Logo Qualitäts- und UnterstützungsAgentur

Startseite Bildungsportal NRW

Orientierungsbereich (Sprungmarken)

  • Brief
  • sitemap_icon

Fachtagung "Das Miteinander gestalten"

Donnerstag, den 23. März 2017, 10:00 bis 16:00 Uhr

 Eröffnung der Tagung durch die Moderatorin Gisela Steinhauer im Plenum.     Begrüßung: Eugen-Ludwig Egyptien, Direktor QUA-LiS NRW.    Gisela Steinhauer im Gespräch mit Omar Meslmani.     Fachvortrag von Prof. Dr. Yasemin Karakasoglu, Universität Bremen.  

Fotos: Volker Theimann, QUA-LiS NRW. Beim Klick auf ein Foto öffnet sich ein vergrößertes Bild mit Kommentar.

Programm

  • Anmeldung und Stehcafé
  • Begrüßung Eugen-Ludwig Egyptien, Direktor QUA-LiS NRW
  • Gisela Steinhauer im Gespräch mit Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung in NRW und Omar Meslmani, Abiturient aus Syrien
  • Fachvortrag von Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu, Universität Bremen
    „Perspektiven und Fallstricke eines pädagogisch-professionellen Umgangs mit migrationsbedingter Diversität in der Schule“
  • Workshop-Phase I
  • Mittagspause
  • Workshop-Phase II
  • Resümee und Ausblick bei Kaffee, Tee und Gebäck

Workshopphase I

Workshop 1: Diversity Education

In Diversity-Trainings werden die Bereitschaft und die Fähigkeit einer Person gefördert, mit Unterschiedlichkeit bei Menschen, z. B. in Bezug auf Geschlecht, soziale, ethnische bzw. kulturelle Herkunft, religiöse Zugehörigkeit konstruktiv umzugehen. Im Workshop wurden das Potenzial, das in der Unterschiedlichkeit liegt und die daraus resultierenden Möglichkeiten zum Wohle der Kinder und Jugendlichen sowie der pädagogischen Kräfte der jeweiligen Einrichtung (Schule, KiTa …) thematisiert.

Ingrid Hubbig (ehemals Lehrerin, Moderatorin und Trainerin in der Lehrerfortbildung NRW)

Workshop 2: Was heißt hier eigentlich Ehre?

Pädagoginnen und Pädagogen begegnen in ihrer Arbeit immer öfter patriarchalen Strukturen und Vorstellungen von Ehre. Sie hindern Jugendliche aller Geschlechter an der freien Entwicklung ihrer Persönlichkeit, schränken die möglichen Lebensentwürfe ein, bis hin zu sogenannten Verbrechen im Namen einer vermeintlichen Ehre. Ungleichheitsvorstellungen, die uns auch im Arbeitsfeld mit (post-)migrantischen Jugendlichen begegnen, sind eine besondere Herausforderung für Fachkräfte. Aufgrund dieses Handlungsbedarfs wurden in diesem Workshop folgende Fragestellungen bearbeitet:

  • Wie funktioniert das Identitätskonstrukt Ehre?
  • Welche Mechanismen machen es funktionabel?
  • Welche Handlungskompetenzen brauchen wir Pädagoginnen/Pädagogen?
  • Wo liegen Stolpersteine?
  • Welche Bedeutung haben Herkunft und Diskriminierung? Nach einem theoretischen Input werden Reflexionen initiiert und die eigene Haltung und Handlungskompetenzen (weiter)entwickelt. Der pädagogische Ansatz von 'HeRoes' wird vorgestellt und praxisnah durch Übungen erlebbar gemacht.

