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Orientierungsbereich (Sprungmarken)

2 Kompetenzbereiche, Inhaltsfelder und Kompetenzerwartungen

Die in den allgemeinen Aufgaben und Zielen des Faches beschriebene übergreifende fachliche Kompetenz wird ausdifferenziert, indem fachspezifische Kompetenzbereiche und Inhaltsfelder identifiziert und ausgewiesen werden. Dieses analytische Vorgehen erfolgt, um die Strukturierung der fachrelevanten Prozesse einerseits sowie der Gegenstände andererseits transparent zu machen. In den Kompetenzerwartungen werden beide Seiten miteinander verknüpft. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass der gleichzeitige Einsatz von Können und Wissen bei der Bewältigung von Anforderungssituationen eine zentrale Rolle spielt.

Zusammenhang zwischen übergreifender fachlicher Kompetenz, Kompetenz-, Inhaltsbereiche und Kompetenzerwartungen

Kompetenzbereiche repräsentieren die Grunddimensionen des fachlichen Handelns. Sie dienen dazu, die einzelnen Teiloperationen entlang der fachlichen Kerne zu strukturieren und den Zugriff für die am Lehr-Lernprozess Beteiligten zu verdeutlichen.

Inhaltsfelder systematisieren mit ihren jeweiligen inhaltlichen Schwerpunkten die im Unterricht der gymnasialen Oberstufe verbindlichen und unverzichtbaren Gegenstände und liefern Hinweise für die inhaltliche Ausrichtung des Lehrens und Lernens.

Kompetenzerwartungen führen Prozesse und Gegenstände zusammen und beschreiben die fachlichen Anforderungen und intendierten Lernergebnisse, die auf zwei Stufen bis zum Ende der Sekundarstufe II erreicht werden sollen.

Kompetenzerwartungen

  • beziehen sich auf beobachtbare Handlungen und sind auf die Bewältigung von Anforderungssituationen ausgerichtet,
  • stellen im Sinne von Regelstandards die erwarteten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten auf einem mittleren Abstraktionsgrad dar,
  • ermöglichen die Darstellung einer Progression vom Anfang bis zum Ende der Sekundarstufe II und zielen auf kumulatives, systematisch vernetztes Lernen,
  • können in Aufgabenstellungen umgesetzt und überprüft werden.

Insgesamt ist der Unterricht in der Sekundarstufe II nicht allein auf das Erreichen der aufgeführten Kompetenzerwartungen beschränkt, sondern soll es Schülerinnen und Schülern ermöglichen, diese weiter auszubauen und darüber hinausgehende Kompetenzen zu erwerben.

2.1 Kompetenzbereiche und Inhaltsfelder des Faches

Für eine gelingende historische Kommunikation mit althebräischen Texten sind Kompetenzen in drei Kompetenzbereichen erforderlich: Textkompetenz, Sprachkompetenz, Kulturkompetenz. Diese Kompetenzbereiche ergänzen und durchdringen sich gegenseitig.

Kompetenzbereiche und Inhaltsfelder im Fach Hebräisch

Kompetenzbereiche

Der Bereich Textkompetenz umfasst die Gesamtheit fachspezifischer und allgemeiner Fähigkeiten und Fertigkeiten, die zum Erschließen, Übersetzen und Interpretieren hebräischer Texte erforderlich sind. Er schließt einen kompetenten Umgang mit literarischen Gattungen, literarischen Gestaltungsprinzipien und den Prinzipien der Textgrammatik ein.

Der Bereich Sprachkompetenz umfasst sowohl metasprachliche als auch sprachliche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in den Bereichen Lexik, Morphologie und Syntax. Diese sind gleichermaßen für die Benennung und Beschreibung sprachlicher Phänomene sowie zum Erschließen und Verstehen hebräischer Texte erforderlich.

