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Physik - Das Laborhelferkonzept

Eine Möglichkeit zur Förderung der Partizipation von Schülerinnen und Schülern im MINT-Bereich

Dieses Konzept wurde im Projekt Ganz In von Lehrkräften der beteiligten Projektschulen in Kooperation mit der Ruhr-Universität-Bochum und der Universität Duisburg-Essen entwickelt.

Es ist beispielhaft für das Fach Physik entfaltet, lässt sich aber problemlos auf andere MINT-Fächer übertragen.

Es richtet sich an Fachmoderatorinnen und -moderatoren der Lehrerfortbildung und enthält ein Angebot

• zur Planung von Fachfortbildungen im Blended Learning-Format,

• zur Umsetzung von Peer-Education-Ansätzen,

• zum Erproben aufbereiteter Arbeitsmaterialien zur Förderung der Partizipation von Schülerinnen und Schülern und

• zur Umsetzung von Neigungs- und Begabtenförderung im naturwissenschaftlichen Bereich.

Das Laborhelferkonzept – angelehnt an das bekannte Sporthelferkonzept – ermöglicht besonders im Bereich des Ganztags interessierten Schülerinnen und Schülern

• eine Ausbildung zur Förderung von naturwissenschaftlichen und experimentellen Kompetenzen sowie eine Ersthelferausbildung,

• eine prozessbegleitende Unterstützung von jüngeren Lernenden beim naturwissenschaftlichen Lernen in unterschiedlichen schulischen Zusammenhängen und damit einhergehend

• eine autonomieunterstützende Moderation, welche die Selbstorganisation und Eigenständigkeit der betreuten Kinder und Jugendlichen fördert.

Im Bereich Anregungen für Moderatorinnen und Moderatoren in der Lehrerfortbildung finden Sie neben einer exemplarischen Ausschreibung und einem exemplarischen Ablauf einer Fortbildung oder Beratung weiteres Moderationsmaterial in Form einer Powerpoint-Präsentation mit den wesentlichen Informationen zum Laborhelferkonzept.

Im Bereich Aus der Praxis für die Beratung und Fortbildung erwarten Sie ausgewählte Materialien zum Laborhelferkonzept sowie eine Beschreibung der konzeptionellen Umsetzung an einer Schule.

Projektbeteiligte

Die Materialien für das Laborhelferkonzept im Bereich Aus der Praxis für die Beratung und Fortbildung werden für das universitäre Modul der Laborhelferausbildung genutzt. Sie sind im Rahmen des Projekts Ganz In und einer Promotion von Thomas Schlake an der Universität Duisburg-Essen in Kooperation mit Prof. Dr. Härtig (Universität Duisburg-Essen), Prof. Dr. Krabbe (Ruhr-Universität Bochum) und Prof. Dr. Fischer (Universität Duisburg-Essen) entstanden. 

Anregungen für Moderatorinnen und Moderatoren in der Lehrerfortbildung

Exemplarische Ausschreibung für ein Fortbildungsangebot

Die „Exemplarische Ausschreibung für ein Fortbildungsangebot“ kann als Anhaltspunkt genutzt werden, um eine Fachfortbildung zum Laborhelferkonzept in einem Fortbildungskatalog zu bewerben. Sie enthält Informationen

  • zu fachdidaktischen Intentionen,
  • zu möglichen Inhalten und zur Konzeption der Fortbildung sowie
  • zur Kontextualisierung im Referenzrahmen Schulqualität NRW.

 Exemplarische Ausschreibung (Word, 68 KB)

Exemplarischer Ablauf einer Beratung oder Fortbildung

Ein exemplarischer Ablauf einer Fortbildung zum Laborhelferkonzept in einem Blended Learning-Format ist in einer Powerpoint-Präsentation und etwas ausführlicher in einer Worddatei als tabellarische Übersicht dargestellt. Die Beschreibung des Ablaufs dient dazu,

  • eine Fortbildungsberatung durchzuführen,
  • eine mögliche Modularisierung der Fortbildung mit Phasen der Auseinandersetzung mit dem Konzept und den Materialien, der Erprobung im Unterricht sowie der Reflexion und Weiterentwicklung zu demonstrieren oder
  • sie als Einstieg in eine Fortbildungsreihe einzusetzen, um die Struktur der Fortbildung hervorzuheben.

