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Beispiel eines schulinternen Lehrplanes für die Realschule im Wahlpflichtfach Biologie

Hinweis: Als Beispiel für einen schulinternen Lehrplan auf der Grundlage des Kernlehrplans Realschule Wahlpflichtfach Biologie steht hier der schulinterne Lehrplan einer fiktiven Schule zur Verfügung.

Um zu verdeutlichen, wie die jeweils spezifischen Rahmenbedingungen in den schulinternen Lehrplan einfließen, wird die Schule in Kapitel 1 zunächst näher vorgestellt. Den Fachkonferenzen wird empfohlen, eine nach den Aspekten im vorliegenden Beispiel strukturierte Beschreibung für ihre Schule zu erstellen.

1 Rahmenbedingungen der fachlichen Arbeit

Hinweis: Um die Ausgangsbedingungen für die Erstellung des schulinternen Lehrplans festzuhalten, können beispielsweise folgende Aspekte berücksichtigt werden:
  • Lage der Schule
  • Aufgaben des Fachs bzw. der Fachgruppe
  • Funktionen und Aufgaben der Fachgruppe vor dem Hintergrund des Schulprogramms
  • Beitrag der Fachgruppe zur Erreichung der Erziehungsziele ihrer Schule
  • Beitrag zur Qualitätssicherung und –entwicklung innerhalb der Fachgruppe
  • Zusammenarbeit mit andere(n) Fachgruppen (fächerübergreifende Unterrichtsvorhaben und Projekte)
  • Ressourcen der Schule (personell, räumlich, sächlich), Größe der Lerngruppen, Unterrichtstaktung, Stundenverortung
  • Fachziele
  • Name des/der Fachvorsitzenden und des Stellvertreters/der Stellvertreterin
  • ggf. Arbeitsgruppen bzw. weitere Beauftragte

Die Realschule wird von circa 600 Schülerinnen und Schülern in 21 Klassen besucht. Sie befindet sich in einem Schulzentrum am westlichen Stadtrand von Köln gemeinsam mit einem Gymnasium.

Die Fachgruppe Biologie ist Teil des Fachbereichs Naturwissenschaften und arbeitet eng mit den Fachgruppen Chemie, Physik und Informatik zusammen. Jährlich findet neben den fachbezogenen Fachkonferenzen auch mindestens eine naturwissenschaftliche Fachkonferenz statt, die sich aus den Vertreterinnen und Vertretern der genannten Fächer inklusive Eltern- und Schülervertretern zusammensetzt.

Diese gemeinsame Fachkonferenz hat zum Ziel, Absprachen zwischen den beteiligten Fächern zu fördern und gemeinsame Projekte zu vereinbaren sowie Anschaffungen im naturwissenschaftlichen Bereich abzusprechen. Der Unterricht in allen naturwissenschaftlichen Fächern findet in Doppelstunden statt.

Die Schule hat in ihrem Schulprogramm einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt festgelegt und ist als MINT-Realschule ausgezeichnet. Eine naturwissenschaftliche Grundbildung soll allen Schülerinnen und Schülern vermittelt werden, unabhängig davon, welches Schwerpunktfach sie in der Differenzierungswahl belegen.

Beitrag des Faches zur Erreichung der Erziehungsziele der Schule

Das Fach Biologie will Interesse und Neugier an naturwissenschaftlichen Themen wecken. Die Schülerinnen und Schüler sollen naturwissenschaftliche Denkweisen nachvollziehen können sowie auf der Grundlage von fachlich fundierten Kenntnissenihren eigenen Standpunkt finden und zu verantwortungsbewusstem Handeln gegenüber dem eigenen Körper und respektvollem Umgang mit der belebten Umwelt befähigt werden.

Ausstattung der Fachgruppe Biologie

1 Biologieraum mit Zugang zur Sammlung, Internetzugang mit zwei festinstallierten PCs, interaktivem Whiteboard, Mikroskopen, Experimentiermaterial für Schülerexperimente und Demonstrationsexperimente, Gas-, Wasser- und Stromanschluss, kleine naturwissenschaftliche Bibliothek

1 Biologieraum mit Minimalausstattung: Wasser- und Stromanschluss, Projektionsmöglichkeit: VHS und DVD

  • Fachkolleg(inn)en: 6
  • Fachkonferenzvorsitz: X
  • Gefahrstoffbeauftragte: Y
  • Sicherheitsbeauftragte: Z

Stundentafel ohne Wahlpflichtbereich:

5678910Summe
Biologie 2 2 - 2 - 2 8
Physik 2 - 2 1 2 - 7
Chemie - - 2 1 2 2 7

Wahlpflichtunterricht wird ab der Klasse 7 jeweils 3-stündig im Kursverband unterrichtet. Als naturwissenschaftlich-technische Schwerpunkte werden jeweils die Schwerpunktfächer Biologie sowie Informatik angeboten und regelmäßig von den Schülerinnen und Schülern gewählt, so dass die WP-Kurse jedes Jahr zustande kommen.

