Logo Qualitäts- und UnterstützungsAgentur

Startseite Bildungsportal NRW

Orientierungsbereich (Sprungmarken)

Erstellung einer Reportage zur Frage: „Wieso finden sich afrikanische Gegenstände in deutschen Museen?“ - eine Lernaufgabe bestehend aus drei Modulen zum Inhaltsfeld 8 „Imperialismus und Erster Weltkrieg“ der ersten Progressionsstufe mit Impulsen zur Binnendifferenzierung / zum zieldifferenten Lernen (Klasse 9/10)
(Kernlehrplan für die Gesamtschule – Sekundarstufe I)

Zielsetzung

Ausgehend von der Prämisse, dass alle Menschen ein Geschichtsbewusstsein haben, welches unterschiedlich differenziert und ausgebildet sein kann, ist die Förderung der individuellen Ausdifferenzierung des Geschichtsbewusstsein das Ziel des Geschichtsunterrichts. Da jeder Mensch in einer Gesellschaft verortet ist, die ebenfalls durch ein bestimmtes Geschichtsbewusstsein geprägt ist, leistet der Geschichtsunterricht auch einen Beitrag zur Eröffnung von Möglichkeiten zur Teilhabe an Geschichtskultur (vgl. Alavi, Bezug nehmend auf Schönemann, 2013, S. 189 f)

Ein methodischer Weg, diese Möglichkeiten in einem inklusiven Geschichtsunterricht zu eröffnen, kann durch das Angebot komplexer Lernaufgaben beschritten werden. Diese Aufgaben sollen problemorientiert gestaltet sein und zum eigenständigen Denken anregen. (vgl. Körber2 2019)

Die folgende Planung einer komplexen Lernaufgabe, die als Gerüst zu verstehen ist, das an die jeweilige spezielle Lerngruppe und deren Vorwissen und Lernstand angepasst werden muss, beruht auf dem Bestreben, verschiedene Kompetenzbereiche durch mehrere differenzierte, inhaltlich aufeinander aufbauende (historische) Aufgaben in ein möglichst authentisches Unterrichtssetting zu integrieren. Die aktuelle Debatte in Deutschland und den europäischen Nachbarländern um die Rückgabe von Raubkunst an die ehemaligen Kolonialländer ist medial sehr präsent und bietet von daher einen lebensweltlichen Bezug für die Schülerinnen und Schüler.

Durch die Bearbeitung des Aufgabenspektrums, welches die Lernaufgabe in unterschiedlicher Komplexität und Anschaulichkeit eröffnet, sollen alle Schülerinnen und Schüler am Ende des Unterrichtsvorhabens die Frage: „Wieso finden sich afrikanische Gegenstände in deutschen Museen?“ differenziert beantworten können. Angebunden daran eröffnet die Lernaufgabe Möglichkeiten, der Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit den Themen Herrschaft, Nationalismus, Imperialismus und Kolonialismus.

Abbildung der Lernaufgabe

Lernaufgabe Übersicht

Im Menüpunkt „Materialien zur Lernaufgabe: Erstellung einer Reportage zur Fragestellung: Wieso finden sich afrikanische Gegenstände in deutschen Museen?“ steht die Grafik interaktiv zur Verfügung. Hier sind exemplarische Arbeitsmaterialien mit Impulsen zur Binnendifferenzierung/zum zieldifferenten Lernen oder Entwicklungschancen als Möglichkeiten zur Eröffnung eines weiteren Lernfeldes verlinkt.  Diese sind durch die Ansteuerung mit dem Cursor zu erreichen.

Die Lernaufgabe steht auch als download zur Verfügung.

Eine Power-Point-Präsentation, die die Funktion der Lernaufgabe detailliert beschreibt, steht für die Hand der Pädagogin/des Pädagogen als download zur Verfügung.

