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Beispiel eines schulinternen Lehrplans für das Abendgymnasium und Kolleg im Fach Deutsch

Hinweis: Als Beispiel für einen schulinternen Lehrplan auf der Grundlage des Kernlehrplans für das Abendgymnasium und Kolleg im Fach Deutsch steht hier der schulinterne Lehrplan einer fiktiven Schule zur Verfügung.

Um zu verdeutlichen, wie die jeweils spezifischen Rahmenbedingungen in den schulinternen Lehrplan einfließen, wird die Schule in Kapitel 1 zunächst näher vorgestellt. Den Fachkonferenzen wird empfohlen, eine nach den Aspekten im vorliegenden Beispiel strukturierte Beschreibung für ihre Schule zu erstellen.

 

1 Rahmenbedingungen der fachlichen Arbeit

 

Lage der Schule

In der mittelgroßen Stadt befindet sich ein Weiterbildungskolleg, das zwei Unterrichtsschienen anbietet – einmal vormittags und einmal abends. Beide Bildungsgänge sind in demselben Gebäude untergebracht, in einer ehemaligen Grundschule. Es ist an dieser Schule auch möglich, das Abitur auf dem Weg von „Abi online“ zu erreichen. Das Weiterbildungskolleg besuchen ca. 300 Studierende.

Diese Institution des zweiten Bildungswegs hat ihr Einzugsgebiet in der ganzen Stadt. „Abi online“, Vormittagsunterricht und Abendunterricht richten sich an eine heterogene Klientel, wie z.B. die oft sehr selbstständigen Studierenden im „Abi online“ – Bereich.

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Aufgaben des Fachs bzw. der Fachgruppe in der Schule vor dem Hintergrund der Schülerschaft

Die Beispielschule zeichnet sich durch eine beträchtliche Heterogenität ihrer Studierendenschaft aus. Sie weist mit 30 % einen deutlichen Anteil an Studierenden mit Deutsch als Zweitsprache auf, deren Sprachbeherrschung individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Der Grad der Sprachsicherheit und Differenziertheit im Deutschen variiert allerdings auch bei den muttersprachlichen Studierenden deutlich.

Die Fachgruppe Deutsch arbeitet hinsichtlich dieser Heterogenität kontinuierlich an Fragen der Unterrichtsentwicklung, der Einführung von Förderkonzepten und zielführenden Diagnoseverfahren. Insbesondere in der Einführungsphase nimmt der Deutschunterricht auf die unterschiedlichen Voraussetzungen Rücksicht.

 

Funktionen und Aufgaben der Fachgruppe vor dem Hintergrund des Schulprogramms

In Übereinstimmung mit dem Schulprogramm sollen die Studierenden bei der Entwicklung neuer Lebensperspektiven unterstützt werden. Gerade dieses Motiv spielt eine große Rolle dabei, eine Schule des zweiten Bildungswegs zu besuchen. Über diesen Beweggrund hinaus nennen die Studierenden häufig als Anstoß für eine selbstständige Entscheidung, als Erwachsene noch einmal eine Schule zu besuchen, das Erreichen von weiteren Abschlüssen und Qualifikationen sowie die Möglichkeit zu neuen Kontakten, die Suche nach einer sie stärker fordernden und stabilisierenden Umgebung.

Zu den Leitlinien der Schule gehört es, neben den fachlich-kognitiven Kompetenzen Faktoren der Persönlichkeitsbildung zu stützen. Auch in der Erwachsenenbildung ist es möglich, soziale, kommunikative, methodische Kompetenzen sowie die Haltung der Wissbegier zu stärken. Den Unterricht in Hinblick auf Wissenschaftspropädeutik zu gestalten, ist gerade auch in der Erwachsenenbildung unerlässlich.

Um die Studierenden in dem Ziel zu stärken, einen Abschluss zu erlangen und evtl. „Durststrecken“ zu überwinden, die sich aus ihrer Situation als z.B. Vollzeitbeschäftigte ergeben, wird an dieser Schule Wert auf zahlreiche unterstützende Maßnahmen gelegt, wie z.B. Flexibilisierung und Minimierung von Hausaufgaben sowie der Datierung von Referaten. Gerade im Bereich des Weiterbildungskollegs sind keine regelmäßigen Hausaufgaben möglich. Daher muss genügend Zeit für schriftliche Übungen im Unterricht eingeplant werden. Unabdingbar ist auch bei erwachsenen Studierenden die Stärkung der Klassengemeinschaft, damit die Studierenden sich gegenseitig helfen und in Krisenzeiten stabilisieren können.

Studienfahrten, z.B. nach Weimar, Prag und Berlin, machen den Deutschunterricht anschaulich. Diese Fahrten vermitteln den mitwirkenden Studierenden aber auch weitere Kompetenzen wie die Fähigkeit zur Organisation, Orientierung und zum Erkennen historischer Bezüge.

 

Beitrag der Fachgruppe zur Erreichung der Erziehungsziele der Schule

Ethisch-moralische Fragestellungen spielen eine zentrale Rolle in den verschiedensten Werken der deutschsprachigen Literatur und der Weltliteratur, wodurch sie selbstverständlich auch als zentraler Aspekt in den Deutschunterricht eingehen. Außerdem ist der angemessene Umgang mit Sprache in verschiedenen kommunikativen Kontexten ein zentrales Anliegen des Deutschunterrichts. Hier unterstützt die Fachgruppe die kommunikativen Fähigkeiten einerseits in der Vermittlung von kommunikationstheoretischen Ansätzen, andererseits aber auch durch die Möglichkeit zur praktischen Erprobung in Simulationen, Rollenspielen und szenischen Gestaltungen.

 

Verfügbare Ressourcen

Aus der räumlichen Situation und den zeitlichen Strukturen des Weiterbildungskollegs resultieren folgende Besonderheiten:

- Die Schule ist in häufig wechselnden Gebäuden untergebracht. Auch befinden sich häufig die Räume des Vormittagsunterrichts in einem anderen Gebäude als die des Abendunterrichts.

- Die Schule ist mit wenigen Fachräumen und mit einer Anzahl von Medien ausgestattet (ca. 40 Duden; 3 TV, 3 rollbare PC-Einheiten, 2 Beamer).

- Der Schulbesuch findet zusätzlich zu Erwerbstätigkeit und/oder Haushaltsführung statt.

 

Funktionsinhaber/innen der Fachgruppe

Fachkonferenzvorsitzende/r: Name; Stellvertreter/in: Name

2 Entscheidungen zum Unterricht

Hinweis: Die folgend dargestellte Umsetzung der Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans findet auf zwei Ebenen statt. Das Übersichtsraster gibt den Lehrkräften einen raschen Überblick über die laut Fachkonferenz verbindlichen Unterrichtsvorhaben pro Schuljahr. In dem Raster sind außer dem Thema des jeweiligen Vorhabens das schwerpunktmäßig damit verknüpfte Inhaltsfeld bzw. die Inhaltsfelder, inhaltliche Schwerpunkte des Vorhabens sowie Schwerpunktkompetenzen ausgewiesen. Die Konkretisierung von Unterrichtsvorhaben führt weitere Kompetenzerwartungen auf und verdeutlicht vorhabenbezogene Absprachen, z.B. zur Festlegung auf eine Aufgabenart bei der Lernerfolgsüberprüfung durch eine Klausur.

 

2.1 Unterrichtsvorhaben

Die Darstellung der Unterrichtsvorhaben im schulinternen Lehrplan besitzt den Anspruch, sämtliche im Kernlehrplan angeführten Kompetenzen abzudecken. Dies entspricht der Verpflichtung jeder Lehrkraft, alle Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans bei den Lernenden auszubilden und zu entwickeln – für die Einführungsphase gilt jedoch, wie im Kernlehrplan explizit ausgewiesen, der Grundsatz, dass die Kompetenzerwartungen orientierungsstiftenden Charakter haben. Im Gegensatz dazu sind die Kompetenzerwartungen der Qualifikationsphase verbindlich zu erreichen.

Die Umsetzung erfolgt auf zwei Ebenen: der Übersichts- und der Konkretisierungsebene.

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Im „Übersichtsraster Unterrichtsvorhaben“ (Kapitel 2.1.1) wird die für alle Lehrerinnen und Lehrer gemäß Fachkonferenzbeschluss verbindliche Verteilung der Unterrichtsvorhaben auf die jeweiligen Semester dargestellt. Diese Festlegung soll vergleichbare Standards gewährleisten sowie bei Lerngruppenübertritten und Lehrkraftwechseln die Kontinuität der fachlichen Arbeit sichern. Die konkrete Reihenfolge der Vorhaben innerhalb der Semester erarbeitet das jeweilige Lehrkräfteteam eines Semesters unter Berücksichtigung der Vorgaben für das Zentralabitur. Die endgültige Festlegung erfolgt durch die Fachkonferenz. Um Klarheit herzustellen und die Übersichtlichkeit zu gewährleisten, werden in der Kategorie „Kompetenzen“ an dieser Stelle nur die schwerpunktmäßigen Kompetenzerwartungen ausgewiesen.

