ikon (D => L) Beschreibung von Texten

Unterrichtsvorhaben II

Thema
Wunderprovinz Kleinasien

Themenfelder gem. KLP
Römische Geschichte/
Mythologie und Religion

Sprachl. Schwerpunkt
nd-Formen
Steigerungen

Zeitbedarf
30 Std.

Sprachkompetenz

  • die Bedeutung einzelner Wörter anderer Sprachen ableiten
  • Gesetzmäßigkeiten im Wortschatz anderer Sprachen erkennen und nutzen
  • flektierte Formen auf die Grundform zurückführen
  • verwechselbare Formen unterscheiden
  • Funktion der Modi bestimmen und wiedergeben

Textkompetenz

  • sprachlich-stilistische Mittel nachweisen und ihre Wirkung erläutern
  • typische Strukturmerkmale von Textsorten herausarbeiten
  • treffende Formulierungen in der dt. Sprache wählen

Kulturkompetenz

  • Offenheit und Akzeptanz gegenüber anderen Kulturen und Verständnis für die eigene Kultur entwickeln

Ikon (L => E) Parallelen der Wortbildung bewusst machen, z.B. Substantive auf –ion, -y, -tude; Adjektive auf –ent, -ous

Ikon (D => L) und Ikon Sprachbewusstheit, Auswahl textbegründeter rhet. Mittel anhand verschiedener Textsorten (Fabel, Brief)
[vgl. Jgst. 6, UV III]
IkonKap. 2.2

Ikon (D ↔ L), Textsorten

Unterrichtsvorhaben III

Thema
Fluch und Segen römischer Zivilisation

Themenfeld gem. KLP
Römische Geschichte

Sprachl. Schwerpunkt
Konjunktiv in HS und NS
Deponentien

Zeitbedarf
30 Std.

Sprachkompetenz

  • Regeln der Ableitung und Zusammensetzung lat. Wörter anwenden
  • verwechselbare Formen unterscheiden
  • in Satzgefügen Satzebenen bestimmen
  • Mehrdeutigkeit von Gliedsätzen und Konstruktionen reduzieren
  • Sinnrichtung und Funktion von Gliedsätzen unterscheiden
  • Prinzipien der Formenbildung erklären und Formen bestimmen

Textkompetenz

  • Texte in sachliche und historische Zusammenhänge einordnen
  • Textaussagen reflektieren und mit heutigen Lebens- und Denkweisen vergleichen

Kulturkompetenz

  • wesentliche Merkmale der römischen Gesellschaft sowie einige Aspekte des Fortlebens der römischen Kultur benennen und erläutern

Textauswahl, Textpräsentation, Verzicht auf Lehrbuchtexte, Ergänzung durch eigene Texte
IkonKap. 2.2

Ikon Wortschatzarbeit, Junkturen, Sachfelder
[vgl. Jgst. 7, UV III]

Reduktion auf übersetzungsrelevante gram. Besonderheiten
IkonKap. 2.2

 

Jahrgangsstufe 9

 

Zentrale Kompetenzerwartungen
Die Schülerinnen und Schüler können…

Hinweise

Unterrichtsvorhaben I

Thema
Liebe, Reise, Abenteuer im antiken Roman anhand der Historia Apollonii

Themenfelder gem. KLP
Römische Alltagskultur/
Mythologie und Religion/
Rezeption und Tradition

Sprachl. Schwerpunkt
ergibt sich aus der Autoren-/Textauswahl sowie aus den lerngruppenspezifischen Erfordernissen.

 

Zeitbedarf

  30 Std.

Sprachkompetenz

  • Wortbedeutungen nennen, erläutern, im Kontext erklären und sinngerechte Entsprechungen wählen
  • Prinzipien der Formenbildung erklären und Formen bestimmen
  • Funktion von Wörtern im Kontext erklären und Konstruktionen analysieren
  • zwischen Übersetzungsvarianten wählen
  • Formenbildung und Satzbau mit anderen Sprachen vergleichen

Textkompetenz

  • Texte durch Hörverstehen erfassen
  • Textsemantik und -syntax herausarbeiten und begründete Erwartungen formulieren
  • Texte sach- und kontextgerecht erschließen
  • Sinnerwartungen überprüfen

Kulturkompetenz

  • Merkmale der Antike sowie deren Einfluss auf die europäische Kultur erläutern
  • Akzeptanz gegenüber anderen Kulturen und Werthaltungen entwickeln

Ikon textbezogene Wiederholung/ Reorganisation semantischer bzw. syntaktischer Funktionen

Ikon Wortschatzarbeit, grammatische Strukturierung des Wortschatzes und dabei Wiederholung/Vertiefung der aus der Lehrbuchphase bekannten Wörter [vgl. Jgst. 7 UV III]

Ikon (L ↔ E) Merkmale und Parallelen der Wortbildung bewusst machen

Unterrichtsvorhaben II

Thema
Perfide Leserlenkung am Beispiel von Cäsars Erster Britannien-Exkursion“ (Commentarii de bello Gallico IV, 20-36)

Themenfelder gem. KLP
Römische Geschichte/
Staat und Gesellschaft
Mythologien und Religion

Sprachl. Schwerpunkt ergibt sich aus der Autoren-/Textauswahl sowie aus den lerngruppenspezifischen Erfordernissen.

Zeitbedarf

30 Std.

Sprachkompetenz

  • Fremdwörter erklären und wissenschaftliche Terminologie erschließen
  • Wörter und Wendungen in anderen Fremdsprachen verstehen und Parallelen im Wortschatz anderer Sprachen erkennen
  • Mehrdeutigkeit von Gliedsätzen und Konstruktionen reduzieren
  • Satzebenen bestimmen
  • Zeitstufen und Zeitverhältnisse sowie den Modusgebrauch erklären und wiedergeben
  • Tempusgebrauch mit anderen Sprachen vergleichen

Textkompetenz

  • Textaussagen reflektieren und bewerten
  • Inhalt und Aufbau der Texte strukturiert darstellen
  • Sätze sach- und kontextgerecht erschließen
  • die Texte angemessenen übersetzen, sinntragende Wendungen nachweisen, sprachlich-stilistische Mittel erläutern

