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Filmsequenzen-Film 5

Beispiel 5 Sekundarstufe I

Information:
Frau S. unterrichtet eine 5. Klasse (Realschule), die sich zur Zeit des Unterrichtsmitschnitts am Ende des 1. Lernjahres Englisch in der Sekundarstufe I befindet. Es wurden 4 Wochenstunden erteilt.
Die Schülerinnen und Schüler kommen aus unterschiedlichen Grundschulen. Sie hatten dort zwei Jahre Englischunterricht mit je 2 Wochenstunden auf der Grundlage des Grundschullehrplans von 2003.

Die Aufzeichnungen entstanden im Juni 2011 und wurden aus einer Doppelstunde Englisch zusammengefasst.

Mit “Going on holiday“ greift die Lehrkraft ein Thema auf, das so im Lehrwerk nicht vorkommt. Es stellt vielmehr eine Ergänzung dar, die das aktuelle Interesse der Schülerinnen und Schüler aufgreift, denn die eigenen Ferien stehen vor der Tür. Sie bindet das Thema jedoch in die Lehrbucharbeit ein, indem sie auf die bekannten Lehrbuchfamilien eingeht.

Das vorliegende Angebot kann unterschiedlich genutzt werden: Man kann den Unterrichtsverlauf in chronologischer Reihenfolge anschauen oder aber nur einzelne Sequenzen unter bestimmten didaktisch-methodischen Aspekten herausgreifen und isoliert betrachten.

Wenn Sie alle Filmausschnitte in chronologischer Reihenfolge anschauen, können Sie Ihr Augenmerk z.B. auf die folgenden Unterrichtsaspekte richten, zu denen es jeweils didaktische Anmerkungen gibt:

Classroom management

In den Filmausschnitten werden verschiedene Aspekte der Organisation von Unterricht deutlich:  

Wechsel der Sozialformen

In der vorliegenden Stunde sind verschiedene Arbeits- und Sozialformen zu sehen: Nach der mündlichen lehrerzentrierten Phase im Plenum mit Sprechbeiträgen einzelner Schülerinnen und Schüler folgt entsprechend der eingesetzten Methode zunächst eine Lese-/Schreibphase in Einzelarbeit und danach Gruppenarbeit in unterschiedlichen Zusammensetzungen. Bei der Gruppenarbeit kommen alle Fertigkeiten zum Tragen (siehe unten: vgl. Einsatz von kooperativen Methoden).

    Lehrerrolle

    Die Lehrerin schafft ein lernförderliches Klima durch Transparenz, Engagement, Freundlichkeit, Offenheit und Toleranz. Sie gibt Impulse und Ratschläge, Fehler werden nicht sanktioniert, sondern wie selbstverständlich verbessert, und sie hilft den Schülerinnen und Schülern beim Formulieren (vgl. Umgang mit Fehlern).
    Die Wahl der Stammgruppen-Experten-Methode (vgl. Einsatz von kooperativen Methoden) macht deutlich, dass sie den Schülerinnen und Schülern zutraut, sich trotz möglicher sprachlicher Probleme mit der Aufgabenstellung gemeinsam in der Gruppe auseinanderzusetzen und sie zu bewältigen. Sie nutzt die Einzel- und Gruppenarbeitsphasen, um mit den Lernenden ins Gespräch zu kommen, sie zu beraten und zu unterstützen.

    Vorbereitete Lernumgebung

      Cluster/mind map:
      Da die Fachlehrerin im gezeigten Klassenraum zu Gast ist, notierte sie die Oberbegriffe des cluster / der mind map in der vorangegangenen Stunde nicht an der Tafel, sondern auf einem großen Papier, das zusammengefaltet aufbewahrt und vor der gezeigten Stunde wieder aufgehängt werden konnte.
      Auf diese Weise lassen sich Ergebnisse einer Stunde optisch sichern und weiter verwenden, ohne die Tafel zu blockieren. Zudem geht keine wertvolle Unterrichtszeit für das erneute Anschreiben verloren.

