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1 Aufgaben und Ziele des Lernbereichs und der Fächer

Der Lernbereich Arbeitslehre umfasst die Fächer Hauswirtschaft, Technik und Wirtschaft. In seiner Gesamtheit leistet er unter der Perspektive der allgemeinen Bildung einen Beitrag zur Entwicklung einer hauswirtschaftlichen, technischen, informationstechnologischen und ökonomischen Grundbildung. Er ermöglicht den Lernenden den sachgerechten Umgang mit Fachwissen, vermittelt fachspezifische Verfahrensweisen und befähigt zum verantwortlichen Entscheiden und Handeln in arbeitsrelevanten Lebenssituationen. Damit trägt er zur bedürfnisgerechten und sozialverantwortlichen Lebensgestaltung, zur gesellschaftlichen Teilhabe sowie zur Persönlichkeitsbildung und Entwicklung von Mündigkeit bei.

Der Lernbereich ist durch ein umfassendes Verständnis des Begriffs Arbeit geprägt, welches die abhängige Beschäftigung und die berufliche Selbstständigkeit ebenso wie die Arbeit im Haushalt und die Bürgerarbeit umfasst. Die Arbeitslehre hat die Aufgabe, den Schülerinnen und Schülern die Lebenswelt – soweit sie durch Arbeit geprägt wird – erfahrbar und durchschaubar zu machen.

Innerhalb der von allen Fächern zu erfüllenden Querschnittsaufgaben tragen insbesondere auch die Fächer des Lernbereichs Arbeitslehre im Rahmen der Kompetenzentwicklung zur kritischen Reflexion geschlechterstereotyper Zuordnungen, zur Werteerziehung, zum Aufbau sozialer Verantwortung, zur Gestaltung einer demokratischen Gesellschaft, zur nachhaltigen Entwicklung und Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen, zur kulturellen Mitgestaltung, zum interkulturellen Verständnis sowie zur Vorbereitung auf Ausbildung, Studium, Arbeit und Beruf bei.

Der Unterricht im Lernbereich Arbeitslehre stärkt die Schülerinnen und Schüler mit Blick auf einen gelingenden Übergang von der Schule in die Arbeits- und Berufswelt. Er unterstützt sie in enger Vernetzung mit der schulischen Berufs- und Studienorientierung bei der Planung ihres Berufswahlprozesses und bei der Entscheidung für eine berufliche Ausbildung bzw. bei der Vorbereitung für den Erwerb höherer Abschlüsse.

Gemäß den Zielsetzungen der Hauptschule fördert der Unterricht im Lernbereich Arbeitslehre insbesondere durch Lebensweltbezug, Handlungsorientierung und projektartiges Arbeiten Interessen und Neigungen. Im Vordergrund steht die Vernetzung von theoretischem Wissen mit praktischem Unterricht. Insbesondere im fächerübergreifenden Unterricht bieten sich Möglichkeiten fachliche Kompetenzen und interdisziplinäre Methoden mehrerer Fächer aufzugreifen.

Der Kompetenzerwerb im Lernbereich Arbeitslehre ist in intensiver Weise mit der Entwicklung von sprachlichen Fähigkeiten verknüpft. Kognitive Prozesse in allen Kompetenzbereichen sind ebenso sprachlich vermittelt wie die Präsentation von Lernergebnissen und der kommunikative Austausch darüber. Solche für das Lernen im Lernbereich Arbeitslehre wichtigen sprachlichen Fähigkeiten müssen gezielt in einem sprachsensiblen Unterricht angebahnt und vertieft werden. Insbesondere diejenigen Schülerinnen und Schüler, die in ihren Familien wenig Kontakt zur Schriftsprache haben oder mit einer anderen Sprache als Deutsch aufgewachsen sind, bedürfen dabei auch im Unterricht im Lernbereich Arbeitslehre der besonderen sprachlichen Förderung und Unterstützung, um das Lernangebot erfolgreich nutzen können.

Ein sprachsensibler Unterricht im Lernbereich Arbeitslehre sichert nicht nur die Voraussetzungen für das fachliche Lernen. Es werden auf diesem Wege auch notwendige Voraussetzungen sowohl für eine qualifizierende berufliche Ausbildung bzw. die Fortsetzung vollzeitlicher schulischer Bildungsgänge als auch für die Teilhabe am kulturellen, sozialen und politischen Leben und die umfassende Nutzung des Medienangebots geschaffen.

