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Feedback und Beratung

Der Bereich Feedback und Beratung beinhaltet vor allem Unterstützungsmaterialien zum Lerncoaching als Schulentwicklungsthema. Die Materialien können im Rahmen einer Prozessberatung eingesetzt werden. Die schulischen Konzepte aus der Praxis umfassen verschiedene Beispiele, wie die Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern durch Feedback und Beratung unterstützt werden können.

Im Überblick:

Beratung von LernendenDie Entwicklung einer Feedback- und Beratungskultur gewinnt im schulischen Alltag zunehmend an Bedeutung. Vielen Schulen ist es ein Anliegen, durch individuelle Beratungs- und Feedbackangebote beispielsweise die Lernmotivation, die Selbstwirksamkeit, aber auch den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern zu fördern.

Die Anregungen für Moderatorinnen und Moderatoren in der Lehrerfortbildung können insbesondere für Schulentwicklungsberaterinnen und -berater zur Unterstützung, Begleitung und Beratung von Schulen genutzt werden. Im Wissen um die Tatsache, dass Lerncoaching nur eine von zahlreichen Facetten des Lehrerberufs ist, wurde diese innerhalb eines Teilprojekts in das Zentrum gestellt. Dabei fokussieren die Angebote das Thema Lerncoaching als eine Form von Feedback und Beratung. Die Aufgabe des sogenannten Lerncoachs bzw. der dazu befähigten Lehrkraft besteht unter anderem darin, die individuellen Lernstände der Schülerinnen und Schüler zu diagnostizieren und mit ihnen daraufhin gemeinsam passgenaue Lerntechniken und Lernstrategien zu entwickeln und einzuüben. Dadurch können Schülerinnen und Schüler dazu angeleitet werden, ihr Lernen und ihre Lernwege selbstständig zu reflektieren und zu steuern, gezielt Entscheidungen zu treffen und stärker Verantwortung für ihre Lernergebnisse zu übernehmen. Das Lerncoaching kann sowohl als Maßnahme innerhalb des Unterrichts als auch innerhalb einer Einzelberatung geschehen.

Die hier vorgestellten Angebote haben nicht eine Ausbildung von Lehrkräften zu Lerncoachs zum Gegenstand.

Im Bereich Aus der Praxis finden Schulentwicklungsberaterinnen und -berater für ihre Beratung oder Fortbildung verschiedene Formate der Lernberatung und des Feedbacks einzelner Gymnasien, die jeweils unterschiedliche Akzente bei der Entwicklung und Implementation ihrer Konzepte setzen. Ein Materialpool mit ausgewählten Dokumenten aus der Praxis der jeweiligen Schulen ergänzt das Angebot.

Anregungen für Moderatorinnen und Moderatoren in der Lehrerfortbildung

Exemplarische Ausschreibung

Die exemplarische Ausschreibung für ein Beratungs- oder Fortbildungsangebot zu Lerncoaching stellt ein Angebot dar. Einzelne Textbausteine können beispielsweise genutzt werden, um ein Angebot zur Schulentwicklungsberatung zu verfassen.

Sie fokussiert die Beratung und Unterstützung beim schuleigenen Implementationsprozess, thematisiert aber auch Grundlagen von Lerncoaching im Kontext von Beratung und greift die im Bereich Aus der Praxis dargestellten Praxisbeispiele auf.

Exemplarischer Ablauf einer Beratung oder Fortbildung

Mit dem Dokument Lerncoaching: Ein möglicher Implementationsprozess wird ein Beispiel eines Beratungsprozesses angeboten, mit dem wichtige Meilensteine der Entwicklungsarbeit zum Thema Lerncoaching Schritt für Schritt geplant werden können. Aufgrund der Komplexität des Schulentwicklungsprozesses empfiehlt sich hier insbesondere die Unterstützung und Beratung durch Schulentwicklungsberaterinnen und -berater.

Das Vorgehen ist dabei am Handbuch Schulentwicklung und Schulentwicklungsberatung von Buhren und Rolff (2018) ausgerichtet. Für alle Phasen werden zudem methodische Hinweise für die Entwicklungsarbeit in der Schule gegeben.

Die Gegebenheiten an der Einzelschule sind unterschiedlich und bedingen, welcher Schritt als nächstes sinnvoll erscheint oder an welcher Stelle der Beratungsprozess ansetzt. Demzufolge ist ein lineares Durchlaufen der Implementationsschritte nicht für jede Schule der richtige Weg.

Der modulare Aufbau des Dokuments bietet auch Schulen, die sich bereits auf den Weg gemacht haben, Werkzeuge beispielsweise zur Fortschreibung oder Evaluation ihres Lerncoachingkonzepts. Die einzelnen Phasen, Schritte und Methoden des vorgeschlagenen Implementationsprozesses lassen sich auch auf andere schulische Entwicklungsvorhaben übertragen.

Literatur:

Buhren, C. & Rolff, H.-G. (Hrsg.). (2018). Handbuch Schulentwicklung und Schulentwicklungsberatung. 2. Auflage. Weinheim: Beltz.

Moderationsmaterial

Basismaterial zum Lerncoaching

Das Basismaterial zum Lerncoaching ist in einer Powerpoint-Präsentation zusammengefasst, die gleichermaßen für die Moderation beispielsweise eines Pädagogischen Tages zur (Weiter-)Entwicklung des schuleigenen Lerncoachingkonzepts genutzt und angepasst werden kann. Innerhalb der Präsentation ermöglichen entsprechende Verlinkungen eine gezielte Auswahl von Bereichen, die für den jeweiligen Beratungskontext relevant sind. Weitere Informationen zum Thema und Literaturhinweise sind ebenfalls verlinkt und individuell anwählbar sowie in den Notizenfeldern innerhalb der Powerpoint-Präsentation zu finden.

Die Präsentation thematisiert

  • Grundlagen des Coachings
    • Lerncoaching im Kontext von Beratung
    • Was ist Lerncoaching?
    • Der Lerncoaching-Prozess
  • Lerncoaching in der Praxis
    • Implementation von Lerncoaching an der Schule
    • Schulbeispiele und Materialien

Die Präsentation schließt mit dem Verweis auf ausgewählte Schulbeispiele zum Lerncoaching, die auch im Bereich Aus der Praxis zu finden sind.

Checkliste zur Umsetzung von Lerncoaching an der Schule

Als Ergänzung zum beispielhaften Implementationsprozess zum Lerncoaching kann eine Checkliste Schulen bei der Gestaltung eines komplexen Schulentwicklungsprozesses unterstützen. Sie bietet im Kontext von Personal- und Organisationsentwicklung exemplarische Fragestellungen an, die mögliche Ansatzpunkte für die Arbeit am Lerncoachingkonzept sichtbar machen. Die Fragestellungen sind den entsprechenden Phasen im Implementationsprozess zugeordnet. Die Bereitstellung als Worddatei ermöglicht eine individuelle Anpassung der Fragen.

Literatur, Projekte und Praxis

Die kommentierte Literatur-, Projekt- und Praxisliste zum Lerncoaching ist analog zu den Bereichen innerhalb der Powerpoint-Präsentation gegliedert. Für die Schulentwicklungsberatung liefert sie Fundstellen für weitere Informationen zum Thema.

