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Beispiel eines schulinternen Lehrplans für das Abendgymnasium und Kolleg im Fach Soziologie

Hinweis:
Als Beispiel für einen schulinternen Lehrplan auf der Grundlage des Kernlehrplans Soziologie steht hier der schulinterne Lehrplan einer fiktiven Schule zur Verfügung.

Um zu verdeutlichen, wie die jeweils spezifischen Rahmenbedingungen in den schulinternen Lehrplan einfließen, wird die Schule in Kapitel 1 zunächst näher vorgestellt. Den Fachkonferenzen wird empfohlen, eine nach den Aspekten im vorliegenden Beispiel strukturierte Beschreibung für ihre Schule zu erstellen.

1 Die Fachgruppe Soziologie am Kurt-Tucholsky-Weiterbildungskolleg

Hinweis:
Um die Ausgangsbedingungen für die Erstellung des schulinternen Lehrplans festzuhalten, können beispielsweise folgende Aspekte berücksichtigt werden:
  • Lage der Schule
  • Aufgaben des Fachs bzw. der Fachgruppe
  • Funktionen und Aufgaben der Fachgruppe vor dem Hintergrund des Schulprogramms
  • Beitrag der Fachgruppe zur Erreichung der Erziehungsziele ihrer Schule
  • Beitrag zur Qualitätssicherung und -entwicklung innerhalb der Fachgruppe
  • Zusammenarbeit mit andere(n) Fachgruppen (fächerübergreifende Unterrichtsvorhaben und Projekte)
  • Ressourcen der Schule (personell, räumlich, sächlich), Größe der Lerngruppen, Unterrichtstaktung, Stundenverortung
  • Fachziele
  • Name des/der Fachvorsitzenden und des Stellvertreters/der Stellvertreterin
  • ggf. Arbeitsgruppen bzw. weitere Beauftragte

Das fiktive Kurt-Tucholsky-Weiterbildungskolleg (KTW) ist in den frühen 80er Jahren gegründet und liegt in einem Vorort des Hagener Nordens. Sein Einzugsbereich umfasst nicht nur das Stadtgebiet Hagen, sondern auch umliegende Kreise und Städte.

Die Studierenden des KTW kommen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen und Lebenswirklichkeiten, wobei die Studierenden mit Migrationshintergrund überwiegen. Es gehört zum Programm dieser Schule, sich mit den damit verbundenen Problemen und gesellschaftlichen Herausforderungen auseinanderzusetzen.

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Die Studierenden dieses Kollegs sind durch ihre heterogenen und diskontinuierlichen Lern- und Berufsbiografien geprägt. Dies muss sich in der Organisation der Lernprozesse widerspiegeln und erfordert in besonderer Weise eine individuelle Förderung der Lernenden.

Das Erscheinungsbild des KTW entspricht äußerlich einem typischen Betonbau der 60er Jahre. Die Ausgestaltung der Schule erfolgt in Kooperation mit den Studierenden, wobei die Kreativität und die Fähigkeiten der Studierenden verstärkt eingebunden werden. Die Cafeteria ist ein wichtiger Gesprächs-Treffpunkt für Studierende und Lehrer.

Das Kurt-Tucholsky-Weiterbildungskolleg versteht sich in der geistigen Tradition seines Namensgebers als Schule, in der gegenseitige Wertschätzung die Grundlage des gemeinsamen Lernens, Lehrens und Erlebens ist. Studierende, Lehrerinnen und Lehrer werden als eigenständige Persönlichkeiten wahrgenommen und mit ihrem individuellen Charakter respektiert. Dieser Respekt ist keiner Hierarchie geschuldet, sondern entsteht aus der Achtung jedes Einzelnen als Mensch. Dazu gehört, sich auf Augenhöhe zu begegnen und eigene Grenzen und die Grenzen des Gegenübers anzuerkennen.

Das KTW ist ein Weiterbildungskolleg mit besonderem gesellschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt. Das Fach Soziologie hat im Verbund mit anderen Fächern des gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenbereichs eine langjährige Tradition in dieser Schule und wird durchgängig dreijährig unterrichtet. Grundkurse werden mit 3 Wochenstunden, Leistungskurse mit 5 Stunden angeboten und von den Studierenden regelmäßig in beträchtlicher Anzahl gewählt. Das Leitbild des aktiven kooperativen und selbstständigen Lernens steht dabei im Vordergrund. Die Schule bietet innerhalb und außerhalb des Unterrichts vielfältige und anregungsreiche Lerngelegenheiten, damit die Studierenden ihr Können und Wissen in gut organisierter und vernetzter Weise erwerben, vertiefen und reflektieren können, z.B.:

- Mitwirkung von Kursen bei schulinterner und -externer Evaluation als soziologischem Forschungsbeitrag;

- Durchführung sozialer Erhebungen und Experimente im Nahraum der Schule;

- Gesprächskreise und mediale Ausstellungen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen, wie z.B. Lebensformen, Berufswahl, Bedeutung soziologischer Forschungen und Modelle für die eigene Lebenswelt der Studierenden.

Der Unterricht im Fach Soziologie versteht den Menschen zugleich als gesellschaftliches Produkt und als Gestalter der Gesellschaft. Dementsprechend sollen sozialwissenschaftliche Kompetenz als Selbstreflexivität sowie die engagierte Bearbeitung gesellschaftlicher Probleme gefördert werden. Ausgehend von aktuellen und exemplarischen Konflikten des sozialen, politischen Lebens werden gesellschaftliche Anforderungen und Lebensmöglichkeiten vermittelt und dabei Betroffenheit und Bedeutsamkeit, Mikro-, Meso- und Makrowelt, soziales und politisches Lernen miteinander verbunden. Zentrale Aufgabe ist es, das Politische in gesellschaftlichen Prozessen zu entdecken und dabei an konkreten Fällen verallgemeinerungsfähige Erkenntnisse und Verfahren zu gewinnen, die in konkrete Sach-, Methoden-, Urteils- und Handlungskompetenzen münden. Die erst angeleitete, dann immer selbstständigere gesellschaftliche Analyse der Studierenden führt diese zunehmend zu einem eigenständigen, begründeten Urteil und selbstbewussten und verantwortlichen Handeln.

2 Entscheidungen zum Unterricht

Hinweis:
Die nachfolgend dargestellte Umsetzung der verbindlichen Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans findet auf zwei Ebenen statt. Das Übersichtsraster gibt den Lehrkräften einen raschen Überblick über die laut Fachkonferenz verbindlichen Unterrichtsvorhaben pro Schuljahr. In dem Raster sind außer dem Thema des jeweiligen Vorhabens das schwerpunktmäßig damit verknüpfte Inhaltsfeld bzw. die Inhaltsfelder, inhaltliche Schwerpunkte des Vorhabens sowie Schwerpunktkompetenzen ausgewiesen. Die Konkretisierung von Unterrichtsvorhaben führt weitere Kompetenzerwartungen auf und verdeutlicht vorhabenbezogene Absprachen, z.B. zur Festlegung auf einen Aufgabentyp bei der Lernerfolgsüberprüfung durch eine Klausur.

2.1 Unterrichtsvorhaben

Die Darstellung der Unterrichtsvorhaben im schulinternen Lehrplan besitzt den Anspruch, sämtliche im Kernlehrplan angeführten Kompetenzen abzudecken. Dies entspricht der Verpflichtung jeder Lehrkraft, alle Kompetenzerwartungen des Kernlehrplans bei den Lernenden auszubilden und zu entwickeln.

Die entsprechende Umsetzung erfolgt auf zwei Ebenen: der Übersichts- und der Konkretisierungsebene.

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Im „Übersichtsraster Unterrichtsvorhaben“ (Kapitel 2.1.1) wird die für alle Lehrerinnen und Lehrer gemäß Fachkonferenzbeschluss verbindliche Verteilung der Unterrichtsvorhaben dargestellt. Das Übersichtsraster dient dazu, den Kolleginnen und Kollegen einen schnellen Überblick über die Zuordnung der Unterrichtsvorhaben zu den einzelnen Jahrgangsstufen sowie den im Kernlehrplan genannten Kompetenzen, Inhaltsfeldern und inhaltlichen Schwerpunkten zu verschaffen. Um Klarheit für die Lehrkräfte herzustellen und die Übersichtlichkeit zu gewährleisten, werden in der Kategorie „Kompetenzen“ an dieser Stelle nur die übergeordneten Kompetenzerwartungen ausgewiesen, während die konkretisierten Kompetenzerwartungen erst auf der Ebene konkretisierter Unterrichtsvorhaben Berücksichtigung finden. Der ausgewiesene Zeitbedarf versteht sich als grobe Orientierungsgröße, die nach Bedarf über- oder unterschritten werden kann. Um Spielraum für Vertiefungen, besondere Interessen der Studierenden, aktuelle Themen bzw. die Erfordernisse anderer besonderer Ereignisse (z.B. Praktika, Kursfahrten o.ä.) zu erhalten, wurden im Rahmen dieses schulinternen Lehrplans nur ca. 75 Prozent der Bruttounterrichtszeit verplant.

Während der Fachkonferenzbeschluss zum „Übersichtsraster Unterrichtsvorhaben“ zur Gewährleistung vergleichbarer Standards sowie zur Absicherung von Lerngruppenübertritten und Lehrkraftwechseln für alle Mitglieder der Fachkonferenz Bindekraft entfalten soll, besitzt die exemplarische Ausweisung „konkretisierter Unterrichtsvorhaben“ (Kapitel 2.1.2) empfehlenden Charakter. Referendarinnen und Referendaren sowie neuen Kolleginnen und Kollegen dienen diese vor allem zur standardbezogenen Orientierung in der neuen Schule, aber auch zur Verdeutlichung von unterrichtsbezogenen fachgruppeninternen Absprachen zu didaktisch-methodischen Zugängen, fächerübergreifenden Kooperationen, Lernmitteln und -orten sowie vorgesehenen Leistungsüberprüfungen, die im Einzelnen auch den Kapiteln 2.2 bis 2.4 zu entnehmen sind. Bei begründeten Abweichungen von den vorgeschlagenen Vorgehensweisen bezüglich der konkretisierten Unterrichtsvorhaben bleibt sicherzustellen, dass im Rahmen der Umsetzung der Unterrichtsvorhaben insgesamt alle konkretisierten Sach- und Urteilskompetenzen des Kernlehrplans sowie die schulinternen Beschlüsse und Absprachen Berücksichtigung finden.


2.1.1 Übersichtsraster Unterrichtsvorhaben

Hinweis:
Thema, Inhaltsfelder, inhaltliche Schwerpunkte und Kompetenzen hat die Fachkonferenz der Beispielschule verbindlich vereinbart. In allen anderen Bereichen sind Abweichungen von den vorgeschlagenen Vorgehensweisen bei der Konkretisierung der Unterrichtsvorhaben möglich. Darüber hinaus enthält dieser schulinterne Lehrplan in den Kapiteln 2.2 bis 2.4 übergreifende sowie z.T. auch jahrgangsbezogene Absprachen zur fachmethodischen und fachdidaktischen Arbeit, zur Leistungsbewertung und zur Leistungsrückmeldung. Je nach internem Steuerungsbedarf können solche Absprachen auch vorhabenbezogen vorgenommen werden.

Einführungsphase (EF)

Unterrichtsvorhaben I:

Thema: Wie geht es für mich weiter?

Studierende untersuchen ihre Wünsche und Erwartungen in Bezug auf die neue Schule und den neuen Lebensabschnitt und reflektieren ihren eigenen Lebensweg, ihre Bildungs- und Berufsbiographie sowie ihr familiales Umfeld mit Methoden empirischer Soziologie.

Kompetenzen: Die Studierenden…

- stellen die Bedeutung ökonomischer Lebensumstände, sozialer Konventionen, Gruppenbezüge und medialer Identifikationsmuster für die Lebenschancen von jungen Männern und Frauen dar (SK),

- beurteilen eigene und fremde Lebensmodelle hinsichtlich ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Passung, ihres Freiheitsgrades und ihrer Realisierbarkeit (UK),

- bewerten Vertrautheits- und Fremdheitserfahrungen in ihrer Bedeutung für die eigene Biografie (UK),

- bewerten am Fallbeispiel Umfang und Reichweite von Integration in der modernen deutschen Gesellschaft (UK),

- analysieren die Lebenssituation von Migranten in der Mehrheitsgesellschaft… (SK),

- entwickeln unter Anleitung eine soziologisch relevante Projektidee und führen diese ggf. innerhalb bzw. außerhalb der Schule durch (HK 5),

- praktizieren unter Anleitung Formen demokratischen Sprechens und demokratischer Aushandlungsprozesse und übernehmen dabei Verantwortung für ihr Handeln (HK 1),

- erheben fragegeleitet einfache Daten und Zusammenhänge durch empirische Methoden der Sozialwissenschaften und wenden statistische Verfahren exemplarisch an (MK 2),

- stellen themengeleitet exemplarisch soziologische Fallbeispiele und Probleme in ihrer empirischen Dimension und unter Verwendung passender soziologischer Fachbegriffe und Modelle dar (MK 6),

- setzen Methoden und Techniken zur Präsentation und Darstellung gesellschaftlicher Strukturen und Prozesse zur Unterstützung von soziologischer Analysen und Argumentationen ein (MK 9),

- setzen Filme, soziale Fotografie und Standbilder als mediale Formen der Veranschaulichung und Dokumentation sozialer Phänomene ein (MK 10).

