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Handlungsfelder

In diesem Bereich werden verschiedene schulische Handlungsfelder beschrieben, in denen gendersensible Bildung und Erziehung eine Rolle spielt. Es werden konkrete Anregungen und Ideen, aber auch Beispiele aus der Praxis gezeigt.
Dieser Bereich ist noch im Aufbau und wird kontinuierlich um weitere Handlungsfelder und Praxisbeispiele ergänzt.

Wenn Sie den weiteren Aufbau unterstützen möchten, freuen wir uns über Hinweise an gender@qua-lis.nrw de.

Außerschulische Kooperationen

Außerschulische Kooperationen sind seit vielen Jahren gängige Praxis. Sie ermöglichen den Lernenden eine handlungsorientierte Begegnung mit Lerninhalten, die durch Bezug zu ihrem alltäglichen Leben Nachhaltigkeit bietet.  

Jeder Ort außerhalb von Schule kann Lernort sein. Kooperationen können dabei vor allen Dingen mit Betrieben, der Agentur für Arbeit, Sportvereinen, Kunst-und Musikschulen, öffentlichen und freien Trägern der Jugendhilfe, Migrationsvereinen und anderen an Bildung beteiligten Organisationen eingegangen werden.

Bei der Initiierung außerschulischer Kooperationen gilt es für die Schule vor Ort zu prüfen, ob die regionalen Angebote zielführend sind und dem jeweiligen schulischen Konzept entsprechen. In der engen Verzahnung von schulischem und außerschulischem Lernen erfahren Lehrkräfte Unterstützung durch geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Noch erfolgsversprechender ist die Koordination außerschulischer Kooperationspartner, so dass vor Ort auch Synergieeffekte möglich werden.

Berufs- und Lebensplanung

Laut einer Studie der OECD aus dem Jahre 2017 haben sich die Chancen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt kaum verbessert. Weiterhin bestehen geschlechtsspezifische Unterschiede in der Berufs-und Lebensplanung Jugendlicher.

Die Berufswahl ist eine wichtige Phase im Leben junger Heranwachsender und stellt die Weichen für die weitere Lebensplanung. Eine frühzeitige geschlechtersensible Berufsorientierung kann das Berufswahlspektrum ausweiten. Ziel ist es, Mädchen und Jungen gleichermaßen ihren Potentialen entsprechend bei ihrer Berufswahlorientierung zu unterstützen. Eine Berufswahl ohne Rollenzuschreibungen verbessert die Chancengleichheit, tradierte Rollenzuschreibungen schränken die Berufswahl ein. Die Geschlechterperspektive muss im Berufsalltag all derer verankert sein, die Heranwachsende in ihrer Lebensplanung und ihrem Berufsfindungsprozess unterstützen.

Demokratie/Partizipation

Demokratische Schulentwicklung hat das Ziel, hinreichende Möglichkeiten zur Partizipation zu schaffen. Demokratieerziehung und Partizipation als Grundprinzipien pädagogischen Handelns in der Schule lassen sich nicht denken, ohne die Genderperspektive in den Blick zu nehmen.

Diese Perspektive trägt zum Abbau von Geschlechterstereotypen sowie zur Umstrukturierung der Organisation des Schulalltags bei. Jungen wie Mädchen sollen gleiche Chancen erhalten.

Für Schülerinnen und Schüler ist das Sammeln demokratischer Erfahrungen in der Schule von großer Bedeutung, um sich eine demokratische Haltung aneignen zu können. Schule als Ort gelebter Demokratie bietet Raum für unterschiedliche Lebensmodelle und Orientierungen und lässt Vielfalt zu.                         

Sport und Bewegung

Sport und Bewegung haben im Kontext der geschlechtsspezifischen Sozialisation eine besondere Bedeutung. Jeder Bereich für sich ist sehr facettenreich. Während im Leistungssport gebunden an das biologische Geschlecht unterschiedliche Höchstleistungen differenziert bewertet werden, ist im Schulsport die Überwindung von Geschlechterstereotypen eher möglich.

Schulsport kann und soll Mädchen und Jungen chancengleich den Zugang zu Bewegung, Spiel und Sport ermöglichen. Voraussetzung für die Gestaltung geschlechtergerechten Schulsports ist die Auseinandersetzung mit der Bedeutung der Kategorie Geschlecht im Schulsport sowie die Reflexion der Rolle des eigenen Geschlechts in Bezug auf Sport und Bewegung.

Ganztag

In Nordrhein-Westfalen werden schulische Ganztagsangebote und Ganztagsschulen systematisch ausgebaut und sind ein wichtiger Teil von Schulentwicklung. Das Ministerium für Schule und Weiterbildung informiert über die schulpolitische Zielsetzung von Ganztag.