      Informationstexte:
      Die vier Texte über ganz unterschiedliche Arten, wie Familien ihre Ferien gestalten, wurden von der Lehrerin erstellt. Das Thema Holidays ist eine aktuelle Ergänzung zum Lehrwerk. Die Familien (The Bakers, the Guptas,  the Scotts and the Snows), um die es hier geht, kennen die Schülerinnen vom Lehrwerk. Thema und Inhalt der Texte sind für die Lernenden neu.

      Das sprachliche Niveau ist so angelegt, dass die wesentlichen Informationen verstanden werden können, aber nicht jedes einzelne Wort in seiner exakten Bedeutung erfasst werden muss.

      Jeder Schüler beschäftigt sich zunächst in Einzelarbeit und danach in der Gruppe mit einem der Texte intensiv; Informationen über die anderen drei Themenschwerpunkte erhalten die Lernenden durch den jeweiligen Experten bei der Vorstellung der Plakate.

      work sheets:


      - Working with the text“
      Arbeitsblatt für das note taking, auf dem die Notizen zum Text eingetragen werden. Fragen (z.B. Who goes on holiday? Where do they go?) und Impulse (Name some activities!) sind als Hilfestellung vorgegeben.

      - postcard
      Für die Hausaufgabe: Vergrößerte Postkarte (DinA 4-Format) zum Eintragen von Feriengrüßen

      Poster:
      Die Lehrerin hat Poster in vier unterschiedlichen Farben bereits durch Bilder und Zeichnungen für die Sammlung der wesentlichen Informationen vorbereitet. Damit gibt sie eine inhaltliche Hilfestellung und Strukturierung vor, und die Schülerinnen und Schüler haben mehr Zeit für die sprachliche Arbeit.

      dots:
      Die Kinder, die an einem Poster arbeiten, erhalten auf der Kleidung einen Klebepunkt in der gleichen Farbe wie das Poster. Die Punkte weisen sie als Experten für ihren jeweiligen Themenschwerpunkt aus.

      Tischreiter
      Auf den Schülertischen stehen Tischreiter mit classroom phrases “Say it in English“ zur Unterstützung der Einsprachigkeit im classroom discourse.

      Say it in English

      What’s (…) in English?
      Can you help me, please?
      Can you write it on the blackboard?
      Can I read out my homework?
      Can I read out the text?
      Can you give me your (biro, pencil, ruler…)?
      Can I have a book, please?
      Can we hand out the books?
      Can I go to (the help desk, the toilet,…)?
      I have got a question.
      I don’t understand the word (…).

      Thank you.
      You’re welcome.

       

      help desk   
      An einem festen Platz im Klassenzimmer sind für das selbstständige Arbeiten Wörterbücher, Bilder etc. bereitgestellt. In dieser Stunde wird der help desk von den Schülerinnen und Schülern allerdings nicht genutzt; er ist nur gelegentlich im Hintergrund zu sehen.

      Vorbereitende Hausaufgabe

        Die Schülerinnen und Schüler wurden bereits in der vorherigen Stunde über das Thema der kommenden Stunde „Let´s go on holiday“ informiert. Gemeinsam wurden Oberbegriffe festgelegt, zu denen in der gezeigten Stunde Stichworte im Rahmen eines cluster- bzw. mind map-Plakates ergänzt werden.
        Diese Stichworte zu notieren und damit ihr Vorwissen zum Thema aus dem Englischunterricht der Grundschule und der 5. Klasse abzurufen, war Hausaufgabe für die Schülerinnen und Schüler. In dieser Stunde werden die gefundenen Begriffe genannt und an das Plakat geheftet.

        Rituale

          In der warming up-Phase werden die vertrauten Rituale Good morning song, Which date is today?“ und Transparenz des Stundenverlaufs aufgegriffen.
          Der ritualisierte Stundeneinstieg erleichtert den Schülerinnen und Schülern das Umschalten von Deutsch auf die Unterrichtssprache Englisch und stimmt sie auf das Thema der Stunde ein (vgl. Text zu Sequenz 1).