Die Kompetenzerwartungen werden in der Regel nur bei einem Unterrichtsvorhaben als verbindlich ausgewiesen. Die entsprechenden Kompetenzen werden aber im Laufe des Bildungsgangs im Sinne einer Lernprogression kontinuierlich erweitert.

Die in der Übersicht angegebenen Aufgabenarten zur Leistungsüberprüfung dienen zur Orientierung. Die Aufgabenarten des Abiturs sollen kontinuierlich eingeübt werden. Dabei muss sich von Beginn der Einführungsphase bis zum Abitur die Komplexität der Aufgabenstellung und der Materialien schrittweise steigern. So ist z.B. in der Einführungsphase ein weiterführender Schreibauftrag im Anschluss an eine Analyseaufgabe nur bedingt sinnvoll (s. dazu auch Kapitel 2.3).

Abweichungen von den vorgeschlagenen Vorgehensweisen bezüglich der konkretisierten Unterrichtsvorhaben sind im Rahmen der pädagogischen Freiheit der Lehrkräfte jederzeit möglich. Sicherzustellen bleibt allerdings auch hier, dass im Rahmen der Umsetzung der Unterrichtsvorhaben insgesamt alle Kompetenzen des Kernlehrplans Berücksichtigung finden.

 

2.1.1 Übersichtsraster Unterrichtsvorhaben

Einführungsphase

Unterrichtsvorhaben I:

Thema: Gelungene und misslungene Kommunikation

Kompetenzen: Die Studierenden können …

- Sachverhalte sprachlich angemessen darstellen, (Sprache-Pro.)

- sprachliche Elemente im Hinblick auf ihre informierende, argumentierende oder appellierende Wirkung erläutern, (Sprache-Rez.)

- erzählende Texte unter Berücksichtigung grundlegender Strukturmerkmale der jeweiligen literarischen Gattung analysieren und dabei eine in sich schlüssige Deutung (Sinnkonstruktion) entwickeln, (Texte-Rez.)

- Sachtexte in ihrer Abhängigkeit von Situation, Adressat und Textfunktion unterscheiden, (Texte-Rez.)

- komplexe kontinuierliche und diskontinuierliche Sachtexte mithilfe textimmanenter Aspekte und textübergreifender Informationen analysieren, (Texte-Rez.)

- den Wirklichkeitsmodus eines Textes anhand von Fiktionalitätsmerkmalen identifizieren, (Texte-Rez.)

- ihre Arbeitsschritte bei der Bewältigung eines Schreibauftrags beschreiben und die besonderen Herausforderungen identifizieren, (Texte-Pro.)

- Kommunikationsprozesse aus Alltagssituationen anhand zweier unterschiedlicher Kommunikationsmodelle erläutern, (Kommunikation-Rez.)

- Kommunikationsstörungen bzw. die Voraussetzungen für gelingende Kommunikation auf einer metakommunikativen Ebene identifizieren und mit Hilfe dieser Erkenntnisse das eigene Gesprächsverhalten reflektieren, (Kommunikation-Rez.)

- die Darstellung von Gesprächssituationen in literarischen Texten unter Beachtung von kommunikationstheoretischen Aspekten analysieren, (Kommunikation-Rez.)

- verschiedene Strategien der Leser- bzw. Hörerbeeinflussung in rhetorisch ausgestalteter Kommunikation identifizieren, (Kommunikation-Rez.)

- sich in eigenen Beiträgen explizit auf andere beziehen, (Kommunikation-Pro.)

- Beiträge und Rollen in Diskussionen, Fachgesprächen und anderen Kommunikationssituationen sach- und adressatengerecht gestalten. (Kommunikation-Pro.)

 

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Sprache: Funktionen und Strukturmerkmale der Sprache, Sprachvarietäten am Beispiel von Fachsprache

- Texte: Erzähltexte, Sachtexte

- Kommunikation: Kommunikationsmodelle, Gesprächsanalyse

- Medien: digitale Medien und ihr Einfluss auf Kommunikation

 

Aufgabentyp: IA oder IIA

Unterrichtsvorhaben II:

Thema: Fremdheitserfahrungen in lyrischen Texten

Kompetenzen: Die Studierenden können …

- sprachliche Gestaltungsmittel in schriftlichen und mündlichen Texten identifizieren, deren Bedeutung für die Textaussage erläutern und ihre Wirkung kriterienorientiert beurteilen, (Sprache-Rez.)

- weitgehend selbstständig die sprachliche Darstellung in Texten mithilfe von Kriterien (u.a. stilistische Angemessenheit, Verständlichkeit) beurteilen und überarbeiten, (Sprache-Pro.)

- den Zusammenhang von Teilaspekten und dem Textganzen zur Sicherung des inhaltlichen Zusammenhangs herausarbeiten (lokale und globale Kohärenz), (Texte-Rez.)

- lyrische Texte unter Berücksichtigung grundlegender Strukturmerkmale der jeweiligen literarischen Gattung analysieren und dabei eine in sich schlüssige Deutung (Sinnkonstruktion) entwickeln, (Texte-Rez.)

- Texte im Hinblick auf das Verhältnis von Inhalt, Ausgestaltung und Wirkung beurteilen, (Texte-Rez.)

- in ihren mündlichen und schriftlichen Analysetexten beschreibende, deutende und wertende Aussagen unterscheiden, (Texte-Pro.)

- Analyseergebnisse durch angemessene und formal korrekte Textbelege (Zitate, Verweise, Textparaphrasen) absichern, (Texte-Pro.)

- literarische Texte durch einen gestaltenden Vortrag interpretieren, (Texte-Pro.)

- für die zielgerichtete Überarbeitung von Texten die Qualität von Texten und Textentwürfen kriterienorientiert beurteilen, (Texte-Pro.)

- Mimik, Gestik, Betonung und Artikulation funktional einsetzen, (Kommunikation-Pro)

- mediale Gestaltungen zu literarischen Texten entwickeln. (Medien-Pro.)

 

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Sprache: Funktionen und Strukturmerkmale der Sprache, Sprachvarietäten am Beispiel von Fachsprache

- Texte: lyrische Texte in einem thematischen Zusammenhang, Sachtexte zum Thema

- Kommunikation: rhetorisch ausgestaltete Kommunikation

 

Aufgabentyp: IA

Unterrichtsvorhaben III:

Thema: Gesellschaftliche Verantwortung und ihre Darstellung in dialogischen Texten

Kompetenzen: Die Studierenden können …

- sprechgestaltende Mittel funktional in mündlichen Texten (referierend, argumentierend oder persuasiv) einsetzen, (Sprache-Pro.)

- aus Aufgabenstellungen angemessene Leseziele ableiten und diese für die Textrezeption nutzen, (Texte-Rez.)

- dramatische Texte unter Berücksichtigung grundlegender Strukturmerkmale der jeweiligen literarischen Gattung analysieren und dabei eine in sich schlüssige Deutung (Sinnkonstruktion) entwickeln, (Texte-Rez.)

- die Bedeutung historisch-gesellschaftlicher Bezüge eines literarischen Werkes an Beispielen aufzeigen, (Texte-Rez.)

- in ihren Analysetexten zwischen Ergebnissen textimmanenter Untersuchungsverfahren und dem Einbezug textübergreifender Informationen unterscheiden, (Texte-Pro.)

- literarische Texte und Sachtexte mithilfe textgestaltender Schreibverfahren (u.a. Ergänzung, Weiterführung, Verfremdung) analysieren, (Texte-Pro.)

- literarische Texte durch einen gestaltenden Vortrag interpretieren, (Texte-Pro.)

- Gesprächsverläufe und Arbeitsergebnisse sachgerecht protokollieren, (Texte-Pro.)

- den Verlauf fachbezogener Gesprächsformen konzentriert verfolgen, (Kommunikation-Rez.)

- kriteriengeleitet eigene und fremde Unterrichtsbeiträge in unterschiedlichen kommunikativen Kontexten (Gespräch, Diskussion, Feedback zu Präsentationen) beurteilen, (Kommunikation-Rez.)

- die Darstellung von Gesprächssituationen in literarischen Texten unter Beachtung von kommunikationstheoretischen Aspekten analysieren, (Kommunikation-Rez.)