Gesamtplanung als komplexe Lernaufgabe

Die zu bearbeitende Lernaufgabe greift die aktuelle Debatte um die Rückgabe von Kunstgütern an die ehemaligen Kolonialländer auf. Dieses Thema ist in unterschiedlichen Medien zur Zeit präsent. Die Gestaltung dieser Lernaufgabe in Form einer Reportage bietet im Sinne des Universal Design for Learning viele Möglichkeiten der Differenzierung:

- Erstellung von Texten in schriftlicher, sprachlicher Form (z.B. unter Einsatz der Diktierfunktion des Handys, eines digitalen Vorlesestiftes)

- Beiträge unter Berücksichtigung weiterer medialer Formen, die auch digitale Medien berücksichtigen (z.B. Erstellen eines Erklär-Videos)

- Zusammenarbeit mit einem Buddy

- …

Die Funktion dieser Lernaufgaben ist es, am gemeinsamen Lerngegenstand

  • an Vorwissen anzuknüpfen und Möglichkeiten zu schaffen, Kompetenzen kumulativ auszubauen,
  • kooperatives Arbeiten zu fördern,
  • selbstständiges Lernen auszubauen,
  • individuelle Lernwege auf unterschiedlichen Anspruchsniveaus und vielfältige Darstellungsmöglichkeiten zu unterstützen.

Durch die Authentizität dieser Lernaufgabe wird eine lernförderliche, handlungs- und prozessorientierte Gestaltung von Unterricht möglich. (vgl. Körber, Andreas2 2019;  Eßer, Susanne; Roters, Bianca; Gerlach, David, 2018, S. 16) Entsprechend der Anforderungen, die die Lernaufgabe stellt, werden historische Aufgaben und Übungen vorgesehen, die allen Lernenden eine erfolgreiche Bearbeitung der Lernaufgabe ermöglicht. Kleinschrittige, hoch differenzierte und gelenkte Aufgaben, die passgenau zugeschnittenen sind, dienen „als unterstützende Angebote, die helfen, mit der grundsätzlich komplexen Aufgabe umzugehen, Materialien zu erschließen, eigene Deutungen zu formulieren und zu präsentieren, mit anderen über das Thema und das eigene Denken zu kommunizieren.“ (Körber1 2019) Das insbesondere aus der Fremdsprachendidaktik stammende Konzept des Scaffolding erscheint hier ein Erfolg versprechender Weg zu sein. (Körber2)

Dabei erfolgt die Planung des Unterrichts ausgehend von einem zu erstellenden Produkt (Lernaufgabe) geplant (Erläuterungen zur Planung bietet eine Power-Point-Präsentation). Die hier dargestellte Lernaufgabe besteht aus der Erstellung einer Reportage zur Fragestellung: „Wieso finden sich afrikanische Gegenstände in deutschen Museen?“.

Dieses Produkt markiert das Ziel, welches die Schülerinnen und Schüler erreichen sollen. Die Lehrkraft entscheidet, welche Kompetenzen die Schülerinnen und Schüler erwerben müssen, um dieses Ziel erreichen zu können.

Diese exemplarische Planung sollte jeweils an die spezifische Lerngruppe und deren Vorwissen und Lernstand angepasst werden. Beispielsweise könnten die drei Module auch abhängig von der Lerngruppe bzw. individuell ausgewählt und gestaltet werden können. In sich kann jedes Modul auch zu einer Lernaufgabe ausgebaut werden.

Die gesamte Lernaufgabe gliedert sich in drei Module

Die gesamte Lernaufgabe gliedert sich in drei Module. Damit werden die inhaltlichen Schwerpunkte des Inhaltsfeldes, die den Themenbereich „Imperialismus“ betreffen, entsprechend des Kernlehrplans für die Gesamtschule abgebildet. Entsprechend werden die Kompetenzanforderungen des Inhaltsfeldes im KLP Gesamtschule berücksichtigt. Gemäß der Anlage dieser Planung müssen die drei Module in der nummerierten Reihenfolge bearbeitet werden.