          Methodische Kniffe und Maßnahmen zur Unterrichtsorganisation

            Symbolkarten für Arbeitsformen

            Eindeutige Symbole (z.B. für Arbeits- und Sozialformen), die evtl. auch schon aus der Grundschule bekannt sind, geben den Schülerinnen und Schülern eine Orientierung über den Verlauf und die Ziele der Unterrichtstunde. Sie sind darüber hinaus geeignet, die Lernenden beim zusammenhängenden Sprechen zu unterstützen, wenn sie zunehmend die Rolle der Lehrerin übernehmen.  

            akustische Signale
            In der Klasse sind akustische Signale eingeführt, auf die die Schülerinnen und Schüler unmittelbar und ohne Zeitverlust reagieren:

            • Um die Aufmerksamkeit zu erlangen, benutzt die Lehrerin eine Glocke.
            • Das Ende der Präsentationszeit an einem Plakat und den damit verbundenen Wechsel zum nächsten Plakat kennzeichnet sie durch eine Art Hupe.

            time guard (GA)
            Die Schülerinnen und Schüler lernen, sich bei ihrer Arbeit auf Zeitvorgaben einzustellen:

            • Die Lehrerin gibt die zur Verfügung stehende Zeit vor Beginn jeder Arbeitsphase genau vor und beendet diese entsprechend.
            • Ein Schüler (time guard) bekommt die Aufgabe, während der Gruppenarbeitsphase die Zeit im Blick zu behalten und das Ende der Arbeitsphase zu signalisieren.

            Vereinbarungen zur Auswahl des nächsten Sprechers
            Für Phasen, in der viele Schülerinnen und Schüler nacheinander zu einem Thema sprechen, gibt es in der Klasse Absprachen:

            • Die Kinder rufen sich gegenseitig selbstständig auf.
            • In Sequenz 3 wird der nächste Sprecher durch das Zuwerfen eines Balls bestimmt. Dies kommt nach einer längeren lehrerzentrierten Phase dem Bewegungsdrang der Schülerinnen und Schüler entgegen. Die spielerische Übungsform bereitet ihnen Freude. Sie unterstützt die positive Atmosphäre und somit eine der Grundlagen für erfolgreiches Lernen.

            vertiefende Hausaufgabe (vgl. Text zu Sequenz 7)
            Die Hausaufgabe schließt sich inhaltlich an die Arbeit im Unterricht an. In der folgenden Stunde wird sie aufgegriffen; sie liefert den Einstieg in die weitere Arbeit.

            Abschlusslied (vgl. Text zu Sequenz )
            Der gemeinsame Ausklang der Stunde mit einem authentischen englischsprachigen  Hit, den die Kinder mit großer Begeisterung singen, trägt dazu bei, die positive Einstellung der Schülerinnen und Schüler zum Englischlernen zu unterstützen und zu erhalten.

             

            Umgang mit Fehlern, Hilfestellung und Scaffolding

            Wenn die Lernenden die für den Spracherwerb wichtige Gelegenheit erhalten, sich frei zu äußern, gehen sie erprobend mit der Sprache um. Dabei machen sie in aller Regel noch Fehler. Die Lehrerin reagiert darauf sensibel und aufbauend: Fehler werden zu keinem Zeitpunkt sanktioniert. Korrekturen erfolgen immer so, dass die Schülerinnen und Schüler sie nicht als Bloßstellung empfinden, sondern als Hilfe annehmen können. Dadurch schafft die Lehrerin ein lernförderliches Klima, das Voraussetzung für das Erproben der Sprache ist.