Kulturkompetenz

  • Bereitschaft zum Perspektivenwechsel zeigen
  • Fragen zu Kontinuität und Wandel erörtern

Ikon Sprachbewusstheit, Wiederholdung/ Vertiefung u.a. rhetorischer Mittel
s. Jgst. 8, UV II; s. Jgst. 6, UV III
IkonKap. 2.2

Ikon Textpräsentation, sinnvoller Wechsel zwischen statarischem Lesen, transphrastischer Vorerschließung, Einsatz von Übersetzungen, synoptischen Partien sowie Paraphrasen
IkonKap. 2.2

Ikon Satzwertige Konstruktionen, Satzgefüge

Unterrichtsvorhaben III

Thema
Martial, Epigramme – Ernst und Unernst des römischen Alltagslebens

Themenfelder gem. KLP
Römische Alltagskultur/
Staat und Gesellschaft

Sprachl. Schwerpunkt
Ergibt sich aus der Autoren-/Textauswahl sowie den lerngruppenspezifischen Erfordernissen.

Zeitbedarf:
30 Std.

Sprachkompetenz

  • Vokabeln mit Wörterbuch ermitteln
  • Funktionen von Wortarten erklären und den Wortschatz strukturieren
  • autoren- und textsortenspezifische Elemente des Wortschatzes identifizieren
  • flektierte Formen auf ihre Grundform zurückführen und Formen bestimmen
  • die Funktion der Modi herausarbeiten, erklären und wiedergeben

Textkompetenz

  • Gestaltungselemente untersuchen
  • lat. Texte flüssig und unter Beachtung ihres Sinngehalts vortragen
  • Textaussagen deuten und erörtern
  • zwischen wörtlicher, sachgerechter und wirkungsgerechter Wiedergabe unterscheiden und dies beim Ausdruck von Sinninhalten berücksichtigen

Kulturkompetenz

  • die fremde und die eigene Situation reflektieren und beurteilen
  • Fragen zu Kontinuität und Wandel erörtern
  • zentrale Ideen und Wertvorstellungen sowie den Einfluss der Antike auf die europäische Kultur erläutern

Einführung in den Gebrauch des Wörterbuchs
IkonKap. 2.2
hierzu:
  IkonGrammatik: Deklination der Paradigmata
  IkonSprachbewusstheit: Wortarten

Ikon Wortschatzarbeit: aktive Wortschatz-Strukturierung (Vokabelheft, Suchaufträge z.B. Subst. auf -tas)

Ikon Sprachbewusstheit: Grundfunktionen der Modi

Ikon (D => L): Konjunktiv als Zeichen der Abhängigkeit

Ikon und Ikon (Ge ↔ L): Reaktivierung Politik und Gesellschaft der röm. Kaiserzeit; römische Wertvorstellungen

 

2.1.2 Konkretisierte Unterrichtsvorhaben

Hinweis:

Themen und Kompetenzen gemäß Kernlehrplan sowie die thematische Beschreibung der Unterrichtsvorhaben wurden von der Fachkonferenz verbindlich vereinbart. In allen anderen Bereichen sind Abweichungen von den vorgeschlagenen Vorgehensweisen bei der Konkretisierung der Unterrichtsvorhaben möglich. In den Jahrgangsstufen 6-8, d.h. während der Spracherwerbsphase weist die folgende Tabelle keine Sequenzen für die Unterrichtsvorhaben aus. Konkretisierungen von Unterrichtsvorhaben werden sinnvollerweise erst mit Beginn der Lektürephase dargestellt, in diesem Beispiel ab Jahrgangsstufe 9.

Lesehilfen: Zur besseren Lesbarkeit weisen Symbole in der Spalte "Hinweise" Möglichkeiten der Entlastung für die Schülerinnen und Schüler aus. Entlastend wirkt u.a. die Sichtbarwerdung und Bewusstmachung von Zusammenhängen über die Fachgrenzen hinweg. Transfer und fachübergreifende Unterrichtsgestaltung wird durch ein Ikon dargestellt; das Bezugsfach wird dabei als Kürzel in Klammern dahinter vermerkt. Lernschleifen im Sinne von systematischer Wiederholung, fachimmanenter Vernetzung und Reorganisation verdeutlicht das Zeichen Ikon. Auf weiterführende und vertiefende Anmerkungen zur entlastenden Unterrichtsgestaltung in der Lektürephase in Kap. 2.2 verweist das folgende Symbol Ikon. Fakultative Sequenzen sind im schwachen Grauton kenntlich gemacht.

Diesem Beispiel für einen schulinternen Lehrplan liegt kein spezielles Lehrwerk zugrunde. In Anlehnung an typische Verläufe der Spracherwerbsphase wurden zwar sprachliche Schwerpunkte bezeichnet, während jedoch weitere Konkretisierungen u.a. in Form gezielter Hinweise auf Verschiebung oder Auslassung grammatischer Inhalte nicht spezifisch, sondern nur allgemein erfolgen konnten.

Darüber hinaus enthält dieser schulinterne Lehrplan in den Kapiteln 2.2 bis 2.4 übergreifende sowie z.T. auch jahrgangsbezogene Absprachen zur fachmethodischen und fachdidaktischen Arbeit, zur Leistungsbewertung und zur Leistungsrückmeldung. Je nach internem Steuerungsbedarf können solche Absprachen auch vorhabenbezogen vorgenommen werden.

 

Vorhabenbezogene Konkretisierung Klasse 9, Unterrichtsvorhaben I:

Thema

Liebe, Reise, Abenteuer im antiken Roman anhand der Historia Apollonii

Zeitbedarf

30 Std.

Themenfeld

Römische Alltagskultur, Mythologie und Religion, Rezeption und Tradition

Schwerpunkt

In allen Unterrichtssequenzen wird ein Schwerpunkt auf die folgenden Kompetenzen gelegt:
Die Schülerinnen und Schüler können…

  • vom Deutschen abweichende Kasusfunktionen im Text richtig bestimmen und zielsprachengerecht wiedergeben
  • Zeitstufen und Zeitverhältnisse in satzwertigen Konstruktionen bestimmen und bei der Übersetzung berücksichtigen
  • autoren- und textsortenspezifische Elemente des Wortschatzes identifizieren
  • Gestaltungselemente verschiedener Textsorten und -gattungen untersuchen
  • die zeitliche und kulturelle Distanz von Themen und Problemen darstellen und Fragen zu Kontinuität und Wandel erörtern

Unterrichtssequenzen

Kompetenzerwartungen
Die Schülerinnen und Schüler können…

Hinweise

1. Antiochia (Kap. 1-7)
Kapitel 1: Verbotene Liebe

Kapitel 3: Ein Mann mit zwei Gesichtern – Charakterzeichnung des Vaters

Kapitel 4f.: Lösung des Rätsels
Apollonius – eine Soap-Figur?