Neben den Kompetenzerwartungen des Bildungsganges „Gesamtschule-Sekundarstufe I“ werden mit Blick auf das zieldifferente Lernen die Kompetenzerwartungen des Bildungsganges Hauptschule und mögliche Entwicklungschancen benannt, die, abhängig vom Lern- und Entwicklungsplan der Schülerinnen und Schüler, individuelle Berücksichtigung für Einzelne oder Gruppen finden können. Eine Konkretisierung erfolgt durch Absprachen zwischen der Lehrkraft der allgemeinen Schule und der Förderschullehrkraft. Die Entscheidung, ob diese Entwicklungschancen im Klassenunterricht oder in speziellen Fördersettings in ausreichendem Maß zum Tragen kommen können, kann ebenfalls nur in Abhängigkeit vom Fähigkeitsprofil einer Schülerin/eines Schülers getroffen werden.

Kenntnisse und Kompetenzen aus dem Inhaltsfeld 7 „Europa wandelt sich“ hinsichtlich der industriellen Revolution und der damit verbundenen technischen Voraussetzungen zur schnelleren Überwindung weiter Distanzen und der Entwicklung von Waffen. Der erhöhte Bedarf an Rohstoffen für den technischen Fortschritt sollte den Schülerinnen und Schülern bekannt sein und die Auswirkungen dessen eingeschätzt werden können.

Abschließend werden mit dem Unterrichtsvorhaben und auch nicht mit dieser Planung alle Kompetenzerwartungen des Inhaltsfeldes erreicht.

Die drei Module sind:

1. Ursachen/Motive/Voraussetzungen für Kolonialpolitik.

2. Formen und Folgen deutscher Kolonialpolitik in Namibia.

3. Bewertungen der Begegnungen zwischen Deutschen und Afrikanern in Namibia.

Zur Gliederung der Materialien

Ausführliche Darstellungen der einzelnen Module finden sich in einem Extradokument. Dort werden alle Übungen und historischen Aufgaben dargestellt und entsprechend der Differenzierungsmöglichkeiten erläutert. In den Übungen werden zunächst grundlegende Kompetenzen gefördert, welche anschließend in einer historischen Aufgabe in einen lebensweltlich orientierten Handlungskontext eingebettet werden. Die so im Rahmen von Übungen und historischen Aufgaben erworbenen Kompetenzen müssen in der Lernaufgabe insgesamt eingesetzt werden, um die Anforderungen bewältigen zu können.

Die Darstellung der Übungen erfolgt in Form einer zweispaltigen Tabelle:

a. Kurzdarstellung der Übung

b. Impulse zur Binnendifferenzierung/zum zieldifferenten Lernen.

Die einzelnen Übungen können im Menüpunkt „Materialien zur Lernaufgabe: Erstellung einer Reportage zur Fragestellung: Wieso finden sich afrikanische Gegenstände in deutschen Museen?“ in der Grafik durch die Ansteuerung mit dem Cursor erreicht werden.

Die Hinführung zur Lernaufgabe

Die Hinführung bereitet die Schülerinnen und Schüler auf die Lernaufgabe vor bzw. bietet einen motivierenden Einstieg in diese. Mit Unterstützung der Power-Point-Präsentation kann in der Lerngruppe ein motivierender Gesprächsanlass geschaffen werden. Wichtige Fragestellungen, die die Lernaufgabe gliedern, können gesammelt werden. Den Schülerinnen und Schüler kann an dieser Stelle ermöglicht werden, sich selbstständig zur Bearbeitung der Lernaufgabe Fragestellungen zu überlegen oder sich gegebenen Fragestellungen zuzuordnen. Die Öffnung von Fragen kann noch einmal zusätzlich historische Denkprozesse anregen und fördern. Die eher geschlossenen W-Fragen ermöglichen eher Schülerinnen und Schülern einen Zugang zum Lernprozess, denen diese Strukturiertheit zusätzliche Hilfestellungen bietet.

Um die Schülerinnen und Schüler auch methodisch ausreichend auf die Bearbeitung der Lernaufgabe vorzubereiten, bietet das zweifach differenzierte Material zur Erstellung einer Reportage (Material 1 / Material 2) mögliche Hilfen.