Inhaltsfelder:

IF 1 (Kommunikations- und Interaktionsprozesse)

IF 2 (Soziales Verhalten und sozialer Zusammenhalt)

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Alltag aus soziologischer Perspektive

- Interaktionsmuster und Verhaltensstrategien

- Lebenswelten, Lebensentwürfe und Lebenschancen

Zeitbedarf: 20 Std.

Unterrichtsvorhaben II:

Thema: Gemeinsames Lernen als Studierende bzw. Studierender im zweiten Bildungsweg – ein Modell für das Zusammenleben in einer „offenen Gesellschaft“?

ZBW in der Diskussion um Bildungsgerechtigkeit; Schüler- und Lehrerrolle im Spannungsfeld von Selbstbestimmung und Normierung; Gestaltungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten für Studierende; Teamentwicklung; Regulation von Konflikten

Kompetenzen: Die Studierenden…

- beschreiben vergleichend Ausprägung, Ursachen und Konsequenzen sozialer Selektivität des deutschen Bildungssystems auf der Grundlage empirischer Befunde (SK),

- analysieren Fallbeispiele und eigene Erfahrungen sozialer Konflikte und deren mögliche Lösung mithilfe einfacher Konfliktlösungsmodelle (SK),

- analysieren an Fallbeispielen Konfliktkonstellationen und Kommunikationsstörungen beim Aufeinandertreffen von Menschen unterschiedlicher kultureller und sozialer Orientierung und erläutern Wege ihrer Überwindung (SK),

- beurteilen Lösungsstrategien zum Abbau sozialer Spannungen und Desintegration in multikulturellen Kontexten (UK),

- bewerten Verhaltensmuster, Handlungsroutinen um Konfliktverhalten im sozialen Raum hinsichtlich ihrer Funktionalität, Interessengebundenheit und Reflektiertheit (UK),

- analysieren unterschiedliche sozialwissenschaftliche Textsorten wie kontinuierliche und diskontinuierliche Texte (positionale und fachwissenschaftliche Texte, Fallbeispiele, Statistiken, Karikaturen sowie andere Medienprodukte) aus soziologischer Perspektiven (MK 4),

- ermitteln mit Anleitung in themen- und aspektgeleiteter Untersuchung die Position und Argumentation in soziologisch relevanten Texten … (MK 5),

- präsentieren mit Anleitung konkrete Lösungsmodelle, Alternativen oder Verbesserungsvorschläge zu einer konkreten soziologischen Problemstellung (MK 7),

- entwickeln in Ansätzen aus der Analyse gesellschaftlicher Konflikte angemessene Lösungsstrategien und wenden diese an (HK 3).

Inhaltsfelder:

IF 1 (Kommunikations- und Interaktionsprozesse)

IF 2 (Soziales Verhalten und sozialer Zusammenhalt)

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Interaktionsmuster und Verhaltensstrategien

- Soziale Alltagskonflikte

- Soziale Dimensionen der Interkulturalität

Zeitbedarf: 20 Std.

Unterrichtsvorhaben III:

Thema: Kaufen und Verkaufen im Lichte der Soziologie

Analyse von Mustern alltäglicher Interaktion auch im interkulturellen Vergleich

Kompetenzen: Die Studierenden…

- erläutern alltägliche soziale Interaktionsprozesse und Handlungssituationen im Hinblick auf ihre Normierung (SK),

- erörtern die gesellschaftlichen Konsequenzen individuellen Handelns in Alltagssituationen (UK),

- analysieren an Fallbeispielen Konfliktkonstellationen und Kommunikationsstörungen beim Auseinandertreffen von Menschen unterschiedlicher kultureller und sozialer Orientierung…. (SK),

- bewerten Verhaltensmuster, Handlungsroutinen und Konfliktverhalten im sozialen Raum hinsichtlich ihrer Funktionalität, Interessengebundenheit und Reflektiertheit (UK),

- bewerten soziale Werte und Normen unter dem Gesichtspunkt der Relativität bzw. Universalität (UK),

- erschließen fragengeleitet aus soziologisch relevanten Textsorten zentrale Aussagen und Positionen und ordnen sie kontextuell sein (MK 1),

- analysieren unterschiedliche sozialwissenschaftliche Textsorten (…) aus soziologischer Perspektive (MK 4).

Inhaltsfelder:

IF 1 (Kommunikations- und Interaktionsprozesse)

IF 2 (Soziales Verhalten und sozialer Zusammenhalt)

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Alltag aus soziologischer Perspektive

- Interaktionsmuster und Verhaltensstrategien

- Soziale Dimensionen der Interkulturalität

Zeitbedarf: 10 Std.

Unterrichtsvorhaben IV:

Thema: Wie wollen wir zusammenleben, wenn wir unsere Angelegenheiten selbst bestimmen können oder müssen?

Induktive Erarbeitung gesellschaftlicher Strukturen und Mechanismen am Dorfgründungsszenario

Kompetenzen: Die Studierenden…

- ermitteln in Planspielen oder Szenarien grundlegende Elemente des gesellschaftlichen Zusammenlebens wie Normierung, Ressourcenverteilung und soziale Differenzierung,

- beurteilen die Handlungsspielräume in unterschiedlichen sozialen Situationen ihrer Lebenswelt im Hinblick auf ihre Normbindung, Konflikthaftigkeit und Aushandlungspotentiale (UK),

- bewerten soziale Werte und Normen unter dem Gesichtspunkt der Relativität bzw. Universalität (UK),

- analysieren und vergleichen unterschiedliche alltagstheoretische Gesellschaftsbilder und -begriffe und deren Voraussetzungen (SK),

- nehmen unter Anleitung in diskursiven, simulativen und realen Aushandlungsszenarien des eigenen Erfahrungsraums einen Standpunkt ein und vertreten eigene Interessen in Abwägung mit den Interessen anderer (HK 4),

- ermitteln Grundprinzipien, Konstruktion sowie Abstraktionsgrad und Reichweite soziologischer Modelle (MK 12),

- stellen sozialwissenschaftliche Probleme unter soziologischer Perspektive – auch modellierend – dar (MK 8).

Inhaltsfelder:

IF 1 (Kommunikations- und Interaktionsprozesse)

IF 2 (Soziales Verhalten und sozialer Zusammenhalt)

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Interaktionsmuster und Verhaltensstrategien

- Soziale Alltagskonflikte

Zeitbedarf: 20 Std.

Unterrichtsvorhaben V:

Thema: „Mein Leben bestimme ich!?“

Lebensentwürfe, Einstellungsmuster und Lebenschancen junger Männer und Frauen im Kontext einer sich wandelnden, multikulturell geprägten Gesellschaft, Auseinandersetzung mit den Befunden aktueller empirischer Studien

Kompetenzen: Die Studierenden…

- analysieren Daten und Erfahrungsberichte zur Lebenssituation junger Erwachsener in unterschiedlichen kulturellen bzw. historischen Kontexten und vergleichen sie mit eigenen Lebensplanungen und Handlungsspielräumen (SK),

- stellen die Bedeutung ökonomischer Lebensumstände, sozialer Konventionen, Gruppenbezüge und medialer Identifikationsmuster für die Lebenschancen von jungen Männern und Frauen dar (SK),

- analysieren und vergleichen unterschiedliche alltagstheoretische Gesellschaftsbilder und –begriffe und deren Voraussetzungen (SK),

- werten fragegeleitet Daten und Datenzusammenstellungen im Hinblick auf Datenquellen, Aussage- und Geltungsbereiche, Darstellungsarten, Trends, Korrelationen und Gesetzmäßigkeiten aus (MK 3).

Inhaltsfelder: IF 2 (Soziales Verhalten und sozialer Zusammenhalt)

Inhaltliche Schwerpunkte:

- Lebenswelten, Lebensentwürfe und Lebenschancen

- Soziale Dimensionen der Interkulturalität

Zeitbedarf: 20 Std.

Summe Einführungsphase: 90 Stunden

Qualifikationsphase (Q1) – GRUNDKURS

Unterrichtsvorhaben I:

Thema: Welchen Spielraum bietet unsere Gesellschaft zur selbstbestimmten Lebensgestaltung?

Eigenes Leben zwischen Individualisierung und Anpassung unter den Bedingungen des sozialen Wandels

Die Studierenden analysieren ihre oft divergierenden Lebensentwürfe und Werthaltungen und reflektieren diese in Hinblick des sozialen Wandels. In der Auseinandersetzung mit eigenen biografischen Entwicklungen untersuchen sie die Bedeutung von Sozialisationsinstanzen und grundlegenden Sozialisations- und Gruppenprozessen mit Hilfe soziologischer Erhebungsmethoden, Grundbegriffen und Erklärungskonzepten.

Kompetenzen: Die Studierenden

- erheben und vergleichen Vorstellungen über und Erwartungen an Formen des Zusammenlebens (SK),

- erläutern die Bedeutung der verschiedenen Sozialisationsinstanzen für die eigene persönliche Entwicklung (SK),

- erläutern die gesellschaftliche Funktion der Sozialisationsprozesses für die Individuierung und die gesellschaftliche Reproduktion (SK),

- analysieren Zukunftsvorstellungen junger Männer und Frauen im Hinblick auf Lebensentwürfe und deren Freiheitsspielräume sowie deren Norm- und Wertgebundenheit (SK),

- bewerten den Stellenwert verschiedener Sozialisationsinstanzen für die eigene Biographie (UK),

- beurteilen die Funktion sozialer Gruppen für die Individuen auf dem Hintergrund von individuellen Freiheitsgraden, Anpassungszwänge und Integrationsbedürfnissen (UK),

- bewerten unterschiedliche Zukunftsentwürfe von Jugendlichen sowie jungen Frauen und Männern in Hinblick auf deren Originalität, Normiertheit, Wünschbarkeit und Realisierbarkeit (UK),

- erörtern die Bedeutung normativ prägender sozialer Lebenswelten, Institutionen und medialer Identifikationsmuster für die Identitätsbildung von Mädchen und Jungen bzw. Frauen und Männern (UK),

- bewerten unterschiedliche Lebenssituationen unter den Kriterien des Grades individueller Autonomie, ihrer Normbindungen und Konflikthaftigkeit (UK).

Übergeordnete Kompetenzen: Die Studierenden

- erschließen fragegeleitet in selbstständiger Recherche aus soziologischen relevanten Textsorten zentrale Aussagen und Positionen und ordnen sie kontextuell ein (MK 1),

- analysieren unterschiedliche sozialwissenschaftliche Textsorten wie kontinuierliche und diskontinuierliche Texte (u.a. positionale und fachwissenschaftliche Texte, Fallbeispiele, Statistiken, Karikaturen sowie andere Medienprodukte) aus soziologischer Perspektive (MK 4),

- stellen themengeleitet komplexere Fallbeispiele und Probleme in ihrer empirischen Dimension und unter Verwendung passender soziologischer Fachbegriffe, Modelle und Theorien dar (MK 6),

- arbeiten differenziert verschiedene Aussagemodi von sozialwissenschaftlich relevanten Materialien heraus (MK 13),

- praktizieren selbstständig Formen demokratischen Sprechens und demokratischer Aushandlungsprozesse und übernehmen dabei Verantwortung für ihre Sprechhandlungen (HK 1).

Inhaltsfelder:

IF 3 Individuum, Gruppe und Gesellschaft

IF 4 Normierungen und Wertorientierungen

IF 5 Wandel sozialer Organisationen und Institutionen

Inhaltliche Schwerpunkte:

Sozialisation

Identitätsbildung

Rollenmodelle, Rollenhandeln und Rollenkonflikte

Wandel der Lebensformen

Zeitbedarf: 20 Stunden

Unterrichtsvorhaben II:

Thema: Rollen spielen und doch ein eigenes Leben führen?

Rollenhandeln zwischen Anpassung, Aushandeln und Ausstieg

Ausgehend von eigenen Sozialisationserfahrungen untersuchen die Studierenden, welche Spielräume die moderne Gesellschaft zur persönlichen Lebensgestaltung unter den Bedingungen des sozialen Wandels ermöglicht. Sie reflektieren unter Einbezug soziologischer Theoriebildung, inwiefern der gesellschaftliche Modernisierungsprozess Rollenfindung und Identitätsbildung verändert hat.

Kompetenzen: Die Studierenden

- analysieren an Fallbeispielen bzw. Experimenten typische Rollen in sozialen Gruppen sowie gruppendynamische Mechanismen (SK),

- analysieren Situationen der eigenen Berufs- und Alltagswelt im Hinblick auf die Möglichkeiten der individuellen Identitätsdarstellung und -balance und geschlechtsspezifischer Entwicklungschancen (SK),

- analysieren alltägliche Interaktionen und Konflikte mit Hilfe von strukturfunktionalistischen und interaktionistischen Rollenkonzepten und Identitätsmodellen (SK),

- erheben und vergleichen Vorstellungen über und Erwartungen an Formen des Zusammenlebens (SK),

- erörtern die Bedeutung normativ prägender sozialer Lebenswelten, Institutionen und medialer Identifikationsmuster für die Identitätsbildung von Mädchen und Jungen bzw. Frauen und Männern (UK),

- bewerten unterschiedliche Lebenssituationen unter den Kriterien des Grades individueller Autonomie, ihrer Normbindungen und Konflikthaftigkeit (UK),

- bewerten programmatische soziale und politische Aussagen unter den Kriterien der Vorurteils- und Ideologiehaftigkeit (UK).

