Logo Qualitäts- und UnterstützungsAgentur

Startseite Bildungsportal NRW

Orientierungsbereich (Sprungmarken)

1 Aufgaben und Ziele des Faches

Fremdsprachenlernen mit dem Ziel individueller Mehrsprachigkeit gewinnt angesichts der politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung Europas und der Globalisierung stetig an Bedeutung. Der Fremdsprachenunterricht der gymnasialen Oberstufe vermittelt sprachlich-kommunikative und interkulturelle Kompetenzen, die eine wichtige Voraussetzung für angemessenes und erfolgreiches Handeln im privaten wie beruflichen Leben sind.

Japanisch nimmt als bedeutende außereuropäische Fremdsprache aufgrund der weltwirtschaftlichen und kulturellen Präsenz Japans im europäischen Raum eine besondere Stellung ein. Japanisch-Kenntnisse im Sinne interkultureller kommunikativer Kompetenz stellen daher ein wichtiges Qualifikationsmerkmal dar.

Den gesellschaftlichen Anforderungen an Studierfähigkeit, Berufsorientierung und vertiefte Allgemeinbildung entsprechend ist der Japanischunterricht in der gymnasialen Oberstufe dem Leitziel der interkulturellen Handlungsfähigkeit verpflichtet. Er ist wissenschafts- und berufspropädeutisch sowie persönlichkeitsbildend.

Im Japanischunterricht der gymnasialen Oberstufe erwerben die Schülerinnen und Schüler systematisch interkulturelle kommunikative Kompetenz, die sie in konkreten Anwendungsbezügen und unterschiedlichen Lebensbereichen vertiefen und erweitern. Komplexe anwendungsorientierte Lernarrangements zielen entsprechend der Phasen systematischen Kompetenzaufbaus auf die Vernetzung der Einzelkompetenzen. Der mündlichen Sprachverwendung kommt hierbei in allen Lern- und Leistungssituationen eine besondere Bedeutung zu.

Entsprechend den Anforderungen zunehmender Internationalisierung fremdsprachlicher Standards orientiert sich der Japanischunterricht am GEMEINSAMEN EUROPÄISCHEN REFERENZRAHMEN FÜR SPRACHEN: LERNEN, LEHREN, BEURTEILEN (GeR) [1], soweit dies für eine distante Fremdsprache wie das Japanische möglich ist. Den sprachspezifischen Besonderheiten der japanischen Art des Kommunizierens und des eigenen Schriftsystems wird dabei angemessen Rechnung getragen.

Im Japanischunterricht der gymnasialen Oberstufe beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler in Auseinandersetzung mit authentischen, ggf. auch adaptierten Sach- und Gebrauchstexten sowie mit einfachen literarischen Texten der japanischsprachigen Bezugskultur mit soziokulturell und global bedeutsame Themen und gewinnen Einblicke in die Vielfalt der Lebenswirklichkeiten japanischer Kultur- und Sprachräume. Damit erweitern und vertiefen sie – im Einklang mit anderen Fächern des literarisch-sprachlichen Aufgabenfeldes – ihre Text- und Medienkompetenz. Die Auseinandersetzung mit anderen Lebenswirklichkeiten sowohl in historisch erklärender als auch aus geschlechterdifferenzierender Perspektive fördert ihre Bereitschaft zur Selbstreflexion und eröffnet ihnen die Möglichkeit – insbesondere durch die Begegnung mit einer außereuropäischen Kultur und Sprache – Distanz zu eigenen Sichtweisen und Haltungen zu entwickeln. Nicht zuletzt fördert die Beschäftigung mit einer distanten Fremdsprache wie dem Japanischen mit einem besonderen Schriftsystem Freude an Sprache, Sprachgebrauch und Sprachenlernen sowie die Motivation, sich auch außerhalb der Schule neuen Spracherfahrungen zu stellen.

Im Sinne des Leitziels der interkulturellen Handlungsfähigkeit unterstützt der Japanischunterricht die Entwicklung individueller Mehrsprachigkeitsprofile der Schülerinnen und Schüler. Sie erweitern ihre Sprachlernkompetenz, indem sie sich mit einer distanten Fremdsprache wie dem Japanischen auseinandersetzen und die Fähigkeit zur Reflexion der eigenen Muttersprache(n) sowie – nach dem Prinzip des lebenslangen Lernens – weiterer (Fremd-)Sprachen steigern.

