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Lernberatung/Lerncoaching

Lehrerinnen und Lehrer als Lerncoaches

In Arrangements des individualisierten, selbstgesteuerten Lernens ist die Rolle der Lehrkraft besonders vielfältig. Im Vordergrund steht vor allem die Aufgabe, die Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler ermutigend und herausfordernd zu begleiten. Als unterstützende und beratende Tutorinnen und Tutoren (Lerncoaches) geben die Lehrkräfte Hilfestellung dabei, persönliche Lernziele zu finden und individuelle Lernwege zu gestalten.

Persönliche Lernbegleitung

Viele Schulen arbeiten mit Lerncoachsystemen, die eine intensive Betreuung und Beratung der Lernenden ermöglichen. Für eine Klasse sind oftmals zwei Lerncoaches vorgesehen, die jeweils für die Hälfte der Lerngruppe zuständig sind. Jeder Schüler und jede Schülerinnen hat somit einen festen persönlichen Coach, der die individuellen Lernprozesse der Lernenden besonders gut im Blick hat. Lerncoaches können auch von den Fachlehrerinnen und Fachlehrern aus den jeweiligen Klassenteams aufgesucht werden, wenn es um den Austausch über den Entwicklungsstand einer Schülerin oder eines Schüler geht.

Lernberatungsgespräche

In der Lernbegleitung ist das regelmäßig stattfindende Coachinggespräch ein wichtiges Element, in dessen Zentrum der bzw. die Lernende steht. Wichtig ist eine vertrauensvolle Beratungsatmosphäre, in der das Grundprinzip der wertschätzenden Kommunikation gilt. Auf der Grundlage der Eintragungen im Planungs- und Dokumentationsinstrument und unter Berücksichtigung ihres Arbeitsmaterials wird der Lernprozess einer Schülerin oder eines Schülers gemeinsam betrachtet. Ein Beratungsleitfaden hilft dabei, das Gespräch zu strukturieren und Lernfortschritte, aber auch Schwierigkeiten offenzulegen sowie am Ende der Beratung persönliche Lernziele zu vereinbaren. Folgende Fragen können für Schülerinnen und Schüler hilfreich sein, um bereits im Vorfeld des Gesprächs persönliche Lernfortschritte und Stolpersteine zu notieren:

  • Was hat dir bei deiner Arbeit in der Lernzeit besonders gut gefallen? Welche Inhalte oder Themen hast du bearbeitet und was hat dich daran besonders interessiert?
  • Was ist dir besonders gut gelungen? Gibt es etwas, das dir schwergefallen ist?
  • Konntest du deine Ziele, die du dir vorgenommen hast, erreichen?
  • Benötigst du Unterstützung? Was könnte dir helfen?
  • Was hat nicht gut funktioniert? Wie könnte man es anders machen?

Weitere Materialien

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Literatur

  • Orientierung beim Lernen. Feedback mit Kriterienrastern
    Brüning, Ludger/Saum, Tobias (2014): Orientierung beim Lernen. Feedback mit Kriterienrastern. In: Praxis Schule 5-10. Heft 1. S. 38-47.
  • Feedback und Rückmeldungen
    Ditton, Hartmut/Müller, Andreas (2014): Feedback und Rückmeldungen. Theoretische Grundlagen, empirische Befunde, praktische Anwendungsfelder. Münster: Waxmann.
  • Lernprozesse dokumentieren, reflektieren und beurteilen
    Gläser-Zikuda, Michaela/Hascher, Tina (2007): Lernprozesse dokumentieren, reflektieren und beurteilen. Lerntagebuch und Portfolio in Bildungsforschung und Bildungspraxis. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
  • Feedbackverfahren im Unterricht einführen
    Griesel, Petra/Gnaudschun, Heide (2014): Feedbackverfahren im Unterricht einführen. Kommentierte Beispiele aus einem Baukastensystem. In: Pädagogik. Heft 4. S. 10-13.
  • Beratung als Gerüst freiheitlicher Lernprozesse
    Künzel, Annika/Lauscher, Jana (2016): Beratung als Gerüst freiheitlicher Lernprozesse. Klettern musst du selbst. In: Pädagogik. Heft 3. S. 34-37.
  • Lerncoaching an einer Gemeinschaftsschule
    Reimann-Perez, Sylke et al. (2014): Lerncoaching an einer Gemeinschaftsschule. Durch Lernberatung Basiskompetenzen sichern. In: Pädagogik. Heft 5. S. 16-20.

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© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 09.05.2018