Ab Klasse 7 wird Biologie für alle Schülerinnen und Schüler im Kursverband unterrichtet, um Dopplungen zwischen Biologieunterricht im Klassenverband und Biologieunterricht im Schwerpunktkurs zu vermeiden.

Darüber hinaus werden ab der Jahrgangsstufe 7 zwei Ergänzungsstunden in fächer- und klassenübergreifendem Ergänzungsunterricht Naturwissenschaften angeboten, der von besonders interessierten Schülerinnen und Schülern besucht wird.

2 Entscheidungen zum Unterricht

Hinweis: Die nachfolgend dargestellte Umsetzung der verbindlichen Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans findet auf zwei Ebenen statt.

Das Übersichtsraster gibt den Lehrkräften einen raschen Überblick über die laut Fachkonferenz verbindlichen Unterrichtsvorhaben pro Schuljahr. In dem Raster sind außer dem Thema des jeweiligen Vorhabens das schwerpunktmäßig damit verknüpfte Inhaltsfeld bzw. die Inhaltsfelder, inhaltliche Schwerpunkte des Vorhabens sowie Schwerpunktkompetenzen ausgewiesen.

Die Konkretisierung von Unterrichtsvorhaben führt weitere Kompetenzerwartungen auf und verdeutlicht vorhabenbezogene Absprachen, z.B. zur Festlegung auf einen Aufgabentyp bei der Lernerfolgsüberprüfung durch eine Klausur.

2.1 Unterrichtsvorhaben

Die Darstellung der Unterrichtsvorhaben im schulinternen Lehrplan dient als verbindliche Planungsgrundlage des Unterrichts und hält die darauf bezogenen notwendigen Abstimmungen fest. Sie hat insbesondere zum Ziel, Wege zur schrittweisen Anlage und Weiterentwicklung sämtlicher im Kernlehrplan angeführter Kompetenzen auszuweisen. Dies entspricht der Verpflichtung jeder Lehrkraft, alle Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans bei den Lernenden auszubilden und zu fördern.

Die Darstellung erfolgt auf zwei Ebenen, der Übersichts- und der Konkretisierungsebene:

Im Übersichtsraster Unterrichtsvorhaben (Kapitel 2.1.1) wird die für alle Lehrerinnen und Lehrer gemäß Fachkonferenzbeschluss verbindliche Verteilung der Unterrichtsvorhaben dargestellt. Das Übersichtsraster dient dazu, für die einzelnen Jahrgangsstufen allen Akteuren einen schnellen Überblick über Themen bzw. Fragestellungen der Unterrichtsvorhaben unter Angabe besonderer Schwerpunkte in den Inhalten und in der Kompetenzentwicklung zu verschaffen. Der ausgewiesene Zeitbedarf versteht sich als grobe Orientierungsgröße, die nach Bedarf über- oder unterschritten werden kann. Um Spielraum für Vertiefungen, besondere Schülerinteressen, aktuelle Themen bzw. die Erfordernisse anderer besonderer Ereignisse (z. B. Praktika, Klassenfahrten o. ä.) zu erhalten, wurden im Rahmen dieses schulinternen Lehrplans nur ca. 75 Prozent der Bruttounterrichtszeit verplant.

In den konkretisierten Unterrichtsvorhaben (Kapitel 2.1.2) werden die Unterrichtsvorhaben [hier exemplarische] und die diesbezüglich getroffenen Absprachen detaillierter dargestellt.

Durch diese Darstellung der Vorhaben soll ein für alle Lehrkräfte nachvollziehbares Bild entstehen, wie nach Maßgabe der Fachgruppe die Vorgaben des Kernlehrplans im Unterricht umgesetzt werden können. Insbesondere Referendarinnen und Referendaren sowie neuen Kolleginnen und Kollegen dienen die detaillierteren Angaben vor allem zur standardbezogenen Orientierung bezüglich der fachlichen Unterrichtskultur in der neuen Schule, aber auch zur Verdeutlichung von unterrichtsbezogenen fachgruppeninternen Absprachen zu didaktisch-methodischen Zugängen, fächerübergreifenden Kooperationen, Lernmitteln und -orten sowie vorgesehenen Leistungsüberprüfungen, die im Einzelnen auch den Kapiteln 2.2 bis 2.4 zu entnehmen sind.