Übergeordnete Kompetenzen: Die Studierenden

- ermitteln in themen- und aspektgeleiteter Untersuchung die Position und Argumentation in gesellschaftlich relevanten Texten (Textthema, Thesen/Behauptungen, Begründungen, dabei insbesondere Argumente und Belege, Textlogik, Auf- und Abwertungen – auch unter funktionaler Berücksichtigung sprachlicher Elemente) und erschließen die Autoren- bzw. Textintentionen, die gesellschaftliche Verortung des Verfassers und die Interessengebundenheit seines Standpunktes (MK 5),

- stellen themengeleitet komplexere soziologische Fallbeispiele und Probleme in ihrer empirischen Dimension und unter Verwendung passender soziologischer Fachbegriffe, Modelle und Theorien dar (MK 6),

- setzen Methoden und Techniken zur Präsentation und Darstellung gesellschaftlicher Strukturen und Prozesse zur Unterstützung von sozialwissenschaftlichen Analysen und Argumentationen ein (MK 9),

- setzen bei soziologischen Darstellungen inhaltliche und sprachliche Distanzmittel zur Trennung zwischen eigenen und fremden Positionen und Argumentationen ein (MK 11),

- ermitteln – auch vergleichend – Prämissen, Grundprinzipien, Konstruktion sowie Abstraktionsgrad und Reichweite soziologischer Modelle und Theorien und überprüfen diese auf ihren Erkenntniswert (MK 12).

Inhaltsfelder:

IF 3 Individuum, Gruppe und Gesellschaft

IF 4 Normierungen und Wertorientierungen

IF 5 Wandel sozialer Organisationen und Institutionen

Inhaltliche Schwerpunkte:

Identitätsbildung

Rollenmodelle, Rollenhandeln und Rollenkonflikte

Strukturfunktionalismus und Handlungstheorie

Wandel der Lebensformen

Zeitbedarf: 25 Stunden

Unterrichtsvorhaben III:

Thema: Welche Bedeutung haben Gruppen in unserem Leben?

Die Dynamik des Lebens in Gruppen und die Entstehung und Überwindung von Vorurteilen und Feindbildern

Die Studierenden untersuchen ausgehend von lebensweltlichen Erfahrungen komplexe gruppendynamische Mechanismen auf der Basis von Experimenten und Fallbeispielen.

Kompetenzen: Die Studierenden

- analysieren an Fallbeispielen und Experimenten typische Rollen in sozialen Gruppen sowie gruppendynamische Mechanismen (SK),

- analysieren fallbeispielhaft Entstehung und Funktion von Vorurteilen, Stereotypen und Feindbildern in sozialen Gruppen (SK),

- erläutern Möglichkeiten und Formen von Kommunikation, Selbstdarstellung und Partizipation im Internet, u.a. in sozialen Netzwerken (SK),

- beurteilen die Funktion sozialer Gruppen für die Individuen vor dem Hintergrund von individuellen Freiheitsgraden, Anpassungszwängen und Integrationsbedürfnissen (UK),

- beurteilen die Leistung sozialer Gruppen nach Kriterien wie Effizienz der Aufgabenerfüllung, der Befriedigung psychosozialer Bedürfnisse und der Integrationsleistung (UK),

- bewerten programmatische soziale und politische Aussagen unter den Kriterien der Vorurteils- und Ideologiehaftigkeit (UK).

Übergeordnete Kompetenzen: Die Studierenden

- stellen themengeleitet komplexere Fallbeispiele und Probleme in ihrer empirischen Dimension und unter Verwendung passender soziologischer Fachbegriffe, Modelle und Theorien dar (MK 6),

- setzen bei soziologischen Darstellungen inhaltliche und sprachliche Distanzmittel zur Trennung zwischen eigenen und fremden Positionen und Argumentationen ein (MK 11),

- identifizieren eindimensionale und hermetische Argumentationen ohne entwickelte Alternativen (MK 15),

- ermitteln typische Versatzstücke ideologischen Denkens (u.a. Vorurteile und Stereotypen, Ethnozentrismen, Chauvinismen, Rassismus, Biologismus) (MK 18),

- analysieren wissenschaftliche Modelle und Theorien im Hinblick auf die hinter ihnen stehenden Erkenntnis- und Verwertungsinteressen (MK 20),

- praktizieren selbstständig Formen demokratischen Sprechens und demokratischen Aushandelns und übernehmen dabei Verantwortung für ihre Sprechhandlungen (HK 1),

- entwickeln eine soziologisch relevante Projektidee und führen diese ggf. selbstverantwortlich innerhalb bzw. außerhalb der Schule durch (HK 5).

Inhaltsfelder:

IF 3 Individuum, Gruppe und Gesellschaft

IF 7 Soziologische Dimensionen der Kultur

Inhaltliche Schwerpunkte:

Soziale Gruppen

Vorurteile, Feindbilder, Ideologien

Sozialisation

Medien, Kommunikation und Öffentlichkeit

Zeitbedarf: 20 Stunden

Unterrichtsvorhaben IV:

Thema: Welche Chancen und Risiken birgt die zunehmende Flexibilität der Individuen?

Demografischer Wandel, Pluralisierung von Lebensformen sowie Wandel der Arbeitswelt und die Möglichkeiten und Grenzen familienpolitischer Einflussnahme

Die Studierenden untersuchen die Dimensionen, Phänomene und Ursachen des sozialen Wandels und beziehen diese auf die erweiterten Möglichkeiten des eigener Lebensformen, aber auch die Notwendigkeiten und Grenzen familienpolitischer Rahmensetzungen.

Kompetenzen: Die Studierenden

- erläutern Tendenzen der demografischen Entwicklung Deutschlands und deren Ursachen (SK),

- erheben und vergleichen Vorstellungen über und Erwartungen an Formen des Zusammenlebens (SK),

- erläutern auf dem Hintergrund der Analyse statistischer Daten die strukturelle Veränderung der Familie in Deutschland (SK),

- analysieren anhand von Fallbeispielen unterschiedliche Formen des Zusammenlebens in Deutschland (SK),

- erläutern Funktionen und Funktionswandel der Familie (SK),

- analysieren eine familienpolitische Maßnahme vor dem Hintergrund kontroverser familienpolitischer Positionen und grundgesetzlicher Rahmensetzung (SK),

- erläutern den Wandel von Arbeitsformen und Berufsstrukturen im Hinblick auf dessen Ursachen (SK),

- erörtern die Konsequenzen des demografischen Wandels für die eigene Zukunftsplanung (UK),

- bewerten Tendenzen des Wandels der Familie hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Reproduktion und Stabilität der Gesellschaft sowie die Konsequenzen für die eigene Lebensplanung (UK),

- erörtern familienpolitische Maßnahmen hinsichtlich ihrer Akzeptanz, Wirksamkeit und ihres Wertebezugs (UK),

- erörtern Möglichkeiten und Grenzen staatlicher Familienpolitik (UK),

- beurteilen Tendenzen sozialen Wandels aus der Sicht ihrer
zukünftigen sozialen Rollen als Arbeitnehmer bzw. Unternehmer (UK).

Übergeordnete Kompetenzen: Die Studierenden

- werten fragegeleitet Daten und Datenerhebungen im Hinblick auf Datenquellen, Aussage- und Geltungsbereiche, Darstellungsarten, Trends, Korrelationen und Gesetzmäßigkeiten aus und überprüfen diese bezüglich ihrer Gültigkeit für die Ausgangsfrage (MK 3),

- ermitteln in themen- und Aspekt geleiteter Untersuchung die Position und Argumentation in gesellschaftlich relevanten Texten (Textthema, Thesen/Behauptungen, Begründungen, dabei insbesondere Argumente und Belege, Textlogik, Auf- und Abwertungen – auch unter funktionaler Berücksichtigung sprachlicher Elemente) und erschließen die Autoren- bzw. Textintentionen, die gesellschaftliche Verortung des Verfassers und die Interessen­gebundenheit seines Standpunktes (MK 5).

Inhaltsfelder:

IF 5 Wandel sozialer Institutionen und Organisationen

IF 6 Soziale Ungleichheit und soziale Sicherung

Inhaltliche Schwerpunkte:

Wandel der Lebensformen

Wandel der Arbeit und Arbeitsorganisation

Familienpolitik

Erscheinungsformen und Auswirkungen sozialer Ungleichheit

Zeitbedarf: 25 Stunden

Summe Qualifikationsphase (Q1) – GRUNDKURS: 90 Stunden

Qualifikationsphase (Q2) – GRUNDKURS

Unterrichtsvorhaben V:

Thema: Mit dem Fahrstuhl durch die Gesellschaft?

Dimensionen, Trends, Theorien und Auswirkungen sozialer Ungleichheit

Ausgehend von Wahrnehmungen und Erfahrungen der Studierenden werden Dimensionen und Indikatoren sozialer Ungleichheit analysiert. Modelle und Theorien zur Darstellung und Erklärung sozialer Ungleichheit und sozialer Entstrukturierung werden reflektiert und am Beispiel der Armutsproblematik Entwicklungen sozialer Ungleichheit in ihren Folgen und in der politischen Kontroversität analysiert und diskutiert.

Kompetenzen: Die Studierenden

- unterscheiden Dimensionen sozialer Ungleichheiten und ihre Indikatoren (SK),

- erläutern Grundzüge und Kriterien von Modellen vertikaler und horizontaler Ungleichheit (SK),

- erläutern Grundzüge und Kriterien von Modellen und Theorien sozialer Entstrukturierung (SK),

- analysieren mit Hilfe des Erklärungskonzepts des kulturellen Kapitals und anderer Kapitalienbegriffe fallbeispielhaft Möglichkeiten sozialer und kultureller Teilhabe (SK),

- beurteilen die Reichweite und den Erklärungswert von Gesellschaftsbildern (UK),

- beurteilen den Erklärungswert und die Reichweite von Modellen und Theorien sozialer Ungleichheit (UK),

- bewerten gesellschaftliche Entstrukturierungsvorgänge und Prekarisierungsprozesse in ihrer Auswirkung auf die Betroffenen und ihrer Bedeutung für den sozialen und politischen Zusammenhalt (UK),

- beurteilen unterschiedliche Zugangschancen zu Ressourcen und deren Legitimation (UK).

Übergeordnete Kompetenzen: Die Studierenden

- ermitteln fragen- und hypothesengeleitet Daten und Zusammenhänge durch empirische Methoden der Sozialwissenschaften und wenden statistische Verfahren an (MK 2),

- stellen sozialwissenschaftliche Probleme unter soziologischer Perspektive modellierend dar (MK 8),

- setzen Methoden und Techniken zur Präsentation und Darstellung gesellschaftlicher Strukturen und Prozesse zur Unterstützung von sozialwissenschaftlichen Analysen und Argumentationen ein (MK 9),

- ermitteln – auch vergleichend – Prämissen, Grundprinzipien, Konstruktion sowie Abstraktionsgrad und Reichweite soziologischer Modelle und Theorien und überprüfen diese auf ihren Erkenntniswert (MK 12),

- analysieren soziologisch relevante Situationen und Texte im Hinblick auf die in ihnen wirksam werdenden Perspektiven und Interessenlagen sowie auf die Vernachlässigung alternativer Interessen und Perspektiven (MK 14),

- identifizieren und überprüfen sozialwissenschaftliche Indikatoren im Hinblick auf ihre Validität (MK 16),

- entwerfen für diskursive, simulative und reale soziale Handlungssituatione zunehmend komplexe Handlungspläne und übernehmen fach-, situationsbezogen und adressatengerecht die zugehörigen Rollen (HK 2),

- entwickeln aus der Analyse zunehmend komplexerer gesellschaftlicher Konflikte angemessene Lösungsstrategien und wenden diese an (HK 3).

Inhaltsfelder:

IF 6: Soziale Ungleichheit und soziale Sicherung

IF 7: Soziologische Dimensionen der Kultur

Inhaltliche Schwerpunkte:

Erscheinungsformen und Auswirkungen sozialer Ungleichheit

Modelle und Theorien gesellschaftlicher Ungleichheit

Soziale und kulturelle Teilhabe

Zeitbedarf: 20 Stunden

Unterrichtsvorhaben VI:

Thema: Was können wir von unserem Sozialstaat erwarten?

Politische Konzepte und Maßnahmen zur Erhaltung von Lebenschancen und sozialer Sicherheit

Die Studierenden setzen sich in diesem Unterrichtsvorhaben mit der aktuellen Ausgestaltung des Sozialstaats, mit Reformkonzepten sowie deren Prämissen auseinander.

Kompetenzen: Die Studierenden

- beschreiben Grundprinzipien sozialer Sicherung und staatlicher Sozialpolitik (SK),

- beurteilen unterschiedliche Zugangschancen zu Ressourcen und deren Legitimation (UK),

- bewerten den Aufbau und Einsatz sozialen, ökonomischen, symbolischen und kulturellen Kapitals für die eigene und die gesellschaftliche Entwicklung (UK),

- erörtern die Möglichkeiten und Grenzen staatlicher Sozialpolitik (UK).

