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2 Kompetenzbereiche, Inhaltsfelder und Kompetenzerwartungen

Die in den allgemeinen Aufgaben und Zielen des Lernbereichs und der Fächer beschriebene übergreifende fachliche Kompetenz wird ausdifferenziert, indem fachspezifische Kompetenzbereiche und Inhaltsfelder identifiziert und ausgewiesen werden. Dieses analytische Vorgehen erfolgt, um die Strukturierung der fachrelevanten Prozesse einerseits sowie der Gegenstände andererseits transparent zu machen. In den Kompetenzerwartungen werden beide Seiten miteinander verknüpft. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass der gleichzeitige Einsatz von Können und Wissen bei der Bewältigung von Anforderungssituationen eine zentrale Rolle spielt.

Schaubild Kernlehrplan Arbeitslehre Kompetenzen

Kompetenzbereiche repräsentieren die Grunddimensionen des fachlichen Handelns. Sie dienen dazu, die einzelnen Teiloperationen entlang der fachlichen Kerne zu strukturieren und den Zugriff für die am Lehr-Lernprozess Beteiligten zu verdeutlichen.
Inhaltsfelder systematisieren mit ihren jeweiligen inhaltlichen Schwerpunkten die im Unterricht der Hauptschule verbindlichen und unverzichtbaren Gegenstände und liefern Hinweise für die inhaltliche Ausrichtung des Lehrens und Lernens.
Kompetenzerwartungen führen Prozesse und Gegenstände zusammen und beschreiben die fachlichen Anforderungen und intendierten Lernergebnisse, die auf drei Stufen bis zum Ende der Sekundarstufe I erreicht werden sollen.

Kompetenzerwartungen

  • beziehen sich auf beobachtbare Handlungen und sind auf die Bewältigung von Anforderungssituationen ausgerichtet,
  • stellen im Sinne von Regelstandards die erwarteten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten auf einem mittleren Abstraktionsgrad dar,
  • ermöglichen die Darstellung einer Progression vom Anfang bis zum Ende der Sekundarstufe I und zielen auf kumulatives, systematisch vernetztes Lernen
  • können in Aufgabenstellungen umgesetzt und überprüft werden.

Insgesamt ist der Unterricht in der Sekundarstufe I nicht allein auf das Erreichen der aufgeführten Kompetenzerwartungen beschränkt, sondern soll es Schülerinnen und Schülern ermöglichen, diese weiter auszubauen und darüber hinausgehende Kompetenzen zu erwerben.

2.1  Kompetenzbereiche für alle Fächer des Lernbereichs

Die Schülerinnen und Schüler erwerben im Lernbereich Arbeitslehre haushalts-, technik-, informationstechnologisch- und wirtschaftsbezogene Kompetenzen für die Lebensbereiche Familien-, Erwerbs- und Bürgerarbeit. Diese übergreifende fachliche Kompetenz umfasst dabei eine Reihe spezieller und untereinander vernetzter Kompetenzen, die den Kompetenzbereichen Sach-, Methoden-/Verfahrens-, Urteils-/Entscheidungs- sowie Handlungskompetenz zugeordnet werden können.

  • Sachkompetenz
Die Sachkompetenz ist stets gegenstandsbezogen. Sie bezeichnet die Bereitschaft und Fähigkeit, Sachverhalte fachlich richtig benennen, beschreiben und darstellen zu können. Sie beinhaltet darüber hinaus, dass fachspezifische Sachverhalte und Begriffe unterschieden, geordnet und systematisiert werden können. Je nach Abstraktionsvermögen und Kenntnisstand gilt es, dieses Fachwissen im jeweiligen Kontext anzuwenden, abzugleichen und fortdauernd weiterzuentwickeln. Sachkompetenz im Bereich der Arbeitslehre bedeutet somit die Fähigkeit zur Aneignung von und zum Umgang mit grundlegenden haushaltswissenschaftlichen, ernährungswissenschaftlichen, technischen und sozioökonomischen Kenntnissen.

  • Methoden- und Verfahrenskompetenz

Zur Methoden- und Verfahrenskompetenz gehören Wege der Erkenntnisgewinnung – wie die Recherche, die Ermittlung arbeitsorientierter Sachverhalte und ihre Strukturierung, Analyse und Interpretation – sowie die Darstellung und Präsentation von Informationen und Arbeitsergebnissen. Die Anwendung dieser Verfahren geschieht unter kommunikativen Aspekten vor allem unter Verwendung der entsprechenden Fachsprache sowie mittels eines reflektierten Einsatzes von Medien. Dies erfolgt entweder mittelbar durch unterschiedliche Materialien, Arbeits- und Darstellungsmittel oder unmittelbar durch originale Begegnung wie Befragung oder Erkundung.

  • Urteils- und Entscheidungskompetenz

Urteils- und Entscheidungskompetenz basiert auf den erworbenen Sach-, Methoden- und Verfahrenskompetenzen. In diesem Zusammenhang geht es um ein selbständiges, begründetes, auf Kriterien gestütztes, reflektiertes Bewerten, Entscheiden und Beurteilen. Urteils- und Entscheidungskompetenz ermöglicht es, einen eigenen begründeten Standpunkt zu finden und diesen im Rahmen einer verantwortungsvollen Mitgestaltung gegenwärtiger und zukünftiger Lebenssituationen einzubringen.

  • Handlungskompetenz

Handlungskompetenz ist eine integrative Kompetenz, die motorische Fähigkeiten umfasst sowie die Beeinflussung und Gestaltung der Umwelt ermöglicht. Handlungskompetenz entwickelt sich auf unterschiedlichen Ebenen, zu denen produktives Gestalten und Konstruieren sowie simulatives und reales Handeln in allen Lebensbereichen gehören. Handlungskompetenz erlaubt es in Verbindung mit Kompetenzen aus den anderen Kompetenzbereichen, unterschiedliche Anforderungen sachgerecht und effizient zu bewältigen.

2.2    Besondere Ziele der Hauptschule 

2.2.1 Hinweise zur Sprachkompetenzentwicklung im Lernbereich

Der Unterricht in allen Fächern trägt zur Sprachbildung bei. Insbesondere der Deutschunterricht entwickelt und erweitert Basiskompetenzen in den Bereichen der gesprochenen sowie der geschriebenen Sprache, auf die der Unterricht in anderen Fächern zurückgreifen kann. Jedes auch fachliche Lernen ist Lernen durch Sprache und von Sprache. In diesem Sinne sichert der sprachsensible Fachunterricht die Voraussetzungen für die eigenen fachrelevanten kognitiven und kommunikativen Prozesse. Die folgenden Übersichten zeigen – im Sinne einer Hilfestellung – Ansatzpunkte für den sprachsensiblen Fachunterricht auf.

Benennen, Definieren, Beschreiben

  • Erfassen und präzises Bezeichnen fachlich relevanter Aspekte und Unterrichtsgegenstände anhand von adäquaten Begriffen

Berichten

  • objektive Wiedergabe mithilfe sachlicher Wortwahl (Vermeidung subjektiver Eindrücke) auch unter Verwendung von Fachsprache
  • Nutzung des richtigen Tempusgebrauchs bei der Wiedergabe von vergangenen bzw. gegenwärtigen Ereignissen, Erlebnissen und Vorgängen 
  • Abstimmung des Informationsgehalts sowie der Abfolge von Informationen auf den konkreten Zweck des Berichts

Erklären, Erläutern

  • Berücksichtigung sprachlicher Elemente, um Wirkungsrelationen herzustellen und zu verbalisieren (z.B. Beachtung logischer Verknüpfungen, adäquater Nebensatzkonstruktionen, Herstellung zeitlicher Bezüge)
  • Generalisierung von Ursache-/Wirkungsrelationen unter Beachtung vergangener und zukünftiger Prozesse und Ereignisse durch Präsensgebrauch und bestimmte Formulierungen, die vom Konkreten abweichen (z.B. im Allgemeinen, dann gilt, daraus folgt)
  • sachliche Äußerung unter Verwendung eines adäquaten Sprachstils (z.B. nicht polemisch, eindeutig, distanziert)

Bewerten, Beurteilen

  • überzeugendes Vertreten der eigenen Position durch klare adressatenbezogene Sprache
  • Beurteilung und Bewertung z.B. von Sachverhalten, Ereignissen und Verhaltensweisen unter Verwendung begründender Formulierungen

Argumentieren, Stellung beziehen

  • Unterscheidung zwischen faktengestützten Aussagen und Annahmen durch Erkennen bzw. eigene Verwendung sprachlicher Signale, die die Validität untermauern, abschwächen oder widerlegen (z.B. wahrscheinlich, bestimmt, vermutlich, eventuell)
  • Untermauern der eigenen Position z.B. durch Formulierung von Begründungen, Abwägung, Verknüpfung (z.B. zwar, jedoch, aber, dennoch, durchaus)

Im Einzelnen bedeutet dies:

Wortebene

  • Unterscheidung zwischen Umgangs- und Standardsprache (z.B. keiner, was, egal / niemand, etwas, gleichgültig)
  • Möglichkeiten der präziseren Begrifflichkeit, Nuancierung und Differenzierung des standardsprachlichen Wortschatzes durch Adjektive, durch Adverbien, durch adverbiale Ergänzungen (z.B. Adjektive: sachgerecht, zielgerichtet, eigenverantwortlich; ausgewogen, typisch; Adverbien: ressourcenschonend, persönlich; maßgerecht; adverbiale Ergänzungen: Arbeitsabläufe in einem vorgegebenen Zeitraster planen. Werkzeuge mit zunehmender Selbstständigkeit sicher bedienen. Persönliche Alternativen zur dualen Berufsausbildung herausarbeiten)
  • sachbezogener und fachsprachlicher Wortschatz
  • Bedeutungsänderung in fachsprachlichen Kontexten (z.B. umkippen, aufgehen, reflektieren)
  • Bedeutungen von Formeln, Symbolen, Ziffern, Buchstaben, Sonderzeichen (z.B.EL, kcal, CAD, ©, ALG II, MwSt, à, >, <, §, @)
  • Nominalisierungen verdichten (z.B. Beim Dünsten das Gemüse unter Zugabe von wenig Fett oder Flüssigkeit garen. = Man nimmt etwas Fett oder Flüssigkeit, um das Gemüse so lange zu dünsten, bis es gar ist)