Abweichungen von Vorgehensweisen der konkretisierten Unterrichtsvorhaben über die als verbindlich bezeichneten notwendigen Absprachen hinaus sind im Rahmen der pädagogischen Freiheit der Lehrkräfte möglich. Sicherzustellen bleibt allerdings auch hier, dass im Rahmen der Umsetzung der Unterrichtsvorhaben insgesamt alle Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans Berücksichtigung finden.

2.1.1 Übersichtsraster Unterrichtsvorhaben

Jg Kontext (Zeitumfang)
Fragestellung
Inhaltsfeld
Inhaltliche Schwerpunkte
Schwerpunkte der Kompetenzentwicklung
7 Ökosystem Wald (ca. 30 Ust.)
Wie wirken die Umweltfaktoren im System Wald zusammen?
Ökosysteme (1)
  • Bestandteile von Ökosystemen und deren Wechselbeziehungen
  • Funktionsprinzipien von Ökosystemen
  • Dynamik von Ökosystemen
E1 Fragestellungen erkennen
E5 Untersuchungen und Experimente durchführen
E6 Untersuchungen und Experimente auswerten
E4 Untersuchungen und Experimente planen
K3 Untersuchungen dokumentieren
E8 Modelle anwenden
K4 Daten aufzeichnen und darstellen
K6 Informationen umsetzen
7

Klimawandel (ca. 8 Ust.)
Welchen Einfluss hat die menschliche Lebensweise auf die Biosphäre?

Konkretisierung des Unterrichtsvorhabens

Ökosysteme (1)
  • Einfluss menschlicher Lebensweisen auf Ökosysteme
E8 Modelle anwenden
K2 Informationen identifizieren
K8 Zuhören, hinterfragen
7 Kampf gegen Infektionskrankheiten (ca. 20 Ust.)
Wie kann man sich vor der Ansteckung mit Krankheitserregern schützen und die Erreger bekämpfen?
Biologische Forschung und Medizin (2)
  • Krankheitserreger
  • Immunsystem des Menschen
  • Impfungen
UF2 Konzepte unterscheiden und auswählen
E2 Bewusst wahrnehmen
K4 Daten aufzeichnen und darstellen
K7 Beschreiben, präsentieren, begründen
UF1 Fakten wiedergeben und erläutern
E8 Modelle anwenden
E6 Untersuchungen und Experimente auswerten
K5 Recherchieren
B2 Argumentieren und Position beziehen
8 Milchallergie oder Laktoseintoleranz?(ca. 6 Ust.)
Wie entsteht eine Allergie?
Biologische Forschung und Medizin (2)
  • Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten
UF3 Sachverhalte ordnen und strukturieren
E3 Hypothesen entwickeln
E4 Untersuchungen und Experimente planen
8

Zucker im Blut (ca. 8 Ust.)
Wie wird der Zuckergehalt im Blut reguliert und welche Folgen hat es für den Organismus, wenn die Regulation nicht mehr funktioniert?

Konkretisierung des Unterrichtsvorhabens

Informationsverarbeitung (5)
  • Hormonelle Steuerung und Regelung
UF4 Wissen vernetzen
E7 Modelle auswählen und Modellgrenzen angeben
K5 Recherchieren
8 Sexualität und Verantwortung(ca. 10 Ust.)
Wie kann man sich vor ungewollter Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Krankheiten schützen?
Wie können Eltern verantwortungsvoll mit dem ungeborenen Kind und schließlich dem Säugling umgehen?
Sexualerziehung (7)
  • Verhütung und Infektionsschutz
  • Schwangerschaft und Schwangerschaftskonflikte
K6 Informationen umsetzen
B1 Bewertungen an Kriterien orientieren
8 Werte und Normen in der Partnerschaft (ca. 6 Ust.) Sexualerziehung (7)
  • Sexuelle Orientierung und Identität
  • Schwangerschaft und Schwangerschaftskonflikte
UF1 Fakten wiedergeben und erläutern
B3 Werte und Normen berücksichtigen
8

Vom Umweltreiz zum Sinneseindruck (ca. 16 Ust.)
Wie nehmen wir unsere Umwelt wahr und reagieren darauf?