Der Japanischunterricht der gymnasialen Oberstufe ist in besonderer Weise der individuellen Förderung verpflichtet. Dabei geht es darum, die Potenziale jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers zu erkennen, zu entwickeln, zu fördern und den Bildungsverlauf durch systematische individuelle Beratung und Unterstützung zu begleiten. Dies korrespondiert im Japanischunterricht der gymnasialen Oberstufe mit dem Leitbild des aktiven, kooperativen und selbstständigen Lernens. In diesem Sinne bietet der Japanischunterricht vielfältige und anregungsreiche Lerngelegenheiten, in denen die Schülerinnen und Schüler ihr Können und Wissen in gut organisierter und vernetzter Weise erwerben, vertiefen und reflektieren sowie zunehmend mehr eigene Verantwortung für den Erwerb von Kompetenzen übernehmen können. Dazu tragen auch Vorhaben bei, die den Unterricht für das Umfeld der Schule und Möglichkeiten persönlichen grenzüberschreitenden Austausches öffnen, etwa zeitlich begrenzte Projektphasen sowie den Unterricht begleitende Vorhaben (z. B. Exkursionen, Studienfahrten, internationale Begegnungen, Korrespondenzprojekte, Teilnahme an Wettbewerben).

Innerhalb der von allen Fächern zu erfüllenden Querschnittsaufgaben trägt insbesondere auch der Japanischunterricht im Rahmen der Entwicklung von Gestaltungskompetenz zur kritischen Reflexion geschlechter- und kulturstereotyper Zuordnungen, zur Werteerziehung, zur Empathie und Solidarität, zum Aufbau sozialer Verantwortung, zur Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft, zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen, auch für kommende Generationen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung, und zur kulturellen Mitgestaltung bei. Darüber hinaus leistet er einen Beitrag zur interdisziplinären Verknüpfung von Kompetenzen, auch mit gesellschafts- und naturwissenschaftlichen Feldern, sowie zur Vorbereitung auf Ausbildung, Studium, Arbeit und Beruf.

Das Fach Japanisch wird in der gymnasialen Oberstufe als fortgeführte Fremdsprache und als neu einsetzende Fremdsprache unterrichtet.

Japanisch als fortgeführte Fremdsprache

Aufbauend auf dem am Ende der Sekundarstufe I erreichten Niveau erweitern und vertiefen die Schülerinnen und Schüler ihre fremdsprachlichen Kompetenzen im Japanischunterricht der gymnasialen Oberstufe.

In der Einführungsphase treffendie Schülerinnen und Schüler auf vielfältige Lerngelegenheiten, die sie auf die Anforderungen der Qualifikationsphase vorbereiten. Am Ende der Einführungsphase erreichen die Schülerinnen und Schüler die Niveaustufe A2 mit Anteilen von B1 des GeR – vorwiegend im mündlichen Sprachgebrauch.

Die fortgeführte Fremdsprache Japanisch wird in der Qualifikationsphase als dreistündiger Grundkurs unterrichtet. Die Schülerinnen und Schüler erwerben hier eine verlässliche Basis interkultureller fremdsprachlicher Handlungskompetenz. Am Ende der Qualifikationsphase erreichen die Schülerinnen und Schüler die NiveaustufeB1 mit Anteilen von B2 des GeR – vorwiegend im mündlichen Sprachgebrauch.

Japanisch als neu einsetzende Fremdsprache

Die neueinsetzende Fremdsprache Japanisch wird in der gymnasialen Oberstufe in einem vierstündigen Kurs unterrichtet, in dem die Schülerinnen und Schüler eine grundlegende interkulturelle fremdsprachliche Handlungskompetenz erwerben. Am Ende der Einführungsphase erreichen die Schülerinnen und Schüler die Niveaustufe A1 mit Anteilen von A2 des GeR – vorwiegend im mündlichen Sprachgebrauch, am Ende der Qualifikationsphase die Niveaustufe A2 mit Anteilen von B1 des GeR – vorwiegend im mündlichen Sprachgebrauch.

[1] Europarat – Rat für kulturelle Zusammenarbeit (2001), GEMEINSAMER EUROPÄISCHER REFERENZRAHMEN FÜR SPRACHEN: LERNEN, LEHREN, BEURTEILEN, hrsg. v. Goethe-Institut Inter Nationes u. a., Langenscheidt: Berlin u. a. Der Text ist hier abrufbar.

Zum Seitenanfang

© 2020 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 26.01.2014