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Fallbeispiel Dennis Bleib cool

Dennis' Familie ist von Polen nach Deutschland gezogen, als Dennis in die 3. Klasse ging. Mittlerweile ist er 14 Jahre alt und besucht die 7. Klasse einer Förderschule für Emotionale und soziale Entwicklung. Sein leiblicher Vater sowie der neue Partner der Mutter sind verstorben – für Dennis mit traumatischen Erlebnissen verbunden. Er lebt zusammen mit seinen zwei älteren Geschwistern bei seiner Mutter. Das häusliche Erziehungsverhalten ist oftmals von Überforderung, Angst und Gewalt geprägt.

Dennis ist sehr bewegungsfreudig und spielt in der Schule gerne mit seinen Mitschülern Fußball. Aufgrund seiner emotionalen Instabilität, fällt es ihm sehr schwer, schulische Leistungen abzurufen. Bei Frustrationen kann es zum Kontrollverlust bis hin zu delinquenten Verhaltensweisen kommen.

Sozialverhalten

  • ist Gleichaltrigen gegenüber kontaktfreudig und hat einige Freunde in der Klasse
  • ist in Gruppensituationen und im Unterricht ängstlich und schnell frustriert
  • bei Konflikten und Frustrationen verliert er rasch die Kontrolle und beschimpft und attackiert dann Mitschüler und Lehrkräfte
  • zeigt delinquente Verhaltensweisen: Diebstahl, Zerstörung von Gegenständen
  • ist mit Unterstützung in der Lage, sein Verhalten zu reflektieren und sich zu entschuldigen
  • kann hilfsbereit und sensibel für die Bedürfnisse anderer ihm wichtiger Personen sein
  • zeigt Ansätze, sein Verhalten über einen kurzen Zeitraum zu kontrollieren

Arbeitsverhalten

  • schwankt in Abhängigkeit der jeweiligen Tagesverfassung
  • zeigt eine unangemessene Arbeitshaltung: erscheint unpünktlich und übermüdet zum Unterricht, bringt weder Arbeitsmaterial noch Frühstück mit
  • benötigt stark individualisierte/ spielerische Aufgabenstellungen
  • kann sich mit Aufgaben niedriger Kompetenzerwartungen 15 Minuten konzentriert beschäftigen
  • bei körperlicher Zuwendung und durchgehender Bestätigung sind längere Arbeitsphasen und bessere Arbeitsergebnisse möglich
  • freut sich über Erfolge und fordert sich Bestätigung bei der Lehrkraft ein

Einordnung in die Matrix emotionaler und sozialer Kompetenzen (MesK):

Selbstkompetenz

Teilkompetenzen:

Emotionsregulation

Impulskontrolle

Reflexionsfähigkeit

Stufe:

1/2

Begründung / Bezug zum Fallbeispiel:

Adaptive Strategien sind mit entsprechendem Abstand und Unterstützung möglich

Sozialkompetenz

Teilkompetenzen:

Soziale Orientierung

Stufe:

2

Begründung / Bezug zum Fallbeispiel:

Hilfsbereitschaft und Sensibilität sind gegenüber bevorzugten Bezugspersonen gegeben.

Teilkompetenzen:

Soziale Initiative

Stufe:

2

Begründung / Bezug zum Fallbeispiel:

Die Kontaktaufnahme ist in bevorzugten Settings möglich

Teilkompetenzen:

Konfliktverhalten

Stufe:

3

Begründung / Bezug zum Fallbeispiel:

Einsicht in eigene Anteile an Konflikten kann erreicht werden, Entschuldigungen sind möglich

Teilkompetenzen:

Regelverhalten

Stufe:

2

Begründung / Bezug zum Fallbeispiel:

Regeln können für kurze Zeit eingehalten werden

Lernkompetenz

Stufe:

2-3

Begründung / Bezug zum Fallbeispiel:

Die Lernbereitschaft ist an persönlichen Interessen orientiert und kann für relativ kurze Zeiträume aufrechterhalten werden

Teilkompetenzen:

Konzentration und Sorgfalt beim Lernen

Stufe:

2

Begründung / Bezug zum Fallbeispiel:

Konzentration und Sorgfalt sind für kurze Zeiträume und unter Anleitung gegeben

Schwerpunkte der Förderung: Konfliktverhalten und Lern- und Leistungsbereitschaft

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