            Unterstützung durch die Lehrkraft beim freien Sprechen (vgl. Sequenz 2: Collecting words  und Sequenz 3: Talking about holidays)

            • Wenn Schüler/Schülerinnen sprechen und Fehler machen (die die Verständlichkeit nicht beeinträchtigen), unterbricht die Lehrerin nicht, sie hilft ihnen aber weiter, wenn sie stocken und selbst mit den Formulierungen nicht weiter kommen.
            • Bei einer fehlerhaften Äußerung erteilt sie ein positives Feedback, das sich auf den Inhalt bezieht, und meldet die korrekte sprachliche Fassung in Form des Lehrerechos zurück.
            • Sie schlägt eine passende Struktur als Hilfe vor, als sie feststellt, dass die Schülerinnen und Schüler beim Anbringen ihrer Wörter in der mind map von sich aus zunächst nur unvollständige Sätze oder einzelne Begriffe verwenden: Sie spricht sie deutlich vor und schreibt sie an die Tafel: I’ve found ... (playing football). That goes with ... (activities).
            • Sie gibt gezielt Hinweise, die die Kinder an grammatische Besonderheiten, die im Unterricht bereits thematisiert wurden, erinnern, z.B.: Mind the sentence structure/the preposition.

            Unterstützung während der Einzelarbeit (vgl. Sequenz 4 Working alone: reading and note taking)
            Während der Lesephase können sich die Schülerinnen und Schüler darauf verlassen, dass die Lehrerin bei Bedarf Hilfestellung bei Verständnisunsicherheiten leistet, z.B. durch Paraphrasierungen, Hinweise auf Bekanntes etc. Die Zuwendung und Unterstützung der Lehrerin ist in dieser Phase von besonderer Bedeutung, da die Schülerinnen und Schüler an unterschiedlichen Texten arbeiten, so dass sich der ansonsten sinnvolle Austausch mit dem Tischnachbarn hier nicht anbietet. Möglich wäre es auch, die Schülerinnen und Schüler mit Wörterbüchern arbeiten zu lassen.

            Unterstützung in der Gruppenarbeitsphase (vgl. Sequenz 5 Working on a poster in groups of experts und Sequenz 6 Presenting posters to a new group)
            Bei der Erstellung der Texte auf den Postern kann die Lehrkraft nur hier und da helfend eingreifen, die Schülerinnen und Schüler unterstützen und korrigieren sich in der Gruppenarbeitsphase im Rahmen ihrer Möglichkeiten aber gegenseitig; sie wollen ein gutes gemeinschaftliches Ergebnis erreichen.
            Bzgl. der Aussprache der Wörter und Redemittel, die in den Lesetexten vorkommen und die bei der Präsentation gesprochen werden müssen, ergeben sich in diesem Lernstadium, in dem die Schülerinnen und Schüler noch keine routinierten Leser fremder Texte sind, häufig noch Schwierigkeiten, die im Wesentlichen aus der Interferenz zwischen deutscher und englischer Schreibung herrühren. Zumindest teilweise sind die Kinder schon in der Lage, sich gegenseitig zu helfen. Wenn ihnen Ausspracheunsicherheiten bewusst sind, die sich in der Gruppe nicht klären lassen, besteht die Möglichkeit, gezielt die Lehrkraft um Hilfe zu bitten oder – wenn die Voraussetzungen dazu gegeben sind – im Internet selbst die richtige Aussprache herauszufinden. 
            Wenn es zu einem Lesetext auch einen entsprechenden Hörtext gibt, bei dem die Lernenden parallel zum Lesetext den entsprechenden Hörtext auch auditiv verfolgen können, ergibt sich mit diesem Mitleseverfahren eine sehr wirksame Unterstützung zur Erlangung einer guten Aussprache und der Vermeidung von Aussprachefehlern beim lauten Lesen.
            Im vorliegenden Unterrichtsbeispiel wurden die Lesetexte allerdings von der Lehrkraft selbst erstellt, daher bietet sich dieses Verfahren hier nicht an.

