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Vorüberlegungen

Grundfragen reflektieren

Im Fachunterricht stehen die Lehrerinnen und Lehrer vor der Herausforderung, die Inhalte und Ergebnisse der Lernzeit sinnvoll mit dem Fachunterricht zu verbinden. Bei der Entwicklung eines Konzeptes, das eine sinnvolle Verknüpfung anstrebt, können die folgenden Fragen hilfreich sein:

  • Müssen alle Aufgaben und Tätigkeiten aus der Lernzeit von einer Lehrkraft kontrolliert werden? Ist das nicht ein unverhältnismäßig hoher Korrekturaufwand? Kostet es nicht viel zu viel Zeit, wenn die Lehrkräfte im Fachunterricht ständig Lernzeit-Aufgaben besprechen, einsammeln oder bewerten?
  • Sollte den Schülerinnen und Schülern in der Lernzeit nicht die Verantwortung für ihr Lernen übertragen und einfach darauf vertraut werden, dass sie die Zeit für sich sinnvoll nutzen?
  • Wie kann eine Verknüpfung von Lernzeit und Unterricht aussehen, die sinnvoll und effektiv ist, die verschiedene Aufgabenformate zulässt und dennoch Verbindlichkeit herstellt?

Das passende Modell wählen

Beide Extreme – die Lernzeit komplett vom Fachunterricht zu trennen sowie alle Inhalte der Lernzeiten an den Fachunterricht zu knüpfen – sind denkbar, aber es sind eben Extreme. Jede Schule und jeder Lehrende sollte verschiedene Mittelwege austesten. Es kann für den Unterricht eine Bereicherung sein, wenn Schülerinnen und Schüler diesen durch die Lernzeit optimal vorbereitet haben – es kann ebenso katastrophal für die Unterrichtsplanung sein, wenn die gesamte Stunde mit der zähen Besprechung von Lernzeitaufgaben vertan wird. Grundsätzlich ist es sinnvoll, wenn Aufgaben aus dem Unterricht erwachsen, zu ihm zurückführen und diesen ergänzen. Nach der individuellen Lernzeit werden die Aufgaben auf diese Weise erneut im Unterricht thematisiert und gewürdigt.

Durch Kompetenzorientierung Transparenz herstellen

Vereinfacht wird die Verzahnung von Lernzeiten und Unterricht durch Kompetenzorientierung. Verknüpfungen ergeben sich dadurch, dass sich die Inhalte in beiden Lernformen auf die gleichen Kompetenzen beziehen – oder gerade nicht. Beispielsweise wird durch die Nutzung von Kompetenzrastern der Zusammenhang zwischen Lernzeit und Fachunterricht transparent. Sowohl Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler können nachvollziehen, ob und wann die Aufgaben der Lernzeit direkt Gegenstand des Fachunterrichts sind und wann parallel an anderen Kompetenzen oder Themen gearbeitet wird.

Unterschiedliche Aufgabenformate nutzen

Schon beim Erstellen der Aufgaben für die Lernzeit sollten Lehrkräfte darauf achten, verschiedene Lernformen und Zwecke zu berücksichtigen – Schülerinnen und Schüler sollen in der Lernzeit nicht nur wiederholen, sondern auch erlernen, anwenden, recherchieren, sammeln oder entwickeln. So ergeben sich Anknüpfungspunkte für den Fachunterricht automatisch. Ebenso sollten bei der direkten Verknüpfung mit dem Fachunterricht die Formen einer Aufgabenkontrolle variieren. Die klassische Kontrolle durch die Lehrkraft kann durch Möglichkeiten zur Selbstkontrolle, Partnerkorrekturen, Gruppenabfragen, Lerntagebücher, Zufallspräsentationen u. a. ergänzt oder abgelöst werden.

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© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 09.05.2018