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Lerncoaching

Lerncoaching beinhaltet alle wertschätzenden Maßnahmen von Lehrkräften oder weiteren Lerncoaches, um die individuellen Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler sowohl unterstützend als auch herausfordernd zu begleiten und dabei im Sinne einer Erziehungs- und Bildungspartnerschaft die Eigenverantwortung, Lernmotivation und Selbsteinschätzungsfähigkeit des Lernenden zu fördern.

 

Relevanz für die Praxis

Wesentliches Element des Lerncoachings im Sinne einer bestmöglichen individuellen Lernförderung sind professionell geführte Lernentwicklungsgespräche, die

institutionalisiert verankert sind,

indem sie

  • fest im Schulprogramm verankert sind,
  • von allen Lehrkräften durchgeführt werden,
  • kontinuierlich geführt werden,
  • durch feste Zuordnung von Lerncoaches zu Teilgruppen von Klassen verbindlich geführt werden.

unabhängig vom Leistungsstand sowie dem Arbeits- und Sozialverhalten stattfinden,

indem sie

  • die zukünftig möglichen Veränderungen, also den Entwicklungsprozess des Lernenden, in den Mittelpunkt des Gesprächs rücken (im Gegensatz zum fachlichen Lernstand zu bestimmtem Zeitpunkt als Gesprächsgegenstand), z. B.: „Wie kann der Lernende seine individuelle Lernentwicklung vorantreiben.

geprägt sind von partnerschaftlichem Dialog auf Augenhöhe,

indem sie

  • den Lernenden die Möglichkeit bieten, sich aktiv am Gespräch zu beteiligen,
  • nicht über, sondern partnerschaftlich mit dem Lernenden sprechen,
  • dem Lernenden als Experte für sein eigenes Handeln (bestenfalls) den überwiegenden Redeanteil übernehmen lassen,
  • dem Lernenden Wertschätzung und Vertrauen entgegenbringen,
  • zwischen Loben und Feedback trennen,
  • Verantwortung für eigenes Lernen übernehmen lassen,
  • auf Gelungenes schauen,
  • Nicht-Gelungenes nicht persönlich nehmen, z. B. durch Entlasten („Das ist sicher ungewohnt für dich. Was kann ich tun, damit du …?“).

durch die Lehrkraft strukturiert werden,

indem sie

  • Fragen stellt,
  • aktivierende, adressatengerechte Gesprächs- und Strukturierungsmethoden nutzt, z. B. Bildkarten und Metaphern.

ganzheitlich ausgerichtet sind,

indem sie

  • sowohl die auf die jeweiligen Schulfächer bezogene Fachkompetenz in den Blick nehmen als auch
  • die Personal-, Sozial- und Methodenkompetenz eine Rolle spielen. Beispielfragen sind in diesem Zusammenhang entwa: Als wie selbstsicher erlebst du dich? Wie empfindest du die Zusammenarbeit mit deinen Mitschülerinnen und Mitschülern? Wie gehst du vor, wen du...?

Verbindlichkeit herstellen.

Diese Verbindlichkeit wird erreicht, indem

  • die Gesprächsergebnisse in einem individuellen Ziel- und Maßnahmenplan dokumentiert werden.
  • zur Visualisierung z. B. ein Lernerfolgsplakat als Wandplakat gestaltet wird.
  • Zeit eingeräumt wird für Austausch und Zwischenreflexion, etwa durch Zeit für Nebengespräche in Gruppenarbeitsphasen und/oder die Visualisierung persönlicher Lernfortschritte,
  • der Weg als Ziel angenommen und damit der Erwartungsdruck in Bezug auf leicht umsetzbar scheinende Lösungen (=Scheinlösungen) entkräftet wird. 

               

Beispiele aus der Praxis

  • Lernpotenziale. Individuell Fördern im Gymnasium: Ein umfangreiches und durchdachtes Lerncoachingkonzept hat das Gymnasium St. Christophorus in Werne entwickelt. Weitere Informationen und der Zugang zum Praxisbeispiel sind über die folgende Verlinkung zur entsprechenden Seite des Referenzrahmens Schulqualität zu finden. 
  • Lerncoaching - Stärkung der Selbstgestaltungspotenziale der Schülerinnen und Schüler (Gesamtschule): An der Sophie-Scholl-Gesamtschule Remscheid gehört das Lerncoaching zum Beratungskonzept. Weitere Informationen sowie einen Einblick in das Konzept erhalten Sie über die folgende Verlinkung zur entsprechenden Seite des Referenzrahmens Schulqualität.

               

Literatur

Hardeland, H. (2017). Die Lernentwicklung selbst in die Hand nehmen. GS aktuell, Heft 139, 17-20.

Hardeland, H. (2017). Lernentwicklungsgespräche in der Grundschule: Ein Praxisleitfaden. Weinheim: Beltz.

Hardeland, H. (2019). Feedback – der Schlüssel zum Lernerfolg. Klasse leiten, Heft 9, 4-7.

Kaffeya, J-H. & Schult, S. (2016). Lernprozesse strukturieren und moderieren mit Lernentwicklungsgesprächen. Pädagogik, 7-8, 62-66.

Miller, R. (2019). Entwicklung entsteht durch Feedback. Klasse leiten, Heft 9, 8-9.

Poitzmann, N. (2019). Was in einem ist, kann einem niemand nehmen. Klasse leiten, Heft 9, 10-13.

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