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2 Kompetenzbereiche, inhaltliche Schwerpunkte und Kompetenzerwartungen

Die Beschreibung der Kompetenzen orientiert sich am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen, der ein international anerkanntes Bezugssystem in Form von verlässlichen Referenzniveaus definiert. Diese Referenzniveaus werden im vorliegenden Kernlehrplan für die Hauptschule ausdifferenziert und konkretisiert. (Referenzniveaus des GeR sind im Anhang abgedruckt)

Kompetenzbereiche repräsentieren die Grunddimensionen des fachlichen Handelns. Sie dienen dazu, die einzelnen Teiloperationen entlang der fachlichen Kerne zu strukturieren und den Zugriff für die am Lehr-Lernprozess Beteiligten zu verdeutlichen.

Inhaltliche Schwerpunkte systematisieren die im Unterricht der Hauptschule verbindlichen und unverzichtbaren Gegenstände und liefern Hinweise für die inhaltliche Ausrichtung des Lehrens und Lernens.

Kompetenzerwartungen führen Prozesse und Gegenstände zusammen und beschreiben die fachlichen Anforderungen und intendierten Lernergebnisse, die bis zum Ende der Jahrgangsstufe 6, sowie der Doppeljahrgangstufen 7/8 und 9/10 verbindlich erreicht werden sollen.

Kompetenzerwartungen

  • beziehen sich auf beobachtbare Handlungen und sind auf die Bewältigung von Anforderungssituationen ausgerichtet,
  • stellen im Sinne von Regelstandards die erwarteten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten auf einem mittleren Abstraktionsgrad dar,
  • ermöglichen die Darstellung einer Progression von der Jahrgangsstufe 6 bis zum Ende der Sekundarstufe I und zielen auf kumulatives, systematisch vernetztes Lernen,
  • können in Aufgabenstellungen umgesetzt und überprüft werden.

Die aufgeführten Kompetenzerwartungen weisen eine Progression über die Jahrgangsstufen auf. Insgesamt ist der Unterricht in der Sekundarstufe I nicht allein auf das Erreichen der aufgeführten Kompetenzerwartungen beschränkt, sondern soll es Schülerinnen und Schülern ermöglichen, diese weiter auszubauen und auch darüber hinausgehende Kompetenzen zu erwerben.

Die beschriebenen Kompetenzerwartungen orientieren sich am mittleren Schulabschluss (Fachoberschulreife). Das Anforderungsprofil ist ausgerichtet an der Kompetenzstufe B1 des GeR. Das Anforderungsprofil für den Hauptschulabschluss nach Klasse 10 orientiert sich an der Kompetenzstufe A2 des GeR mit Anteilen von B1.

Die Kompetenzen sind in unterschiedlichem Umfang und auf unterschiedlichem Niveau erreichbar. Dies bedeutet eine Differenzierung der im Folgenden beschriebenen Kompetenzerwartungen, die sich in der Regel auf Umfang, Höhe und Komplexität der Anforderungen bezieht. Für den Hauptschulabschluss nach Klasse 10 ist eine größere Fehlertoleranz bezüglich der grammatischen und orthographischen Korrektheit zugrunde zu legen, so dass der Fokus noch stärker auf die mitteilungsbezogene Ebene gerichtet wird.

Die schuleigenen Lehrpläne und die Evaluation von Unterricht und Unterrichtsergebnissen sind an den im Kapitel 2 formulierten Kompetenzerwartungen auszurichten.

 

2.1  Kompetenzbereiche und inhaltliche Schwerpunkte

Im Türkischunterricht der Hauptschule stehen die Bewältigung kommunikativer Aufgaben und die Entwicklung kommunikativer Strategien im Mittelpunkt, wobei sich sprachliches Lernen und sprachliches Handeln ausdrücklich an der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler orientieren.

Der Ausbau der Kompetenzen erfolgt in den folgenden Bereichen mit den dazugehörigen inhaltlichen Schwerpunkten:

  • Kommunikative Kompetenzen,
  • Interkulturelle Kompetenzen,
  • Verfügbarkeit von sprachlichen Mitteln und der sprachlichen Bewusstheit,
  • Methodische Kompetenzen.

Diese Bereiche und die ausgewiesenen inhaltlichen Schwerpunkte sind verbindlich.

 

2.1.1  Kommunikative Kompetenzen

Kommunikative Kompetenzen mit den Teilbereichen „Hörverstehen/Hör-Sehverstehen“, „Leseverstehen“, „Sprechen“, „Schreiben“ und „Sprachmittlung“ beinhalten das gesamte Spektrum fremdsprachlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Breite der lebensweltlich bedeutsamen Ausdrucksformen. Sie erstrecken sich auf Verwendungssituationen im Alltag, in der Aus- und Weiterbildung und in der berufsorientierten Kommunikation. 

 

Hörverstehen und Hör-Sehverstehen, Leseverstehen

In zahlreichen Lebenssituationen sind Schülerinnen und Schüler mit türkischsprachigen Texten, geschriebenen wie gesprochenen, konfrontiert. So wird von ihnen – auch mit Blick auf ihre zukünftige berufliche Handlungsfähigkeit – erwartet, dass sie zunehmend in der Lage sind, in der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Textmaterialien Informationen und Aussagen durch den Einsatz verschiedener Lese- und Hörtechniken (detailliert, suchend bzw. selektiv und global) zu erschließen und zu verstehen.

Die gesprochene Sprache mit ihrer in der Regel stärkeren Einbindung in unmittelbare Handlungssituationen und der "Flüchtigkeit" des gesprochenen Wortes stellt dabei eigene, spezifische Anforderungen an das Hörverstehen.

Neben eher basalen Verstehensleistungen gewinnt in beiden Bereichen im Laufe des Bildungsganges die Fähigkeit, Texte und Sprachgebrauch reflektieren, beurteilen bzw. bewerten zu können, auch in der Fremdsprache an Bedeutung.

Rezeptive Kompetenzen sind Grundvoraussetzungen für die Entwicklung der Kompetenzen in den produktiven Bereichen.

 

Sprechen – an Gesprächen teilnehmen; zusammenhängendes Sprechen

Die Fähigkeit, in mündlicher Kommunikation direkt mit Gesprächspartnern in Interaktion zu treten, ist ein wichtiger Bestandteil von Sprachkompetenz. Gerade angesichts der Unmittelbarkeit der mündlichen Sprechhandlungen, die nicht in gleichen Maße wie beim Schreiben plan- und reflektierbar und ggf. auch revidierbar sind, stellen sich komplexe Anforderungen, die Zielsprache zunehmend sicher als Instrument zur Kommunikation und Verständigung nutzen zu können. Zielsetzung im Kompetenzbereich Sprechen ist, dass die Schülerinnen und Schüler – in einem kommunikativ ausgerichteten Unterricht und durch den aktiven Umgang mit der Sprache – vielfältige, auch authentische Sprachhandlungssituationen in für sie bedeutsamen Kontexten bewältigen können.

 

Schreiben

Beim Schreiben gilt es in noch größerem Maße als in der mündlichen Kommunikation, sich möglichst unmissverständlich und eindeutig mitzuteilen. Lassen sich in der gesprochen Sprache viele Bezüge auch über außersprachliche Zeichen, Verweise und gemeinsame Situationskenntnisse herstellen, so erfordert der geschriebene Text mehr Genauigkeit in der Verknüpfung, Strukturierung und auch in der Lexik. Darüber hinaus kommt der Beachtung schriftsprachlicher Konventionen und Normen eine größere Bedeutung als in mündlichen Kommunikationszusammenhängen zu.

Schreiben als ein konstruktiver, mitteilungsbezogen angelegter Prozess unterstützt über die kommunikative Funktion hinaus ganz elementar die Sprachkompetenzentwicklung, da schriftliche Sprachverarbeitungsprozesse in der Regel planbar und revidierbar sind. 

Ziel der Kompetenzentwicklung ist, dass die Schülerinnen und Schüler in sinnvollen und für sie bedeutsamen Zusammenhängen die Sprache funktional gebrauchen können, um ihre persönlichen Kommunikationsabsichten erfolgreich umzusetzen.

 

Sprachmittlung

In privaten wie beruflichen Handlungssituationen ist es von Bedeutung, den Inhalt einer Äußerung oder eines Textes sinngemäß von einer Sprache in eine andere Sprache übertragen zu können. Sprachmittlung bedeutet keinesfalls wörtliche Übersetzung sondern erfordert als sinngemäße Wiedergabe von Gehörtem oder Gelesenem spezifische Kompetenzen, wie z. B. Zusammenhänge zu erfassen und Details zu verarbeiten bzw. gewichten zu können.

Hier gilt es, in einem auf sprachliches Handeln angelegten Unterricht die Kompetenz zu entwickeln, als Mittler zwischen Gesprächspartnern das Verstehen sichern und auch im außerschulischen Bereich in authentischen Alltagssituationen kompetent fremdsprachlich interagieren zu können.