Susanne Reitemeier-Lohaus, Selim Asar (Projektleitung und Referent bei HeRoes Duisburg)

Workshop 3: Umgang mit Vielfalt und Werteerziehung

Eine Gesellschaft, die von enormen Individualisierungsprozessen, unterschiedlichen Lebensformen und kulturellen, religiösen Anschauungen gekennzeichnet ist, stellt Pädagoginnen und Pädagogen sowie Akteurinnen und Akteure aller Professionen vor Herausforderungen. Die vorhandene Vielfalt sowie der Wertewandel rufen Verunsicherung bei an Bildung Beteiligten hervor. Erklärungen, geeignete Bildungseinheiten sowie konkrete Methoden und Wege für einen wertschätzenden Umgang mit Vielfalt sind aktuell gefragt. Bei dem hier angebotenen Workshop konnten sich die Teilnehmenden mit der Bedeutung der Werteorientierung auseinandersetzen. Mit ausgewählten Inhalten und Übungen wurden sie aktiviert und für eine Welt der Vielfalt sensibilisiert. Auf diese Weise wurden ihnen Wege der Verständigung und des wertschätzenden Umgangs aufgezeigt.

Ionna Zacharaki (Referentin für Integration und Interkulturalität, Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe)

Workshop 4: Interkulturelle Schulentwicklung

Schulen haben heute nicht nur einen Bildungs- und einen Erziehungsauftrag, sondern als gesellschaftlicher Akteur auch einen Integrationsauftrag. Für die Schulen bedeutet dies, entsprechende Kompetenzen (v. a. interkulturelle Kompetenz) weiter zu entwickeln. Im Rahmen von empirischen Studien an Schulen mit hohem Anteil an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund wurden Lehrkräfte dazu befragt, was für sie eine interkulturell kompetente Lehrkraft bzw. eine interkulturell kompetente Schule (IKS) ist. Die Ergebnisse der Studien bieten nicht nur Grundlage für Diskussionen, sondern dienen auch als Hilfen für die Konzipierung von Schulentwicklungsmaßnahmen. Im Workshop wurden drei zentrale Dimensionen der IKS zur Diskussion gestellt und auf Relevanz für Ihre Schule überprüft.

Prof. Dr. Ulf Over (Dipl.-Psychologe, Systemischer Berater und Therapeut, Universität Bremen)

Workshop 5: Demokratie gestalten: Eine Kultur der Anerkennung als Qualitätsmerkmal einer Schule der Vielfalt

Die Vielfalt von Lebensformen und Familienbildern sowie die Mehrsprachigkeit von Schülerinnen und Schülern und ihren Familien sind gesellschaftliche Realität und bereichern das Schulleben. Eine demokratische Schulgemeinschaft braucht dabei eine gemeinsam erlebte Praxis von gegenseitiger Achtsamkeit und Respekt. In diesem Workshop wurden Beispiele erfolgreicher Praxis betrachtet, die zum gelingenden Miteinander in Unterricht und Schulleben beitragen. Welche demokratischen Prinzipien müssen gelten, um eine diversitätssensible Schulkultur zu entwickeln? Schließlich wurde diskutiert, wie das Prinzip gegenseitiger Anerkennung im Schulprogramm verankert werden kann. Der Workshop stammt aus der Pilotierung des landesweiten Fortbildungsprogramms „Interkulturelle Schulentwicklung – Demokratie gestalten“.

Thomas Lohmeier (Moderator der staatlichen Lehrerfortbildung im Regierungsbezirk Arnsberg)

Workshop 6: Interkulturelle Fallberatung für die Schule

Im Schulalltag haben Lehrkräfte zunehmend mit schwierigen Schülerinnen und Schülern zu tun, die viel Aufmerksamkeit fordern. Die Methode der Kollegialen Fallberatung ist eine gute Möglichkeit, die Berufspraxis zu erleichtern und Belastungen zu reduzieren. Für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrungen in der Schule eignet sich der interkulturelle Beratungsansatz, um sich als Lehrkraft wieder handlungsfähig zu fühlen und mit schwierigen Situationen besser umgehen zu können. Dieser Workshop gab einen Einblick, wie man die Kollegiale Fallberatung und den interkulturellen Beratungsansatz miteinander verbinden kann.

Insa Wessendorf (Dipl.-Psychologin, Schulpsychologische Beratungsstelle der Stadt Duisburg)

Workshop 7: Sexualerziehung in der Grundschule - Wie können sensible Themen für Kinder mit Fluchterfahrung gestaltet werden?