Der Bereich Kulturkompetenz umfasst die Fähigkeit, Kenntnisse des historisch-kulturellen Umfeldes der Textentstehung und Rezeptionsgeschichte in eine kritische Auseinandersetzung mit hebräischen Texten und Rezeptionsdokumenten einzubringen sowie die Fähigkeit, den Text auf der Grundlage historischer Kommunikation zur persönlichen Orientierung zu nutzen.

Sprachbewusstheit und Sprachlernkompetenz sind in allen Kompetenzbereichen integraler Bestandteil und für die Kompetenzentwicklung im Fremdsprachenunterricht insgesamt von Bedeutung.

Sprachbewusstheit bedeutet Sensibilität für die Struktur und Nachdenken über Sprache und sprachlich vermittelte Kommunikation in ihren kulturellen, politischen und historischen Zusammenhängen. Die große Distanz des Hebräischen zu den indogermanischen Sprachen und die Übersichtlichkeit ihrer Struktur lassen im Fremdsprachenlernen eine ganz eigene Sprachreflexion zu, deren Erkenntnisse und Erfahrungen die Schülerinnen und Schüler auf den Umgang mit der deutschen Sprache, ggf. weiteren Herkunftssprachen und mit Sprachen insgesamt übertragen und anwenden können.

Sprachlernkompetenz beinhaltet die Fähigkeit und Bereitschaft, das eigene Sprachenlernen selbstständig zu analysieren und bewusst zu gestalten. Sie zeigt sich in der Verfügbarkeit sprachbezogener Lernmethoden und in der Beherrschung daraus abgeleiteter Strategien, die Schülerinnen und Schüler während ihres individuellen Spracherwerbsprozesses auch im Umgang mit anderen Sprachen erwerben.

Inhaltsfelder

Die Kompetenzen werden an folgenden Inhaltsfeldern entwickelt:

  • Anthropologie
  • Gottesvorstellungen
  • Geschichte Israels
  • Ethik

Die historische Kommunikation soll mit Blick auf diese Inhaltsfelder entwickelt werden. Die Überführung der inhaltlichen Schwerpunkte in konkrete themen- und problemorientierte Unterrichtsvorhaben erfolgt nach Entscheidung der Fachkonferenzen jeweils in Übereinstimmung mit der landesweiten Obligatorik. Ein Unterrichtsvorhaben kann an mehreren Inhaltsfeldern und inhaltlichen Schwerpunkten der jeweiligen Stufe (Einführungsphase bzw. Qualifikationsphase) zugleich entfaltet werden.

• Anthropologie

Grundfragen menschlicher Existenz und gesellschaftlicher Zusammenhänge und Entwicklungen werden in den ersten Kapiteln der Hebräischen Bibel angesprochen; in Rezeption und Auseinandersetzung mit den dort gegebenen Wertungen und Impulsen hat sich das abendländische Menschenbild geformt.

• Gottesvorstellungen

Die Bedeutung vieler Texte der Hebräischen Bibel ist nur unter Beachtung ihres theologischen Charakters zu erfassen. Die Vorstellungen von Gott als Schöpfer, Befreier, Gesetzgeber und Garant einer gerechten Weltordnung sind als grundlegende Angebote für die Deutung menschlicher Existenz zu verstehen, die das abendländische Denken in vielfältiger Weise beeinflusst haben und bis in die Gegenwart hinein in verschiedenen Bereichen ihre Wirkung entfalten.

• Geschichte Israels

Historische Kommunikation setzt die Kenntnis geschichtlicher Abläufe und ihrer räumlichen Bedingtheiten voraus. Biblische Modelle der Geschichtswahrnehmung und -deutung prägen wirkungsgeschichtlich sowohl das europäische Geschichtsdenken als auch insbesondere das jüdische Selbstverständnis der eigenen Geschichte.

• Ethik

In den inhaltlich-ethischen und metaethischen Diskussionen der Gegenwart ist der Bezug auf ethische Normen aus der Hebräischen Bibel von Gewicht. Zeitgebundene Bedingtheit und grundsätzlicher Anspruch können bei der Interpretation normativer Texte und bei der inhaltlichen Auseinandersetzung mit ihnen unterschieden werden. In Abgrenzung von fundamentalistischen Verengungen wird so ein Beitrag zum Aufbau einer ethischen Argumentationskompetenz geleistet.

