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Grundlagen

Lernzeiten, im Sinne von Zeiten zum selbstgesteuerten Arbeiten (vgl. Gerken 2014, S. 5), bieten insbesondere Möglichkeiten,

  • die individuelle Förderung zu unterstützen,
  • die Selbstlernkompetenz und die Eigenverantwortlichkeit für den Lernfortschritt zu fördern,
  • eventuelle Nachteile von Lernenden auszugleichen, die ggf. außerhalb der Schule nur eingeschränkt Unterstützung erhalten,
  • Schülerinnen und Schüler beim Lernen mit pädagogischem Blick zu beobachten und ggf. Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten,
  • das im Unterricht Erarbeitete einzuprägen, einzuüben, anzuwenden und mit Vor- oder Methodenwissen zu vernetzen,
  • z. B. Inhalte, Methoden oder Organisationsformen mit dem Unterricht zu verknüpfen,
  • in ihrem Schwierigkeitsgrad und Umfang die Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit und Neigungen der Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen.

Den Lehrkräften kommt die Aufgabe zu, ausgehend von ihren Unterrichtsbeobachtungen den Lernenden individualisiert Aufgaben für die Lernzeiten zuzuweisen, um ihnen einen geeigneten Lernfortschritt zu ermöglichen.

Lernzeiten bieten in diesem Sinne zusätzliche Gelegenheiten für individuelle Förderung im Kontext Schule. In Lernzeiten werden neue Wege individualisierten und kooperativen Lernens praktiziert, produktive Formen der Fehlerkultur entfaltet und Möglichkeiten gezielter Hilfestellung durch Lehrkräfte bereitgestellt.

Für Ganztagsschulen gilt:
„An Ganztagsschulen (§ 9 Absätze 1 und 3 SchulG) treten in der Sekundarstufe I Lernzeiten an die Stelle von Hausaufgaben. Die Lernzeiten sind so in das Gesamtkonzept des Ganztags zu integrieren, dass es in der Regel keine schriftlichen Aufgaben mehr gibt, die zu Hause erledigt werden müssen.“ (Erlass „Unterrichtsbeginn, Verteilung der Wochenstunden, Fünf-Tage-Woche, Klassenarbeiten und Hausaufgaben an allgemeinbildenden Schulen“ vom 05.05.2015). Hierfür beschließt die Schulkonferenz ein Konzept.

Literatur


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