Exemplarischer Ablauf (PPT, 506 KB)

Exemplarischer Ablauf (Word, 172 KB)

Moderationsmaterial

Das Moderationsmaterial in Form einer Powerpoint-Präsentation zum Laborhelferkonzept beschreibt diesen Ansatz als eine Möglichkeit zur Förderung der Partizipation von Schülerinnen und Schülern im MINT-Bereich, hier am Beispiel für das Fach Physik. Sie enthält Folien, welche zur Gestaltung eines Inputs im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung oder Beratung von Fachschaften genutzt werden können. Sie kann je nach Bedarf individuell angepasst werden.

In den jeweiligen Notizenfeldern innerhalb der Powerpoint-Präsentation finden sich zum Teil weitere Hinweise oder Verweise auf aktuelle Fachliteratur.

Laborhelferkonzept - Präsentation (PPT, 879 KB)

Aus der Praxis für die Beratung und Fortbildung

Materialien zum externen Seminar der Laborhelferausbildung

Die Dokumente zum externen universitären Modul der Laborhelferausbildung geben einen Überblick über Zielsetzungen, Inhalte und den Ablauf dieses Ausbildungsteils. Dabei werden den Schülerinnen und Schülern im Alfried Krupp-Schülerlabor der Ruhr-Universität Bochum sehr praxisorientiert Kompetenzen für eine autonomieunterstützende Moderation und Anleitungsstrategie im Sinne einer Peer-Education vermittelt.

Im Einzelnen handelt es sich um folgende Materialien:

Überblick über die Laborhelferausbildung (M1) (Word, 53 KB) – Das im Schülerlabor angebotene Modul wird erläutert und die Einordnung in das Gesamtkonzept der Ausbildung wird verdeutlicht.

Ablauf der Laborhelferausbildung (M2) (Word, 456 KB) – Ein beispielhafter und zeitlich gegliederter Ablaufplan konkretisiert die Struktur des eintägigen Moduls.

Erläuterung der Variablen-Kontroll-Strategie (M3) (Word, 550 KB) – Die Präsentationsfolien mit Arbeitsaufträgen, Informationen und Materialien beziehen sich auf ein beispielhaft durchgeführtes Experiment, ergänzt durch Hinweise zum Einsatz, und verdeutlichen physikalische Hintergründe.

Erläuterung des Betreuungskonzeptes zur Autonomieunterstützung (M4) (Word, 374 KB) – Präsentationsfolien mit Arbeitsaufträgen, Informationen und Materialien sowie ergänzenden Hinweisen vermitteln als Einführungsvortrag ein grundlegendes Verständnis des Betreuungskonzeptes für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler.

Materialien zur Stationsarbeit (M5) (Word, 1,1 MB) – Hier werden zentrale, für die Durchführung des Moduls notwendige Materialien dargestellt und erläutert.

Videotranskripte zur Stationsarbeit (M6) (Word, 99 KB) – Die beispielhafte Mitschrift von Videos mit gelungenen und weniger gelungenen autonomieunterstützenden Moderationsversuchen verdeutlicht die Besonderheiten des Betreuungskonzeptes anschaulich und nachvollziehbar.

Anleitung „Rollenspiele mit Beobachterinnen / Beobachtern“ (M7) (Word, 69 KB) – Das Dokument bietet Hilfen zur Vorbereitung der am Modul teilnehmenden Schülerinnen und Schüler auf ihre Rollenspiele in Betreuungssituationen.