Aus der Praxis für die Beratung und Fortbildung

Schülerinnensprechtag in der Erprobungsstufe - St.-Ursula-Gymnasium Aachen

St.-Ursula-Gymnasium

Bergdriesch 32-36

52062 Aachen

0241-47030435

sekretariat@st-ursula-aachen.de

Schulleiter: Herr Biemans

Bezirksregierung Köln

Netzwerke / Projekte

  • Projekt "Lernpotenziale. Individuell fördern im Gymnasium."
  • Netzwerk „Zukunftsschulen NRW“
  • MINT freundliche Schule

Druckversion des gesamten Praxisbeispiels (PDF, 888 KB)

Ein Schülerinnensprechtag in der Erprobungsstufe

Das St.-Ursula-Gymnasium - ein Mädchengymnasium in der Stadt Aachen – implementierte im Projekt Lernpotenziale Lernzeitaufgaben in den Lernzeiten mit dem Schwerpunkt:

Den eigenen Lernweg finden und die Ergebnisse in den Unterricht integrieren – unterstützt durch den halbjährlichen Schülerinnensprechtag in der Erprobungsstufe

Die Schülerinnen arbeiten in den Lernzeiten an Lernzeitaufgaben, die sie mit Hilfe eines Studienbuches organisieren.

Jede Schülerin hat in ihrem Studienbuch eine Übersicht zur Selbsteinschätzung ihres Arbeitsverhaltens während der Lernzeiten. In einer Stunde mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer erhält jede Schülerin zusätzlich einen ausführlicheren Reflexionsbogen zur Selbsteinschätzung des Arbeits- und Sozialverhaltens in den Lernzeiten und im Unterricht.

Er dient als Grundlage für ein 5-Minuten-Gespräch, das am Schülerinnensprechtag jeweils in einer Doppelstunde mit den Klassenlehrerinnen oder Klassenlehrern bzw. deren Stellvertretenden stattfindet. Für die Jahrgangsstufe 6 gibt es außerdem die Gelegenheit, bei Themen, die speziell ein Fach betreffen, mit den entsprechenden Fachlehrkräften zu sprechen.

Durch das Einzelgespräch kann die Rückmeldung sehr individuell unterstützend sein. Die Schülerinnen erhalten so ein gezieltes Feedback zu ihren Stärken und zu den Lernbereichen, an denen sie noch arbeiten sollten.

Am Ende des Gesprächs markiert jede Schülerin auf ihrem Reflexionsbogen einen Aspekt, auf den sie im folgenden Schulhalbjahr besonders achten möchte.

Ausgangslage

In der Schule waren bereits Lernzeitmappen und Studienbücher mit Selbsteinschätzungsbögen etabliert, in welche alle Beteiligten regelmäßig das Arbeits- und Sozialverhalten im Unterricht und den Lernzeiten dokumentierten. Hinzu kam der Wunsch der Schülerinnen nach Schülerinnensprechtagen.

Ziele und Qualitätsmerkmale

Die Möglichkeiten zur Selbsteinschätzung unterstützen die Schülerinnen bei der Findung ihres eigenen Lernweges. Als Ziele stehen im Vordergrund,

  • die Ergebnisse der Selbstreflexion für den Unterricht nutzbar zu machen sowie
  • alle Schülerinnen zu bestärken, ihren eigenen Lernweg zu finden.

Unbedingt notwendig hierfür sind

  • die klare Abkopplung der Beratungsgespräche von der Notengebung,
  • die Transparenz des Verfahrens für alle Beteiligten,
  • der vertrauensvolle Umgang miteinander und mit allen Daten sowie
  • die Bereitschaft zum Rollenwechsel, um Gespräche auf Augenhöhe zu ermöglichen.

Prozessschritte

  • 2014
    • Idee: Die Schule möchte die bereits in den Lernzeitmappen vorhandenen Selbsteinschätzungsbögen aller Lernenden in den Unterricht einfließen lassen.
  • Ende 2014
    • Auftrag: Die Lehrerkonferenz und die Schulkonferenz beauftragen eine Projektgruppe von Lehrkräften, diese Idee im Rahmen des Projekts Lernpotenziale zu bearbeiten.
  • März 2015
    • Ausschärfung der Idee: Die Zielsetzung wird mittels der SMART-Kriterien konkretisiert hinsichtlich
      • einer Begrenzung auf die Erprobungsstufe,
      • des inhaltlichen Fokus auf das Lern- und Arbeitsverhalten,
      • der Beratung durch die Klassenlehrerteams und später Fachlehrkräfte (Jg. 6) sowie
      • der zeitlichen Verortung an Schülerinnensprechtagen.
  • Sommer 2015
    • Organisation: Die organisatorischen Vorbereitungen erfolgen durch die Erprobungs- und Mittelstufenkoordination in enger Absprache mit der Schulleitung.
  • September 2015
    • Start der Pilotphase: Erprobung der Materialien und Beratungsgespräche in einzelnen Klassen
  • Schuljahr 2015/2016
    • Evaluation der Pilotphase: Befragung der Lernenden und des Kollegiums
    • Nachsteuerung:
      • Die Dokumentation des Arbeits- und Sozialverhaltens in den Lernzeiten wird durch die Einführung von Stempeln als Rückmeldung - auch an die Eltern - vereinfacht.
      • Die Klassenlehrerteams und Schülerinnen füllen die Selbsteinschätzungsbögen unabhängig voneinander aus und gleichen sie miteinander ab. Alternativ geben die Schülerinnen ihre Bögen zum Abgleich beim Klassenlehrerteam ab.
      • Für die 5-Minuten-Gespräche werden Zusatzstunden für die Klassenlehrerteams geschaffen. Die Gespräche mit den Fachlehrkräften finden in den Lernzeiten statt.
  • Schuljahr 2016/2017
    • Implementation des Schülerinnensprechtags in der gesamten Erprobungsstufe
    • Durchführung des Schülerinnensprechtags im Jahrgang 5 am Ende des Schuljahres, ab dem Jahrgang 6 am Ende des Schulhalbjahres
  • Nächste geplante Prozessschritte
    • Evaluation mit Blick auf den Aspekt der Steigerung des Lernerfolgs
    • Verschriftlichung des Konzepts im Schulprogramm
    • Ausweitung des Schülerinnensprechtags auf die Jahrgangsstufen 7 und 8

Gelingensbedingungen und Herausforderungen

Gelingensbedingungen:

  • Die Organisation erfolgt in enger Kooperation der Erprobungs- und Mittelstufenkoordination.
  • Alle Schülerinnen erhalten im Rahmen eines Trainings in der Startphase der Jahrgangsstufe 5 eine Einführung in die Arbeit mit den Selbsteinschätzungsbögen.
  • Die Einrichtung einer Klassenleitungsstunde unterstützt die Umsetzung des Beratungskonzepts.

Herausforderungen sind

  • die klare Organisation mit Blick auf die Besonderheiten der Lerngruppen,
  • die Trennung von Beratung und Benotung sowie
  • die Verankerung des selbstregulierten Lernens als Methode zur Förderung der Selbstverantwortung.

Materialpool

Lerncoaching – Gymnasium St. Christophorus Werne

Gymnasium St. Christophorus

Kardinal-von-Galen-Straße 1

59368 Werne

02389 9804-0

christophorus-gym@bistum-muenster.de

Schulleiter: Herr Schröer

Bezirksregierung Arnsberg

Netzwerke / Projekte

  • Projekt "Lernpotenziale. Individuell fördern im Gymnasium.“
  • Netzwerk "Zukunftsschulen NRW“
  • MINT freundliche Schule
  • Europaschule

Druckversion des gesamten Praxisbeispiels (PDF, 804 KB)

Projekt: Lerncoaching für alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 6-Q2

Bild zum Lerncoaching am Gymnasium St. Christophorus

    Im Rahmen des Projektes „Lernpotenziale. Individuell fördern im Gymnasium.“ entwickelte das Gymnasium St. Christophorus ein umfangreiches Lerncoachingkonzept. Die Schülerinnen und Schüler, die ihr Lern- und Arbeitsverhalten verändern möchten, erhalten die Möglichkeit, an verschiedenen Coachingangeboten teilzunehmen:
  • Gruppencoaching (3-5 Schülerinnen und Schüler und 1-2 Lerncoaches)
  • Paarcoaching (2 Schülerinnen und Schüler und 1 Lerncoach)
  • Einzelcoaching (1 Schülerin oder Schüler und 1 Lerncoach)
  • Für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 steht zunächst das Ankommen an der Schule im Vordergrund. Bei Bedarf können aber auch die Lernenden der Klasse 5 im Laufe des Schuljahres das Lerncoaching-Angebot in Anspruch nehmen. In der Regel findet das Lerncoaching am Nachmittag in der 7. oder 8. Stunde statt. Aktuell gehören 14 Lehrerinnen und Lehrer zum Lerncoachingteam und haben an Fortbildungen zum Lerncoaching teilgenommen.