Satzebene

  • komplexere Satzkonstruktionen, um Zusammenhänge und Beziehungen darzustellen (zeitlich, z.B. danach; begründend, z.B. wenn… dann; bedingend, z.B. unter der Voraussetzung, dass…)
  • funktionsgerechte sprachliche Signale (z.B. Signale der Thesenformulierung, der Gegenüberstellung, des Belegens, des Abwägens, der Schlussfolgerung, der alternativen Möglichkeiten)
  • fachliche Konventionen:
    • Tempusgebrauch (z.B. Präsens bei Versuchsbeschreibung)
    • Konjunktivgebrauch (z.B. Annahmen, Gedankenexperimente, indirekte Rede, Distanzierung, Übernehmen fremder Gedanken)
  • Sachverhalte entpersonalisieren durch Passiv; durch unpersönliches Subjekt (z.B. Es ist eine Menge n gegeben; es, man; die Sicherheitsvorschriften müssen beachtet werden; es, man)

Textebene

  • Globale Kohärenz: inhaltlicher Gesamtzusammenhang, „roter Faden“ eines Textes: z.B. schlüssige, bruchlose Darstellung von Zusammenhängen, Berücksichtigung inhaltlicher und sprachlicher Zusammenhänge, die rückverweisende bzw. eindeutige Verwendung eines Pronomens auf den vorherigen Absatz
  • Adressat: z.B. Sprachstil den Rezipienten anpassen; Ziel: z.B. werbend, informierend Situation: z.B. Informationsstand bekannt/unbekannt -> ggf. vorheriges Erklären von Fachbegriffen
  • Berücksichtigung fachspezifischer Textsorten (z.B. Protokoll, Versuchsbeschreibung, Bericht)
  • Unterscheidung zwischen Schriftsprache und gesprochener Sprache 1. schriftlich (s): keine unmittelbare Situations- und Handlungseinbindung: / mündlich (m): Situations- und Handlungseinbindung 2. (s): Wahrnehmungsraum von Sender und Empfänger nicht identisch: im Anschluss daran, hinter der Platine, auf der gegenüberliegenden Seite / (m): gemeinsamer Wahrnehmungsraum, auf den man verweisen kann: dann, dort, da drüben 3. (s): Planungszeit / mündlich: Flüchtigkeit 4. schriftlich: keine weiteren Informationsträger / (m): weitere Informationsträger: Gestik, Mimik, Tonfall 5. (s) Exaktheit der Begriffe: niemand, etwas, gleichgültig / (m): Toleranz in der Begrifflichkeit: keiner, was, egal

2.2.2  Lebensplanung und Berufsorientierung

Der Unterricht im Lernbereich Arbeitslehre an der Hauptschule soll über die Entwicklung primär fachbezogener Kompetenzen hinaus wesentliche Beiträge für die Lebensplanung und die Berufsorientierung der Schülerinnen und Schüler leisten. Dies geschieht, indem sie erkennen,

  • wie hauswirtschaftliche, technische, informationstechnologische und ökonomische Kompetenzen ihnen bei der Bewältigung von Anforderungen des täglichen Lebens helfen können,
  • welche Berufsfelder hauswirtschaftliche, technische, informationstechnologische und ökonomische Kompetenzen voraussetzen und auf welchen Kenntnissen und Fertigkeiten eine Ausbildung in entsprechenden Berufen aufbaut.

Die folgende Übersicht zeigt Anknüpfungspunkte zwischen Kontexten des Alltags und Inhaltsfeldern des Lehrplans, in denen sich fachliche Aspekte der Lebensplanung und der Berufsorientierung thematisieren lassen.

Hauswirtschaft

Technik

Wirtschaft

Lebensplanung

7/8

  • individuelle Ernährungs-, Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen
  • eigenes Ernährungsverhalten im Kontext von Nachhaltigkeit, Ökologie, Gesundheit und Finanzierbarkeit
  • individuelle Arbeitsplanung und -orga­nisation im Küchenbereich
  • eigene und die Bedürfnisse anderer im eigenen Erfahrungs- und Lebensbereich
  • individuelle Maßstäbe für eine Esskultur
  • kulturell unterschiedliche Essgewohnheiten
  • Auswirkungen des technischen Wandels auf die Lebenswirklichkeit von Jugendlichen
  • sicherheitsrelevante Regeln im eigenen Haus
  • Arbeitsschritte in haushaltstechnischen Prozessen
  • nachhaltiger Energie- und Rohstoffverbrauch von technischen Geräten im privaten Haushalt
  • konventionelle und ökologische Stromerzeugung
  • Maßnahmen zum Verbraucherinnen- und Verbraucherschutz
  • eigenes Konsumverhalten im Kontext von Nachhaltigkeit, Ökologie, Gesundheit und Finanzierbarkeit
  • eigene und die Bedürfnisse anderer im eigenen Erfahrungs- und Lebensbereich
  • eigene Lebensziele benennen und entwickeln
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Aufgabe für Männer und Frauen

Berufsorientierung

  • individuelle Zugänge zu hauswirtschaftlichen Arbeitsfeldern auch unter kritischem Gender-Aspekt
  • Wertvorstellungen in der Gesellschaft und in hauswirtschaftlichen Berufen auch unter kritischem Gender-Aspekt
  • individuelle Zugänge zu technischen Arbeitsfeldern für Mädchen und Jungen
  • Sicherheit sowie Arbeitsorganisation und –planung in technischen Betrieben
  • Handhabung von Geräten und Maschinen
  • Be- und Verarbeitung von Werkstoffen als handwerkliche Fertigkeiten
  • eigene Berufswünsche
  • Berufswahl von Frauen und Männern
  • Erwerbsarbeit und Identitätsbildung
  • Bedeutung des betrieblichen Umweltschutzes
  • Arbeitsmöglichkeiten in der ökologisch orientierten Produktion
  • individuelle Teilhabe in Mitbestimmungsprozessen im Betrieb

Lebensplanung

9/10

  • individuelle Möglichkeiten zum Klimaschutz
  • individuelle Möglichkeiten, eine nachhaltige Entwicklung zu fördern
  • Arbeitsplanung und –organisation in größeren privaten Küchen
  • Auswirkungen einer gesunden Ernährung auf das eigene Wohlbefinden und die Gesundheit
  • Einsatzmöglichkeiten elektrischer Schaltungen und ihrer Bauteile im Alltag
  • eigene Werte und Ziele im Hinblick auf den Einsatz technischer Systeme im Haushalt
  • Einsatz digitaler Medien in privaten Funktionsbereichen
  • eigenes Handeln im Spannungsfeld von individuellen Wünschen und sozialen Erwartungen
  • individuelle Vorsorgemöglichkeiten
  • eigene Norm- und Wertvorstellungen im Hinblick auf Lebensplanung
  • Kompetenzchecks und Eignungstests
  • geschlechtergerechte Einkommensmöglichkeiten
  • Auswirkungen von Arbeitslosigkeit und mögliche Maßnahmen

Berufsorientierung

  • Ernährungs-, Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen in hauswirtschaftlichen und lebensmittelverarbeitenden Betrieben
  • geschlechtsspezifische Berufswahl und mögliche Folgen
  • individuelle Zugänge zu hauswirtschaftlichen Arbeitsfeldern (Anforderungsprofile sowie eigene Interessen und Neigungen)
  • Berufe in technischen Bereichen
  • Auswirkungen digitaler Medien auf den Arbeitsalltag in technischen und kaufmännischen Berufen
  • geschlechtsspezifische Berufswahl in technischen Berufen und mögliche Folgen
  • individuelle Zugänge zu technischen und informationstechnologischen Arbeitsfeldern
  • Aufgabe der Vereinbarkeit von Familien-, Bürger- und Erwerbsarbeit
  • Beratungsmöglichkeiten bei Arbeitsplatzsuche und ‑wechsel
  • Funktionsweise des Arbeitsmarktes
  • Veränderungen von Berufsbildern durch technische Innovationen
  • Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten in der Bundesrepublik Deutschland
  • Praktika und Berufsmöglichkeiten (auch im europäischen Ausland)

Abschnitt A: Hauswirtschaft

2.3   Inhaltsfelder im Fach Hauswirtschaft

Kompetenzen sind nicht nur an die übergreifend für den gesamten Lernbereich geltenden Kompetenzbereiche (siehe Kapitel 2.1), sondern immer auch an fachliche Inhalte gebunden. Hauswirtschaftliche Grundbildung im Einzelfachunterricht soll deshalb mit Blick auf die nachfolgenden Inhaltsfelder entwickelt werden, deren Zuschnitt und Reihenfolge curriculare Setzungen darstellen. Bei der Überführung der Inhaltsfelder und inhaltlichen Schwerpunkte in konkrete Unterrichtsvorhaben können nach Entscheidung der Fachkonferenz hiervon abweichende Zuordnungen entstehen, sofern diese innerhalb der vorgegebenen Progressionsstufen erfolgen. 

Inhaltsfeld 1: Ernährungsphysiologische und gesundheitliche Aspekte der Nahrungszubereitung

Das Inhaltsfeld verbindet Theorie und Praxis der Nahrungszubereitung miteinander und wird in jeder Doppeljahrgangsstufe dieses Kernlehrplans einmal aufgegriffen. Schülerinnen und Schüler erwerben Grundkenntnisse im Hinblick auf die Verarbeitung von Lebensmitteln unter Berücksichtigung ernährungsphysiologischer und gesundheitlicher Aspekte. Sie lernen bei der Auseinandersetzung mit diesem Inhaltsfeld, Auswirkungen auf das eigene Wohlbefinden und die Gesundheit einzuschätzen.

Inhaltsfeld 2: Alltagsvorstellungen zu Essen und Ernährung

In diesem Inhaltsfeld setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Ernährungsstilen und Essgewohnheiten sowie dem sie dabei beeinflussenden Umfeld auseinander. Durch eine gegebenenfalls kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Essverhalten und der Funktion von Mahlzeiten werden die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt, Lebensmittel gesundheitsbewusst auszuwählen, in Bezug auf eine gesunde Ernährung zu hinterfragen sowie Krankheiten vorzubeugen. 

Inhaltsfeld 3: Ernährung und Esskultur

In diesem Inhaltsfeld geht es um Ernährungsstile und Essgewohnheiten aufgrund unterschiedlicher Lebensumstände und Haushaltsstrukturen. Darüber hinaus wird der Einblick in unterschiedliche Lebensstile durch das Wissen über Lebens- und Ernährungsgewohnheiten in anderen Ländern gegeben. Hierzu gehören die Auseinandersetzung mit Lebensmitteln und Gewürzen sowie die Herstellung von Speisen.   

