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Zum Fach Deutsch

Sprache dient als Mittel der Weltaneignung und der Selbsterfahrung. (Naugk, S. 222)
„Sprachliches Handeln ist für fast alle Lehr-Lern-Prozesse wesentlich; Sicherung und Förderung sprachlicher Kompetenzen sind somit auch im Kontext von Inklusion von prominenter Bedeutung.“ (Gebele und Zepter, S. 17)
Gehört der Umgang mit Heterogenität grundsätzlich zum professionellen Selbstverständnis der Deutschdidaktik, gilt es bezüglich der Vielschichtigkeit der Schülerschaft im Zuge der inklusiven Schulentwicklung, sich Gedanken darum zu machen, welche deutschdidaktischen Konzepte anschlussfähig sind. (Ritter & Hennies 2015, S. 1) Naugk u.a. (S. 211 ff.) markieren Ansätze aus der Deutschdidaktik und ihren Bezugswissenschaften, die für einen Deutschunterricht, der ein breites Spektrum an heterogenen Lernern ansprechen soll, nutzbar gemacht werden können. Sie nennen u.a. die Erweiterungen bezüglich des Text-, Schreib- und Lesebegriffes und die Gestaltung eines handlungsorientierten Deutschunterrichts. Das Mehrebenenmodell der Lesekompetenz nach Roosebrock/Nix halten sie für zielführend zur analogen Entwicklung von Modellen zur Schreibkompetenz und zum mündlichen Sprachgebrauch.
Becker-Mrotzek & Linnemann (2017, S. 111) sprechen bezüglich einer inklusiven Fachdidaktik Deutsch von einem Desiderat, insbesondere für die Sekundarstufe I. Jedoch lassen sich Entwicklungen beobachten, die ihren Ursprung in der Unterrichtspraxis haben. Am Beispiel der Entwicklung des Konzeptes der Leichten Sprache wird deutlich, wie für die Praxis tragfähige Konzepte entwickelt wurden, dem sich nun Forschungen in der Linguistik und der Sprachdidaktik anschließen. (Becker-Mrotzeck, 2016, S. 51 f.)
Kruse und Ritter beschreiben neue Herausforderungen, die inklusive Bildungsangebote im Fach Deutsch mit sich bringen.

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  • „Die Rahmung des Unterrichts durch einen heterogenitätssensiblen Sprach- und Textbegriff, der vielfältige Schriftkultur zulässt.
  • Der Ausbau gut zugänglicher und umsetzbarer Verfahren zur spezifischen Unterstützung individueller Lernprozesse.
  • Die Entwicklung von Aufgabenstellungen, die an einem gemeinsamen Gegenstand vielfältige Lernprozesse unterschiedlichster Entwicklung zulassen.
  • Die Schaffung von Zeiträumen zur Lernbeobachtung und die Nutzung von Instrumenten, die eine individuell orientierte Beschreibung der Lernwege zulassen und anschlussfähige Fördermaßnahmen möglich machen.
  • Die Entwicklung einer Rückmeldekultur zu Lernergebnissen, die am Gelungenen orientiert ist und es allen Kindern ermöglicht, Varianten von sprachlichen bzw. literalen Lernergebnissen kennenzulernen.
  • Eine wichtige Bedingung für inklusiven Deutschunterricht ist schließlich die stärkere Verbindung von grundschulpädagogischen, deutschdidaktischen und sonderpädagogischen Perspektiven.“

(Kruse und Ritter 2015, S.8)

Die hier dargestellten Unterrichstvorhaben mit zieldifferenten Impulsen, greifen einige dieser Herausforderungen auf und geben Anregungen zur Gestaltung einer entsprechenden Praxis.

Literatur und Links

  • Becker-Mrotzek und Linnemann, Markus (2017): Inklusive Fachdidaktik Deutsch. In: Ziemen, Kerstin (Hrsg.): Lexikon Inklusion. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht. S. 111-112.
  • Becker-Mrotzeck (2016): Inklusive sprachliche Bildung – Perspektiven aus der Sicht der Sprachdidaktik. In: Gebele, Diana und Zepter Alexandra L. (2016) (Hrsg.): Inklusion: Sprachdidaktische Perspektiven. Duisburg: Gilles & Francke Verlag. S. 47-56.
  • Dietz, Florian; Sasse, Ada u.a. (Hrsg.) (2014): Lesen und Schreiben lernen im inklusiven Unterricht. Herzogenrath: Deutsche Gesellschaft für Lesen und Schreiben.
  • Gebele, Diana und Zepter, Alexandra L. (2016) (Hrsg.): Inklusion: Sprachdidaktische Perspektiven. Duisburg: Gilles & Francke Verlag.
  • Hennies, Johannes und Ritter, Michael (2014) (Hrsg.): Deutschunterricht in der Inklusion. Auf dem Weg zu einer inklusiven Deutschdidaktik. Stuttgart: Fillibach bei Klett.
  • Kruse, Norbert und Ritter, Michael (2015): Deutschunterricht in der inklusiven Schule. in: Grundschulunterricht Deutsch, Heft 01, S. 4-8. Oldenbourg.
  • Lessmann, Beate: Inklusiver Unterricht. Online verfügbar unter: http://www.beate-lessmann.de/konzept/inklusiver-unterricht.html [01.08.2017]
  • Naugk, Nadine u.a. (Hrsg.) (2016): Deutschunterricht in der inklusiven Grundschule. Weinheim, Basel: Beltz.
  • Ritter, Michael/Hennies, Johannes (2013): Grundfragen einer inklusiven Deutschdidaktik – Ein Problemaufriss. Zeitschrift für Inklusion – online.net. Verfügbar unter: http://www.inklusion-online.net/index.php/inklusion-online/article/view/28/28 [01.08.2017]
  • Uhl, Benjamin und Topalovic, Elvira (2015): Lernaufgaben im inklusiven Sprachunterricht. in: Grundschulunterricht Deutsch, Heft 01, S. 15-18. Oldenbourg.
  • Universität Hildesheim: https://www.uni-hildesheim.de/media/fb3/uebersetzungswissenschaft/Leichte_Sprache_Seite/Leichte_Sprache_Allgemein/Regeln.pdf [21.06.2017]

 

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