Ausgangslage

Das Gymnasium St. Christophorus reagierte mit seinem Lerncoachingkonzept auf die steigende Heterogenität der Schülerschaft. Erfahrungen in Förderkursen zeigten, dass die Lernschwierigkeiten der Lernenden nicht allein mit fachlicher Hilfestellung zu beheben waren. Auch die Lerntechniken, die im Bereich des „Lernen lernens“ als methodische Kompetenzen vermittelt wurden, konnten nicht ohne weiteres von allen Lernenden selbstständig umgesetzt werden. In diesem Bereich fehlte es an einem Angebot einer individuellen Beratung.

Ziele und Qualitätsmerkmale

Das Lerncoaching bietet die Möglichkeit, im Dialog mit den Schülerinnen und Schülern ihre Situation zu beleuchten und sie bei der Entwicklung eigener Lernwege zu begleiten. Ziel ist es, dass die Lernenden

  • ihre Lernprozesse besser verstehen,
  • sich ihrer Ressourcen bewusst werden,
  • Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess übernehmen.

In diesem Zusammenhang erarbeiten sie sich eigenständige Lösungswege zur Optimierung ihrer Lernprozesse. Dabei können sie Möglichkeiten zur Reflexion sowie eine selbstgesteuerte Motivation entwickeln.

Konkret erarbeiten sie sich individuelle Lernstrategien, Möglichkeiten der Lern- und Materialorganisation sowie Lerntechniken.

Das Gruppencoaching bietet zusätzliche Perspektiven, die im gegenseitigen Feedback zum Ausdruck kommen.

Die Lerncoaching-Qualifizierung der Lehrkräfte trägt zu ihrer beruflichen Professionalisierung bei, eröffnet ihnen einen erheblichen Kompetenzzuwachs und führt durch die Arbeit im Team zu einer hohen Arbeitszufriedenheit und zur Identifikation mit der Schule.

Prozessschritte

Im Schuljahr 2014/15 entstand der Wunsch, die Schülerinnen und Schüler im Förderkurs kompetenter begleiten zu können. Zudem sollte ein individuelles Beratungsangebot für alle Schülerinnen und Schüler entstehen, die Veränderungen in ihrem Lernen wünschen. Hieraus resultierte der Bedarf, die Beratungskompetenz von Kolleginnen und Kollegen durch eine Fortbildung zu stärken.

Im Mai 2015 wurde die Teilnahme am Netzwerkprojekt „Lernpotentiale II“ mit der Zielvereinbarung eingeleitet. Der Implementationsprozess wurde durch diese Teilnahme unterstützt. Der Austausch mit anderen Netzwerkschulen und der professionelle Input durch Moderatorinnen und Moderatoren und Referentinnen und Referenten wurden als gewinnbringend erlebt. Fokussiert wurde die Einrichtung von Lerncoaching zunächst in der Jahrgangstufe 8, parallel zum Förderkursangebot, und in der Einführungsphase. Man suchte nach einem passenden Fortbildungsangebot und sicherte die Finanzierung.

Zwischen Februar und Dezember 2016 wurden 8 Lehrkräfte zu Lerncoaches im Rahmen von insgesamt fünf Modulveranstaltungen ausgebildet. Die Zwischenzeit wurde zur Erprobung und Modifizierung des Erlernten im eigenen Schulteam genutzt und mit ausgewählten Schülerinnen und Schülern der eigenen Schule erprobt. Die gesammelten Erfahrungen wurden sowohl im Team der Coaches als auch bei der jeweils folgenden Fortbildungseinheit reflektiert (M04). Der Ausbildungsprozess wurde durch schulinterne, regelmäßige Teamsitzungen der beteiligten Lehrerinnen und Lehrer unterstützt. Hierbei wurden Aufgaben verteilt, zum Beispiel

  • Entwicklung von Material,
  • Raumgestaltung,
  • Aufbau einer Organisationsstruktur,
  • Abstimmungen mit der Schulleitung über Ressourcen und Entlastung,
  • Erarbeitung eines Schulkonzepts sowie
  • Öffentlichkeitsarbeit.

Nach abgeschlossener Ausbildung, konzeptioneller Vorarbeit und ersten Coachingerfahrungen wurde das Kollegium in einer Lehrerkonferenz (M02) über das Lerncoachingkonzept informiert. Es erfolgte die Beschlussfassung, das Lerncoaching als Teil der individuellen Förderung an der Schule zu implementieren.

Im folgenden Schuljahr startete das Lerncoachingangebot und wurde im Lerncoachingteam zunehmend erweitert und professionalisiert. Mit Unterstützung der Schulleitung wurde das Angebot allen Beteiligten in den entsprechenden Konferenzen und an geeigneten Orten im Schulgelände (Informationswand im Lehrerzimmer und in der Aula, auf der Homepage der Schule) bekannt gemacht.

Es wurden organisatorische Möglichkeiten für die Terminfindung der Coachingsitzungen und die Dokumentation der Arbeit der Coaches entwickelt. Das Angebot überzeugte alle Beteiligten und wurde als sehr förderlich für das Lern- und Schulklima empfunden. Weitere Lehrkräfte der Schule erhielten die Gelegenheit, sich ebenfalls zu Lerncoaches ausbilden zu lassen, und konnten in das Team integriert werden.

Das Angebotsportfolio ist mittlerweile breit aufgestellt:

  • Einzelcoaching
  • Gruppencoaching
  • Paarcoaching
  • Workshops, z.B. zur Vorbereitung auf die mündliche Abiturprüfung oder zur Arbeitsorganisation im Rahmen der Facharbeit

Gelingensbedingungen und Herausforderungen

Die Schule verfügt über ein gutes Raumangebot, das Beratungs- und Klassenräume voneinander trennt. Diese räumliche Trennung von gemeinsamem Arbeiten im Lerncoaching und konkreter Unterrichtssituation durch extra eingerichtete Lerncoachingräume erleichtert den Coachees und Coaches den inneren Rollenwechsel. Alle Räume sind umfangreich mit Material und allen nötigen Arbeitsblättern ausgestattet. Formulare und Materialien stehen analog und digital allen Coaches zur Verfügung.

Bei der Zusammensetzung des Lerncoachingteams wurde neben dem Interesse der einzelnen Lehrkräfte auch auf Diversität in Bezug auf Alter, Geschlecht, Lebenssituation, Unterrichtsfächer und zusätzliche Aufgabenbereiche in der Schule geachtet. So sind auch eine Beratungslehrerin und die Kollegin, die die Streitschlichtung moderiert, mit im Team.

Dem Lerncoachingteam steht im Hauptcoachingraum vielfältige Fachliteratur zur Verfügung.

