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Anregungen für eine gendersensible Organisationsentwicklung

Im Folgenden werden erste Anregungen für gendersensible Schulentwicklung gegeben, die sich insbesondere auf die schulische Organisationsentwicklung beziehen, aber auch andere Entwicklungsbereiche berühren:

Ganztag

In Nordrhein-Westfalen werden schulische Ganztagsangebote und Ganztagsschulen systematisch ausgebaut und sind ein wichtiger Teil von Schulentwicklung. Das Ministerium für Schule und Weiterbildung informiert über die schulpolitische Zielsetzung von Ganztag.

Zu einem guten Ganztag gehören Arbeitsgemeinschaften, Förder- und Freizeitangebote, Bewegung, Spiel und Sport sowie kulturelle Angebote. Zentral sind die Zusammenarbeit und Kooperationen mit Kinder- und Jugendhilfe, Kultur, Sport und anderen außerschulischen Einrichtungen.

Genderreflektierende Bildung und Erziehung sind für Ganztag von großer Bedeutung. Denn insbesondere in der außerunterrichtlichen Arbeit an Schulen gibt es die Möglichkeit, die Lebenswelten von Jungen und Mädchen pädagogisch aufzugreifen. Es ergeben sich vielfältige Möglichkeiten für Kooperationen mit Projektanbietenden. Informationen zu Gender im Ganztag bietet auch das bundesweite Programm Ideen für mehr! Ganztägig lernen.

Gendersensible Sprache

Gendersensibler Sprachgebrauch ist ein wichtiger Baustein für gendersensible Schulentwicklung. Denn Sprache beschreibt nicht nur Wirklichkeit, sondern nimmt Einfluss auf Normierungen und Machtverhältnisse und bringt diese mit hervor. Sprache prägt auch Wahrnehmung.

Rechtlich sind Schulen in Nordrhein-Westfalen durch den Runderlass des Justizministerium von 1993 und durch § 4 des Landesgleichstellungsgesetzes (PDF) dazu verpflichtet, männliche und weibliche Personenbezeichnungen zu verwenden.

Elternarbeit

Wichtig für den Erfolg gendersensibler Bildung und Erziehung ist die Sensibilisierung der Eltern für Geschlechterfragen. Oftmals ist Eltern die Bedeutung der Geschlechtszugehörigkeit ihres Kindes für die Entwicklung von Leistungsprofilen, Berufs- und Lebensplanung und allgemeiner Werteorientierung nicht bewusst. Geschlechtsspezifische Zuschreibungen und Erwartungen setzen sich häufig unreflektiert durch. Ein erster Schritt für gelingende Elternarbeit liegt in der Bewusstmachung der großen Bedeutung von Geschlecht. Zu vermeiden ist eine Emotionalisierung des Geschlechterthemas, denn sie polarisiert in der Regel und schafft keine Basis für die Verankerung der Genderperspektive.

Schulen bieten oft Elternabende zu fächerübergreifenden Themen an. In diesen Zusammenhängen ist es empfehlenswert, auch die Bedeutung von Geschlecht zu thematisieren. Das gilt beispielsweise für folgende Handlungsfelder:

  • Allgemeine Werteerziehung
  • Sexualerziehung
  • Mediennutzung
  • Leseförderung
  • Erziehung zur gesunden Ernährung
  • Umgang mit Gewalt
  • Berufsorientierung und Lebensplanung

Insbesondere die Verankerung einer gendersensiblen Berufsorientierung und Lebensplanung erfordert die Einbeziehung der Eltern, wie der Beitrag Genderorientierte Elternarbeit am Beispiel der Berufsorientierung und Lebensplanung (PDF) von Bettina Jansen-Schulz zeigt. Konkrete methodische Vorschläge zur Gestaltung eines entsprechenden Elternabends finden sich in der Marburger Fortbildungsreihe Berufsbezogene Elternarbeit (PDF, 2,4 MB) (Modul 3)

Wünschenswert ist die Verankerung der Genderperspektive in allen schulinternen Gremien, in denen Eltern vertreten sind. Nur so gewinnt die langfristige Einbeziehung geschlechtsbezogener Fragestellungen in allen schulischen Handlungsfeldern an Akzeptanz und  Selbstverständlichkeit.

Es gibt zahlreiche Anregungen für gendersensible Elternarbeit, beispielsweise für die Gestaltung von Elternabenden zu bestimmten Themen.

Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt

Schulische Bildung trägt zur Entfaltung der Persönlichkeit von Heranwachsenden bei. Dazu gehört für Schulen auch der Auftrag, Kinder und Jugendliche gegen sexualisierte Übergriffe, Gewalt und Missbrauch zu schützen. In vielen Schulen wird hierfür ein Schutzkonzept verfasst und implementiert. Hilfestellungen, um ein solches Konzept zu erarbeiten, finden sich auf der Internetseite Schule gegen sexuelle Gewalt des Unabhängigen Beauftragten für Frage des sexuellen Kindesmissbrauchs.

Informationen zu einem professionellen Vorgehen bei Kindeswohlgefährdung durch sexuellen Missbrauch bieten die Internetseite zu sexualisierter Gewalt im Bildungsportal, der Leitfaden für den konkreten Fall (PDF) der Bezirksregierung Düsseldorf sowie der Handlungsleitfaden (PDF) für Lehrkräfte der Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt in Bonn.

Besonders schwerwiegend sind Fälle, bei denen Übergriffe, Grenzverletzungen und Missbrauch durch Lehrkräfte und andere Beschäftigte in schulischen Einrichtungen verübt werden. Hierfür hat das Ministerium für Schule und Weiterbildung Empfehlungen zum Schutz der Opfer sexueller Übergriffe in Schulen und schulnahen Einrichtungen (PDF) herausgegeben. Außerdem informiert die Bezirksregierung Arnsberg über den Umgang mit Verdachtsfällen gegen Lehrkräfte und weitere Beschäftigte der Schule in dem Leitfaden Sexualisierte Gewalt in der Schule (PDF).

Gleichstellung

Das Landesgleichstellungsgesetz sieht unter anderem vor, dass an Schulen und Studienseminaren Ansprechpartnerinnen für Gleichstellungsfragen (AfG) bestellt werden können. Die MSW-Broschüre „Gleichberechtigung am Arbeitsplatz – Schulen und Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung" (PDF) informiert über die Tätigkeitsfelder der Ansprechpartnerinnen für Gleichstellungsfragen. Das Bildungsportal NRW bietet weitere Unterstützung zu den Gleichstellungsaufgaben in der Schulaufsicht und in Schule und Studienseminar. Der zweimal jährlich erscheinende Newsletter gibt aktuelle Impulse für die Gleichstellungsarbeit an Schulen und auch Anregungen für gendersensible Bildung und Erziehung.

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© 2017 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 04.10.2017