- sach- und adressatengerecht – unter Berücksichtigung der Zuhörermotivation – komplexe Beiträge (u.a. Referat, Arbeitsergebnisse) präsentieren, (Kommunikation-Pro)

- Mimik, Gestik, Betonung und Artikulation funktional einsetzen, (Kommunikation-Pro)

- Gesprächsbeiträge und Gesprächsverhalten kriterienorientiert analysieren und ein konstruktives und wertschätzendes Feedback formulieren, (Kommunikation-Pro.)

- selbstständig Präsentationen unter funktionaler Nutzung neuer Medien (Präsentationssoftware) erstellen, (Medien-Pro.)

- die funktionale Verwendung von Medien für die Aufbereitung von Arbeitsergebnissen in einem konstruktiven, kriterienorientierten Feedback beurteilen. (Medien-Pro.)

 

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Sprache: Funktionen und Strukturmerkmale der Sprache, Sprachvarietäten am Beispiel von Fachsprache

- Texte: Drama (eine Ganzschrift), Sachtexte

- Kommunikation: Gesprächsanalyse, rhetorisch ausgestaltete Kommunikation

 

Aufgabentyp: IA oder IIA

Unterrichtsvorhaben IV:

Thema: Medien und ihr Einfluss auf Sprache und Gesellschaft

Kompetenzen: Die Studierenden können …

- verschiedene Ebenen von Sprache (phonologische, morphematische, syntaktische, semantische und pragmatische Aspekte) unterscheiden, (Sprache-Rez.)

- Sprachvarietäten erläutern und deren Funktion beschreiben, (Sprache-Rez.)

- aktuelle Entwicklungen in der deutschen Sprache und ihre sozio-kulturelle Bedingtheit erklären, (Sprache-Rez.)

- grammatische Formen identifizieren und klassifizieren sowie deren funktionsgerechte Verwendung prüfen, (Sprache-Rez.)

- die normgerechte Verwendung der Sprache (Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung) in Texten prüfen und diese überarbeiten, (Sprache-Pro.)

- zielgerichtet verschiedene Textmuster bei der Erstellung von informierenden und argumentierenden Texten einsetzen, (Texte-Pro.)

- ihre Texte unter Berücksichtigung der Kommunikationssituation, des Adressaten und der Funktion gestalten, (Texte-Pro.)

- sachgerecht und kritisch zwischen Methoden der Informationsbeschaffung unterscheiden, für fachbezogene Aufgabenstellungen in Bibliotheken und im Internet recherchieren, (Medien-Rez.)

- die mediale Vermittlungsweise von Texten – audiovisuelle Medien und interaktive Medien – als konstitutiv für Gestaltung, Aussage und Wirkung eines Textes herausarbeiten, (Medien-Rez.)

- Besonderheiten von digitaler Kommunikation (u.a. Internet-Communities) als potenziell öffentlicher Kommunikation (u.a. Verfügbarkeit, Aufhebung von Privatheit, Langfristigkeit, evtl. Konsequenzen für Bewerbungssituationen) erläutern und beurteilen, (Medien-Rez.)

- selbstständig und sachgerecht Arbeitsergebnisse in Form von kontinuierlichen und diskontinuierlichen Texten mithilfe von Textverarbeitungssoftware darstellen. (Medien-Pro.)

 

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Sprache: Funktionen und Strukturmerkmale der Sprache, Sprachvarietäten, Aspekte der Sprachentwicklung

- Texte: Sachtexte

- Kommunikation: Gesprächsanalyse, rhetorisch ausgestaltete Kommunikation

 

Aufgabentyp: IV

Summe Einführungsphase: 90 Stunden
Qualifikationsphase (Q1) Grundkurs

Unterrichtsvorhaben I:

Thema: Sprachliche Vielfalt im 21. Jhd.

Kompetenzen: Die Studierenden können…

- Veränderungstendenzen der Gegenwartssprache (Migration und Sprachgebrauch, Mehrsprachigkeit, konzeptionelle Mündlichkeit beim Schreiben, Medieneinflüsse) erklären, (Sprache-Rez.)

- Phänomene von Mehrsprachigkeit erläutern, (Sprache-Rez.)

- Sprachvarietäten in verschiedenen Erscheinungsformen (Soziolekt, Jugendsprache, Dialekt bzw. Regionalsprache wie Niederdeutsch) beschreiben und deren gesellschaftliche Bedeutsamkeit beurteilen, (Sprache-Rez.)

- grammatische Formen identifizieren und klassifizieren sowie deren funktionsgerechte Verwendung prüfen, (Sprache-Rez.)

- Beiträge unter Verwendung einer angemessenen Fachterminologie formulieren, (Sprache-Pro.)

- selbstständig die sprachliche Darstellung in Texten mithilfe von Kriterien (u.a. stilistische Angemessenheit, Verständlichkeit) beurteilen und überarbeiten, (Sprache-Pro.)

- die normgerechte Verwendung der Sprache (Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung) in Texten prüfen und diese überarbeiten, (Sprache-Pro.)

- komplexe kontinuierliche und diskontinuierliche Sachtexte unter besonderer Berücksichtigung der jeweiligen Erscheinungsform und der unterschiedlichen Modi (argumentativ, deskriptiv, narrativ) analysieren, (Texte-Rez.)

- den Hintergrund von Kommunikationsstörungen bzw. die Voraussetzungen für gelingende Kommunikation auf einer metakommunikativen Ebene analysieren und mit Hilfe dieser Erkenntnisse das eigene Gesprächsverhalten reflektieren, (Kommunikation-Rez.)

- sprachliches Handeln (in Alltagssituationen) unter besonderer Berücksichtigung des kommunikativen Kontextes – unter Einbezug von kommunikationstheoretischen Aspekten – analysieren, (Komm.-Rez.)

- verschiedene Strategien der Leser- bzw. Hörerbeeinflussung durch rhetorisch ausgestaltete Kommunikation identifizieren und beurteilen, (Kommunikation-Rez.)

- durch Anwendung differenzierter Suchstrategien in verschiedenen Medien Informationen zu fachbezogenen Aufgabenstellungen ermitteln. (Medien-Rez.)

 

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Sprache: sprachgeschichtlicher Wandel, Sprachvarietäten und ihre gesellschaftliche Bedeutung

- Texte: komplexe Sachtexte

- Kommunikation: sprachliches Handeln im kommunikativen Kontext

- Medien: Information und Informationsdarbietung in verschiedenen Medien

 

Aufgabentyp: Aufgabentyp IIIA oder IV

Unterrichtsvorhaben II:

(Die konkrete Struktur dieses umfangreichen Unterrichtsvorhabens ergibt sich aus den Vorgaben für das Zentralabitur und aus den weiteren Vereinbarungen der Fachkonferenz, insbesondere bezüglich der Textauswahl.)

Thema: Das Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft im Spiegel des Theaters

Kompetenzen: Die Studierenden können…

- aus anspruchsvollen Aufgabenstellungen angemessene Leseziele ableiten und diese für die Textrezeption nutzen, (Texte-Rez.)

- strukturell unterschiedliche dramatische Texte unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung der gattungstypischen Gestaltungsform analysieren, (Texte-Rez.)

- literarische Texte in grundlegende literarhistorische und historisch-gesellschaftliche Entwicklungen – von der Aufklärung bis zum 21. Jahrhundert – einordnen und die Möglichkeit und Grenzen der Zuordnung literarischer Werke zu Epochen aufzeigen, (Texte-Rez.)

- verschiedene Textmuster bei der Erstellung von komplexen analysierenden, informierenden, argumentierenden Texten (mit zunehmend wissenschaftsorientiertem Anspruch) zielgerichtet anwenden, (Texte-Pro.)

- in ihren Analysetexten Ergebnisse textimmanenter und textübergreifender Untersuchungsverfahren darstellen und in einer eigenständigen Deutung zusammenführen, (Texte-Pro.)

- ihr Textverständnis durch Formen produktionsorientierten Schreibens darstellen, (Texte-Pro.)

- komplexe literarische Texte durch einen gestaltenden Vortrag interpretieren, (Texte-Pro.)

- eigene sowie fremde Texte sachbezogen beurteilen und überarbeiten, (Texte-Pro.)

- sprachliches Handeln (in seiner Darstellung in literarischen Texten) unter besonderer Berücksichtigung des kommunikativen Kontextes – unter Einbezug von kommunikationstheoretischen Aspekten – analysieren, (Kommunikation-Rez.)

- verbale, paraverbale und nonverbale Kommunikationsstrategien identifizieren und zielorientiert einsetzen, (Kommunikation-Pro.)