Weitere Gelingensbedingungen sind

    im Hinblick auf die Lehrkräfte
  • die vergleichsweise hohe Zahl der Lehrkräfte, die zum Lerncoachingteam gehören,
  • die gute Teamarbeit innerhalb dieser Gruppe,
  • die gute räumliche und materielle Ausstattung,
  • die positiven Rückmeldungen zur Arbeit des Lerncoachingteams in den regelmäßig durchgeführten Evaluationen,
  • die engagierte „Pflege“ des Teams durch die Koordination und die Schulleitung,
    im Hinblick auf die Schülerinnen und Schüler und ihrer Eltern
  • die Akzeptanz des Lerncoachingangebotes,
  • die erfahrene Wertschätzung,
  • die Gelegenheit zu Rückmeldungen und Anregungen,
  • die Lernerfolge der Schülerinnen und Schüler.

Die Transparenz und ein guter Informationsfluss über das schuleigene Lerncoachingkonzept werden durch verschiedene Maßnahmen sichergestellt:

  • Zu Beginn jeden Schuljahres informieren die Lerncoaches über das Angebot in den Klassen. Ein Informationsplakat, das über Kontaktmöglichkeiten informiert, verbleibt in jeder Klasse.
  • Im Rahmen der Förderpläne können Schülerinnen und Schüler an einem Erstinformationsgespräch (im Vormittagsbereich) teilnehmen und so Arbeitsweisen im Coaching erleben.
  • Termine der einzelnen Coaches werden jedes Halbjahr im Internet auf der Schulhomepage veröffentlicht.
  • In den Klassenpflegschaften werden die Eltern über Möglichkeiten des Lerncoachings informiert.
  • Jeweils einmal im Halbjahr findet für die Eltern aktueller Coachees ein Elternabend statt, um die Unterstützung des Coachingsprozesses durch die Eltern weiter zu optimieren. Zudem gibt es eine Coachingsprechstunde für Eltern.

Die Weiterentwicklung des Lerncoachingskonzepts wird systematisch verankert. Das Lerncoachingteam setzt sich für jedes Schuljahr ein Projektziel mit Zeitplan, um das Coachingangebot weiter auszubauen. Am Ende eines jeden Schuljahres wird ein Rechenschaftsbericht in einer Lehrerkonferenz über das Lerncoaching veröffentlicht, der über die Entlastung und den tatsächlichen Zeitaufwand für Coaching aufklärt.

Ergebnisse der Abschlussgespräche in Coachingsitzungen werden regelmäßig in Teamsitzungen der Lerncoaches besprochen und zur Überarbeitung des Konzepts und der Arbeit genutzt. Beispiele aktueller Projektideen:

  • Schuljahr 2018/19: Abicoaching
  • Schuljahr 2019/20: Elternarbeit (hierzu wird auch im Netzwerk Zukunftsschulen NRW gearbeitet)
  • Schuljahr 2020/21: Schülercoaches in der Hausaufgabenbetreuung

Eine weitere Fortbildung ist zunächst nicht geplant. Angedacht ist die schulinterne Schulung von Lehrkräften zu Coaches.

In der Praxis nimmt jeder Coach entsprechend den eigenen Kapazitäten Termine an. Dokumentiert wird jeder Einsatz über eine Liste im Lehrerzimmer. Hier befindet sich auch der Raumplan. Dabei wird auf Freiwilligkeit Wert gelegt. Der Coachee spricht den Coach an und sucht ihn sich aus. Auch die Entscheidung, am Coaching teilzunehmen, trifft der Coachee allein. Er wird lediglich von seiner Klassenlehrerin bzw. seinem Klassenlehrer informiert.

Folgende Herausforderungen sind mit dem Coaching an der Schule verbunden:

  • Ein immer wieder neu zu vollziehender Rollenwechsel von der Lehrkraft zum Coach
  • Die Auswahl von Lehrkräften für das Coaching, die von Unterrichts- und Bewertungssituationen möglichst unbelastet sind
  • Die Professionalisierung weiterer Lehrkräfte
  • Die Transparenz gegenüber der Schulgemeinschaft und die Einhaltung des Prinzips der Freiwilligkeit bei der Teilnahme der Schülerinnen und Schüler am Lerncoaching
  • Die Besonderheiten des Lerncoachings in der Erprobungsstufe (unter anderem die Einbeziehung der Eltern in das Lerncoaching oder die Auswahl geeigneter Materialien zur Stärkung der Reflexionsfähigkeit)
  • Die Suche nach Entlastungsmöglichkeiten für die Lerncoaches

Eine Weiterentwicklung des Lerncoachingkonzepts (z.B. neue Module wie „Abitur“, s. M05) erfolgt im mittlerweile 16-köpfigen Lerncoaching-Team. Zur weiteren Professionalisierung werden Teamtage mit externer Moderation zukünftig durchgeführt. Die Teilnahme am Netzwerk „Zukunftsschulen NRW“ fördert den weiteren Austausch mit Netzwerkschulen.

Das Lerncoaching am St. Christophorus Gymnasium in Werne genießt ein hohes Ansehen bei Lehrkräften, Eltern und in der Schülerschaft. Andere Schulen suchen den Kontakt, um Anregungen für die eigene Schulentwicklung zu erhalten.

Materialpool

Lerncoaching – Gymnasium an der Gartenstraße Mönchengladbach

Gymnasium an der Gartenstraße

Gartenstraße 154

41236 Mönchengladbach

02166/927980

sekretariat@gymga.de

Schulleiter: Herr van de Linde (komm.)

Bezirksregierung Köln

Netzwerke / Projekte

  • Projekt „Lernpotenziale. Individuell fördern im Gymnasium.“
  • Netzwerk „Zukunftsschulen NRW“
  • MINT freundliche Schule
  • Europaschule und sprachliches Profil

Druckversion des gesamten Praxisbeispiels (PDF, 711 KB)

Coaching am Gymnasium an der Gartenstraße

Am Gymnasium an der Gartenstraße werden Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 8 und 9 als Lernbegleiter der Lernenden der Klassen 5 und 6 eingesetzt. Als Coaches unterstützen sie den Lernprozess der sogenannten „Rookies“ (englisch: Neuling, Anfänger) ab dem 2. Schulhalbjahr in Klasse 5 hinsichtlich der Lernorganisation, Lernmethodik und Lernmotivation.

In der Regel wird ein Coach einem Rookie zugeordnet, gelegentlich arbeiten auch zwei Coaches mit zwei Rookies gemeinsam.

Zur Umsetzung des Coachings haben sich am Gymnasium an der Gartenstraße folgende Konzeptschritte (M01) etabliert:

Zuweisung der Rookies:

In den Zeugniskonferenzen der 5. und 6. Klassen werden die Lernenden für ein Coaching empfohlen, die Schwierigkeiten haben, ihr Lernen zu organisieren oder sich zu motivieren. Die Erziehungsberechtigten werden informiert (M02) und erhalten ein Anmeldeformular (M03).

 

Ausbildung der Coaches:

Im ersten Quartal des Schuljahres informiert das für das Coaching zuständige Förderteam mit bis zu vier Lehrkräften in den 8. Klassen über das Coaching und spricht auch die Schülerinnen und Schüler direkt an. Nach erfolgter Anmeldung legen sich die älteren Schülerinnen und Schüler verbindlich für ein halbes Jahr als Coach fest. In den 9. Klassen kann die Tätigkeit auf Wunsch fortgesetzt werden.

Im Herbst werden jeweils immer bis zu zwölf Schülerinnen und Schüler an einem Seminartag ausgebildet. Im Januar/Februar folgt ein Vertiefungstag (M04), an dem unter anderem die Struktur der Coachingsitzungen gemeinsam erarbeitet wird. Nach Abschluss der Ausbildung erhalten die Coaches eine Urkunde als Bescheinigung (M05).