Übergeordnete Kompetenzen: Die Studierenden

- präsentieren Lösungsansätze, Alternativen oder Verbesserungsvorschläge zu einer konkreten gesellschaftlichen Problemstellung (MK 7),

- stellen sozialwissenschaftliche Probleme unter soziologischer Perspektive modellierend dar (MK 8),

- setzen selbstständig mediale Formen der Veranschaulichung und Dokumentation sozialer Phänomene ein (MK 10),

- analysieren soziologisch relevante Situationen und Texte im Hinblick auf die in ihnen wirksam werdenden Perspektiven und Interessenlagen sowie auf die Vernachlässigung alternativer Interessen und Perspektiven (MK 14),

- identifizieren eindimensionale und hermetische Argumentationen ohne entwickelte Alternativen (MK 15),

- ermitteln soziologische Positionen aus unterschiedlichen Materialien im Hinblick auf ihre Funktion zum generellen Erhalt der gegebenen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ordnung und deren Veränderung (MK 17),

- ermitteln typische Versatzstücke ideologischen Denkens (u.a. Vorurteile und Stereotypen, Ethnozentrismen, Chauvinismen, Rassismus, Biologismus) (MK 18),

- analysieren die soziokulturelle Standortgebundenheit des eigenen Denkens, des Denkens Anderer und der eigenen Urteilsbildung (MK 19),

- analysieren wissenschaftliche Modelle und Theorien im Hinblick auf die hinter ihnen stehenden Erkenntnis- und Verwertungsinteressen (MK 20),

- entwerfen für diskursive, simulative und reale soziale Handlungssituationen zunehmend komplexe Handlungspläne und übernehmen fach-, situationsbezogen und adressatengerecht die zugehörigen Rollen (HK 2),

- entwickeln aus der Analyse zunehmend komplexerer gesellschaftlicher Konflikte angemessene Lösungsstrategien und wenden diese an (HK 3),

- nehmen in diskursiven, simulativen und realen Aushandlungsszenarien des eigenen Erfahrungsraums einen Standpunkt ein und treffen Entscheidungen in Abwägung mit den Interessen anderer (HK 4).

Inhaltsfelder:

IF 6: Soziale Ungleichheit und soziale Sicherung

IF 7: Soziologische Dimensionen der Kultur

Inhaltliche Schwerpunkte:

Erscheinungsformen und Auswirkungen sozialer Ungleichheit

Sozialstaatliches Handeln

Soziale und kulturelle Teilhabe

Zeitbedarf: 15 Stunden

Unterrichtsvorhaben VII:

Thema: Und nach dem Abitur? – Produktive Auseinandersetzung mit Berufs- und Lebensperspektiven und Formen der Selbstdarstellung im privaten und beruflichen Alltag mit den Orientierungsmöglichkeiten der Kultursoziologie

Die Studierenden entwickeln im Rahmen einer Zukunftswerkstatt Lebens- und Berufsperspektiven und überprüfen diese auf der Basis milieutheoretischer Forschungsergebnisse, Möglichkeiten und Grenzen privater und beruflicher Selbstdarstellung und passender Kapitalienmodelle.

Kompetenzen: Die Studierenden

- analysieren an Beispielen Möglichkeiten eines „eigenen Lebens“ in einer enttraditionalisierten, beschleunigten und globalisierten Welt (SK),

- erläutern Grundzüge und Kriterien von Modellen vertikaler und horizontaler Ungleichheit (SK),

- analysieren ein mediales Fallbeispiel im Hinblick auf die Ausübung von Macht und Kontrolle durch die Medien (SK),

- erläutern Unterschiede zwischen privaten und öffentlichen Handlungssituationen (SK),

- analysieren mit Hilfe des Erklärungskonzepts des kulturellen Kapitals und anderer Kapitalienbegriffe fallbeispielhaft Möglichkeiten sozialer und kultureller Teilhabe (SK),

- erörtern mediale Beispiele sozialer oder politischer Einflussnahme unter den Kriterien der politischen bzw. moralischen Legitimation (UK),

- erörtern die Vermischung privater und öffentlicher Formen von Kommunikation in den digitalen Medien unter den Kriterien veränderter Selbstdarstellungsmöglichkeiten und dem Risiko von Kontrollverlust (UK),

- bewerten Formen des „eigenen Lebens“ unter den Kriterien der Zugangsmöglichkeiten und möglicher Freiheitsgrade (UK),

- bewerten den Aufbau und Einsatz sozialen, ökonomischen, symbolischen und kulturellen Kapitals für die eigene und die gesellschaftliche Entwicklung (UK).

Übergeordnete Kompetenzen: Die Studierenden

- analysieren die soziokulturelle Standortgebundenheit des eigenen Denkens, des Denkens anderer und der eigenen Urteilsbildung (MK 19).

Inhaltsfelder:

IF 4 Normierungen und Wertorientierung

IF 5 Wandel sozialer Organisationen und Institutionen

IF 6 Soziale Ungleichheit und soziale Sicherung

IF 7 Soziologische Dimensionen der Kultur

Inhaltliche Schwerpunkte:

Identitätsbildung

Wandel der Lebensformen

Wandel der Betriebs- und Arbeitsorganisation

Medien, Kommunikation und Öffentlichkeit

Macht und soziale Kontrolle

Chancen sozialer und kultureller Teilhabe

Zeitbedarf: 15 Stunden

Unterrichtsvorhaben VIII:

Thema: Abiturvorbereitung

Zeitbedarf: 10 Stunden

Summe Qualifikationsphase (Q2) – GRUNDKURS: 60 Stunden

Qualifikationsphase (Q1) – LEISTUNGSKURS

Unterrichtsvorhaben I:

Thema: Welchen Spielraum bietet unsere Gesellschaft zur selbstbestimmten Lebensgestaltung?

Eigenes Leben zwischen Individuierung und Anpassung unter den Bedingungen des sozialen Wandels

Die Studierenden analysieren ihre oft divergierenden Lebensentwürfe und Werthaltungen und reflektieren diese in Hinblick auf gesellschaftliche Normierungen vor dem Hintergrund des sozialen Wandels. In der Auseinandersetzung mit eigenen biografischen Entwicklungen untersuchen sie die Bedeutung von Sozialisationsinstanzen und grundlegenden Sozialisations- und Gruppenprozessen mit Hilfe soziologischer Erhebungsmethoden, Grundbegriffen und Erklärungskonzepten

Kompetenzen: Die Studierenden

- erheben und vergleichen Vorstellungen über und Erwartungen an Formen des Zusammenlebens (SK),

- erläutern die Bedeutung der verschiedenen Sozialisationsinstanzen für die eigene persönliche Entwicklung und die Herausbildung sozialer Interessen und politischer Präferenzen (SK),

- erläutern die gesellschaftliche Funktion der Sozialisationsprozesses für die Individuierung und die gesellschaftliche Reproduktion (SK),

- analysieren Zukunftsvorstellungen junger Männer und Frauen im Hinblick auf mögliche Typologien u.a. geschlechtsspezifische Lebensentwürfe und deren Freiheitsspielräume sowie deren Norm- und Wertgebundenheit (SK),

- erläutern die Bedeutung normativ prägender sozialer Lebenswelten, Institutionen und medialer Identifikationsmuster für die Identitätsbildung von Mädchen und Jungen bzw. Frauen und Männern (SK),

- bewerten den Stellenwert verschiedener Sozialisationsinstanzen für die eigene Biographie sowie die eigene soziale und politische Interessenartikulation (UK),

- bewerten unterschiedliche Zukunftsentwürfe von Jugendlichen sowie jungen Frauen und Männern in Hinblick auf deren Originalität, Normiertheit, Wünschbarkeit und Realisierbarkeit (UK),

- bewerten unterschiedliche Lebenssituationen unter den Kriterien des Grades individueller Autonomie, ihrer Normbindung, Konflikthaftigkeit, Identitätsdarstellungs- und Aushandlungspotenziale (UK).

Übergeordnete Kompetenzen: Die Studierenden

- erschließen in selbstständiger Recherche aus soziologischen relevanten Textsorten zentrale Aussagen und Positionen und ordnen sie kontextuell ein (MK 1),

- analysieren unterschiedliche sozialwissenschaftliche Textsorten wie kontinuierliche und diskontinuierliche Texte (u.a. positionale und fachwissenschaftliche Texte, Fallbeispiele, Statistiken, Karikaturen sowie andere Medienprodukte) aus soziologischer Perspektive (MK 4),

- arbeiten differenziert verschiedene Aussagemodi von sozialwissenschaftlich relevanten Materialien heraus (MK 13),

- praktizieren selbstständig Formen demokratischen Sprechens und demokratischer Aushandlungsprozesse und übernehmen dabei Verantwortung für ihre Sprechhandlungen (HK 1),

- entwickeln eine soziologisch relevante Projektidee und führen diese ggf. selbstverantwortlich innerhalb bzw. außerhalb der Schule durch (HK 5).

Inhaltsfelder:

IF 3 Individuum, Gruppe und Gesellschaft

IF 4 Normierungen und Wertorientierungen

IF 5 Wandel sozialer Organisationen und Institutionen

Inhaltliche Schwerpunkte:

Sozialisation

Identitätsbildung

Rollenmodelle, Rollenhandeln und Rollenkonflikte

Wandel der Lebensformen

Zeitbedarf: 25 Stunden

Unterrichtsvorhaben II:

Thema: Rollen spielen und doch ein eigenes Leben führen?

Rollenhandeln zwischen Anpassung, Aushandeln und Ausstieg

Ausgehend von eigenen Sozialisationserfahrungen untersuchen die Studierenden, welche Spielräume die moderne Gesellschaft zur persönlichen Lebensgestaltung unter den Bedingungen des sozialen Wandels ermöglicht. Sie reflektieren unter Einbezug soziologischer Theoriebildung, inwiefern der gesellschaftliche Modernisierungsprozess Rollenfindung und Identitätsbildung verändert hat.

Kompetenzen: Die Studierenden

- analysieren an Fallbeispielen und Experimenten Entwicklungsphasen, typische Rollen in sozialen Gruppen sowie gruppendynamische Mechanismen (SK),

- analysieren Zukunftsvorstellungen junger Männer und Frauen im Hinblick auf mögliche Typologien u.a. geschlechtsspezifische Lebensentwürfe und deren Freiheitsspielräume sowie deren Norm- und Wertgebundenheit (SK),

- analysieren alltägliche Interaktionen und Konflikte mit Hilfe von strukturfunktionalistischen und interaktionistischen Rollenkonzepten und Identitätsmodellen (SK),

- erläutern die Bedeutung normativ prägender sozialer Lebenswelten, Institutionen und medialer Identifikationsmuster für die Identitätsbildung von Mädchen und Jungen bzw. Frauen und Männern (SK),

- erheben und vergleichen Vorstellungen über und Erwartungen an Formen des Zusammenlebens (SK),

- beurteilen unterschiedliche Identitätsmodelle in Bezug auf ihre Eignung für die Deutung von biographischen Entwicklungen von Jungen und Mädchen bzw. Frauen und Männern (UK),

- bewerten unterschiedliche Lebenssituationen unter den Kriterien des Grades individueller Autonomie, ihrer Normbindung, Konflikthaftigkeit, Identitätsdarstellungs- und Aushandlungspotenziale (UK),

- erörtern Menschen- und Gesellschaftsbilder des strukturfunktionalistischen und interaktionistischen Rollenkonzepts (UK),

- bewerten programmatische soziale und politische Aussagen unter den Kriterien der Vorurteils- und Ideologiehaftigkeit (UK).

Übergeordnete Kompetenzen: Die Studierenden

- erschließen in selbständiger Recherche aus soziologischen relevanten Textsorten zentrale Aussagen und Positionen und ordnen sie kontextuell ein (MK 1),

- analysieren unterschiedliche sozialwissenschaftliche Textsorten wie kontinuierliche und diskontinuierliche Texte (u.a. positionale und fachwissenschaftliche Texte, Fallbeispiele, Statistiken, Karikaturen sowie andere Medienprodukte) aus soziologischer Perspektive (MK 4),

- stellen themengeleitet komplexere soziologische Fallbeispiele und Probleme in ihrer empirischen Dimension und unter eigenständiger Verwendung passender soziologischer Fachbegriffe, Modelle und Theorien dar (MK 6),

- entwerfen für diskursive, simulative und reale soziale Handlungssituationen komplexe und eigenständige Handlungspläne und übernehmen fach-, situationsbezogen und adressatengerecht die zugehörigen Rollen (HK 2).

Inhaltsfelder:

IF 3 Individuum, Gruppe und Gesellschaft

IF 4 Normierungen und Wertorientierungen

IF 5 Wandel sozialer Organisationen und Institutionen

Inhaltliche Schwerpunkte:

Identitätsbildung

Rollenmodelle, Rollenhandeln und Rollenkonflikte

Strukturfunktionalismus und Handlungstheorie

Wandel der Lebensformen

Zeitbedarf: 30 Stunden

Unterrichtsvorhaben III:

Thema: Wie entstehen Extremismus und Gewaltbereitschaft?

Abweichendes Verhalten und gesellschaftliche Desintegrationsprozesse

Die Studierenden untersuchen auf dem Hintergrund soziologischer Theorien abweichenden Verhaltens und sozialer Desintegration Mechanismen, die aktuelle Formen von Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und menschenverachtenden Verhaltens erklären können.