Inhaltsfeld 4: Ökonomie und Ökologie der Nahrungsmittelproduktion

Durch die Auseinandersetzung mit diesem Inhaltsfeld lernen die Schülerinnen und Schüler Prozesse der Erzeugung, Verarbeitung, Verteilung, Nutzung und Entsorgung von Nahrungsmitteln kennen. Sie erfahren, dass beispielsweise bei der Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln gesundheitliche, ökologische und ökonomische Aspekte von Bedeutung sind. Diese Zusammenhänge können ansatzweise auch im Rahmen der Vorbereitung und Herstellung von Themenmenüs verdeutlicht werden. 

Inhaltsfeld 5: Berufe im haus- und ernährungswirtschaftlichen Umfeld

Dieses Inhaltsfeld ermöglicht Einblicke in Berufe aus den Bereichen Hauswirtschaft, Nahrungsmittel, Hotel- und Gaststättengewerbe sowie Erziehung und Pflege. Dabei gilt es, die jeweiligen Tätigkeitsschwerpunkte der vorgenannten Berufsfelder gegeneinander abzugrenzen. Neben der Vermittlung der theoretischen Kenntnisse werden im fachpraktischen Unterricht erste Arbeitsschritte aus dem Bereich der hauswirtschaftlichen Versorgungsleistungen durchgeführt. So können auf der Grundlage genauerer Kenntnisse zu Anforderungsprofilen Interessen und Neigungen für eine Berufsorientierung entwickelt und berücksichtigt sowie das geschlechtsspezifische Berufswahlverhalten hinterfragt werden.

2.4   Kompetenzerwartungen und inhaltliche Schwerpunkte im Fach Hauswirtschaft

2.4.1 Doppeljahrgangsstufe 7/8 - Kompetenzen

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie im Laufe der Jahrgangsstufen 7 und 8 eine erste Stufe erreichen, auf der sie über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu allen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Methoden-/Verfahrens- sowie die Handlungskompetenz ausschließlich inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, werden die Sachkompetenz sowie die Urteils-/Entscheidungskompetenz im Anschluss zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert. Die in Klammern beigefügten Kürzel dienen dabei zur Verdeutlichung der Progression der übergeordneten Kompetenzerwartungen über die einzelnen Stufen hinweg (vgl. Anhang).

  • Sachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • systematisieren fachbezogene Sachverhalte (SK 1),
  • formulieren ein Grundverständnis zentraler Dimensionen von Arbeit und wenden zentrale Fachbegriffe im thematischen Kontext an (SK 2),
  • erläutern grundlegende hauswirtschaftliche Strukturen (SK 3),
  • erläutern grundlegende hauswirtschaftliche Prozesse (SK 4).

  • Methoden- und Verfahrenskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

Verfahren der Informationsbeschaffung und -entnahme

  • recherchieren angeleitet in Mediensammlungen und beschaffen zielgerichtet Informationen (MK 1),
  • entnehmen mehreren Einzelmaterialien fragenrelevante Informationen und setzen diese zueinander in Beziehung (MK 2),
  • entnehmen modellhaften Darstellungen für Fragestellungen relevante Informationen (MK 3),
  • erheben angeleitet Daten durch Beobachtung, Erkundung und den Einsatz von Messverfahren (MK 4),
  • identifizieren ausgewählte Lebensmitteleigenschaften durch die Nutzung unterschiedlicher Sinne (MK 5),

Verfahren der Aufbereitung, Strukturierung, Analyse und Interpretation

  • analysieren durch konkrete Arbeitsaufträge angeleitet kontinuierliche Texte (MK 6),
  • analysieren und interpretieren mit Hilfestellungen diskontinuierliche Texte wie Grafiken, Statistiken, Rezepte, Schaubilder, Diagramme sowie Bilder, Karikaturen und Filme (MK 7),
  • überprüfen vorgegebene Fragestellungen und eigene Vermutungen mittels Experimenten, Erkundungen und Befragungen (MK 8),
  • identifizieren unterschiedliche Perspektiven sowie kontroverse Standpunkte und geben diese zutreffend wieder (MK 9),
  • analysieren Fallbeispiele auch außerhalb des unmittelbaren eigenen Erfahrungsbereichs (MK 10),
  • entwickeln angeleitet Kriterien für die Qualität von zubereiteten Speisen und Gerichten (MK 11),

Verfahren der Darstellung und Präsentation

  • beschreiben fachspezifische Sachverhalte sprachlich angemessen unter Verwendung relevanter Fachbegriffe (MK 12),
  • erstellen angeleitet Skizzen, Diagramme und Schaubilder zur Darstellung von Informationen und Messdaten (MK 13),
  • präsentieren Speisen und Gerichte unter ästhetischen und funktionalen Gesichtspunkten (MK 14).
  • Urteils- und Entscheidungskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • beurteilen fachbezogene Sachverhalte, Systeme und Verfahren vor dem Hintergrund relevanter, auch selbst entwickelter Kriterien (UK 1),
  • formulieren einen begründeten eigenen Standpunkt (UK 2),
  • beurteilen unterschiedliche Handlungsweisen und dahinter liegende Interessen hinsichtlich der zugrunde liegenden Wertmaßstäbe sowie deren Verallgemeinerbarkeit (UK 3),
  • beurteilen Situationen oder Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven (UK 4),
  • beurteilen im Kontext eines Falles oder Beispiels mit Entscheidungscharakter Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen Handelns (UK 5),
  • entscheiden sich in fachlich geprägten Situationen begründet für Handlungsoptionen und wägen Alternativen ab (UK 6).
  • Handlungskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • be- und verarbeiten Lebensmittel (HK 1),
  • bedienen und pflegen Geräte und Maschinen (HK 2),
  • entwickeln auch in kommunikativen Zusammenhängen Lösungen und Lösungswege für einfache fachbezogene Probleme und setzen diese ggf. um (HK 3),
  • erstellen aus einer vorgegebenen inhaltlichen Auswahl (Medien-) Produkte zu fachbezogenen Sachverhalten und präsentieren diese intentional im (schul-) öffentlichen Raum (HK 4),
  • vertreten die eigenen Positionen auch in der Auseinandersetzung mit kontroversen Sichtweisen in angemessener Form im (schul-) öffentlichen Raum (HK 5),
  • nehmen andere Positionen ein und vertreten diese probeweise (Perspektivwechsel) (HK 6),
  • planen und realisieren ein fachbezogenes Projekt und werten dieses anhand von vorgegebenen Kriterien aus (HK 7).

Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen der Behandlung der nachfolgenden, für die Jahrgangsstufen 7 und 8 obligatorischen Inhaltsfelder entwickelt werden:1.)    Ernährungsphysiologische und gesundheitliche Aspekte der Nahrungszubereitung2.)    Alltagsvorstellungen zu Essen und Ernährung3.)    Ernährung und EsskulturBezieht man die übergeordneten Kompetenzerwartungen im Bereich der Sach- und der Urteils-/Entscheidungskompetenz sowie die unten aufgeführten inhaltlichen Schwerpunkte aufeinander, so ergeben sich die nachfolgenden konkretisierten Kompetenzerwartungen:

Inhaltsfeld 1: Ernährungsphysiologische und gesundheitliche Aspekte der Nahrungszubereitung

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Schulküchen und ihre Einrichtung
  • Arbeitsmittel
  • Arbeitsplanung und -organisation im Küchenbereich der Schule
  • Personen-, Arbeitsplatz- und Lebensmittelhygiene
  • Entsorgung von Produkten im privaten Haushalt
  • Nahrungsmittelgruppen und ihr Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung
  • Nahrungszubereitung
  • Arbeitsplanung und -organisation im Küchenbereich des privaten Haushalts
  • Lebensmittelkennzeichnung
  • Richtlinien und Empfehlungen für eine ausgewogene Ernährung

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • benennen Einrichtungen, Funktionsbereiche und Arbeitsmittel in der Schulküche,
  • erklären sicherheitsrelevante Aspekte in der Schulküche sowie den sicheren Umgang mit Arbeitsmitteln bei der Nahrungszubereitung,
  • erläutern die Handhabung und Funktion eingesetzter Arbeitsmittel und Nahrungsmittel, ordnen Lebensmitteln verschiedene Be- und Verarbeitungsverfahren sowie die hierzu benötigten Arbeitsmittel zu,
  • erläutern einfache Rezepte und beschreiben einfache Verfahren der Nahrungsmittelzubereitung,
  • erläutern Maßnahmen zur persönlichen Hygiene sowie zur Arbeitsplatz- und Lebensmittelhygiene,
  • erläutern Formen der Wertstofftrennung im Hinblick auf Kosten und Nutzen für private Haushalte,
  • benennen Verfahren und Kriterien zur Überprüfung der Qualität zubereiteter Speisen,
  • beschreiben Aspekte einer effizienten Arbeitsplanung und -organisation,
  • erläutern die Bedeutung der Lebensmittelkennzeichnung und unterscheiden zwischen fakultativen und obligatorischen Angaben,
  • erläutern ausgewählte Ernährungsempfehlungen und Richtlinien für eine ausgewogene Ernährung.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten das eigene Arbeitsverhalten sowie körpernahe Gegenstände (u.a. Kleidung, Schmuck) im Hinblick auf potenzielle Gefährdungen,
  • entscheiden sich begründet für den Einsatz von Arbeitsmitteln unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten,
  • entscheiden über die Reihenfolge von Arbeitsschritten und begründen ihre Entscheidung,
  • beurteilen Verarbeitungsprozesse und die Qualität der Arbeitsergebnisse im Hinblick auf das Schonen von Lebensmitteln, die Beachtung der Hygieneregeln sowie die Sicherheit,
  • beurteilen unterschiedliche individuelle Möglichkeiten der Müllvermeidung und -entsorgung im privaten Haushalt unter Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Aspekte,
  • bewerten die zubereiteten Speisen und Gerichte im Hinblick auf Situations- und Alltagsangemessenheit,
  • bewerten Rezepte im Hinblick auf ihre Verständlichkeit und Umsetzbarkeit,
  • entscheiden sich für ergonomisch optimierte und Ressourcen schonende Arbeitsweisen,
  • entscheiden sich für die Auswahl von Lebensmitteln aufgrund ihrer Kennzeichnung sowie weiterer Informationen.

Inhaltsfeld 2: Alltagsvorstellungen zu Essen und Ernährung

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Essbiographie

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beschreiben die eigenen Ernährungsgewohnheiten,
  • beschreiben anhand eines Beispiels die Auswirkungen eines nachhaltigen Konsums auf die private Haushaltsführung,
  • beschreiben die Zusammensetzung einer gesundheitsförderlichen Ernährung.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beurteilen Nahrungsmittelgruppen im Hinblick auf ihre jeweilige Bedeutung für eine ausgewogene Ernährung,
  • bewerten die Angemessenheit des eigenen Essverhaltens auch im Hinblick auf gesellschaftliche Konventionen.