 

Organisation eines Kennenlerntreffens:

Das Förderteam organisiert nach den Anmeldungen ein Kennenlernen in Form eines Speeddatings beispielsweise im Rahmen des Vertiefungstages. Mithilfe eines Fragenkatalogs (M06) lernen sich die Schülerinnen und Schüler näher kennen und äußern anschließend bis zu drei Wünsche für eine Zuordnung. Über die finale Zuweisung entscheidet das Förderteam.

 

Start des Coachings:

Coach und Rookie verständigen sich selbstständig auf gemeinsame Termine. Die Zeiten werden am Coachingboard notiert und dem Förderteam mitgeteilt. Coach und Rookie treffen sich in der Regel in der Bibliothek. Das 45-minütige Coaching beginnt mit einem Energizer, es folgt die Beratung der Anliegen und abschließend ein weiterer Energizer. Zur Durchführung dieser Energizer schließen sich auch häufig zwei Coaches mit zwei Rookies zusammen. In einer Coachingmappe (M07) dokumentieren die Coachs Ziele und Inhalte des Coachings. Das Förderteam begleitet und betreut die Coachs und bietet aktuell freitags eine offene Sprechstunde an.

Am Ende eines Lernquartals wird der Erfolg des Coachings gemeinsam von Coach und Rookie reflektiert und über eine Fortsetzung entschieden (M08).

Am Ende des Schuljahres findet eine Dankesveranstaltung statt, in der alle Schülerinnen und Schüler, die sich für andere einsetzen oder besondere Leistungen erbracht haben, geehrt werden.

Von den 920 Schülerinnen und Schülern am Gymnasium an der Gartenstraße im Schuljahr 2019/20 übernehmen etwa 200 partizipativ Aufgaben wie Streitschlichter, Sporthelfer oder Sanitäter. Aktuell werden davon 13 Schülerinnen und Schüler aus dem Jahrgang 8 als Coach ausgebildet, 4 Schülerinnen und Schüler aus dem Jahrgang 9 bzw. der Einführungsphase setzen ihre Tätigkeit als Coach fort.

Ausgangslage

Das Gymnasium an der Gartenstraße nahm am buddY-Programm teil (weitere Informationen unter https://education-y.de/handlungsfelder/schule/buddy-programm-grundlagen/), durch das die Schülerinnen und Schüler ihre Lern- und Schulkultur partizipativ mitgestalten können. Zudem war eine durchgängige Erkenntnis in den Erprobungsstufenkonferenzen, dass viele Schülerinnen und Schüler bei Lernschwierigkeiten anstelle von einer eher fachlichen Förderung eher profitieren würden von einer Förderung ihrer Lernorganisation und -motivation. Anknüpfungspunkte gab es ferner durch das bereits implementierte Konzept „Schüler helfen Schülern“.

Ziele und Qualitätsmerkmale

Mit dem Coachingkonzept verbindet das Gymnasium an der Gartenstraße folgende Zielsetzungen:

  • Die Coachs sind Ideengeber und zeitbegrenzt Lernbegleiter.
  • Sie unterstützen und begleiten die jüngeren Schülerinnen und Schüler, um ihren Lernprozess zu verbessern und ihr Lernmanagement weiterzuentwickeln.
  • Als Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen können sie sich gut in die Altersgruppe der Jüngeren einfühlen und einen vertrauensvollen Zugang zu ihren Problemen finden.
  • Am Seminar- und Vertiefungstag werden Vorstellungen erarbeitet, was Coaching ist und welche Inhalte wie vermittelt werden können.

Die jüngeren Schülerinnen und Schüler entwickeln durch das Coachingangebot beispielsweise ein Bewusstsein dafür

  • „was zu lernen wichtig ist und was nicht (Relativierungsfähigkeit),
  • was man bereits kann und weiß (individuelle Kompetenzen),
  • wohin man sich entwickeln will (eigene Lerninteressen und Lernziele),
  • was zu lernen wichtig wäre (Lernbedarf) […].“

    (Konzeptbeschreibung im Materialpool M01, S. 1)

Prozessschritte

2012

  • Im Rahmen des Netzwerkprojektes Lernpotenziale lernt das Gymnasium an der Gartenstraße das Coachingkonzept des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Pulheim kennen, ältere Schülerinnen und Schüler zu Lerncoaches für jüngere Schülerinnen und Schüler auszubilden.
  • Das Konzept wird in der Lehrerkonferenz diskutiert.
  • 15 Lehrkräfte des Gymnasiums an der Gartenstraße lassen sich zu Lerncoaches ausbilden und nutzen dies in ihrer täglichen Beratungsarbeit.
  • Die Schulkonferenz beschließt die Umsetzung des Konzepts, ältere Schülerinnen und Schüler durch die qualifizierten Lehrkräfte zu Coaches auszubilden und das Coaching im Schulalltag zu implementieren.
  • Das Coaching wird verbindlich durchgeführt in einer 6. Stunde.

2016

  • Das Konzept wird evaluiert (M09). Eine Beobachtung ist, dass insbesondere bei Versetzungsgefährdungen das Coaching dies offensichtlich abgewendet hat, wenn der Rookie das Coaching als für sich passend empfunden hat.
  • Die verbindliche Festlegung der Coachingzeit wird aufgehoben. Die Organisation und die Durchführung des Coachings erfolgen stattdessen eigenverantwortlich und individuell durch die Coaches.

Weitere Entwicklungen im Schuljahr 2019/20:

  • Die Schule beschäftigt sich aktuell mit der Frage, wie das Coaching verbindlicher werden kann. Dazu sollen die Kommunikation und der Informationsfluss verbessert werden, beispielsweise zwischen Coach und Klassenlehrkraft.

Gelingensbedingungen und Herausforderungen

Gelingensbedingungen:

  • Im Coaching steht die Bewältigung alltäglicher Dinge im Vordergrund: Wie organisiere ich meine Arbeit mit dem Wochenplan? Wann packe ich wie meine Schultasche? Wie führe ich mein Hausaufgabenheft?
  • Drei Lehrkräfte (Förderteam) engagieren sich verlässlich für eine gelungene Umsetzung des Coachings und der Begleitung der Coaches.
  • Die als Coach tätigen Schülerinnen und Schüler tragen das Konzept entscheidend mit. Bei schwierigeren „Coachingfällen“ kommen sogar gelegentlich auch noch die Schülerinnen und Schüler aus der Einführungsphase als Coaches zum Einsatz.
  • Die Beziehung zwischen dem Förderteam und den Coaches ist sehr vertrauensvoll (Lehrkräfte und Coaches reden sich im Coaching-Kontext mit "Du" an). Wegbereiter war und ist hier die Teilnahme am buddY-Programm und die damit verbundene Vertrauensarbeit.
  • Sowohl die Coaches als auch die Rookies gestalten das Schulleben häufig auch in anderen Bereichen partizipativ mit.
  • Das gesamte Kollegium empfindet die mittlerweile routinierte Umsetzung des Konzepts als Bereicherung und nimmt eine Entlastung der eigenen Beratungstätigkeit wahr.
  • Die Eltern und Erziehungsberechtigten werden kontinuierlich über das Coaching-Konzept beispielsweise am Tag der offenen Tür oder im Rahmen eines Informationsblocks vor den Klassenpflegschaftssitzungen informiert (M07).

Herausforderungen sind

  • die Überzeugung mancher Eltern, die skeptisch hinsichtlich des Einsatzes von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 8 oder 9 als Coaches sind, oder der fachlichen Förderung eine höhere Bedeutsamkeit beimessen als der Förderung durch Coaching,
  • die Verdeutlichung der Grenzen des Coachings für die Coaches, die sich zum Teil auch komplexeren Problemlagen annehmen möchten,
  • die Kommunikation und der Informationsfluss, wenn es beispielsweise darum geht, mit allen Coaches gemeinsam ein Treffen zu organisieren.

