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2. Kompetenzbereiche, Inhaltsfelder und Kompe­tenzerwartungen

Die in den allgemeinen Aufgaben und Zielen des Faches beschriebene übergreifende fachliche Kompetenz wird ausdifferenziert, indem fachspezifische Kompetenzbereiche und Inhaltsfelder identifiziert und ausgewiesen werden. Dieses analytische Vorgehen erfolgt, um die Strukturierung der fachrelevanten Prozesse einerseits sowie der Gegenstände andererseits transparent zu machen. In den Kompetenzerwartungen werden beide Seiten miteinander verknüpft. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass der gleichzeitige Einsatz von Können und Wissen bei der Bewältigung von Anforderungssituationen eine zentrale Rolle spielt.

 

Kompetenzbereiche repräsentieren die Grunddimensionen des fachlichen Handelns. Sie dienen dazu, die einzelnen Teiloperationen entlang der fachlichen Kerne zu strukturieren und den Zugriff für die am Lehr-Lernprozess Beteiligten zu verdeutlichen.

Inhaltsfelder systematisieren mit ihren jeweiligen inhaltlichen Schwerpunkten die im Unterricht der gymnasialen Oberstufe verbindlichen und unverzichtbaren Gegenstände und liefern Hinweise für die inhaltliche Ausrichtung des Lehrens und Lernens.

Kompetenzerwartungen führen Prozesse und Gegenstände zusammen und beschreiben die fachlichen Anforderungen und intendierten Lernergebnisse, die auf zwei Stufen bis zum Ende der Sekundarstufe II erreicht werden sollen.

Kompetenzerwartungen

  • beziehen sich auf beobachtbare Handlungen und sind auf die Bewältigung von Anforderungssituationen ausgerichtet,
  • stellen im Sinne von Regelstandards die erwarteten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten auf einem mittleren Abstraktionsgrad dar,
  • ermöglichen die Darstellung einer Progression vom Anfang bis zum Ende der Sekundarstufe II und zielen auf kumulatives, systematisch vernetztes Lernen,
  • können in Aufgabenstellungen umgesetzt und überprüft werden.

Insgesamt ist der Unterricht in der Sekundarstufe II nicht allein auf das Erreichen der aufgeführten Kompetenzerwartungen beschränkt, sondern soll es Schülerinnen und Schülern ermöglichen, diese weiter auszubauen und darüber hinausgehende Kompetenzen zu erwerben.

 

2.1 Kompetenzbereiche und Inhaltsfelder des Faches

Die für das Fach Erziehungswissenschaft konstitutive und in Kapitel 1 bereits beschriebene reflektierte pädagogische Kompetenz wird durch eine Reihe spezieller und untereinander vernetzter Teilkompetenzen entwickelt, die in Sachkompetenz, Methodenkompetenz, Urteilskompetenz und Handlungskompetenz unterschieden werden.

Kompetenzbereiche

  • Sachkompetenz

Grundlage der Entwicklung einer reflektierten pädagogischen Kompetenz ist der Erwerb, der Umgang mit und die Anwendung von pädagogisch relevantem Wissen. Die Sachkompetenz umfasst die Aneignung, Anwendung und Vernetzung zentraler Inhalte der Erziehungswissenschaft und ihrer Nachbardisziplinen, soweit deren Inhalte aus pädagogischer Perspektive in den Blick genommen werden können. Dies beinhaltet auch den Umgang mit exemplarischem Wissen zunehmender Komplexität aus verschiedenen Strömungen des Faches. Die Fähigkeit, zwischen alltäglichen, tradierten und erziehungswissenschaftlich fundierten Wissensformen zu unterscheiden, ist dabei aufzubauen.

  • Methodenkompetenz

Methodenkompetenz zeigt sich durch die Anwendung von empirischen, hermeneutischen und ideologiekritischen Verfahren, die die Informationsbeschaffung bzw. -entnahme, die Aufbereitung, Strukturierung, Analyse und Interpretation fachbezogener Sachverhalte sowie deren Darstellung und Präsentation ermöglichen. Der Analyse von Fallbeispielen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Hierzu gehören das Erfragen, Finden und Erklären von Zusammenhängen, die problemorientiert, multiperspektivisch und auch kontrovers dargestellt werden können. Dies erfolgt mittelbar durch unterschiedliche Materialien, Arbeits- und Darstellungsmittel einschließlich der reflektiert-kritischen Nutzung informations- und kommunikationstechnischer Medien oder unmittelbar durch originale Begegnungen wie Befragungen oder Erkundungen. Hinzu kommen Verfahren der Selbstevaluation.

  • Urteilskompetenz

Urteilskompetenz bezeichnet die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schülerinnen und Schüler, ihre subjektiven Theorien sowie explizite und implizite Vorannahmen und Setzungen aufzudecken. Sie dient dazu, unterschiedliche Perspektivierungen zu pädagogischen Argumentationen zu bewerten, pädagogische Maßstäbe für eine wertende Prüfung zu entwickeln und anzuwenden, begründet Stellung zu nehmen und ein selbstständiges Gesamturteil zu entfalten. Dabei ist zwischen Sach- und Werturteil zu unterscheiden. Pädagogische Urteilskompetenz umfasst die beurteilende Prüfung der pädagogischen Praxis auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit, die Reflexion der Reichweite wissenschaftlicher Vorgehensweisen und theoretischer Erkenntnisse der Pädagogik wie pädagogisch relevanter Erkenntnisse von Nachbarwissenschaften. Pädagogische Urteilskompetenz reflektiert auch den eigenen Urteilsprozess.

