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Orientierungsbereich (Sprungmarken)

2 Kompetenzbereiche und Schwerpunkte

Der Lehrplan untergliedert das Fach Musik in die folgenden Kompetenzbereiche:

  • Musik machen
  • Musik hören
  • Musik umsetzen
  • Sich über Musik verständigen.

Dabei sind die Kompetenzbereiche „Musik machen“, „Musik hören“ und „ Musik umsetzen“ mit ihren Schwerpunkten als Lernfelder anzusehen, während der Kompetenzbereich „Sich über Musik verständigen“ nur in Verbindung mit diesen Lernfeldern Bedeutung gewinnt.

2.1 Musik machen

Musik machen mit der Stimme

Schon in der Schuleingangsphase ist das tägliche gemeinsame Singen von Liedern unverzichtbar, weil es einem natürlichen Äußerungsdrang folgt, an die vorschulische Musikpraxis anknüpft und eine Voraussetzung für bewusstes Hören und weiteres musikalisches Tun darstellt. Daher müssen den Kindern ein Liedrepertoire und eine Stimmkultur vermittelt werden, die ihren Bedürfnissen, Fähigkeiten und den fachlichen Ansprüchen entsprechen. Eine schuleigene Liederliste ermöglicht es, dass alle Schülerinnen und Schüler ein gemeinsames Repertoire von Liedern aus verschiedenen Regionen, Lebensbereichen und zu wiederkehrenden Anlässen erwerben und pflegen. Der improvisatorische Umgang mit der Stimme ist mit seinem spielerischen Charakter kindgemäß, fördert Kreativität und öffnet den Zugang zu neueren Musikrichtungen.

Schwerpunkte sind:

  • Lieder kennen lernen
  • Lieder mit der Stimme gestalten
  • Mit der Stimme improvisieren.

Musik machen mit Instrumenten

Ausgehend von Körperinstrumenten erproben Kinder gerne die Spiel- und Klangmöglichkeiten der Gegenstände ihrer Umgebung. Der Musikunterricht greift dies auf und erweitert das Instrumentarium um selbst hergestellte Klangerzeuger, Orffsche Instrumente und Kulturinstrumente. Dabei erwerben die Schülerinnen und Schüler basale Fertigkeiten mit deren Umgang, werden angeregt, ein Instrument zu erlernen, und entwickeln eine differenziertere Hörfähigkeit.

Schwerpunkte sind:

  • Mit Instrumenten improvisieren und experimentieren
  • Musik auf Instrumenten spielen.

 

2.2 Musik hören

In allen Kompetenzbereichen des Faches spielt das Hören eine entscheidende Rolle. Im Kompetenzbereich „Musik hören“ liegt der Schwerpunkt auf der hörenden Auseinandersetzung mit vielfältiger Musik (Popmusik  und Jazz, Klassische und Neue Musik sowie Musik anderer Länder und Kulturen), die die Schülerinnen und Schüler nicht selbst produzieren können. Aus ihrer Bereitschaft, sich darauf einzulassen, entwickelt sich ein differenzierendes Hören als aktiver Vorgang. Sie gewinnen dabei ein breites Hörwissen im Sinne eines ständig zunehmenden Erfahrungsreichtums von Musik. So werden ihre Aufgeschlossenheit und Neugierde erhalten bzw. zurückgewonnen.

Das Hörverständnis auszubilden ist eine Querschnittsaufgabe des gesamten Musikunterrichts, da auch die beiden anderen Lernfelder „Musik machen“ und „Musik umsetzen“ auf ständiges Hören angewiesen sind.

Schwerpunkte sind:

  • Musik in ihrer Vielfalt begegnen
  • Wirkungen von Musik erfahren
  • Notationselemente verwenden.

 

2.3 Musik umsetzen

Schülerinnen und Schüler erleben Musik ganzheitlich. Der Kompetenzbereich „Musik umsetzen“ ermöglicht durch die Verbindung von Musik mit Gestik, Mimik, Sprache, Bewegung, Tanz, Szenen, Bildern etc. kindgemäße Zugänge und differenzierte Erlebensweisen. Das kreative Potenzial der Kinder wird besonders gefordert und entwickelt, wenn ihre Ideen als Gestaltungsgrundlagen aufgegriffen werden.