- die Bühneninszenierung eines dramatischen Textes in ihrer ästhetischen Gestaltung analysieren und ihre Wirkung auf den Zuschauer erläutern. (Medien-Rez.)

 

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Sprache: Sprachvarietäten und ihre gesellschaftliche Bedeutung

- Texte: strukturell unterschiedliche Dramen aus unterschiedlichen historischen Kontexten, komplexe Sachtexte

- Kommunikation: sprachliches Handeln im kommunikativen Kontext, rhetorisch ausgestaltete Kommunikation in funktionalen Zusammenhängen

- Medien: Bühneninszenierung eines dramatischen Textes

 

Klausuren-Aufgabentypen: IA, IIB oder IIIB

Unterrichtsvorhaben III:

Thema: Lebensentwürfe in der Literatur der Gegenwart

Kompetenzen: Die Studierenden können…

- strukturell unterschiedliche erzählende Texte unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung der gattungstypischen Gestaltungsform analysieren, (Texte-Rez.)

- die Unterschiede zwischen fiktionalen und nicht-fiktionalen Texten anhand von Merkmalen erläutern, (Texte-Rez.)

- in ihren Analysetexten Ergebnisse textimmanenter und textübergreifender Untersuchungsverfahren darstellen und in einer eigenständigen Deutung zusammenführen, (Texte-Pro.)

- den Verlauf fachlich anspruchsvoller Gesprächsformen konzentriert verfolgen, (Kommunikation-Rez.)

- ggf. die Qualität von Informationen aus verschiedenartigen Quellen bewerten (Grad von Fiktionalität, Seriosität; fachliche Differenziertheit), (Medien-Rez.)

- ggf. die filmische Umsetzung einer Textvorlage in ihrer ästhetischen Gestaltung analysieren und ihre Wirkung auf den Zuschauer unter Einbezug medientheoretischer Ansätze erläutern, (Medien-Rez.)

 

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Sprache: sprachgeschichtlicher Wandel

- Texte: strukturell unterschiedliche Erzähltexte aus unterschiedlichen historischen Kontexten, komplexe Sachtexte

- Kommunikation: sprachliches Handeln im kommunikativen Kontext

- Medien: ggf. filmische Umsetzung einer Textvorlage (in Ausschnitten)

 

Aufgabentyp: Aufgabentypen IA oder IIIB

Summe Qualifikationsphase (Q1) - GRUNDKURS: 90 Stunden
Qualifikationsphase (Q2) Grundkurs

Unterrichtsvorhaben I:

(evtl. auf 2 UV verteilen, je nach Vorgaben für das ZA)

Thema: Traditionen und Traditionsbrüche in Literatur und Gesellschaft

Kompetenzen: Die Studierenden können…

- unter Berücksichtigung der eigenen Ziele und des Adressaten Sachverhalte sprachlich differenziert darstellen, (Sprache-Pro.)

- komplexe Sachzusammenhänge in mündlichen Texten unter Rückgriff auf verbale und nonverbale Mittel differenziert und intentionsgerecht darstellen, (Sprache-Pro.)

- strukturell unterschiedliche erzählende Texte unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung der gattungstypischen Gestaltungsform analysieren, (Texte-Rez.)

- literarische Texte in grundlegende literarhistorische und historisch-gesellschaftliche Entwicklungen – von der Aufklärung bis zum 21. Jahrhundert – einordnen und die Möglichkeit und Grenzen der Zuordnung literarischer Werke zu Epochen aufzeigen, (Texte-Rez.)

- an ausgewählten Beispielen die Mehrdeutigkeit von Texten sowie die Zeitbedingtheit von Rezeption und Interpretation reflektieren, (Texte-Rez.)

- Texte unter spezifischen Fragestellungen zu Inhalt, Gestaltungsweise und Wirkung kriterienorientiert beurteilen, (Texte-Rez.)

- in ihren Analysetexten Ergebnisse textimmanenter und textübergreifender Untersuchungsverfahren darstellen und in einer eigenständigen Deutung zusammenführen, (Texte-Pro.)

- komplexe Sachverhalte in mündlichen Texten (Referat, umfangreicher Gesprächsbeitrag) auch unter Nutzung von Visualisierungen darstellen, (Texte-Pro.)

- kriteriengeleitet eigene und fremde Unterrichtsbeiträge in unterschiedlichen kommunikativen Kontexten (Fachgespräche, Diskussionen, Feedback zu Präsentationen) beurteilen, (Kommunikation-Rez.)

- selbstständig und adressatengerecht – unter Berücksichtigung fachlicher Differenziertheit und Zuhöreraktivierung – komplexe Beiträge mediengestützt präsentieren, (Kommunikation-Pro.)

- Gesprächsbeiträge und Gesprächsverhalten kriterienorientiert analysieren und ein konstruktives und wertschätzendes Feedback formulieren, (Kommunikation-Pro.)

- mithilfe geeigneter Medien selbstständig fachlich komplexe Zusammenhänge präsentieren, (Medien-Pro.)

- die funktionale Verwendung von Medien für die Aufbereitung von Arbeitsergebnissen beurteilen und die eigenen Präsentationen entsprechend überarbeiten, (Medien-Pro.)

- ggf. die Qualität von Informationen aus verschiedenartigen Quellen bewerten (Grad von Fiktionalität, Seriosität; fachliche Differenziertheit), (Medien-Rez.)

- ggf. die filmische Umsetzung einer Textvorlage in ihrer ästhetischen Gestaltung analysieren und ihre Wirkung auf den Zuschauer unter Einbezug medientheoretischer Ansätze erläutern. (Medien-Rez.)

 

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Sprache: sprachgeschichtlicher Wandel

- Texte: strukturell unterschiedliche Erzähltexte aus unterschiedlichen historischen Kontexten, komplexe Sachtexte

- Kommunikation: sprachliches Handeln im kommunikativen Kontext

- Medien: ggf. filmische Umsetzung einer Textvorlage (in Ausschnitten)

 

Aufgabentyp: IA, IIIB

Unterrichtsvorhaben II:

Thema: Spracherwerb – Instinkt oder Erziehung?

Kompetenzen: Die Studierenden können…

- Funktionen der Sprache für den Menschen benennen, (Sprache-Rez.)

- grundlegende Modelle zum ontogenetischen Spracherwerb vergleichend erläutern, (Sprache-Rez.)

- Phänomene von Mehrsprachigkeit erläutern, (Sprache-Rez.)

- komplexe kontinuierliche und diskontinuierliche Sachtexte unter besonderer Berücksichtigung der jeweiligen Erscheinungsform und der unterschiedlichen Modi (argumentativ, deskriptiv, narrativ) analysieren, (Texte-Rez.)

- die Bedeutung des jeweiligen gesellschaftlich-historischen Kontextes von Sachtexten ermitteln, (Texte-Rez.)

- komplexe Sachverhalte in mündlichen Texten (Referat, umfangreicher Gesprächsbeitrag) auch unter Nutzung von Visualisierungen darstellen, (Texte-Pro.)

- komplexe Gesprächsverläufe und Arbeitsergebnisse sachgerecht systematisieren, (Texte-Pro.)

- selbstständig komplexe Arbeitsergebnisse in Form von kontinuierlichen und diskontinuierlichen Texten unter sachgerechter Nutzung von Anwendungssoftware darstellen. (Medien-Pro.)

 

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Sprache: Spracherwerbsmodelle

- Texte: komplexe Sachtexte

- Medien: Information und Informationsdarbietung in verschiedenen Medien

 

Aufgabentyp: IIA, IIIA

Unterrichtsvorhaben III:

Thema: Die literarische Darstellung von Liebe als Ausdruck des Zeitgeistes?

Kompetenzen: Die Studierenden können…

- sprachlich-stilistische Mittel in schriftlichen und mündlichen Texten im Hinblick auf deren Bedeutung für die Textaussage und Wirkung erläutern und diese kriterienorientiert beurteilen, (Sprache-Rez.)

- lyrische Texte aus mindestens zwei unterschiedlichen Epochen unter besonderer Berücksichtigung der Formen des lyrischen Sprechens analysieren, (Texte-Rez.)

- literarische Texte in grundlegende literarhistorische und historisch-gesellschaftliche Entwicklungen – von der Aufklärung bis zum 21. Jahrhundert – einordnen und die Möglichkeit und Grenzen der Zuordnung literarischer Werke zu Epochen aufzeigen, (Texte-Rez.)

- in ihren Analysetexten Ergebnisse textimmanenter und textübergreifender Untersuchungsverfahren darstellen und in einer eigenständigen Deutung zusammenführen, (Texte-Pro.)