  • Handlungskompetenz

Handlungskompetenz ist die Fähigkeit, erworbene Sach-, Methoden- und Urteilskompetenzen einzusetzen. Handlungskompetenz ist Grundlage pädagogischer Interaktionsfähigkeit und vorausschauender Mitwirkung und Mitgestaltung in pädagogischer Praxis. Pädagogische Handlungskompetenz wird in bewusst dafür zur Verfügung gestellten simulierten oder in realen Situationen innerhalb und außerhalb der Schule erworben, angewendet und weiterentwickelt.

 

Inhaltsfelder

Kompetenzen sind nicht nur an die Kompetenzbereiche, sondern immer auch an fachliche Inhalte gebunden. Reflektierte pädagogische Kompetenz soll deshalb mit Blick auf die nachfolgenden sechs Inhaltsfelder entwickelt werden.
 

Inhaltsfeld 1: Bildungs- und Erziehungsprozesse

In diesem Inhaltsfeld geht es um das Ziel, den wissenschafts- und handlungspropädeutischen Anspruch des Faches anhand des pädagogischen Verhältnisses aus verschiedenen Perspektiven erfahrbar zu machen und damit eine Erschließung der komplexen Erziehungswirklichkeit zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang müssen unterschiedliche Zugänge zu Erziehung und Bildung Gegenstand des Unterrichts werden.

 

Inhaltsfeld 2: Lernen und Erziehung

Die Auseinandersetzung mit diesem Inhaltsfeld ermöglicht ein Verständnis der Lernbedürftigkeit und -fähigkeit des Menschen als Voraussetzung aller pädagogischen Bemühungen. Die pädagogische Betrachtung von Lernprozessen bezieht lerntheoretische Erkenntnisse der Nachbarwissenschaften als Grundlage ein. Dabei werden Perspektiven unterschiedlicher Wissenschaften reflektiert. Die Wechselwirkung von Erziehung und Lernen sowie die Bedeutsamkeit von Selbststeuerung und Selbstverantwortlichkeit auch bei eigenen Lernprozessen der Schülerinnen und Schüler werden herausgearbeitet. Dabei wird deutlich, dass die Biografie des lernenden Subjekts und der Lernprozess in einem interdependenten Verhältnis zueinander stehen.

 

Inhaltsfeld 3: Entwicklung, Sozialisation und Erziehung

In diesem Inhaltsfeld geht es um die Interdependenz von Entwicklung, Sozialisation und Erziehung. Ergebnisse von Nachbarwissenschaften sind unter dem Gesichtspunkt der pädagogischen Relevanz einzubeziehen. Auch unterschiedliche Verläufe von Entwicklung und Sozialisation sind im Kontext dieses Inhaltsfeldes zu besprechen. Daraus folgende Praxisbezüge sind zu erschließen. Mit Kindheit und Jugend werden zwei Lebensabschnitte angesprochen, die die Schülerinnen und Schüler durchlebt haben bzw. durchleben; darüber hinaus ist u.a. aufgrund des demographischen Wandels und der Notwendigkeit lebenslangen Lernens die Bedeutung pädagogischen Denkens und Handelns im Erwachsenenalter hervorzuheben.

 

Inhaltsfeld 4: Identität

Es geht in diesem Inhaltsfeld um die Entstehung und pädagogische Förderung von Identität. Dabei wird die Identitätsentwicklung im Spannungsfeld von eigenen Interessen und Bedürfnissen sowie gesellschaftlichen Einflussgrößen betrachtet. Dies erfordert, pädagogisch relevante Erkenntnisse zur Entwicklungspsychologie und zu Sozialisationstheorien zu berücksichtigen. Möglichkeiten und Grenzen der persönlichen Lebensgestaltung werden aufgezeigt. In diesem Kontext werden zentrale Ansprüche an Erziehung und Bildung wie Mündigkeit, Emanzipation und generationenübergreifende soziale Verantwortung pädagogisch interpretiert und die Auswirkungen von verschiedenen, durch wissenschaftliche Ansätze geprägten Menschenbildern auf pädagogisches Denken und Handeln aufgezeigt.

 

Inhaltsfeld 5: Werte, Normen und Ziele in Erziehung und Bildung

 Die Auseinandersetzung mit diesem Inhaltsfeld ermöglicht Einsicht in die normative Bedingtheit jedes Erziehungs- und Bildungsprozesses. Vor diesem Hintergrund ist bedeutsam, dass Werte, Normen und Zielsetzungen, die jedem Erziehungs- und Bildungsprozess zu Grunde liegen, in ihrer Entstehung und Konkretisierung kulturellen und geschichtlichen Bedingungen und Veränderungen unterliegen. So werden Gesellschaften zunehmend von divergierenden kulturellen Grundlagen beeinflusst. Die Folgen dieser Entwicklung und daraus resultierende Herausforderungen für erzieherisches Handeln sind anzusprechen. Auf diese Weise können Schülerinnen und Schüler Einsicht in die Relativität von oft als selbstverständlich angenommenen Normen und Zielen sowie ein Verständnis für die Lage von Minderheiten erwerben.

 

Inhaltsfeld 6: Pädagogische Professionalisierung in verschiedenen Institutionen

Professionelles pädagogisches Handeln findet in einem organisatorischen Rahmen statt, der u.a. durch sozialen und kulturellen Wandel bedingt ist. Die Auseinandersetzung mit diesem Inhaltsfeld ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, exemplarische Einblicke in die Vielfalt und - soweit absehbar - auch in die zukünftige Wandelbarkeit der pädagogischen Berufsfelder zu erhalten. Dabei stehen die faktischen Bedingungen im Mittelpunkt, unter denen pädagogisches Handeln stattfand und stattfindet.