Kompetenzen: Die Studierenden

- erläutern an Beispielen den Zusammenhang von sozialer Desintegration, Feindbildern, Ideologien und Fundamentalismen sowie Gefährdungen der Demokratie (SK),

- erläutern die Bedeutung der kulturellen Herkunft auch für die geschlechtsrollenspezifische Identitätskonstruktion (SK),

- erläutern den Stellenwert kultureller Kontexte für Interaktion und Konfliktlösung (SK),

- analysieren mit Hilfe der Rollenmodelle und anderer theoretischer Konzepte Fallbeispiele unter den Aspekten normabweichenden Verhaltens und dessen Sanktionierung (SK),

- erläutern Grundzüge und Kriterien von Modellen und Theorien sozialer Entstrukturierung (SK),

- erörtern soziale Desintegrationstendenzen unter den Kriterien kultureller Vielfalt bzw. der Gefährdung der Demokratie (UK),

- bewerten unterschiedliche Lebenssituationen unter den Kriterien des Grades individueller Autonomie, ihrer Normbindung, Konflikthaftigkeit, Identitätsdarstellungs- und Aushandlungspotenziale (UK),

- erörtern Fallbeispiele konformen und nonkonformen Verhaltens vor dem Hintergrund individueller Entwicklungsmöglichkeiten und der Stabilität bzw. Fortentwicklung sozialer Systeme (UK),

- beurteilen die Reichweite von Modellen sozialen Wandels und sozialer Ungleichheit im Hinblick auf die Abbildung von Wirklichkeit und ihren Erklärungswert (UK),

- bewerten gesellschaftliche Entstrukturierungsvorgänge und Prekarisierungsprozesse in ihrer Auswirkung auf die Betroffenen und ihrer Bedeutung für den sozialen und politischen Zusammenhalt (UK).

Übergeordnete Kompetenzen: Die Studierenden

- identifizieren eigenständig eindimensionale und hermetische Argumentationen ohne entwickelte Alternativen (MK 15),

- ermitteln eigenständig typische Versatzstücke ideologischen Denkens (u.a. Vorurteile und Stereotypen, Ethnozentrismen, Chauvinismen, Rassismus, Biologismus) (MK 18).

Inhaltsfelder:

IF 3 Individuum, Gruppe und Gesellschaft

IF 4 Normierungen und Wertorientierungen

IF 6 Soziale Ungleichheit und soziale Sicherung

Inhaltliche Schwerpunkte:

Vorurteile, Feindbilder, Ideologien

Abweichendes Verhalten

Erscheinungen und Auswirkungen sozialer Ungleichheit

Modelle und Theorien gesellschaftlicher Ungleichheit

Zeitbedarf: 25 Unterrichtsstunden

Unterrichtsvorhaben IV:

Thema: Welche Bedeutung haben Gruppen in unserem Leben?

Die Dynamik des Lebens in Gruppen und die Entstehung und Überwindung von Vorurteilen und Feindbildern

Die Studierenden untersuchen ausgehend von lebensweltlichen Erfahrungen komplexe gruppendynamische Mechanismen auf der Basis von Experimenten und Fallbeispielen.

Kompetenzen: Die Studierenden

- analysieren an Fallbeispielen und Experimenten Entwicklungsphasen, typische Rollen in sozialen Gruppen sowie gruppendynamische Mechanismen (SK),

- analysieren fallbeispielhaft Entstehung und Funktion von Vorurteilen, Stereotypen und Feindbildern in sozialen Gruppen (SK),

- erläutern am Beispielen den Zusammenhang von sozialer Desintegration, Feindbildern, Ideologien und Fundamentalismen sowie Gefährdung der Demokratie (SK),

- erläutern Möglichkeiten und Formen von Kommunikation, Selbstdarstellung und Partizipation im Internet, u.a. in sozialen Netzwerken (SK),

- beurteilen die Funktion sozialer Gruppen für die Individuen vor dem Hintergrund von individuellen Freiheitsgraden, Anpassungszwängen und Integrationsbedürfnissen (UK),

- beurteilen die Leistung sozialer Gruppen nach Kriterien wie Effizienz der Aufgabenerfüllung, der Befriedigung psychosozialer Bedürfnisse und der Integrationsleistung (UK),

- bewerten programmatische soziale und politische Aussagen unter den Kriterien der Vorurteils- und Ideologiehaftigkeit (UK),

- erörtern soziale Desintegrationstendenzen unter den Kriterien kultureller Vielfalt bzw. der Gefährdung der Demokratie (UK).

Übergeordnete Kompetenzen: Die Studierenden

- stellen themengeleitet komplexere soziologische Fallbeispiele und Probleme in ihrer empirischen Dimension und unter eigenständiger Verwendung soziologischer Fachbegriffe, Modelle und Theorien dar (MK 6),

- stellen sozialwissenschaftliche Probleme unter soziologischer Perspektive modellierend dar (MK 8),

- setzen bei soziologischen Darstellungen inhaltliche und sprachliche Distanzmittel zur Trennung zwischen eigenen und fremden Positionen und Argumentationen ein (MK 11),

- analysieren wissenschaftliche Modelle und Theorien im Hinblick auf die hinter ihnen stehenden Erkenntnis- und Verwertungsinteressen (MK 20),

- entwickeln aus der Analyse komplexerer gesellschaftlicher Konflikte angemessene Lösungsstrategien und wenden diese an (HK 3),

- entwickeln eine soziologisch relevante Projektidee und führen diese ggf. selbstverantwortlich innerhalb bzw. außerhalb der Schule durch (HK 5).

Inhaltsfelder:

IF 3 Individuum, Gruppe und Gesellschaft

IF 7 Soziologische Dimensionen der Kultur

Inhaltliche Schwerpunkte:

Soziale Gruppen

Vorurteile, Feindbilder, Ideologien

Sozialisation

Medien, Kommunikation und Öffentlichkeit

Zeitbedarf: 25 Unterrichtsstunden

Unterrichtsvorhaben V:

Thema: Welche Chancen und Risiken birgt die zunehmende Flexibilität der Individuen?

Demografischer Wandel, Pluralisierung von Lebensformen sowie Wandel der Arbeitswelt und die Möglichkeiten und Grenzen familienpolitischer Einflussnahme

Die Studierenden untersuchen die Dimensionen, Phänomene und Ursachen des sozialen Wandels und beziehen diese auf die erweiterten Möglichkeiten des eigenen Lebens, aber auch die Notwendigkeiten und Grenzen politischer, insbesondere familienpolitischer Rahmensetzungen.

Kompetenzen: Die Studierenden

- erläutern Tendenzen der demografischen Entwicklung Deutschlands und deren Ursachen (SK),

- erheben und vergleichen Vorstellungen über und Erwartungen an Formen des Zusammenlebens (SK),

- erläutern auf dem Hintergrund der Analyse statistischer Daten die strukturelle Veränderung der Familie in Deutschland (SK),

- beschreiben den sozialgeschichtlichen und aktuellen Wandel der Familien- und Lebensformen vor dem Hintergrund sich verändernder Arbeits- und Lebensbedingungen (SK),

- analysieren anhand von Fallbeispielen unterschiedliche Formen des Zusammenlebens in Deutschland (SK),

- erläutern Funktionen und Funktionswandel der Familie (SK),

- erläutern Grundkonzepte staatlicher Familienpolitik (SK),

- analysieren eine familienpolitische Maßnahme vor dem Hintergrund kontroverser familienpolitischer Positionen und grundgesetzlicher Rahmensetzung (SK),

- erläutern den Wandel von Arbeitsformen und Berufsstrukturen im Hinblick auf dessen Ursachen (SK),

- beurteilen unterschiedliche Formen des Zusammenlebens im Hinblick auf die Bedeutung für die eigene Lebensplanung (UK),

- bewerten Tendenzen des Wandels der Familie hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Reproduktion und Stabilität der Gesellschaft (UK),

- beurteilen die möglichen Auswirkungen sich verändernder Arbeits- und Lebensbedingungen für Perspektiven und Optionen des Zusammenlebens (UK),

- erörtern familienpolitische Maßnahmen hinsichtlich ihrer Akzeptanz, Wirksamkeit und ihres Wertebezugs (UK),

- erörtern Möglichkeiten und Grenzen staatlicher Familienpolitik (UK),

- beurteilen Tendenzen sozialen Wandels aus der Sicht ihrer zukünftigen sozialen Rollen als Arbeitnehmer bzw. Unternehmer (UK).

Übergeordnete Kompetenzen: Die Studierenden

- werten fragegeleitet Daten und Datenerhebungen im Hinblick auf Datenquellen, Aussage- und Geltungsbereiche, Darstellungsarten, Trends, Korrelationen und Gesetzmäßigkeiten aus und überprüfen diese bezüglich ihrer Gültigkeit für die Ausgangsfrage (MK 3),

- analysieren unterschiedliche sozialwissenschaftliche Textsorten wie kontinuierliche und diskontinuierliche Texte (positionale und fachwissenschaftliche Texte, Fallbeispiele, Statistiken, Karikaturen sowie andere Medienprodukte) aus soziologischer Perspektiven (MK 4),

- ermitteln in themen- und aspektgeleiteter Untersuchung die Position und Argumentation in gesellschaftlich relevanten Texten (Textthema, Thesen/Behauptungen, Begründungen, dabei insbesondere Argumente und Belege, Textlogik, Auf- und Abwertungen – auch unter funktionaler Berücksichtigung sprachlicher Elemente) und erschließen die Autoren- bzw. Textintentionen, die gesellschaftliche Verortung des Verfassers und die Interessengebundenheit seines Standpunktes (MK 5).

Inhaltsfelder:

IF 5 Wandel sozialer Institutionen und Organisationen

IF 6 Soziale Ungleichheit und soziale Sicherung

Inhaltliche Schwerpunkte:

Wandel der Lebensformen

Wandel der Arbeit und Arbeitsorganisation

Familienpolitik

Erscheinungsformen und Auswirkungen sozialer Ungleichheit

Zeitbedarf: 35 Unterrichtsstunden

Summe Qualifikationsphase (Q1) – LEISTUNGSKURS: 140 Stunden

Qualifikationsphase (Q2) – LEISTUNGSKURS

Unterrichtsvorhaben VI:

Thema: Mit dem Fahrstuhl durch die Gesellschaft?

Dimensionen, Trends, Theorien und Auswirkungen sozialer Ungleichheit

Ausgehend von eigenen Wahrnehmungen und Erfahrungen analysieren die Studierenden Dimensionen und Indikatoren sozialer Ungleichheit, Modelle und Theorien zur Darstellung und Erklärung sozialer Ungleichheit und sozialer Entstrukturierung. Am Beispiel der Armutsproblematik werden Entwicklungen sozialer Ungleichheit in ihren Folgen und in der politischen Kontroversität analysiert und diskutiert.

Kompetenzen: Die Studierenden

- unterscheiden Dimensionen sozialer Ungleichheiten und ihre Indikatoren (SK),

- erläutern Grundvorstellungen, Einordnungskriterien und Prämissen von Modellen und Theorien zur Beschreibung und Erklärung vertikaler und horizontaler sozialer Ungleichheit (SK),

- erläutern Grundzüge und Kriterien von Modellen und Theorien sozialer Entstrukturierung (SK),

- analysieren mit Hilfe des Erklärungskonzepts des kulturellen Kapitals und anderer Kapitalienbegriffe fallbeispielhaft Möglichkeiten sozialer und kultureller Teilhabe (SK ),

- beurteilen die Reichweite und den Erklärungswert von Gesellschaftsbildern (UK),

- beurteilen die Reichweite von Modellen sozialen Wandels und sozialer Ungleichheit im Hinblick auf die Abbildung von Wirklichkeit und ihren Erklärungswert (UK),

- bewerten gesellschaftliche Entstrukturierungsvorgänge und Prekarisierungsprozesse in ihrer Auswirkung auf die Betroffenen und ihre Bedeutung für den sozialen und politischen Zusammenhalt (UK),

- beurteilen unterschiedliche Zugangschancen zu Ressourcen und deren Legitimationen vor dem Hintergrund des Sozialstaatsgebots und des Gebots des Grundgesetzes zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse (UK).

Übergeordnete Kompetenzen: Die Studierenden

- ermitteln fragen- und hypothesengeleitet Daten und Zusammenhänge durch empirische Methoden der Sozialwissenschaften und wenden statistische Verfahren reflektiert an (MK 2),

- werten fragegeleitet Daten und Datenerhebungen im Hinblick auf Datenquellen, Aussage- und Geltungs­bereiche, Darstellungsarten, Trends, Korrelationen und Gesetzmäßigkeiten aus und überprüfen diese bezüglich ihrer Gültigkeit für die Ausgangsfrage (MK 3),

- stellen sozialwissenschaftliche Probleme unter soziologischer Perspektive modellierend dar (MK 8),

- setzen Methoden und Techniken zur Präsentation und Darstellung gesellschaftlicher Strukturen und Prozesse zur Unterstützung von sozialwissenschaftlichen Analysen und Argumentationen ein (MK 9),

- ermitteln – auch vergleichend – Prämissen, Grundprinzipien, Konstruktion sowie Abstraktionsgrad und Reichweite soziologischer Modelle und Theorien und überprüfen diese auf ihren Erkenntniswert (MK 12),

- identifizieren und überprüfen sozialwissenschaftliche Indikatoren im Hinblick auf ihre Validität (MK 16),

- entwerfen für diskursive, simulative und reale soziale Handlungssituationen komplexe und eigenständige Handlungspläne und übernehmen fach-, situationsbezogen und adressatengerecht die zugehörigen Rollen (HK 2),

- entwickeln aus der Analyse zunehmend komplexerer gesellschaftlicher Konflikte angemessene Lösungsstrategien und wenden diese an (HK 3).