Inhaltsfeld 3: Ernährung und Esskultur

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Einflussfaktoren auf das Ernährungsverhalten
  • Ernährungsgewohnheiten verschiedener regionaler, kultureller und religiöser Gruppen

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • charakterisieren die Bedeutung und Funktion von Speisen und Gerichten bei unterschiedlichen Anlässen,
  • benennen geographische sowie historische Einflussfaktoren und erläutern deren Bedeutung für kulturell unterschiedliche Essgewohnheiten.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beurteilen das eigene Ernährungsverhalten aufgrund von Informationen über eine gesundheitsförderliche Ernährung,
  • beurteilen unterschiedliche Ess- und Tischsitten sowie deren Veränderbarkeit unter Berücksichtigung soziokultureller Bedingungen und religiöser Gepflogenheiten.

2.4.2   Doppeljahrgangsstufe 9/10

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie – aufbauend auf der Kompetenzentwicklung bis zum Ende der Jahrgangsstufe 8 – am Ende der Sekundarstufe I über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu allen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Methoden-/Verfahrens- sowie die Handlungskompetenz ausschließlich inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, werden die Sach- sowie die Urteils-/Entscheidungskompetenz im Anschluss zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert. Die in Klammern beigefügten Kürzel dienen dabei zur Verdeutlichung der Progression der übergeordneten Kompetenzerwartungen über die einzelnen Stufen hinweg (vgl. Anhang).

  • Sachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • systematisieren komplexere fachbezogene Sachverhalte (SK 1),
  • formulieren ein vertieftes Grundverständnis zentraler Dimensionen von Arbeit und wenden zentrale Fachbegriffe im erweiterten thematischen Kontext an (SK 2),
  • analysieren hauswirtschaftliche Strukturen (SK 3),
  • analysieren hauswirtschaftliche Prozesse (SK 4).
  • Methoden- und Verfahrenskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

Verfahren der Informationsbeschaffung und -entnahme

  • recherchieren selbständig in unterschiedlichen Medien und beschaffen zielgerichtet Informationen (MK 1),
  • identifizieren die unter einer Fragestellung relevanten Informationen innerhalb einer Zusammenstellung verschiedener Materialien, gliedern diese und ordnen sie in thematische Zusammenhänge ein (MK 2),
  • entnehmen Modellen Kern- und Detailaussagen und entwickeln einfache modellhafte Vorstellungen zu fachbezogenen Sachverhalten (MK 3),
  • erheben selbstständig Daten durch Beobachtung, Erkundung, Simulation und den Einsatz von Messverfahren (MK 4),
  • identifizieren selbstständig Lebensmitteleigenschaften (MK 5),

Verfahren der Aufbereitung, Strukturierung, Analyse und Interpretation

  • analysieren komplexere kontinuierliche Texte (MK 6),
  • analysieren und interpretieren komplexere diskontinuierliche Texte wie Grafiken, Statistiken, Rezepte, Schaubilder, Diagramme sowie Bilder, Karikaturen und Filme (MK 7),
  • formulieren Fragestellungen, entwickeln Hypothesen und überprüfen diese mithilfe selbst ausgewählter, geeigneter quantitativer (Umfrage, Zählung, Messung) und qualitativer (Beobachtung, Erkundung und Expertenbefragung) Verfahren sowie Experimenten und Simulationen (MK 8),
  • identifizieren unterschiedliche Perspektiven sowie kontroverse Standpunkte, geben diese zutreffend wieder und vergleichen sie miteinander (MK 9),
  • analysieren Fallbeispiele und nehmen Verallgemeinerungen vor (MK 10),
  • entwickeln selbstständig Kriterien und Indikatoren zur Beschreibung, Erklärung und Überprüfung fachbezogener Sachverhalte (MK 11),

Verfahren der Darstellung und Präsentation

  • stellen fachspezifische Sachverhalte unter Verwendung geeigneter sprachlicher Mittel und Fachbegriffe adressatenbezogen sowie problemorientiert dar und präsentieren diese anschaulich (MK 12),
  • erstellen selbstständig Skizzen, Diagramme und Strukturbilder, um Zusammenhänge und Probleme graphisch darzustellen (MK 13),
  • präsentieren ein Themenmenü unter ästhetischen und funktionalen Gesichtspunkten (MK 14).
  • Urteils- und Entscheidungskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • beurteilen differenziert fachbezogene Sachverhalte, Systeme und Verfahren vor dem Hintergrund relevanter, auch selbst entwickelter Kriterien (UK 1),
  • formulieren einen begründeten eigenen Standpunkt und prüfen, ob der erreichte Wissensstand als Basis für ein eigenes Urteil hinreichend ist (UK 2),
  • beurteilen kriteriengeleitet unterschiedliche Handlungsweisen und dahinter liegende Interessen hinsichtlich der zugrundeliegenden Wertmaßstäbe sowie deren Verallgemeinerbarkeit (UK 3),
  • beurteilen komplexere Situationen oder Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven (UK 4),
  • beurteilen im Kontext eines komplexeren Falles oder Beispiels mit Entscheidungscharakter Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen Handelns (UK 5),
  • entscheiden sich in fachlich geprägten Situationen begründet für Handlungsoptionen, wägen Alternativen ab und beurteilen mögliche Konsequenzen (UK 6).
  • Handlungskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • be- und verarbeiten auch schwer handhabbare Lebensmittel (HK 1),
  • bedienen und pflegen auch komplexere Geräte und Maschinen (HK 2),
  • entwickeln auch in kommunikativen Zusammenhängen Lösungen und Lösungswege für fachbezogene Probleme und setzen diese ggf. um (HK 3),
  • erstellen (Medien-) Produkte zu fachbezogenen Sachverhalten und präsentieren diese intentional im (schul-) öffentlichen Raum (HK 4),
  • vertreten die eigenen Positionen auch in der Auseinandersetzung mit kontroversen Sichtweisen in angemessener Form im (schul-) öffentlichen Raum und bereiten ihre Ausführungen mit dem Ziel der Überzeugung oder Mehrheitsfindung auch strategisch auf (HK 5),
  • nehmen andere Positionen ein und vertreten diese (Perspektivwechsel) (HK 6),
  • planen und realisieren ein fachbezogenes Projekt und werten dieses aus (HK 7).

Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen der Behandlung der nachfolgenden, für die Jahrgangsstufen 9 und 10 obligatorischen Inhaltsfelder entwickelt werden.

  1. Ernährungsphysiologische und gesundheitliche Aspekte der Nahrungszubereitung
  2. Ökonomie und Ökologie der Nahrungsmittelproduktion
  3. Berufe im haus- und ernährungswirtschaftlichen Umfeld

Bezieht man die übergeordneten Kompetenzerwartungen im Bereich der Sach- und der Urteils-/Entscheidungskompetenz sowie die unten aufgeführten inhaltlichen Schwerpunkte aufeinander, so ergeben sich die nachfolgenden konkretisierten Kompetenzerwartungen:

Inhaltsfeld 1: Ernährungsphysiologische und gesundheitliche Aspekte der Nahrungszubereitung

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Lebensmittelhygiene im privaten Haushalt und im Betrieb
  • Sicherheit im privaten Haushalt und im Betrieb
  • Arbeitsplanung und -organisation im privaten Haushalt und im Betrieb
  • Planung und Umsetzung eines Themenmenüs

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • erklären Maßnahmen zum hygienischen Umgang mit Lebensmitteln im privaten Haushalt und im Betrieb,
  • benennen Gefahrenquellen im privaten Haushalt sowie im Betrieb und erläutern deren Vermeidungsmöglichkeiten,
  • erläutern Planungsschritte zur Umsetzung eines Themenmenüs.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten Sicherheitsvorkehrungen im privaten Haushalt und im Betrieb im Hinblick auf deren Effektivität,
  • beurteilen die Arbeitsplanung und -organisation im privaten Haushalt und im Betrieb im Hinblick auf reibungslose Abläufe,
  • bewerten die Umsetzung eines Menus im Hinblick auf die thematische Passung.

Inhaltsfeld 4: Ökonomie und Ökologie der Nahrungsmittelproduktion

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Erzeugung, Verarbeitung und globale Verteilung von Lebensmitteln

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • vergleichen Verfahren der ökologischen und konventionellen Erzeugung sowie der Verarbeitung ausgewählter Lebensmittel,
  • erläutern die ungleiche Verteilung ausgewählter Lebensmittel im globalen Vergleich sowie deren Folgen für die Menschen,
  • erläutern an einem Beispiel fairen Handel mit Lebensmitteln.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beurteilen unterschiedliche Wege der Lebensmittelproduktion im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Arbeitsökonomie,
  • beurteilen kriterienorientiert die Zubereitung ökologisch ausgewogener Speisen und Gerichte,
  • beurteilen die Auswirkungen fairen Handels auf Verbraucher und Erzeuger.

Inhaltsfeld 5: Berufe im haus- und ernährungswirtschaftlichen Umfeld

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Berufsfelder
  • Tätigkeitsfelder
  • Anforderungsprofile

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beschreiben Berufe des haus- und ernährungswirtschaftlichen Umfelds,
  • erläutern Anforderungen an Berufe im haus- und ernährungswirtschaftlichen Umfeld.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten die geschlechtsspezifische Zuweisung zu einzelnen Berufen im Hinblick auf Zukunftschancen und Einkommensgerechtigkeit,
  • beurteilen haus- und ernährungswirtschaftliche Berufe im Hinblick auf eigenen Interessen und Fähigkeiten.

Abschnitt B: Technik

2.5 Inhaltsfelder im Fach Technik

Kompetenzen sind nicht nur an die übergreifend für den gesamten Lernbereich geltenden Kompetenzbereiche (siehe Kapitel 2.1), sondern immer auch an fachliche Inhalte gebunden. Technische Grundbildung im Einzelfachunterricht soll deshalb mit Blick auf die nachfolgenden Inhaltsfelder entwickelt werden, deren Zuschnitt und Reihenfolge curriculare Setzungen darstellen. Bei der Überführung der Inhaltsfelder und inhaltlichen Schwerpunkte in konkrete Unterrichtsvorhaben können nach Entscheidung der Fachkonferenz hiervon abweichende Zuordnungen entstehen, sofern diese innerhalb der vorgegebenen Progressionsstufen erfolgen.