 

2.2 Kompetenzerwartungen und inhaltliche Schwerpunkte bis zum Ende der Einführungsphase

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie - aufbauend auf einer ggf. heterogenen Kompetenzentwicklung in der Sekundarstufe I in zumeist anderen Unterrichtsfächern - am Ende der Einführungsphase über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu allen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Methoden- und Handlungskompetenz ausschließlich inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, werden die Sachkompetenz sowie die Urteilskompetenz zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert. Die in Klammern beigefügten Kürzel dienen dabei zur Verdeutlichung der Progression der übergeordneten Kompetenzerwartungen über die einzelnen Stufen hinweg (vgl. Anhang).

 

  • Sachkompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • erklären grundlegende erziehungswissenschaftlich relevante Zusammenhänge (SK 1),
    • stellen elementare Modelle und Theorien dar und erläutern sie (SK 2),
    • beschreiben und erklären elementare erziehungswissenschaftliche Phänomene (SK 3),
    • ordnen und systematisieren gewonnene Erkenntnisse nach fachlich vorgegebenen Kriterien (SK 4),
    • stellen den Einfluss pädagogischen Handelns auf Individuum und Gesellschaft in Grundzügen dar (SK 5),
    • vergleichen exemplarisch die Ansprüche pädagogischer Theorien mit pädagogischer Wirklichkeit (SK 6).

 

  • Methodenkompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    Verfahren der Informationsbeschaffung und -entnahme
    • beschreiben mit Hilfe der Fachsprache pädagogische Praxis und ihre Bedingungen (MK 1),
    • erstellen unter Anleitung Fragebögen und führen eine Expertenbefragung durch (MK 2),
    • ermitteln pädagogisch relevante Informationen aus Fachliteratur, aus fachlichen Darstellungen in Nachschlagewerken oder im Internet (MK 3),

    Verfahren der Aufbereitung, Strukturierung, Analyse und Interpretation
    • ermitteln unter Anleitung aus erziehungswissenschaftlich relevanten Materialsorten mögliche Adressaten und Positionen (MK 4),
    • ermitteln Intentionen der jeweiligen Autoren und benennen deren Interessen (MK 5),
    • analysieren unter Anleitung Texte, insbesondere Fallbeispiele, mit Hilfe hermeneutischer Methoden der Erkenntnisgewinnung (MK 6),
    • werten unter Anleitung empirische Daten in Statistiken und deren grafische Umsetzungen unter Berücksichtigung von Gütekriterien aus (MK 7),
    • werten mit qualitativen Methoden gewonnene Daten aus (MK 8),
    • analysieren unter Anleitung Experimente unter Berücksichtigung von Gütekriterien (MK 9),
    • ermitteln ansatzweise die Genese erziehungswissenschaftlicher Modelle und Theorien (MK 10),
    • analysieren unter Anleitung und exemplarisch die erziehungswissenschaftliche Relevanz von Erkenntnissen aus Nachbarwissenschaften (MK 11),

    Verfahren der Darstellung und Präsentation
    • erstellen einfache Diagramme und Schaubilder als Auswertung einer Befragung (MK 12),
    • stellen Arbeitsergebnisse in geeigneter Präsentationstechnik dar (MK 13).


  • Urteilskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • bewerten ihr pädagogisches Vorverständnis und ihre subjektiven Theorien mit Hilfe wissenschaftlicher Theorien (UK 1),
    • beurteilen in Ansätzen die Reichweite von Theoriegehalten der Nachbarwissenschaften aus pädagogischer Perspektive (UK 2),
    • beurteilen einfache erziehungswissenschaftlich relevante Fallbeispiele hinsichtlich der Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen
    • Handelns aus den Perspektiven verschiedener beteiligter Akteure (UK 3),
    • unterscheiden zwischen Sach- und Werturteil (UK 4),
    • beurteilen exemplarisch die Reichweite verschiedener wissenschaftlicher Methoden (UK 5),
    • beurteilen theoriegeleitet das eigene Urteilen im Hinblick auf Einflussgrößen (UK 6).


  • Handlungskompetenz

    Die Schülerinnen und Schüler

    • entwickeln und erproben Handlungsoptionen für das eigene Lernen und alltägliche erzieherische Agieren (HK 1),
    • entwickeln und erproben Handlungsvarianten für Einwirkungen auf Erziehungs- und Lernprozesse (HK 2),
    • erproben in der Regel simulativ verschiedene Formen pädagogischen Handelns (HK 3),
    • gestalten unterrichtliche Lernprozesse unter Berücksichtigung von pädagogischen Theoriekenntnissen mit (HK 4).

    Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen der Behandlung der nachfolgenden, für die Einführungsphase obligatorischen Inhaltsfelder entwickelt werden.

    1.) Bildungs- und Erziehungsprozesse
    2.) Lernen und Erziehung

 

Bezieht man die übergeordneten Kompetenzerwartungen sowie die unten aufgeführten inhaltlichen Schwerpunkte aufeinander, so ergeben sich die nachfolgenden konkretisierten Kompetenzerwartungen.

 

Inhaltsfeld 1: Bildungs- und Erziehungsprozesse

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Das pädagogische Verhältnis
  • Anthropologische Grundannahmen
  • Erziehung und Bildung im Verhältnis zu Sozialisation und Enkulturation
  • Erziehungsstile
  • Erziehungsziele
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung

Sachkompetenz:
Die Schülerinnen und Schüler

  • erklären das pädagogische Verhältnis und stellen elementare Theorien zum pädagogischen Verhältnis dar,
  • erläutern verschiedene anthropologische Grundannahmen in ihrem Modell- und Theoriecharakter,
  • ordnen und systematisieren unterschiedliche anthropologische Grundannahmen,
  • stellen kontextualisiertes pädagogisches Handeln als durch anthropologische Grundannahmen beeinflusst dar,
  • erklären die Zusammenhänge von Erziehung, Bildung, Sozialisation und Enkulturation,
  • stellen in elementarer Weise Sachverhalte, Modelle und Theorien zu Erziehung, Bildung, Sozialisation und Enkulturation dar,
  • beschreiben pädagogisches Handeln vor dem Hintergrund von Erziehung, Bildung, Sozialisation und Enkulturation,
  • erklären grundlegende Erziehungsstile und systematisieren daraus zu ziehende Erkenntnisse,
  • stellen elementare Vorstellungen hinsichtlich der Ziele von Erziehung dar,
  • ordnen und systematisieren Erziehungsziele und setzen sie in Beziehung zueinander,
  • stellen den steuernden Einfluss von Erziehungszielen auf pädagogisches Handeln in verschiedenen Kontexten dar.