 

2.1.2  Interkulturelle Kompetenzen

Interkulturelle Kompetenzen ermöglichen Schülerinnen und Schülern Verständnis für andere kulturspezifische Denk- und Lebensweisen, Werte, Normen und Lebensbedingungen zu entwickeln und eigene Sichtweisen, Wertvorstellungen und gesellschaftliche Zusammenhänge mit denen türkischsprachigen Kulturen tolerant und kritisch zu vergleichen.

Der Umgang mit Orientierungswissen bezogen auf relevante soziokulturelle Themen und Inhalte türkischsprachiger Kulturräume unterstützt die Entwicklung von Aufgeschlossenheit, Verständnisbereitschaft und Toleranz. Der Türkischunterricht trägt somit bei zur Sichtbarkeit vielfältiger Lebensformen und zur konsequenten Ächtung jeglicher Diskriminierung.

In der Hauptschule stehen der funktionale Aspekt von Türkisch als Verkehrssprache sowie die inhaltlichen Schwerpunkte „Lebensplanung“ und „Berufsorientierung“ mit ihren Bezügen zum türkischsprachigen Raum und dessen Kulturen im Vordergrund.

 

Jahrgang

Lebensplanung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben

Schule Beruf

6

  • Familie, Freunde, tägliches Leben und Tagesabläufe, Freizeit,
  • Feste und Traditionen,
  • exemplarische historische Persönlichkeiten und Ereignisse,
  • Reisen.
    • Aspekte des Schullebens im türkischsprachigen Kulturraum,
      • Vertraute Berufsbilder, z. B. von Familienangehörigen/ Freunden.

        7/8

        • Leben in der peer group,
        • Freizeitgestaltung, u. a. Bücher, Musik, Sport, Medien,
        • Migration als persönliches Schicksal,
        • Nationale und regionale Identität am Beispiel einer Region in der Türkei.
        • Berufsbilder aus verschiedenen Bereichen, u. a. Dienstleistung, Sozialwesen, Technologie (z. B. Technologie im Haushalt, am Arbeitsplatz und ihre Folgen),
        • Kinderarbeit, Kinderrechte,
        • Erfahrungen in Berufsfeldern, z. B. Praktikum.

         

        9/10

        • Jugendkulturen, Freundschaft Partnerschaft, Liebe,
        • Auseinandersetzung mit traditionellen Geschlechterrollen
        • Einblicke in altersgemäße aktuelle kulturelle Ereignisse, u. a. Musik, Theater, Film, Sport,
        • Situationen junger Menschen in der modernen Gesellschaft, soziales Engagement,
        • Wahrnehmung politischer Rechte auf kommunaler und nationaler Ebene im türkischsprachigen Kulturraum.
        • Exemplarische Einblicke in berufliche Perspektiven junger Menschen im türkischsprachigen Kulturraum und Wahrnehmung der beruflichen Chancen und Risiken von Migrationsbiografien zwischen Sprachen und Kulturräumen,
        • Chancen und Risiken der Informationstechnologie, u. a. Recherche, Austausch, Communities, Spiele, Werbung,
        • Berufliche Interessen Heranwachsender, Stellenanzeigen, Bewerbungen, Berufsaussichten.

        Alle hier genannten verbindlichen Kontexte haben auch in anderen Fächern bzw. Lernbereichen eine besondere Relevanz. Daher sollte insbesondere die Thematisierung der verbindlichen Kontexte zu Fächer verbindendem Unterricht genutzt werden. So kann gewährleistet werden, dass für die Lebensplanung und die Beruforientierung wichtige Kontexte nicht einseitig aus der Perspektive eines Fachs erscheinen.

         

        2.1.3  Verfügbarkeit von sprachlichen Mitteln und Sprachbewusstheit

        Die Verfügbarkeit von sprachlichen Mitteln umfasst ein gesichertes Repertoire sprachlich relevanter Mittel (Wortschatz, Grammatik, Aussprache und Intonation, Orthographie). Die Kompetenzen orientieren sich an türkischsprachigen Standards bezogen auf die Türkei.

        Von entscheidender Bedeutung i. S. von Sprachbewusstheit (language awareness) ist das Erkennen und Reflektieren von Strukturen und Regelmäßigkeiten im System der zu lernenden Sprache und Einblicke in ihre Funktionsweise im Gebrauch. Sprachbewusstheit trägt dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler ihre mündlichen und schriftlichen Kommunikationsprozesse sowie ihr Sprachenlernen zunehmend selbständig planen, gestalten und reflektieren können.

         

        2.1.4  Methodische Kompetenzen

        Methodische Kompetenzen des Sprachenlernens umfassen

        • den Umgang mit Texten und Medien und die Entwicklung von Lernstrategien und Arbeitstechniken,
        • selbstständiges und kooperatives Sprachenlernen.

        Diese Kompetenzen für das Arbeiten mit Texten und Medien, für die aufgabenbezogene, anwendungsorientierte Produktion von gesprochenen und geschriebenen Texten werden ergänzt durch Sprachlernkompetenzen. Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler ihren individuellen Spracherwerbsprozess ihrer Lebensplanung entsprechend selbstständig weiter gestalten können.

        Die Methodenkompetenz differiert über die verschiedenen Doppeljahrgangstufen hinweg in Bezug auf die Komplexität von Inhalten, die Techniken sowie den zunehmenden Grad der Selbstständigkeit.


        2.1.5  Fremdsprachliche Kompetenzen im Kontext

        Kompetenzen werden im Unterricht nicht einzeln und isoliert erworben, sondern in wechselnden und miteinander verknüpften Kontexten. Das Schaubild verdeutlicht, dass bei der Gestaltung von Unterrichtsvorhaben für den Kompetenzerwerb alle vier Bereiche des Faches – in jeweils unterschiedlicher Gewichtung – in ihrem Zusammenspiel zu berücksichtigen sind.



        Kommunikative Kompetenzen

        • Hörverstehen/Hör-Sehverstehen
        • Leseverstehen
        • Sprechen
          • an Gesprächen teilnehmen
          • zusammenhängendes Sprechen
        • Schreiben
        • Sprachmittlung

        Interkulturelle Kompetenzen

        • inhaltliche Schwerpunkte
          • Lebensplanung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
          • Schule, Berufsorientierung 
        • Werte, Haltungen und Einstellungen
        • Handeln in Begegnungssituationen

        Komplexe
        Lernsituationen

        Konkretes
        Unterrichts­-
        vorhaben

        Kompetenzen der Verfügbarkeit von sprachlichen Mitteln und der Sprachbewusstheit

        Verfügbarkeit von sprachlichen Mitteln und sprachliche Korrektheit

        • Aussprache und Intonation
        • Wortschatz
        • Grammatik
        • Orthographie

        Sprachbewusstheit

        • Experimentieren mit und Reflektieren über Sprache
        • Strukturen und Muster erkennen und
        • für die individuelle Kommunikation und den Aufbau der eigenen Sprachkompetenz nutzen

        Methodische Kompetenzen

        • Umgang mit Texten und Medien
        • selbstständiges und kooperatives Sprachenlernen

         

        2.2  Kompetenzerwartungen am Ende der Jahrgangsstufe 6, und der Doppeljahrgangsstufen 7/8, 9/10

        Im Folgenden werden Kompetenzen benannt, die Schülerinnen und Schüler am Ende der Jahrgangsstufe 6, und der Doppeljahrgangsstufen 8 und 10 nachhaltig und nachweislich erworben haben sollen. Die Kompetenzerwartungen legen die Art der fachlichen Anforderungen fest und orientieren sich dabei an der Altersangemessenheit und dem angestrebten Schulabschluss.

        Die im Folgenden aufgeführten Kompetenzen werden zunächst in allgemeiner Form formuliert (fett gedruckte Passagen) und dann konkretisiert.

         

        2.2.1  Kompetenzerwartungen am Ende der Jahrgangsstufe 6

        Am Ende der Jahrgangsstufe 6 erreichen die Schülerinnen und Schüler die Kompetenzstufe A1 des GeR.

        Kommunikative Kompetenzen

         

        Hörverstehen und Hör-Sehverstehen

        Die Schülerinnen und Schüler können einfachen Äußerungen und Texten wichtige Informationen entnehmen, wenn diese sich auf Inhalte beziehen, die ihnen vertraut und in einfacher Standardsprache dargestellt sind.

        Sie können

        • im Unterricht häufig verwendete Aufforderungen, Fragen und Erklärungen sowie Beiträge ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler verstehen,
        • einfachen (auch authentischen) erzählenden Darstellungen, u. a. Hörszenen, Spielszenen, Filmszenen, kurzen Geschichten und altersgemäßen Sachtexten wesentliche Informationen entnehmen,
        • einfache Mitteilungen oder Informationen, u. a. zu Freunden, zur Familie, zur Arbeit, zur schulischen Umgebung, Zahlen, Preisangaben, Uhrzeiten, verstehen. 

         

        Leseverstehen

        Die Schülerinnen und Schüler können altersgemäßen Texten zu vertrauten, konkreten Themen wesentliche Informationen entnehmen.