  • die Funktion verschiedener Modi in Satzgefügen erklären
  • das Bedeutungsspektrum lateinischer Wörter benennen und erläutern
  • bei mehrdeutigen lateinischen Wörtern die in ihren Kontexten passenden Bedeutungen erklären
  • ihre Sinnerwartungen anhand der Untersuchung von Lexemen und Morphemen weitgehend selbstständig überprüfen
  • die einzelnen Sätze unter Beachtung ihrer Syntax und Semantik sach- und kontextgerecht erschließen.
  • Schlüsselbegriffe und sinntragende Wendungen im lateinischen Text nachweisen
  • sich vertieft in Denk- und Verhaltensweisen der Menschen der Antike hineinversetzen und die Bereitschaft zum Perspektivenwechsel zeigen

Ikon Fokussierung und Reaktivierung Konjunktive im Hauptsatz sowie ut, cum, quod

Ikon Wiederholung und Faustregeln (Übersetzung): nd-Formen, satzwertige Konstruktionen

Ikon Interpretation der Fügung „pius pater“ (vgl. Kap. 3); Interpretation des grundlegenden römischen Wertbegriffs der pietas

Textpräsentation Synopse Lat.-Dt., Kapitel 6
IkonKap. 2.2

2. Tarsus und „auf dem Meer“ (Kap. 8-11)
Kapitel 8-11; fakultativ bzw. nur auf Deutsch/Lehrkraftvortrag

4. Pentapolis (Kap. 12-24)
Kapitel 12: Charakterisierung des Fischers

Kapitel 13: Apollonius als Sportidol im „Gymnasium“

Kapitel 15f.: Königstochter und Apollonius

Kapitel 17f.: liebeskrank

Kapitel 19-22: Archistrates

Kapitel 24:
Tod des Antiochus

  • Prinzipien der Formenbildung (Deklination, Konjugation, Komparation) erklären
  • Regeln der lateinischen Formenbildung mit denen in anderen Sprachen vergleichen
  • bei der Arbeit an leichteren und mittelschweren Originaltexten die Formen sicher bestimmen
  • textsemantische Merkmale und textsyntaktische Merkmale weitgehend selbstständig aus den Texten herausarbeiten und darstellen
  • anhand dieser Merkmale begründete Erwartungen an Inhalt und Struktur des Textes formulieren.
  • die fremde und die eigene Situation reflektieren und beurteilen

Ikon Fokussierung und Reaktivierung Grammatik: ut-Sätze sowie pc-Konstruktionen

Ikon Überblickstabellen zur Formenlehre

Ikon (Ge, Rel. ↔ L) Nachspüren antiker griechischer/römischer/christlicher Wurzeln

Ikon Textpräsentation, Visualisierung: Satzbilder (Kap. 13)

Textpräsentation Synopse Lat.-Dt., (Kap. 19-22)
IkonKap. 2.2

fakultativ:
Textpräsentation Synopse Lat.-Dt., (Kap. 24)

5. Auf dem Meer (Kap. 25) und in Ephesus (Kap. 26-27)
Geburt Tarsias, Verlust der Ehefrau; fakultativ bzw. nur auf Deutsch oder Paraphrase

7. Tarsus (Kap. 28-32)
Kapitel 30-31: Dionysias und Tarsia

  • besondere Füllungsarten unterscheiden (Gliedsätze und Partizipialkonstruktionen)
  • auf der Grundlage einer sicheren Bestimmung von Wortarten und Wortformen die jeweilige Funktion von Wörtern oder Wortgruppen im Kontext erklären.
  • die Mehrdeutigkeit von Gliedsätzen und satzwertigen Konstruktionen auf die für den Kontext zutreffende Funktion reduzieren
  • Textaussagen vor ihrem historisch-kulturellen Hintergrund deuten.
  • Offenheit und Akzeptanz gegenüber anderen Kulturen und Werthaltungen im Verständnis für die eigene Kultur entwickeln.

Ikon und Ikon Reaktivierung; Anknüpfung an Figuren einer modernen Soap

Ikon Fokussierung u. Reaktivierung Grammatik: nd-Formen; quod; Ablativfunktionen

8. Mytilene (Kap. 33-36) und
Tarsus (Kap. 37-38), Sklavenmarkt

  • Regeln des lateinischen Satzbaus mit Regeln des Satzbaus in anderen Sprachen vergleichen
  • diese Texte, ggf. anhand von Leitfragen, durch Hörverstehen in ihren zentralen Aussagen erfassen
  • beim Lesevortrag besondere Morpheme identifizieren, Wortblöcke im Text markieren und die Ergebnisse für die Texterschließung nutzen
  • Textaussagen im Vergleich mit heutigen Lebens- und Denkweisen erörtern
  • zentrale Ideen und Wertvorstellungen sowie den Einfluss der Antike auf die europäische Kultur an Beispielen erläutern

Ikon und Ikon (E => L) Hörverstehen: Hör-Lese-Methode
  Ikon(G => L) und Ikon Sklavenbild der Antike

 

10. Mytilene (Kap. 39-47)
Tarsia und Apollonius (41)
Rätselwettstreit (42-43)
Wiedererkennung (44-45

  • Regeln des lateinischen Tempusgebrauchs mit Regeln der Tempusverwendung in anderen Sprachen vergleichen
  • sprachlich-stilistische Mittel nachweisen und Zusammenhänge von Form und Funktion erläutern

Ikon (D, E => L) Sprachbewusstheit: Sprache und Stilistik

11. Ephesus (Kap. 48-49) Apollonius´ Ehefrau im Dianatempel                                                  fakultativ bzw. nur Paraphrase

