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Schwerpunkt: Förderformen

Grundgedanken

Das EBGO verfolgt den Ansatz, individuelle Förderung über Fachunterricht und Lernzeiten hinaus in
teils verbindlichen, teils frei wählbaren Bildungsangeboten umzusetzen. Hierbei liegt dem Förderbzw.
Forderkonzept eine spiralcurriculare Kompetenzorientierung zugrunde. So sind beispielsweise
die in der Erprobungsstufe erworbenen Kompetenzen zum selbstregulierten Lernen in
Freiarbeitsphasen wesentlich für die erfolgreiche Bearbeitung von langfristigeren Projektmodulen in
den Jahrgansstufen 8 und 9 und beeinflussen letztlich auch positiv Lernhaltungen im Fachunterricht.

Ein vom EBGO-Kollegium entwickeltes Lerntagebuch unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei,
ihr individuelles Lernen in den diversen Teilbereichen des Förder- und Forderangebots transparent zu
organisieren und so auch Eigenverantwortung für ihren Kompetenzerwerb zu übernehmen.


Freiarbeit (Jahrgangsstufe 5-7)

In den Stundenplan der Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 7 sind wöchentlich zwei
oder drei Doppelstunden integriert, in denen sie in denen sie das Fach Freiarbeit haben. Diese
Stunden sind so verteilt, dass sinnvoll rhythmisierte Schultage gestaltet werden.

In der Freiarbeit nutzen die Schülerinnen und Schüler in klassenübergreifenden Gruppen spezielle
Lernmaterialien, die in den Freiarbeitsräumen des EBGO in Ordnern nach Unterrichtsfächern sortiert
vorliegen. Die Schülerinnen und Schüler suchen sich frei (nach Neigung/ Bedarf/ Interesse) eine
komplexe Aufgabe aus und bearbeiten diese vollständig über eine oder mehrere Freiarbeitsstunden.
Besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler können sich nach Absprache eigene Projekte
vornehmen und realisieren. Sowohl in der Auswahlphase als auch im Prozess der Bearbeitung stehen
Lehrkräfte beratend zur Verfügung, indem aktuelle Lernzuwächse untersucht und weitere mögliche
Lerngelegenheiten in den Blick genommen werden.

Eigenständig oder mit Hilfe der Lehrkräfte reflektieren die Schülerinnen und Schüler regelmäßig, was
sie warum wählten bzw. nicht wählten und welche Konsequenzen die Wahl für die individuelle
Lernprogression hat. Die Lehrkräfte aus der Freiarbeit leiten die Arbeitsergebnisse aus den
Freiarbeitsaufgaben an die jeweilige Fachlehrkraft weiter, damit so die Lösung überprüft wird und die
Schülerinnen und Schüler ein fachliches Feedback erhalten. Auch der übrige Informationsfluss
zwischen Lernzeit und Fachunterricht (Anwesenheit, Arbeits- und Lernverhalten, Qualität und
Quantität der Aufgaben etc.) liegt in der Verantwortung der Lehrkräfte aus der Freiarbeit. Dies gilt
ebenso für die Pflege der Freiarbeitsmaterialien. Die besondere Einrichtung der Freiarbeitsräume
ermöglicht die gleichzeitige Durchführung von Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit. Genügend
Decken sind zudem für jene Schülerinnen und Schüler vorrätig, die lieber liegend auf dem Boden die
Aufgaben bearbeiten möchten. Die Flurbereiche vor den Freiarbeitsräumen können ebenso genutzt
werden.

Zu den hier gezeigten Leistungen erhalten die Schülerinnen und Schüler einen ausführlichen
Kommentar als Anlage zum Zeugnis. Der Kommentar informiert über die inhaltliche
Schwerpunktsetzung, die erzielten Fortschritte sowie über das Arbeitsverhalten und nennt ggf.
Verbesserungspotenziale.