Urteilskompetenz:
Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten ihr Vorverständnis zum pädagogischen Verhältnis vor dem Hintergrund theoretischer Aussagen,
  • beurteilen einfache Fallbeispiele zum pädagogischen Verhältnis hinsichtlich der Möglichkeiten, Grenzen und Folgen eines damit verbundenen Handelns,
  • beurteilen eigene und andere anthropologische Grundannahmen,
  • beurteilen ansatzweise die Erweiterung der pädagogischen Perspektive durch anthropologische Grundannahmen,
  • beurteilen einfache Beispiele in Bezug auf die Beeinflussung des Handelns der beteiligten Akteure durch anthropologische Grundannahmen,
  • beurteilen die Beschreibbarkeit pädagogischen Handelns in den Kategorien von Erziehung, Bildung, Sozialisation und Enkulturation,
  • beurteilen einfache Fallbeispiele hinsichtlich vorkommender Erziehungsstile und des Blicks auf diese aus der Sicht der verschiedenen Akteure,
  • beurteilen ansatzweise den Beitrag von Nachbarwissenschaften wie Philosophie, Soziologie, Politologie und Psychologie zur Beschreibung von Erziehungszielen,
  • beurteilen einfache Fallbeispiele mit Blick auf implizite Erziehungsziele und auf die Sicht der verschiedenen Akteure auf diese Ziele,
  • bewerten den Stellenwert der Bildung für nachhaltige Entwicklung in unterschiedlichen Erziehungsprozessen.

 

Inhaltsfeld 2: Lernen und Erziehung

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Lernbedürftigkeit und Lernfähigkeit des Menschen
  • Lerntheorien und ihre Implikationen für pädagogisches Handeln
  • Selbststeuerung und Selbstverantwortlichkeit in Lernprozessen
  • Inklusion

Sachkompetenz:
Die Schülerinnen und Schüler

  • erklären den Zusammenhang zwischen Erziehung und Lernen,
  • beschreiben die Lernbedürftigkeit und Lernfähigkeit des Menschen,
  • erklären die zentralen Aspekte des behavioristischen Lernverständnisses,
  • erklären Beobachtungslernen und unterscheiden es von den Konditionierungsarten,
  • stellen einen kognitiven Erklärungsansatz der Informationsaufnahme und verarbeitung dar,
  • erklären neurobiologische Grundlagen des Lernens,
  • beschreiben die Selbststeuerung von Lernprozessen,
  • stellen pädagogische Praxisbeispiele zu den Lerntheorien dar,
  • stellen den Einfluss pädagogischen Handelns auf Lernprozesse exemplarisch dar,
  • beschreiben inklusive Bildung als Menschenrecht im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention.

Urteilskompetenz:
Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten ihr Vorverständnis von Lernen und ihre subjektiven Theorien über Lernprozesse und -bedingungen mit Hilfe wissenschaftlicher Theorien,
  • beurteilen in Ansätzen die pädagogische Relevanz von Theoriegehalten und die Methoden der Erkenntnisgewinnung in der Lernpsychologie und der Neurobiologie,
  • beurteilen einfache Fallbeispiele für Lernprozesse hinsichtlich der Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen Handelns aus den Perspektiven verschiedener Akteure.

 

2.3 Kompetenzerwartungen und inhaltliche Schwerpunkte bis zum Ende der Qualifikationsphase

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie - aufbauend auf der Kompetenzentwicklung in der Einführungsphase - am Ende der Qualifikationsphase über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu allen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Methoden- und Handlungskompetenz ausschließlich inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, werden die Sachkompetenz sowie die Urteilskompetenz zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert. Die in Klammern beigefügten Kürzel dienen dabei zur Verdeutlichung der Progression der übergeordneten Kompetenzerwartungen über die einzelnen Stufen hinweg (vgl. Anhang).

 

2.3.1 Grundkurs

Die nachfolgenden übergeordneten Kompetenzerwartungen sind im Grundkurs anzustreben:

 

  • Sachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • erklären komplexere erziehungswissenschaftlich relevante Zusammenhänge (SK 1),
  • stellen Sachverhalte, Modelle und Theorien dar und erläutern sie (SK 2),
  • beschreiben und erklären erziehungswissenschaftliche Phänomene (SK 3),
  • ordnen und systematisieren komplexere Erkenntnisse nach fachlich vorgegebenen Kriterien (SK 4),
  • stellen den Einfluss pädagogischen Handelns in ausgewählten Kontexten dar (SK 5),
  • vergleichen die Ansprüche pädagogischer Theorien mit pädagogischer Wirklichkeit (SK 6)

 

  • Methodenkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

Verfahren der Informationsbeschaffung und -entnahme

  • beschreiben Situationen aus pädagogischer Perspektive unter Verwendung der Fachsprache (MK 1),
  • erstellen Fragebögen und führen eine Expertenbefragung durch (MK 2),
  • ermitteln pädagogisch relevante Informationen aus Fachliteratur, aus fachlichen Darstellungen in Nachschlagewerken oder im Internet (MK 3),