12. Tarsus (Kap. 50) Gerichtsverhandlung                                                                                  fakultativ

13.Thyros/Antiochia/Pentapolis (Kap. 51), Happy-Ending

  • Textaussagen reflektieren und bewerten

Ikon Interpretation der der sich wiederholenden Motive (Visualisierung/graphische Interpretation)

Literatur:
Textausgaben und Übersetzungen
Insbes. orientiert an Apollonius - eine antike Soap? Texte mit Anmerkungen und Zusatzmaterial, bearbeitet von Ina Rogge, Kirsten Baum. Freising 2013.
Abenteurer wider Willen, Die Geschichte vom König Apollonius, bearbeitet von J. Eyrainer, Bamberg, 2. Aufl. 2011.
Historia Apollonii regis Tyri. Die Geschichte vom König Apollonius, München (dtv zweisprachig) Neuausgabe 1994.
Fachdidaktische Literatur
Niemann, K.-H., Ein antiker Roman als frühe Lektüre, in: AU 4/91, 18-55.
Eyrainer, J.: Die „Historia Apollonii regis Tyri“, in: Auxilia 36, hrsg. von F. Maier, 44-60.
Fachwissenschaftliche Literatur
Holzberg, N., Der antike Roman. Eine Einführung, München/Zürich 1986

 

Vorhabenbezogene Konkretisierung Klasse 9, Unterrichtsvorhaben II:

Thema

Perfide Leserlenkung am Beispiel von Caesars Erster Britannien-Exkursion
Commentarii de bello Gallico IV, 20-36

Zeitbedarf

30 Std.

Themenfeld

Römische Geschichte, Staat und Gesellschaft, Mythologie und Religion

Schwerpunkt

In allen Unterrichtssequenzen wird ein Schwerpunkt auf die folgenden Kompetenzen gelegt:
Die Schülerinnen und Schüler können…

  • die Bedeutung und die grammatischen Eigenschaften unbekannter Vokabeln mit Hilfe eines Wörterbuches ermitteln
  • autoren- und textsortenspezifische Elemente des Wortschatzes identifizieren.
  • bei mehrdeutigen lateinischen Wörtern die in ihren Kontexten passenden Bedeutungen erklären
  • bei der Arbeit an leichteren und mittelschweren Originaltexten die Formen sicher bestimmen
  • Gestaltungselemente verschiedener Textsorten und -gattungen (commentarii) untersuchen
  • wesentliche Strukturmerkmale des politischen und gesellschaftlichen Systems, zentrale Ideen und Wertvorstellungen sowie den Einfluss der Antike auf die europäische Kultur an Beispielen erläutern

Unterrichtssequenzen

Kompetenzerwartungen
Die Schülerinnen und Schüler können…

Hinweise

1. Caesars Proömium (I, 1)
Caesars Spiel mit römischen Urängsten

  • in komplexeren Satzgefügen die Satzebenen bestimmen
  • begründete Erwartungen an Inhalt und Struktur des Textes formulieren
  • Thematik, Inhalt und Aufbau der gelesenen Texte strukturiert darstellen
  • Textaussagen vor ihrem historisch-kulturellen Hintergrund deuten
  • Offenheit und Akzeptanz gegenüber anderen Kulturen und Werthaltungen im Verständnis für die eigene Kultur entwickeln.

Ikon Textpräsentation, Visualisierung: Kolometrische Satzaufbereitung [vgl. Jgst. 7 UV I]

Einführung in die Wörterbuchbenutzung
Ikon Kap. 2.2

 

Ikon Sprachbewusstheit: Sprache und Stilistik; 
Ikon Sprachbewusstheit: (D => L) Leserlenkung

Ikon (D => L) multiperspektivische Interpretationskompetenz

2. Caesars Rheinübergang (IV, 1-19)
Vorstufe zur Britannien-expedition

  • die fremde und die eigene Situation reflektieren und beurteilen

Ikon (D => L) Methode: nur Inhaltsparaphrase

3. Caesars erste Britannienexkursion (IV, 20-36)
„Erfolg“ eines katastrophalen Misserfolgs

Phase I: Der Beginn der Britannien-Expedition (Kapitel 20-22)
Caesars Motive
Verhalten der Britannier

  • flektierte Formen, auch in schwieriger zu erkennenden Fällen wie bei Partizipien, gesteigerten Adjektiven und Pronomina, und seltener vorkommende Formen mit Hilfe einer Grammatik auf ihre lexikalische Grundform zurückführen
  • besondere Füllungsarten sowie die Regeln für die Satzglieder und deren Füllungsarten sicher anwenden und damit komplexere Sätze vorstrukturieren

Ikon Textpräsentation, Visualisierung: Satz- und Textbilder

Textpräsentation Synopse Lat.-Dt., (Kap. 22)
IkonKap. 2.2

Phase II: Probleme für die Römer (Kapitel 23-27)
erster Landungsversuch
Kriegsrat
Psychische Blockade
Aquilifer (Peripetie)
Fortuna
„Freundschaftspakt“

  • den vom Deutschen abweichenden Gebrauch des Genus verbi (Übergewicht passiver Formen) differenziert beschreiben und ziel- sprachengerecht wiedergeben.
  • Schlüsselbegriffe und sinntragende Wendungen im lateinischen Text nachweisen
  • sprachlich-stilistische Mittel nachweisen und Zusammenhänge von Form und Funktion erläutern
  • sich vertieft in Denk- und Verhaltensweisen der Menschen der Antike hineinversetzen und die Bereitschaft zum Perspektivenwechsel zeigen

Ikon (D => L) Auktorialer und personaler Erzähler und Ikon 1. Caesars Proömium

Ikon Reaktivierung Ikon (D => L) Sprache und Stilistik; Leserlenkung

Ikon (D => L) Interpretation: Multiperspektivität [Caesar/ Offizier/ einfacher Legionär/ römischer Senator/ heutiger Rezipient]

Phase III: Das Wetter hilft den Britanniern (Kapitel 28-29)
Reitereischicksal
Springflut
Fortuna

  • bei der Übersetzung von Konstruktionen kontextgemäß jeweils eine begründete Auswahl zwischen möglichen Übersetzungsvarianten treffen.
  • Textaussagen im Vergleich mit heutigen Lebens- und Denkweisen erörtern, alternative Modelle zu heutigen Lebens- und Denkweisen zur Kenntnis nehmen und nach kritischer Prüfung für ihr eigenes Urteilen und Handeln nutzen.