Vorschläge zur Reflexionsphase (M8) (Word, 46 KB) – Hier werden Vorschläge für eine vertiefende und sichernde Reflexion der neu erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten zusammengefasst.

Konzeptionelle Umsetzung am Gymnasium der Gemeinde Steinhagen

Steinhagener Gymnasium

Am Cronsbach 1

33803 Steinhagen

05204/997851

post@steingy.de

Schulleiter: Herr Binder

Bezirksregierung Detmold

Netzwerke / Projekte

  • Projekt "Ganz In. Mit Ganztag mehr Zukunft. Das neue Ganztagsgymnasium NRW."
  • MINT-EC-Schule
  • MINT-freundliche Schule
  • Schule der Zukunft - Bildung für Nachhaltigkeit 2016-2020
  • Netzwerk „Zukunftsschulen NRW“
  • Bilinguales Gymnasium

Druckversion des gesamten Praxisbeispiels (PDF, 843MB)

Das Laborhelferprojekt

Ausbildung von Schülerinnen und Schülern ab dem Jahrgang 8 als Laborhelferinnen und -helfer zur Betreuung von jüngeren Schülerinnen und Schülern bei naturwissenschaftlichen Tätigkeiten

Das Laborhelferprojekt am Steinhagener Gymnasium, ein Ganztagsgymnasium in Steinhagen, ist Teil des sogenannten Galileo-Profils im Wahlpflichtunterricht der Mittelstufe. In den Fächern Physik, Biologie und Chemie durchlaufen interessierte Schülerinnen und Schüler in Modulen die Ausbildung zu Laborhelferinnen und Laborhelfern, um naturwissenschaftliche Angebote für Jüngere anzubieten oder zu betreuen: 

Laborhelferprojekt Moduldarstellung

Entwickelt wurden die Module im Projekt Ganz In mit mehreren Schulen und wissenschaftlicher Begleitung durch die Ruhr-Universität Bochum und die Universität Duisburg-Essen, Fachdidaktik Physik. Mit der Ausbildung zur Laborhelferin / zum Laborhelfer erwerben die Schülerinnen und Schüler einen Qualifikationsnachweis, der sie zum Einsatz als Laborhelferin / Laborhelfer berechtigt.

Ausgangslage

Die Idee zum Laborhelferprojekt ist an das Konzept der Sporthelferausbildung in Nordrhein-Westfalen angelehnt, bei dem 13 bis 17 Jahre alte Schülerinnen und Schüler Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote für Kinder und Jugendliche in Schulen oder Sportvereinen anbieten oder betreuen.

Im Projekt Ganz In wurde diese Idee für das Fach Physik aufgegriffen und vom Steinhagener Gymnasium auf die Naturwissenschaften insgesamt ausgeweitet. Die Naturwissenschaften haben einen sehr hohen Stellenwert am Steinhagener Gymnasium, beispielsweise durch die Möglichkeit,

  • in der Erprobungsstufe ein „Nawi-Studio“,
  • in der Mittelstufe das Galileo-Profil und
  • in der Oberstufe neben dem Projektkurs „Energie & Zukunft“ alle NW-Kurse auch als Abiturfach zu wählen.

Am Steinhagener Gymnasium wird somit das Konzept der Laborhelferausbildung von den drei Fachschaften Physik, Biologie und Chemie getragen und vernetzt.

Ziele und Qualitätsmerkmale

Das Steinhagener Gymnasium möchte seine Schülerinnen und Schüler für die Naturwissenschaften begeistern, vor allem das „praktische Erleben“ durch Schülerexperimente in einem handlungsorientierten Unterricht intensiv pflegen und fördern und das Ganztagsangebot bereichern.

Mit dem Laborhelferprojekt wird die Zielsetzung verbunden, die „Betreuungskompetenz“ der Schülerinnen und Schüler zu fördern:

  • Wie spreche ich vor einer Schülergruppe?
  • Wie leite ich zum Experimentieren an?
  • Wie erkläre oder reflektiere ich naturwissenschaftliche Zusammenhänge?
  • Wie unterstütze ich die Autonomie der jüngeren Schülerinnen und Schüler?