Beim Sich-Bewegen zu Musik werden entsprechend ihrer Machart inhaltliche, formale, emotionale und kommunikative Aspekte erfahren. Diese Zugangsweise trägt dem natürlichen Bewegungsbedürfnis und den Lernwegen von Grundschulkindern Rechnung.

Beim Gestalten musikalischer Szenen folgen die Schülerinnen und Schüler Prinzipien des Musiktheaters. Damit eröffnet sich für sie ein produktiver Zugang zu dieser Kunstform.

Auch beim Umsetzen von Musik in Bilder wird einem natürlichen Betätigungsbedürfnis entsprochen. Die Kinder lassen sich auf die Musik ein und kommen ihr in ihrer eigenen Weise auf die Spur, indem sie sie eher emotional, strukturell oder assoziativ wahrnehmen und reagieren. Wenn dabei Analogien von Klängen und Zeichen festgestellt werden, fördert dies die Einsicht in das Wesen der Notation.

Schwerpunkte sind:

  • Sich zur Musik bewegen
  • Musikalische Szenen gestalten
  • Musik in Bilder umsetzen.

 

2.4 Sich über Musik verständigen

In allen Kompetenzbereichen wird als ständiges Prinzip über den Unterrichtsgegenstand Musik gesprochen. Dieses „Sich-Verständigen über Musik“ mit seinen Hilfsmitteln „Notation“ und „Fachtermini“ stellt kein selbstständiges Lernfeld dar. Somit werden hierfür auch keine eigenen Kompetenzen aufgelistet. Die beim Sich-Verständigen über Musik geforderten Fähigkeiten gehen in den unten genannten Kompetenzen der anderen Kompetenzbereiche auf.
Die grafische Notation und die traditionelle Notenschrift haben dienende Funktion und stellen keinen Selbstzweck dar. Notation – in welcher Form auch immer – soll helfen, musikalische Einfälle im Sinne einer Verständigungsgrundlage oder Ergebnissicherung festzuhalten und das eigene Musizieren zu erleichtern. Beim „Musik hören“ soll Notation als Hörhilfe dienen, damit die Schülerinnen und Schüler musikalische Abläufe besser durchschauen, verstehen und miterleben können. Ein Notenlehrgang hat im Musikunterricht der Grundschule keinen Platz.
Je nach didaktischer Zielsetzung wird die eine oder andere Notationsform Verwendung finden: Beim Singen von Liedern wird als Orientierungshilfe die traditionelle Notenschrift bevorzugt werden. Bei einer Verständigung über gehörte Musik oder bei musikalischer Improvisation wird die grafische Notation mit ihrem hohen Anteil bildlicher Zeichen bevorzugt. Sie ist daher nicht als Vorstufe eines Umgangs mit traditioneller Notation zu verstehen, sondern steht eigenständig und gleichberechtigt neben dieser.

Dem jeweils zugrunde liegenden musikalischen Phänomen mit seinem Erlebniswert kommt bei der Verwendung musikalischer Begriffe die Hauptbedeutung zu. Der Begriff selbst ist nachrangig, der Gebrauch der Fachtermini ist kein Selbstzweck. Begriffe und auch Regeln der Musiklehre werden immer nur gefunden, eingeführt und angewendet im Zusammenhang mit „Musik machen“, „Musik hören“ und „Musik umsetzen“.

  

2.5 Die Verknüpfung der Kompetenzbereiche

Die Kompetenzbereiche und die ihnen zugeordneten Schwerpunkte sind verbindlich, stellen aber keine Unterrichtsthemen oder -reihen dar. Sie wirken vielmehr bei der Planung und Durchführung des Unterrichts für die Gestaltung komplexer Lernsituationen integrativ zusammen. Der Unterricht wird geprägt durch spielerisches und gestalterisches musikalisches Tun in einem ausgewogenen Zusammenspiel der emotionalen, motorischen und kognitiven Zugangsweisen zur Musik. Dabei stellt das Hören in allen Kompetenzbereichen sowohl eine ständige Voraussetzung als auch eine weiter zu entwickelnde Fähigkeit dar.

Die folgende Grafik verdeutlicht die Verknüpfung der Kompetenzbereiche untereinander und hebt die Verbindung zu den anderen Fächern und zum Schulleben hervor. Die Bedeutung des musikalischen Umfeldes wird dabei ebenfalls sichtbar.

 

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