Textpräsentation: Übersetzungsvergleich
IkonKap. 2.2

 

Phase IV: Die Britannier greifen erneut an (Kapitel 30-33)
Streitwagentaktik

  • Regeln des lateinischen Tempusgebrauchs mit Regeln der Tempusverwendung in anderen Sprachen vergleichen und elementare Gemeinsamkeiten und Unterschiede benennen.

Textpräsentation Synopse Lat.-Dt., (Kap. 30/31)
IkonKap. 2.2

Ikon Textpräsentation: Tempusrelief

Phase V: Der Erfolg römischer Taktik (Kapitel 34-36)
Reaktion, Rückkehr und „Sieg“ Caesars

  • zwischen einer „wörtlichen“, sachgerechten und wirkungsgerechten deutschen Wiedergabe unterscheiden
  • die zeitliche und kulturelle Distanz von Themen und Problemen darstellen und Fragen zu Kontinuität und Wandel erörtern

Textpräsentation: Übersetzungsvergleich
IkonKap. 2.2

Ikon Interpretation: Multiperspektivität bezüglich der propagandistischen Wirkung

Literatur:
Textausgaben und Lehrerkommentare
Bellum Gallicum, Caesar – Feldherr, Politiker, Vordenker, hrsg. von Hans-Joachim Glücklich, Stuttgart 2010.
Bellum Gallicum, Caesar – Feldherr, Politiker, Vordenker, Lehrerheft mit CD-ROM, hrsg. von Hans-Joachim Glücklich, Stuttgart 2011.
Fachdidaktische Literatur
Clasen, A., Der Griff nach Britannien, Caesar als Anfangslektüre, in: Caesar im Unterricht, hrsg. von Maier, F. Unterrichtsprojekte, Hilfsmittel, Textinterpretationen, Bamberg, 4. Aufl. 2000 (Auxilia 7), S. 27-55.

 

Vorhabenbezogene Konkretisierung Klasse 9, Unterrichtsvorhaben III:

Thema

Martial, Epigramme – Ernst und Unernst des römischen Alltagslebens

Zeitbedarf

30 Std.

Themenfeld

Römische Alltagskultur, Staat und Gesellschaft

Schwerpunkt

In allen Unterrichtssequenzen wird ein Schwerpunkt auf die folgenden Kompetenzen gelegt:
Die Schülerinnen und Schüler können…

  • Gestaltungselemente verschiedener Textsorten und -gattungen (hier: poetische Texte) untersuchen
  • zwischen einer „wörtlichen“, sachgerechten und wirkungsgerechten deutschen Wiedergabe unterscheiden und
  • diese Ausdrucks- und Kommunikationsmöglichkeiten beim Ausdruck von Sinninhalten berücksichtigen.
  • wesentliche Strukturmerkmale des politischen und gesellschaftlichen Systems, zentrale Ideen und Wertvorstellungen sowie den Einfluss der Antike auf die europäische Kultur an Beispielen erläutern

Unterrichtssequenzen

Kompetenzerwartungen
Die Schülerinnen und Schüler können…

Hinweise

1. Wortspiele – wie Epigramme entstehen können
Kerntexte (12 Verse): 2,67; 6,17; 9,15; 11,14

  • bei der Arbeit an leichteren und mittelschweren Originaltexten die Formen sicher bestimmen

 

Verzicht auf Vermittlung metrischer und prosodischer Kenntnisse [ggf. nur Vorgabe der Hebungen für den Lesevortrag], Verlagerung auf EPh
IkonKap. 2.2

2. Verschieden und doch gleich
Kerntexte (4 V.): 1,47; 8,74

  • die Bedeutung und die grammatischen Eigenschaften unbekannter Vokabeln mit Hilfe eines Wörterbuches ermitteln

Ikon Wörterbuch als Hilfsmittel systematisch benutzen

3. Heirat: werben, erben oder sterben?
Kerntexte (12 Verse): 9,10; 10,8; 8,12; 10,43; 9,78                                                                                       fakultativ

4. Seht her: Menschen!
Kerntexte (20 Verse): 8,27; 6, 63; 2,21; 3,8 ; 5,43; 12,88; 12,23

  • wesentliche syntaktische und semantische Funktionen von Wortarten erklären
  • die fremde und die eigene Situation reflektieren und beurteilen

Ikon Grammatik: Interdependenz von Wortart, Wortform und Satzgliedfunktion
Ikon(D, KR/ER/PP => L): Aufspüren menschlicher Grundkonstanten

5. Leben in Rom- zwischen Wunschtraum und Ernüchterung
Kerntexte (36 Verse): 3,38; 5,13; 5,81; 11,34; 11,35; 4, 85                                                                        fakultativ

6. Loben und Schmeicheln – der Dichter und die Kaiser
Kerntexte (26 Verse): 6,87; liber sp. 17; 9,70; 11,3
bilingual zu lesen: 7,1; 11,5

  • den Wortschatz selbstständig nach Wortarten und Flexionsklassen strukturieren
  • Textaussagen reflektieren und bewerten

Ikon Wortschatzarbeit: Rückführung von Wörtern auf ihre Grundform; Einsortierung ins Vokabelheft (o.Ä.) nach Konjugations- bzw. Deklinationsklassen (Subst., Adj., Pronomina) bzw. als Partikeln (mit Feinbestimmung). [vgl. Jgst. 6 UV I, II; 7 UV III u.a.]