        Sie können

        • Arbeitsanweisungen, Anleitungen und Erklärungen in überwiegend bekanntem Kontext verstehen,
        • Lehrbuchtexten und einfachen authentischen Texten mit bekanntem Wortschatz die Handlungsträger und Handlungsabläufe entnehmen (u. a. kurzen Geschichten, Spielszenen, Gedichten),
        • kurzen privaten und öffentlichen Alltagstexten die wesentlichen Informationen entnehmen (u. a. Einladungen, Postkarten, Hinweistafeln, Zeitungsartikeln, Schildern, Plakaten, Stadtplänen).

         

        Sprechen: an Gesprächen teilnehmen

        Die Schülerinnen und Schüler können sich in einfachen Alltagssituationen über vertraute Themen und mit langsam und deutlich sprechenden Partnerinnen und Partnern verständigen

        Sie können

        • sich an einfachen Unterrichtsgesprächen, u. a. Anweisungen, Fragen, Erklärungen aktiv beteiligen,
        • in Rollenspielen lebensnahe Alltagssituationen erproben,
        • auf einfache Sprechanlässe reagieren und elementare Sprechsituationen bewältigen (u. a. sich begrüßen und verabschieden, sich und andere vorstellen, Auskünfte einholen und geben),
        • Zahlen, Angaben zu Mengen/Preisen/Größen und Angaben zu Zeit/Datum verwenden.

         

        Sprechen: zusammenhängendes Sprechen

        Die Schülerinnen und Schüler können sich in vertrauten Alltagssituationen nach Vorbereitung in kurzen, einfach strukturierten Wendungen und Sätzen zusammenhängend mitteilen.

        Sie können

        • unter Nutzung von adäquaten sprachlichen Mitteln über Texte und Bilder sprechen sowie Arbeitsergebnisse in elementarer Form vorstellen,
        • sich mit einfachen Wendungen über Menschen und Orte äußern,
        • sich selbst, ihre Familie, Freunde, Hobbys vorstellen und in einfacher Form aus dem eigenen Erlebnisbereich berichten und erzählen,
        • mit einfachen Mitteln Lebensverhältnisse beschreiben (u. a. tägliches Leben, Tagesabläufe, Freizeit, schulische und berufliche Tätigkeiten der eigenen Familie und der von Freunden),
        • einfache Texte vorlesen und auswendig vortragen (u. a. Lieder, Reime, Sprichwörter, Gedichte, kurze Geschichten),
        • eine eingeübte, kurze, einfache Präsentation zu einem vertrauten Thema vortragen.

         

        Schreiben

        Die Schülerinnen und Schüler können kurze einfach strukturierte Texte schreiben, die sich auf Alltagskommunikation und vertraute thematische Zusammenhänge beziehen.

        Sie können

        • einfache Notizen anfertigen,
        • erarbeitete (Lehrbuch-)Texte umformen oder ergänzen, z. B. Dialoge vervollständigen, Ende einer Geschichte umgestalten, Perspektivwechsel etc.,
        • kurze persönliche Alltagsexte, z. B. Einladungen, Postkarten, Briefe, E-Mails, SMS schreiben und Sachverhalte aus dem eigenen Erfahrungshorizont, u. a. Familie, Freunde, Schule, Tiere beschreiben,
        • Kohäsion herstellen durch Verwendung der häufigsten Konnektoren wie ve, veya,
        • In Formularen Angaben zu Namen/Adresse/Nationalität etc. ergänzen,
        • Bilder und andere graphische Elemente als Sprach- und Schreibanlässe nutzen.

         

        Sprachmittlung

        Die Schülerinnen und Schüler können in elementaren vertrauten Begegnungssituationen des Alltags türkischsprachige Äußerungen so auf Deutsch wiedergeben, dass ein allgemeines Verständnis gesichert ist.

        Sie können

        • in einfachen, im Rollenspiel simulierten Anwendungssituationen einzelne Sätze verstehen und auf Deutsch und Türkisch das Wichtigste wiedergeben bzw. erklären,
        • in realen Begegnungssituationen einfache Informationen auf Deutsch und Türkisch wiedergeben (Aufschriften, Städtenamen, Namen von Haltestellen).

         

        Interkulturelle Kompetenzen

        Sie können den Alltag türkischsprachiger Umgebungen erkunden und die gewonnenen Erkenntnisse mit der eigenen Lebenswelt vergleichen.

        Sie können im Umgang mit Texten und Medien zu den folgenden inhaltlichen Schwerpunkten Orientierungswissen aufbauen und nutzen:

        Lebensplanung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben: Familie, Freunde; tägliches Leben (Essen und Gastfreundschaft) und Tagesabläufe; Feste und Traditionen; Freizeit , Einblicke in das Alltagsleben von Kindern und Jugendlichen in der Türkei; Reisen/Orientierung in der Türkei, z. B. Regionen, regionale Besonderheiten: einige bedeutende türkische Städte, Sehenswürdigkeiten; exemplarische historisch oder kulturell wichtige Persönlichkeiten und Ereignisse, u. a. Mustafa Kemal Atatürk, Nasreddin Hodscha,

        Schule; Berufsorientierung:

        Aspekte des Schulalltags einer Schule in der Türkei; Schule und schulisches Umfeld – Fächer, Stundenplan, Tagesablauf; vertraute Berufsbilder; spezifische Informationen der türkischsprachigen Lebenswelt, Vergleich mit eigenen Erfahrungen.

         

        Werte, Haltungen und Einstellungen

        Die Schülerinnen und Schüler können spielerisch andere Sichtweisen erproben (z. B. in Rollenspielen, in Figureninterviews, beim szenischen Lesen). Dabei erkennen sie kulturspezifische Besonderheiten.

         

        Handeln in Begegnungssituationen

        Die Schülerinnen und Schüler können einfache fiktive und reale Begegnungssituationen bewältigen. Sie kennen einige wichtige kulturspezifische Verhaltensweisen und können diese anwenden (z. B. Begrüßung von älteren Personen durch einen Handkuss, Anredekonventionen).

         

        Verfügbarkeit von sprachlichen Mitteln und sprachliche Korrektheit

        Aussprache und Intonation

        Die Schülerinnen und Schüler können einfache und vertraute Aussprache- und Intonationsmuster im Allgemeinen so korrekt verwenden, dass sie auch als Dialektsprecher verstanden werden.

        Sie können

        • Intonations- und Aussprachemuster auf neue Wörter und Redewendungen übertragen,
        • die Intonation von einfachen Aussagesätzen, Fragen und Aufforderungen im Allgemeinen angemessen realisieren.

         

        Wortschatz

        Die Schülerinnen und Schüler können elementare Kommunikationsbedürfnisse bewältigen, indem sie einen hinreichend großen Grundwortschatz anwenden, um sich in Alltagssituationen und vertrauten Kontexten zu verständigen.[2]

        Dies gilt für

        • die Klassengespräche (sınıftaki konuşma),
        • ausgesuchte Themen- und Erfahrungsfelder des interkulturellen Lernens,
        • die Alltagskommunikation.

         

        Grammatik

        Die Schülerinnen und Schüler können ein hinreichendes Grundinventar an grammatischen Strukturen anwenden, um ihre Kommunikationsabsichten in einfachen vertrauten Situationen verständlich umzusetzen

        Sie können

        • Personen, Sachen, Sachverhalte, Tätigkeiten und Geschehnisse bezeichnen und beschreiben (isimler: tekil, çoğul, Ismin Halleri, sıfatlar/belirteçler),
        • bejahte und verneinte Aussagen, Fragen und Aufforderungen formulieren (Aciklamalar, sorular, olumsuzluklar),
        • räumliche, zeitliche und logische Bezüge zwischen Sätzen herstellen (Satzverbindungen mit ve, veya, ama, zarf tümleci, benzetme ilgeçleri),
        • über gegenwärtige, vergangene und zukünftige Ereignisse aus dem eigenen Erfahrungsbereich berichten und erzählen sowie in einfacher Form Wünsche und Interessen ausdrücken, u. a. şimdiki zaman, -di’li geçmiş zaman, -miş’li geçmiş zaman, gelecek zaman, geniş zaman,
        • grammatische Elemente und Strukturen identifizieren und einfache Regelformulierungen verstehen und anwenden.

         

        Orthographie

        Die Schülerinnen und Schüler können ihren produktiven Grundwortschatz weitgehend orthographisch korrekt anwenden.

        Sie können

        • das türkische Alphabet benutzen,
        • grundlegende Rechtschreibregeln anwenden,
        • grundlegende Laut-Buchstaben-Verbindungen anwenden,
        • phonetisch und semantisch relevante Sonderzeichen (ğ, ş, ç und ı) weitgehend richtig verwenden.

         

        Sprachbewusstheit

        Die Schülerinnen und Schüler können ihre sukzessive erworbene Sensibilität für die Besonderheiten der türkischen Sprache und erste grundlegende Einsichten in einfache Strukturen in verschiedenen Kontexten anwenden.

        Sie können

        • mit der türkischen Sprache experimentieren und dabei sprachliche Regelmäßigkeiten und Varianten erkennen und ihre Sprachkompetenz auch durch Erprobung sprachlicher Mittel festigen und erweitern (Hypothesentesten),
        • einfache sprachliche Phänomene mit sprachlichen Mitteln im Deutschen und ggf. in der türkischen Sprache vergleichen und Interferenzen erkennen und benennen.