Materialpool

Periodisches Lernstands-Feedback - Julius-Stursberg-Gymnasium Neukirchen-Vluyn

Julius-Stursberg-Gymnasium

Tersteegenstr. 85a

47506 Neukirchen-Vluyn

02845/936610

info@jsg-nv.de

Schulleiterin: Frau Dr. Marten-Cleef

Bezirksregierung Düsseldorf

Netzwerke / Projekte

  • Projekt "Lernpotenziale. Individuell fördern im Gymnasium.“

Druckversion des gesamten Praxisbeispiels (PDF, 839 KB)

Periodisches Lernstands-Feedback (PLF) in der Erprobungsstufe

Im Rahmen des Projekts Lernpotenziale implementierte das Julius-Stursberg-Gymnasium in der Jahrgangstufe 5 ein sogenanntes Periodisches Lernstands-Feedback (PLF). Mit dem Konzept des Periodischen Lernstands-Feedbacks eröffnen sich Chancen, die Selbstverantwortung und Selbstwirksamkeit der Schülerinnen und Schüler zu fördern.

Die Schülerinnen und Schüler überprüfen selbstständig in regelmäßigen Abständen ihren Lernstand. Hierfür nutzen sie bereitgestelltes Material, das eine eigenständige Auswertung ermöglicht und Hinweise zur Vertiefung und Übung gibt. Die Durchführung des PLF findet im Unterricht statt. Das PLF ist vor allem am Ende von Lerneinheiten oder vor Klassenarbeiten sinnvoll.

Zur Zeit wird das PLF in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch in den Jahrgangsstufen 5 und 6 durchgeführt.

Ausgangslage

Das Julius-Stursberg-Gymnasium entwickelte in der ersten Phase des Projekts Lernpotenziale sein Konzept zum Lerncoaching weiter und verankerte es fest im Schulalltag. Etwa 40 bis 50 Schülerinnen und Schüler pro Schuljahr profitieren vom Lerncoaching für ein erfolgreicheres Lernen.

In der zweiten Phase des Projekts Lernpotenziale arbeitete die Schule aufgrund ihrer positiven Erfahrungen mit dem Lerncoaching an einer konzeptionellen Weiterführung, die

  • eine größere Anzahl an Schülerinnen und Schülern erreicht,
  • die Selbstverantwortung der Schülerinnen und Schüler fördert,
  • für die Lehrkräfte ökonomisch umzusetzen ist, ohne zu einer Mehrbelastung zu werden,
  • regelmäßiges Feedback ohne Benotung ermöglicht.

Ziele und Qualitätsmerkmale

  • Das PLF findet regelmäßig und verbindlich statt, um seine Wirksamkeit zu unterstützen.
  • Eine verlässliche Durchführung wird durch die Lehrkräfte gewährleistet, die Korrektur wird aber von den Schülerinnen und Schülern geleistet.
  • Das PLF fördert die Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler sowie deren Ehrlichkeit bei der Bearbeitung und Korrektur der Aufgaben.
  • Mit der Unabhängigkeit des PLF von Klassenarbeiten und Benotung wird ein Schutzraum geschaffen.
  • Mit dem PLF ist eine hohe Akzeptanz aller Beteiligten verbunden.
  • Das PLF ist Bestandteil des Gesamtkonzepts zur Individuellen Förderung am Julius-Stursberg-Gymnasium (u.a. Begabtenförderung, Lerncoaching, Drehtürmodell).

Prozessschritte

  • Schuljahr 2014/2015
    • Erste Planung: Anschreiben, Terminierung, Informationen an die Kolleginnen und Kollegen der Klassen 5 für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch durch die Projektgruppe Lernpotenziale II (3 Lehrkräfte)
    • Materialpoolerstellung: Austausch, Auswahl, Bearbeitung und Bereitstellung von Materialien (u.a. auch von Verlagen) durch die jeweiligen Fachschaften
  • Schuljahr 2015/2016
    • Erprobung des PLF im Jahrgang 5: Durchführung in zwei Klassen in Deutsch, Mathematik und Englisch
    • Evaluation des PLF nach der Erprobungsphase: Befragung von Lehrkräften, Eltern und Schülerinnen und Schülern mit positiver Rückmeldung
    • Verbindliche Durchführung des PLF im Jahrgang 5: Durchführung der ersten Feedbacks mit Selbsteinschätzungsbögen gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern im Unterricht und Rückmeldungen im individuellen Gespräch
  • Schuljahr 2016/2017
    • Materialpoolerstellung und Erprobung des PLF im Jahrgang 6
  • Schuljahr 2017/2018
    • Verbindliche Durchführung des PLF im Jahrgang 5 und 6
    • Materialpoolerstellung und Erprobung des PLF im Jahrgang 7
  • ab dem Schuljahr 2018/2019
    • Perspektivische Implementation des PLF in den Jahrgängen 7, 8 und 9

Gelingensbedingungen und Herausforderungen

  • Eine stufenweise Einführung des PLF wird von den Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern als hilfreich empfunden.
  • Die bisherigen Erfahrungen mit dem Lerncoaching werden vor allem ab dem Jahrgang 7 gewinnbringend genutzt.
  • Die Materialbereitstellung unterstützt eine ökonomische Umsetzung und die Bereitschaft zur Erprobung der Materialien. Für die Materialauswahl wurde beispielsweise herangezogen:
    • Rademacher, J. & Thiele, A. (2015). English G Access 01: 5. Schuljahr. Das Ferienheft Bd.1. Holiday fun with Alice and Max. Arbeitsheft. Berlin: Cornelsen.
    • Elemente der Mathematik SI - Ausgabe 2012 für Nordrhein-Westfalen. BiBox - Digitale Unterrichtsmaterialien 6. Braunschweig: Schroedel.
  • Die freiwillige Teilnahme an der Erprobungsphase motiviert zur Durchführung des PLF.
  • Die Schülerinnen und Schüler sollten durchgängig die Bedeutsamkeit des PLF für ihre Lernentwicklung erfahren.
  • Die Herstellung von Transparenz durch regelmäßige Berichte in den Lehrer- und Schulkonferenzen fördert die Akzeptanz des PLF.
  • Die Beteiligung der Koordinatorinnen und Koordinatoren unterstützt den Implementationsprozess.
  • Die Häufigkeit der Durchführung des PLF ist in den Fächern materialabhängig und dadurch unterschiedlich.

Materialpool

Lerncoaching - Heinrich-von-Kleist-Schule Bochum

Heinrich-von-Kleist-Schule

Heinrichstraße 2

44805 Bochum

0234/89125-0

sekretariat@hvk-bochum.de

Schulleiter: Herr Braß

Bezirksregierung Arnsberg

Netzwerke / Projekte

  • Projekt "Lernpotenziale. Individuell fördern im Gymnasium.“
  • Netzwerk "Zukunftsschulen NRW" zu den Themen
    • Förderplanarbeit
    • Lerncoaching

Druckversion des gesamten Praxisbeispiels (PDF, 957 KB)

Lerncoaching

An der Heinrich-von-Kleist-Schule, ein Gymnasium mit Ganztagsunterricht, betreuen insgesamt etwa zehn zu Lerncoaches ausgebildete Kolleginnen und Kollegen Schülerinnen und Schüler in Einzel-, Team- und Gruppencoachings.

Es gibt zwei Wege, wie eine Schülerin bzw. ein Schüler ins Lerncoaching findet:

1. Es besteht die Möglichkeit der freiwilligen Meldung oder

2. Schülerinnen und Schüler werden nach den Quartalskonferenzen von den Kolleginnen und Kollegen für ein Coaching vorgeschlagen.