- komplexe literarische Texte durch einen gestaltenden Vortrag interpretieren, (Texte-Pro.)

- Arbeitsschritte bei der Bewältigung eines Schreibauftrags beschreiben, besondere fachliche Herausforderungen identifizieren und Lösungswege reflektieren, (Texte-Pro.)

- sich in eigenen Gesprächsbeiträgen explizit und zielführend auf andere beziehen, (Kommunikation-Pro.)

- Beiträge in Diskussionen, Fachgesprächen und anderen Kommunikationssituationen (u.a. in Simulationen von Prüfungsgesprächen) differenziert, sachbezogen und adressatengerecht in verschiedenen Rollen gestalten. (Kommunikation-Pro.)

 

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Sprache: sprachgeschichtlicher Wandel

- Texte: lyrische Texte zu einem Themenbereich aus unterschiedlichen historischen Kontexten, komplexe Sachtexte

- Kommunikation: sprachliches Handeln im kommunikativen Kontext

 

Aufgabentyp: IB und ein weiterer Aufgabentyp

Summe Qualifikationsphase (Q2) - GRUNDKURS: 60 Stunden
Qualifikationsphase (Q1) Leistungskurs

Unterrichtsvorhaben I:

Thema: Sprachliche Vielfalt im 21. Jhd.

Kompetenzen: Die Studierenden können…

- Veränderungstendenzen der Gegenwartssprache (Migration und Sprachgebrauch, Mehrsprachigkeit, konzeptionelle Mündlichkeit beim Schreiben, Medieneinflüsse) erklären, (Sprache-Rez.)

- Phänomene von Mehrsprachigkeit differenziert erläutern, (Sprache-Rez.)

- Sprachvarietäten in verschiedenen Erscheinungsformen (Soziolekt, Jugendsprache, Dialekt bzw. Regionalsprache wie Niederdeutsch) vergleichen und deren gesellschaftliche Bedeutsamkeit beurteilen, (Sprache-Rez.)

- grammatische Formen identifizieren und klassifizieren sowie deren funktionsgerechte Verwendung prüfen, (Sprache-Rez.)

- selbstständig die sprachliche Darstellung in Texten mithilfe von Kriterien (u.a. stilistische Angemessenheit, Verständlichkeit, syntaktische und semantische Variationsbreite) beurteilen und überarbeiten, (Sprache-Pro)

- die normgerechte Verwendung der Sprache (Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung) in Texten prüfen und diese überarbeiten, (Sprache-Pro.)

- komplexe Sachtexte unter besonderer Berücksichtigung der unterschiedlichen Modi (argumentativ, deskriptiv, narrativ) und vor dem Hintergrund ihres gesellschaftlich-historischen Kontextes analysieren, (Texte-Rez.)

- den Hintergrund von Kommunikationsstörungen bzw. die Voraussetzungen für gelingende Kommunikation auf einer metakommunikativen Ebene analysieren; alternative Handlungsoptionen entwickeln und mithilfe dieser Erkenntnisse das eigene Gesprächsverhalten reflektieren, (Kommunikation-Rez.)

- sprachliches Handeln (auch in seiner Darstellung in literarischen Texten) unter Berücksichtigung kommunikationstheoretischer Aspekte analysieren, (Kommunikation-Rez.)

- verschiedene Strategien der Leser- bzw. Hörerbeeinflussung durch rhetorisch ausgestaltete Kommunikation erläutern und beurteilen, (Kommunikation-Rez.)

- durch Anwendung differenzierter Suchstrategien in verschiedenen Medien Informationen zu komplexen fachbezogenen Aufgabenstellungen ermitteln. (Medien-Rez.)

 

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Sprache: sprachgeschichtlicher Wandel, Sprachvarietäten und ihre gesellschaftliche Bedeutung

- Texte: komplexe, auch längere Sachtexte

- Kommunikation: sprachliches Handeln im kommunikativen Kontext

- Medien: Information und Informationsdarbietung in verschiedenen Medien

 

Aufgabentyp: IIIA oder IV

Unterrichtsvorhaben II:

(Die konkrete Struktur dieses umfangreichen Unterrichtsvorhabens ergibt sich aus den Vorgaben für das Zentralabitur und aus den weiteren Vereinbarungen der Fachkonferenz, insbesondere bezüglich der Textauswahl.)

Thema: Das Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft im Spiegel des Theaters

Kompetenzen: Die Studierenden können…

- aus anspruchsvollen Aufgabenstellungen angemessene Leseziele ableiten und diese für die Textrezeption nutzen, (Texte-Rez.)

- strukturell unterschiedliche dramatische Texte unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung der gattungstypischen Gestaltungsform und poetologischer Konzepte analysieren, (Texte-Rez.)

- literarische Texte in grundlegende literarhistorische und historisch-gesellschaftliche Entwicklungen – vom Barock bis zum 21. Jahrhundert – einordnen, (Texte-Rez.)

- die Problematik literaturwissenschaftlicher Kategorisierung (Epochen, Gattungen) erläutern, (Texte-Rez.)

- an ausgewählten Beispielen die Rezeption von Texten (literarischer Text, Bühneninszenierung, Film) vergleichen und die Zeitbedingtheit von Interpretationen reflektieren, (Texte-Rez.)

- verschiedene Textmuster bei der Erstellung von komplexen analysierenden, informierenden, argumentierenden Texten (mit zunehmend wissenschaftsorientiertem Anspruch) zielgerichtet anwenden, (Texte-Pro.)

- in ihren Analysetexten Ergebnisse textimmanenter und textübergreifender Untersuchungsverfahren darstellen und in einer eigenständigen Deutung integrieren, (Texte-Pro.)

- ihre Textdeutung durch Formen produktionsorientierten Schreibens darstellen, (Texte-Pro.)

- komplexe literarische Texte im Vortrag durch eine ästhetische Gestaltung deuten, (Texte-Pro.)

- eigene sowie fremde Texte fachlich differenziert beurteilen und überarbeiten, (Texte-Pro.)

- sprachliches Handeln (in seiner Darstellung in literarischen Texten) unter Berücksichtigung kommunikationstheoretischer Aspekte analysieren, (Kommunikation-Rez.)

- verschiedene verbale, paraverbale und nonverbale Kommunikationsstrategien unterscheiden und zielorientiert einsetzen, (Kommunikation-Pro.)

- die Bühneninszenierung eines dramatischen Textes in ihrer medialen und ästhetischen Gestaltung analysieren und im Hinblick auf das Verhältnis von Inhalt, Ausgestaltung und Wirkung auf den Zuschauer beurteilen. (Medien-Rez.)

 

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Sprache: Sprachvarietäten und ihre gesellschaftliche Bedeutung

- Texte: strukturell unterschiedliche Dramen aus unterschiedlichen historischen Kontexten, hierzu komplexe, auch längere Sachtexte

- Kommunikation: sprachliches Handeln im kommunikativen Kontext, rhetorisch ausgestaltete Kommunikation in funktionalen Zusammenhängen

- Medien: Bühneninszenierung eines dramatischen Textes

 

Aufgabentyp: IA, IIB

Unterrichtsvorhaben III:

Thema: Lebensentwürfe in der Literatur der Gegenwart

Kompetenzen: Die Studierenden können…

- strukturell unterschiedliche erzählende Texte unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung der gattungstypischen Gestaltungsform und poetologischer Konzepte analysieren, (Texte-Rez.)

- die Poblematik der Unterscheidung zwischen fiktionalen und nicht-fiktionalen Texten an Beispielen erläutern, (Texte-Rez.)

- in ihren Analysetexten Ergebnisse textimmanenter und textübergreifender Untersuchungsverfahren darstellen und in einer eigenständigen Deutung integrieren, (Texte-Pro.)

- die Besonderheiten der Autor-Rezipienten-Kommunikation erläutern. (Kommunikation-Rez.)

 

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Sprache: sprachgeschichtlicher Wandel

- Texte: strukturell unterschiedliche Erzähltexte aus unterschiedlichen historischen Kontexten, komplexe, auch längere Sachtexte

- Kommunikation: Autor-Rezipienten-Kommunikation, sprachliches Handeln im kommunikativen Kontext

 

Aufgabentyp: IA oder IIIB

Unterrichtsvorhaben IV:

Thema: Bewegte Bilder unserer Zeit

Kompetenzen: Die Studierenden können…

- Beiträge unter Verwendung einer differenzierten Fachterminologie formulieren, (Sprache-Pro.)

- komplexe Sachtexte unter besonderer Berücksichtigung der unterschiedlichen Modi (argumentativ, deskriptiv, narrativ) und vor dem Hintergrund ihres jeweiligen gesellschaftlich-historischen Kontextes analysieren, (Texte-Rez.)

