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Berufsorientierung und Lebensplanung

Zu den schulischen Aufgaben gehören in Nordrhein-Westfalen – in Zusammenarbeit mit Agenturen für Arbeit und Hochschulen – die Berufliche Orientierung sowie die Lebensplanung und die damit verbundenen Übergänge in Ausbildung oder Studium. In diesem Kontext zielen die Angebote und Maßnahmen darauf ab, geschlechterbezogene Benachteiligungen und Einschränkungen zu thematisieren und zu reflektieren. Denn die Berufswahl junger Frauen und Männer wird immer noch in hohem Maße durch Geschlechterstereotype beeinflusst (vgl. Boll/Bublitz/Hoffmann 2015). Das verringert für beide Geschlechter die Chance, einen den individuellen Fähigkeiten und Neigungen entsprechenden Beruf zu ergreifen und darin erfolgreich zu sein. Ziel ist es, die Kinder und jungen Menschen zu reflektierten, selbstbestimmten und selbstbewussten Entscheidungen frei von Geschlechterstereotypen zu befähigen. Hierzu dienen die unterschiedlichen Standardelemente der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) wie zum Beispiel die Potenzialanalyse, Praxisphasen oder Beratungen.

Neben dieser kritischen (Selbst-) Reflexion bietet es sich im Rahmen der Beruflichen Orientierung an, auch Vorbilder, sogenannte Rolemodels – vorzugsweise in Kooperation mit außerschulischen Personen und Institutionen – einzubeziehen, die einen ‚geschlechtsuntypischen‘ Beruf gewählt haben und erfolgreich ausführen.

Zur Beruflichen Orientierung gehören auch Praxiserfahrungen in verschiedenen Berufsfeldern. Explizite Strategien für einen geschlechterbezogenen Einblick in den Ausbildungs- und Berufsmarkt kommen beispielsweise im Girls‘ Day (Mädchenzukunftstag) und Boys‘ Day (Jungenzukunftstag) zum Ausdruck. Ein Beispiel für eine implizite Strategie wäre die Umsetzung verpflichtender Praktika in sozialen sowie technischen Berufsfeldern für alle Lernenden.

In weiterführenden Schulen spielt auch die Laufbahnberatung eine wichtige Rolle. Mädchen und Jungen streben durch ihre Fächerwahl oft schon recht früh verschiedene Berufswelten an. Hier können Schulen durch eine geschlechtersensible, die individuellen Potenziale berücksichtigende Beratung auf eine Erweiterung des Berufswahlspektrums hinwirken.

Über die Berufliche Orientierung hinaus gehört die Begleitung der allgemeinen Lebensplanung von jungen Menschen zu den schulischen Aufgaben. Nicht nur die Berufswahl, sondern weitere wichtige Lebensentscheidungen, zum Beispiel hinsichtlich Karriere und Verteilung von Erwerbs- und Familienaufgaben, werden nach wie vor von Geschlechterrollen beeinflusst. Dabei ist es auch hier nicht das Ziel, bestimmte Lebensentwürfe vorzugeben, sondern reflektierte, selbstbestimmte und selbstbewusste Entscheidungen zu ermöglichen – auch mit Blick auf deren langfristige Wirkungen.

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