Verfahren der Aufbereitung, Strukturierung, Analyse und Interpretation

  • ermitteln aus erziehungswissenschaftlich relevanten Materialsorten mögliche Adressaten und Positionen (MK 4),
  • ermitteln aus erziehungswissenschaftlich relevanten Materialsorten explizit oder implizit verfolgte Interessen und Zielsetzungen (MK 5),
  • analysieren Texte, insbesondere Fallbeispiele, mit Hilfe hermeneutischer Methoden der Erkenntnisgewinnung (MK 6),
  • ermitteln erziehungswissenschaftlich relevante Aussagen aus empirischen Daten in Statistiken und deren grafischen Umsetzungen unter Berücksichtigung von Gütekriterien (MK 7),
  • werten mit qualitativen Methoden gewonnene Daten aus (MK 8),
  • analysieren Experimente unter Berücksichtigung von Gütekriterien (MK 9),
  • ermitteln unter Anleitung die Genese erziehungswissenschaftlicher Modelle und Theorien (MK 10),
  • analysieren unter Anleitung die erziehungswissenschaftliche Relevanz von Erkenntnissen aus Nachbarwissenschaften (MK 11),

Verfahren der Darstellung und Präsentation

  • erstellen Diagramme und Schaubilder als Auswertung einer Befragung (MK 12),
  • stellen Arbeitsergebnisse in geeigneter Präsentationstechnik dar (MK 13).

 

  • Urteilskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten ihre subjektiven Theorien mit Hilfe wissenschaftlicher Theorien (UK 1),
  • beurteilen die Reichweite von Theorien und Erziehungskonzepten aus pädagogischer Perspektive (UK 2),
  • beurteilen Fallbeispiele hinsichtlich Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen Handelns aus den Perspektiven verschiedener beteiligter Akteure (UK 3),
  • unterscheiden zwischen Sach- und Werturteil (UK 4),
  • beurteilen die Reichweite verschiedener wissenschaftlicher Methoden (UK 5),
  • bewerten ihren eigenen Urteilsprozess (UK 6).

 

  • Handlungskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • entwickeln und erproben Handlungsoptionen auf der Grundlage verschiedener Theorien und Konzepte (HK 1),
  • entwickeln ansatzweise Handlungsoptionen aus den unterschiedlichen Perspektiven der beteiligten Akteure (HK 2),
  • erproben in der Regel simulativ verschiedene Formen pädagogischen Handelns und reflektieren diese hinsichtlich der zu erwartenden Folgen (HK 3),
  • gestalten unterrichtliche Lernprozesse unter Berücksichtigung von erweiterten pädagogischen Theoriekenntnissen mit (HK 4),
  • vertreten pädagogische Handlungsoptionen argumentativ (HK 5).

 

Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen der Behandlung der nachfolgenden, für die Qualifikationsphase obligatorischen Inhaltsfelder entwickelt werden:

3.) Entwicklung, Sozialisation und Erziehung
4.) Identität
5.) Werte, Normen und Ziele in Erziehung und Bildung
6.) Pädagogische Professionalisierung in verschiedenen Institutionen

 

Bezieht man die übergeordneten Kompetenzerwartungen sowie die unten aufgeführten inhaltlichen Schwerpunkte aufeinander, so ergeben sich die nachfolgenden konkretisierten Kompetenzerwartungen:

 

  • Inhaltsfeld 3: Entwicklung, Sozialisation und Erziehung

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Interdependenz von Entwicklung , Sozialisation und Erziehung
  • Erziehung in der Familie
  • Erziehung durch Medien und Medienerziehung
  • Unterschiedliche Verläufe von Entwicklung und Sozialisation
  • Pädagogische Praxisbezüge unter dem Aspekt von Entwicklung, Sozialisation und Erziehung in Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beschreiben die zentralen Aspekte von Modellen psychosozialer, kognitiver sowie moralischer Entwicklung und erläutern sie aus pädagogischer Perspektive,
  • erläutern Rolle und Gruppe als zentrale Aspekte von Sozialisation,
  • stellen die Interdependenz von Entwicklung und Sozialisation dar,
  • erläutern die erziehende Funktion von Medien,
  • erklären unterschiedliche Formen von Entwicklung und Sozialisation aus psychoanalytischer sowie sozialpsychologischer Sicht,
  • erläutern beispielhaft Möglichkeiten und Grenzen pädagogischer Einflussnahmen im Erwachsenenalter (u.a. in Bezug auf biographische Brüche im Erwerbsleben und im familiären Bereich).

Urteilskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • erörtern kontroverse pädagogische Vorstellungen zu Entwicklung und Sozialisation sowie die Geltungsansprüche dieser Vorstellungen,
  • beurteilen die Reichweite und pädagogische Relevanz von Erkenntnissen von Nachbarwissenschaften für pädagogisches Denken und Handeln im Kontext von Entwicklung und Sozialisation,
  • beurteilen die Gefährdungen von Kindern und Jugendlichen auf dem Weg zur Selbstbestimmung sowie pädagogische Einwirkungsmöglichkeiten,
  • beurteilen medienpädagogische Maßnahmen zur entwicklungsfördernden Nutzung analoger und digitaler Medien,
  • beurteilen praktische altersspezifische Maßnahmen zur Förderung von Entwicklung und Sozialisation unter pädagogischen Aspekten.

 

  • Inhaltsfeld 4: Identität

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Besonderheiten der Identitätsentwicklung in Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter sowie deren pädagogische Förderung
  • Anthropologische Grundannahmen zur Identität und ihre Auswirkungen auf pädagogisches Denken und Handeln
  • Identität und Bildung

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beschreiben die zentralen Aspekte von Identitätskonzepten (u.a. aus interaktionistischer Sicht) und erläutern sie aus pädagogischer Perspektive,
  • stellen die Bedeutung und die Auswirkungen anthropologischer Grundannahmen für erzieherisches Denken und Handeln im Hinblick auf die Identitätsentwicklung dar,
  • erläutern die Interdependenz von Emanzipation, Mündigkeit und Streben nach Autonomie einerseits sowie Sozialisation und sozialer Verantwortlichkeit andererseits bei der Identitätsentwicklung,
  • erklären die Entstehung, die Erscheinungsformen und Folgen unzureichender Identitätsentwicklung aus pädagogischer Sicht,
  • erläutern den Zusammenhang von Identität und Bildung,
  • beschreiben auf theoretischer Grundlage pädagogische Praxisbezüge zur Identitätsförderung in allen Lebensaltern.

Urteilskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • erörtern unterschiedliche pädagogische Vorstellungen zur Identitäts­entwicklung und ihre Geltungsansprüche,
  • beurteilen mögliche Gefährdungen von Menschen in unterschiedlichen Lebensaltern im Hinblick auf die Identitätsentwicklung,
  • bewerten praktische, altersspezifische Maßnahmen zur Förderung der Identitätsentwicklung unter pädagogischen Aspekten und unter der Perspektive von Geschlechtergerechtigkeit,
  • beurteilen unter pädagogischen Aspekten Möglichkeiten und Grenzen persönlicher Lebensgestaltung im Spannungsfeld von individueller Ent­faltung und sozialer Verantwortlichkeit.

 

  • Inhaltsfeld 5: Werte, Normen und Ziele in Erziehung und Bildung

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Historische und kulturelle Bedingtheit von Erziehungs- und Bildungsprozessen
  • Erziehung in verschiedenen historischen und gesellschaftlichen Kontexten
  • Interkulturelle Bildung

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • erklären die Bedeutung von Werten und Normen für Erziehung und Bildung,
  • ordnen Erziehungsziele verschiedenen historischen, politischen und kulturellen Kontexten zu,
  • beschreiben schulischer Erziehung in der Bundesrepublik Deutschland zugrunde liegende Werte und Normen und beschreiben Schule als Ort des Demokratie-Lernens,
  • erläutern Prinzipien der Erziehung eines reformpädagogischen Konzeptes,
  • erläutern Prinzipien der Erziehung im Nationalsozialismus und deren Auswirkungen,
  • stellen ein Konzept der Interkulturellen Bildung dar.

Urteilskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • erörtern die normative Bedingtheit von Erziehungs- und Bildungsprozessen und die daraus resultierenden Herausforderungen,
  • erörtern das Verhältnis von Pädagogik und Politik,
  • bewerten eine aktuelle Umsetzung eines reformpädagogischen Konzeptes,
  • bewerten das Verhältnis von Erziehung, Sozialisation und Identitätsbildung im Nationalsozialismus,
  • beurteilen die pädagogische Tragfähigkeit eines Konzeptes Interkultureller Bildung.

 

  • Inhaltsfeld 6: Pädagogische Professionalisierung in verschiedenen Institutionen

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Institutionalisierung von Erziehung
  • Vielfalt und Wandelbarkeit pädagogischer Berufsfelder

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • erklären die Unterschiede zwischen nicht professionellem und professionellem pädagogischen Handeln,
  • beschreiben den Wandel in den Anforderungen an pädagogische Institutionen (Kindergarten, Schule, Einrichtungen der Jugendpflege, Erwachsenenbildung),
  • beschreiben die Funktionen von Schule,
  • erläutern exemplarisch Chancen und Grenzen pädagogischer Einwirkungen durch Einbindung in Institutionen,
  • beschreiben pädagogische Berufsfelder und stellen die wachsende berufliche Bedeutung pädagogischer Kompetenz im Zuge sozialen Wandels und im Umgang mit kultureller Vielfalt dar.

Urteilskompetenz:
Die Schülerinnen und Schüler

  • erörtern die Chancen und Gefahren, die sich aus der Verlagerung von pädagogischen Prozessen in durch Professionalisierung geprägte Institutionen ergeben,
  • bewerten aktuelle und für die nähere Zukunft prognostizierbare Veränderungen auf dem Markt pädagogischer Institutionen,
  • beurteilen die Kompatibilität der verschiedenen Funktionen von Schule,
  • beurteilen die sich aus pädagogischen Kompetenzen ergebenden beruflichen Chancen,
  • beurteilen den Berücksichtigungsgrad wissenschaftlicher Erkenntnisse zu Erziehung, Sozialisation und Identitätsbildung sowie normativer Setzungen in pädagogischen Institutionen zu verschiedenen Zeiten.

 

2.3.2 Leistungskurs

Die nachfolgenden übergeordneten Kompetenzerwartungen sind im Leistungskurs anzustreben:

 

  • Sachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • erklären komplexe erziehungswissenschaftlich relevante Zusammenhänge (SK 1),
  • stellen Sachverhalte, Modelle und Theorien detailliert dar und erläutern sie (SK 2),
  • erklären komplexe erziehungswissenschaftliche Phänomene (SK 3),
  • ordnen und systematisieren komplexe Erkenntnisse nach fachlichen Kriterien (SK 4),
  • stellen den Einfluss pädagogischen Handelns in ausgewählten Kontexten differenziert dar (SK 5),
  • vergleichen differenziert die Ansprüche pädagogischer Theorien mit pädagogischer Wirklichkeit (SK 6),
  • vergleichen den Aussagewert erziehungswissenschaftlicher Theorien (SK 7).

