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Hausaufgabenkonzept am Beispiel Biologie

Grundgedanken:
Als erster Entwurf wurde das folgende Konzept von der Fachkonferenz Biologie beschlossen, welches auf der einheitlichen Vorlage der Steuergruppe der Schule basiert. Die Fachschaft war sich dabei bewusst, dass dieses Konzept noch sehr allgemein gehalten ist, und somit nicht immer detailliert auf mögliche fachspezifische Erfordernisse der Biologie eingeht.

Nach der ersten Erprobung der Grundzüge des neuen Konzeptes im Biologieunterricht hauptsächlich in der Sekundarstufe I wird daher unter Einbeziehung von Schülerinnen und Schülern sowie Eltern eine Evaluation, Weiterentwicklung und insbesondere eine fachliche Konkretisierung erfolgen. Dies erfolgt ab dem zweiten Halbjahr des Schuljahres 2016/2017, wenn erste Erfahrungen aus dem täglichen Unterricht vorliegen. Die Fachschaft Biologie hat dazu eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die die Erfahrungen sammelt und auf dieser Grundlage das Konzept weiterentwickelt, um abschließend einen konkret fachspezifischen Konzeptentwurf vorlegen zu können.

Schaubild: Kreislauf Hausaufgabenkonzept Biologie

Grundsätze für die Erteilung von Hausaufgaben im Fach Biologie

Hausaufgaben dienen als Ergänzung der im Fachunterricht erworbenen Kompetenzen in den Bereichen Fachwissen, Erkenntnisgewinnung, Kommunikation und Bewertung. Funktionen der Hausaufgaben sind daher:

  • Weitere Einprägung, Einübung und Anwendung der im Unterricht erworbenen Kompetenzen
  • Vorbereitung des Erwerbs neuer Kompetenzen in Verbindung mit dem Fachunterricht
  • Förderung des selbstständigen Arbeitens und Lernens, auch und besonders im Hinblick auf ein späteres Studium bzw. eine Berufsausbildung
  • Erarbeitung von neuen Lernaufgaben und damit verbunden die Förderung des individuellen und selbständigen Kompetenzerwerbs der Schülerinnen und Schüler

Hausaufgaben dienen nicht als Ersatz für nicht erteilten Unterricht. In Fällen von Abwesenheit der Fachlehrerin bzw. des Fachlehrers werden Vertretungsaufgaben gestellt, die von den Schülerinnen und Schülern dem Vertretungskonzept der Schule entsprechend in der Regel direkt in der jeweiligen Vertretungsstunde bearbeitet werden. Bei Unterrichtsausfall in der Sekundarstufe II gibt es einen Arbeitsauftrag zum selbstständigen Kompetenzerwerb, der von den Schülerinnen und Schülern erledigt wird. Die Auswertung und Überprüfung erfolgt in der nächsten Unterrichtsstunde.


Hausaufgabenkonzept für die Sekundarstufe I am SGS im Fach Biologie

  • Die Hausaufgaben – mündlich oder schriftlich - erwachsen aus dem Unterricht und führen stets wieder zum Unterricht hin.
  • Anspruch und Umfang der Hausaufgaben sind so auf die bereits vorhandenen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler abzustimmen, dass sie ohne fremde Hilfe in angemessener Zeit erledigt werden können.
  • Hausaufgaben werden eindeutig, ggf. schriftlich innerhalb der Unterrichtszeit gestellt.
  • Je nach Schwierigkeitsgrad und Jahrgangsstufe sind nötigenfalls Ratschläge zur Durchführung sowie zu Arbeitstechniken zu geben.
  • Es wird wo immer möglich eine Differenzierung den individuell erreichten Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler entsprechend vorgenommen.
  • Die Hausaufgaben können sich an den kompetenzorientierten Aufgaben des Lehrbuches orientieren, in den Jahrgangsstufen 5 und 6 ist allerdings darauf zu achten, dass teilweise umfangreiche Hilfen gegeben werden müssen.
  • Soll die Hausaufgabe die Funktion einer Lernaufgabe zur selbständigen Entwicklung neuer Kompetenzen haben, können die vorhandenen Lernaufgaben aus dem entsprechenden Ordner Biologie verwendet werden bzw. als Orientierungsrahmen dienen.
  • Die Hausaufgaben werden grundsätzlich im Unterricht überprüft und ausgewertet.

Zeitlicher Umfang für Hausaufgaben gemäß Erlass:

  • Klassen 5-7: 60 Minuten pro Tag
  • Klassen 8-9: 75 Minuten pro Tag

Hausaufgaben sollen ab der 5. Klasse möglichst im Rahmen eines Wochenplanes als Wochenhausaufgaben aufgegeben werden. Es bleibt damit die Vorgabe gewährleistet, dass an Tagen mit verpflichtendem Nachmittagsunterricht keine Aufgaben zum nächsten Tag aufgegeben werden. Aufgrund des Doppelstundenmodells ist dies für das Fach Biologie sichergestellt.

Bei den zu erledigenden Hausaufgaben schätzen die Lehrerinnen und Lehrer jeweils die Arbeitszeit ein, um den vorgegebenen Umfang einzuhalten.