Konkretisierung des Unterrichtsvorhabens

Informationsverarbeitung (5)
  • Neuronale Steuerung und Regelung
UF3 Sachverhalte ordnen und strukturieren
UF4 Wissen vernetzen
E6 Untersuchungen und Experimente auswerten
E7 Modelle auswählen und Modellgrenzen angeben
8 Vorbereitung auf eine Klassenarbeit mithilfe neurobiologischer Erkenntnisse(ca. 8 Ust.)
Wie lernen wir?
Informationsverarbeitung (5)
  • Lernen und Gedächtnis
UF1 Fakten wiedergeben und erläutern
E6 Untersuchungen und Experimente auswerten
E7 Modelle auswählen und Modellgrenzen angeben
9 Mendel – Entstehungsgeschichte von biologischen Regeln (ca. 10 Ust.)
Wie hat Gregor Mendel die Regeln der Vererbung entwickelt?
Genetik (3)
  • Klassische Genetik
UF4 Wissen vernetzen
E6 Untersuchungen und Experimente auswerten
E9 Arbeits- und Denkweisen reflektieren
9 Albinismus(ca. 8 Ust.)
Wie steuern Gene die Ausprägung von Merkmalen?
Genetik (3)
  • Proteinbiosynthese
UF2 Konzepte unterscheiden und auswählen
K1 Texte lesen und erstellen
K5 Recherchieren
9

Klonen(ca. 18 Ust.)
Welche Vor- und Nachteile hat das Klonen von Lebewesen?

Konkretisierung des Unterrichtsvorhabens

Genetik (3)
  • Sexuelle und asexuelle Vermehrung
UF4 Wissen vernetzen
E5 Untersuchungen und Experimente durchführen
K2 Informationen identifizieren
K4 Daten aufzeichnen und darstellen
K7 Beschreiben, präsentieren, begründen
9 Gentechnische Herstellung von Insulin (ca. 8 Ust.)
Wie entwickelt sich ein Mensch?
Organspender werden?
Genetik (3)
  • Gentechnik
UF2 Konzepte unterscheiden und auswählen
UF4 Wissen vernetzen
E8 Modelle anwenden
K7 Beschreiben, präsentieren, begründen
B2 Argumentieren und Position beziehen
10 Von der Befruchtung bis zum Tod – Phasen der Entwicklung(ca. 8 Ust.)
Wie entwickelt sich ein Mensch?
Organspender werden?
Stationen eines Lebens (6)
  • Individualentwicklung des Menschen
K2 Informationen identifizieren
K3 Untersuchungen dokumentieren
K9 Kooperieren und im Team arbeiten
10 Familienplanung (ca. 12 Ust.)
Wunschkinder oder Kinder nach Maß?
Stationen eines Lebens (6)
  • Pränataldiagnostik
UF1 Fakten wiedergeben und erläutern
K7 Beschreiben, präsentieren, begründen
B3 Werte und Normen berücksichtigen
10 Leukämie und die Knochenmarkstransplantation(ca. 8 Ust)
Wie können Stammzellen therapeutisch eingesetzt werden?
Stationen eines Lebens (6)
  • Stammzellen
UF1 Fakten wiedergeben und erläutern
B2 Argumentieren und Position beziehen
10 Die Lemuren auf Madagaskar (14 Ust.)
Warum gibt es Lemuren nur auf Madagaskar?
Wie können sich aus einer Gründerpopulation im Laufe der Zeit viele verschiedene Arten entwickeln?
Evolution (4)
  • Evolutionsfaktoren
  • Artbildung
UF1 Fakten wiedergeben und erläutern
UF2 Konzepte unterscheiden und auswählen
UF3 Sachverhalte ordnen und strukturieren
10 Die Entwicklung zum modernen Menschen (ca. 8 Ust.)
Wie entstand im Laufe der Evolution der heutige Mensch?
Evolution (4)
  • Phylogenetische Stammbäume
UF4 Wissen vernetzen
E3 Hypothesen entwickeln
E9 Arbeits- und Denkweisen reflektieren
K5 Recherchieren

2.2 Grundsätze der fachmethodischen und fachdidaktischen Arbeit

Die Aussagen zur methodisch-didaktischen Ausrichtung des Biologieunterrichts im Wahlpflichtfach orientieren sich in ihren Grundsätzen am Referenzrahmen Schulqualität NRW , insbesondere an den im Inhaltsbereich 2 „Lehren und Lernen“ beschriebenen Dimensionen.

Die Fachgruppe vereinbart unter Berücksichtigung des Schulprogramms die folgenden Grundsätze, die dem Unterricht in jeder Lerngruppe zugrunde liegen sollen.

