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Themenfeld 2: "In der Schule"

Methodisch-didaktische Überlegungen

In der Einführungsphase wählt die Lehrkraft Begriffe aus dem Wortfeld aus und erarbeitet sie mit den Schülerinnen und Schülern anhand des vorhandenen Lehrwerks und/oder unter Zuhilfenahme von bevorzugtem Arbeitsmaterial. Hierbei legt die Lehrkraft bei mehreren Begriffsmöglichkeiten fest, welche Variante des Wortes für die Lerngruppe passend ist, auch unter Berücksichtigung regionaler Unterschiede (z. B. Etui/Federmäppchen/Schlamper).
Zur Verdeutlichung des Wortmaterials steht passendes Bildmaterial (Fotos, Zeichnungen, Symbole) zur Verfügung und es liegen nach Möglichkeit konkrete Gegenstände bereit. Wortkarten mit den Begriffen in unterschiedlichen Herkunftssprachen helfen zur Verdeutlichung.
In der Gruppe der neu zugewanderten Schülerinnen und Schüler gibt es in der Regel Teilgruppen, die noch nicht oder in einem anderen Schriftsystem alphabetisiert worden sind. Die Arbeit mit einer solch heterogenen Gruppe sollte demzufolge in gemeinsame mündliche Erarbeitungsphasen und differenzierte schriftliche Phasen gegliedert werden. Während die schon alphabetisierten Schülerinnen und Schüler in den schriftlichen Phasen den neuen Wortschatz verschriftlichen und vertiefen können, steht diese Lernzeit den übrigen Kindern für den Schriftspracherwerb zur Verfügung. Methoden zu beiden Arbeitsphasen finden sich im Kapitel „Materialien für die Unterrichtspraxis“.

Einsatz digitaler Medien

Einsatz der Fotokamera
Die Schülerinnen und Schüler fertigen mithilfe einer Kamera Fotos von den Räumlichkeiten auf dem Schulgelände an, z. B. von Fachräumen, vom Sekretariat, von den Toiletten, von der Turnhalle, vom Lehrerzimmer, vom Hausmeisterraum und vom Schulhof.
Die Fotos können für verschiedene Zwecke verwendet werden:

  • Die Schülerinnen und Schüler fertigen Materialien für Zuordnungsübungen (Domino, Memory, Quiz o. Ä.) an.
  • Die Fotos werden beim Erstellen von Schulrallyes verwendet.
  • Die Fotos werden in LearningApps eingebunden.

Einsatz von Apps

  • Learning Apps unterstützen die Lern- und Lehrprozesse als interaktive Bausteine. Auf der LearningApps-Webseite findet sich eine Reihe vorgefertigter Apps zu unterschiedlichen Themenbereichen, die an den Unterricht angepasst und in unterschiedlichen Zusammenhängen eingesetzt werden können. Es ist auch möglich, online eigene Apps, ggf. mit multimedialen Elementen, passgenau zu einer Unterrichtsreihe zu erstellen. Es stehen unterschiedliche Übungsformate wie Bild-Wort-Zuordnung, Freies Schreiben, Kreuzworträtsel, Lückentext, Memory, Quiz und Suchsel zur Verfügung. Nicht immer muss die Lehrkraft diese Apps selbst erstellen. Am Ende einer Unterrichtseinheit ist es beispielsweise häufig motivierend, die Schülerinnen und Schüler aufzufordern, Aufgaben mit dem neu gelernten Wortschatz für ihre Klassenkameradinnen und -kameraden zu gestalten. Dies ist durch die intuitive Bedienung der LearningApps unkompliziert machbar.

Sensibilisierung für kulturelle Unterschiede

Bevor neue Schülerinnen und Schüler in die Klasse kommen, ist es ratsam, die Klassengemeinschaft dafür zu sensibilisieren, wie die Situation sich für eine Person gestaltet, die wenig oder kein Deutsch versteht und zum ersten Mal eine (deutsche) Schule besucht.
Für die Lehrkraft sind Informationen über die Biografie der Schülerinnen und Schüler aufschlussreich. Unabhängig vom Alter des Kindes kann der bisherige Schulbesuch gar nicht, im Herkunftsland oder in einem anderen Land erfolgt sein. Für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte, die in ihrem Heimatland noch keine Schule besucht haben, sollte Zeit eingeplant werden, um sie und ihre Eltern zunächst mit den üblichen Abläufen in der Schule vertraut zu machen.
Dies betrifft beispielsweise die zeitliche und örtliche Orientierung (u. a. Pflicht des täglichen Schulbesuchs, Zurechtfinden innerhalb des Schulgebäudes, Lesen des Stundenplans, Kennenlernen von Ritualen im Unterrichtsverlauf, Bekanntmachung mit Ansprechpersonen, evtl. Information über Strukturen der (Nach-)Mittagsbetreuung). Vorlagen hierzu sind im Materialpaket Schule und Zuwanderung enthalten.
Auch kulturelle und soziale Aspekte des Schullebens wie Schulregeln, Feste und Feiern im Jahresverlauf, Gestaltung von Essenssituationen, z. B. während der Frühstückspause, Pausengestaltung, Hausarbeiten, Verhalten als Mitglied der Klassengemeinschaft, verschiedene Sozialformen bei der Bewältigung von kooperativen Arbeitsaufträgen etc. sind wichtige Themen für den Unterricht.
In den meisten Herkunftsländern herrscht eine andere Schul- und Unterrichtskultur, die von einer größeren Autorität der Lehrkräfte und einem dominanteren Unterrichtsstil gekennzeichnet ist. Hier liegt eine Ursache für viele Missverständnisse, denn die Tatsache, dass der Unterricht in Deutschland viele unterschiedliche Methoden und Interaktionsformen aufweist, könnte von den Lernenden und ihren Familien als unsystematisch angesehen werden. Zugleich könnte die Autorität der Lehrperson in Frage gestellt werden. Um dies zu vermeiden, ist eine gezielte Thematisierung – sowohl mit den Eltern als auch mit den Schülerinnen und Schülern – notwendig.
Auch der Umgang mit für sie unbekannten Schulmaterialien ist nicht für alle Schülerinnen und Schüler selbstverständlich. Das Abheften von Arbeitsblättern, die Heftführung, der Einsatz unterschiedlicher Schreibwerkzeuge und Kunstmaterialien erfordert ggf. eine ausführliche Einführung.

Materialien

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© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 27.06.2019