- Texte in Bezug auf Inhalt, Gestaltungsweise und Wirkung kriteriengeleitet beurteilen, (Texte-Rez.)

- verschiedene Textmuster bei der Erstellung von komplexen analysierenden, informierenden, argumentierenden Texten (mit wissenschaftsorientiertem Anspruch) zielgerichtet anwenden, (Texte-Pro.)

- den Verlauf fachlich anspruchsvoller Gesprächsformen konzentriert verfolgen, (Kommunikation-Rez.)

- einen Film in seiner narrativen Struktur und ästhetischen Gestaltung analysieren und im Hinblick auf das Verhältnis von Inhalt, Ausgestaltung und Wirkung auf den Zuschauer beurteilen, (Medien-Rez.)

- die Qualität von Informationen aus verschiedenartigen Quellen bewerten (Grad von Fiktionalität, Seriosität; fachliche Differenziertheit), (Medien-Rez.)

- kontroverse Positionen der Medientheorie zum gesellschaftlichen Einfluss medialer Angebote (Film, Fernsehen, Internet) vergleichen und diese vor dem Hintergrund der eigenen Medienerfahrung erörtern. (Medien-Rez.)

 

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Texte: komplexe, auch längere Sachtexte zu fachbezogenen Themen

- Kommunikation: sprachliches Handeln im kommunikativen Kontext

- Medien: filmisches Erzählen, kontroverse Positionen der Medientheorie

 

Aufgabentyp: IIA, IV

Summe Qualifikationsphase (Q1) - LEISTUNGSKURS: 150 Stunden
Qualifikationsphase (Q2) Leistungskurs

Unterrichtsvorhaben I:

(evtl. auf 2 UV verteilen, je nach Vorgaben für das ZA )

Thema: Traditionen und Traditionsbrüche in Literatur und Gesellschaft

Kompetenzen: Die Studierenden können…

- unter Berücksichtigung der eigenen Ziele und des Adressaten Sachverhalte sprachlich differenziert darstellen, (Sprache-Pro.)

- komplexe Sachzusammenhänge in Vorträgen unter Rückgriff auf verbale und nonverbale Mittel differenziert und intentionsgerecht darstellen, (Sprache-Pro.)

- strukturell unterschiedliche erzählende Texte unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung der gattungstypischen Gestaltungsform und poetologischer Konzepte analysieren, (Texte-Rez.)

- literarische Texte in grundlegende literarhistorische und historisch-gesellschaftliche Entwicklungen – vom Barock bis zum 21. Jahrhundert – einordnen, (Texte-Rez.)

- die Problematik literaturwissenschaftlicher Kategorisierung (Epochen, Gattungen) erläutern, (Texte-Rez.)

- den eigenen Textverstehensprozess als Konstrukt unterschiedlicher Bedingungsfaktoren erklären, (Texte-Rez.)

- in ihren Analysetexten Ergebnisse textimmanenter und textübergreifender Untersuchungsverfahren darstellen und in einer eigenständigen Deutung integrieren, (Texte-Pro.)

- komplexe Sachverhalte in mündlichen Texten (Referat, umfangreicher Gesprächsbeitrag) unter Nutzung unterschiedlicher Visualisierungsformen darstellen, (Texte-Pro.)

- eigene und fremde Unterrichtsbeiträge in unterschiedlichen kommunikativen Kontexten (Fachgespräche, Diskussionen, Feedback zu Präsentationen) fachlich differenziert beurteilen, (Kommunikation-Rez.)

- selbstständig und adressatengerecht – unter Berücksichtigung fachlicher Differenziertheit und Zuhöreraktivierung – komplexe Beiträge mediengestützt präsentieren, (Kommunikation-Pro.)

- Gesprächsbeiträge und Gesprächsverhalten kriterienorientiert analysieren und ein fachlich differenziertes, konstruktives und wertschätzendes Feedback formulieren, (Kommunikation-Pro.)

- mithilfe geeigneter Medien selbstständig fachlich komplexe Zusammenhänge präsentieren, (Medien-Pro.)

- die funktionale Verwendung von Medien für die Aufbereitung von Arbeitsergebnissen beurteilen und die eigenen Präsentationen zielgerichtet überarbeiten. (Medien-Pro.)

 

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Sprache: sprachgeschichtlicher Wandel

- Texte: strukturell unterschiedliche Erzähltexte aus unterschiedlichen historischen Kontexten, komplexe, auch längere Sachtexte

- Kommunikation: sprachliches Handeln im kommunikativen Kontext, Autor-Rezipienten-Kommunikation in literarischen Texten

- Medien: ggf. filmisches Erzählen

 

Aufgabentyp: IA, IIIB

Unterrichtsvorhaben II:

Thema: Spracherwerb – Wie kommt der Mensch zur Sprache?

Kompetenzen: Die Studierenden können…

- die Grundannahmen von unterschiedlichen wissenschaftlichen Ansätzen der Spracherwerbstheorie vergleichen, (Sprache-Rez.)

- die Grundzüge unterschiedlicher Erklärungsansätze zu der Beziehung von Sprache, Denken und Wirklichkeit vergleichen, (Sprache-Rez.)

- Phänomene von Mehrsprachigkeit differenziert erläutern, (Sprache-Rez.)

- komplexe Sachtexte unter besonderer Berücksichtigung der unterschiedlichen Modi (argumentativ, deskriptiv, narrativ) und vor dem Hintergrund ihres jeweiligen gesellschaftlich-historischen Kontextes analysieren, (Texte-Rez.)

- komplexe Sachverhalte in mündlichen Texten (Referat, umfangreicher Gesprächsbeitrag) unter Nutzung unterschiedlicher Visualisierungsformen darstellen, (Texte-Pro.)

- komplexe Gesprächsverläufe und Arbeitsergebnisse sachgerecht systematisieren, (Texte-Pro.)

- selbstständig komplexe Arbeitsergebnisse in Form von kontinuierlichen und diskontinuierlichen Texten unter sachgerechter Nutzung von Anwendungssoftware darstellen. (Medien-Pro.)

 

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Sprache: Spracherwerbsmodelle und -theorien, Verhältnis von Sprache – Denken – Wirklichkeit

- Texte: komplexe Sachtexte

- Medien: Information und Informationsdarbietung in verschiedenen Medien

 

Aufgabentyp: IA, IIIA

Unterrichtsvorhaben III:

Thema: Die literarische Darstellung von Liebe als Ausdruck des Zeitgeistes?

Kompetenzen: Die Studierenden können…

- sprachlich-stilistische Mittel in schriftlichen und mündlichen Texten im Hinblick auf deren Bedeutung für die Textaussage und Wirkung erläutern und diese fachlich differenziert beurteilen, (Sprache-Rez.)

- lyrische Texte im historischen Längsschnitt unter besonderer Berücksichtigung der Formen lyrischen Sprechens analysieren, (Texte-Rez.)

- literarische Texte in grundlegende literarhistorische und historisch-gesellschaftliche Entwicklungen – vom Barock bis zum 21. Jahrhundert – einordnen, (Texte-Rez.)

- die Problematik literaturwissenschaftlicher Kategorisierung (Epochen, Gattungen) erläutern, (Texte-Rez.)

- in ihren Analysetexten Ergebnisse textimmanenter und textübergreifender Untersuchungsverfahren darstellen und in einer eigenständigen Deutung integrieren, (Texte-Pro.)

- komplexe literarische Texte im Vortrag durch eine ästhetische Gestaltung deuten, (Texte-Pro.)

- Arbeitsschritte bei der Bewältigung eines komplexen Schreibauftrags analysieren, besondere fachliche Herausforderungen benennen und Lösungswege reflektieren, (Texte-Pro.)

- die Besonderheiten der Autor-Rezipienten-Kommunikation erläutern, (Kommunikation-Rez.)

- sich in eigenen Gesprächsbeiträgen explizit und differenziert auf andere beziehen, (Kommunikation-Pro.)

- Beiträge in komplexen Kommunikationssituationen (auch in Simulationen von Prüfungsgesprächen) differenziert, sachbezogen und adressatengerecht in verschiedenen Rollen gestalten. (Kommunikation-Pro.)

 

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Sprache: sprachgeschichtlicher Wandel

- Texte: lyrische Texte zu einem Themenbereich im historischen Längsschnitt, komplexe Sachtexte

- Kommunikation: Autor-Rezipienten-Kommunikation in literarischen Texten

 

Aufgabentyp: IB und ein weiterer Aufgabentyp

Summe Qualifikationsphase (Q2) - LEISTUNGSKURS: 100 Stunden

 

2.2 Grundsätze der fachmethodischen und fachdidaktischen Arbeit

In Absprache mit der Lehrerkonferenz sowie unter Berücksichtigung des Schulprogramms hat die Fachkonferenz Deutsch die folgenden fachmethodischen und fachdidaktischen Grundsätze beschlossen.