         

        Methodische Kompetenzen

        Die Schülerinnen und Schüler können ein begrenztes Inventar von Lern- und Arbeitstechniken für das selbstständige und kooperative Lernen anwenden. Sie können dabei im Unterricht verschiedene Medien, u. a. digitale Medien einsetzen. Die Schülerinnen und Schüler können Lerngelegenheiten gezielt nutzen, die sich aus dem Miteinander von Deutsch, Türkisch und ggf. einer anderen Herkunftssprache ergeben.

         

        Umgang mit Texten und Medien

        Sie können einfache kurze Texte

        • bearbeiten, indem sie unterschiedliche Lese- und Hörtechniken (detailliert, suchend bzw. selektiv und global zielgerichtet einsetzen (z. B. mit Hilfe von: richtig/falsch-Aussagen, multiple choice, Satzergänzungen),
        • bezogen auf wesentliche Informationen und typische Merkmale untersuchen (z. B. kurze Geschichten: Hauptfiguren, Handlung bei kurzen Geschichten; Teilnehmer, Handlungskontext und Thema, bei Gesprächen, Telefonaten, Interviews; Kontext und Botschaft bei Anweisungen, Werbung und Briefen),
        • mit Hilfe elementarer Erschließungstechniken dekodieren (u.a. unter Einbeziehen von Abbildungen oder Layout-Elementen),
        • umformen und gestalten, darstellen (z. B. Geschichten, kleine Gedichte, Dialoge),
        • aus dem Internet bzw. Radio oder Fernsehen zusammenstellen, Bild- und Textinformation in Beziehung setzen,
        • zielgerichtet bearbeiten (z. B. markieren, unterstreichen, etc.),

        Sie können im Rahmen der Planung und Überarbeitung von (eigenen) Texten

        • Vorwissen aktivieren,
        • einfache Notizen zur Gedächtnisstütze oder als Strukturhilfe anfertigen,
        • übliche Textkonventionen beachten (z. B. Adressatenbezug, Höflichkeitsformen, Einleitung etc.),
        • Korrekturen und Überarbeitungen vornehmen (u. a. in Bezug auf Lesbarkeit, Vollständigkeit, Korrektheit).

         

        Selbstständiges und kooperatives Sprachenlernen

        Sie können

        • unterschiedliche Formen der Wortschatz- und Grammatikarbeit einsetzen (u. a. mit Bildern arbeiten, mit dem lexikalischen Anhang des Lehrwerks und der Lehrwerkgrammatik, mit ein- und zweisprachigen Wörterbüchern, Lautschrift),
        • Hilfsmittel zum Nachschlagen und Lernen unter Anleitung nutzen, z. B. Lehrwerkanhang, CDs, Internet,
        • Computerprogramme nutzen (z. B. einfache Lernsoftware einsetzen),
        • kleine Projekte gestalten,
        • in kurzen Phasen der Partner- und Gruppenarbeit kleine Rollen in türkischer Sprache übernehmen,
        • Lernfortschritte in Form von Portfolios o. Ä. reflektieren und dokumentieren.

         

        2.2.2  Kompetenzerwartungen am Ende der Doppeljahrgangsstufe 7/ 8

        Am Ende der Doppeljahrgangsstufe 7/8 erreichen die Schülerinnen und Schüler die Kompetenzstufe A2 des GeR.

         

        Kommunikative Kompetenzen

        rverstehen und Hör-/Sehverstehen

        Die Schülerinnen und Schüler können Äußerungen und im Unterricht vorbereiteten Texten wichtige Informationen entnehmen, wenn deutlich gesprochen wird. Die Texte sind jugendgemäß und problemorientiert und vermitteln erste Einblicke in die Berufswelt.

        Sie können

        • die Hauptpunkte von Gesprächen und Diskussionen in erweiterten Klassengesprächen (sınıftaki konuşma) verstehen,
        • Hörtexten und Filmszenen mit reduzierten Hilfen wichtige Informationen entnehmen,
        • die Kernaussagen von einfachen und klaren Durchsagen, z. B. Wetterbericht, Ansagen am Flughafen und Mitteilungen, verstehen.
        • 

        Leseverstehen

        Die Schülerinnen und Schüler können Texte zu vertrauten Themen verstehen, wenn sie überwiegend einen schulisch vermittelten bzw. aus dem Kontext erschließbaren Wortschatz enthalten. Sie können einen Text als Ganzes betrachten und sich auf bestimmte Textteile konzentrieren. Sie können ihre Vorkenntnisse beim Verstehensprozess gezielt einsetzen. Die Texte sind jugendgemäß und problemorientiert und vermitteln erste Einblicke in die Berufswelten.

        Sie können

        • auch komplexere Anleitungen, Erklärungen und Arbeitsempfehlungen in gängigen unterrichtlichen Zusammenhängen verstehen,
        • in authentischen Alltagstexten gewünschte Informationen ausfindig machen und Details sowie grundlegende Wirkungsabsichten verstehen (z. B. Anzeigen, Broschüren, Plänen, Anleitungen),
        • einfache Gedichte, einfache Liedtexte und adaptierte kurze Erzähltexte bezogen auf Thema, Figuren, Handlungsverlauf, emotionalen Gehalt und Grundhaltung verstehen.
        • 

        Sprechen: an Gesprächen teilnehmen

        Die Schülerinnen und Schüler können sich in einfachen themenorientierten Gesprächssituationen des Unterrichts sowie in Grundsituationen des Alltags verständigen, vorausgesetzt, sie sind hierauf sprachlich vorbereitet.

        Sie können

        • sich am Klassenzimmerdiskurs beteiligen und dabei eigene Interessen einbringen (u. a. Vorschläge machen und auf sie reagieren),
        • Interviews führen,
        • Rollenspiele durchführen und dabei Perspektiven unterschiedlicher Personen einnehmen,
        • mit einer entsprechenden Vorbereitung (z. B. Redemittel notieren, Stichworte anfertigen) mitteilungsbezogene Gespräche führen),
        • Absprachen zum Treffpunkt/Datum treffen, Angaben zum Standort machen und um Orientierungshilfen bitten,
        • Türkisch zunehmend als Kommunikationssprache auch in Gruppenarbeitsprozessen benutzen.
        • 

        Sprechen: zusammenhängendes Sprechen

        Die Schülerinnen und Schüler können zu vertrauten Themen zusammenhängend sprechen und eigene Standpunkte einbringen.

        Sie können

        • zu Themen, die im Unterricht behandelt werden, mit Hilfen auch persönlich wertend sprechen,
        • Aussagen zu ihrem Lebensalltag und ihrem Lern- und Arbeitsverhalten machen,
        • Berufsbilder in angestrebten Praktikumsphasen näher beschreiben,
        • Personen, Orte sowie bildgestützte Handlungsabläufe beschreiben und einfache Geschichten erzählen,
        • in kurzen Sprech- und Spielszenen geübte Rollen übernehmen,
        • Arbeitsergebnisse unter Verwendung von einfachen visuellen Hilfsmitteln oder Notizen vorstellen,
        • den Inhalt von Texten und kurzen Sequenzen aus speziell für den Unterricht vorbereiteten Filmen unter detaillierter Anleitung wiedergeben (z. B. mit Hilfe von vorgegebenen Textbausteinen und Zuordnungsrastern).
        • 

        Schreiben

        Die Schülerinnen und Schüler können einfache zusammenhängende Texte verfassen, dabei persönlich Stellung beziehen, und diese unter Anleitung überarbeiten, wenn ihnen die Textsorte und das Thema vertraut sind.

        Sie können

        • Sachverhalte gemäß vorgegebener Textsorten darstellen (u. a. Tagesablauf, Personen- und Wegbeschreibungen, inhaltliche Zusammenfassungen),
        • Vorlieben und Abneigungen zu Themen und Inhalten ihres Erfahrungsbereichs formulieren und begründen,
        • auf Fragen und Meinungsäußerungen schriftlich angemessen reagieren, in einfacher Form in Briefen oder E-Mails von Erfahrungen und Eindrücken berichten,
        • in persönlichen Schreiben Wünsche, Pläne und Meinungen ausdrücken,
        • auch umfangreichere Formulare ausfüllen (z. B. Anmeldebögen, Bestellformulare, Bewerbungsbögen),
        • charakteristische Merkmale ausgesuchter Textsorten herausfinden (z. B. Gedichte, Liedtexte, Werbeanzeigen), mit Hilfe von Vorlagen eigene Textentwürfe verfassen und nach vorgegebenen Mustern einfache Geschichten, Gedichte, Liedtexte, Werbeanzeigen schreiben.
        • 

        Sprachmittlung

        Die Schülerinnen und Schüler können in einfachen Begegnungssituationen mündliche und schriftliche Äußerungen bzw. Texte in vertrauten thematischen Zusammenhängen paraphrasieren oder in der jeweils anderen Sprache so wiedergeben, dass ein allgemeines Verständnis gesichert ist.