Das Erklär-Video aus der Logo-Sendung könnte für Schülerinnen und Schüler, die zieldifferent gefördert werden, im Sinne des Vorablernens vor dem Start der Lernaufgabe in der Klassengruppe erarbeitet werden. Der Vorteil dieser Differenzierungsmethode besteht darin, dass die Klassengruppe gemeinsam mit der Lernaufgabe starten kann, da alle über einen annähernd gleichen Informationsstand verfügen. Dadurch wird ermöglicht, dass der Austausch innerhalb der Redaktionsteams zur Erstellung eines Reportageanteils von allen Schülerinnen und Schülern mitgestaltet werden kann.

Impulse zur Binnendifferenzierung und zum zieldifferenten Lernen:

Differenzierte bzw. individualisierte Zugänge ermöglichen ein selbstständiges Arbeiten vor dem Hintergrund der individuellen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler in ihren jeweiligen Bildungsgängen.

Die Absolvierung dieser Lernaufgabe stellt  hohe Ansprüche an die selbstständige Gestaltung des eigenen Lernprozesses. Für Schülerinnen und Schüler, die in einem zieldifferenten Bildungsgang unterrichtet werden, ist die Förderung der Lernentwicklung ein wichtiger Baustein. Entsprechend müssen in einem selbstständig gestalteten Lernprozess Unterstützungsstrukturen geschaffen werden, damit die Schülerinnen und Schüler eine entsprechende Förderung erhalten. Auch wenn Arbeitspläne differenziert werden, ist zusätzliche individuelle personale Unterstützung notwendig, um Handlungssicherheit zu gewährleisten. Die Aufgabe der Lehrerin/des Lehrers besteht darin, aufgrund der Diagnose des Lernstandes einzelne Schülerinnen und Schüler bei der Ausgestaltung der Lernaufgabe zu unterstützen.

Bezogen auf die Bearbeitung einer komplexen Lernaufgabe benennt Springob, dass die geschaffene Selbstständigkeit, die Risikobereitschaft, Durchhalte- und Standvermögen, Selbstbewusstsein und die Fertigkeit, mit Ängsten umzugehen, erfordert, sich für viele Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf als besonders herausfordernd darstellt. (2017, S. 330 f) Nach seinen Erfahrungen können eine gut strukturierte Hinführung und eine durchgängige Begleitung und Strukturierung durch die Lehrkraft unterstützend wirken.

Die Unterrichtsplanung berücksichtigt folgende Differenzierungsmöglichkeiten (u.a. unter Berücksichtigung des Universal Designs for Learning UDL):

  • durch Material (z.B. mit unterstützenden Visualisierungen)
  • nach Arbeitsstruktur (z.B. ritualisierter Ablauf, differenzierte Arbeitsschwerpunkte, wechselnde Sozialformen)
  • durch Unterstützungsstrukturen (z.B. Veränderung der Aufgaben in Form und Inhalt, verschiedene Übungsvarianten, ein Hilfetisch mit weiteren Unterstützungsmöglichkeiten)

Um möglichst allen Schülerinnen und Schüler einen gemeinsamen Austausch zu ermöglichen, bietet sich der Einsatz des Kartensatzes „Diskursfunktionen Grundschule“ an.

Auf der Basis des individuellen Lern- und Entwicklungsplans und den darin festgelegten zu fördernden Kompetenzen erfolgt eine gezielte Auswahl der Impulse für den Unterricht. Diese werden als individuelle Maßnahmen gestaltet und entsprechend im Lern- und Entwicklungsplan dokumentiert.

Die hier dargestellte Planung zur möglichen Ausgestaltung des Unterrichtsvorhabens bietet ein mögliches Gerüst und muss in Abhängigkeit der spezifischen schulischen und individuellen Voraussetzungen standortbezogen verändert werden.

Die exemplarisch dargestellten Aufgaben veranschaulichen einige Möglichkeiten der Differenzierung, auch unter Berücksichtigung der zieldifferent Lernenden. Weitere Möglichkeiten der differenzierten Gestaltung von Aufgaben und deren Einbettung in unterstützende Lernumgebungen finden Sie unter:

inklusiver-fachunterricht/lernumgebungen-gestalten/index.html

Hinweise zum classroom management

Entsprechend den Erfordernissen der Lerngruppe und/oder einzelner Schülerinnen und Schüler können Elemente des Classroom Management zur Gestaltung einer lern- und entwicklungsförderlichen Lernumgebung eingesetzt werden.