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Überfachliche Grundsätze:

  1. Die Studierenden werden als erwachsene Lerner mit ihren bereits erworbenen Kenntnissen, Fähigkeiten und Lebens- und Lernerfahrungen ernst genommen.
  2. Der Unterricht nimmt insbesondere in der Einführungsphase Rücksicht auf die unterschiedlichen Voraussetzungen der Studierenden.
  3. Geeignete Problemstellungen bestimmen die Struktur der Lernprozesse.
  4. Die Unterrichtsgestaltung ist kompetenzorientiert angelegt. Der Unterricht gibt den Studierenden Gelegenheit die angebahnten Kompetenzen insbesondere in der Einführungsphase in verschiedenen Zusammenhängen wiederholt einzuüben.
  5. Der Unterricht vermittelt einen kompetenten Umgang mit Medien. Dies betrifft sowohl die private Mediennutzung als auch die Verwendung verschiedener Medien zur Präsentation vor Arbeitsergebnissen.
  6. Der Unterricht fördert das selbstständige Lernen und Finden individueller Lösungswege sowie die Kooperationsfähigkeit der Studierenden.
  7. Die Studierenden werden in die Unterrichtsgestaltung einbezogen und an evaluativen Prozessen beteiligt.
  8. Die Studierenden erfahren regelmäßige, kriterienorientierte Rückmeldungen zu ihren Leistungen.
  9. In verschiedenen Unterrichtsvorhaben werden fächerübergreifende Aspekte berücksichtigt.

Fachliche Grundsätze:

  1. Der Deutschunterricht fördert die Entwicklung notwendiger Schlüsselqualifikationen, insbesondere die Lesekompetenz sowie Kompetenzen in den Bereichen der mündlichen und schriftlichen Sprachverwendung. Berücksichtigung des Schreibens als Prozess: Zur Vorbereitung auf komplexere Schreibaufgaben soll die Entwicklung von Teilkompetenzen in Lernarrangements stärker berücksichtigt werden.
  2. Verschiedene kommunikative Kontexte werden gestaltet, um die Studierenden zu einem angemessenen Umgang mit Sprache zu erziehen.
  3. Der Deutschunterricht nutzt die Mehrsprachigkeit der Studierenden sowie deren Wissen über muttersprachliche Literatur und Kultur zur Erweiterung der interkulturellen Kompetenz.
  4. Der Deutschunterricht fördert die Lesefreude – auch im Hinblick auf anspruchsvolle Texte – sowie die Bereitschaft, aktiv am kulturellen Leben teilzuhaben.
  5. Ethisch-moralische und gesellschaftspolitische Fragestellungen gehen über die Arbeit mit literarischen Werken als zentraler Aspekt in den Deutschunterricht ein.
  6. Da an der Schule weder das Fach Kunst noch Musik gelehrt werden, obliegt es dem Deutschunterricht, kreative Prozesse zu fördern. Durch die Integration gestalterischer Prozesse in die Unterrichtsvorhaben wird das kreative Potenzial der Studierenden genutzt und gefördert.

 

2.3 Grundsätze der Leistungsbewertung und Leistungsrückmeldung

Hinweis: Sowohl die Schaffung von Transparenz bei Bewertungen als auch die Vergleichbarkeit von Leistungen sind das Ziel, innerhalb der gegebenen Freiräume Vereinbarungen zu Bewertungskriterien und deren Gewichtung zu treffen.

 

Auf der Grundlage von § 48 SchulG, § 17-19 APO-WBK sowie Kapitel 3 des Kernlehrplans Deutsch hat die Fachkonferenz die nachfolgenden Grundsätze zur Leistungsbewertung und Leistungsrückmeldung beschlossen. Die nachfolgenden Absprachen betreffen das lerngruppenübergreifende gemeinsame Handeln der Fachgruppenmitglieder.

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a) Schriftliche Arbeiten/Klausuren

Klausuren dienen der schriftlichen Überprüfung der Lernergebnisse in einem Semesterabschnitt und bereiten sukzessive auf die komplexen Anforderungen in der Abiturprüfung vor. Sie sollen darüber Aufschluss geben, inwieweit die im laufenden Kursabschnitt erworbenen Kompetenzen umgesetzt werden können. Klausuren sind deshalb grundsätzlich in den Kurszusammenhang zu integrieren. Rückschlüsse aus den Klausurergebnissen sollen dabei auch als Grundlage für die weitere Unterrichtsplanung genutzt werden.

Klausuren sollen so angelegt sein,

  • dass die zu bearbeitenden Texte bzw. Textauszüge nicht aus unzusammenhängenden Passagen bestehen,
  • dass eine sinnvolle Relation zwischen der Komplexität des Textes, dem Textumfang, dem Arbeitsauftrag und der Arbeitszeit gegeben ist,
  • dass die Studierenden die in der Unterrichtseinheit erworbenen und vertieften Kompetenzen nachweisen können,
  • dass die verschiedenen Aufgabenarten des Abiturs eingeübt werden,
  • dass bei den Aufgabenstellungen ausschließlich amtliche Operatoren eingesetzt werden, die den Studierendenn zuvor vermittelt wurden,
  • dass in der Q2 mindestens eine Klausur unter Abiturbedingungen (Zeit, Auswahl, Aufgabenart) stattfindet. Semesterübergreifende Aufgabenstellungen sind dabei nur dann zulässig, wenn vorher eine umfassende Wiederholung stattgefunden hat.

Im Unterricht müssen die Leistungsanforderungen der Klausur für die Lerngruppe transparent gemacht werden. In der Einführungsphase können auch anders strukturierte oder reduzierte Aufgabenstellungen gemäß der im Kernlehrplan genannten Überprüfungsformen eingesetzt werden, die einen sinnvollen Zugang zu den Aufgabenarten ermöglichen.

Dauer und Anzahl der Klausuren

Im Rahmen der Spielräume der APO-WBK hat die Fachkonferenz folgende Festlegungen getroffen:

Semester

Stufe

Dauer

Anzahl

1. Semester

EF, 1. Halbjahr

90 Min.

2

2. Semester

EF, 2. Halbjahr

ggf. in Anlehnung an die zentrale Klausur der Gymnasien/Gesamtschulen

2

GK

LK

3. Semester

Q1, 1. Halbjahr

135 Min.

135 Min.

2

4. Semester

Q1, 2. Halbjahr

135 Min.

180 Min.

2

5. Semester

Q2, 1. Halbjahr

135 Min.

180 Min.

2

6. Semester

Q2, 2. Halbjahr

180 Min.

255 Min.

1

 

Schriftliche Aufgabenarten im Zentralabitur

Aufgabenart I

A

Analyse eines literarischen Textes (ggf. mit weiterführendem Schreibauftrag)

B

Vergleichende Analyse literarischer Texte

Aufgabenart II

A

Analyse eines Sachtextes (ggf. mit weiterführendem Schreibauftrag)

B

Vergleichende Analyse von Sachtexten

Aufgabenart III

A

Erörterung von Sachtexten

B

Erörterung von Sachtexten mit Bezug auf einen literarischen Text

Aufgabenart IV

Materialgestütztes Verfassen eines Textes mit fachspezifischem Bezug

 

Korrektur einer Klausur

Die Korrektur einer Klausur setzt sich zusammen aus den Unterstreichungen im Text der Studierenden, die einen Fehler genau lokalisieren, den Korrekturzeichen und Anmerkungen am Seitenrand und dem ausgefüllten kompetenzorientierten Bewertungsraster. Dabei sind die Bereiche der inhaltlichen Leistung und der Darstellungsleistung zu unterscheiden. Die prozentuale Gewichtung der beiden Bereiche orientiert sich an der des Zentralabiturs. In den Klausuren ist laut Fachkonferenzbeschluss der Aspekt der sprachlichen Richtigkeit im Rahmen der Punktwerte für Darstellungsleistung im Umfang von 10% der Gesamtpunktzahl erfasst. Damit sind laut Kernlehrplan weitere Abzüge für gehäufte Verstöße gegen die sprachliche Richtigkeit nicht zulässig.

Das ausgefüllte Bewertungsraster wird ergänzt durch mündliche oder schriftliche Hinweise zur individuellen Weiterarbeit und dient somit als Grundlage für die individuelle Lernberatung.