2.2 Kompetenzerwartungen bis zum Ende der Einführungsphase

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie am Ende der Einführungsphase über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu den drei gleichrangigen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Text- und Sprachkompetenz inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, wird die Kulturkompetenz zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert.

In der unterrichtlichen Auseinandersetzung mit Originaltexten und ggf. weiteren Materialien werden jeweils Kompetenzen aus sämtlichen Bereichen gefordert und entwickelt.

Der Kompetenzaufbau in den Bereichen Textkompetenz, Sprachkompetenz und Kulturkompetenz erfolgt im Sinne der historischen Kommunikation in thematischen und problemorientierten Unterrichtsvorhaben. Diese können während der über die Einführungsphase hinaus dauernden Spracherwerbsphase auch den Weg über das moderne Hebräisch zum biblischen Hebräisch einschlagen.

Bezugspunkt für die im Folgenden aufgeführten Kompetenzen ist das dem Kurstyp und der Jahrgangsstufe angemessene Schwierigkeitsniveau der Originaltexte (vgl. Tabelle im Anhang).

Textkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler können

  • grundlegende Methoden der ganzheitlichen Vorerschließung von Texten anwenden,
  • mithilfe des Verfahrens der Einzelsatzerschließung didaktisch ausgewählte Originaltexte auf der Basis von Text-, Satz- und Wortgrammatik erschließen (dekodieren),
  • strukturelle Unterschiede zwischen dem Hebräischen und anderen bisher erlernten Sprachen erkennen und beschreiben,
  • didaktisch ausgewählte Originaltexte unter Beachtung ihres Sinngehalts und ihrer sprachlichen Struktur angemessen ins Deutsche übersetzen (rekodieren),
  • einen zuvor von ihnen erarbeiteten hebräischen Text sinndarstellend lesen,
  • lexikalisch und morphologisch weniger komplexe Texte der Hebräischen Bibel interpretieren,
  • sich über leicht zu­gäng­liche Hilfsmittel Informationen zu ausgewählten textbezogenen Fragestellungen beschaffen und auswerten.

Sprachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler können

  • die hebräische Quadratschrift und die tiberiensische Punktation lesen und schreiben,
  • das Phänomen Ketiv/Qere identifizieren und entsprechend lesen,
  • einen Basiswortschatz des biblischen Hebräisch in thematischer und grammatischer Strukturierung, der ihrer Lernstufe entspricht, anwenden
  • ihren Grundwortschatz unter Verwendung ihnen bekannter Lerntechniken erweitern und sichern,
  • Beispiele des Fortwirkens des althebräischen Wortschatzes im modernen Hebräisch benennen,
  • die Grundregeln der Formenbildung des Nomens erklären,
  • die Grundprinzipien der Formenbildung des Verbs anwenden,
  • die Grundsätze der Formenbildung in Verbindung mit Personalsuffixen anwenden,
  • unterschiedliche Gruppen von Nomina (einschließlich Partizipien) im Satz nach grammatischen Kategorien benennen und sie im Deutschen angemessen wiedergeben,
  • die verschiedenen Satztypen unterscheiden,
  • mit morphologischen und syntaktischen Strukturen methodengeleitet operieren,
  • ein elementares Verständnis hinsichtlich der Grenzen und Möglichkeiten einer Übersetzung dokumentieren,
  • typische Merkmale des Hebräischen (konstrastiv zum Deutschen und anderen ihnen bekannten Sprachen) als nicht indoeuropäischer Sprache identifizieren,
  • Lexeme unter Anleitung mithilfe eines wissenschaftlichen hebräisch-deutschen Wörterbuchs semantisieren,
  • unter Anleitung zur Erschließung und Übersetzung von Texten grundlegende methodische Elemente der Textgrammatik anwenden,
  • Methoden der Kategorienbildung und Systematisierung zum Aufbau, zur Festigung und zur Erweiterung ihrer Sprachkompetenz nutzen.

Kulturkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler können

  • gelesene Texte in ihren jeweiligen Kontext einordnen und auf dieser Basis Thema und Inhalt erläutern,
  • die Entwicklung und exemplarische Stationen der biblischen Geschichte Israels darstellen,
  • auf angemessene Weise den hebräischen Gottesnamen (Tetragramm) dekodieren.

In den nachfolgenden Inhaltsfeldern werden Kompetenzerwartungen weiter konkretisiert.

  • Anthropologie
  • Gottesvorstellungen

• Anthropologie

Inhaltlicher Schwerpunkt

  • Das Menschenbild in der Hebräischen Bibel und in ihrer Wirkungsgeschichte

Die Schülerinnen und Schüler können

  • anhand ausgewählter Texte Grundzüge des hebräischen Menschenbildes erschließen,
  • die in ausgewählten Texten begegnende spezifisch hebräische Körpersymbolik interpretieren,
  • kritische Impulse des hebräischen Menschenbildes gegenüber gegenwärtig herrschenden Menschenbildern erläutern und diskutieren.

• Gottesvorstellungen

Inhaltlicher Schwerpunkt

  • Das Tetragramm als Eigenname des Gottes Israels

Die Schülerinnen und Schüler können

  • das Tetragramm als Eigennamen und unterscheiden es von anderen Gottesbezeichnungen identifizieren,
  • beim hebräischen Lesen jüdische Regeln des Umgangs mit dem Tetragramm beachten,
  • im Deutschen das Tetragramm, wie in der jüdischen und/oder christlichen Tradition üblich, umschreiben,
  • religionskritische Impulse der Gottesvorstellungen der Hebräischen Bibel erläutern und diskutieren.

2.3 Kompetenzerwartungen bis zum Ende der Qualifikationsphase

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie – aufbauend auf der Kompetenzentwicklung in der Einführungsphase – am Ende der Sekundarstufe II über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu den drei gleichrangigen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Text- und Sprachkompetenz inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, wird die Kulturkompetenz zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert.

In der unterrichtlichen Auseinandersetzung mit Originaltexten und ggf. weiteren Materialien werden jeweils Kompetenzen aus sämtlichen Bereichen gefordert und entwickelt.

Der Kompetenzaufbau in den Bereichen Textkompetenz, Sprachkompetenz und Kulturkompetenz erfolgt im Sinne der historischen Kommunikation in thematischen und problemorientierten Unterrichtsvorhaben.

Bezugspunkt für die im Folgenden aufgeführten Kompetenzen ist das dem Kurstyp und der Jahrgangsstufe angemessene Schwierigkeitsniveau der Originaltexte (vgl. Tabelle im Anhang).

Textkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler können

  • mittels der Methode der Vorerschließung einen ersten Zugang zu inhaltlich anspruchsvolleren Texten der Hebräischen Bibel eines ihrem Lernstand angemessenen sprachlichen Schwierigkeitsgrades dokumentieren,
  • selbstständig Texte der Hebräischen Bibel satzweise und satzübergreifend erschließen (dekodieren),
  • ihr Verständnis inhaltlich anspruchsvollerer Texte der Hebräischen Bibel von ihrem Lernstand angemessenem sprachlichen Schwierigkeitsgrad in einer adressatengerechten Übersetzung nachweisen,
  • vokalisierte hebräische Texte auch ohne Vorbereitung mit „sefardischer“ Aussprache und Betonung lesen,
  • Texte aus der Biblia Hebraica ggf. anhand von Arbeitsaufträgen interpretieren,
  • das jeweilige Lay-out der Biblia Hebraica für die Interpretation des Textes nutzen,
  • mit ihrem durch eigene Rekodierung und Interpretation gewonnenen Verständnis von Texten unterschiedliche Übersetzungen vergleichen und beurteilen,
  • erlernte Methoden zur Erschließung morphologischer und syntaktischer Strukturen auch komplexerer Sätze selbstständig anwenden,
  • zur Erschließung und Übersetzung von Texten die methodischen Elemente der Textgrammatik selbstständig anwenden,
  • methodengeleitet interpretieren,
  • selbstständig mithilfe eines wissenschaftlichen hebräisch-deutschen Wörterbuchs Texte erschließen und übersetzen,
  • sich selbstständig Informationen zu ausgewählten Themen beschaffen und sie der Interpretation dienlich machen.

Sprachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler können

  • über die vokalisierte Quadratschrift hinaus eine weitere Schreibweise des Hebräischen lesen,
  • ihre Kenntnisse von Ketiv/Qere beim Lesen von Texten der Biblia Hebraica anwenden,
  • ihren Wortschatz lektüreabhängig erweitern,
  • Wortbildungsregeln zum Erschließen ihnen unbekannter Wörter und zur Erweiterung ihres Wortschatzes anwenden,
  • die Formenbildung des Verbs erklären und deren Kenntnis für die Textarbeit nutzen,
  • wichtige morphologische Eigenheiten der nachbiblischen Sprachstufen des Hebräischen nennen,
  • alle Formen der Personalsuffixe benennen und diese Kenntnis für die Analyse auch von komplexen Formen nutzen,
  • satzwertige Infinitivkonstruktionen identifizieren und sie angemessen wiedergeben,
  • verschiedene Verwendungen von Präformativ- und Afformativkonjugation in erzählenden und besprechenden Texten unterscheiden und ihre Kenntnis für die Textarbeit nutzen,
  • bei Analyse und Übersetzung der Texte spezifische Eigenheiten der althebräischen Syntax berücksichtigen,
  • spezifische syntaktische Eigenheiten der späteren Sprachstufen des Hebräischen identifizieren,
  • unter Verwendung der einschlägigen und fachspezifischen Lerntechniken ihren hebräischen Wortschatz eigenständig und lektürebezogen festigen und erweitern,
  • sprachliche Phänomene und Strukturen systematisch dekodieren und rekodieren,
  • das System der hebräischen Sprache mit dem der deutschen und denen anderer ihnen bekannter Sprachen zur Vertiefung ihrer Sprachbewusstheit vergleichen,
  • ein differenziertes Problembewusstsein hinsichtlich der Grenzen und Möglichkeiten einer Übersetzung dokumentieren.

Kulturkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler können

  • die Grundzüge der biblischen und nachbiblischen Geschichte Israels bzw. des Judentums erläutern,
  • anhand der biblischen Urgeschichte Grundzüge des biblischen Menschenbildes erläutern,
  • grundlegende Impulse der Hebräischen Bibel für Ethik und Sozialordnung erläutern und deren Bedeutung für die jeweilige Gegenwart diskutieren,
  • die religiöse Bedeutung der Hebräischen Bibel als Tanach im Judentum und als Altes Testament im Christentum beurteilen,
  • die Wirkungsgeschichte von Texten würdigen und deren Bedeutung erläutern,
  • die jeweilige Gegenwartsbedeutung von Texten der Hebräischen Bibel diskutieren,
  • unterschiedliche Gottesvorstellungen in der Hebräischen Bibel sowie deren altorientalischen Kontext erläutern.

In den nachfolgenden Inhaltsfeldern werden Kompetenzerwartungen weiter konkretisiert.

