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Schwerpunkt: Neigungsbezogene Angebote

Ausgangslage:

Zunächst wurde das bisherige System der Profilklassen aufgehoben. Stattdessen wurden drei Alternativen zur Individualisierung der Schullaufbahn eingerichtet (bilinguale Klasse, Regelklasse und Regelklasse mit Schwerpunkt Latein).

Zielsetzung:

  • flexible Nutzung der Ergänzungsstunden zur individuellen Förderung im Rahmen von Neigungskursen,
  • Parallelisierung von Angeboten im Stundenraster einer Jahrgangsstufe (bilinguale Klasse, Lateinkurs, Neigungskurs, Förderkurs),
  • Flexibilität durch halbjährliche Neuwahl oder Fortführung der Neigungskurse,
  • Etablierung eines neuen Rollenbewusstseins der Lehrpersonen als Lernberater bezüglich Diagnostik und Förderung von Interessen und Talenten,
  • Neigungskurse als bewertungsfreier Raum.

Beschreibung und Organisation:

Zu Beginn der gymnasialen Schullaufbahn entscheiden Eltern und Kind gemeinsam, wie die Schullaufbahn am Gymnasium gestaltet werden soll. Drei Modelle stehen von Seiten der Schule ergänzend zum Kernunterricht zur Verfügung.

Zunächst entscheiden sich Eltern und Kind für eine Grundstruktur der gymnasialen Laufbahn:

  1. bilinguale Klasse = Kernunterricht + zwei Stunden Englisch + ein zweistündiger Neigungskurs
  2. Regelklasse = Kernunterricht + zwei zweistündige Neigungskurse
  3. Regelklasse (Latein) = Kernunterricht + vierstündiger Neigungskurs Latein

Daraufhin können die Lernenden die Neigungskurse gemäß eigener Interessen und Talente frei wählen. Angebote bestehen in verschiedenen Neigungsbereichen und werden in Form einer Broschüre mit Angabe von Voraussetzungen, Methoden und Zielen vor der Wahl veröffentlicht:

  • mathematisch-naturwissenschaftlicher Bereich (z. B. Einführung in die Robotik, Die Welt des Kleinen),
  • literarisch-künstlerischer Bereich (z. B. Theaterwerkstatt, Musikwerkstatt),
  • sportlicher Bereich (z. B. Ball- und Bewegungsspiele),
  • sprachlicher Bereich (gemäß der Klassenzuordnung verstärkter Englischunterricht oder Latein).

Das Neigungskursangebot kann halbjährlich unter Berücksichtigung der Interessen der Schülerinnen und Schüler und der schulischen Möglichkeiten angepasst und ggf. durch einen Förderkurs in der Fächergruppe I ergänzt werden. Erfahrungen daraus werden auch für Entscheidungen bezüglich des Wahlpflichtbereichs in der Mittelstufe hinzugezogen. Jeweils zum Halbjahr können die Schülerinnen und Schüler einen Neigungskurs neueinsetzend oder fortführend belegen. Hierzu erfolgt

  • die Reflexion der eigenen Erfahrungen bezüglich der Fähigkeiten und Interessen,
  • eine Rückmeldung der Lehrpersonen (in Form eines Rückmeldebogens als Zeugniszusatz),
  • eine Absprache mit den Eltern.

Sollte ein Förderunterricht in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch oder Latein benötigt werden, kann dieser in das System integriert werden.

Aufgrund von systemischer Flexibilität und Wahlmöglichkeiten lernen die Schülerinnen und Schüler Verantwortung für ihre Lernprozesse zu übernehmen und können diese im Rahmen der schulischen Möglichkeiten selbst gestalten.

Eine Weiterführung der Neigungsbereiche im Differenzierungsbereich der Klassen 8 und 9 ist angedacht. So könnten beispielsweise Lernende, welche ihre Talente im Bereich Schreibwerkstatt erprobt und erweitert haben, die Möglichkeit erhalten, den Wahlpflichtkurs „Literatur“ zu belegen.

Das erweiterte Bildungsangebot am Landfermann-Gymnasium gewährleistet so ein hohes Maß an Individualisierung der Schullaufbahnen.

Weiterführende Materialien:

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© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 18.12.2015