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1. Aufgaben und Ziele des Faches

Die Fächer Kunst, Musik und Textilgestaltung bilden den künstlerischen Bereich der Realschule. Sie leisten innerhalb des Fächerkanons der Sekundarstufe I einen wesentlichen Beitrag zur ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung durch die Vermittlung ästhetischer Bildung.Im Zentrum dieser Fächer stehen der gestalterische Umgang mit kulturellen Phänomenen sowie die Wahrnehmung und Reflexion der künstlerisch-ästhetischen Vielgestaltigkeit von Kultur und Lebenswirklichkeit.

Das Fach Textilgestaltung unterstützt die ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung durch die Vermittlung ästhetischer Erfahrung mit Textilem, seinen Ausdrucksmöglichkeiten und seiner kulturellen Tradition oder Innovation. Das Fach vermittelt dabei die Fähigkeit zur praktischen Gestaltung und Kreativität und erzieht darüber hinaus die Schülerinnen und Schüler zu kritischen und verantwortungsbewussten Verbrauchern.

Textiles besitzt in der Lebenswelt der Jugendlichen einen hohen, oft unbewussten Stellenwert. Vor diesem Hintergrund unterstützt die Ausbildung von textiler Handlungs- und Gestaltungskompetenz die Alltagsbewältigung und die aktive Lebensgestaltung der Schülerinnen und Schüler und ermöglicht ihnen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit Textilem.

Fachliche Lernprozesse und elementare Erfahrungen in der Herstellung und Gestaltung sowie im Umgang mit Materialien spielen eine zentrale Rolle innerhalb der textilen Gestaltungskompetenz.

Dabei ist neben der Ausbildung fachlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten die Entwicklung von kreativem Gestaltungspotenzial auch für die Zukunft der Schülerinnen und Schüler von besonderer Bedeutung. Das Finden eigenständiger Lösungen im Hinblick auf Entwurf und Herstellung von eigenen Arbeiten gehört dabei ebenso zum Lernprozess wie deren Reflexion.

Der Unterricht im Fach Textilgestaltung ermöglicht die Auseinandersetzung mit Textilem in Entstehungs- und Verarbeitungsprozessen sowie im Hinblick auf gesellschaftliche und historische Zusammenhänge. Er verschafft auf diese Weise Einblicke in eigene und fremde Kulturen und fördert damit den Erwerb von interkulturellen Kompetenzen wie Toleranz, Offenheit und Wertschätzung.

Der Unterricht im Fach Textilgestaltung zeigt lokale und globale Entstehungsprozesse von Textilem. Durch das Bewusstmachen dieser Zusammenhänge ermöglicht der Unterricht die Entwicklung sozialer Verantwortung. Darüber hinaus vermittelt er Kenntnisse von textilwirtschaftlichen Prozessen und befähigt zu einem kritischen Umgang mit gesellschaftlichen Konventionen.

Das Fach Textilgestaltung bietet in besonderer Weise Möglichkeiten zur Förderung der Feinmotorik. Dieser Bereich ist bedeutsam für Schülerinnen und Schüler im Sinne der physiologischen Entwicklung des eigenen Bewegungsapparats, der Anregung der kognitiven Entwicklung und der Ausbildung traditioneller Kulturtechniken.

Die Auseinandersetzung mit Textilem geschieht im Handlungszusammenhang von Rezeption und Produktion. Daneben ist Reflexion integraler Bestandteil und Voraussetzung für das Erlernen von Zusammenhängen.

Die Ausbildung von textiler Handlungs- und Gestaltungskompetenz im Bereich der Produktion zielt auf die Fähigkeit zum eigenständigen Entwickeln von Lösungen, von ersten Ideen, Skizzen und Entwürfen bis hin zum fertigen Produkt und seiner Präsentation. Dabei ist das Experimentieren eine zentrale Methode bei allen Teilschritten, um zu innovativen Lösungen zu gelangen. Der Unterricht vermittelt die für die Produktion notwendigen textilen Techniken, einen sicheren Umgang mit Werkzeugen und Maschinen, Kenntnisse über die Besonderheiten des textilen Materials sowie die theoretischen Grundlagen.

Das Gestalten mit und von Textilem ist nicht nur ergebnisorientiert, sondern in besonderem Maße prozessorientiert angelegt. Sachbezogene Einsichten, fachpraktische Fertigkeiten und Fähigkeiten, individuelle Erlebnisse und Erfahrungen sowie die Fähigkeit und Bereitschaft zur Findung von innovativen und kreativen Lösungen sind beim konkreten gestalterischen Handeln unverzichtbar. Dies geschieht, wo immer der Einsatz sinnvoll und möglich ist, mit modernen Medien und Maschinen. Prozesse der Gestaltung, der Wahrnehmung und der Reflexion bedingen sich gegenseitig. Der Unterricht im Fach Textilgestaltung macht diese Zusammenhänge bewusst und ermöglicht den Schülerinnen und Schülern diese für ihre Ge­staltung zu nutzen, unerwartete Lösungen anzuerkennen und die Produkte anderer wertzuschätzen.

Im Bereich Rezeption von Textilem befähigt der Unterricht die Schülerinnen und Schüler, differenziert wahrzunehmen, zunehmend systematisch zu beschreiben, zu untersuchen, zu beurteilen, zu bewerten und die Ergebnisse durch angewandte Fachsprache differenziert darzustellen.

Sprachliche Fähigkeiten müssen in einem sprachsensiblen Fachunterricht gezielt angebahnt und vertieft werden. Kognitive Prozesse des Umgangs mit Fachwissen, der methodischen Fähigkeiten und der Beurteilung und Bewertung von ästhetischen Sachverhalten und Problemstellungen sind ebenso sprachlich vermittelt wie die Präsentation von Lernergebnissen und der kommunikative Austausch darüber.

Verschiedene Arbeitsformen mit ihrer spezifischen Problematik bei der Herstellung und dem Vertrieb bieten die Möglichkeit, Handlungsfähigkeiten für ihre zukünftige Rolle in der Arbeitswelt und als Verbraucherinnen und Verbraucher zu erwerben. Dies ist umso wichtiger, als der nachhaltige und verantwortungsvolle Gebrauch von Ressourcen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Somit richtet das Fach Textilgestaltung den Blick auf die Berufsorientierung und die Lebensplanung der Schülerinnen und Schüler. Außerschulische Lernorte und besondere Situationen des Schullebens sind geeignet, textile Handlungs- und Gestaltungskompetenz lebensnah zu erwerben.

Über die o.g. Kernaufgaben hinaus leistet das Fach Textilgestaltung seinen Beitrag im Zusammenspiel der Fächer. Die gemeinsame Arbeit im Bereich der Fächer Kunst, Musik und Textilgestaltung erfolgt auf der Grundlage bereichs- und fachkonferenzbezogener Planungen, fächerverbindender Unterrichtsvorhaben sowie schulinterner Lehrplangestaltung. Gleichermaßen muss das Fach eine Zusammenarbeit mit externen Partnern fördern, um Schülerinnen und Schülern frühzeitig die außerschulische Welt zu erschließen und Teilhabemöglichkeiten zu eröffnen.

Innerhalb der von allen Fächern zu erfüllenden Querschnittsaufgaben trägt auch das Fach Textilgestaltung im Rahmen der Kompetenzentwicklung zur Sensibilisierung für unterschiedliche Geschlechterperspektiven, zur Werteerziehung sowie zur kulturellen Mitgestaltung bei.

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© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 23.05.2013