            Die Präsentation findet bei der hier gewählten Methode nicht im Plenum, sondern gleichzeitig in verschiedenen Gruppen statt, daher kann die Lehrerin die Vorstellung nur bei einigen Kindern verfolgen und  ggf. unmittelbar eine Rückmeldung geben.
            Das ist aber nicht als Nachteil zu sehen, denn auch im Frontalunterricht kann nicht jedes Kind erfasst oder erreicht werden. Es ist ein großer Vorteil, dass bei dieser Methode alle Kinder relativ viel sprechen, und durch das Sprechen – auch wenn es nicht ganz ohne Fehler abläuft – machen die Schülerinnen und Schüler mehr Fortschritte im Spracherwerb als durch „korrektes Schweigen“. 

            Unterstützung durch Reflexion und Bewusstmachen
            In einer abschließenden Phase, die in dem Unterrichtsbeispiel aus Zeitgründen nicht mehr abgebildet werden konnte, beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Reflexion des Arbeitsprozesses (Entwicklung von language learning awareness) und auch mit der Reflexion sprachlicher Schwierigkeiten (Entwicklung von language awareness).

            Gut denkbar wäre es auch, zwischen der zweiten und der dritten Phase, also vor der Präsentation der Plakate, eine Zwischenreflexion im Plenum oder in der Gruppe einzuschieben, in der die Schülerinnen und Schüler sprachliche Probleme (z.B. Ausspracheunsicherheiten) formulieren und klären oder in der die Lehrkraft Fehler, die sie auf Plakaten gesehen oder beim Üben gehört hat, aufgreift und als Anlass zu einem bewusstmachenden Gespräch nutzt.

            Der günstigste Zeitpunkt für das Bewusstmachen von sprachlichen Besonderheiten hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Es kann sinnvoll sein, Gelegenheiten immer dann aufzugreifen, wenn sie im Unterrichtsgeschehen vorkommen. Gerade Situationen, die aus dem Sprachhandeln der Schülerinnen und Schüler erwachsen und in denen ihr unmittelbares Bedürfnis nach Unterstützung, Vertiefung oder Erklärung deutlich wird, sind für den persönlichen Lernzuwachs von großer Bedeutung.
            Es ist aber auch möglich, dass die Lehrerin die Schwierigkeiten, die in einer Phase des Unterrichts gehäuft auftraten (wie beispielsweise in Sequenz 3 die vom Deutschen abweichende Satzstellung im Englischen) zu einem späteren Zeitpunkt aufgreift, den Unterschied thematisiert und noch einmal bewusst macht, z.B. in einer Zwischenreflexions- oder Abschlussreflexionsphase.

            In jedem Fall ist es für den Unterricht wichtig, dass die Lehrperson vertraut ist mit den Phänomenen des Vermeidungsverhaltens und der Interferenz und deren Quelle analysieren kann. „Der Umgang mit Interferenzfehlern gehört in das weite Feld des Bewusstmachens von Sprache (Sprachbewusstheit). Bewusstmachen von Interferenzen ist erfolgreicher als das mechanische Einüben sprachrichtiger Laute und Strukturen.“

             

            Einsprachigkeit

            Die Lehrerin verwendet Englisch durchgängig als Unterrichtssprache:

            • im Unterrichtsgespräch: bei der Vorstellung des Stundenverlaufs (vgl. Sequenz 1), bei der Fehlerkorrektur in der mind map-Phase (vgl. Sequenz 2 beim Sammeln der Stichwörter und Sequenz 3 beim Freien Sprechen)
            • bei Arbeitsaufträgen (in fast allen Sequenzen zu beobachten)
            • bei der Unterstützung während der Einzel- und Gruppenarbeit (vgl. Sequenz 4 und 5)

            Wenn die Kinder z.B. bei Nachfragen zum Arbeitsauftrag auf die deutsche Sprache ausweichen, antwortet sie auf Englisch, wobei sie ggf. paraphrasiert.

