Logo Qualitäts- und UnterstützungsAgentur

Startseite Bildungsportal NRW

Orientierungsbereich (Sprungmarken)

Beratung

Beratung und Einzelfallhilfe ist eine Kernaufgabe der Schulsozialarbeit. „Beratung ist im Verlauf der Zeit zu einer Unterstützungsform in psychosozialen, sozialen, psychologischen und pädagogischen Berufsfeldern geworden, in denen Fachkräfte in unterschiedlichen Aufgabenbereichen ihr professionelles Handeln einsetzen.“ (Just, 2016, S. 112).

Die sozialpädagogische Beratung in Schule arbeitet systemisch, lebenswelt- und ressourcenorientiert. Ihre Beratungskompetenz basiert auf dem Theorie-, Methoden- Kooperations- und Systemwissen von Jugendhilfe und Schule. Die systemische Beratung kann als häufig angewendete Beratungsmethode in der Schulsozialarbeit hervorgehoben werden. „Systemische Praxis ist die Nutzung systemischen Denkens für den professionellen Umgang mit Menschen bei der Linderung, Bewältigung, Klärung oder Auflösung ihrer persönlichen, zwischenmenschlichen und organisatorischen Probleme (Ludewig, 2009, S. 16; zitiert in: Just, 2016, S. 167).

Die sozialpädagogische Beratung spiegelt sich in verschiedenen Beratungsformen wider.

Offene Gesprächs- und Kontaktangebote

Die Schulsozialarbeit bietet Schülerinnen und Schülern in informellen Situationen des Schulalltags, z.B. in einem Schülercafé, die Möglichkeit zum Erstgespräch an. Diese informellen Situationen ermöglichen den Kindern und Jugendlichen einen niederschwelligen Zugang zu Hilfen. Auch hier gilt die Regel der Vertraulichkeit und Freiwilligkeit. Zudem bieten Fachkräfte der Schulsozialarbeit offene Gesprächsstunden an. Das sind festgelegte Zeitfenster im Stundenplan, an denen Kinder und Jugendliche sich spontan beraten lassen können. Aus solchen Gesprächen kann sich eine längerfristige sozialpädagogische Beratung entwickeln.

Einzelgespräche

Einzelgespräche sind spezielle Angebote für Schülerinnen und Schüler, die an festen Terminen stattfinden. Eine enge Absprache zwischen Lehrkräften und Schulsozialarbeit ermöglicht Transparenz und sichere Abläufe. Unbedingte Voraussetzungen für die Beratung und Einzelfallhilfe in der Schulsozialarbeit sind die absolute Vertraulichkeit und die Freiwilligkeit. Fachkräfte der Schulsozialarbeit sind nach § 203 StGB schweigepflichtig.

Elternberatung

Die Fachkräfte für Schulsozialarbeit stehen im Kontext des schulischen Bildungs- und Entwicklungsprozesses auch den Eltern als Anlaufstelle zur Verfügung. Fragen zu Lern- und Entwicklungsschwierigkeiten, Konflikten in der Schule und persönlichen Problemen des Kindes oder Jugendlichen stehen hier im Fokus. Bei Bedarf vermittelt die Schulsozialarbeit zu außerschulischen Beratungsstellen, medizinischen Institutionen und Therapeutinnen und Therapeuten.

Weitere Informationen: Erziehungspartnerschaft mit Eltern

Krisenintervention

Persönliche Krisen von Schülerinnen und Schülern wirken sich oft auch in der Schule aus. Diese können beispielsweise ausgelöst werden durch Cybermobbing, Drogenkonsum und Konflikte. Die Schulsozialarbeit kann methodisch "Erste Hilfe" leisten und bei Bedarf Netzwerke der Krisenintervention aktivieren.

Deeskalation und Konfliktlösung

Fachkräften der Schulsozialarbeit stehen verschiedene Handlungsstrategien zur Konfliktbewältigung und Deeskalation zur Verfügung. Im Mittelpunkt steht immer die konstruktive, akzeptierende und lösungsorientierte Form der Konfliktbehandlung. Hierbei greift Schulsozialarbeit auf verschiedene Präventionsprogramme zurück. Das sind z.B.

  • Streitschlichtung/Mediation
  • Coolnesstraining bzw. Anti-Gewalt-Training
  • No-Blame-Approach
  • Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg
Fachkräfte der Schulsozialarbeit können auch Lehrkräfte in Konfliktsituationen mit und zwischen einzelnen Schülerinnen und Schülern oder in Klassensituationen unterstützen.
Weitere Informationen: Gewaltprävention



Weiterführende Informationen

  • Beratung in der Schulsozialarbeit: Eine kritisch-konstruktive Analyse
    Just, Annette (2016): Beratung in der Schulsozialarbeit: Eine kritisch-konstruktive Analyse.
  • Einführung in die theoretischen Grundlagen der systemischen Therapie
    Ludewig, Kurt (2009): Einführung in die theoretischen Grundlagen der systemischen Therapie. 2. Aufl. Heidelberg: Carl-Auer-Verlag.

Zum Seitenanfang

© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 10.11.2017