Inhaltsfelder:

IF 6: Soziale Ungleichheit und soziale Sicherung

IF 7: Soziologische Dimensionen der Kultur

Inhaltliche Schwerpunkte:

Erscheinungsformen und Auswirkungen sozialer Ungleichheit

Modelle und Theorien gesellschaftlicher Ungleichheit

Soziale und kulturelle Teilhabe

Zeitbedarf: 25 Stunden

Unterrichtsvorhaben VII:

Thema: Wie werden wir als Konsumenten und Wähler gesteuert? 

Milieuorientierte Modelle als Basis von Marketingstrategien

Ausgehend von der lebensweltlichen Erfahrung der Studierenden mit zielgruppenbezogenem Marketing, wird in dem Unterrichtsvorhaben ergründet, welche „Zielgruppen“ sich soziologisch ermitteln lassen und in welchen Kontexten das Wissen über diese Zielgruppen zuf ökonomischen und politischen Steuerung eingesetzt werden KANN. Dadurch ergibt sich insbesondere die Frage nach dem Verwertungszusammenhang soziologischer Forschungsergebnisse.

Kompetenzen: Die Studierenden

- erläutern Grundvorstellungen, Einordnungskriterien und Prämissen von Modellen und Theorien zur Beschreibung und Erklärung vertikaler und horizontaler sozialer Ungleichheit (SK),

- analysieren anhand von Fallbeispielen die Steuerung von kulturellem Verhalten bzw. Konsum mit Hilfe sozialwissenschaftlicher Forschungsergebnisse (SK),

- analysieren an einem Fallbeispiel mögliche politische und ökonomische Verwendungszusammenhänge soziologischer Forschung (SK),

- beurteilen die Reichweite von Modellen sozialen Wandels und sozialer Ungleichheit im Hinblick auf die Abbildung von Wirklichkeit und ihren Erklärungswert (UK),

- beurteilen die politische und ökonomische Verwertung von Ergebnissen der Ungleichheitsforschung (UK).

Übergeordnete Kompetenzen: Die Studierenden

- stellen themengeleitet komplexere soziologische Fallbeispiele und Probleme in ihrer empirischen Dimension und unter eigenständiger Verwendung soziologischer Fachbegriffe, Modelle und Theorien dar (MK 6),

- analysieren sozialwissenschaftlich relevante Situationen und Texte im Hinblick auf die in ihnen wirksam werdenden Perspektiven und Interessenlagen sowie auf die Vernachlässigung alternativer Interessen und Perspektiven (MK 14).

Inhaltsfelder:

IF 3 Individuum, Gruppe und Gesellschaft

IF 6 Soziale Ungleichheit und soziale Sicherung

IF 7 Soziologische Dimensionen der Kultur

Inhaltliche Schwerpunkte:

Soziale Gruppen

Modelle und Theorien gesellschaftlicher Ungleichheit

Macht und soziale Kontrolle

Zeitbedarf: 20 Unterrichtsstunden

Unterrichtsvorhaben VIII:

Thema: Was können wir von unserem Sozialstaat erwarten?

Politische Konzepte und Maßnahmen zur Erhaltung von Lebenschancen und sozialer Sicherheit

Die Studierenden setzen sich in diesem Unterrichtsvorhaben mit der aktuellen Ausgestaltung des Sozialstaats, mit Reformkonzepten sowie deren Prämissen auseinander.

Kompetenzen: Die Studierenden

- beschreiben Grundprinzipien sozialer Sicherung und staatlicher Sozialpolitik (SK),

- erläutern Grundkonzepte staatlicher Familienpolitik (SK),

- analysieren sozialstaatliches Handeln im Hinblick auf dessen normative und politische Grundlagen sowie dessen soziale und ökonomische Interessengebundenheit an einem Beispiel (SK),

- beurteilen unterschiedliche Zugangschancen zu Ressourcen und deren Legitimationen vor dem Hintergrund des Sozialstaatsgebots und des Gebots des Grundgesetzes zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse (UK),

- erörtern die Möglichkeiten und Grenzen staatlicher Sozialpolitik (UK),

- erörtern die Möglichkeiten und Grenzen, mit Hilfe sozialwissenschaftlicher Forschungsergebnisse soziale und politische Steuerung vorzunehmen (UK).

Übergeordnete Kompetenzen: Die Studierenden

- präsentieren Lösungsansätze, Alternativen oder Verbesserungsvorschläge zu einer konkreten gesellschaftlichen Problemstellung (MK 7),

- stellen sozialwissenschaftliche Probleme unter soziologischer Perspektive modellierend dar (MK 8),

- setzen selbstständig mediale Formen der Veranschaulichung und Dokumentation sozialer Phänomene ein (MK 10),

- analysieren sozialwissenschaftlich relevante Situationen und Texte im Hinblick auf die in ihnen wirksam werdenden Perspektiven und Interessenlagen sowie auf die Vernachlässigung alternativer Interessen und Perspektiven (MK 14),

- identifizieren eigenständig eindimensionale und hermetische Argumentationen ohne entwickelte Alternativen (MK 15),

- ermitteln soziologische Positionen aus unterschiedlichen Materialien im Hinblick auf ihre Funktion zum generellen Erhalt der gegebenen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ordnung und deren Veränderung (MK 17),

- ermitteln eigenständig typische Versatzstücke ideologischen Denkens (u.a. Vorurteile und Stereotypen, Ethnozentrismen, Chauvinismen, Rassismus, Biologismus) (MK 18),

- analysieren die soziokulturelle Zeit- und Standortgebundenheit des eigenen Denkens, des Denkens anderer und der eigenen Urteilsbildung (MK 19),

- analysieren wissenschaftliche Modelle und Theorien im Hinblick auf die hinter ihnen stehenden Erkenntnis- und Verwertungsinteressen (MK 20),

- nehmen in diskursiven, simulativen und realen Aushandlungsszenarien des eigenen Erfahrungsraums einen Standpunkt ein und treffen Entscheidungen in Abwägung mit den Interessen anderer (HK 4).

Inhaltsfelder:

IF 5: Wandel sozialer Institutionen und Organisationen

IF 6: Soziale Ungleichheit und soziale Sicherung

IF 7: Soziologische Dimensionen der Kultur

Inhaltliche Schwerpunkte:

Familienpolitik

Erscheinungsformen und Auswirkungen sozialer Ungleichheit

Sozialstaatliches Handeln

Soziale und kulturelle Teilhabe

Zeitbedarf: 20 Stunden

Unterrichtsvorhaben XI:

Thema: Und nach dem Abitur? – Produktive Auseinandersetzung mit Berufs- und Lebensperspektiven und Formen der Selbstdarstellung im privaten und beruflichen Alltag mit den Orientierungsmöglichkeiten der Kultursoziologie

Die Studierenden entwickeln im Rahmen einer Zukunftswerkstatt Lebens- und Berufsperspektiven als „eigenes Leben“in einer globalisierten Welt und überprüfen diese auf der Basis milieutheoretischer Forschungsergebnisse, Möglichkeiten und Grenzen privater und beruflicher Selbstdarstellung und passender Kapitalienmodelle.

Kompetenzen: Die Studierenden

- analysieren an Beispielen Möglichkeiten eines eigenen Lebens in einer enttraditionalisierten, beschleunigten und globalisierten Welt durch Strategien ästhetischer Selbststilisierung, lebensstilbezogener Bildung sozialer Gruppen und Ausbildung einer Patch-Work-Identität (SK),

- erläutern Möglichkeiten und Formen von Kommunikation, Selbstdarstellung und Partizipation im Internet, u.a. in sozialen Netzwerken (SK),

- erläutern Grundvorstellungen, Einordnungskriterien und Prämissen von Modellen und Theorien zur Beschreibung und Erklärung vertikaler und horizontaler sozialer Ungleichheit (SK),

- analysieren ein mediales Fallbeispiel im Hinblick auf die Ausübung von Macht und Kontrolle durch die Medien (SK),

- erläutern Unterschiede zwischen privaten und öffentlichen Handlungssituationen (SK),

- analysieren mit Hilfe des Erklärungskonzepts des kulturellen Kapitals und anderer Kapitalienbegriffe fallbeispielhaft Möglichkeiten sozialer und kultureller Teilhabe (SK),

- erörtern mediale Beispiele sozialer oder politischer Einflussnahme unter den Kriterien der politischen bzw. moralischen Legitimation (UK),

- erörtern die Vermischung privater und öffentlicher Formen von Kommunikation in den digitalen Medien unter den Kriterien veränderter Selbstdarstellungsmöglichkeiten und dem Risiko von Kontrollverlust (UK),

- bewerten Formen des „eigenen Lebens“ unter den Kriterien der Zugangsmöglichkeiten und möglicher Freiheitsgrade (UK),

- bewerten den Aufbau und Einsatz sozialen, ökonomischen, symbolischen und kulturellen Kapitals für die eigene und die gesellschaftliche Entwicklung (UK).

Übergeordnete Kompetenzen: Die Studierenden

- analysieren die soziokulturelle Standortgebundenheit des eigenen Denkens, des Denkens anderer und der eigenen Urteilsbildung (MK 19).

Inhaltsfelder:

IF 4 Normierungen und Wertorientierung

IF 5 Wandel sozialer Organisationen und Institutionen

IF 6 Soziale Ungleichheit und soziale Sicherung

IF 7 Soziologische Dimensionen der Kultur

Inhaltliche Schwerpunkte:

Identitätsbildung

Wandel der Lebensformen

Wandel der Betriebs- und Arbeitsorganisation

Erscheinungsformen und Auswirkungen sozialer Ungleichheit

Modelle und Theorien gesellschaftlicher Ungleichheit

Medien, Kommunikation und Öffentlichkeit

Macht und soziale Kontrolle - Chancen sozialer und kultureller Teilhabe

Zeitbedarf: 20 Unterrichtsstunden

Unterrichtsvorhaben X:

Thema: Abiturtraining

Zeitbedarf: 20 Stunden

Summe Qualifikationsphase (Q2) – LEISTUNGSKURS: 100 Stunden

2.2 Grundsätze der fachmethodischen und fachdidaktischen Arbeit

Die Fachkonferenz Soziologie erarbeitet ausgehend von den curricularen Vorgaben des Kernlehrplans zu Aufgaben und Ziele des Faches sowie zu den Kompetenzbereichen, den Inhaltsfeldern und den Kompetenzerwartungen folgende fachmethodische und fachdidaktische Grundsätze. Diese Grundsätze werden in Kooperation mit den weiteren Fächern des gesellschaftlichen Aufgabenfeldes sowie in Abstimmung mit schulweiten Grundsätzen der didaktischen und methodischen Arbeit in der Lehrerkonferenz und unter Berücksichtigung des Schulprogramms bestimmt.

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Das Kurt-Tucholsky-Kolleg begreift sich als Schule des Zweiten Bildungsweges, welche den Studierenden die Möglichkeit bietet, die in der bisherigen Bildungsbiografie ausgebildeten Sach-, Methoden-, Urteils- und Handlungskompetenzen zu erweitern und zu vertiefen. Dabei dient das Lernen der Entfaltung individueller Begabungen, der Persönlichkeitsentwicklung und zum Aufbau eines Orientierungs-, Deutungs-, Kultur- und Weltwissens. Zudem greift der Unterricht im Fach Soziologie als Fach- und Unterrichtsprinzip das bedeutende Bildungsziel auf, den Erwerb von Demokratiefähigkeit durch aktives Demokratielernen zu fördern (KLP Soziologie, S. 12). Als Schule des Zweiten Bildungsweges leistet das KTK einen Beitrag zur Chancengleichheit sowie zur Integration und Qualifikation von Zuwanderinnen und Zuwanderern. Daraus leiten sich eine Reihe überfachlicher und fachlicher didaktisch-methodischer Grundsätze ab:

Überfachliche Grundsätze:

Unterrichtstransparenz und Passung

Der Unterricht im sozialwissenschaftlichen Aufgabenfeld entfaltet, ausgehend von den curricularen Vorgaben, soziokulturelle Themen, welche die lebensweltlichen Erfahrungen der Studierenden mit einbeziehen. Damit können von Lehrerinnen/Lehrern und Studierenden zur Förderung der Lernmotivation gemeinsam Problemstellungen erarbeitet werden, ebenso sollten nach Möglichkeit Unterrichtsschritte und anwendungsorientierte, erwachsenengemäße Unterrichtsmethoden gemeinsam geplant werden. Die Kriterien zur Leistungsmessung und Leistungsbewertung sollen den Studierenden auf der Basis ihrer Kompetenzentwicklung transparent gemacht werden.

Selbstregulativität

Der kompetenzorientierte Unterricht fördert Lernarrangements in offenen Unterrichtsformen und verwendet Methoden des kooperativen Lernens: Der Unterricht ist so aufgebaut, dass Studierende zunehmend alles, was sie im Unterricht selbst tun können, auch übernehmen. Der Unterricht ist entdeckend sowie erfahrungsorientiert angelegt und fördert eine aktive Teilnahme und Anteilnahme, aber auch, wenn nötig, Nacharbeit aller Studierenden. Sie erhalten mit wachsender Lernverantwortung Gelegenheit zu selbstständiger Arbeit und werden dabei unterstützt. Der Unterricht ist so angelegt, dass er die Zusammenarbeit zwischen den Studierenden fördert und ihnen Möglichkeiten zu eigenen Lösungen bietet. Der Unterricht berücksichtigt individuelle Lernwege und pflegt einen konstruktiven Umgang mit Fehlern.