Textpräsentation Synopse Lat.-Dt.,
IkonKap. 2.2

7. Formkunst contra Grausamkeit – Zeitgeschmack?
Kerntexte (6 Verse): liber sp. 25. 8; 2, 80

  • den vom Deutschen abweichenden Modusgebrauch, besonders in Gliedsätzen, herausarbeiten und zielsprachengerecht wiedergeben
  • die Funktion verschiedener Modi in Satzgefügen erklären
  • die zeitliche und kulturelle Distanz von Themen und Problemen darstellen und Fragen zu Kontinuität und Wandel erörtern

Ikon Grammatik: Reduktion auf Leitlinien: Konjunktiv im Hauptsatz; konjunktivische vs. indikativische Nebensatztypen

8. Falsches und Echtes – klauen, kritisieren, können unter Kaisern
Kerntexte (48 Verse): 1,38; 2,20; 1,72; 8,20; 8,69; 1,110, 6,60; 9,97; 10,9; 1,16; 6,1                                    fakultativ

9. Catull, Martial und andere
Kerntexte (15 Verse): 3,12; 1,32; 6,34

  • autoren- und textsortenspezifische Elemente des Wortschatzes identifizieren
  • sprachlich-stilistische Mittel nachweisen und Zusammenhänge von Form und Funktion erläutern

Rückblick auf die Sequenzen 1-9: Was ist typisch für Martial?
 IkonWortschatzarbeit: Thematisch-inhaltliche Strukturierung des Vokabulars

10. Leben – glückliches Leben
Kerntexte (41 Verse): 5,58; 5,64; 10,47; 5,20
bilingual zu lesen: 5,42

  • flektierte Formen, auch in schwieriger zu erkennenden Fällen wie bei Partizipien, gesteigerten Adjektiven und Pronomina, und seltener vorkommende Formen mit Hilfe einer Grammatik auf ihre lexikalische Grundform zurückführen
  • Textaussagen im Vergleich mit heutigen Lebens- und Denkweisen zur Kenntnis nehmen und nach kritischer Prüfung für ihr eigenes Urteilen und Handeln nutzen

Textpräsentation Synopse Lat.-Dt.,
IkonKap. 2.2

Literatur:
Textausgabe mit Lehrerkommentar

  •  Martial, Epigramme: Parcere personis, dicere de vitiis, bearbeitet von Helmut Offermann, Bamberg 2002

(dort weitere Literatur)

 

2.2 Grundsätze der fachmethodischen und fachdidaktischen Arbeit

Die Lehrerkonferenz des KPG hat unter Berücksichtigung des Schulprogramms als überfachliche Grundsätze für die Arbeit im Unterricht beschlossen, dass als Maßstab für die kurz- und mittelfristige Entwicklung der Schule die im Referenzrahmen Schulqualität NRW formulierten Kriterien und Zielsetzungen gelten sollen. Gemäß dem Schulprogramm sollen insbesondere die Lernenden als Individuen mit jeweils besonderen Fähigkeiten, Stärken und Interessen im Mittelpunkt stehen. Die Fachgruppe vereinbart, der individuellen Kompetenzentwicklung (Referenzrahmen Kriterium 2.2.1) besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Die Planung und Gestaltung des Unterrichts soll sich deshalb an der Heterogenität der Schülerschaft orientieren (Kriterium 2.6.1). In Verbindung mit dem fachlichen Lernen legt die Fachgruppe außerdem besonderen Wert auf die kontinuierliche Ausbildung von überfachlichen personalen und sozialen Kompetenzen (Kriterium 1.2.1).

weiter ...

Unter Berücksichtigung der überfachlichen Leitlinien hat die Fachkonferenz Latein darüber hinaus die folgenden fachmethodischen und fachdidaktischen Grundsätze beschlossen.

Grammatik

Reduktion der Grammatikfülle auf praktische Grundregeln/Beschränkung auf übersetzungsrelevante Anwendung (Basisgrammatik).

Verlagerung komplexer und vereinzelt auftretender grammatischer Phänomene aus der Lehrbuchphase in die Lektürephase (Übergangslektüre und erste Originallektüre: z.B. Plinius, Caesar).

Systematische Reorganisation und lektürerelevante Komplettierungen (z.B. cum- und ut-Arten).

Übungen

Weitgehender Verzicht auf aktives Formenbilden.

Übungen sollten kontextualisiert, zielklar, fordernd, übersetzungsrelevant und kreativ sein und Möglichkeiten zur Binnendifferenzierung zulassen.

Berücksichtigung aller Kompetenzbereiche.

Kurze und regelmäßige Übungsphasen im Unterricht.

Einüben effizienter Methoden und Instrumente (z.B. "Fehlerlupen") zur Kontrolle der eigenen Übersetzung.

Texte

Prüfung und Auswahl der Texte in Lehrbuch- und Lektürephase u.a. nach folgender Frage:

Welche Textpassagen …

  • müssen statarisch gelesen werden (lohnenswerter Inhalt; Training von Satz- und Texterschließungsmethoden)?
  • können transphrastisch erschlossen werden (inhaltlicher und/oder grammatikalischer Schwerpunkt)?
  • können in Übersetzung präsentiert werden (inhaltlicher Schwerpunkt)?
  • können in Synopse präsentiert werden (inhaltliche und/oder grammatikalische Schwerpunktsetzung durch die Möglichkeit, auf den lat. Text in Auswahl verweisen zu können)?
  • können inhaltlich in Form einer Paraphrase vorgestellt werden (inhaltliche Gelenkstellen, auf die man zwar nicht grundsätzlich verzichten kann, da der Text sonst „Brüche“ aufwiese, die aber ansonsten weder mit Blick auf einen grammatikalischen bzw. einen inhaltlichen Schwerpunkt lohnen)?

Auffangen der Wortschatzarbeit im Falle von nicht ausführlich behandelten Textpassagen.

Abwechslungsreiche und angemessene Vermittlung von Methoden der Vor- und Texterschließung.

Vermittlung von Methoden zur Überprüfung einer Übersetzung.

Wortschatzarbeit

Vorbereitung des Vokabellernens im Unterricht.

Formen der Vokabelsicherung (Vokabelkartei, -heft, etc.) in Absprache mit FaKo Fremdsprachen (Englisch).

Lernen der Vokabeln in textbezogenen Minikontexten oder Junkturen (kollokatorische Felder).

Vokabeln sind mit adäquaten Bedeutungen zu verbinden; sie haben nicht "die" Bedeutung.

Anbindung an respektive Einführung in den (kon-)textbezogenen Gebrauch des Wörterbuches.