            Dieser konsequente Gebrauch der Fremdsprache regt die Schülerinnen und Schüler an, in mündlichen Phasen ebenfalls weitgehend bei der Einsprachigkeit zu bleiben. Auch während der Gruppenarbeit bemühen sich viele, die Fremdsprache zu nutzen.  Selbst wenn während der Gruppenarbeit nicht durchgängig Englisch gesprochen wird, setzen sich die Schülerinnen und Schüler in dieser Phase intensiv mit der Sprache auseinander, verhandeln über Formulierungen und korrigieren sich gegenseitig, so dass man in jedem Fall einen sprachlichen Gewinn erwarten kann.

             

            Einsatz von kooperativen Methoden

            Clustering/ Erstellen einer mind map

              Dieses Verfahren bietet sich an zur Aktivierung von Vorwissen, aber auch zur Sicherung, Strukturierung und Vernetzung von Gelerntem.
              Besonders ergiebig ist das Zusammentragen einer mind map, wenn es nicht nur um einzelne Begriffe geht. Im Unterrichtsbeispiel werden die gesammelten Stichworte in der sich anschließenden Phase zum freien Sprechen genutzt: die Schülerinnen und Schüler formulieren Sätze zum Thema holidays. (vgl. Sequenz 3: Talking about holidays)

              Stammgruppen-Experten-Methode (Expert-Group-Jigsaw)

              Die hier gezeigte Methode ist eine für die Situation und den Inhalt abgewandelte Form des Jigsaw nach Johnson/Johnson & Holubec. In dieser Stunde läuft die Arbeit in folgenden Schritten ab:

               

              Einzelarbeit
              Informationsaufnahme
              Jeder Schüler und jede Schülerin bekommt einen von vier unterschiedlichen Texten zum Lesen und macht sich erste Notizen (sinnentnehmendes Lesen).

              Arbeitsteilige Gruppenarbeit
              Informationsverarbeitung
              Erstellen eines Plakates zum jeweiligen Themenschwerpunkt
              Die Schülerinnen und Schüler mit dem gleichen Text treffen sich nun in einer Gruppe, z.B. die Schülerinnen und Schüler, die The Snows’ summer holidays gelesen haben, in der „gelben Gruppe“ (yellow poster; each pupil gets a yellow dot), und stellen die wichtigsten Informationen auf einem Plakat zusammen. Anschließend üben alle Mitglieder der Gruppe den Vortrag, sie alle werden zu Experten für diesen Themenschwerpunkt, so dass sie andere darüber informieren können.

              Arbeit in einer neuen Gruppenkonstellation
              Präsentation vor einer neuen Gruppe
              Die neuen Gruppen werden als jigsaw-Gruppen zusammengesetzt: Jeweils ein Experte ist nun in der Lage, die anderen Gruppenmitglieder über die Ferienpläne seiner Familie zu informieren. Die Gruppe wandert von einem Poster zum anderen. Der jeweilige Experte gibt seine Informationen mit Hilfe des Plakates an die anderen weiter und erteilt bei Nachfragen Auskunft. Wie in einem Puzzle setzen sich so die einzelnen Informationen zu einem Gesamtbild über unterschiedliche Arten, die Ferien zu verleben, zusammen.

               

               

              Im Vergleich zu einem lehrerzentrierten Unterricht haben die Schülerinnen und Schüler bei einer so angelegten Gruppenarbeit mehr Gelegenheit zum Sprechen.

              Zudem wird das soziale Lernen gestärkt: Das Erstellen des Posters in der ersten Gruppenarbeitsphase bedarf gemeinschaftlicher Anstrengung und Verantwortungsübernahme. Bei der Vorstellung des Ergebnisses kommt jedem Gruppenmitglied – im Rahmen seiner Möglichkeiten und nach gemeinsamer Übung in der ersten Gruppe sowie im Schutz einer kleinen Gruppe – eine wichtige Rolle zu, nicht nur denjenigen, die sonst gern präsentieren.

              Das Erproben der Sprache mit dem Ziel, den Klassenkameraden neue Informationen zu liefern, steht für die Schülerinnen und Schüler im Vordergrund. Es geht hier nicht darum über etwas zu referieren, das allen Zuhörern bereits bekannt ist.