 

  • Methodenkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

Verfahren der Informationsbeschaffung und -entnahme

  • beschreiben komplexe Situationen aus pädagogischer Perspektive unter Verwendung der Fachsprache (MK 1),
  • erstellen Fragebögen und ermitteln detailliert die Ergebnisse einer Expertenbefragung (MK 2),
  • ermitteln pädagogisch relevante Informationen aus Fachliteratur, aus fachlichen Darstellungen in Nachschlagewerken oder im Internet (MK 3),

Verfahren der Aufbereitung, Strukturierung, Analyse und Interpretation

  • ermitteln aus erziehungswissenschaftlich relevanten Materialsorten mögliche Adressaten und Positionen (MK 4),
  • ermitteln aus erziehungswissenschaftlich relevanten Materialsorten explizit oder implizit verfolgte Interessen und Zielsetzungen (MK 5),
  • analysieren differenziert Texte, insbesondere Fallbeispiele, mit Hilfe hermeneutischer Methoden der Erkenntnisgewinnung (MK 6),
  • ermitteln aspektreich erziehungswissenschaftlich relevante Aussagen aus empirischen Daten in Statistiken und deren grafischen Umsetzungen unter Berücksichtigung von Gütekriterien (MK 7),
  • werten mit qualitativen Methoden gewonnenes umfangreiches Datenmaterial aus (MK 8),
  • analysieren Experimente unter Berücksichtigung von Gütekriterien und entwerfen Alternativen (MK 9),
  • ermitteln die Genese erziehungswissenschaftlicher Modelle und Theorien (MK 10),
  • analysieren die erziehungswissenschaftliche Relevanz von Erkenntnissen aus Nachbarwissenschaften (MK 11),

Verfahren der Darstellung und Präsentation

  • erstellen differenzierte Diagramme und Schaubilder als Auswertung von Befragungen (MK 12),
  • stellen Arbeitsergebnisse in geeigneter Präsentationstechnik dar (MK 13),

Verfahren der Selbstevaluation

  • wenden Verfahren der Selbstevaluation im Hinblick auf ihre eigene pädagogische Erkenntnisgewinnung und Urteilsfindung an (MK 14).

 

  • Urteilskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten ihre subjektiven Theorien mit Hilfe wissenschaftlicher Theorien (UK 1),
  • beurteilen aspektreich die Reichweite von komplexen Theorien und Erziehungskonzepten aus pädagogischer Perspektive (UK 2),
  • beurteilen differenziert Fallbeispiele hinsichtlich Möglichkeiten, Gren­zen und Folgen darauf bezogenen Handelns aus den Perspektiven verschiedener beteiligter Akteure (UK 3),
  • unterscheiden zwischen Sach- und Werturteil (UK 4),
  • beurteilen aspektreich die Reichweite komplexer wissenschaftlicher Methoden (UK 5),
  • bewerten ihren eigenen Urteilsprozess in Bezug auf Wertbezüge, Interessen und gesellschaftliche Forderungen (UK 6).

 

  • Handlungskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • entwickeln und erproben vielfältige Handlungsoptionen auf der Grundlage verschiedener Theorien und Konzepte (HK 1),
  • entwickeln Handlungsoptionen aus den unterschiedlichen Perspektiven der beteiligten Akteure (HK 2),
  • erproben simulativ bzw. real verschiedene Formen pädagogischen Handelns und reflektieren diese hinsichtlich der zu erwartenden Folgen (HK 3),
  • gestalten unterrichtliche Lernprozesse unter Berücksichtigung von erweiterten pädagogischen Theoriekenntnissen mit (HK 4),
  • vertreten pädagogische Handlungsoptionen argumentativ (HK 5).

Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen der Behandlung der nachfolgenden, für die Qualifikationsphase obligatorischen Inhaltsfelder entwickelt werden:

3.) Entwicklung, Sozialisation und Erziehung
4.) Identität
5.) Werte, Normen und Ziele in Erziehung und Bildung
6.) Pädagogische Professionalisierung in verschiedenen Institutionen

 

Bezieht man die übergeordneten Kompetenzerwartungen sowie die unten aufgeführten inhaltlichen Schwerpunkte aufeinander, so ergeben sich die nachfolgenden konkretisierten Kompetenzerwartungen:

 

  • Inhaltsfeld 3: Entwicklung, Sozialisation und Erziehung

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Interdependenz von Entwicklung, Sozialisation und Erziehung
  • Erziehung in der Familie
  • Erziehung durch Medien und Medienerziehung
  • Unterschiedliche Verläufe von Entwicklung und Sozialisation
  • Pädagogische Praxisbezüge unter dem Aspekt von Entwicklung, Sozialisation und Erziehung in Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beschreiben die zentralen Aspekte von Modellen psychosozialer, kognitiver, moralischer und sprachlicher Entwicklung und erläutern sie aus pädagogischer Perspektive,
  • erläutern Rolle und Gruppe als zentrale Aspekte von Sozialisation,
  • erklären die systemische Sicht auf Familie,
  • erklären die Bedeutung des Spiels im Kindes- und Jugendalter,
  • stellen die Interdependenz von Entwicklung und Sozialisation dar,
  • erläutern die erziehende Funktion verschiedener Medien,
  • erklären unterschiedliche Formen von Entwicklung und Sozialisation aus psychoanalytischer sowie sozialpsychologischer Sicht,
  • erläutern beispielhaft Möglichkeiten und Grenzen pädagogischer Einflussnahmen im Erwachsenenalter (u.a. in Bezug auf biographische Brüche im Erwerbsleben und im familiären Bereich).

Urteilskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • erörtern kontroverse pädagogische Vorstellungen zu Entwicklung und Sozialisation sowie die Geltungsansprüche dieser Vorstellungen,
  • beurteilen die Reichweite und pädagogische Relevanz von Erkenntnissen von Nachbarwissenschaften für pädagogisches Denken und Handeln im Kontext von Entwicklung und Sozialisation,
  • beurteilen die Gefährdungen von Kindern und Jugendlichen auf dem Weg zur Selbstbestimmung sowie pädagogische Einwirkungsmöglichkeiten,
  • beurteilen medienpädagogische Maßnahmen zur entwicklungsfördernden Nutzung analoger und digitaler Medien,
  • beurteilen praktische altersspezifische Maßnahmen zur Förderung von Entwicklung und Sozialisation unter pädagogischen Aspekten,
  • erörtern Chancen und Grenzen von Maßnahmen der Prävention und Intervention.