Inhaltsfeld 1: Sicherheit am Arbeitsplatz

Im Zentrum dieses Inhaltsfeldes stehen die Arbeitssicherheit und der Arbeitsschutz. Hierzu gehören Kenntnisse über die Sicherheitsbestimmungen und -einrichtungen in Fachräumen sowie zum sicheren und sachgerechten Umgang mit Maschinen und Geräten. Besondere Bedeutung für die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler besitzen Sicherheits- und Gesundheitsaspekte beim Vollzug von Trenn- und Fügetechniken.

Inhaltsfeld 2: Fertigungsprozesse

In diesem Inhaltsfeld stehen die Arbeitsplatzgestaltung und -organisation sowie die Herstellung eines Alltagsgegenstandes im Vordergrund. Dabei kann der Fertigungsprozess durch Vorgaben in Textform oder als Grafik unterstützt werden. Schülerinnen und Schüler lernen, dass ein zweckmäßig eingerichteter Arbeitsplatz und eine adäquate Ablauforganisation für die sachgemäße und effiziente Herstellung eines Werkstücks bedeutsam sind.

Inhaltsfeld 3: Energieversorgung und -einsparung

Die Beschäftigung mit diesem Inhaltsfeld ermöglicht die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Formen der Energie, der Energieumwandlung sowie der Energieversorgung. Behandelt werden der Einsatz fossiler, nuklearer und regenerativer Energieträger, der weltweit steigende Energieverbrauch sowie die daraus resultierenden Handlungserfordernisse. Diese Entwicklungen werden am Beispiel des Stromverbrauchs im Haushalt verdeutlicht. Bei dieser Betrachtung stehen Geräte mit überhöhtem oder verstecktem Verbrauch im Fokus. Durch die Verbesserung des Wirkungsgrades und eine verbrauchsangepasste Nutzung lassen sich Energie einsparen und Ressourcen schonen.

Inhaltsfeld 4: Informations- und Kommunikationstechnik

In diesem Inhaltsfeld geht es um die Entwicklung neuer Geräte und Systeme der Informations- und Kommunikationstechnik. Ein Funktionieren der hierbei eingesetzten technischen Systeme wäre ohne elektrische Schaltungen mit aktiven Bauelementen wie Transistoren und integrierten Schaltungen nicht möglich. Die Schülerinnen und Schüler lernen, dass technische Innovationen – insbesondere in diesem Bereich – weitreichende Auswirkungen für die Arbeitswelt mit sich bringen, die auch eigene Berufswahlentscheidungen beeinflussen können.

Inhaltsfeld 5: Hardware und Software

Mit diesem Inhaltsfeld wird der Tatsache Rechnung getragen, dass sich die Nutzung der Hardware- und Softwareprodukte in fast allen Bereichen der Arbeitswelt etabliert hat. Daher erhöhen sich die Zugangschancen von Schulabsolventen erheblich, wenn sie im Umgang mit Standardanwendungen sowie dem grundlegenden Aufbau eines Computers und seiner Peripherie nachweislich vertraut sind. Für Berufe im Büro stellen der Umgang mit einer Textverarbeitung und einer Tabellenkalkulation Basisqualifikationen dar. Für die Visualisierung und Präsentation von Arbeitsergebnissen ist der Umgang mit Präsentationssoftware von elementarer Bedeutung, für den Umgang mit technischen Systemen bietet sich Simulationssoftware an.

2.6  Kompetenzerwartungen und inhaltliche Schwerpunkte im Fach Technik

2.6.1 Doppeljahrgangsstufe 7/8

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie im Laufe der Jahrgangsstufen 7 und 8 eine erste Stufe erreichen, aus der sie über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu allen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Methoden-/Verfahrens- sowie die Handlungskompetenz ausschließlich inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, werden die Sachkompetenz sowie die Urteils-/Entscheidungskompetenz im Anschluss zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert. Die in Klammern beigefügten Kürzel dienen dabei zur Verdeutlichung der Progression der übergeordneten Kompetenzerwartungen über die einzelnen Stufen hinweg (vgl. Anhang).

  • Sachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • systematisieren fachbezogene Sachverhalte (SK 1),
  • formulieren ein Grundverständnis zentraler Dimensionen von Arbeit und wenden zentrale Fachbegriffe im thematischen Kontext an (SK 2),
  • erläutern grundlegende technische Strukturen (SK 3),
  • erläutern grundlegende technische Prozesse (SK 4).
  • Methoden- und Verfahrenskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

Verfahren der Informationsbeschaffung und -entnahme

  • entnehmen mehreren Einzelmaterialien fragenrelevante Informationen und setzen diese zueinander in Beziehung (MK 1),
  • entnehmen modellhaften Darstellungen für Fragestellungen relevante Informationen (MK 2),
  • erheben angeleitet Daten durch Beobachtung, Erkundung und den Einsatz von Messverfahren (MK 3),
  • identifizieren Eigenschaften von Materialien und technischen Systemen durch Messungen (MK 4),

Verfahren der Aufbereitung, Strukturierung, Analyse und Interpretation

  • analysieren durch konkrete Arbeitsaufträge angeleitet kontinuierliche Texte (MK 5),
  • analysieren und interpretieren mit Hilfestellungen diskontinuierliche Texte wie Grafiken, Statistiken, Schaubilder, Diagramme sowie Bilder, Karikaturen und Filme (MK 6),
  • überprüfen vorgegebene Fragestellungen und eigene Vermutungen mittels Experimenten, Erkundungen und Befragungen (MK 7),
  • entwickeln angeleitet Kriterien für die Qualität von technischen Systemen (MK 8),

Verfahren der Darstellung und Präsentation

  • beschreiben fachspezifische Sachverhalte sprachlich angemessen unter Verwendung relevanter Fachbegriffe (MK 9),
  • erstellen angeleitet Skizzen, Diagramme und Schaubilder zur Darstellung von Informationen und Messdaten (MK 10).
  • Urteils- und Entscheidungskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • beurteilen fachbezogene Sachverhalte, Systeme und Verfahren vor dem Hintergrund relevanter, auch selbst entwickelter Kriterien (UK 1),
  • formulieren einen begründeten eigenen Standpunkt (UK 2),
  • beurteilen im Kontext eines Falles oder Beispiels mit Entscheidungscharakter Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen Handelns (UK 3),
  • entscheiden sich in fachlich geprägten Situationen begründet für Handlungsoptionen und wägen Alternativen ab (UK 4).
  • Handlungskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • be- und verarbeiten Werkstoffe (HK 1),
  • bedienen (Mess-) Geräte und Maschinen (HK 2),
  • entwickeln auch in kommunikativen Zusammenhängen Lösungen und Lösungswege für einfache fachbezogene Probleme und setzen diese ggf. um (HK 3),
  • erstellen aus einer vorgegebenen inhaltlichen Auswahl (Medien-) Produkte zu fachbezogenen Sachverhalten und präsentieren diese intentional im (schul-) öffentlichen Raum (HK 4).

Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen der Behandlung des nachfolgenden, für die Jahrgangsstufen 7 und 8 obligatorischen Inhaltsfeldes entwickelt werden:

1.)    Sicherheit am Arbeitsplatz
2.)    Fertigungsprozesse
3.)    Energieversorgung und -einsparung

Bezieht man die übergeordneten Kompetenzerwartungen im Bereich der Sach- und der Urteils-/Entscheidungskompetenz sowie die unten aufgeführten inhaltlichen Schwerpunkte aufeinander, so ergeben sich die nachfolgenden konkretisierten Kompetenzerwartungen:

Inhaltsfeld 1: Sicherheit am Arbeitsplatz

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Technikräume und ihre Einrichtungen
  • Werkzeuge, Werkstücke, Werkstoffe und Werkzeugmaschinen

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • benennen Einrichtungen, Funktionsbereiche und Maschinen in Technikräumen,
  • erklären sicherheitsrelevante Aspekte in Technikräumen,
  • unterscheiden unterschiedliche Werkzeuge, Werkstücke, Werkstoffe, und Werkzeugmaschinen.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten das eigene Arbeitsverhalten sowie körpernahe Gegenstände (u.a. Kleidung, Schmuck) im Hinblick auf potenzielle Gefährdungen,
  • entscheiden sich begründet für den Einsatz von Werkzeugen, Werkstoffen und Werkzeugmaschinen unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten.

Inhaltsfeld 2: Fertigungsprozesse

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Arbeitsplanung und -organisation im Technikraum
  • Technische Zeichnungen und Darstellungen
  • Bau eines Alltagsgegenstandes
  • Mess- und Prüfverfahren

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • erläutern einfache technische Zeichnungen,
  • erläutern die Handhabung und Funktion eingesetzter Werkzeuge, Geräte und Werkstoffe,
  • ordnen Materialien verschiedene Be- und Verarbeitungsverfahren sowie die hierzu benötigten Werkzeuge und Geräte zu,
  • beschreiben einfache Prozesse der Materialbearbeitung,
  • benennen Verfahren und Kriterien zur Überprüfung der Qualität angefertigter Werkstücke.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beurteilen Verarbeitungsprozesse im Hinblick auf das Schonen und Einsparen von Material,
  • bewerten eingesetzte Verfahren hinsichtlich ihrer Grenzen und Effizienz sowie der Veränderung des Materials,
  • entscheiden über die Reihenfolge von Arbeitsschritten und begründen ihre Entscheidung,
  • bewerten das Arbeitsergebnis hinsichtlich seines Aussehens und seiner Funktionalität,
  • erörtern Möglichkeiten der Optimierung der Arbeitsschritte.