Die Laborhelferausbildung unterstützt im Wesentlichen auch das freiwillige Engagement der Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Praxisbausteine.

Prozessschritte

Die jeweilige Planung des Angebots in den Fächern Physik, Biologie und Chemie wird in den Sitzungen der Fachschaften beziehungsweise in den sogenannten MINT-Dienstbesprechungen aufeinander abgestimmt. In der Lehrerkonferenz wird das gesamte Kollegium informiert. Das Galileo-Profil wird von ca. 50 Schülerinnen und Schülern angewählt. Die Fächer Physik, Biologie und Chemie liegen parallel im Stundenplan. Die Schülerinnen und Schüler verteilen sich auf die drei Fächer und rotieren während des 1. Halbjahres im Modul 1.

    Modul 1: Theorie – Jg. 8, 1. Halbjahr
  • Umgang mit Geräten / Fachmethoden
  • Sicherheit
  • Eigene Ideen / Experimente entwickeln in fachlichen Kontexten
  • Dokumentation und Präsentation

⇒ in allen 3 Fächern im Galileo-Profil (dreistündig) über 4 bis 5 Wochen pro Fach


    Modul 2: Praxis – Jg. 8, 2. Halbjahr
  • Mitwirkung bei den Grundschul-Nawi-Besuchen: Pro Schuljahr insgesamt 8 Grundschultage (jeweils zum Ende des Schulhalbjahres) mit Experimenten an Stationen im Steinhagener Gymnasium
  • Betreuung eines Mittagspausen-Angebots, z. B. das Experiment "Mausefallen-Auto"
  • Mitarbeit beim Tag der offenen Tür: Die Laborhelferinnen und -helfer unterstützen die Leistungskurse bei der Präsentation einer Chemie- und Physik-Show; sie bieten Schülerexperimente an oder konzipieren eine Ausstellung.

    Modul 3: Seminar – Jg. 9, 1. Halbjahr
  • Im Schülerlabor der Ruhr-Universität Bochum: Seminar mit den Schülerinnen und Schülern zum Kennenlernen und Einüben eines autonomieunterstützenden Betreuungsverhaltens
  • Das Modul 3 findet im direkten Anschluss an die erste Praxiserfahrung aus Modul 2 statt.

    Ersthelfer-Ausbildung: Seminar – Jg. 9, 2. Halbjahr
  • Die Ersthelfer-Ausbildung findet im Rahmen einer Kooperation mit den regionalen Hilfsorganisationen statt.

    Weitere Praxis ab Jg. 9 und Zertifizierung im Jg. 10, 1. Halbjahr
  • Die Laborhelferinnen und Laborhelfer bieten bis zum Abitur naturwissenschaftliche Angebote wie in Modul 2 beschrieben an.
  • Eine Zertifizierung der Laborhelferausbildung erhalten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines Festaktes zu Beginn der Jahrgangsstufe 10.

Gelingensbedingungen und Herausforderungen

Insbesondere an den Grundschultagen sind jeweils etwa 24 Laborhelferinnen und Laborhelfer pro Tag im Einsatz. Dieser Herausforderung stellt sich das Steinhagener Gymnasium gern, denn:

  • Das fächerübergreifende Konzept ist für die Schule ein Erfolg.
  • Die Begeisterung der Mädchen für die Naturwissenschaften ist dem Projekt sicherlich auch durch die pädagogischen Anteile immanent.
  • Die Schülerinnen und Schüler haben das Gefühl, mit ihren Aufgaben ernst genommen zu werden und sich mit Engagement einbringen zu können.
  • Die Kooperation mit der Universität im Rahmen des dritten Moduls ist eine gelungene Bereicherung der konzeptionellen Umsetzung.
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