 

  • Inhaltsfeld 4: Identität

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Besonderheiten der Identitätsentwicklung in Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter sowie deren pädagogische Förderung
  • Anthropologische Grundannahmen zur Identität und ihre Auswirkungen auf pädagogisches Denken und Handeln
  • Identität und Bildung

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beschreiben die zentralen Aspekte von Identitätskonzepten (u.a. aus interaktionistischer Sicht) und erläutern sie aus pädagogischer Perspektive,
  • stellen die Bedeutung und die Auswirkungen anthropologischer Grundannahmen für erzieherisches Denken und Handeln im Hinblick auf die Identitätsentwicklung dar,
  • erläutern die Interdependenz von Emanzipation, Mündigkeit und Streben nach Autonomie einerseits sowie Sozialisation und sozialer Verantwortlichkeit andererseits bei der Identitätsentwicklung,
  • beschreiben Möglichkeiten und Grenzen persönlicher Lebensgestaltung, u.a. aus geschlechtergerechter Perspektive,
  • erklären die Entstehung, die Erscheinungsformen und Folgen unzureichender Identitätsentwicklung aus pädagogischer Sicht,
  • erläutern den Zusammenhang von Identität und Bildung,
  • beschreiben auf theoretischer Grundlage pädagogische Praxisbezüge zur Identitätsförderung in allen Lebensaltern.

Urteilskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • erörtern unterschiedliche pädagogische Vorstellungen zur Identitätsentwicklung und ihre Geltungsansprüche,
  • beurteilen mögliche Gefährdungen von Menschen in unterschiedlichen Lebensaltern im Hinblick auf die Identitätsentwicklung,
  • bewerten selbstständig praktische, altersspezifische Maßnahmen zur Förderung der Identitätsentwicklung unter pädagogischen Aspekten und unter der Perspektive von Geschlechtergerechtigkeit,
  • beurteilen unter pädagogischen Aspekten Möglichkeiten und Grenzen der Durchsetzung eigener Interessen bei ihrer persönlichen Lebensgestaltung im Spannungsfeld von persönlicher Entfaltung und sozialer Verantwortlichkeit.

 

  • Inhaltsfeld 5: Werte, Normen und Ziele in Erziehung und Bildung

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Historische und kulturelle Bedingtheit von Erziehungs- und Bildungsprozessen
  • Erziehung in verschiedenen historischen und gesellschaftlichen Kontexten
  • Interkulturelle Bildung

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • erklären die Bedeutung von Werten und Normen für Erziehung und Bildung,
  • ordnen Erziehungsziele verschiedenen historischen, politischen und kulturellen Kontexten zu,
  • beschreiben schulischer Erziehung in der Bundesrepublik Deutschland zugrunde liegende Werte und Normen und beschreiben Schule als Ort des Demokratie-Lernens,
  • erläutern Prinzipien der Erziehung gemäß reformpädagogischen Konzepten,
  • erläutern Prinzipien der Erziehung im Nationalsozialismus und deren Auswirkungen,
  • stellen die Entwicklung von der Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Bildung dar,
  • stellen ein Konzept der Interkulturellen Bildung dar.

Urteilskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • erörtern die normative Bedingtheit von Erziehungs- und Bildungsprozessen und die daraus resultierenden Herausforderungen,
  • erörtern das Verhältnis von Pädagogik und Politik,
  • bewerten Aktualisierungen reformpädagogischer Konzepte,
  • bewerten das Verhältnis von Erziehung, Sozialisation und Identitätsbildung im Nationalsozialismus,
  • beurteilen die pädagogische Tragfähigkeit eines Konzeptes Interkultureller Bildung.

 

  • Inhaltsfeld 6: Pädagogische Professionalisierung in verschiedenen Institutionen

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Institutionalisierung von Erziehung
  • Vielfalt und Wandelbarkeit pädagogischer Berufsfelder

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • erklären die Unterschiede zwischen nicht professionellem und professionellem pädagogischen Handeln,
  • beschreiben den Wandel in den Anforderungen an pädagogische Institutionen (Kindergarten, Schule, Einrichtungen der Jugendpflege, Erwachsenenbildung),
  • beschreiben die Funktionen von Schule,
  • stellen Maßnahmen der Schulentwicklung und Qualitätssicherung im Anschluss an internationale Vergleichsstudien dar,
  • erläutern exemplarisch Chancen wie Begrenzungen pädagogischer Einwirkungen durch Einbindung in Institutionen,
  • beschreiben pädagogische Berufsfelder und stellen die wachsende berufliche Bedeutung pädagogischer Kompetenz im Zuge sozialen Wandels und im Umgang mit kultureller Vielfalt dar.

Urteilskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • erörtern die Chancen und Gefahren, die sich aus der Verlagerung von pädagogischen Prozessen in durch Professionalisierung geprägte Institutionen ergeben,
  • bewerten aktuelle und für die nähere Zukunft prognostizierbare Veränderungen auf dem Markt pädagogischer Institutionen,
  • beurteilen die Kompatibilität der verschiedenen Funktionen von Schule,
  • beurteilen Maßnahmen der Schulentwicklung und Qualitätssicherung,
  • beurteilen anhand verschiedener Kriterien die sich aus pädagogischen Kompetenzen ergebenden beruflichen Chancen,
  • beurteilen den Berücksichtigungsgrad wissenschaftlicher Erkenntnisse zu Erziehung, Sozialisation und Identitätsbildung sowie normativer Setzungen in pädagogischen Institutionen zu verschiedenen Zeiten.
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© 2020 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 19.09.2014