        Sie können

        • aus kurzen türkischsprachigen Gebrauchstexten (Aushängen, Informationen auf Websites) die Kernaussagen erschließen und auf Deutsch/Türkisch wiedergeben,
        • deutsch- und türkischsprachige mündliche Informationen auf Türkisch/Deutsch wiedergeben (u.a. Nachfragen, Kurzantworten, Telefonansagen, Dialogteile),
        • auf Deutsch/Türkisch gegebene Informationen in bekanntem Kontext und in geübtem Textformat auf Türkisch/Deutsch sinngemäß wiedergeben (u. a. Briefe, Telefonansagen).

         

        Interkulturelle Kompetenzen

        Die Schülerinnen und Schüler können ihr Wissen über türkischsprachig geprägte Lebenswelten erweitern, indem sie sich mit türkischsprachiger Kultur in Deutschland und im europäischen Kontext auseinandersetzen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur ihren eigenen Lebenswelt erkennen. Darüber hinaus können sie in einfachen Begegnungssituationen auf ihre türkisch sprechende Gesprächspartnerinnen und -partner im Allgemeinen angemessen eingehen. Dabei können sie auf ihr Orientierungswissen zurückgreifen und dieses in Bezug auf folgende obligatorische inhaltliche Schwerpunkten ergänzen: 

        Lebensplanung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben: Freundschaft, Leben in der Peergroup, Musik, Sport, Feste; Migration als persönliches Schicksal zwischen zwei Sprachen und Kulturräumen, u. a. die Geschichte der türkischen Einwanderer; nationale und regionale Identität am Beispiel von Stadt und Land in der Türkei (Istanbul und ein Beispiel aus der Provinz); Einblicke in aktuelle kulturelle Ereignisse, 

        Schule/Berufsorientierung: eine Schule in der Türkei – exemplarische Einblicke in den Lernbetrieb; Berufsbilder, u. a. Dienstleistung, Sozialwesen; Technologie im Haushalt, moderne Unterhaltungselektronik; Verkehr und Verkehrsverbindungen; Computer, Telekommunikation, Technologien am Arbeitsplatz und ihre Folgen; Bedeutung von Arbeit und Arbeitslosigkeit im Leben der eigenen Familie und der von Freunden, Berufsbilder und berufliche Handlungsfelder.

        Die Schülerinnen und Schüler können ihr soziokulturelles Orientierungswissen zu den Bezugskulturen auch im Umgang mit Texten und Medien in der Regel erfolgreich nutzen.

        Es gelingt ihnen kulturspezifische Informationen der türkischsprachigen Lebenswelt aufzunehmen, mit eigenen Erfahrungen zu vergleichen und das Wissen um andere Wertesysteme zum Aufbau von Toleranz und Empathie zu nutzen.

         

        Werte, Haltungen und Einstellungen

        Die Schülerinnen und Schüler können sich mit kulturspezifischen Wertvorstellungen und Lebensformen auseinandersetzen und diese vergleichend reflektieren, indem sie u. a. Vorurteile und Klischees als solche erkennen (u. a. durch einen Austausch mit modernen Kommunikationsmitteln wie z. B. E-Mail, Online-Foren).

         

        Handeln in Begegnungssituationen

        Die Schülerinnen und Schüler können in fiktiven und realen Begegnungssituationen im eigenen Umfeld und auf Reisen ihr noch eingeschränktes Repertoire an kulturspezifischen Verhaltensweisen (z. B. Höflichkeitsformeln) anwenden und erweitern.

         

        Verfügbarkeit von sprachlichen Mitteln und sprachliche Korrektheit

        Aussprache und Intonation

        Die Schülerinnen und Schüler können geläufige Aussprachevarianten verstehen und Intonationsmustern im Allgemeinen korrekt verwenden, wenngleich ein fremder Akzent wahrnehmbar sein kann.

        Sie können

        • auch längere Texte korrekt und flüssig, auch darstellend, laut lesen,
        • einfache authentische und selbst verfasste Texte nach angemessener Vorbereitung Sinn gestaltend laut lesen,
        • auch in kurzen, freien Gesprächen verstanden werden,
        • typische Aussprachevarianten erkennen und verstehen.

         

        Wortschatz

        Die Schülerinnen und Schüler können einen funktionalen und thematisch erweiterten Grundwortschatz im Allgemeinen so angemessen und routiniert anwenden, dass sie sich zu vertrauten Themen und in vertrauten Situationen verständigen können.

        Dies gilt für

        • die Klassengespräche (u. a. fragen, antworten, erläutern, erklären, Stellung nehmen),
        • den Bereich des interkulturellen Lernens,
        • das kooperative Arbeiten.
        • 

        Grammatik

        Die Schülerinnen und Schüler können ein erweitertes grammatisches Inventar in vertrauten Situationen in der Regel korrekt anwenden. Zwar kommen noch elementare Fehler vor, aber es wird deutlich, was ausgedrückt werden soll.

        Sie können

        • Dauer, Wiederholung, Abfolge von Handlungen und Sachverhalten ausdrücken (fiilde zamanlar),
        • Verbote/Erlaubnis, Aufforderungen, Bitten, Wünsche, Erwartungen und Verpflichtungen ausdrücken (dilek kipleri: gereklik kipi (-meli,-malı), istek kipi (-e/-a oder –ye/-ya), dilek-koşul kipi (-se, -sa), buyuru kipi,
        • Handlungen und Ereignisse aktivisch und passivisch darstellen (etken ve edilgen),
        • Bedingungen und Bezüge darstellen (şart cümleleri).
        • 

        Orthographie

        Die Schülerinnen und Schüler können die Orthographie eines erweiterten Grundwortschatzes sowie eine weitgehend normgerechte Zeichensetzung so umsetzen, dass ihre Schrifttexte durchgängig verständlich sind.

        Sie können

        • typische Buchstabenverbindungen bzw. Wortbausteine als Rechtschreibhilfen nutzen,
        • eigene Fehlerschwerpunkte erkennen und mit Hilfe des Wörterbuchs oder Lehrwerks bearbeiten,
        • geläufige orthographische Besonderheiten erkennen und beachten.
        • 

        Sprachbewusstheit

        Die Schülerinnen und Schüler können ihr grundlegendes Einsichten in einfache Strukturen und den Gebrauch der türkischen Sprache anwenden. Sie können dieses Wissen zunehmend selbstständiger nutzen, um einfache mündliche und schriftliche Kommunikationsprozesse zu planen, zu gestalten und zu reflektieren.

        Sie können

        • ihre Sprachkompetenz durch gezielte Erprobung sprachlicher Mittel festigen und erweitern (Hypothesentesten),
        • ihre erweiterten Einsichten in die Funktion sprachlicher Elemente zunehmend selbstständiger nutzen, um ihre Kommunikation zu planen und Kommunikationsprobleme zu lösen (z. B. durch Nachfragen, Benutzen eines Online-Wörterbuchs),
        • in Texten unbekannte grammatische Elemente und Strukturen identifizieren und einfache Hypothesen zur Regelbildung bezogen auf Form und Bedeutung aufstellen.

         

        Methodische Kompetenzen

        Die Schülerinnen und Schüler können ein erweitertes Repertoire an Lern- und Arbeitstechniken teilweise routiniert für das selbstständige und kooperative Lernen nutzen. Sie können dabei verschiedene Medien, u. a. digitale Medien, in Teilbereichen des unterrichtlich gesteuerten Lernens einsetzen. Sie können Lerngelegenheiten gezielt nutzen, die sich aus dem Miteinander von Deutsch, ggf. Türkisch und Herkunftssprache sowie Türkisch als Fremdsprache ergeben.

        Umgang mit Texten und Medien

        Über die am Ende der Jahrgangsstufe 6 erworbenen grundlegenden methodischen Kompetenzen hinaus können die Schülerinnen und Schüler zunehmend komplexere Texte

        • zielgerichtet strukturieren, z. B. den sachlogischen Aufbau von Hör- und Lesetexten erschließen und zum Textverstehen nutzen,
        • ihnen unbekannte Wörter erschließen, u. a. mit Hilfe zweisprachiger Wörterbücher, Wortbildungsregeln, Kontext.

        Im Rahmen der Planung, Durchführung und Überarbeitung von eigenen Texten können sie

        • sprachliche Korrekturen vornehmen (z. B. mit Hilfe von Fehlerprotokollen),
        • geleitete Internetrecherchen zu einzelnen Aspekten eines Themas durchführen, dem Lernstand entsprechende Software nutzen,
        • lineare und komplexe Notizen anfertigen,
        • Konventionen auch komplexerer Textformate beachten und unter Anleitung umsetzen, u. a. Inhaltsangabe (Özet), Pro- und Kontra-Argumentation, Bewerbungsschreiben, Lebenslauf.
        • 

        Selbstständiges und kooperatives Sprachenlernen

        Die Schülerinnen und Schüler können

        • Vorbereitungen und Vereinbarungen zur Gruppenarbeit treffen in Bezug auf Ablauf und Präsentation,
        • Projekte durchführen und die Ergebnisse mit unterschiedlichen Hilfen, z. B. Gliederungen, Grafiken und in verschiedenen Präsentationsformen, z. B. Poster, Modelle vorstellen,
        • ein zweisprachiges Wörterbuch zur eigenständigen Erschließung von unbekannten Wörtern und zum Fehlercheck nutzen,
        • unterschiedliche Formen der Wortschatzarbeit einsetzen ( z. B. Arbeiten mit Bildern bzw. Schaubildern, Definitionen, Wortfeldern und Wortfamilien) und ggf. mit Arbeitsformen im Unterricht der zweiten Fremdsprache vergleichen,
        • unterschiedliche Arbeitsformen nutzen (Partner/Tandem Gruppenarbeit, Stationenlernen, Projektarbeit,
        • Türkisch zunehmend als Gruppenarbeitssprache einsetzen,
        •  Lesetagebuch/Lerntagebuch/Portfolio nutzen, um die Ergebnisse ihrer Lernprozesse zu reflektieren und zu dokumentieren.