  • Kooperation der Schülerinnen und Schüler: Welches Maß können die Schülerinnen und Schüler selbstständig leisten? – Wo ist Einzelarbeit notwendig/hilfreich?
  • Unterrichtliche Klarheit z. B. durch Visualisierung des Ablaufs, der Inhalte
  • Lernumgebung z. B. durch Einrichten eines Hilfetisches mit zusätzlichem/alternativem Material, wie den Hilfekarten, Planung der Sitzordnung, Berücksichtigung von Entwicklungschancen, Scaffolds für ausgewählte Aufgaben z.B. der Wortspeicher.
  • Ich-kann-Checklisten, die den Verlauf der Unterrichtsreihe widerspiegeln. Schülerinnen und Schüler können parallel zum Unterricht mitverfolgen, was sie bisher bereits gelernt bzw. welche Kompetenzen sie erworben haben:

    Erhebung des Vorwissens, begleitende Einschätzung während des Lernprozesses, abschließende Einschätzung.

  • Ritualisierte Verfahrensweisen z. B. durch ein abgestimmtes System der Kooperation bzw. Hilfestellung der Schülerinnen und Schüler und Begleitung im Unterricht durch Ich-kann-Checklisten.
  • weitere Elemente finden sie unter: inklusiver-fachunterricht/lernumgebungen-gestalten/classroom-management/index.html

Kompetenzen zur Lernaufgabe "Erstellung einer Reportage zur Frage: "Wieso finden sich afrikanische Gegenstände in deutschen Museen?"

Die exemplarische Planung muss jeweils an die spezifische Lerngruppe und deren Vorwissen und Lernstand angepasst werden.

Aufgrund der aktuellen Diskussionen in den Medien zur Rückgabe von Kunstwerken an ehemalige Kolonialstaaten, wird mit dieser Lernaufgabe der Schwerpunkt Imperialismus ausgestaltet. Die Kompetenzen werden nicht abschließend mit dem Unterrichtsvorhaben und auch nicht mit dieser Planung erreicht.

Die Planung ist verortet im Inhaltsfeld 8 „Imperialismus und Erster Weltkrieg“ des Kernlehrplans Geschichte für die Gesamtschule. Dort befindet sich dieses Inhaltsfeld in der ersten Progressionsstufe. Das Inhaltsfeld „Imperialismus und Erster Weltkrieg“ (download: Lehrplan) wird dort folgendermaßen strukturiert:

Inhaltliche Schwerpunkte     

  • Motive und Formen imperialistischer Politik vor dem ersten Weltkrieg
  • Ursachen und Merkmale des Ersten Weltkriegs

Sachkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler…

  • beschreiben die Ausbreitung der Herrschaft europäischer Staaten in überseeischen

Ländern in den Jahren 1880-1914,

  • erläutern die zentralen Motive und Formen des Imperialismus,
  • erläutern die Folgen imperialistischer Politik in Vergangenheit und Gegenwart

für die betroffenen Völker am Beispiel einer deutschen Kolonie,

  • benennen Ursachen und Merkmale des Ersten Weltkrieges.

Urteilskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler…

  • erörtern den Zusammenhang von Nationalismus, imperialistischer Expansion

und Erstem Weltkrieg,

  • beurteilen in einfacher Form die Diskussion um den Ersten Weltkrieg als

„Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts.

Mögliche fachliche Schwerpunktfokussierung entsprechend des KLP Sek I Hauptschule 7/8  für Schülerinnen und Schüler, die zieldifferent gefördert werden:

Methodenkompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler können…

  • in Bildquellen Einzelheiten beschreiben, deren Zusammenhänge darstellen und ihre Wirkungen und Absicht erläutern

Urteilskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler können…

  • das Handeln von Personen und Gruppen und dessen Folgen unter Berücksichtigung von Motiven, Interessen, Wertvorstellungen und Handlungsmöglichkeiten charakterisieren und beurteilen

Handlungskompetenz:

Die Schülerinnen und Schüler können…

  • ihre eigene Position auch in der Auseinandersetzung mit kontroversen Sichtweisen in sachlich begründeter Form vertreten

Diese fachliche Schwerpunktsetzung ließe sich auch mit einer Förderung in den basalen Entwicklungsbereichen „Lernentwicklung/Kognition“ hinsichtlich schlussfolgerndem Denkens, Urteilsbildung und “Motorik/Wahrnehmung“ hinsichtlich einer Förderung der Figur-Grund-Wahrnehmung (Erfassen von Bildinhalten) verknüpfen.