Aufbau und Gestaltung einer positiven Lernatmosphäre

Die Studierenden kommen aus verschiedenen Berufen, sie unterscheiden sich hinsichtlich Alter und Vorbildung. Aufgrund ihrer Lebens- und Berufserfahrung verfügen sie in unterschiedlichem Maße über Kompetenzen. Die Lehrerinnen und Lehrer berücksichtigen dies bei der Auswahl der Unterrichtsinhalte und -methoden sowie bei der Evaluation des Unterrichts. Den vielfältigen und heterogenen Voraussetzungen und Interessen der Studierenden begegnen sie durch eine differenzierte Form von Teilnehmenden-Orientierung. Medien und Arbeitsmittel werden studierendennah gewählt. Die Studierenden lernen metakognitive Strategien zur Entwicklung eigener Denkweisen und Arbeitsstrategien.

Effizienz und Nachhaltigkeit

Die Unterrichtsgestaltung ist auf Kompetenzerwerb abgestimmt. Die Studierenden erreichen einen Kompetenzzuwachs, d.h. die im Fachunterricht erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Bereitschaften werden z.B. über den Weg von Lerntagebüchern oder Portfolios vertieft und als individuelle Sach-, Methoden-, Urteils- und Handlungskompetenzen gefestigt. Die Lehrerinnen und Lehrer haben vereinbart, zunehmend komplexere Formen kooperativen und selbstverantwortlichen Lernens aufzunehmen, die Lehrerrolle wird zunehmend die Rolle des Lernbegleiters.

Soziales und politisches Lernen

Kommunikation und Handeln im Unterricht werden entsprechend pädagogischen Leitvorstellungen geprägt, dazu gehören z.B. ein angstfreies Lernklima, eine offene, Kenntnislücken und Vorurteile nicht diffamierende Gesprächskultur, welche den Studierenden die Erfahrung vermittelt, selbstbestimmt Sach- und Urteilskompetenzen zu erreichen. Insbesondere persönliche Abwertungen und Diskriminierungen finden nicht statt oder werden als Störungen unmittelbar aufgegriffen. Demokratisches Umgehen miteinander ist in allen Fächern auf der Mikroebene des Unterrichts Programm, Formen demokratischen Sprechens erhöhen die Kommunikationsfähigkeit. Die kooperativen Lernformen schaffen unter den Studierenden im wachsenden Maße sich ergänzende Lernbeziehungen.

Fachliche Grundsätze:

Der Unterricht im Fach Soziologie spiegelt diese Grundsätze in besonderer Weise wider:

Unterrichtstransparenz und Passung

Entsprechend den Vorgaben des Kernlehrplans werden für den Unterricht konkrete Themen gemeinsam mit den Studierenden problemorientiert entwickelt, welche an die lebensweltlichen und beruflichen Erfahrungen der Studierenden anknüpfen und die Möglichkeit bieten, „das politische, soziale und wirtschaftliche Bürgerbewusstsein der erwachsenen Lerner sozialwissenschaftlich-analytisch zu klären, ideologiekritisch zu schärfen und wissenschaftspropädeutisch weiter zu entwickeln“ (KLP Soziologie, S. 12). Mit Hilfe von Standardmethoden der Lernausgangsdiagnostik werden die Vorstellungen der Lerngruppe in ihrer Alltagsrelevanz erhoben und ausgetauscht. Ausgehend von ihren Vorstellungen und Problemen können die Studierenden im Unterricht die Diffusionen und Widersprüche der eigenen Vorstellungen und Handlungsweisen erkennen, die darin enthaltenen verdeckten sozialwissenschaftlichen Tiefendimensionen entdecken und diese mit Hilfe inhaltsfeldbezogener inhaltlicher und methodischer Konzepte des Faches bearbeiten. Sie erwerben auf diese Weise sozialwissenschaftliche Bildung. Sach-, Methoden-, und Urteilskompetenz münden ein in eine sozialwissenschaftlich entwickelte Handlungskompetenz und dienen als aktuelle und zukünftige fachliche Unterstützung bei der Übernahme der entsprechenden Bürgerrollen und deren lebendiger Ausgestaltung. In den vielfältigen diskursiven, simulativen und realen Handlungssituationen des Unterrichts werden die Kompetenzen der Studierenden sichtbar. Das schafft nicht nur Motivation, sondern sichert auch umfassend Interesse, Beteiligung und Anteilnahme. Zweck, Ziele und Abläufe des Unterrichts sind den Studierenden immer klar.

Selbstregulativität:

Gelingender sozialwissenschaftlicher Unterricht enthält immer mehrere Problemstellungen und -dimensionen. Den Grundsätzen politischen Lernens entsprechend ist das fachliche und/oder politische Problem gekoppelt an eine konkrete Problemperspektive oder ein Erkenntnisinteresse der erwachsenen Lerner. Das Thema des Unterrichts verklammert diese beiden Perspektiven. Die inhaltlichen und methodischen Gegenstände des Unterrichts gewinnen für die Studierenden Bedeutung. Das entspricht dem Prinzip der Selbstorganisation und der wachsenden Übernahme der Verantwortung für den Lehr- und Lernprozess durch die Studierenden.

Die Studierenden sind nicht Objekte eines anonymen, ihnen gegenüber verdinglichten Lernprozesses, sondern in wachsendem Maße aktive Mitgestalter, sei es bei der Entdeckung und Formulierung von Problemen, bei der Auswahl von geeigneten Lernumgebungen, bei der Materialsichtung und -analyse sowie der Formulierung von Ergebnissen, bei Urteilsbildung, praktischer Handlung und Evaluation des Unterrichts.

Um den Unterrichtsprozess transparent zu halten, aber auch entsprechend den Lernbedingungen der Studierenden, die aus familiären oder beruflichen Gründen Unterrichtsangebote nicht regelmäßig wahrnehmen können, sollen Methoden zur Sicherung und Festigung unterrichtlicher Lernprozesse als fester Bestandteil der selbstständigen Lernorganisation verankert werden, dazu werden Unterrichtsmaterialien und -ergebnisse online über eine schulinterne Lernplattform zum individuellen Lernen zur Verfügung gestellt. Ebenso werden im Unterricht in Anknüpfungsphasen und in Phasen des Prozessmonitorings erworbene Kompetenzen reflektiert, analog zum Lerntagebuch bietet sich z.B. die „Fünf-Finger-Methode“ an (1. Was war Gegenstand unserer Arbeit? 2. Wie lautete unsere leitende Problemstellung? 3. Mit welchen Medien/Methoden haben wir gearbeitet? 4. Welche Ergebnisse haben wir gewonnen? 5. Wie müssen/wollen wir jetzt weiter arbeiten?).

Der Erwerb dieser Selbstorganisation wird u.a. gefördert, indem die Studierenden der Grund- und Leistungskurse im Fach Soziologie die Möglichkeiten der Lernplattform und des Selbstlernzentrums nutzen.

Sozialwissenschaftliches Lernen im gesellschaftlichen Kontext: Demokratie ist leitendes Unterrichtsprinzip (KLP Soziologie, S.12). Demokratisches Lernen findet auch durch die eigene Praxis auf der Mikroebene der Schule statt. Deshalb ist es Aufgabe des Unterrichts im Fach Soziologie dafür zu sorgen, dass praktische und theoretisch fundierte Mündigkeit in einer Weise ausgebildet werden können, die nicht nur reflektiertes aktives Bürgerhandeln ermöglicht, sondern auch Formen der Zivilcourage erlebbar und anwendbar macht. „Demokratisches Sprechen“ als Kompetenz bedeutet im Unterricht insbesondere:

  • Die Beteiligten hören dem jeweils Sprechenden aktiv zu. Zuhören wird an Mimik und Gestik erkennbar.
  • Die Kommunikation ist „freundlich“: Gegenseitige Abwertung verbaler und nonverbaler Art ist strikt verboten und wird durch die Leitung sanktioniert. Kritik wird konstruktiv geübt: Der Kurs klopft/klatscht nach Präsentationen, die Leitung bedankt sich für Beiträge. Beurteilungen erfolgen kriterial bzw. als Ich-Botschaften, erst positive Kritik, dann negative, diese aber ergänzend/entwickelnd.
  • Die Aussagen der einzelnen Diskursbeteiligten beziehen sich – wenn immer möglich – aufeinander, sodass der Diskurs sich entwickeln kann. Etwa in der Art „Spiegel“: „Wenn ich Dich richtig verstanden habe...“, Erwiderung: „Ich dagegen meine...“. Eine wesentliche Form des Bezugs ist die Frage nach Prämissen, etwa: „Wie kommst Du zu der Aussage, dass...?“ „Was genau meinst Du, wenn Du sagst...?“

Demokratielernen bedeutet auch, dass der Unterricht einen Beitrag leistet, kommunikative Sprach- und Handlungskompetenzen zu fördern und zu erweitern, damit die erwachsenen Lerner ihre Rollen als Bürgerinnen und Bürger angemessen wahrnehmen können (KLP, Soziologie, Seite 11), dies aber auch in Anbetracht der Anforderungen des Leistungsbereichs Sonstige Mitarbeit.

Unterrichtsmethoden, insbesondere Methoden des kooperativen Lernens, sind Gegenstand einer sich entwickelnden Unterrichtskultur. Die Methoden werden jeweils für den inhaltlichen Unterrichtszweck, aber auch in den jeweils benötigten demokratischen Strukturen festgelegt. Individuelle Urteilsbildungsaufgaben lassen sich daher zwar in Gruppenarbeit vorbereiten, nicht aber als Gruppenaufgabe erstellen, weil die Gefahr der Einebnung von Kontroversen und der Homogenisierung von Urteilen besteht.

Effizienz und Nachhaltigkeit: Unterricht muss darauf ausgerichtet sein, die meisten Studierenden zu erfassen und ihnen aktive und nicht-langweilige Beteiligung, Teilnahme und Anteilnahme zu ermöglichen. Er schafft Sinn-Erlebnisse, Verantwortlichkeit für das eigene Lernen und Leben: nachhaltige Bildungserlebnisse. Diesen Prinzipien folgt der Unterricht auch in seiner sinnvollen und effektiven Nutzung der Unterrichts-Lebenszeit der Unterrichtsbeteiligten. Der von den Lehrerinnen und Lehrern durch wachsende Diagnosekompetenz ermöglichte Aufbau einer immer komplexer und zugleich sicherer werdenden Methoden- und metakognitiven Kompetenz unterstützt die Selbstkompetenzen der Lernenden. U.a. erwerben die Studierenden die Fähigkeit, ihre eigenen Stärken und Noch-Schwächen zu erkennen, sich selbst Ziele zu setzen und ein eigenes lernverstärkendes Selbstkonzept zu entwickeln.



2.3 Grundsätze der Leistungsbewertung und Leistungsrückmeldung

Hinweis:
Sowohl die Schaffung von Transparenz bei Bewertungen als auch die Vergleichbarkeit von Leistungen sind das Ziel, innerhalb der gegebenen Freiräume Vereinbarungen zu Bewertungskriterien und deren Gewichtung zu treffen.

Auf der Grundlage von § 48 SchulG, § 6 ADO, § 13 APO-WBK sowie Kapitel 3 des Kernlehrplans Soziologie hat die Fachkonferenz im Einklang mit dem entsprechenden schulbezogenen Konzept die nachfolgenden Grundsätze zur Leistungsbewertung und Leistungsrückmeldung beschlossen. Die nachfolgenden Absprachen stellen jene Anforderungen an das lerngruppenübergreifende gemeinsame Handeln der Fachgruppenmitglieder dar, die die Einhaltung der o.g. rechtlichen Vorgaben sichern. Bezogen auf die einzelne Lerngruppe kommen ergänzend weitere der in den Folgeabschnitten genannten Instrumente der Leistungsüberprüfung zum Einsatz.

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Diese Verabredungen der Fachkonferenz sollen mehrere Ziele abdecken:

  • Sicherung der Vergleichbarkeit von Leistungen
  • Sicherung von Transparenz bei Leistungsbewertungen
  • Einhaltung der Verpflichtung zur individuellen Förderung gem. SCHG § 1 (1)
  • Ermöglichung von Evaluation der Kompetenzentwicklung und des Standes der Kompetenzen der Studierenden als Rückmeldungen für die Qualität des Unterrichts und deren Beratung und Förderung.