 

2.3 Grundsätze der Leistungsbewertung und Leistungsrückmeldung

Hinweis:
Die Fachkonferenz trifft Vereinbarungen zu Bewertungskriterien und deren Gewichtung. Ziele dabei sind, innerhalb der gegebenen Freiräume sowohl eine Transparenz von Bewertungen als auch eine Vergleichbarkeit von Leistungen zu gewährleisten.
Grundlagen der Vereinbarungen sind § 48 SchulG, § 6 APO-S I sowie Angaben des Kernlehrplans Sekundarstufe I (G8) Latein in Kap. 5, Leistungsbewertung

Die Fachkonferenz hat im Einklang mit dem entsprechenden schulbezogenen Konzept die nachfolgenden verbindlichen Grundsätze zur Leistungsbewertung und Leistungsrückmeldung beschlossen.

weiter ...
  1. Beurteilungsbereich schriftliche Leistungen/Klassenarbeiten Gestaltung der Klassenarbeiten
  1. Übersetzung und Begleitaufgaben werden im Verhältnis 2:1 gewichtet.
  2. Begleitaufgaben berücksichtigen ebenso die Bereiche Text- und Sprach- wie Kulturkompetenz; Begleitaufgaben i.S. von Sprach-, Grammatikaufgaben sind spätestens ab Jgst. 8 textbezogen. Sprachaufgaben können auch einfache Interpretationsaufgaben sein, wie das Herausschreiben von Begriffen zur Charakterisierung.
    Folgende Klassenarbeitsformen ersetzen die Kombination von Übersetzungs- und Begleitaufgaben gem. KLP:
    • Jgst. 7: eine KA als Vorerschließung und anschl. Übersetzung
    • Jgst. 8: reine Interpretationsaufgabe
  3. Umfang und Schwierigkeitsgrad der zu übersetzenden lateinischen Texte sind dem Lerngruppenniveau angemessen.
  4. Der Einsatz eines zweisprachigen Wörterbuchs erfolgt ab der letzten Klassenarbeit in Jgst. 9 und setzt eine adäquate Einführung voraus.
  5. Die Bearbeitungszeit für die Klassenarbeit beginnt nach Vorlesen des lateinischen Textes und Klärung der Aufgabenstellung/Fragen.
    Bei einer Nettobearbeitungszeit von 40 Min. bei einer einstündigen Klassenarbeit beträgt die maximale Wortzahl bei didaktisierten Texten 26 x -2 Wörter = 52 Wörter (ggf. +10% = 58 Wörter). Bei Originaltexten maximal 26 x 1,5 Wörter = 39 Wörter (ggf. +10% = 43 Wörter). Angehängtes -que wird nicht mitgezählt.
  6. Der lateinische Text ist mit Blick auf die Lernvoraussetzungen der Lerngruppe, die Schwierigkeit des Textes sowie den Einsatz des Wörterbuches in angemessenem Umfang mit Vokabel- und Grammatikhilfen sowie Wort- und Sacherläuterungen zu versehen.
    Die Anzahl der Hilfen ist angemessen, wenn sie in der Regel 15% der Wortzahl des lateinischen Textes nicht übersteigt und Folgendes berücksichtigt:
    • Vokabeln, die nicht Lernvokabular waren
      Vokabeln mit abweichender Bedeutung/Sonderbedeutung
      Wegen der Textauswahl unvermeidbare schwierige Textstellen
    • Grammatische Besonderheiten/sprachlich Unbekanntes
      Unbekannte Eigennamen.
  7. Grundsätzlich sind abgesehen von einem Teil Übersetzung auch alternative Begleitaufgaben im offenen, halboffenen und geschlossenen Format zulässig.

Korrektur und Rückgabe der Klassenarbeiten

  1. Korrekturrand mit getrennten Korrekturzeichen für Fehler im Deutschen und in der Übersetzung.
  2. Für die Korrekturzeichen wird die Korrekturzeichenliste für das Zentralabitur verwendet: (https://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de/abitur-gost/fach.php?fach=4, Stand: 13.08.2015).
  3. Besonders gelungene Übersetzungslösungen sind positiv zu würdigen.
  4. Die Korrektur umfasst eine mdl./schriftl. Kommentierung mit Hinweisen zu Fehlerschwerpunkten – sofern nicht anhand der Randkorrektur ersichtlich – sowie Hinweise zu Lernstand und individuellen Lernempfehlungen.
  5. Mit den korrigierten Klassenarbeiten erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Erwartungshorizont.
  6. Die Berichtigung wird unterrichtlich anhand ausgewählter Fehlerschwerpunkte mit Blick auf sämtliche Klassenarbeitslösungen gestaltet und dient dem Lernstandsfeedback, wozu auch der regelmäßige Einsatz von Schülerdiagnosebögen – auch in Vorbereitung der Klassenarbeiten – geeignet ist.

Dauer und Anzahl der Klassenarbeiten

Innerhalb des vorgegebenen Rahmens hat die Fachkonferenz folgende Festlegungen getroffen.

Klasse

2. Fremdsprache

Anzahl

Dauer
(in Unterrichtsstunden)

Textbearbeitungsaufgabe gem. KLP S. 65 f.
(1 KA im Schuljahr)

5

4

bis zu 1

 

6

6

1

 

7

6

1

Vorerschließung mit anschließender Übersetzung

8

5

1

reine Interpretationsaufgabe

9

4

2

 

Es wird empfohlen, die Klassenarbeiten in angemessenem Vorlauf zum Klassenarbeitstermin zu konzipieren, damit Zeit bleibt, die Schülerinnen und Schüler auf alle notwendigen Kompetenzbereiche sowie zu überprüfenden Kompetenzen vorzubereiten – auch auf solche, die nicht (!) Schwerpunkte der Klassenarbeit sind.