Inhaltsfeld 3: Energieversorgung und -einsparung

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Energieformen, Energieumwandlung und Energieverbrauch im Haushalt
  • Wirkungsgrade und technische Optimierungsmöglichkeiten
  • Energieverbrauch weltweit
  • Energiewirtschaft
  • Fossile, nukleare und regenerative Energieträger
  • Kraftwerkstypen

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • benennen verschiedene Systeme zur Energieumwandlung sowie die zu- und abgeführten Energieformen,
  • vergleichen den Energie- und Rohstoffverbrauch von Geräten im Haushalt,
  • benennen den Wirkungsgrad bestimmende Faktoren von Energieverbrauchern und Maßnahmen der Ressourceneinsparung und  -schonung,
  • erläutern Disparitäten im weltweiten Primärenergieverbrauch,
  • benennen unterschiedliche Energiebezugsquellen und erläutern die Zusammensetzung von Energiekosten,
  • erläutern den Unterschied zwischen Energiereserven und -ressourcen vor dem Hintergrund der Reichweite fossiler Energieträger,
  • beschreiben den Unterschied zwischen fossilen, nuklearen und regenerativen Energieträgern sowie deren Potenziale bei der Stromerzeugung,
  • erläutern die Funktionsweise, die Verwendung sowie die Chancen und Risiken verschiedener Kraftwerkstypen zur Stromerzeugung,
  • beschreiben anhand eines Beispiels die Auswirkungen eines nachhaltigen Konsums auf den Energieverbrauch.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten verschiedene Systeme zur Energieumwandlung im Hinblick auf ihren Wirkungsgrad sowie ihren Verbrauch,
  • bewerten technische (Haushalts-) Geräte hinsichtlich ihrer Qualität sowie ihres Verbrauchs und erörtern unterschiedliche Maßnahmen zu deren Optimierung,
  • erörtern Deckungsmöglichkeiten für den weltweit steigenden Primärenergieverbrauch,
  • beurteilen kriteriengeleitet den Einsatz fossiler, nuklearer und regenerativer Energieträger aus der Perspektive unterschiedlicher Akteure,
  • erörtern die Chancen und Entwicklungspotenziale ökologisch orientierter Stromerzeugung im Hinblick auf Klimaschutz und Ressourcenschonung.

2.6.2  Doppeljahrgangsstufe 9/10

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie – aufbauend auf der Kompetenzentwicklung bis zum Ende des Jahrgangs 8 – am Ende der Sekundarstufe I über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu allen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Methoden-/Verfahrens- sowie die Handlungskompetenz ausschließlich inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, werden die Sachkompetenz sowie die Urteils-/Entscheidungskompetenz im Anschluss zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert. Die in Klammern beigefügten Kürzel dienen dabei zur Verdeutlichung der Progression der übergeordneten Kompetenzerwartungen über die einzelnen Stufen hinweg (vgl. Anhang).

  • Sachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • systematisieren komplexere fachbezogene Sachverhalte (SK 1),
  • formulieren ein vertieftes Grundverständnis zentraler Dimensionen von Arbeit und wenden zentrale Fachbegriffe im erweiterten thematischen Kontext an (SK 2),
  • analysieren technische Strukturen (SK 3),
  • analysieren technische Prozesse (SK 4).
  • Methoden- und Verfahrenskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

Verfahren der Informationsbeschaffung und -entnahme

  • entnehmen Modellen Kern- und Detailaussagen und entwickeln einfache modellhafte Vorstellungen zu fachbezogenen Sachverhalten (MK 1),
  • identifizieren die unter einer Fragestellung relevanten Informationen innerhalb einer Zusammenstellung verschiedener Materialien, gliedern diese und ordnen sie in thematische Zusammenhänge ein (MK 2),
  • erheben selbstständig komplexere Daten durch Beobachtung, Erkundung, Simulation und den Einsatz von Messverfahren (MK 3),
  • identifizieren die Funktionsweise komplexerer technischer Systeme durch Messungen und Simulation (MK 4),

Verfahren der Aufbereitung, Strukturierung, Analyse und Interpretation

  • analysieren komplexere kontinuierliche Texte (MK 5),
  • analysieren und interpretieren komplexere diskontinuierliche Texte wie Grafiken, Statistiken, Schaltpläne, Schaubilder Diagramme sowie Bilder, Karikaturen und Filme (MK 6),
  • formulieren Fragestellungen, entwickeln Hypothesen und überprüfen diese mithilfe selbst ausgewählter, geeigneter quantitativer Messung und qualitativer Verfahren sowie Experimenten und Simulationen (MK 7),
  • entwickeln selbstständig Kriterien und Indikatoren zur Beschreibung, Erklärung und Überprüfung fachbezogener Sachverhalte (MK 8),

Verfahren der Darstellung und Präsentation

  • stellen fachspezifische Sachverhalte unter Verwendung geeigneter sprachlicher Mittel und Fachbegriffe adressatenbezogen sowie problemorientiert dar und präsentieren diese anschaulich (MK 9),
  • erstellen selbstständig Skizzen, Diagramme und Schaltpläne, um Zusammenhänge und Probleme graphisch darzustellen (MK 10).
  • Urteils- und Entscheidungskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • beurteilen differenziert fachbezogene Sachverhalte, Systeme und Verfahren vor dem Hintergrund relevanter, auch selbst entwickelter Kriterien (UK 1),
  • formulieren einen begründeten eigenen Standpunkt und prüfen, ob der erreichte Wissensstand als Basis für ein eigenes Urteil hinreichend ist (UK 2),
  • beurteilen im Kontext eines komplexeren Falles oder Beispiels mit Entscheidungscharakter Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen Handelns (UK 3),
  • entscheiden sich in fachlich geprägten Situationen begründet für Handlungsoptionen, wägen Alternativen ab und beurteilen mögliche Konsequenzen (UK 4).
  • Handlungskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • verschalten elektrische Bauteile (HK 1),
  • bedienen Mess- und Steuergeräte (HK 2),
  • entwickeln auch in kommunikativen Zusammenhängen Lösungen und Lösungswege für fachbezogene Probleme und setzen diese ggf. um (HK 3),
  • erstellen (Medien-) Produkte zu fachbezogenen Sachverhalten und präsentieren diese (HK 4).

Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen der Behandlung der nachfolgenden, für die Jahrgangsstufen 9 und 10 obligatorischen Inhaltsfelder entwickelt werden:

4.)    Informations- und Kommunikationstechnik
5.)    Hardware und Software

Bezieht man die übergeordneten Kompetenzerwartungen im Bereich der Sach- und der Urteils-/Entscheidungskompetenz sowie die unten aufgeführten inhaltlichen Schwerpunkte aufeinander, so ergeben sich die nachfolgenden konkretisierten Kompetenzerwartungen:

Inhaltsfeld 4: Informations- und Kommunikationstechnik

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Elektrische Schaltungen
  • Digitale Schaltungstechnik
  • Geräte der Informationsverarbeitung und ihre Subsysteme

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • formulieren Anforderungen an eine elektrische Schaltung,
  • analysieren die Funktionsweise elektrischer Schaltungen auch mithilfe von Schaltplänen,
  • benennen Subsysteme von Geräten der Informationsverarbeitung und erläutern in Grundzügen deren zentrale Aufgaben,
  • erklären in elementarer Form die Funktionsweise und Handhabung ausgewählter Informations- und Kommunikationssysteme.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • entscheiden über den Einsatz von Bauteilen zur Realisierung einer elektrischen Schaltung,
  • beurteilen die Einsatzmöglichkeiten elektrischer Schaltungen im Alltag,
  • erörtern die Auswirkungen des Einsatzes aktiver Bauelemente, elektrischer Schaltungen sowie digitaler Schaltungstechnik auf Arbeitsabläufe und Erwerbstätige sowie im Hinblick auf eigene Berufswahlentscheidungen,
  • bewerten den eigenen Umgang mit Informations- und Kommunikationssystemen anhand unterschiedlicher Kriterien (u.a. Energieverbrauch, Gesundheit, Sozialverträglichkeit).

Inhaltsfeld 5: Hardware und Software

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Peripherie des Computers
  • Textverarbeitung, Tabellenkalkulation sowie Präsentations- und Simulationssoftware
  • Internet
Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler
  • erläutern den Grundaufbau von Rechnern,
  • beschreiben einfache Funktionen einer Textverarbeitung und einer Tabellenkalkulation in Anwendungssituationen,
  • beschreiben Funktionen von Software zur Simulation von elektrischen Schaltungen.
Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler
  • entscheiden sich bei der Präsentation von Ergebnissen kriterienorientiert für eine digitale Präsentationsform,
  • bewerten verschiedene Möglichkeiten zum Schutz bei der Nutzung des Internets und bei der Verwendung von E-Mails,
  • bewerten exemplarisch den Einsatz von Software zur Simulation technischer Systeme im Hinblick auf die Optimierung betrieblicher Abläufe.

Abschnitt C: Wirtschaft

2.7  Inhaltsfelder im Fach Wirtschaft

Kompetenzen sind nicht nur an die übergreifend für den gesamten Lernbereich geltenden Kompetenzbereiche (siehe Kapitel 2.1), sondern immer auch an fachliche Inhalte gebunden. Ökonomische Grundbildung im Einzelfachunterricht soll deshalb mit Blick auf die nachfolgenden Inhaltsfelder entwickelt werden, deren Zuschnitt und Reihenfolge curriculare Setzungen darstellen. Bei der Überführung der Inhaltsfelder und inhaltlichen Schwerpunkte in konkrete Unterrichtsvorhaben können nach Entscheidung der Fachkonferenz hiervon abweichende Zuordnungen entstehen, sofern diese innerhalb der vorgegebenen Progressionsstufen erfolgen.

Inhaltsfeld 1: Wirtschaften in privaten Haushalten

Das Inhaltsfeld behandelt die Konsumentenrolle von Kindern und Jugendlichen innerhalb der Gesellschaft. Die Auseinandersetzung mit diesem Inhaltsfeld befähigt Kinder und Jugendliche für Lebenssituationen, in denen sie ihre Bedürfnisse befriedigen wollen und in denen grundlegende finanzbezogene Kompetenzen notwendig sind. Dabei werden Kinder und Jugendliche dafür sensibilisiert, dass sie auf die Verfügbarkeit und Verwendung von Einkommen sowie den Gebrauch und die Nutzung von Gütern für den Endverbrauch angewiesen sind. Hierbei sind auch die Auswirkungen auf die Umwelt sowie das staatliche Handeln in den Blick zu nehmen, das Kinder und Jugendliche in ihren Rechten und Pflichten als Konsumenten beeinflusst.

Inhaltsfeld 2: Wirtschaften in Unternehmen

In diesem Inhaltsfeld geht es darum, unterschiedliche Konzepte von Arbeit in Unternehmen für Schülerinnen und Schüler erfahrbar zu machen. Insbesondere werden Modelle des Arbeitsmarktes, darauf gerichtete Politiken sowie Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft, Gesellschaft, Ökologie und Politik behandelt. Im Fokus stehen dabei die Erklärung und Gestaltung von Arbeitsmärkten, die Gestaltung sozialer Beziehungen in Unternehmen sowie die Rahmenbedingungen unternehmerischen Handelns zwischen Regulierung und Deregulierung. Schülerinnen und Schüler erfahren, dass sie mittels unterschiedlicher Partizipationsformen Einfluss auf wirtschaftliche Entwicklungen und Unternehmensentscheidungen nehmen können. Kinder und Jugendliche werden insgesamt auf ihre Rolle als Arbeitnehmer und Arbeitgeber vorbereitet.