Sexualerziehung in Grundschulen gehört zu den schulpädagogischen Aufgaben. Themen wie z. B. „Körperliche Unterschiede von Mädchen und Jungen“, „Schwangerschaft und Geburt“ oder „Prävention von sexueller Gewalt“ gilt es sensibel zu gestalten. Verschiedenste Erfahrungs- und Sozialisationshintergründe geflüchteter Kinder bedeuten eine weitere Herausforderung. Deswegen kamen im Workshop folgende Fragen zur Sprache:

  • Wie kann ich schulische Inhalte der Sexualerziehung sensibel und behutsam behandeln?
  • Kann ich es zulassen, dass Kinder abseits sitzen wollen, weil das Thema für sie angstbesetzt ist?
  • Wie kann ich Eltern über Unterrichtsplanungen umfassend informieren und mit ihnen in Kontakt kommen?
  • Welche Besonderheiten sind zu beachten, wenn Mädchen oder Jungen während ihrer Flucht Opfer und/oder Zeugin/Zeuge sexueller Gewalt geworden sind?
  • Wo und wie kann ich Unterstützung finden?
Jürgen Heintzenberg (Dipl.-Psychologe, Dozent des Instituts für Sexualpädagogik)

Workshopphase II

Workshop 8: Religiöse Vielfalt in der Schule

Zur Vielfalt in der Schule gehört auch die religiöse Pluralität. Eine positive Wahrnehmung und Sichtbarmachung dieser Vielfalt trägt zu einem gelingenden Miteinander bei. Dem stehen häufig fehlende Kenntnis und Unsicherheit entgegen. Dieser Workshop bot Gelegenheit, Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Glaubensrichtungen zu begegnen sowie Informationen auszutauschen und Beispiele aus der Praxis kennenzulernen.
Cordula Hartwig (Referentin Qualitäts- und Unterstützungsagentur – Landesinstitut für Schule, QUA-LiS NRW)

Materialtisch Weltreligionen   Materialtisch Islam   Materialtisch Judentum

Workshop 9: Förder-Assessment in der interkulturellen Lehrerbildung (FACIL)

Die Entwicklung interkultureller Kompetenz in Schulen wird heute in der Lehrerbildung weitgehend als Schulentwicklungsmaßnahme (SE) und nicht mehr als punktuelle Weiterbildungsveranstaltung für einzelne Lehrkräfte verstanden. Für eine solche SE eignet sich FACIL als einzelnes Modul, in dem Lehrkräfte einen reflektierten Blick auf ihre Stärken und Entwicklungspotentiale werfen können. Im Workshop wurde FACIL vorgestellt und die Möglichkeiten für die Arbeit mit den FACIL-Instrumenten auch im schulinternen Fortbildungsbereich diskutiert.

Prof. Dr. Ulf Over (Dipl.-Psychologe, Systemischer Berater und Therapeut, Universität Bremen)

Workshop 10: Vielfalt in Bildungseinrichtungen wahrnehmen und gestalten - Beratungs- und Unterstützungsangebote

Die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen werden insbesondere auch im Bildungssystem mit seinen Übergängen deutlich. Neu zugewanderte Kinder und Jugendliche, ihre Familien sowie die gesellschaftliche Notwendigkeit sich zu einer migrationssensiblen Schule weiter zu entwickeln, lösen in vielen Kindertageseinrichtungen und Schulen sowie Hochschulen Organisationsentwicklungsprozesse aus. Viele Kommunale Integrationszentren (KI) können mit ihren Beratungs- und Unterstützungsangeboten, Projekten und Programmen hilfreiche Partner für den Prozess der Interkulturellen Öffnung sein. Die Landesweite Koordinierungsstelle (LaKI) begleitet die KI, unterstützt die Umsetzung von Projekten und Programmen vor Ort und bietet unterschiedliche Professionalisierungsprogramme für die Praxis in KiTa, Schule und Ganztag. Im Workshop wurden Sensibilisierungsübungen für alle an KiTa und Schule Beteiligten, ein roter Faden für Organisationsentwicklungsprozesse und einige Projekte und Programme vorgestellt.