Beispiele für Prüfungsaufgaben und Auswertungskriterien sowie Konstruktionsvorgaben und Operatorenübersichten sind im Internet u.a. unter der nachfolgenden Adresse abzurufen: https://www.schulentwicklung.nrw.de/abitur-gost/faecher.php.

 

b) Sonstige Leistungen

Die Beurteilungsbereiche „Klausuren“ und „Sonstige Leistungen im Unterricht“ gehen zu gleichen Teilen (jeweils 50%) in die Endnote ein.

Zum Beurteilungsbereich der Sonstigen Mitarbeit gehören laut Schulgesetz NRW „alle in Zusammenhang mit dem Unterricht erbrachten schriftlichen, mündlichen und praktischen Leistungen“ (§ 15). Gemäß Kapitel 3 des Kernlehrplans sollen hierbei die Studierende „durch die Verwendung einer Vielzahl von unterschiedlichen Überprüfungsformen vielfältige Möglichkeiten“ erhalten, „ihre eigene Kompetenzentwicklung darzustellen und zu dokumentieren“ (vgl. Kernlehrplan).

Bei allen Überprüfungsformen fließt die fachlich-inhaltliche Qualität in besonderem Maße in die Bewertung ein.

Hier soll „kein abschließender Katalog festgesetzt“ (ebd.) werden, im Folgenden werden aber einige zentrale Bereiche aufgeführt:

1) Beiträge zum Unterrichtsgespräch, die in der Unterrichtssituation selbst oder ggf. in häuslicher Vorbereitung erarbeitet werden (im Unterrichtsgespräch und in kooperativen Lernformen)

- Vielfalt und Komplexität der fachlichen Beiträge in den drei Anforderungsbereichen

- Beachtung der Kommunikationssituation, thematische Anbindung an vorausgehende Unterrichtsbeiträge, Verzicht auf Redundanzen

- Sprachniveau und sprachliche Differenziertheit, Sicherheit in Bezug auf das Fachvokabular

- Intensität der Mitarbeit bzw. Zusammenarbeit

- gegenseitige Unterstützung bei Lernprozessen

2) Präsentationen, Referate

- fachliche Kompetenz

- Originalität und Ideenreichtum

- Selbstständigkeit (Beschaffung und Verarbeitung sinnvoller Materialien sowie deren themenbezogene Auswertung)

- Strukturierung

- Sprachniveau und sprachliche Differenziertheit, Sicherheit in Bezug auf das Fachvokabular

- Visualisierungen, funktionaler Einsatz von Medien

- adressatenbezogene Präsentation, angemessene Körpersprache

3) Protokolle

- sachliche Richtigkeit

- Gliederung, Auswahl und Zuordnung von Aussagen zu Gegenständen und Verlauf

- Sprachniveau und sprachliche Differenziertheit, Sicherheit in Bezug auf das Fachvokabular

- formale Korrektheit

4) Portfolios

- fachliche Richtigkeit

- Differenziertheit der Metareflexion

- Vollständigkeit der Aufgabenbearbeitung

- Selbstständigkeit

- Originalität und Ideenreichtum

- Sprachniveau und sprachliche Differenziertheit, Sicherheit in Bezug auf das Fachvokabular

- formale Gestaltung, Layout

5) Projektarbeit

- fachliche Qualität

- Methodenkompetenz

- Präsentationskompetenz

- Sprachniveau und sprachliche Differenziertheit, Sicherheit in Bezug auf das Fachvokabular

- Originalität und Ideenreichtum

- Selbstständigkeit

- Arbeitsintensität

- Planungs- und Organisationskompetenz

- Teamfähigkeit

6) schriftliche Übungen (max. 45 Min.)

- fachliche Richtigkeit

- Sprachniveau und sprachliche Differenziertheit, Sicherheit in Bezug auf das Fachvokabular


Grundsätze der Leistungsrückmeldung und Beratung:

Die Leistungsrückmeldung erfolgt in mündlicher und schriftlicher Form.

Intervalle

Die Rückmeldungen erfolgen mindestens einmal pro Quartal, in der Regel gegen Ende des Quartals. Zu umfangreicheren Arbeiten im Bereich der Sonstigen Mitarbeit (z.B. Referate, Produktportfolio) erfolgt eine zeitnahe Leistungsrückmeldung.

Formen

Bei Klausuren wird das ausgefüllte Bewertungsraster durch mündliche oder schriftliche Hinweise zur individuellen Weiterarbeit ergänzt und dient somit als Grundlage für die individuelle Lernberatung.

In Bezug auf die Sonstige Mitarbeit erfolgt eine Leistungsrückmeldung in einem kurzen individuellen Gespräch, in dem Stärken und Schwächen aufgezeigt werden.

Beratung

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit zur Lernberatung im Anschluss an den Unterricht mit Fachlehrer/innen.

Bei nicht ausreichenden Leistungen bietet die Lehrkraft dem Studierenden bzw. der Studierenden spezielle Beratungstermine an. Zentrale Inhalte der Beratungsgespräche werden dokumentiert. Zudem werden die Lernhinweise und die Unterstützungsangebote der Lehrkraft schriftlich festgehalten.

 


2.4 Lehr- und Lernmittel

In der Reihenbibliothek steht jeweils ein Kurssatz der Lehrwerke XX und YY zur Verfügung, falls in einzelnen Unterrichtsvorhaben mit diesen Lehrwerken gearbeitet werden soll.

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Der Unterricht ist gemäß der Zusammenstellung der Unterrichtsvorhaben und der zentralen Vorgaben für den jeweiligen Abiturjahrgang durch weitere Materialien zu ergänzen. Hierfür stehen in der Lehrerbibliothek etliche Bände mit Kopiervorlagen und anderen themenbezogenen Materialien aus den Reihen „XX-Deutsch“ und „YY-Deutsch“ als Präsenzexemplare zur Verfügung.

Um die Anschaffungskosten für die Studierenden gering zu halten, kann auch auf die Reihenbibliothek zurückgegriffen werden. Hier liegen etliche literarische Werke im Klassensatz vor. (Die Liste liegt allen Fachlehrer/innen vor und kann beim Fachvorsitz eingeholt werden.)

 


3 Entscheidungen zu fach- und unterrichtsübergreifenden Fragen

Nutzung außerschulischer Lernorte

Im Rahmen einer Kooperation mit den städtischen Bühnen nutzt die Fachschaft Deutsch das Angebot von Workshops zur szenischen Interpretation von dramatischen Texten. Dabei geht es nicht nur um das Textverständnis im engeren Sinne, sondern auch um die Vermittlung der differenzierten Ausdrucksmöglichkeiten der Bühne und des Theaters.


4 Qualitätssicherung und Evaluation

Alle 15 Kolleginnen und Kollegen des Faches Deutsch nehmen engagiert an zahlreichen Fortbildungen teil. In den halbjährlichen Fachkonferenzen tauschen sie sich über die Inhalte der Fortbildungen aus und planen – aus der jeweiligen Unterrichtserfahrung heraus – jeweils Unterrichtsprojekte, deren Ausgestaltung per Rundmail an alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Fachgruppe geleitet werden. Informelle Treffen in Kleingruppen – je nach thematischem Zusammenhang – runden den Informationsaustausch ab. Absprachen bzgl. Leistungsüberprüfungen werden immer wieder aktualisiert.

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Übersicht über regelmäßige Beiträge zur Qualitätssicherung

WAS?

WER?

WANN?

regelmäßig durchgeführte Teambesprechungen – Auswertung des Lernfortschritts und Absprachen über die Vorgehensweisen und Inhalte

Lehrkräfte innerhalb eines Semesters

einmal pro Semester

schulinterne Fortbildung

gesamte Fachgruppe

mindestens einmal pro Schuljahr

Fachtagungen / Implementationsveranstaltungen

Fachkonferenzvorsitz sowie ein weiteres Mitglied der Fachkonferenz im Wechsel

bei Bedarf


Evaluation des schulinternen Curriculums

Zielsetzung: Das schulinterne Curriculum stellt keine starre Größe dar, sondern ist als „lebendes Dokument“ zu betrachten. Dementsprechend sind die Inhalte stetig zu überprüfen, um ggf. Modifikationen vornehmen zu können. Die Fachkonferenz (als professionelle Lerngemeinschaft) trägt durch diesen Prozess zur Qualitätsentwicklung und damit zur Qualitätssicherung des Faches bei.

Prozess: Der Prüfmodus erfolgt jährlich. Zu Schuljahresbeginn werden die Erfahrungen des vergangenen Schuljahres in der Fachschaft gesammelt, bewertet und eventuell notwendige Konsequenzen formuliert. Der vorliegende Bogen wird als Instrument einer solchen Bilanzierung genutzt.

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