  1. Beurteilungsbereich „Sonstige Leistungen“:
    Grundlagen einer Beurteilung der „sonstigen Leistungen“ bilden
    • die kontinuierliche Beobachtung der Leistungsentwicklung im Unterricht, wobei individuelle Beiträge zum Unterrichtsgespräch sowie kooperative Leistungen im Rahmen von Team- und Gruppenarbeit zu beachten sind,
    • die punktuellen Überprüfungen einzelner Kompetenzen in fest umrissenen Bereichen des Faches (u. a. kurze schriftliche Übungen, inklusive Wortschatzkontrolle),
    • längerfristig gestellte komplexere Aufgaben, die von den Schülerinnen und Schülern einzeln oder in der Gruppe mit einem hohen Anteil der Selbstständigkeit bearbeitet werden, um sich mit einer Themen- oder Problemstellung vertieft zu beschäftigen und zu einem Produkt zu gelangen. Bei längerfristig gestellten Aufgaben müssen die Regeln für die Durchführung und die Beurteilungskriterien den Schülerinnen und Schülern im Voraus transparent gemacht werden.
  1. Bewertungskriterien

Die Bewertungskriterien für eine Leistung müssen transparent, klar und nachvollziehbar sein. Die folgenden allgemeinen Kriterien gelten sowohl für die schriftlichen als auch für die sonstigen Formen der Leistungsüberprüfung:

  • Qualität der Beiträge
  • Kontinuität der Beiträge

Besonderes Augenmerk ist dabei auf Folgendes zu legen:

  • Sachliche Richtigkeit
  • Angemessene Verwendung der Fachsprache
  • Darstellungskompetenz
  • Komplexität/Grad der Abstraktion
  • Selbstständigkeit im Arbeitsprozess
  • Einhaltung gesetzter Fristen
  • Präzision
  • Differenziertheit der Reflexion
  • Bei Gruppenarbeiten
    • Einbringen in die Arbeit der Gruppe
    • Durchführung fachlicher Arbeitsanteile
  • Bei Projekten
    • Selbstständige Themenfindung        
    • Dokumentation des Arbeitsprozesses
    • Grad der Selbstständigkeit
    • Qualität des Produktes
    • Reflexion des eigenen Handelns
    • Kooperation mit dem Lehrenden / Aufnahme von Beratung
  1. Grundsätze der Leistungsrückmeldung und Beratung

Die Leistungsrückmeldung erfolgt in mündlicher und schriftlicher Form

  • Intervalle
    • Quartalsfeedback oder als Ergänzung zu einer schriftlichen Überprüfung
  • Formen
    • Elternsprechtag; Schülergespräch, (Selbst-)Evaluationsbögen, individuelle Beratung

 

 

2.4 Lehr- und Lernmittel

Die in NRW zugelassenen Lehrwerke Latein

  • zweisprachiges Wörterbuch (ab der Jahrgangsstufe 9)
  • ggf. Übungshefte, -bücher,
  • ggf. gesonderte Systemgrammatik
  • Lektürehefte

((Die zugrunde gelegten Lehrwerke sind in diesem Beispiel aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht genannt. Eine Liste der zulässigen Lehrmittel für das Fach Latein kann auf den Seiten des Schulministeriums eingesehen werden: https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Schulsystem/Unterricht/Lernmittel/GymnasiumG8/index.html#A_67))

 

3 Entscheidungen zu fach- und unterrichtsübergreifenden Fragen

Fachübergreifender Unterricht
Auf die vielfältigen Möglichkeiten zum Transfer und zur fachübergreifenden Unterrichtsgestaltung wurde in der oben vorhabenspezifisch ausgefüllten Tabelle in Kapitel 2.1.1 und 2.1.2 mit dem Symbol F verwiesen.

Skizzen und Ausarbeitungen gelungener fachübergreifender und fachverbindender Unterrichtsgestaltung finden sich in einem Ordner im Fachraum Latein. Gezielte Absprachen erfolgen zwischen den jeweils thematisch oder inhaltlich kooperierenden Kolleginnen und Kollegen.

Fortbildungskonzept
Im Fach Latein unterrichtende Kolleginnen und Kollegen nehmen regelmäßig an Fortbildungsveranstaltungen der Bezirksregierung, der Universitäten und des Fachverbandes teil. Weitere Bedarfe werden einmal jährlich gesammelt und Unterstützungsleistungen bspw. durch die KT geprüft und vereinbart. Die während der Fortbildungsveranstaltungen bereitgestellten Materialien werden im Fachraum gesammelt und für den Einsatz im Unterricht vorgehalten.

Die/Der Fachvorsitzende besucht die regelmäßig die von der Bezirksregierung angebotenen Fachtagungen und informiert die Fachkonferenz darüber.

 

4 Qualitätssicherung und Evaluation

Die Fachgruppe sichert die Qualität ihrer Arbeit durch regelmäßige Evaluation. Hierzu gehört unter anderem die jährliche Evaluation des schulinternen Lehrplans mit Hilfe einer Checkliste (siehe unten). Weitere anzustrebende Maßnahmen der Qualitätssicherung und Evaluation sind gegenseitige Hospitation, Parallelarbeiten und gemeinsames Korrigieren. Absprachen dazu werden von den in den Jahrgängen parallel arbeitenden Kolleginnen und Kollegen zu Beginn eines jeden Schulhalbjahres getroffen.

Die Fachschaft Latein orientiert sich bei ihrer Arbeit an den Kriterien der Qualitätsanalyse sowie den entsprechenden Kriterien des Referenzrahmens Schulqualität.

Evaluation des schulinternen Curriculums

Zielsetzung: Der schulinterne Lehrplanstellt keine starre Größe dar, sondern ist als ein dynamisches Dokument zu betrachten, das mit den wechselnden Anforderungen an Schule und Unterricht wächst und notwendige Änderungen umsetzt. Dementsprechend sind die Inhalte stetig zu überprüfen, um ggf. Modifikationen vornehmen zu können.

Prozess: Eine Evaluation erfolgt jährlich. In den Dienstbesprechungen der Fachgruppe zu Schuljahresbeginn werden die Erfahrungen des vorangehenden Schuljahres ausgewertet und diskutiert sowie eventuell notwendige Konsequenzen formuliert. Die vorliegende Checkliste wird als Instrument einer solchen Bilanzierung genutzt. Die Ergebnisse dienen der/dem Fachvorsitzenden zur Rückmeldung an die Schulleitung und u.a. an den/die Fortbildungsbeauftragte, außerdem sollen wesentliche Tagesordnungspunkte und Beschlussvorlagen der Fachkonferenz daraus abgeleitet werden. Insgesamt dient die Checkliste über die Evaluation des aktuellen schulinternen Lehrplans hinaus zur systematischen Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung der Arbeit der Fachgruppe.

Checkliste zur Evaluation zum

 

Zum Seitenanfang

© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 13.12.2017