  • Geschichte Israels
  • Anthropologie
  • Ethik
  • Gottesvorstellungen

• Geschichte Israels

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Biblische Geschichte Israels
  • Topographie Israels
  • Tradition und Rezeption biblischer Geschichtsmodelle
  • Jüdische Lebenswirklichkeiten

Die Schülerinnen und Schüler können

  • die Väterzeit, die Epoche des Exodus und der Wüstenwanderung, die Richterzeit, die Königszeit, die Exilszeit und die Zeit des Zweiten Tempels in ihrer Abfolge historisch einordnen und ihnen jeweils typische Erzählstoffe und Textgattungen zuordnen,
  • die Hauptphasen der nachbiblischen jüdischen Geschichte in der Diaspora und das Wiedererstehen des Staates Israel (moderner Staat Israel) in ihrer geschichtlichen Abfolge in größere historische Zusammenhänge einordnen und in Grundzügen ihre Bedeutung für die jüdische Geschichte erläutern,
  • biblische Texte mithilfe der Kenntnis topographischer und landeskundlicher Gegebenheiten, soweit sie für deren Verständnis vorauszusetzen sind, interpretieren,
  • jüdische Lebenswirklichkeiten, Zeugnisse und Einrichtungen des am Schulort vorfindlichen Bereichs (z.B. jüdische Gemeinden, Synagogen, Friedhöfe, Ausstellungen) sowie des modernen Israel nennen und in der Bedeutung erklären.

• Anthropologie

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Das Menschenbild der Hebräischen Bibel
  • Tradition und Rezeption anthropologischer Perspektiven aus der Hebräischen Bibel

Die Schülerinnen und Schüler können

  • insbesondere anhand von Gen. 1 - 4 die Geschöpflichkeit und die Gottebenbildlichkeit des Menschen, den Herrschaftsauftrag des Schöpfers, das Verhältnis von Mann und Frau, den Menschen als Sozialwesen und die Gefährdung des Menschen im Verhältnis zu Gott und den Mitmenschen (der Mensch als Geschöpf und Mitgeschöpf) erläutern,
  • den ätiologischen Charakter der biblischen Urgeschichte erklären,
  • das Fortwirken anthropologischer Perspektiven aus der Hebräischen Bibel in rabbinischen oder modernhebräischen Texten erläutern.

• Ethik

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Ethische Weisung in der Hebräischen Bibel (Tora, Prophetie, Weisheit)
  • Tradition und Rezeption ethischer Perspektiven aus der Hebräischen Bibel in aktuellen Diskussionen

Die Schülerinnen und Schüler können

  • die biblische Perspektive des Zusammenhangs von ethischem Handeln und Gottesbeziehung erläutern,
  • am Beispiel des Dekalogs den Zusammenhang zwischen biblischer Monolatrie/biblischem Monotheismus und Ethik erläutern,
  • an Beispielen die Bedeutung der Tora für die Sozialordnung des biblischen Israel aufzeigen,
  • an Texten aus den Prophetenbüchern die sozialkritische Dimension prophetischer Verkündigung belegen,
  • die Funktion weisheitlicher Texte für die ethische Erziehung erläutern,
  • sich auch anhand der jüdischen und christlichen Auslegungs­geschichte mit dem Anspruch normativer Geltung biblischer Ethik auseinandersetzen und sie im Hinblick auf die eigene Lebensgestaltung bewerten.

• Gottesvorstellungen

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Gottesvorstellungen in der Hebräischen Bibel
  • Tradition und Rezeption von Gottesvorstellungen aus der Hebräischen Bibel

Die Schülerinnen und Schüler können

  • am Beispiel geeigneter Texte den biblischen Gedanken vom Bund zwischen Gott und Israel erläutern,
  • den Unterschied zwischen biblischem Gottesglauben und antikem Polytheismus erklären,
  • anhand der biblischen Urgeschichte den Universalismus der biblischen Gottesvorstellung erläutern,
  • geeignete biblische und nachbiblische Texte zur Exodustradition interpretieren, die als Motivkomplex die Gottesvorstellung Israels als Befreiungstradition in besonderer Weise prägt,
  • anhand geeigneter Texte Bedeutung und Krise weisheitlichen Denkens in Tun-Ergehen-Zusammenhängen erläutern,
  • unterschiedliche hermeneutische Ansätze für die Rede vom Handeln Gottes auf geeignete Textbeispiele anwenden und verschiedene Deutungen vergleichen.
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© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 17.02.2014