Lehr- und Lernprozesse

  • bevorzugter Einsatz von forschenden und problemorientierten Unterrichtsverfahren
  • Einsatz von kooperativen Lernformen
  • Förderung von vernetztem Denken mit Hilfe der Basiskonzepte
  • Anleitung zur Entwicklung eigener Lernstrategien
  • Transparenz der Kompetenzerwartungen
  • Integration von Phasen der Übung und des Transfers auf neue Aufgaben und Problemstellungen
  • Einbindung von Phasen der Metakognition, in denen zentrale Aspekte von zu erwerbenden Kompetenzen reflektiert werden

Experimente und eigenständige Untersuchungen

  • möglichst häufige Durchführung von Experimenten und eigenständigen Untersuchungen
  • Entwicklung der Fähigkeiten zur Dokumentation der Experimente und Untersuchungen (Versuchsprotokoll) in Absprache mit den Fachkonferenzen der anderen naturwissenschaftlichen Fächer
  • Förderung der Selbstständigkeit der Lernenden bei der Planung, Durchführung und Auswertung von Untersuchungen
  • Beachtung der geltenden Sicherheitsvorschriften gemäß RISU-NRW, ggf. Erstellen von Gefährdungsbeurteilungen

Umgang mit Heterogenität

  • Lernarrangements, bei der alle Lernenden am gleichen Unterrichtsthemaarbeiten, aber dennoch vielfältige Möglichkeiten für binnendifferenzierende Maßnahmen bestehen
  • Folgende Maßnahmen der Differenzierung sind denkbar (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
    • kooperative Lernformen wie z.B. Gruppenpuzzle, Kugellager, Museumsgang
    • Lernaufgaben in differenzierten Leistungsniveaus
    • Aufgaben mit gestuften Lernhilfen
    • Helfersysteme bzw. Hilfesysteme, besonders in offenen Lernformen
    • projektorientiertes Arbeiten
    • Lernen durch Lehren – Schülerinnen und Schüler als „Experten“ geben ihr Wissen weiter
    • Offenes Arbeiten in einer gestalteten Lernumgebung (Selbstlernzentrum, Lernbüros, Tablet-PC, vorbereitete Experimentiersets)
    • Portfolio-Arbeit zur Stärkung des eigenverantwortlichen Lernens
    • Angebote für Schülerinnen und Schüler mit praktischen Fähigkeiten (z. B. Schülerinnen und Schüler bereiten Demonstrationsexperimente für die Lerngruppe vor)
    • zeitweise Bildung von möglichst leistungshomogenen Gruppen zur Bearbeitung von Aufgaben auf unterschiedlichen Niveaus
    • Teilnahme an Wettbewerben, z.B. Biologisch

Projekte und außerschulische Lernorte

Die Fachgruppe Biologie strebt an, möglichst häufig außerschulische Lernorte zu besuchen, um den Schülerinnen und Schülern die authentische Begegnung mit dem lebendigen Objekt zu ermöglichen und sie darin zu unterstützen, eine unmittelbare Beziehung zur Natur aufzubauen. Außerschulische Partner leisten dabei einen erheblichen Beitrag.

Beispiele für Unterrichtsgänge in den verschiedenen Jahrgangsstufen:

Zum Inhaltsfeld Tiere und Pflanzen in Lebensräumen (Klassen 5/6):

  • Pflanzenbestimmungsübungen im Schulumfeld (Schulhof, Wegränder in Schulumgebung)
  • rollende Waldschule der Kreisjägerschaft
  • Zooschule Köln (extreme Lebensräume)

Zum Inhaltsfeld Ökosysteme und ihre Veränderungen (Klassen 7/8):

  • Untersuchung eines Fließgewässers: Patenschaft eines Abschnittes des Pulheimer Bachs
  • Untersuchung eines stehenden Gewässers: Schulteich
  • Kooperation mit dem Förster des Waldgebietes der Glessener Höhe

KlassenZum Inhaltsfeld Gene und Vererbung (Klassen 9/10):

  • Wissenschaftsscheune des MPI für Züchtungsforschung Köln-Vogelsang
  • Schülerlabor Forschungszentrum Jülich (Experimentiertag)

Zum Inhaltsfeld Evolution – Vielfalt und Veränderung (Klassen 9/10):

  • Zooschule Köln (Evolutionstendenzen bei Affen)
  • Museum König, Bonn

Zum Inhaltsfeld Sexualkunde (Klassen 9/10):

  • Pro Familia, Köln

Sprachsensibler Fachunterricht

Die Förderung in der deutschen Sprache ist Aufgabe aller Lehrkräfte einer Schule und gilt für alle Fächer, somit auch für das Fach Biologie.