Zu einem guten Ganztag gehören Arbeitsgemeinschaften, Förder- und Freizeitangebote, Bewegung, Spiel und Sport sowie kulturelle Angebote. Zentral sind die Zusammenarbeit und Kooperationen mit Kinder- und Jugendhilfe, Kultur, Sport und anderen außerschulischen Einrichtungen.

Genderreflektierende Bildung und Erziehung sind für Ganztag von großer Bedeutung. Denn insbesondere in der außerunterrichtlichen Arbeit an Schulen gibt es die Möglichkeit, die Lebenswelten von Jungen und Mädchen pädagogisch aufzugreifen. Es ergeben sich vielfältige Möglichkeiten für Kooperationen mit Projektanbietenden. Informationen zu Gender im Ganztag bietet auch das bundesweite Programm Ideen für mehr! Ganztägig lernen.

Elternarbeit

Wichtig für den Erfolg gendersensibler Bildung und Erziehung ist die Sensibilisierung der Eltern für Geschlechterfragen. Oftmals ist Eltern die Bedeutung der Geschlechtszugehörigkeit ihres Kindes für die Entwicklung von Leistungsprofilen, Berufs- und Lebensplanung und allgemeiner Werteorientierung nicht bewusst. Geschlechtsspezifische Zuschreibungen und Erwartungen setzen sich häufig unreflektiert durch. Ein erster Schritt für gelingende Elternarbeit liegt in der Bewusstmachung der großen Bedeutung von Geschlecht. Zu vermeiden ist eine Emotionalisierung des Geschlechterthemas, denn sie polarisiert in der Regel und schafft keine Basis für die Verankerung der Genderperspektive.
Schulen bieten oft Elternabende zu fächerübergreifenden Themen an. In diesen Zusammenhängen ist es empfehlenswert, auch die Bedeutung von Geschlecht zu thematisieren. Das gilt beispielsweise für folgende Handlungsfelder:
  • Allgemeine Werteerziehung
  • Sexualerziehung
  • Mediennutzung
  • Leseförderung
  • Erziehung zur gesunden Ernährung
  • Umgang mit Gewalt
  • Berufsorientierung und Lebensplanung

Insbesondere die Verankerung einer gendersensiblen Berufsorientierung und Lebensplanung erfordert die Einbeziehung der Eltern, wie der Beitrag Genderorientierte Elternarbeit am Beispiel der Berufsorientierung und Lebensplanung (PDF) von Bettina Jansen-Schulz zeigt. Konkrete methodische Vorschläge zur Gestaltung eines entsprechenden Elternabends finden sich in der Marburger Fortbildungsreihe Berufsbezogene Elternarbeit (PDF, 2,4 MB) (Modul 3)

Wünschenswert ist die Verankerung der Genderperspektive in allen schulinternen Gremien, in denen Eltern vertreten sind. Nur so gewinnt die langfristige Einbeziehung geschlechtsbezogener Fragestellungen in allen schulischen Handlungsfeldern an Akzeptanz und  Selbstverständlichkeit.

Es gibt zahlreiche Anregungen für gendersensible Elternarbeit, beispielsweise für die Gestaltung von Elternabenden zu bestimmten Themen.

Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt

Schulische Bildung trägt zur Entfaltung der Persönlichkeit von Heranwachsenden bei. Dazu gehört für Schulen auch der Auftrag, Kinder und Jugendliche gegen sexualisierte Übergriffe, Gewalt und Missbrauch zu schützen. In vielen Schulen wird hierfür ein Schutzkonzept verfasst und implementiert. Hilfestellungen, um ein solches Konzept zu erarbeiten, finden sich auf der Internetseite Schule gegen sexuelle Gewalt des Unabhängigen Beauftragten für Frage des sexuellen Kindesmissbrauchs.

Informationen zu einem professionellen Vorgehen bei Kindeswohlgefährdung durch sexuellen Missbrauch bieten die Internetseite zu sexualisierter Gewalt im Bildungsportal, der Leitfaden für den konkreten Fall (PDF) der Bezirksregierung Düsseldorf sowie der Handlungsleitfaden (PDF) für Lehrkräfte der Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt in Bonn.

Besonders schwerwiegend sind Fälle, bei denen Übergriffe, Grenzverletzungen und Missbrauch durch Lehrkräfte und andere Beschäftigte in schulischen Einrichtungen verübt werden. Hierfür hat das Ministerium für Schule und Weiterbildung Empfehlungen zum Schutz der Opfer sexueller Übergriffe in Schulen und schulnahen Einrichtungen (PDF) herausgegeben. Außerdem informiert die Bezirksregierung Arnsberg über den Umgang mit Verdachtsfällen gegen Lehrkräfte und weitere Beschäftigte der Schule in dem Leitfaden Sexualisierte Gewalt in der Schule (PDF).

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© 2020 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 30.03.2020