Vor diesem Hintergrund bringen die drei Fächer des Lernbereichs ihre jeweils eigenständigen Perspektiven in den Aufbau von Kompetenzen für den Lernbereich Arbeitslehre bei den Schülerinnen und Schülern ein.

Das Fach Hauswirtschaft trägt dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler vielfältige Aufgaben der Arbeit in Haushalt und Beruf möglichst selbständig planen, organisieren, ausführen und reflektieren. Durch kooperatives Arbeiten im Unterricht wird darüber hinaus partnerschaftliches Handeln gefördert. Hauswirtschaftliche Grundbildung im Rahmen der Hauptschule beinhaltet, dass die Schülerinnen und Schüler aktuelle gesellschaftliche Bedingungen und Problemfelder in den Bereichen Konsum, Gesundheit, Umwelt und Haushaltsführung verstehen und kompetent beurteilen sowie mit Ressourcen verantwortungsvoll umgehen.

Das Fach Technik zielt auf die Vermittlung technischer und informationstechnologischer Verfahren und Systeme, mit denen Schülerinnen und Schüler ihre Umwelt im privaten, beruflichen und öffentlichen Leben zielorientiert verändern und gestalten können. Basis für eine technische und informationstechnologische Grundbildung im Rahmen der Hauptschule sind Kompetenzen zum Umgang mit technischen Sachverhalten in den Bereichen Stoff, Energie und Information sowie Kompetenzen bezogen auf die Auswahl und Anwendung technischer und informationstechnologischer Verfahren. In diesem Zusammenhang besitzen Methoden zum Aufbau technischer Sachkenntnis, das Analysieren technischer Systeme sowie die Bewältigung realer technischer und informationstechnologischer Aufgaben unter Anwendung theoretischer und praktischer Verfahren eine besondere Bedeutung.

Das Fach Wirtschaft trägt dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler ihre unterschiedlichen Rollen als Wirtschaftsbürgerinnen und -bürger in der Demokratie wahrnehmen und an ökonomischen Prozessen in Alltag und Beruf aktiv teilhaben können. Ziel des Faches ist es, den Lernenden ein fundiertes Urteilen und Handeln in Institutionen und Organisationen – in Schulen, Unternehmen und Haushalten – sowie auf Konsumgüter- und Faktormärkten zu ermöglichen und damit eine ökonomische Grundbildung als wichtigen Bestandteil der allgemeinen Bildung zu entwickeln. In diesem Zusammenhang erlangen Schülerinnen und Schüler im Sinne einer umfassenden Berufsorientierung wirtschaftsbezogene Kompetenzen, um ihre persönliche private und berufliche Zukunft bewusst und aktiv gestalten zu können. Die gesellschaftlichen Einflüsse auf die Rolle von Mann und Frau werden dabei kritisch analysiert.

Das Zusammenwirken der Fächer auf der Basis des Kernlehrplans sowie auf der Grundlage lernbereichs- und fachgruppenbezogener Absprachen, Fächer verbindender Unterrichtsvorhaben und schulinterner Lehrplangestaltung ermöglicht insgesamt einen vernetzten und vertieften Kompetenzaufbau, der die Integration fachspezifischen Teilwissens in übergreifende Sinnzusammenhänge befördert. Den Fachkonferenzen Hauswirtschaft, Technik, Wirtschaft obliegt es, für den Lernbereich insgesamt Absprachen über den gemeinsamen Aufbau von Kompetenzen zu treffen, sodass im jeweiligen Fachunterricht Synergieeffekte sowie zusätzliche zeitliche Spielräume eröffnet werden. Vor diesem Hintergrund sollten auch die curricular gegebenen Kooperationsmöglichkeiten mit den jeweils affinen Fächern der Lernbereiche Gesellschaftslehre und Naturwissenschaften geprüft und – wo vor dem Hintergrund der schulischen Bedingungen möglich und sinnvoll – auch genutzt werden.

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© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 02.10.2019