Das Coaching-Angebot ist freiwillig und grundsätzlich für alle Schülerinnen und Schüler offen.

Coachingsitzungen finden in der Regel einmal wöchentlich statt, wobei Coachingstunden im Stundenplan als Teil des Lernzeitenbandes ausgewiesen sind. Für den Coachingprozess werden zumeist sechs bis zehn Sitzungen eingeplant.

Ausgangslage

Die Schülerinnen und Schüler haben häufig ihre Sorgen in Bezug auf ihr Lernen geäußert, zum Beispiel:

„Irgendwie klappt das mit dem Lernen nicht.“

„Ich konnte das alles, aber in der Arbeit war‘s wieder weg.“

„Ich traue mich einfach nicht, im Unterricht etwas zu sagen.“

„So wie es jetzt läuft, ist es mir nicht gut genug. Ich möchte endlich mal die 2 und nicht immer nur eine 3+.“

(Leithe & Wegmann, 2018, S. 45)

Um die Schülerinnen und Schüler in diesen oder ähnlichen Situationen professionell zu unterstützen, hat sich die Heinrich-von-Kleist-Schule im Dezember 2012 auf den Weg gemacht, das Lerncoaching an der Schule zu etablieren.

Der an der Heinrich-von-Kleist-Schule entwickelte Ansatz orientiert sich an folgenden zentralen Prinzipien für professionelle Beratung in der Schule: Freiwilligkeit, Unabhängigkeit und Unparteilichkeit (des Coaches), Vertrauensverhältnis und Vertraulichkeit (Verschwiegenheit), Professionalität sowie Beachtung der Verantwortungsstruktur im Schulsystem.

Ziele und Qualitätsmerkmale

  • Lerncoaching ist im Schulsystem als Angebot der individuellen Förderung verankert. Es stehen im Lerncoaching an der Heinrich-von-Kleist-Schule im weitesten Sinne lernspezifische Themen (z. B. Wie lerne ich? Wie kann ich mich besser organisieren? Wie kann ich mit Prüfungsangst umgehen?) im Fokus.
  • Lerncoaching an der Heinrich-von-Kleist-Schule ist klar abzugrenzen von fachlicher Nachhilfe, da es bei der Veränderung des Lern- und Arbeitsverhaltens der Schülerinnen und Schüler ansetzt. Es geht also darum, Lernschwierigkeiten zu erfassen, Lernprozesse zu optimieren, Lernstrategien zu entwickeln und Lernblockaden zu lösen.
  • Im Lerncoaching erkennen die Schülerinnen und Schüler, wie sie ihre Ressourcen besser nutzen und aus eigener Kraft das eigene Lern- und Arbeitsverhalten verändern können. Dazu wird das systemische Umfeld einbezogen.
  • Das Lerncoaching an der Heinrich-von-Kleist-Schule geht von einem konstruktivistisch-systemischen Verständnis von Lernen und Entwicklung aus. Es umfasst
    • motivational-emotionale Momente, die sich auf das Bedürfnis beziehen, sich kompetent, autonom und zugehörig zu fühlen,
    • kognitive Elemente im Sinne von Lernstrategien und
    • metakognitive Fähigkeiten wie das eigene Lernen zu planen, zu reflektieren und anzupassen.
  • Die Handlungs- oder Entscheidungsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler sollen erweitert werden, damit diese ihre Probleme eigenständig und aktiv selbst lösen können. Damit wird Lerncoaching an der Heinrich-von-Kleist-Schule sowohl interventiv als auch präventiv eingesetzt.
  • Das Lerncoaching ist als eine prozesshafte, zeitlich klar umrissene, ergebnisoffene Interaktion zwischen Coach und Coachee mit komplementärer Verantwortlichkeit angelegt. Der Coach hat die Prozessverantwortung, der Coachee die Verantwortung für das Ergebnis.

Prozessschritte

  • Schuljahr 2013/2014
    • Motivation: Input durch eine andere Schule mit einem Lerncoachingkonzept - Erfahrungsaustausch, Teilnahme einer Kollegin an einem Workshop zum Lerncoaching, Lernprobleme auf Seiten der Schülerinnen und Schüler
    • Konzeptentwicklung und -erprobung: Teilnahme am Netzwerkprojekt Lernpotenziale - Entwicklung und Austausch, Materialerstellung, Einbindung von Lehrerkonferenz und Elternschaft, Verortung des Coachings im Kontext schulischer Beratung
  • Schuljahr 2014/2015
    • Gewinnung und Fortbildung von Kolleginnen und Kollegen: insbesondere interne Fortbildungen zu verschiedenen Aspekten des Coachings (z. B. Rollenklärung)
  • Schuljahr 2015/2016
    • Reflexion und Evaluation: regelmäßiger Austausch der Coaches (auch in der Form des Kollegialen Teamcoachings)
  • Schuljahr 2016/2017
    • Konzepterweiterung: Gruppencoaching
  • Schuljahr 2017/2018
    • Fortführung der Konzeptarbeit, Vertiefung: Teilnahme an einem Netzwerk des Projekts Zukunftsschulen NRW - Lerncoaching als Element professioneller Beratung in der Schule
  • Schuljahr 2018/2019
    • Perspektiven: Fortbildung im Gesamtkollegium zu Elementen der lösungsorientierten Gesprächsführung, Entwicklung eines Coachingmoduls zur Unterstützung von Schülerinnen und Schülern bei der Selbstorganisation in Lernzeiten, Verbindung von Klassenleitung und Lerncoaching (personelle Verbindung, Coachingelemente in Beratungskontexten im Rahmen von Klassenleitung)

Gelingensbedingungen und Herausforderungen

  • Die prozessbegleitende Unterstützung durch die Schulleitung und die Einrichtung einer verlässlichen Koordination sind für die Entwicklung des Konzepts von besonderer Bedeutung. Insbesondere ist es auch dadurch gelungen, die Rahmenbedingungen für das Lerncoaching allen Beteiligten transparent zu machen.
  • Beim Coaching gelangen die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer oft an Grenzen. Herausforderungen bestehen in
    • der Findung des eigenen Coachingweges,
    • der Rollenklarheit, aber auch Rollenflexibilität,
    • der Vermeidung bzw. Unterdrückung eines "Helfersyndroms" und
    • der sicheren Beherrschung eines angemessenen Methodenrepertoires.

    Für den Umgang mit solchen Herausforderungen hat sich als günstig erwiesen, dass für die Coaches zeitliche Ressourcen ("Teamzeit") zur Verfügung gestellt werden. Die so ermöglichte Reflexion der eigenen Rolle und auch der Problemlagen im Coaching sowie der Zeit für Weiterbildung und "Kollegiales Teamcoaching" sind wichtig für die Professionalisierung der Coaches.

  • Erfolgreiches Lerncoaching und die Akzeptanz der Schülerinnen und Schüler ist abhängig von der Grundhaltung des Coaches gegenüber dem Coachee. Eine für das Coaching förderliche Grundhaltung ist beispielsweise geprägt von Empathie und Akzeptanz. Bei der Auswahl der Coaches ist darauf zu achten, dass entsprechende persönliche Dispositionen erkennbar sind.
  • Bei der Entwicklung und Verankerung des Lerncoachings an der Heinrich-von-Kleist-Schule haben sich regelmäßige externe Fortbildungen und Netzwerkaktivitäten im Rahmen der Projekte Lernpotenziale und Zukunftsschulen NRW als außerordentlich wichtig erwiesen.

Literaturempfehlungen:

Bamberger, G. (2010). Lösungsorientierte Beratung. Weinheim, Basel: Beltz.