Inhaltsfeld 3: Zukunft von Arbeit und Beruf

In diesem Inhaltsfeld werden der Strukturwandel und die Zukunft der Arbeit in ihrer Bedeutung für die Berufsorientierung behandelt. Zentral ist dabei, dass sich die Arbeitswelt – vor allem hinsichtlich der Arbeitsformen, Arbeitsbeziehungen und Qualifikationsanforderungen – wandelt. Neben Vollzeit- und Teilzeitarbeitsverhältnisse treten zunehmend Formen der Zeit-, Leih-, Telearbeit und Selbstständigkeit, zudem werden die Familien- und Bürgerarbeit berücksichtigt. Hieraus ergeben sich Konsequenzen für die Entwicklung individueller beruflicher Entscheidungen. Berufswahl und -wechsel einschließlich der damit verbundenen Anforderungen an Mobilität gehören dabei zu den bedeutsamen Lebenssituationen, die auch durch staatliches Handeln mit beeinflusst werden.

2.8  Kompetenzerwartungen und inhaltliche Schwerpunkte im Fach Wirtschaft

Doppeljahrgangsstufe 7/8

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie im Laufe der Jahrgangsstufen 7 und 8 eine erste Stufe erreichen, auf der sie über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu allen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Methoden-/Verfahrens- sowie die Handlungskompetenz ausschließlich inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, werden die Sachkompetenz sowie die Urteils-/Entscheidungskompetenz im Anschluss zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert. Die in Klammern beigefügten Kürzel dienen dabei zur Verdeutlichung der Progression der übergeordneten Kompetenzerwartungen über die einzelnen Stufen hinweg (vgl. Anhang).

  • Sachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • systematisieren fachbezogene Sachverhalte (SK 1),
  • formulieren ein Grundverständnis zentraler Dimensionen von Arbeit und wenden zentrale Fachbegriffe im thematischen Kontext an (SK 2),
  • analysieren in einfacher Form Funktionen, Rollen und Handlungsmöglichkeiten ausgewählter Personen und Gruppen (SK 3),
  • erläutern  grundlegende ökonomische Strukturen (SK 4),
  • erläutern grundlegende ökonomische Prozesse (SK 5).
  • Methoden- und Verfahrenskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

Verfahren der Informationsbeschaffung und -entnahme

  • recherchieren angeleitet in Mediensammlungen und beschaffen zielgerichtet Informationen (MK 1),
  • entnehmen mehreren Einzelmaterialien fragenrelevante Informationen und setzen diese zueinander in Beziehung (MK 2),
  • entnehmen modellhaften Darstellungen für Fragestellungen relevante Informationen (MK 3),
  • erheben angeleitet Daten durch Beobachtungen und Erkundungen (MK 4),

Verfahren der Aufbereitung, Strukturierung und Analyse

  • analysieren durch konkrete Arbeitsaufträge angeleitet kontinuierliche Texte (MK 5),
  • analysieren mit Hilfestellungen diskontinuierliche Texte wie Grafiken, Statistiken, Schaubilder, Diagramme sowie Bilder, Karikaturen und Filme (MK 6),
  • überprüfen vorgegebene Fragestellungen und eigene Vermutungen mittels Erkundungen und Befragungen (MK 7),
  • identifizieren unterschiedliche Perspektiven sowie kontroverse Standpunkte und geben diese zutreffend wieder (MK 8),
  • analysieren Fallbeispiele auch außerhalb des eigenen Erfahrungsbereichs (MK 9),
  • entwickeln angeleitet Kriterien zur Beschreibung und Erklärung von ökonomischen Sachverhalten (MK 10),

Verfahren der Darstellung und Präsentation

  • beschreiben fachspezifische Sachverhalte sprachlich angemessen unter Verwendung relevanter Fachbegriffe (MK 11),
  • erstellen angeleitet Skizzen, Diagramme und Strukturbilder zur Darstellung von Informationen (MK 12).
  • Urteils- und Entscheidungskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • beurteilen fachbezogene Sachverhalte und Systeme vor dem Hintergrund relevanter, auch selbst entwickelter Kriterien (UK 1),
  • formulieren einen begründeten eigenen Standpunkt (UK 2),
  • beurteilen unterschiedliche Handlungsweisen und dahinter liegende Interessen hinsichtlich der zugrundeliegenden Wertmaßstäbe sowie deren Verallgemeinerbarkeit (UK 3),
  • beurteilen Situationen oder Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven (UK 4),
  • beurteilen im Kontext eines Falles oder Beispiels mit Entscheidungscharakter Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen Handelns (UK 5),
  • entscheiden sich in fachlich geprägten Situationen begründet für Handlungsoptionen und wägen Alternativen ab (UK 6).
  • Handlungskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • entwickeln auch in kommunikativen Zusammenhängen Lösungen und Lösungswege für fachbezogene Probleme und setzen diese ggf. um (HK 1),
  • erstellen aus einer vorgegebenen inhaltlichen Auswahl (Medien-) Produkte zu fachbezogenen Sachverhalten und präsentieren diese intentional im (schul-) öffentlichen Raum (HK 2),
  • vertreten die eigenen Positionen auch in der Auseinandersetzung mit kontroversen Sichtweisen in angemessener Form im (schul-) öffentlichen Raum (HK 3),
  • nehmen andere Positionen ein und vertreten diese probeweise (Perspektivwechsel) (HK 4),
  • planen und realisieren ein fachbezogenes Projekt und werten dieses anhand von vorgegebenen Kriterien aus (HK 5),
  • dokumentieren exemplarisch Ergebnisse ihrer auch genderkritisch analysierten Berufsorientierung im Berufswahlpass oder einer anderen Dokumentationsform zum Einsatz im Berufswahlprozess (HK 6).

Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen der Behandlung des nachfolgenden, für die Jahrgangsstufen 7 und 8 obligatorischen Inhaltsfeldes entwickelt werden:

1.)    Wirtschaften in privaten Haushalten
2.)    Wirtschaften in Unternehmen

Bezieht man die übergeordneten Kompetenzerwartungen im Bereich der Sach- und der Urteils-/Entscheidungskompetenz sowie die unten aufgeführten inhaltlichen Schwerpunkte aufeinander, so ergeben sich die nachfolgenden konkretisierten Kompetenzerwartungen:

Inhaltsfeld 1: Wirtschaften in privaten Haushalten

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Grundbedürfnisse des Menschen
  • Konsumverhalten und Verkaufsstrategien
  • Verbraucherpolitik

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • unterscheiden zwischen Bedürfnis, Bedarf und Konsum,
  • beschreiben exemplarisch Verkaufsstrategien von Unternehmen sowie deren Auswirkungen auf die Konsumentin bzw. den Konsumenten,
  • beschreiben ökonomische, soziale und ökologische Auswirkungen des Kaufs und der Entsorgung ausgewählter Konsumgüter (u.a. Lebensmittel, Elektronikartikel, Textilien) im privaten Haushalt,
  • beschreiben exemplarisch an ausgewählten Fallbeispielen den Weg in die Überschuldung,
  • beschreiben Regeln zum Umgang mit persönlichen Daten im Internet,
  • beschreiben an Beispielen Formen der Werbung in den Medien sowie ihre gesellschaftlichen Auswirkungen,
  • erläutern exemplarisch für Kinder und Jugendliche relevante Maßnahmen zum Verbraucherschutz und nennen Quellen für Verbraucherinformationen.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • bewerten die eigenen Konsumwünsche und -entscheidungen im Hinblick auf Nutzen, Qualität sowie ökologische und soziale Folgen,
  • beurteilen anhand eines Haushaltsplans die finanzielle Umsetzbarkeit eigener Konsumwünsche,
  • beurteilen Verkaufsstrategien im Hinblick auf ihre beabsichtigten Wirkungen und ihren Einfluss auf das Konsumverhalten,
  • beurteilen Chancen und Gefahren digitaler sozialer Netzwerke sowie ihre Auswirkungen auf den Einzelnen und die Gesellschaft,
  • bewerten exemplarisch Strategien zur Prävention von und zum Umgang mit Überschuldung,
  • beurteilen ausgewählte individuelle Möglichkeiten und öffentliche Regelungen zur Ressourcenschonung und Emissionsvermeidung unter Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Aspekte.

Inhaltsfeld 2: Wirtschaften im Unternehmen

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Erwerbsarbeit und Identitätsbildung
  • Organisation von Betrieben und Unternehmen
  • Bedeutung von Unternehmen und Unternehmerinnen/Unternehmern
  • Interessenvertretung und Partizipation in Unternehmen
  • Produktion und Konsum unter Wirtschaftlichkeits- und Nachhaltigkeitsaspekten
  • Markt und Marktprozesse zwischen Wettbewerb und Konzentration
  • Funktionen des Geldes im einfachen Wirtschaftskreislauf

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beschreiben den Einfluss der Erwerbsarbeit als Voll- und Teilzeitarbeitsverhältnis sowie in den Ausprägungen Zeit-, Leih- und Telearbeit auf die Lebensgestaltung und benennen Folgen für die Identitätsbildung von Frauen und Männern,
  • erläutern die Bedeutung und die Rolle von Unternehmen sowie Unternehmern im Wirtschaftsprozess,
  • erläutern in elementarer Form die Unterschiede zwischen Aufbau- und Ablauforganisation eines Unternehmens und benennen grundlegende Betriebsfunktionen,
  • stellen grundlegende Strukturen sowie ausgewählte Prozesse der Mitbestimmung in Klein-, Mittel- und Großbetrieben dar,
  • benennen zentrale Regelungen zum Jugend-, Arbeits- und Kündigungsschutz sowie zur Mitbestimmung,
  • erläutern exemplarische Konflikte zwischen wirtschaftlichem Handeln und nachhaltiger Produktion sowie nachhaltigem Konsum,
  • erläutern mögliche Auswirkungen von Verbraucherverhalten auf unternehmerische Entscheidungen,
  • erläutern Möglichkeiten zur Förderung des betrieblichen Umweltschutzes über das Verbraucherverhalten und politische Entscheidungen,
  • beschreiben das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage im Marktmodell,
  • benennen Funktionen des Wettbewerbs in der sozialen Marktwirtschaft und beschreiben an einem ausgewählten Beispiel die Folgen von Konzentration,
  • erläutern die Funktionen des Geldes im einfachen Wirtschaftskreislauf.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beurteilen mögliche Auswirkungen eines Arbeitsplatz-, Arbeitgeber- und Berufswechsels sowie eines Arbeitsplatzverlustes für die Lebensgestaltung und das Selbstverständnis des Einzelnen,
  • erörtern erforderliche Grundvoraussetzungen für die Gründung eines Unternehmens,
  • bewerten in Ansätzen Vor- und Nachteile verschiedener Organisationsformen im Hinblick auf die Erreichung von Unternehmenszielen,
  • bewerten Möglichkeiten und Grenzen des Einflusses von Arbeitnehmern, Arbeitgebern, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden auf unternehmensrelevante Entscheidungen,
  • erörtern Möglichkeiten und Grenzen der Durchsetzbarkeit vorhandener und vermeintlicher Ansprüche unter arbeitsrechtlichen Gesichtspunkten,
  • bewerten exemplarisch wirtschaftliches Handeln im Hinblick auf ökonomische, ökologische und ethische Zielvorstellungen,
  • erörtern die Chancen, Grenzen und Entwicklungspotenziale ökologisch orientierter Produktion im Hinblick auf Klimaschutz, Ressourcenschonung, Kosten und die Schaffung von Arbeitsplätzen,
  • beurteilen die Preisbildung auf realen Märkten im Vergleich zum vollkommenen Markt,
  • bewerten an einem Fallbeispiel die Möglichkeiten des Staates, den Wettbewerb zu sichern.