         

        2.2.3  Kompetenzerwartungen am Ende der Doppeljahrgangsstufe 9/10

        Am Ende der Jahrgangsstufe 10 erreichen die Schülerinnen und Schüler das Referenzniveau B1 des GeR in den rezeptiven Bereichen sowie in Anteilen auch in den produktiven Bereichen.
        Schülerinnen und Schüler, die den Hauptschulabschluss nach Klasse 10 erwerben, erreichen die Kompetenzstufe A2 mit Anteilen von B1.

         

        Kommunikative Kompetenzen

        Hörverstehen/Hör-/Sehverstehen

        Die Schülerinnen und Schüler können Äußerungen und Texten über Themen ihres Interessen- und Erfahrungsbereichs sowie Themen von gesellschaftlicher und beruflicher Bedeutung verstehen und dabei die Hauptaussagen und Einzelinformationen entnehmen, wenn deutlich gesprochen wird.
        Sie können

        • den Argumentationen und Diskussionen im Klassengespräch folgen,
        • deutlich gesprochenen Hör- und Filmsequenzen wesentliche Informationen, u. a. Darstellung der Personen, Beziehungsstrukturen, Handlungsstränge entnehmen,
        • medial vermittelten deutlich gesprochenen authentischen Sachtexten wesentliche Informationen entnehmen,
        • in authentischen Alltagssituationen zentrale Informationen, u. U. auf Nachfrage, verstehen( z. B. Telefonate, Gespräche, Anleitungen),
        • kurze klare und einfache Ansagen und Mitteilungen verstehen ( u. a. am Bahnhof, am Flughafen, Wegbeschreibungen, Telefonansagen),
        • Beschreibungen von Arbeitsabläufen und -zusammenhängen im beruflichen Umfeld verstehen.

         

        Leseverstehen

        Die Schülerinnen und Schüler können weitgehend selbstständig umfangreichere Texte aus Themenfeldern ihres Interessen- und Erfahrungsbereichs sowie aus vertrauten Themenfeldern von gesellschaftlicher und beruflicher Bedeutung verstehen.
        Sie können

        • klar strukturierten Sach- und Gebrauchstexten Haupt- und Einzelinformationen entnehmen sowie Besonderheiten der Textsorten erkennen,
        • fiktionale Texte zur Unterhaltung und zur Förderung des Spracherwerbs lesen und sowohl in ihren Kernaussagen als auch in Einzelheiten verstehen,
        • Beschreibungen von Arbeitsabläufen und -zusammenhängen im beruflichen Umfeld verstehen.

         

        Sprechen: an Gesprächen teilnehmen

        Die Schülerinnen und Schüler können Gespräche über alltagsbezogene Themen, über eigene Interessen und Erfahrungsbereiche führen. Sie können in Dialogen über vertraute Themen von gesellschaftlicher Bedeutung ihre Meinungen und eigene Erfahrungen formulieren.
        Sie können

        • Im Rahmen von Klassengesprächen mitteilungsbezogene Gespräche, u. a. über Beruf, Medien, Probleme von Jugendlichen führen und dabei eigene Interessen einbringen,
        • bei sprachlichen Schwierigkeiten Gespräche aufrechterhalten und sich auf die Gesprächspartner einstellen,
        • sich in Gesprächen und szenischen Darstellungen in fiktive Rollen austauschen,
        • Im Rollenspiel anwendungsorientierte Gesprächssituationen, z. B. Durchführung eines Bewerbungsgespräches erproben,
        • arbeitsplatzbezogene Informationen erfragen, einfache Telefonate annehmen und verbinden, Kunden begrüßen, Höflichkeitsformeln austauschen, auf Einladungen, Entschuldigungen reagieren.

         

        Sprechen: zusammenhängendes Sprechen

        Die Schülerinnen und Schüler können zu Themen und Inhalten ihres Interessen- und Erfahrungsbereichs und zu vertrauten Themen von gesellschaftlicher Bedeutung weitgehend zusammenhängend sprechen.
        Sie können

        • Ergebnisse der Projektarbeit und Berichte über Gelesenes oder Erlebtes mit visueller Unterstützung, u. a. Folien, Powerpoint präsentieren,
        • gelesene und gehörte einfache Texte bzw. Filmsequenzen – in der Regel gestützt auf Notizen – verständlich wiedergeben,
        • über eigene Erlebnisse und Erfahrungen berichten, Meinungen, Hoffnungen und Wünsche äußern und Gefühle formulieren.

         

        Schreiben

        Die Schülerinnen und Schüler können weitgehend selbstständig zusammenhängende Texte zu Themen ihres Interessen- und Erfahrungsbereichs sowie zu vertrauten Themen von gesellschaftlicher Bedeutung in beschreibender, berichtender, erzählender, zusammenfassender und argumentativer Form verfassen.
        Sie können

        • anwendungsorientierte Sachtexte verfassen (Lebenslauf, Bewerbungsschreiben und argumentative Texte),
        • für sie bedeutsame, informative Texte verfassen bzw. als Poster gestalten sowie auch einfache Berichte verfassen( z. B. zu Praktika oder Austausch),
        • literarische Textvorlagen bearbeiten (Anfang und Ende ergänzen, Inhalte und Handlungsabläufe perspektivisch wiedergeben),
        • in E-Mails/Formularen/Fragebögen kurze Sachinformationen verfassen,
        • Texte für die Präsentation von Arbeitsergebnissen sach-, form- und wirkungsgerecht abfassen und diese bei der mündlichen Präsentation nutzen (z. B. Poster, Info-Seiten, Broschüren, Internet-Seiten).

         

        Sprachmittlung

        Die Schülerinnen und Schüler können in einfachen Alltags- und Begegnungssituationen mündliche und schriftlich Äußerungen bzw. Texte in der jeweils anderen Sprache so wiedergeben, dass ein durchgängiges Verständnis gesichert ist, vorausgesetzt ihnen steht hierfür ausreichend Zeit zur Verfügung.
        Sie können

        • als Mittler zwischen deutsch- und türkischsprachigen Sprecherinnen und Sprechern aus einem Alltagsgespräch Informationen erschließen und in der jeweils anderen Sprache sinngemäß wiedergeben,
        • den Inhalt von einfachen Sach- und Gebrauchstexten in der jeweils anderen Sprache sinngemäß wiedergeben, sofern die Zusammenhänge ihnen vertraut sind (z. B. Broschüren, Inhaltsangaben zu Filmen, Anleitungen).

         

        Interkulturelle Kompetenzen

        Die Schülerinnen und Schüler können sich in interkulturellen Zusammenhängen orientieren und Werte, Haltungen und Einstellungen gewinnen und kritisch hinterfragen. In Begegnungssituationen des Alltags mit türkischen Muttersprachlern können sie ausgewählte kulturspezifische Konventionen beachten. Dabei können sie auf ihr erweitertes Orientierungswissen zurückgreifen und dieses um folgende inhaltliche Schwerpunkte ergänzen:

        Persönliche Lebensplanung, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben: Aspekte unterschiedlicher Jugendkulturen, Freundschaft, Partnerschaft, Beziehung zwischen den Geschlechtern; Einblicke in das aktuelle, politische, kulturelle, soziale und wirtschaftliche Leben in den türkischen Regionen, regionale und sprachliche Besonderheiten; Beschäftigung mit einer ausgewählten Region in der Türkei, Überblick über die türkischsprachigen Länder ggf. unter Berücksichtigung des europäischen/globalen Kontextes sowie der Beziehung zu Deutschland.

        Schule, Berufsorientierung: berufliche Interessen von Heranwachsenden, u. a. Stellenanzeigen, Bewerbungen; exemplarische Einblicke in Berufsaussichten junger Menschen in der Türkei, Wahrnehmung der beruflichen Chancen und Risiken im Vergleich zu Deutschland; Chancen und Risiken der Informationstechnologie.

        Die Schülerinnen und Schüler können ihr soziokulturelles Orientierungswissen zu den Bezugskulturen auch im Umgang mit Texten und Medien in der Regel erfolgreich nutzen.
        Es gelingt ihnen kulturspezifische Informationen der türkischsprachigen Lebenswelt zu festigen zu erweitern und in größere gesellschaftliche Zusammenhänge einzuordnen. Sie können ihre Erkenntnisse um andere Wertesysteme gezielt nutzen, um Verständnis und Toleranz in ihrem eigenen Alltag zu leben.