Christiane Möller-Bach, Bärbel Beninde (Landesweite Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI), Mitarbeitende des Kommunales Integrationszentrums Bielefeld)

Workshop 11: Interkulturelle Fallberatung für die Schule

Im Schulalltag haben Lehrkräfte zunehmend mit schwierigen Schülerinnen und Schülern und zu tun, die viel Aufmerksamkeit fordern. Die Methode der Kollegialen Fallberatung ist eine gute Möglichkeit, die Berufspraxis zu erleichtern und Belastungen zu reduzieren. Für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrungen in der Schule eignet sich der interkulturelle Beratungsansatz, um sich als Lehrkraft wieder handlungsfähig zu fühlen und mit schwierigen Situationen besser umgehen zu können. Dieser Workshop gab einen Einblick, wie man die Kollegiale Fallberatung und den interkulturellen Beratungsansatz miteinander verbinden kann.

Insa Wessendorf (Dipl.-Psychologin, Schulpsychologische Beratungsstelle der Stadt Duisburg)

Workshop 12: Sexualpädagogik in der Sekundarstufe I - Schülerinnen und Schüler mit Fluchterfahrung benötigen besondere Aufmerksamkeit

Lehrkräfte, die eigenständig oder in Kooperation mit außerschulischen Akteurinnen und Akteuren Sexualerziehung anbieten, sind sich bewusst, dass die kulturelle Vielfalt in ihrer Klasse besondere Aufmerksamkeit erfordert. Durch Schülerinnen und Schüler, die zum Teil Traumatisches erlebt, die eine vom Islam geprägte Erziehung erfahren haben – in einem Umfeld, das zudem kaum Alternativen aufgezeigt hat - und die zum Teil über sehr geringe Deutschkenntnisse verfügen, entstehen neue Fragestellungen, z. B.

  • Wie sind sexualitätsbezogene Inhalte so anzubieten, dass sie von den Jugendlichen angenommen werden können?
  • Gibt es entsprechende Materialien?
  • Ist es nötig mit Dolmetscherinnen und Dolmetschern zu arbeiten?
  • Können Jugendliche mit guten Deutschkenntnissen um Übersetzung gebeten werden?
Der Workshop bot Beispiele aus der Praxis, Gelegenheit zum Austausch und zur Erarbeitung von Merkpunkten für eine möglichst gelingende schulische Sexualerziehung.

Jürgen Heintzenberg (Dipl.-Psychologe, Dozent des Instituts für Sexualpädagogik)

Workshop 13: Sprache und Musik – Musikalische Lernbegleitung für Ankommende

Das Ottilie-Schoenewald-Weiterbildungskolleg der Stadt Bochum und die städtische Musikschule haben in Bochum im Jahre 2015 damit begonnen, die Wirkung der Musik in Sprachkursen zu erproben. Musikpädagoginnen der Musikschule unternahmen musikalische Aktionen mit den Sprachschülerinnen und –schülern. Das Vorhaben wurde zunächst vom Kultursekretariat NRW unterstützt und wird vom Landesverband der Musikschulen in NRW unter dem Einsatz von Landesmitteln fortgeführt. Der Workshop informierte über das Projekt und seine Perspektiven und demonstrierte die Arbeitsweise an praktischen Beispielen. Die Fotoausstellung ‚Natural diversity‘ von Heinrich Brinkmöller-Becker, die diese schulische Projektarbeit dokumentierte, war am Tagungstag im Foyer der QUA-LiS zu sehen.

Manfred Grunenberg, Rut Hammelrath (Leiter der Musikschule Bochum, Lehrerin Ottilie-Schoenewald-Weiterbildungskolleg)

Zum Resumee und Ausblick versammelten sich die Teilnehmerinnen und Teilnhemer in der Aula.   Schüler am PC Arbeitsplatz.   Lerngruppe nutzt den Schrank als Schreibunterlage.   Ordner in unterscheidlichen Farben.  

Fotos: Volker Theimann, QUA-LiS NRW. Beim Klick auf ein Foto öffnet sich ein vergrößertes Bild mit Kommentar.

Zum Seitenanfang

© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 08.10.2019