Die Fachkonferenz empfiehlt u.a. folgende Methodenwerkzeuge, um die sprachlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu trainieren und zu erweitern:

  • wechselseitiges Lesen und Erklären
  • Wortliste/Wortfeld
  • Vorgabe von Satzmustern und Satzbausteinen
  • Bildsequenz/Filmleiste
  • Concept-Cartoons

Sowohl im Unterricht als auch bei Hausaufgaben werden Aufgaben gestellt, deren Lösungen von den Schülern eigenständige Formulierungen erfordern.

Versuchsprotokolle werden mit dem besonderen Augenmerk auf Sprache ausführlich thematisiert. Dabei wird ebenfalls auf die fachmethodische Unterscheidung von Beschreibung und Deutung von Beobachtungen geachtet. Bezugspunkt ist das von der Fachschaft erstellte Lernplakat „Versuchsprotokoll“.

2.3 Grundsätze der Leistungsbewertung und Leistungsrückmeldung

Hinweis: Innerhalb der durch die Vorgaben gegebenen Freiräume trifft die Fachkonferenz Vereinbarungen u.a. zu den Bewertungskriterien und deren Gewichtung. Damit wird auch im Bereich der Leistungsbewertung und -rückmeldung Transparenz geschaffen und die Vergleichbarkeit von Leistungen erzielt.

Auf der Grundlage von § 48 SchulG sowie Kapitel 3 des Kernlehrplans Wahlpflichtbereich Biologie hat die Fachkonferenz im Einklang mit dem entsprechenden schulbezogenen Konzept die nachfolgenden Grundsätze zur Leistungsbewertung und Leistungsrückmeldung beschlossen. Die nachfolgenden Absprachen stellen die Minimalanforderungen an das lerngruppenübergreifende gemeinsame Handeln der Fachgruppenmitglieder dar.

  • Information der Lernenden und der Eltern über die Leistungserwartungen sowie die Verfahren und Kriterien der Überprüfung und Bewertung
  • Regelmäßige Selbsteinschätzung der Schülerinnen und Schüler zu ihren Lernprozessen und ihren Lernständen
  • Individuelle, stärkenorientierte Rückmeldung der Lehrenden zum Lernstand jedes einzelnen Lernenden („Lernberatung“), z. B. bei den Lern- und Entwicklungsgesprächen
  • Bewertung von Leistungen auf der Grundlage von schriftlichen Arbeiten (Klassenarbeiten) und der Beurteilung von Leistungen im Bereich Sonstige Leistungen im Unterrichtzu ungefähr gleichen Teilen

Die Kriterien für Leistungsbewertungen müssen den Schülerinnen und Schülern transparent und klar sein. Die folgenden Kriterien gelten allgemein für Leistungsbewertungen, wobei sich schriftliche Leistungsüberprüfungen als summative Überprüfungsformen im Wesentlichen auf die im ersten Abschnitt formulierten Kriterien stützen:

Kriterien zur Beurteilung bereits erworbener Kompetenzen des Lehrplans:

  • die fachliche Richtigkeit und Genauigkeit beim Lösen von Aufgaben
  • die inhaltliche Geschlossenheit und sachliche Richtigkeit sowie die Angemessenheit fachtypischer qualitativer und quantitativer Darstellungen bei Erklärungen und beim Argumentieren
  • die zielgerichtete Auswahl und konsequente Anwendung von Modellen
  • die zielgerichtete Auswahl und konsequente Anwendung von Verfahren beim Planen, Durchführen und Auswerten von Experimenten
  • die Genauigkeit und Zielbezogenheit beim Analysieren, Interpretieren und Erstellen von Texten, Graphiken oder Diagrammen
  • die Richtigkeit und Klarheit beim Darstellen erworbenen Wissens unter Anwendung der Fachsprache

Kriterien zur Beurteilung von Leistungen im Prozess des Kompetenzerwerbs:

  • die Kreativität kurzer Beiträge zum Unterricht (z. B. beim Generieren von Fragestellungen und Begründen von Ideen und Lösungsvorschlägen, Darstellen, Strukturieren und Bewerten von Zusammenhängen)
  • die Vollständigkeit und die inhaltliche und formale Qualität von Arbeitsprodukten (z. B. Protokolle, Materialsammlungen, Hefte, Mappen, Portfolios, Lerntagebücher, Dokumentationen, Präsentationen, Lernplakate, Funktionsmodelle)
  • Lernfortschritte im Rahmen eigenverantwortlichen, schüleraktiven Handelns (z. B. Vorbereitung und Nachbereitung von Unterricht, Lernaufgabe, Referat, Rollenspiel, Befragung, Erkundung, Präsentation)
  • die Qualität von Beiträgen zum Erfolg gemeinsamer Gruppenarbeiten