         

        Werte, Haltungen und Einstellungen

        Die Schülerinnen und Schüler können

        • Lebensbedingungen und Lebensweisen von Menschen anderer Kulturen in ausgewählten Aspekten vergleichen und kulturbedingte Unterschiede und Gemeinsamkeiten nachvollziehen und erläutern,
        • Sach- und Gebrauchstexte bezogen auf kulturspezifische Merkmale erläutern, u. a. Verwendung von Stereotypen erkennen und hinterfragen,
        • fremden Werten, Haltungen und Einstellungen mit Toleranz und Respekt begegnen.

         

        Handeln in Begegnungssituationen

        Die Schülerinnen und Schüler können

        • in Begegnungssituationen im eigenen Umfeld und im türkischsprachigen Ausland ihr Repertoire an kulturspezifischen Konventionen anwenden und erweitern,
        • Menschen aus türkischsprachigen Kulturkreisen über sich selbst, ihre Gewohnheiten, Vorlieben, Abneigungen, über wesentliche Aspekte ihrer Lebenswelt informieren und entsprechende Informationen, Ansichten des Kommunikationspartners erfragen,
        • in Begegnungssituationen gängige kulturspezifische Konventionen (u. a. Höflichkeitsformeln) beachten (z. B. in Berufspraktika, auf Reisen oder in Telefongesprächen),
        • sich auch mit Blick auf mögliche Missverständnisse und Konflikte einfühlsam im Umgang mit anderen verhalten.

         

        Verfügbarkeit von sprachlichen Mitteln und sprachliche Korrektheit

        Aussprache und Intonation

        Die Schülerinnen und Schüler können Aussprache- und Intonationsmuster weitgehend korrekt verwenden, wobei eine Akzentfärbung möglich ist.
        Sie können

        • auch in authentischen Gesprächssituationen und in einfach strukturierter freier Rede Aussprache und Intonation weitgehend angemessen realisieren,
        • auch längere Textpassagen mit weitgehend bekanntem Sprachmaterial Sinn gestaltend vortragen.

        Wortschatz

        Die Schülerinnen und Schüler können einen ausreichend großen Wortschatz umsetzen, um sich zu ihrer persönlichen Lebensgestaltung, zu Themenfeldern ihres Interessen- und Erfahrungsbereichs sowie zu Themenfeldern von gesellschaftlicher Bedeutung äußern zu können.
        Sie können produktiv und rezeptiv einen funktionalen und thematisch erweiterten Grundwortschatz im Allgemeinen angemessen und routiniert anwenden; bei der Beschäftigung mit weniger vertrauten Themen und Situationen kommen jedoch noch Fehler vor.
        Dies gilt für

        • die Klassengespräche, u. a. fragen, beschreiben, erläutern, erklären, Stellung nehmen,
        • den Bereich des interkulturellen Lernens,
        • das fachmethodische Arbeiten im Umgang mit Texten zur Beschreibung sprachlicher Phänomene,
        • das kooperative Arbeiten.

         

        Grammatik
        Die Schülerinnen und Schüler können im Allgemeinen ein gefestigtes Repertoire verwendungshäufiger grammatischer Strukturen einsetzen. Zwar kommen Fehler vor, aber es bleibt klar, was ausgedrückt werden soll.
        Sie können

        • weitere Möglichkeiten einsetzen, um Vergangenes und Zukünftiges auszudrücken und weitere wichtige Tempusformen anwenden,
        • Gegenstände, Sachverhalte, Personen und Handlungen näher charakterisieren, u. a. durch Gebrauch/Stellung von Adjektiven und Adverbien,
        • Informationen wörtlich und vermittelt wiedergeben (direkte und indirekte Rede),
        • räumliche, zeitliche und logische Bezüge innerhalb eines Satzes erkennen und ausdrücken: Fragepronomen nas ıl, ne, Verneinungen yok, değil, Steigerung der Adjektive, Konjunktionen ve, ama, Temporal- und Konditionalsätze, Possessivpronomen benim, senin,
        • einfache Annahmen oder Bedingungen formulieren, u. a. Konditionalsätze.

         

        Orthographie
        Die Schülerinnen und Schüler kennen die grundlegenden orthographischen Gesetzmäßigkeiten und können die Orthographie eines funktions- und themenbezogenen Wortschatzes weitgehend automatisiert anwenden.
        Sie können

        • typische Wortbausteine als Rechtschreibhilfen systematisch nutzen,
        • typische Schrift-Laut-Kombinationen als Rechtschreibhilfe nutzen.

         

        Sprachbewusstheit
        Die Schülerinnen und Schüler können grundlegende Einsichten in typische Strukturen und den Gebrauch der türkischen Sprache umsetzen. Sie können dieses Wissen zunehmend selbstständig nutzen, um ihre mündlichen und schriftlichen Kommunikationsprozesse zu planen, zu gestalten und zu reflektieren.
        Sie können

        • ihre Sprachkompetenz durch Erprobung auch komplexerer sprachlicher Mittel festigen und erweitern (Hypothesentesten),
        • ihren Sprachgebrauch an die Erfordernisse einfacher Kommunikationssituationen anpassen, u. a. mündlicher vs. schriftlicher Stil, Höflichkeitsformen,
        • ihre Kommunikation selbstständig planen und Kommunikationsprobleme zunehmend selbstständig lösen, z. B. durch Benutzung eines zweisprachigen Wörterbuchs und durch Einhören.

         

        Methodische Kompetenzen  

        Die Schülerinnen und Schüler können ein vielseitiges Inventar von Lern- und Arbeitstechniken in der Regel routiniert für das selbstständige und kooperative Lernen nutzen. Sie können dabei verschiedene Medien - auch digitale Medien - für unterrichtliches und außerschulisches Lernen einsetzen. Die Schülerinnen und Schüler können Lerngelegenheiten gezielt nutzen, die sich aus dem Miteinander von Deutsch, ggf. einer anderen Fremdsprache bzw. Herkunftssprache sowie Türkisch als Fremdsprache ergeben.

        Umgang mit Texten und Medien
        Über die in der Doppeljahrgangsstufe 7/8 erworbenen erweiterten methodischen Kompetenzen hinaus können die Schülerinnen und Schüler zunehmend authentische (Sach-)Texte sowie lernstandsgemäße literarische Texte, u. a. Kurzgeschichten, Gedichte, erschließen und bearbeiten, indem sie

        • einfache rhetorische Mittel (u. a. Wiederholungen, Kontraste, Vergleiche, Bilder) in Werbetexten, Liedern, Gedichten auffinden und deren Wirkung beschreiben,
        • das Zusammenspiel von Sprache, Bild und Ton in einfachen Filmausschnitten beschreiben,
        • ihr Vorwissen und Kontextwissen nutzen,
        • Gliederungen mit Hilfe von Tabellen, Rastern bzw. Überschriften etc. erstellen,
        • unterschiedliche Techniken zum Markieren und Notieren einsetzen (z. B. Notizen machen, Mind-Maps erstellen, mit Symbolen arbeiten).

        Sie können im Rahmen der Planung, Durchführung und Überarbeitung von eigenen Texten

        • umfassende sprachliche Korrekturen vornehmen,
        • verschiedene Techniken als Unterstützung nutzen (u. a. Stichworte, Gliederungen, Handlungsgeländer, Visualisierungen, ein- und zweisprachige Wörterbücher),
        • Textverarbeitungs- und Kommunikationssoftware für das kommunikative Schreiben einsetzen,
        • authentische Textformate ausformen und umgestalten ( z. B. Interview in einen Bericht umformen, den Anfang oder das Ende einer Geschichte formulieren),
        • weitgehend selbstständig das Internet für Recherche und Kommunikation und sprachliches Lernen nutzen.
        • 

        Selbstständiges und kooperatives Sprachenlernen
        Die Schülerinnen und Schüler können

        • Lern- und Arbeitsprozesse selbstständig und kooperativ gestalten (u. a. Arbeitsziele setzen, Material beschaffen, Präsentationen gestalten),
        • Techniken der systematischen Wortschatzerweiterung und -sicherung anwenden, u. a. Wörterbucharbeit, Lehrwerkgrammatik benutzen, mit der Vokabelkartei arbeiten, funktionsorientiertes Zusammenstellen von Wortfeldern und Wortregistern,
        • weitgehend selbstständig mit türkischsprachiger Lernsoftware arbeiten, elektronische Nachschlagewerke nutzen,
        • ihren Lernweg und ihren Lernerfolg dokumentieren und einschätzen ( z.B. mit Hilfe des Europäischen Portfolios der Sprachen, der zentralen Prüfungen und ggf. der Beteiligung an außerschulischen Zertifikatsprüfungen),
        • Erfahrungen im Sprachenlernen aus dem Deutsch- und Türkischunterricht sowie ggf. aus dem Herkunftssprachenunterricht und einem weiteren Fremdsprachenangebot zur Erweiterung ihrer Lern- und Kommunikationsmöglichkeiten einsetzen,
        • Türkisch in kooperativen Unterrichtsphasen gezielt als Arbeitssprache einsetzen,
        • bei sprachlichen Schwierigkeiten Gespräche aufrechterhalten unter Verwendung adäquater Kompensationsstrategien.