              Die Lehrerin nimmt es beim Einsatz dieser Methode in Kauf, dass bei der Präsentation noch nicht alles, was die Schülerinnen und Schüler zeigen und sagen, sprachlich richtig ist. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass in den folgenden Stunden der Fokus immer auch auf die Sprache gerichtet wird und die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit erhalten, die korrekten Formen zu hören, zu üben und zunehmend auch anzuwenden (vgl. Umgang mit Fehlern, Hilfestellung und Scaffolding). Wenn Plakate als Lernergebnisse über einen längeren Zeitraum in der Klasse ausgehängt werden können, werden Fehler vorher gemeinsam korrigiert.
               

              Arbeiten mit authentischen Materialien

              Fächerübergreifend, wenn auch überwiegend im Musikunterricht, haben sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Hit Wavin´ Flag von K´NAAN beschäftigt. Er war offizieller Song der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika, und somit handelt es sich um einen authentischen Hit, der nicht zum Zweck des Fremdsprachenlernens didaktisiert wurde. Er begegnete den Kindern eine Zeitlang sehr häufig in den Medien, und auch wenn die Weltmeisterschaft zum Zeitpunkt des Unterrichtsmitschnittes bereits ein Jahr zurückliegt, ist er dank seiner Bekanntheit und aufgrund seines mitreißenden, zum Mitsingen und Schwenken der Flaggen auffordernden Arrangements bei den Schülerinnen und Schülern nach wie vor positiv besetzt.

              Mit dem Thema Fußball werden nicht nur, aber gerade auch die Jungen erreicht, und aktuelle Hits aus den Charts sprechen alle Jugendlichen an. Durch das Aufgreifen des Interesses der Schülerinnen und Schüler ist ihre Motivation zum Lernen sehr hoch. Im Internet konnten sie den englischen Text in unterschiedlichen Versionen und Übersetzungen selbstständig finden, und im Englischunterricht wurde die Auseinandersetzung mit dem Text unterstützt; das Auswendiglernen der lyrics in der richtigen Aussprache konnte teilweise auch eigenständig mithilfe der authentischen CD geleistet werden.

              Die Präsentation mit den Flaggen etc. vor der Kamera zeigt deutlich, wie viel Freude die Schülerinnen und Schüler daran haben. Sie demonstrieren, dass sie einen authentischen Text bewältigen, der vom Schwierigkeitsgrad her deutlich über dem liegt, was man einer fünften Klasse normalerweise zutraut, und sie sind stolz darauf.
              Es ist gut möglich, dass bei einigen Schülern dieses Erfolgserlebnis und die Freude dazu beitragen, sich eine positive Einstellung zum Sprachenlernen insgesamt zu erhalten bzw. aufzubauen.

              Hinweise zu den einzelnen Filmsequenzen

               

              Thumbnail Unterrichtsmitschnitt Film 5 - Sequenz 1: Warming up (mp4-Video, 81 Mb)

               

              Thumbnail Unterrichtsmitschnitt Film 5 - Sequenz 2: Collecting words (mp4-Video, 95 Mb)

               

              Thumbnail Unterrichtsmitschnitt Film 5 - Sequenz 3: Talking about holidays (mp4-Video, 106 Mb)

               

              Thumbnail Unterrichtsmitschnitt Film 5 - Sequenz 4: Working alone, reading and note taking (mp4-Video, 121 Mb)

               

              Thumbnail Unterrichtsmitschnitt Film 5 - Sequenz 5: Working on a poster in groups of experts (mp4-Video, 183 Mb)

               

              Thumbnail Unterrichtsmitschnitt Film 5 - Sequenz 6: Presenting posters to a new group (mp4-Video, 120 Mb)

               

              Thumbnail Unterrichtsmitschnitt Film 5 - Sequenz 7: Homework and authentic song (mp4-Video, 111 Mb)

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