Schriftliche Arbeiten

Auf der Grundlage der Vorgaben der APO-S I beschließt die Fachkonferenz die Anzahl und Dauer der schriftlichen Arbeiten (Klassenarbeiten) in den Jahrgangsstufen folgendermaßen:

Jahrgangsstufe 7 8 9 10
Anzahl 6 5 4 4
Dauer ca.(min) 45 45 bis 90 90

Klassenarbeiten werden in der Regel zum Abschluss eines zusammenhängenden Unterrichtsabschnitts geschrieben und überprüfen das gesamte Lernergebnis in diesem Abschnitt (summative Überprüfungen).

In den schriftlichen Arbeiten soll ein möglichst breites Spektrum an Überprüfungsformen abgedeckt werden. Diese sollten aus dem Unterricht bekannt sein und sich in ihrer Komplexität mit den Schuljahren steigern.

Im Rahmen der schriftlichen Arbeiten sind folgende Überprüfungsformen möglich ggf. auch in Kombination (vgl. KLP WP Biologie, Kapitel 3):

  • Darstellungsaufgaben
  • Experimentelle Aufgaben
  • Aufgaben zur Datenanalyse
  • Herleitungen mithilfe von Konzepten und Modellen
  • Rechercheaufgaben (Informationen aus Texten und Graphiken)
  • Bewertungsaufgabe

Einmal im Schuljahr kann eine Klassenarbeit durch eine andere Leistungsüberprüfung ersetzt werden (vgl. § 6 Abs. 8 APO-S I). Folgende alternative Überprüfungsformen sind laut KLP zum Beispiel vorgesehen:

Dokumentationsaufgaben

  • Dokumentation zu umfangreicheren Experimenten und Untersuchungen
  • Dokumentation von Projekten
  • Portfolio

Präsentationsaufgaben

  • Eigenständig vorbereitete Vorführung / Demonstration eines Experiments
  • Eigenständiger Vortrag, Referat
  • Fachartikel oder kleine Facharbeit
  • Medienbeitrag (Text, Film, Podcast usw.)

Voraussetzung für den Einsatz dieser Überprüfungsformen ist, dass sie hinreichend eingeübt worden sind und dass den Schülerinnen und Schülern die Bewertungskriterien bekannt und bewusst sind. Die erwarteten Anforderungen sollten mit den Anforderungen und dem Arbeitsaufwand für eine entsprechende Klassenarbeit vergleichbar sein.

Sonstige Leistungen im Unterricht

  • Beurteilung auf der Grundlage einer kriteriengeleiteten, systematischen Erfassung von Unterrichtshandlungen und –produkten
  • klare Trennung von Lern- und Leistungssituationen
  • konstruktiver Umgang mit Fehlern, ggf. als Ausgangspunkt für neue Lernanlässe

Zum Beurteilungsbereich „Sonstige Leistungen im Unterricht“ zählen u.a.:

  • mündliche Beiträge zum Unterricht (z.B. Beiträge zum Unterrichtsgespräch, Kurzvorträge und Referate),
  • praktische Beiträge zum Unterricht (z.B. Aufbau und Durchführung von Experimenten, Funktionsmodelle),
  • schriftliche Beiträge zum Unterricht (z.B. Protokolle, Materialsammlungen, Hefte/Mappen, Portfolios, Lerntagebücher),
  • Beiträge im Rahmen eigenverantwortlichen, schüleraktiven und ggf. kooperativen Handelns (z.B. Recherche, Erkundung, Präsentation, Simulation, Projekt)

Kleinere, auch schriftliche Überprüfungen sollen unterrichtsbegleitend stattfinden und Aufschluss über einen momentanen Lernstand geben, inwieweit etwa ein besonderes Konzept oder ein Zusammenhang verstanden wurde (formative Überprüfungen).

2.4 Lehr- und Lernmittel

Die Schülerinnen und Schüler führen im Fach Biologie eine Mappe, die nach den Grundsätzen des „Lernen Lernens“ in Jahrgang 5 geführt wird (Inhaltsverzeichnis, Verwaltung der Arbeitsblätter usw.) Die Fachkonferenz empfiehlt, auch ein Glossar mit Fachbegriffen anzulegen. Die Mappen werden kriteriengeleitetmit einem standardisierten Bogen bewertet.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten von der Schule ein Biologieschulbuch, das sie zu jeder Stunde in den Biologieunterricht mitbringen.