Verbindliche Absprachen zur Evaluation des Unterrichts und zur individuellen Förderung:

  • Die leitenden Problemstellungen und Fragestellungen des Unterrichts werden z.B. im Sinne einer „Problemgeschichte“ auf einem Problem- oder Frageplakat dokumentiert.
  • Mit Hilfe metakognitiver Verfahren werden im Unterricht bzw. in Portfolios / Lerntagebüchern Gegenstände, Problemstellungen, Methoden und Materialien, Unterrichtsergebnisse sowie weiterführende Fragestellungen dokumentiert.
  • Verlauf und die Qualität des Unterrichts sowie die Ergebnisse der allgemeinen Kompetenzentwicklung sind Gegenstand der Erörterung in den Kursen, mindestens jeweils nach Abschluss eines Unterrichtsvorhabens. Dazu werden als Evaluationsformen eingesetzt, u. a.:
    • Kompetenzraster
    • Evaluationszielscheiben.
  • Der Unterricht sorgt im schriftlichen Bereich und im Bereich der sonstigen Leistungen für den Aufbau einer immer komplexer und zugleich sicherer werdenden Methoden- und metakognitiven Kompetenz. Er unterstützt damit die Selbstkompetenzen der Studierenden. U.a. erwerben sie die Fähigkeit, ihre eigenen Stärken und Noch-Schwächen zu erkennen, sich selbst Ziele zu setzen und ein eigenes lernverstärkendes Selbstkonzept zu entwickeln.
  • Leistungsrückmeldungen mündlicher und schriftlicher Form nehmen immer auch Bezug auf die individuellen Ressourcen und zeigen individuelle Wege der Entwicklung auf.
  • Um möglichst viele individuelle Zugänge zum Zeigen von Kompetenzentwicklung zu ermöglichen, berücksichtigt die Leistungsbewertung die Vielfalt unterrichtlichen Arbeitens.
  • Zur Beratung und Förderung suchen Lehrerinnen und Lehrer immer wieder passende Situationen auf, z.B.:
    • Herausnehmen einzelner Gruppen bzw. Studierenden in Gruppenarbeitssituationen oder längeren individuellen Arbeitsphasen,
    • Individuelle Beratung außerhalb der Unterrichtsöffentlichkeit nach Bedarf und nach Leistungsbewertungssituationen.

Verbindliche Absprachen zur Sicherung der Vergleichbarkeit von Leistungen:

  • Leistungsbewertung ist kompetenzorientiert, d.h. sie erfasst/berücksichtigt unterschiedliche Facetten der
    • Sachkompetenz
    • Urteilskompetenz
    • Methodenkompetenz und
    • Handlungskompetenz als Kompetenzprofil der Studierenden.
  • Alle vier Kompetenzbereiche sind bei der Leistungsbewertung angemessen zu berücksichtigen. Bezugspunkte der Leistungsbewertung sind die Kompetenzformulierungen des Kernlehrplans in allen vier Kompetenzbereichen. Lehrerinnen und Lehrer arbeiten bei der Leistungsdokumentation mit Kompetenzrastern, die für einzelne Leistungssituationen den individuellen Prozess der Kompetenzentwicklung und nach Unterrichtsvorhaben und Phasenabschlüssen den Stand der Kompetenzentwicklung dokumentieren. Hierfür bieten sich im Bereich „Sonstiger Leistungen / Sonstiger Mitarbeit“ die am Anfang des Unterrichts ausgegebenen Kompetenzraster an. Die jeweils zugehörigen Selbsteinschätzungen der Studierenden sollen bei der Leistungsbewertung angemessen berücksichtigt werden.
  • Für die schriftlichen Klausurleistungen (für Facharbeiten spezifisch) werden in aufbauender Differenziertheit und in Analogie zum Zentralabitur Kriterienraster erstellt. Studierende erhalten zugleich eine individuelle Positivkorrektur der schriftlichen Arbeiten, die der individuellen Lernberatung dient.

Verbindliche Absprachen zur Herstellung von Transparenz:

  • Studierende bekommen zu Beginn eines Unterrichtsvorhabens die in den zu bearbeitenden Unterrichtsvorhaben ausgewiesenen Kompetenzen in Form eines Kompetenzrasters ausgehändigt. Diese Matrix enthält Spalten, in denen sie bereits ihre Vorkompetenzen durch Selbsteinschätzung kennzeichnen können. Später dient diese Übersicht zur Selbsteinschätzung des jeweiligen Kompetenzstandes/der jeweiligen Kompetenzentwicklung zum Zeitpunkt einer Leistungsbewertung. Die Voreinschätzungen der Studierenden werden ausgewertet und ihre Fragen dazu werden gemeinsam geklärt. Notwendig ist am Anfang auch die Erläuterung des sozialwissenschaftlichen Kompetenzbegriffs und seiner Kompetenzbereiche.
  • Dazu gehört, dass Studierende explizit darüber informiert werden, dass alle vier Kompetenzbereiche zu entwickeln und bei der Leistungsbewertung angemessen berücksichtigt werden.
  • Es wird mit ihnen geklärt, welche Leistungssituationen und -möglichkeiten der Unterricht enthalten wird.
  • In der Qualifikationsphase bekommen Studierende mit Erläuterung der jeweiligen Relevanz zudem in der Anfangsphase des Unterrichts:
    • eine Übersicht über die Zentralabitur-Operatoren,
    • eine Übersicht über die Vorgaben und Aufgabenarten des Zentralabiturs Soziologie,
    • eine Einführung in die Nomenklatur des Zentralabiturs auf der Basis der entsprechenden Methodenkompetenzformulierungen.
  • · Die „Grundsätze“ der Fachkonferenz der Schule sind öffentlich. Sie werden den Studierenden zu Beginn des Unterrichts bekanntgegeben.

Instrumente der Leistungsüberprüfung:

Leistungsbewertung berücksichtigt

- ergebnis- wie auch prozessbezogene,

- punktuelle wie auch kontinuierliche und

- lehrergesteuerte wie auch schülergesteuerte

- schriftliche und mündliche Formen.

Die Palette von Handlungssituationen und Überprüfungsformen und die Vielfalt praktischer Methodenkompetenzen bietet eine Fülle von verschiedenen Anlässen für die Erhebung von Kompetenzentwicklung und -ständen. Diese werden von den Lehrerinnen und Lehrern und den Studierenden vielfältig und flexibel genutzt.

Im Fach Soziologie am KTW ist jede(r) Studierende gehalten:

  • Ein Dokumentationsportfolio bzw. Lerntagebuch zu führen, das die Unterrichtsergebnisse und die einzelnen individuellen Arbeitsanteile dokumentiert. In diesem Portfolio werden u.a. auch festgehalten:
    • die eigenen Lernfortschritte nach Unterrichtsabschnitten in Kompetenzrastern,
    • Prozessstationen und Ergebnisse von Gruppenarbeiten,
    • Reflexionen über die Entwicklung des eigenen Denkens mit Hilfe methodischer und inhaltlicher Fachkonzepte (Beispiel: Wie hat sich durch die Erarbeitung des Beckschen Individualisierungskonzepts mein Denken zum Begriff der Individualisierung verändert?),
    • Erörterungen zu im Unterricht entwickelten Kontroversen (Beispiel: Die eigene Identität im Internet veröffentlichen?),
    • Ergebnisse von Gestaltungsaufgaben (Beispiel: Gutachten zur milieutheoretischen Beratung: Wie kann die Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ zu einer Volkspartei werden?),
    • Entwürfe und Dokumentation von Handlungssituationen (Beispiele: Entwurf eines Rollenspiels/Experimentes nach den Prinzipien des „versteckten Theaters“ zur Ermittlung des Grades der Autoritätsfixierung im Alltag und Bericht über das Experiment. Entwurf eines Fragebogens zum Verbraucherverhalten am Schulkiosk. Planung einer Podiumsdiskussion in der Cafeteria der Schule zur Frage der Wertigkeiten unterschiedlicher Lebensformen.)
  • als „Berichtigung“ zu schriftlichen Arbeiten eine Selbsteinschätzung zu den jeweiligen Ergebnissen der schriftlichen Arbeit zu verfassen, die die eigenen Arbeits- und Entwicklungsbedarfe beschreibt,
  • bei Bedarf zur Vorbereitung auf das Zentralabitur mit anderen Studierenden eine arbeitsfähige Gruppe zu bilden, die mit Unterstützung der Lehrerin/des Lehrers anstehende Fragen selbstständig wiederholend erarbeitet,
  • im Unterricht mit zunehmender Selbstständigkeit moderierende Rollen zu übernehmen,
  • mindestens einmal pro Kurshalbjahr eine eigenständige Präsentation (zu eigenen Recherchen, Ergebnissen von Gruppenarbeitsprozessen usw.) vorzunehmen.

 

2.4 Lehr- und Lernmittel

Vgl. die zugelassenen Lernmittel für Soziologie.


3 Entscheidungen zu fach- und unterrichtsübergreifenden Fragen

Gemäß dem Auftrag der Schulen des Zweiten Bildungsweges, erwachsene Lernende zu qualifizierten Bildungsabschlüssen zu führen, versteht sich das KTK als Lernort, wo Studierende mit ihren biografischen, soziokulturellen Prägungen sowie mit ihren beruflichen Kompetenzen und Lehrende sich partnerschaftlich und in gegenseitiger Wertschätzung begegnen. Im Schulprogramm ist fest verankert, dass die Demokratiefähigkeit der Schülerinnen und Schüler neben der Herausbildung fachlicher Qualifikati­onen Ziel aller Fächer ist. Demokratie ist nicht nur Herrschaftsform, son­dern auch Unterrichtsprinzip.

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Aus dieser Sicht ergeben sich für das Fach Soziologie Lehr- und Lernformen, die von Anfang an Sozialformen und Lernstrukturen entwickeln, die auf Mitbestimmung und Selbstständigkeit setzen und Bildungsziele sowie Leistungsanforderungen erwachsenengerecht kommunizieren. Vielfältige teilnehmerorientierte und aktivierende Arbeitsweisen haben deshalb Vorrang.

Da erwachsene Lernende in hohem Maße über berufliche Kompetenzen und solche zur Alltagsbewältigung verfügen, werden diese im Unterricht aufgegriffen, reflektiert und nutzbar gemacht. Bei der Erstellung und Einführung von Lernmitteln wird u. a. das Kriterium der Erwachsenenorientierung angelegt.

Das KTK legt besonderen Wert auf eine partizipative und demokratische Schulkultur, die sich in einer Reihe von Einrichtungen spiegelt:

  • Informationen zu individuellen Schullaufbahnen und Beratungen zu Lernproblemen werden in institutionalisierten Sprechstunden von Tutoren und Oberstufenkoordinatoren angeboten. Es gibt zu festen Terminen Klassen- und Stufenversammlungen.
  • Beratungen und Hilfen in schwierigen Lebenslagen und bei Problemen, die sich aus den Mehrfachbelastungen Schule, Familie, Beruf ergeben, finden die Studierenden in professionalisierter Unterstützung durch Sozialpädagogen, welche an unserer Schule arbeiten.
  • Die Studierendenvertretung wird bei ihrer Arbeit aktiv unterstützt durch organisatorische Hilfestellungen und inhaltliche Einbindung in alle schulrelevanten Entscheidungen und Entwicklungsfragen, eine demokratische Schulkultur ergibt sich aufgrund der gleichberechtigten Mitarbeit von Studierenden und Lehrenden in Schul- und Fachkonferenzen.
  • Die Schule entwickelt in Zusammenarbeit mit den Studierenden und regelmäßiger Folge Vortragsveranstaltungen und Diskussionsforen zu wissenschaftlichen oder sozialpolitischen Fragestellungen mit außerschulischen Referenten, um schulische Arbeit und gesellschaftlichen Diskurs zu verbinden.
  • Projekttage ermöglichen in Kooperation mit den Fächern neue Lernerfahrungen und Begegnung mit Themen und Fragestellungen, welche den Kanon der Fachinhalte überschreiten und neue Sichtweisen und Lernmöglichkeiten den Studierenden zugänglich machen können.
  • Methodische und inhaltliche Kooperationen mit affinen Fächern des gesellschaftlichen Aufgabenfeldes, wie Psychologie, Pädagogik, Geschichte/Sozialwissenschaften und Volkswirtschaftslehre, gehören in den pädagogisch-didaktischen Alltag der Schule.
  • In Abhängigkeit zu soziologischen Fragestellungen wird mit folgenden außerschulischen Partnern kooperiert: Sozialamt der Stadt Hagen, Jugendhilfeorganisationen (Frame Soziale Dienste GmbH, Diakonie Mark Ruhr), Jugendamt der Stadt Hagen, diverse Beratungsstellen, Arbeitgeberverbände (Märkischer Arbeitgeberverband e.V., Arbeitgeber Südwestfalen) und die Fernuniversität Hagen.

Die Befähigung zur mündigen Teilhabe und zur Mitverantwortung für die gemeinsamen Angelegenheiten strebt der Fachbereich Soziologie auch durch die Teilnahme an außerunterrichtlichen Veranstaltungen wie öffentlichen Vorträgen und Podiumsdiskussionen zu tagesaktuellen sozialen und wirtschaftlichen Themen an.

Die Schule hat in den vergangenen Jahren eine Kultur der inneren Rechenschaftslegung entwickelt. Maßnahmen der Unterrichts- und Schulentwicklung werden durch kleine überschaubare Evaluationen überprüft und einer ständigen Verbesserung unterzogen. Einfache Werkzeuge und Methoden der empirischen Sozialforschung finden hier praktische Anwendung. Studierendenbefragungen gehören zum festen Repertoire dieses Arbeitsfeldes.

4 Qualitätssicherung und Evaluation

Evaluation des schulinternen Curriculums

Zielsetzung: Das schulinterne Curriculum stellt keine starre Größe dar, sondern ist als „lebendes Dokument“ zu betrachten. Dementsprechend sind die Inhalte stetig zu überprüfen, um ggf. Modifikationen vornehmen zu können. Die Fachkonferenz (als professionelle Lerngemeinschaft) trägt durch diesen Prozess zur Qualitätsentwicklung und damit zur Qualitätssicherung des Faches bei.

Prozess: Der Prüfmodus erfolgt jährlich. Zu Schuljahresbeginn werden die Erfahrungen des vergangenen Schuljahres in der Fachschaft gesammelt, bewertet und eventuell notwendige Konsequenzen formuliert. Der vorliegende Bogen wird als Instrument einer solchen Bilanzierung genutzt.

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