Hinweise zu den Kompetenzerwartungen im zieldifferenten Bildungsgang Lernen

Die Planung und die exemplarisch dargestellten differenzierten Aufgaben orientieren sich an den im Kernlehrplan für die Gesamtschule – Sekundarstufe I Geschichte genannten Kompetenzen. Die Gruppe der Schülerinnen und Schüler, die im ziel-differenten Bildungsgang Lernen unterrichtet werden, bilden keine homogene Gruppe. Für den Erwerb eines dem Hauptschulabschluss (nach Klasse 9) gleichwertigen Abschlusses (§ 35 Abs. 3 AO-SF) bilden die Kompetenzerwartungen des Kernlehrplanes Hauptschule die Grundlage für die inhaltliche Gestaltung.

Gemäß Paragraf 17 der Verordnung über die sonderpädagogische Förderung, den Hausunterricht und die Schule für Kranke (AO-SF) erfolgt mindestens einmal jährlich durch die Klassenkonferenz eine Überprüfung dahingehend, ob der festgestellte Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung und der festgelegte Förderschwerpunkt weiterhin bestehen.

Die Lern- und Entwicklungsplanung legt die individuelle Zielerreichung fest. Hinsichtlich der fachlichen Ziele ist sie am Kernlehrplan Geschichte bzw. Sachunterricht für die Hauptschule  bzw. Grundschule  orientiert. Die Verordnung über die sonderpädagogische Förderung, den Hausunterricht und die Schule für Kranke (AO-SF) macht in Paragraf 32 zur Leistungsbewertung folgende Ausführungen:

§32 Leistungsbewertung

(1) Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler werden auf der Grundlage der im individuellen Förderplan festgelegten Lernziele beschrieben. Die Leistungsbewertung erstreckt sich auf die Ergebnisse des Lernens sowie die individuellen Anstrengungen und Lernfortschritte.

(2) Die Schulkonferenz kann beschließen, dass ab Klasse 4 oder ab einer höheren Klasse die Bewertung einzelner Leistungen von Schülerinnen und Schülern zusätzlich mit Noten möglich ist. Dies setzt voraus, dass die Leistung den Anforderungen der jeweils vorhergehenden Jahrgangsstufe der Grundschule oder der Hauptschule entspricht. Dieser Maßstab ist kenntlich zu machen.

Hinweise zu den Kompetenzerwartungen im zieldifferenten Bildungsgang Geistige Entwicklung

Die Gruppe der Schülerinnen und Schüler, die im zieldifferenten Bildungsgang Geistige Entwicklung unterrichtet werden, bilden keine homogene Gruppe.

Gemäß Paragraf 17 der Verordnung über die sonderpädagogische Förderung, den Hausunterricht und die Schule für Kranke (AO-SF) erfolgt mindestens einmal jährlich durch die Klassenkonferenz eine Überprüfung dahingehend, ob der festgestellte Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung und der festgelegte Förderschwerpunkt weiterhin bestehen.

Die Lern- und Entwicklungsplanung legt die individuelle Zielerreichung fest. Die Verordnung über die sonderpädagogische Förderung, den Hausunterricht und die Schule für Kranke (AO-SF) macht in den Paragrafen 38 und 40 zum Unterricht bzw. der Leistungsbewertung folgende Ausführungen:

§ 38 Unterricht

Der Unterricht fördert Kompetenzen in den Entwicklungsbereichen Motorik, Wahrnehmung, Kognition, Sozialisation und Kommunikation. Er erstreckt sich auf die Aufgabenfelder Sprache und Kommunikation, Mathematik, und naturwissenschaftlichen Unterricht, Arbeitslehre, Bewegungserziehung/Sport, musisch-ästhetische Erziehung und Religiöse Erziehung/Ethik. Die Gewichtung der unterrichtlichen Angebote richtet sich nach den Bildungsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler.

