Logo Qualitäts- und Unterstützungsagentur - Landesinstitut für Schule

Individualisiertes Lernen

Gemäß Erlass sollen Hausaufgaben die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler unterstützen. Mit Hausaufgaben und insbesondere mit Hausaufgabenbetreuung sind jedoch auch unterschiedliche Erwartungen, Zielperspektiven oder Ansprüche im Kontext einer individuellen Förderung verbunden:

  • Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Lernschwierigkeiten,
  • Forderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler,
  • Ausgleich ungleicher Bildungschancen,
  • Vermittlung und Ausbau von Strategien selbstgesteuerten Lernens (Förderung der Selbstständigkeit),
  • Stärkung des Selbst- und Verantwortungsbewusstseins.

Individuelle (Haus-)Aufgaben sowie der Einsatz des zur Verfügung stehenden Personals als Lernbegleitung unterstützen den Anspruch an eine individuelle Förderung in besonderer Weise.

Individuelle Hausaufgaben

Individuelle Lernprozessgestaltung und -begleitung im Zusammenhang mit Hausaufgaben sind möglich, wenn sich diese an den Stärken und Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern orientieren. Eine zu Schuljahresbeginn durchgeführte Diagnose kann als Grundlage dienen, nach Anforderungsbereichen differenzierte Hausaufgaben anzubieten. Zu einer kontinuierlichen Überprüfung, wie viele und welche Hausaufgaben im Einzelfall angemessen und lernförderlich sind, führen im Laufe des Schuljahres Selbsteinschätzungen der Lernenden sowie Beobachtungen und Einschätzungen anderer an der Hausaufgabenbetreuung Beteiligten. Die Dokumentation individueller Lernstände und -entwicklungen, z. B. in einem Portfolio oder Lernplaner, kann für Rückmeldungen und Lernentwicklungsgespräche genutzt werden.

Eine Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit und Neigungen der Schülerinnen und Schüler im Zuge der Hausaufgabenbearbeitung gelingt u. a. im Rahmen der Hausaufgabenbetreuung vor allem dann, wenn die Schülerinnen und Schüler

  • ihre Aufgaben und die Reihenfolge der Bearbeitung selbst wählen können,
  • entscheiden können, mit wem sie arbeiten,
  • den Raum wechseln können, um in Ruhe zu arbeiten,
  • auch andere Ansprechpartnerinnen und -partner für Hilfestellungen aufsuchen können.

Lernbegleitung in der Hausaufgabenbetreuung

Liegt der Fokus im Umgang mit Hausaufgaben auf Prozessbegleitung, können Stärken und Unterstützungsbedarfe einzelner Schülerinnen und Schüler sinnvoll berücksichtigt werden. Hausaufgabenteams, die den Lernenden konstante Bezugspersonen für die Lernberatung sind, unterstützen nachhaltig die individuelle Lernbegleitung der Schülerinnen und Schüler. Für diese Teams kommen verschiedene Personengruppen (Lehr- und pädagogische Fachkräfte, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter, Eltern, Tutoren, etc.) in Frage, die mit ihren jeweiligen Perspektiven für die Lernenden wichtige Ansprechpersonen sind.

Aus der Praxis:

Literatur


  • Hausaufgaben als Teil individueller Lernförderung und Rückmeldung
    Beutel, Silvia-Iris/Beutel, Wolfgang (2011): Hausaufgaben als Teil individueller Lernförderung und Rückmeldung – Good-Practice Ansätze an Schulen des Deutschen Schulpreises. In: DDS – Die Deutsche Schule Jg. 103, H. 3, S. 268-279.
  • Hausaufgaben aus der Sicht von (angehenden) Lehrerinnen und Lehrern
    Hascher, Tim/Hofmann, Franz (2011): Hausaufgaben aus der Sicht von (angehenden) Lehrerinnen und Lehrern. In: DDS – Die Deutsche Schule Jg. 103, H. 3, S. 219-234.
  • Hausaufgabenbetreuung und Lernförderung
    Pfeifer, Kathrin/Kneer, Wilfried (2013): Hausaufgabenbetreuung und Lernförderung. Ein Konzept zur systematischen Unterstützung von selbstreguliertem Lernen. In: Pädagogik 65, H. 3, S. 10-13.
  • Hausaufgabenpraxis im Gymnasium
    Sumfleth, Elke et al. (2011): Hausaufgabenpraxis im Gymnasium – Empirische Befunde am Beispiel eines `Nebenfachs´. In: DDS – Die Deutsche Schule Jg. 103, H. 3, S. 252-267.

Zum Seitenanfang

© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 12.01.2016