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Individualisiertes Lernen

Individualisiertes Lernen berücksichtigt jedes einzelne Individuum, sei es im Unterricht oder in außerunterrichtlichen Angeboten. Grundlegend hierfür ist ein gemeinsames Verständnis aller an Schule beteiligten, das Unterschiedlichkeit und Vielfalt als Normalität anerkennt (vgl. Börner et al. 2013, S. 52).

An Ganztagsschulen sind alle Kinder mit unterschiedlichen Ausgangslagen willkommen und werden nach ihren Möglichkeiten gefördert und gefordert. Alle Kinder und Jugendlichen haben die Möglichkeit, ihre besonderen Bedürfnisse, Interessen und persönlichen Stärken in den schulischen Alltag einzubringen.

Um der Heterogenität der Schülerschaft gerecht zu werden, bietet die Ganztagsschule durch ihren erweiterten Zeitrahmen vielfältige Möglichkeiten zur Individualisierung und Differenzierung. Auch die angestrebte Verzahnung von Unterrichtsinhalten und außerunterrichtlichen, oft neigungsbezogenen Angeboten impliziert bereits individuelle Förderung. Ganztagsschulen ermöglichen in den Schulalltag integrierte Formen der Förderung durch die Erweiterung und Rhythmisierung des Schultages und durch die Öffnung des Unterrichts.

Zur Etablierung Individualisierten Lernens erweisen sich folgende, exemplarisch zu verstehende Punkte als hilfreich (vgl. Fischer 2014, S. 44 und 49):

  • Offene Lernformen wie Wochenplanarbeit, Stationenlernen, Freiarbeitsphasen, Lernthekenarbeit, fächerübergreifender Projektunterricht
  • Enge Verzahnung des Unterrichts mit Angeboten im Nachmittagsbereich
  • Gezielte ergänzende Fördermaßnahmen bei Lern- und Leistungsschwierigkeiten
  • Förder- und Fordermaßnahmen im Rahmen zusätzlicher Angebote
  • Durchführung einer pädagogischen Diagnostik sowie einer Lernstands- bzw. Entwicklungsanalyse
  • Erstellung individueller Lern- und Entwicklungspläne
  • Einbeziehen der Interessen und Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler
  • Regelmäßige Kooperation aller an Schule Beteiligten
  • Unterstützung von Entwicklungsprozessen durch kontinuierliches Feedback
  • Systematische Zusammenarbeit zwischen Ganztagsschule und Erziehungsberechtigten
  • Enge Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften
  • Übergangsmanagement zwischen Ganztagsschule, Kindertageseinrichtungen, verschiedenen Schulstufen und Schulformen

Aus der Praxis:

Siehe auch die Praxisbeispiele aus dem Bereich Lernzeiten:

Weiterführende Informationen:

Literatur

  • Bildungsbericht Ganztagsschule NRW 2013
    Börner, Nicole et al. (2013): Bildungsbericht Ganztagsschule NRW 2013. Dortmund: Eigenverlag Forschungsverbund DJI/TU Dortmund. Darin insbesondere das Schwerpunktmodul: Vielfalt als Herausforderung, Diversity als Chance, S. 39-52.
  • Individuelle Förderung in der Ganztagsschule
    Böttcher, Wolfgang et al. (2014): Individuelle Förderung in der Ganztagsschule. Anspruch und Wirklichkeit einer pädagogischen Leitformel. Münster: Waxmann.
  • Individuelle Förderung als schulische Herausforderung
    Fischer, Christian (2014): Individuelle Förderung als schulische Herausforderung. Schriftenreihe des Netzwerk Bildung. Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung.
  • Inklusion. Der pädagogische Umgang mit Heterogenität
    Maschke, Sabine et al. (Hrsg.) (2013): Inklusion. Der pädagogische Umgang mit Heterogenität. Jahrbuch Ganztagsschule 2014. Schwalbach/Ts.: Wochenschau.

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© 2018 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 30.05.2017