Modulare Projektarbeit (Jahrgangsstufe 8-9)

Ab der achten Jahrgangsstufe werden die in der Freiarbeit erworbenen Methodenkompetenzen zum
eigenverantwortlichen freien Lernen vertieft, indem die Schülerinnen und Schüler über das Schuljahr
verteilt in vier Stunden pro Woche deutlich komplexere Lernmodule auswählen und bearbeiten. Der
Grad an Selbstständigkeit und Eigenverantwortung steigt mit der neunten Jahrgangsstufe erneut.
Nun wählen die Schülerinnen und Schüler vier Mal im Schuljahr aus über hundert Modulen je ein
Quartalsmodul aus. Dazu zählen beispielsweise:

Jedes wählbare Modul schließt mit einer etwa acht- bis zehnseitigen Facharbeit ab, die in die
Zeugnisnote des dem Modul zugeordneten Unterrichtsfachs einfließt. Schülerinnen und Schüler, die
in der neunten Jahrgangsstufe Gefahr laufen, das Klassenziel zum Schuljahresende zu verfehlen,
erhalten für das zweite Halbjahr eine verbindliche Überweisung in spezifische Fördermodule. Im
Fördermodul wird gezielt an den Unterrichtsinhalten gearbeitet, die derzeit noch Schwierigkeiten
bereiten. Ziel ist die Wahrscheinlichkeit einer Versetzung spürbar zu erhöhen.


Lern- und Übungszeit (LÜZ) sowie AG-Angebot

Im Rahmen des Ganztags finden täglich am Nachmittag Lern- und Übungszeiten für die Fächer
Deutsch, Mathematik, erste und zweite Fremdsprache statt. In jahrgangsübergreifenden und
klassengemischten Lern- und Übungsgruppen arbeiten die Schülerinnen und Schüler an
Unterrichtsinhalten, die sie noch nicht gut beherrschen bzw. tiefer durchdringen wollen.
In den Zeugniskonferenzen werden die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf, den ihre
Förderempfehlungen schriftlich beschreiben, in die Gruppen der Lern- und Übezeit empfohlen, so
dass der Notenstand möglichst gezielt und unmittelbar verbessert werden kann.

In Rücksprache mit der Fachlehrerin bzw. dem Fachlehrer erhält die Schülerin oder der Schüler
bedarfsgerechte Aufgaben, die immer auf einem Anwesenheits- und Arbeitshinweis (AAH) notiert
werden. In der Lern- und Übungszeit wird auf diesem AAH die Bearbeitung der gestellten Aufgaben
dokumentiert. So erhalten Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte einen Überblick, was
jeweils geleistet wurde und was sich noch in Bearbeitung befindet. Einerseits sind in der Lern- und
Übungszeit Lehrkräfte oder pädagogische Fachkräfte eingesetzt, andererseits ist es am EBGO gelebte
und stets angestrebte Praxis, dass sich die Schülerinnen und Schüler zunächst möglichst
eigenverantwortlich und selbstorganisiert gegenseitig unterstützen.

Zeitgleich zur Lern- und Übungszeit liegt das AG-Band mit einem vielfältigen Angebot, z.B.:

  • Sport: Fußball, Schach, Schwimmen, Judo, Fit for Fun, Rudern, Klettern, Billard, ...
  • Kreativ: Blasorchester, Werken, Nähen, Big Band, Vegan Kochen, Theater, Handwerk, ...
  • Sprachen: DELF, Rumänien-AG
  • Technik & Co.: Computer, Hauswirtschaft, Erste Hilfe, Pimp my Bike, Technik, ...


Fazit:

Das Elsa-Brändström-Gymnasium Oberhausen realisiert seit mehreren Schuljahren ein ausdifferenziertes
und flexibles Förder- bzw. Forderkonzept. Die darin enthaltenen erweiterten
Bildungsangebote sind aufeinander horizontal und vertikal abgestimmt und durch diverse
Kooperationen eng mit außerschulischen Kooperationspartnern verbunden.

Weiterführende Materialien:

 

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