Hardeland, H. (2017). Lerncoaching und Lernberatung. Lernende in ihrem Lernprozess wirksam begleiten und unterstützen (6., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage). Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.

Nicolaisen, T. (2013). Lerncoaching-Praxis. Coaching in pädagogischen Arbeitsfeldern. Weinheim, Basel: Beltz.

Materialpool

Übergangskonzept von der Grundschule zum Gymnasium – Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium Duisburg

Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium

Am Grillopark 24

47169 Duisburg

0203/54439-0

ehkg@stadt-duisburg.de

Schulleiter: Herr Rinn

Bezirksregierung Düsseldorf

Netzwerke / Projekte

  • Projekt „Ganz In. Mit Ganztag mehr Zukunft. Das neue Ganztagsgymnasium NRW.“
  • Programm „Kulturagenten für kreative Schulen NRW“
  • MINT freundliche Schule

Druckversion des gesamten Praxisbeispiels (PDF, 691 KB)

Übergangskonzept von der Grundschule zum Gymnasium

Um den Übergang der Schülerinnen und Schüler zwischen der Grundschule und dem Gymnasium erfolgreich beratend begleiten zu können, hat das Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium, ein Ganztagsgymnasium in Duisburg-Marxloh, sukzessive die Konzeptbausteine zum Übergangsmanagement weiterentwickelt. Die enge Kooperation mit den abgebenden Grundschulen steht hierbei im Mittelpunkt und konkretisiert sich in vielfältigen Angeboten und Formaten für Hospitationen, Informationen, Beratung und Begleitung.

Ausgangslage

Das Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium hat aufgrund starker Zuwanderung in den letzten Jahren vermehrt Schülerinnen und Schüler mit sehr heterogenen Lernausgangslagen, Lernvoraussetzungen und Lernentwicklungen aufgenommen. Viele dieser Kinder, insbesondere auch der aus sozioökonomisch schwachen und bildungsfernen Familien, haben den Übergang von der Grundschule zum Gymnasium als Bruch in ihrer Bildungslaufbahn erlebt. Um den Übergang und das weitere Lernen erfolgreich für alle Kinder gestalten zu können, entwickelt die Schule ihre Konzeptbausteine zum Übergangsmanagement in enger Verzahnung der pädagogischen Arbeit aller am Übergang beteiligten Institutionen kontinuierlich weiter.

Ziele und Qualitätsmerkmale

Vor dem Hintergrund einer Kooperationsvereinbarung von Schulen im Duisburger Stadtteil Marxloh und der dortigen schulischen und sozialräumlichen Herausforderungen ist die zentrale Zielsetzung auch des Übergangsmanagements, „mit passgenauen Konzepten die Talente der Schülerinnen und Schüler zu entdecken, ihre Potenziale zu fördern und sie so zu individuellen schulischen Erfolgen zu führen“ (M00-MSB, 2020).

Die Schule gestaltet den Übergang strukturiert und systemisch durch

  • noch vor der Aufnahme am Gymnasium beginnende Beratung und Unterstützung der Kinder, ihrer Eltern und der gesamten Familien,
  • gegenseitige Hospitationen an den aufnehmenden und abgebenden Schulen und einen darüberhinausgehenden regelmäßigen Austausch,
  • gemeinsame außerschulische Veranstaltungen für Schülerinnen und Schüler beider Schulformen,
  • fachbezogene Projekttage für die Schülerinnen und Schüler der Grundschulen sowie
  • eine Weiterentwicklung professioneller Teamstrukturen.

Prozessschritte / Konzeptbausteine

Kooperation:

  • Hospitationen interessierter Grundschulkolleginnen und -kollegen im Rahmen eines sogenannten Grundschultages
  • Schulformübergreifender Austausch auf der Grundlage eines Einschätzungsbogens zum Arbeits- und Sozialverhalten und zu weiteren Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler ergänzend zur Schulformempfehlung (M01)
  • Einrichtung von Klassenleitungsteams bestehend aus jeweils einer Klassenlehrerin und einem Klassenlehrer pro Klasse
  • Hospitation der zukünftigen Klassenleitungsteams an den Grundschulen – Austausch mit den Lehrkräften und zukünftigen Schülerinnen und Schülern sowie Unterrichtshospitation
  • Lehrersprechtag im zweiten Halbjahr der Jahrgangsstufe 5 für die Beratung der schulischen Entwicklung der Kinder zwischen den Lehrkräften der Grundschulen und des Gymnasiums

Information und Beratung:

  • Elterninformationsabende an den Grundschulen
  • Persönliche und intensive Beratung vor den offiziellen Anmeldungen bei Kindern mit eingeschränkter Empfehlung für das Gymnasium (M02, M03)
  • Beobachtungsbögen zur individuellen sozialen und lernstandsbezogenen Entwicklung der Kinder als Grundlage für Konferenzen, Förder- und Fordermaßnahmen und Beratung (M04, M05)
  • Vorbereitung und Durchführung der Elternsprechtage mit Einschätzungsbögen zur Gesprächsvorbereitung und Organisationsplan zur Durchführung (M06, M07)

Veranstaltungen und Projekte:

  • Angebot von naturwissenschaftlichen Projekttagen aus dem MINT-Bereich für die Schülerinnen und Schüler der dritten Klassen (M08) zu den Themen:
    • Roboter – Maschinen zum Leben erwecken
    • Kriminallabor – Dem Täter auf der Spur
    • Laborführerschein – Erste Einblicke in die Laborarbeit
    • Mikroskopierführerschein – Kleine Forscher ganz groß
  • Gemeinsame Halloweenparty der Schülerinnen und Schüler aus der Erprobungsstufe und der vierten Klassen der benachbarten Grundschulen (M09, M10)
  • Kennenlerntag vor den Sommerferien sowie Orientierungstage im ersten Quartal der Jahrgangsstufe 5 – begleitet von sogenannten Übergangscoaches, d. h. jeweils zwei Schülerinnen bzw. Schüler aus den sechsten Klassen unterstützen die Kinder einer fünften Klasse beim Ankommen und Einleben am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium (M11, M12)
  • Durchführung eines Ferien-Intensiv-Trainings (FIT) für die zukünftigen Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen als kostenfreies Angebot in den Sommerferien zur Sprachförderung und Förderung methodischer Arbeitsweisen

Gelingensbedingungen und Herausforderungen

  • Die enge Zusammenarbeit mit den Grundschulen sichert die begonnenen Bildungs- und Erziehungsprozesse und führt sie darauf aufbauend fort.
  • Frühzeitige Beratungen zu den Lernausgangslagen und -voraussetzungen der Kinder sind für die Eltern und Erziehungsberechtigten hilfreich bei der Entscheidung für den richtigen Bildungsweg ihrer Kinder.
  • Die Lehrkräfte unterstützen die Schülerinnen und Schüler in ihrer Entwicklung und wissen, auf welche Erfahrungen und Fähigkeiten aus der Grundschule sie zurückgreifen können.
  • Die von den Lehrkräften und dem weiteren schulischen Personal gelebte Haltung der pädagogischen Verantwortung für den Bildungsweg ihrer Schülerinnen und Schüler führt zu einem sehr vertrauensvollen und wertschätzenden Umgang aller an Schule Beteiligten.

Trotz dieser vielfältigen Maßnahmen und Aktivitäten im Übergangsmanagement der Schule gibt es immer wieder Schülerinnen und Schüler sowie Eltern, die das Bildungssystem in Nordrhein-Westfalen und die Laufbahnmöglichkeiten nicht kennen. Daher arbeitet das Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium auch in Zukunft daran, den Informationsaustausch und die Beratung adressatengerecht und zielführend auszubauen.

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