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Themenfeld 1: "Kennenlernen"

Methodisch-didaktische Überlegungen

Schülerinnen und Schüler nehmen schon mit dem Schuleintritt erste Kontakte zu anderen Personen innerhalb der Schule auf, die verbal oder nonverbal geknüpft werden. Besonders in den ersten Wochen spielen Rituale der Begrüßung und Verabschiedung eine wichtige Rolle. Der Fokus liegt zunächst auf der mündlichen Sprachproduktion.
Durch die Rhythmisierung des Unterrichts und eine handlungsorientierte Umsetzung wird das Kennenlernen unterstützt. Kennenlernspiele, Lieder und Verse können regelmäßig zu Beginn oder am Ende des Unterrichts eingesetzt werden.
Die Vorgabe von Redemitteln erleichtert den Schülerinnen und Schülern das Erlernen von Satzstrukturen. Die Redemittel sollten oft geübt werden, damit die Lernenden sie selbstständig und sicher anwenden können. Nach der Sicherung bietet es sich an, das Sprachrepertoire zum Thema „Kennenlernen“ durch die Hinzunahme neuer Redemittel zu erweitern und nach der mündlichen Erfassung die Verschriftlichung zu vermitteln. Begrüßungsformeln in unterschiedlichen Sprachen können zu Beginn des Unterrichts im Rahmen eines wiederkehrenden Unterrichtselements verwendet und zur Visualisierung im Klassenraum aufgehängt werden.
Bei Kennenlernritualen ist es wichtig, neben der Frage „Wie heißt du?“ auch die Frage „Woher kommst du?“/„Woher kommt deine Familie?“ zu stellen. Auch wenn die Schülerinnen und Schüler zunächst keine deutschen Buchstaben beherrschen, kann man mit einer Weltkarte oder einem Globus arbeiten. In einem ersten Schritt zeigt die Lehrkraft die Herkunftsländer auf dem Globus oder auf der Karte. Die Schülerinnen und Schüler sehen zunächst nur die bunten Felder, die ihre Herkunftsländer darstellen. In einem späteren Schritt können sie sich untereinander nach ihrer Heimat befragen, z. B. im Stuhlkreis mit Hilfe einer Meldekette. Zur Markierung der verschiedenen Herkunftsländer kann mit bunten Klebepunkten oder Fähnchen gearbeitet werden.

Interview
Das Interview eignet sich als Methode für das Thema „Kennenlernen“ in besonderem Maße, da die Schülerinnen und Schüler sich am Anfang des Sprachlernprozesses befinden und somit die Mündlichkeit eine dominierende Rolle einnimmt.
Die Lernenden interviewen sich gegenseitig. Nach Beendigung eines Interviews werden die Rollen der/des Fragenden und der/des Befragten getauscht. Ziel ist es, wichtige persönliche Informationen auszutauschen und dabei das Zuhören zu trainieren. Durch die Sozialform „Partnerarbeit“ findet eine Schüleraktivierung statt. Für die Durchführung des Interviews werden den Lernenden Satzstrukturen/Phrasen vorgegeben (siehe Arbeitsblatt).


Internationale Begrüßungen
Die Lehrkraft sammelt gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern im Sitzkreis Redemittel zur Begrüßung und Verabschiedung und visualisiert sie schriftlich an der Tafel oder im Klassenraum. Einige Begrüßungsformeln sind bei den Praxismaterialien zu finden. Daran anschließend kann das Ritual eingeführt werden, dass sich die Schülerinnen und Schüler zu Beginn der ersten Schulstunde begrüßen, indem sie sich die Hand reichen und Begrüßungsformeln in wechselnden Sprachen verwenden.
Beispiele für Begrüßungsspiele wie „Begrüßungen um die Welt“ (PDF, 97 KB) und „Meine individuelle Wohlfühlzone“ (PDF, 201 KB) stehen im Bereich "Methoden und Übungen" zur Verfügung.

Einsatz digitaler Medien

Die Schülerinnen und Schüler fotografieren Kinder aus der Parallelklasse und interviewen diese mit Hilfe der zur Verfügung gestellten Arbeitsblätter. Die Interviews können mit unterschiedlichen Partnerinnen und Partnern z. B. mit Lehrkräften der neuen Schule, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der OGS oder dem Verwaltungspersonal beliebig wiederholt werden. Auf diese Weise lernen die Kinder unterschiedliche Personen aus dem Schulumfeld kennen und üben einfache Fragestellungen ein. Zur Vertiefung kann sich an eine längere mündliche Erarbeitungsphase eine schriftliche anschließen, in der Steckbriefe verfasst und die Fotos eingefügt werden. Zur Anfertigung der Steckbriefe kann ein Textverarbeitungs- oder Bildschirmpräsentationsprogramm genutzt werden.

Einsatz einer App
Die Lehrkraft und/oder die Schülerinnen und Schüler stellen mit Hilfe der kostenlosen App „Kahoot.it“ ein Quiz zusammen und setzen dieses im Unterricht ein. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich zunächst registrieren und einloggen. Der Name und eine Beschreibung des Quiz werden in der App eingegeben und der zum Quiz zugelassene Personenkreis wird festgelegt. Es müssen Fragen formuliert und zwei bis vier Antwortmöglichkeiten sowie ein Bearbeitungszeitraum angegeben werden. Das Quiz kann dann online von den Schülerinnen und Schülern durchgeführt werden.

Nutzung außerschulischer Lernorte

Interviews lassen sich auch an außerschulischen Orten wie z. B. in einer Bäckerei, in einem Friseursalon, in der Stadtbücherei usw. durchführen. Ggf. ist es sinnvoll, hierzu abgewandelte Leitfäden zur Verfügung zu stellen.

Sensibilisierung für kulturelle Unterschiede

Die Vielzahl von Schülerinnen und Schülern aus unterschiedlichen Herkunftsländern erfordert neben der Erarbeitung der sprachlichen Mittel auch die Kenntnis über kulturelle Besonderheiten bei Begrüßungsritualen. Die in Deutschland gängigen Rituale wie z. B. Hände reichen, Augenkontakt aufnehmen und die Verwendung einer situationsangemessenen Lautstärke werden vermittelt und mit den Ritualen der Herkunftsländer verglichen.
Für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte sind möglicherweise die Sitzordnung und kooperative Sozialformen (z. B. die Partnerarbeit), bei denen sich Lernende unterschiedlichen Geschlechts mischen, nicht selbstverständlich. Es ist hilfreich, solche Unterrichtsformen schrittweise einzuführen.
Bei der Kontaktaufnahme ist auch das Spannungsfeld von Nähe und Distanz ein sensibles Thema. In der Regel ist die Einhaltung eines Mindestabstandes hierzulande üblich. Situationen mit körperlicher Berührung und Gesten sollten im Unterricht thematisiert werden.

Materialien

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© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 27.06.2019