Medienausstattung der Fachräume
Der Biologieraum 1 verfügt über ein interaktives Whiteboard, über das neben den üblichen PC- und Internetfunktionen auch alle DVDs und Videokassetten abgespielt werden können. Als zusätzliches Medium steht ein Overheadprojektor zur Verfügung.
Die Schülertische haben einen Stromanschluss. Am Lehrertisch befinden sich Anschlüsse für Gas, Wasser und Strom.
Die Schränke des Fachraumes enthalten die Schülermikroskope und eine kleine naturwissenschaftliche Bibliothek. Im angrenzenden Vorbereitungsraum findet man Materialien für Schüler- und Demonstrationsexperimente sowie Modelle. Im Biologieraum 2 sind ausschließlich Präsentationsmedien vorhanden: Overheadprojektor, Fernseher, DVD-Player und Videorecorder.

3 Entscheidungen zu fach- und unterrichtsübergreifenden Fragen

Im Schulprogramm der Schule ist festgeschrieben, dass alle Klassen 5 im gesamten Schuljahr eine Stunde Methodentraining „Lernen lernen“ bei der Klassenleitung erhalten. Diese grundlegenden Lern- und Arbeitsmethoden werden im Biologieunterricht aufgegriffen und an Fachinhalten weiter geübt und gefestigt.

Die Möglichkeiten des fächerübergreifenden Unterrichts innerhalb der naturwissenschaftlichen Fächer und zu weiteren Fächern in den jeweiligen konkretisierten Unterrichtsvorhaben angegeben.

Die Einbeziehung außerschulischer Kooperationspartner ist Kap. 2.2 den einzelnen Jahrgangsstufen und Themen zu entnehmen.

Im Ganztag bietet die Schule ab der Klassenstufe 6 eine MINT-Arbeitsgemeinschaft an, die von interessierten Schülerinnen und Schülern gewählt wird. Die Inhalte sind NW-fächerübergreifend und werden jeweils mit den Teilnehmenden vereinbart. Die Schülerinnen und Schüler werden motiviert, an naturwissenschaftlichen Wettbewerben wie z.B. Bio-logisch teilzunehmen.

4 Qualitätssicherung und Evaluation

Der schulinterne Lehrplan stellt keine starre Größe dar, sondern ist als „lebendes Dokument“ zu verstehen. Dementsprechend arbeiten die Fachkollegen kontinuierlich daran, indem sie

  • die Einhaltung der Standards überprüfen,
  • die Umsetzung reflektieren und diskutieren und
  • Maßnahmen zur Unterrichtsentwicklung, zur Unterstützung sowie zur individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler erarbeiten und realisieren.

Eine Evaluation erfolgt jährlich. In der ersten Fachkonferenz des Schuljahres werden die Erfahrungen des vergangenen Schuljahres gesammelt, bewertet und eventuell notwendige Konsequenzen und Handlungsschwerpunkte formuliert. Der Evaluationsbogen wird als Instrument einer solchen Bilanzierung genutzt. Beschlüsse der Fachkonferenz werden im jeweiligen Sitzungsprotokoll festgehalten und gegebenenfalls in den schulinternen Lehrplan eingearbeitet.

Klassenarbeiten
Die im Wahlpflichtbereich unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen arbeiten vertrauensvoll miteinander. Wenn es Parallelkurse gibt, sollten Klassenarbeiten möglichst gemeinsam konzipiert und Ergebnisse miteinander verglichen werden, so dass nach Diskussion und Reflexion im Team Anregungen und Optimierungsvorschläge in die Fachgruppe zurückfließen.

Kollegiale Unterrichtshospitationen
Kollegiale Unterrichtshospitationen („criticalfriends“) sind wünschenswert.

Evaluation durch Schülerinnen und Schüler
Möglichst einmal pro Schuljahr sollen die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit zu einer Rückmeldung zum Unterricht bekommen. Dafür kann zum Beispiel das Online-Angebot SEfU (Schüler als Experten für Unterricht) genutzt werden: www.sefu-online.de. Die Ergebnisse der Evaluation werden reflektiert und in weitere Unterrichtsentwicklungsprozesse einbezogen.

Fortbildungen
Die Fachkollegen nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil, um fachliches Wissen zu aktualisieren und pädagogische und didaktische Handlungskompetenzen zu vertiefen. Insbesondere werden die Fortbildungen des Kompetenzteams und die Angebote im Rahmen der MINT-Schulen wahrgenommen. Fortbildungsteilnehmer berichten von ihren Fortbildungen in kurzen Dienstbesprechungen oder stellen Fortbildungsberichte größeren Umfangs im Rahmen von Fachkonferenzen vor.

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© 2020 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 12.12.2018