§ 40 Leistungsbewertung

Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler werden ohne Notenstufen auf der Grundlage der im Förderplan festgelegten Ziele beschrieben. Die Leistungsbewertung erstreckt sich auf die Ergebnisse des Lernens sowie die individuellen Anstrengungen und Lernfortschritte.

„Inklusiver Fachunterricht unterbreitet fachbezogene Bildungsangebote für alle Schülerinnen und Schüler und ermöglicht individuelle Lernfortschritte und subjektiv sinnvolle Teilhabe an gemeinschaftlich erlebten Unterrichtsangeboten.“ (Musenberg/Riegert 2015, S.24)

Die differenzierte Unterrichtsgestaltung setzt fachdidaktische Ansprüche des Unterrichtsfaches in Beziehung zu individuellen Kenntnissen, Kompetenzen, Perspektiven und Interessen. (ebd.) Mögliche Entwicklungschancen  werden markiert, die -abhängig vom Lern- und Entwicklungsplan der Schülerinnen und Schüler- individuelle Berücksichtigung für Einzelne oder Gruppen finden können.

Eine Konkretisierung bezüglich der Verknüpfung von fachlichen Kompetenzerwartungen und Entwicklungschancen erfolgt durch Absprachen zwischen der Fachlehrkraft und der Förderschullehrkraft. Die Entscheidung, ob die Entwicklungschancen im Klassenunterricht oder in speziellen Fördersettings (Kleingruppen- oder Einzelförderung) in ausreichendem Maß zum Tragen kommen können, kann ebenfalls nur in Abhängigkeit vom Lern- und Entwicklungsprofil einer Schülerin/eines Schülers sowie den organisatorischen Gegebenheiten der jeweiligen Schule getroffen werden.

Unabhängig von der Fragestellung der zieldifferenten Bildungsgänge spielt auch im Gemeinsamen Lernen die Unterstützung zielgleich geförderter Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf durch Nachteilsausgleich eine Rolle.

Entwicklungschancen

Sonderpädagogische Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote können beim einzelnen Kind oder Jugendlichen eine spezifische Ausprägung in bestimmten Bereichen haben, wodurch sich Schwerpunkte der Förderung ergeben. Entsprechend können fachliche Anforderungen, die in der Lernaufgabe verortet sind, eine Herausforderung bieten, die überfordert. Dennoch kann die Möglichkeit bestehen, über die Eröffnung von Entwicklungschancen für Lernende spezifische Felder zu öffnen und damit ein gemeinsames Lernsetting zu ermöglichen.

Im zieldifferenten Lernen kann sowohl ein Zugang über das fachliche Lernen als auch über die Entwicklungschancen gelegt werden.

Eine Darstellung möglicher Entwicklungschancen ist jeweils in der Darstellung der einzelnen Module verortet:

Die drei Module sind:

1. Ursachen/Motive/Voraussetzungen für Kolonialpolitik.

2. Formen und Folgen deutscher Kolonialpolitik in Namibia.

3. Bewertungen der Begegnungen zwischen Deutschen und Afrikanern in Namibia.

Advance organizer zur Lernaufgabe

Advanced Organizer

Der Advance Organizer zur Lernaufgabe: „Erstellen einer Reportage zur Frage: Wieso finden sich afrikanische Gegenstände in deutschen Museen?“ bietet Struktur, Übersicht, Orientierung und Zieltransparenz für alle Schülerinnen und Schüler. Er umfasst alle Inhalte der geplanten Module, beschreibt Kompetenzanforderungen des Faches und markiert den Kern des Themas.

Die Lehrkraft führt mit Hilfe des Advance organizers in die Lernaufgabe ein. Dieser bleibt in allen Stunden die der Bearbeitung der Lernaufgabe dienen präsent.

Zum Seitenanfang

© 2024 Qualitäts- und UnterstützungsAgentur - Landesinstitut für Schule