In der Jahrgangsstufe 7 können anstelle von zuhause zu erledigende Hausaufgaben die Lernzeiten für die Bearbeitung von Lernaufgaben im Fach Biologie genutzt werden.


Hausaufgabenkonzept für die gymnasiale Oberstufe am SGS im Fach Biologie


I: Ziel und Zweck bzw. Funktion von Hausaufgaben

Hausaufgaben in der gymnasialen Oberstufe zielen grundsätzlich darauf ab, die Schülerinnen und Schüler zu selbstständigem Arbeiten und Lernen anzuhalten. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die Vorbereitung auf ein späteres Studium bzw. auf eine spätere Berufsausbildung.

Gleichzeitig soll das Hausaufgabenkonzept für die gymnasiale Oberstufe des SGS dem Umstand Rechnung tragen, dass viele Schülerinnen und Schüler an zwei Tagen in der Woche bis zur 9. Unterrichtsstunde eingebunden und dann nicht selten erst am späteren Nachmittag zu Hause sind. Zwischen diesen beiden Aspekten – Leistungsanspruch einerseits, Rücksichtnahme auf die Leistungsfähigkeit andererseits – ist dieses Hausaufgabenkonzept verortet.


Hausaufgaben dienen auch der Vorbereitung bzw. dem Training der Methoden- und Handlungskompetenz und der Vorbereitung auf Klausuren. Sie sind eine Vorbereitung bzw. Grundlage für die zu behandelnden Unterrichtsinhalte (z.B. hinsichtlich im Unterricht durchzuführender Experimente), sie dienen unter anderem der Festigung und Übung von Fachvokabular; ebenso dienen sie der Nachbereitung und Festigung der behandelten Unterrichtsinhalte. Hausaufgaben dienen auch dazu, Schwerpunkte und Themenbereiche beispielsweise für Referate und Präsentationen selbstständig zu erarbeiten.

II. Was sind Hausaufgaben?

Grundsätzlich wird zwischen mündlichen und schriftlichen Hausaufgaben unterschieden.

Zu den mündlichen Hausaufgaben zählt im Wesentlichen die Wiederholung der behandelten Unterrichtsinhalte; daneben gibt es noch kurze mündliche Anwendungsübungen zu bereits erworbenen Kompetenzen.

Zu den schriftlichen Hausaufgaben gehören beispielsweise umfangreichere Anwendungs- undTransferaufgaben zur Vorbereitung auf die Klausuren.

Zu den Hausaufgaben zählen darüber hinaus selbstständige Recherchen, die der Vorbereitung von Referaten und der Facharbeit dienen.


III. Umfang und Dauer von Hausaufgaben

Eine Festlegung auf konkrete Zeitkontingente erfolgt nicht, da diese wegen der individuellen Stundenpläne weder messbar noch kontrollierbar sind. Ansprechpersonen bei Problemen, die durch tatsächliche oder gefühlte Überbelastung durch Hausaufgaben auftreten, sind zunächst die Fachlehrerin/der Fachlehrer, die/der ggf. Rücksprache mit der Stufenleitung hält.

Sind die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel in Klausurphasen zeitlich stark beansprucht, berücksichtigen die Fachlehrkräfte dies bei der Erteilung von Hausaufgaben. In diesen Klausurphasen konzentrieren sich die Hausaufgaben auf die Wiederholung der geforderten konkretisierten Kompetenzerwartungen gemäß Lehrplan sowie die Übung der Anforderungsbereiche der Klausuren.

Abgesehen von der Lektüre kurzer Texte o.ä. werden keine umfangreicheren Hausaufgaben von einem Tag mit Nachmittagsunterricht auf den folgenden Tag aufgegeben.

Umfangreichere Hausaufgaben wie zum Beispiel Lektüren, Analysen oder Referate sollten nur langfristig erteilt werden. Gegebenenfalls bietet sich hier ein mit den Schülerinnen und Schülern eines Kurses abgestimmter Wochenplan an.

Schulferien sowie Wochenenden werden in der Regel von Hausaufgaben freigehalten, ausgenommen davon sind zum Beispiel Lektüren oder Arbeiten für längerfristig angelegte Projekte und Referate.


IV. Individualisierung von Hausaufgaben

Hausaufgaben können innerhalb eines Kurses unterschieden nach Schriftlichkeit bzw. Nicht-Schriftlichkeit erteilt werden, um jeweils eine gezielte Vorbereitung auf die Klausuren zu ermöglichen.

Weitere Möglichkeiten der Individualisierung sind die Staffelung nach verpflichtenden und freiwilligen Teilaufgaben und Wahlmöglichkeiten für leistungsstärkere und leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler.


V. Bewertung von Hausaufgaben

Regelmäßige Anfertigung sowie Umfang von Hausaufgaben sind Bestandteil der geäußerten Leistungsbereitschaft und werden als solche ebenso wie die Qualität der Hausaufgaben auch in angemessenem Umfang in die Bewertung der Leistungen im Beurteilungsbereich “Sonstige Mitarbeit“ einfließen.

Eine Konkretisierung der entsprechenden Kriterien zur Leistungsbewertung findet sich im Leistungsbewertungskonzept für das Fach Biologie.

 Weiterführende Materialien:

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© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 03.09.2018