         

        2.3  Kompetenzprofile am Ende der Sek. I im Zusammenhang mit ihrer Bedeutung für Lebensplanung und Berufsorientierung


        Für Schülerinnen und Schüler der Hauptschule sind besonders solche fremdsprachlichen Kompetenzen wesentlich, die für ihre spezifische Lebensplanung und berufliche Orientierung von Bedeutung sind.

        Im Folgenden werden die Kompetenzen des Lehrplans für das Ende der Sekundarstufe I mit Blick auf ihre Relevanz für konkrete Anwendungssituationen im Rahmen der Lebensplanung und Berufsorientierung zusammengefasst.

        Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler die im Türkischunterricht erworbenen Kompetenzen für ihre persönliche Lebensgestaltung, für ihren weiteren Bildungsweg und für ihr berufliches Leben nutzen können und die Fremdsprache als ein Mittel zur Verständigung in interkulturellen Begegnungen, in ausbildungstechnischen und beruflichen Zusammenhängen sowie zum Aufbau und zur Pflege persönlicher Kontakte erfahren. Schülerinnen und Schüler der Hauptschule verfügen am Ende der Sekundarstufe I unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Anforderungsebenen über die im Folgenden beschriebenen Kompetenzen.

        Sie können sich auf Türkisch verständigen und diese Fähigkeit für die persönliche Lebensgestaltung im Alltag einsetzen.

        Sie können Informationsangebote nutzen und

        • Auskünfte zu Fahrplänen einholen, in Zeitungen oder Zeitschriften sowie im Internet gezielt nach konkreten Informationen suchen ( z. B. in Kinoprogrammen),
        • Anfragen und Reservierungen vornehmen ( z. B. auf internationalen Campingplätzen),
        • türkischsprachige Internetangebote nutzen ( z. B. Einkäufe tätigen),
        • deutlich gesprochenen sowie klar strukturierten Beiträgen zu vertrauten Themen in Rundfunk, Fernsehen und Internet wichtige Informationen entnehmen,
        • einfache technische Informationen verstehen (z. B. Bedienungsanleitungen für Geräte des täglichen Gebrauchs).

        Sie können Kontakte herstellen, aufrechterhalten und vertiefen und

        • Kontakte zu Gesprächspartnerinnen und -partnern herstellen durch Begrüßung, Abschied, Sich-Vorstellen, Sich-Bedanken,
        • höflich Überzeugungen, Meinungen, Zustimmung und Ablehnung ausdrücken,
        • Gefühle wie Überraschung, Freude, Trauer und Interesse und Gleichgültigkeit ausdrücken und auf entsprechende Gefühlsäußerungen sprachlich angemessen reagieren.

        Sie können sich in Alltagssituationen im Ausland über lebenspraktische Angelegenheiten verständigen und

        • Einkäufe machen oder eine Mahlzeit bestellen,
        • sich schriftlich und mündlich, auch telefonisch verabreden oder Absprachen treffen,
        • Wege/touristische Ziele erfragen, Eintrittskarten/Fahrkarten kaufen,
        • Ausnahmesituationen sprachlich bewältigen ( z. B. Krankenhaus, Polizei).

        Sie können sich an einem Gespräch bzw. an einer Diskussion über Themen von allgemeiner Bedeutung beteiligen und

        • andere bitten zu erklären oder genauer zu erläutern, was sie gerade gesagt haben,
        • durch kurze Begründungen und Erklärungen die eigene Meinung verständlich machen und kurz zu den Standpunkten anderer Stellung nehmen.

        Sie können am kulturellen Leben teilnehmen und

        • das Wesentliche aus deutlich artikulierten Liedern, Filmpassagen, leicht zugänglichen Artikeln aus Jugendzeitschriften, einfachen literarischen Texten verstehen,
        • Recherchen - auch Internetrecherchen - zu landeskundlichen Aspekten und Themen ihres Interesses im türkischsprachigen Raum durchführen.

        Sie können wichtige Informationen in der jeweils anderen Sprache wiedergeben und

        • in einem Gespräch mit einer Deutsch sprechenden und einer Türkisch sprechenden Person die Hauptgedanken dieser beiden Personen jeweils im Kern wiedergeben und so zu einem Informationsaustausch verhelfen,
        • für eine deutsch- bzw. türkischsprachige Person die wichtigsten Gedanken eines einfachen türkisch- bzw. deutschsprachigen Textes jeweils auf Deutsch bzw. Türkisch zusammenfassen.

        Sie können ihre Türkischkenntnisse für ihren weiteren Bildungsweg nutzen. 

        Sie können einfache Sachtexte und adaptierte literarische Texte lesen, Materialien unter einer leitenden Fragestellung selbstständig bearbeiten und

        • kurze Informationen aus mehreren Quellen zusammenführen, auswerten und für jemand anderen zusammenfassen,
        • auch längere Texte nach gewünschten Informationen durchsuchen und Informationen aus verschiedenen Texten oder Textteilen zusammenbringen, um eine bestimmte Aufgabe zu lösen.

        Sie können einfache gesellschaftliche und kulturelle Zusammenhänge türkischsprachiger Länder verstehen und

        • Recherchen, auch Internetrecherchen, zu leicht zugänglichen technologischen, geographischen, politischen, historischen, kulturellen Aspekten durchführen,
        • einige charakteristische Merkmale der Kultur und Gesellschaft als Orientierungswissen erfassen ( z. B. Arbeitsgewohnheiten, Sport, Wohnverhältnisse, Familienbeziehungen, Migration, Minderheiten, Medienkonsum, Kunst, populäre Musik und Filme, Kleidung).

        Sie können Ergebnisse der eigenen Arbeit präsentieren und

        • Notizen mit einfachen Informationen anfertigen, um einen eigenen Beitrag vorzubereiten,
        • eine vorbereitete einfach strukturierte Präsentation zu einem vertrauten Thema klar vortragen (z. B. mit Hilfe von Lernpostern, Powerpoint-Präsentationen, Dokumentationen des Portfolios). 

        Sie können Lernerfahrungen und -techniken für die Vertiefung ihrer Türkischkenntnisse sowie für den Erwerb weiterer Sprachen nutzen und

        • Erklärungen und Übungen zur Erweiterung der eigenen Sprachkompetenz nutzbar machen,
        • Materialien für selbstgesteuertes Lernen organisieren und verwenden.

        Sie können den eigenen Lernstand realistisch einschätzen und als Grundlage für Entscheidungen über weitere Lernwege in Bezug auf die türkische Sprache nutzen und

        • eigene fachliche Stärken und Schwächen einschätzen,
        • Lernprozesse entsprechend der individuellen Lernstile organisieren.

        Sie können ihre Türkischkenntnisse bei späteren beruflichen Tätigkeiten und in der beruflichen Weiterbildung verwenden
        Sie können die eigene Person schriftlich und mündlich präsentieren und

        • im Rahmen einer Bewerbung, z. B. für einen Auslandsaufenthalt, ein Auslandspraktikum einen knappen Lebenslauf schreiben,
        • in einem Gespräch Auskunft über die eigene Person geben, z. B. Schulausbildung, Interessen und Kompetenzen, Hobbys, Berufspläne.

        Sie können vorbereitete sachbezogene Telefonate führen und Vereinbarungen treffen sowie kurze formale Briefe und E-Mails verfassen sowie

        • Nachrichten notieren, wenn jemand nach Informationen fragt oder ein Problem erläutert,
        • per Fax oder E-Mail kurze Sachinformationen weitergeben oder nach solchen fragen,
        • Sachinformationen über vertraute Routineangelegenheiten austauschen.

        Sie können Sach- und Informationstexten sowie schematischen Darstellungen und Statistiken wichtige Fakten entnehmen und

        • Meldungen und andere Texte, z. B. Broschüren „quer lesen“, um wichtige Informationen zu finden (was, wer, wo, wann, wie?),
        • einfache Briefe, z. B. Terminabsprachen, Einladungen verstehen, kurzen Texten oder Anweisungen, z. B. Anzeigen, Prospekten, gezielt Informationen entnehmen,
        • Produktbeschreibungen, Handbücher, Gebrauchsanleitungen so weit verstehen, dass diese für Arbeitsabläufe genutzt werden können.

        Sie können sich über aktuelle Entwicklungen der Betriebs- und Arbeitswelt im internationalen Raum informieren und

        • neue türkischsprachige Informationswege nutzen, z. B. Internetplattformen, Foren,
        • Ausbildungsangebote und Berufsbilder vergleichen, z. B. von ortsansässigen Firmen/Kooperationspartnern mit Standorten im Ausland, in Partnerstädten,
        • wichtige Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Berufsleben der eigenen und der zielsprachigen Berufs- und Arbeitswirklichkeit erkennen und verstehen.
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        © 2020 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 12.02.2020