Doppeljahrgangsstufe 9/10

Der Unterricht soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, dass sie – aufbauend auf der Kompetenzentwicklung bis zum Ende der Jahrgangsstufe 8 – am Ende der Sekundarstufe I über die im Folgenden genannten Kompetenzen verfügen. Dabei werden zunächst übergeordnete Kompetenzerwartungen zu allen Kompetenzbereichen aufgeführt. Während die Methoden-/Verfahrens- sowie die Handlungskompetenz ausschließlich inhaltsfeldübergreifend angelegt sind, werden die Sachkompetenz sowie die Urteils- und Entscheidungskompetenz im Anschluss zusätzlich inhaltsfeldbezogen konkretisiert. Die in Klammern beigefügten Kürzel dienen dabei zur Verdeutlichung der Progression der übergeordneten Kompetenzerwartungen über die einzelnen Stufen hinweg (vgl. Anhang).

  • Sachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • systematisieren komplexere fachbezogene Sachverhalte (SK 1),
  • formulieren ein vertieftes Grundverständnis zentraler Dimensionen von Arbeit und wenden zentrale Fachbegriffe im erweiterten thematischen Kontext an (SK 2),
  • analysieren die Funktionen und Rollen sowie die Handlungsmöglichkeiten ausgewählter Personen und Gruppen (SK 3),
  • analysieren ökonomische Strukturen (SK 4),
  • analysieren ökonomische Prozesse (SK 5).
  • Methoden- und Verfahrenskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

Verfahren der Informationsbeschaffung und -entnahme

  • recherchieren selbstständig in unterschiedlichen Medien und beschaffen zielgerichtet Informationen (MK 1),
  • identifizieren die unter einer Fragestellung relevanten Informationen innerhalb einer Zusammenstellung verschiedener Materialien, gliedern diese und ordnen sie in thematische Zusammenhänge ein (MK 2),
  • entnehmen Modellen Informationen und entwickeln modellhafte Vorstellungen zu fachbezogenen Sachverhalten (MK 3),
  • erheben selbstständig Daten durch Beobachtungen und Erkundungen (MK 4),


Verfahren der Aufbereitung, Strukturierung und Analyse

  • analysieren komplexere kontinuierliche Texte (MK 5),
  • analysieren diskontinuierliche Texte wie Grafiken, Statistiken, Schaubilder, Diagramme sowie Bilder, Karikaturen und Filme (MK 6),
  • formulieren Fragestellungen, entwickeln Hypothesen und überprüfen diese mithilfe selbst ausgewählter, geeigneter quantitativer (Umfrage, Zählung) und qualitativer (Erkundung, Expertenbefragung) Verfahren (MK 7),
  • identifizieren unterschiedliche Perspektiven sowie kontroverse Standpunkte, geben diese zutreffend wieder und vergleichen diese miteinander (MK 8),
  • analysieren Fallbeispiele und nehmen Verallgemeinerungen vor (MK 9),
  • entwickeln selbstständig Kriterien und Indikatoren zur Beschreibung, Erklärung und Überprüfung ökonomischer Sachverhalte (MK 10),


Verfahren zur Darstellung und Präsentation

  • stellen fachspezifische Sachverhalte unter Verwendung geeigneter sprachlicher Mittel und Fachbegriffe adressatenbezogen sowie problemorientiert dar und präsentieren diese anschaulich (MK 11),
  • erstellen selbstständig Diagramme und Strukturbilder, um Zusammenhänge und Probleme graphisch darzustellen (MK 12).
  • Urteils- und Entscheidungskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • beurteilen differenziert fachbezogene Sachverhalte und Systeme vor dem Hintergrund relevanter, auch selbst entwickelter Kriterien (UK 1),
  • formulieren einen begründeten eigenen Standpunkt und prüfen, ob der erreichte Wissensstand als Basis für ein eigenes Urteil hinreichend ist (UK 2),
  • beurteilen kriteriengeleitet unterschiedliche Handlungsweisen und dahinter liegende Interessen hinsichtlich der zugrundeliegenden Wertmaßstäbe sowie deren Verallgemeinerbarkeit (UK 3),
  • beurteilen komplexere Situationen oder Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven (UK 4),
  • beurteilen im Kontext eines komplexeren Falles oder Beispiels mit Entscheidungscharakter Möglichkeiten, Grenzen und Folgen darauf bezogenen Handelns (UK 5),
  • entscheiden sich fachlich geprägten Situationen begründet für Handlungsoptionen, wägen Alternativen ab und beurteilen mögliche Konsequenzen (UK 6).
  • Handlungskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • entwickeln auch in kommunikativen Zusammenhängen Lösungen und Lösungswege für fachbezogene Probleme und setzen diese ggf. um (HK 1),
  • erstellen (Medien-) Produkte zu fachbezogenen Sachverhalten und präsentieren diese intentional im (schul-) öffentlichen Raum (HK 2),
  • vertreten die eigenen Positionen auch in der Auseinandersetzung mit kontroversen Sichtweisen in angemessener Form im (schul-) öffentlichen Raum und bereiten ihre Ausführungen mit dem Ziel der Überzeugung oder Mehrheitsfindung auch strategisch auf (HK 3),
  • nehmen andere Positionen ein und vertreten diese (Perspektivwechsel) (HK 4),
  • planen und realisieren ein fachbezogenes Projekt und werten dieses aus (HK 5),
  • dokumentieren Ergebnisse ihrer auch genderkritisch analysierten Berufsorientierung im Berufswahlpass oder einer anderen Dokumentationsform zum Einsatz im Berufswahlprozess (HK 6).

Die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen der Behandlung des nachfolgenden, für die Jahrgangsstufen 9 und 10 obligatorischen Inhaltsfeldes entwickelt werden:

3.)    Zukunft von Arbeit und Beruf

Bezieht man die übergeordneten Kompetenzerwartungen im Bereich der Sach- und der Urteils-/Entscheidungskompetenz sowie die unten aufgeführten inhaltlichen Schwerpunkte aufeinander, so ergeben sich die nachfolgenden konkretisierten Kompetenzerwartungen:

Inhaltsfeld 3: Zukunft von Arbeit und Beruf

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Vorsorge und Lebensplanung zwischen Familien-, Bürger- sowie Erwerbsarbeit
  • Berufswahlorientierung
  • Berufswegeplanung
  • Auswirkungen des technologischen Wandels auf die Erwerbstätigen
  • Arbeitsmarkt und Beschäftigung
  • Staatliche Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik in der sozialen Marktwirtschaft

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • benennen exemplarisch Formen der privaten Vorsorge zur Unterstützung der persönlichen Lebensplanung,
  • beschreiben kriterienorientiert eigene Vorstellungen für die persönliche Zukunft zwischen abhängiger Beschäftigung, Selbständigkeit, Familien- und Bürgerarbeit sowie anderen Erscheinungsformen von Arbeit,
  • beschreiben unterschiedliche Norm- und Wertvorstellungen und leiten daraus Kriterien für eigene Lebens- und Berufsentscheidungen ab,
  • beschreiben die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die persönliche Lebensplanung,
  • beschreiben kriterienorientiert unterschiedliche Berufsfelder,
  • beschreiben mithilfe von Kompetenzchecks und Eignungstests eigene Kompetenzen sowie Interessen und benennen daraus abgeleitete persönliche Entwicklungsziele,
  • analysieren unterschiedliche Strategien zur Bewältigung von Test- und Bewerbungssituationen und systematisieren den eigenen Bewerbungsprozess im Hinblick auf formale und inhaltliche Anforderungen,
  • beschreiben unterschiedliche Beratungsmöglichkeiten durch schulische und außerschulische Partner,
  • vergleichen Veränderungen in ausgewählten Berufsbildern durch technische Innovationen,
  • beschreiben das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage auf dem Faktormarkt Arbeit sowie die daraus resultierenden Konsequenzen für den Preis der Arbeit,
  • erläutern exemplarisch eine politische Maßnahme in ihren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.

Urteils- und Entscheidungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler

  • beurteilen Konsequenzen von Berufswahlentscheidungen im Hinblick auf Sicherheit, Einkommen, Arbeitsinhalte, Partizipation, Zukunftsaussichten sowie private Lebensführung und -gestaltung für Männer und Frauen,
  • bewerten Wunschberufe im Hinblick auf die persönliche Passung und eigene Zukunftsvorstellungen,
  • erörtern Alternativen zu ihren Wunschberufen und bewerten mögliche Konsequenzen,
  • beurteilen unterschiedliche Berufsbilder und berufliche Anforderungsprofile im Hinblick auf geschlechtergerechte Einkommens- und Aufstiegsmöglichkeiten sowie das eigene Fähigkeits- und Interessensprofil,
  • erörtern den Einfluss von Familie, Geschlecht sowie sozialer und regionaler Herkunft auf die eigene Berufswahl,
  • entscheiden sich kriterienorientiert für Ausbildung, Arbeit oder Studium,
  • bewerten die Auswirkungen des Einsatzes neuer technischer Systeme im Hinblick auf eigene Berufswahlentscheidungen,
  • bewerten Ursachen für und Maßnahmen gegen unterschiedliche Formen von Arbeitslosigkeit.
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© 2019 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule - Letzte Änderung: 02.10.2019